Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Sehen, hören, handeln

In vielen kabbalistischen Artikeln wird über das Hören, das Sehen und das Handeln geschrieben. Das Hören symbolisiert die Eigenschaft von Bina, das Sehen die Eigenschaft von Chochma und das Handeln die Eigenschaft von Malchut.

Handeln im spirituellen Sinne bedeutet, dass der Mensch wie der Schöpfer handelt, sein Mitstreiter und Partner wird und so selbst beginnt, mit voller Kraft an der Schöpfung teilzunehmen.

Dabei sind auch Phänomene wie Sehen und Hören Arten der Verbindung mit dem Schöpfer. Die Verbindung erfolgt entweder über Bina – das Hören, über Chochma – das Sehen oder über Malchut – das Handeln. Die Abstufung ist wie folgt: Bina, Chochma, Malchut.

Die vollständigste und stärkste Verbindung wird durch Handlungen hergestellt. Dazu gehören alle Handlungen des Menschen, in denen er dem Schöpfer ähnlich sein möchte.

Wenn wir „sehen” und „hören” sagen, meinen wir damit nicht das Sehen und Hören mit den Augen und Ohren. Es handelt sich um eine innere, angestrengte Arbeit. Sehen, hören und handeln sind verschiedene Arten der inneren Verbindung mit dem Schöpfer.

Aber solange diese Gefühle nicht vorhanden sind, ist es schwer zu verstehen, was das ist. Die Gefühle werden nach und nach kommen. Zuvor müssen die inneren spirituellen Organe entwickelt werden.

Frage: Was soll ich jetzt tun, solange ich diese Kelim (Gefäße), diese Gefühle, noch nicht habe?

Antwort M. Laitman: Lies das Buch Sohar, versuche, es zu verstehen, und dann wirst du  diese Gefühle entwickeln.

Frage: Gibt es keine anderen Methoden?

Antwort M. Laitman: Nein, denn das, was du liest, muss durch deine Bemühungen in Gefühle übersetzt werden, die du mit denselben Bemühungen auf den Schöpfer richtest.

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Aus der Fernsehsendung „Vorwort zum Buch Sohar“, 7. Januar 2024

Mit Dankbarkeit für die Erweckung von Oben

Die innere Arbeit beginnt damit, dass der Mensch spürt, dass an jedem Ort und in jedem Zustand, in den er auch mit seinen Verlangen und Gedanken geraten mag, in allem die „Erweckung von Oben“ zugegen ist. Und er muss seine Reaktion dieser höheren Einwirkung anschließen.

Als erstes möchte er das, was er fühlt, von sich selbst trennen und versuchen, zu enthüllen, was genau der Schöpfer ihm schickt, warum, wofür, was Er auf diese Weise in dem Menschen aufbauen möchte. Er muss das, was in ihm geschieht, analysieren, um seine natürliche Reaktion von jener zu trennen, die er über der natürlichen in sich entwickeln muss.

Diese Reaktion, die der Mensch über seinem Naturell, über der Natur aufbaut, besteht aus seinem eigenen Mitwirken am Geschehen und der zweiten Hälfte, die er zu dem Schöpfer erheben muss, weil er sicher ist, dass er es selbst nicht kann. Doch er freut sich darüber, dass er diesen Teil, in dem er das Mitwirken des Schöpfers als seines Partners, als seines Erschaffers und Erlösers braucht, in sich enthüllt!

In einem solchen Fall sieht der Mensch ein klares Ziel vor sich und versteht, dass er die Vereinigung erreichen muss. Das bedeutet, dass die erste Erweckung, die vom Schöpfer im Herzen und im Verstand des Menschen hervorgerufen wurde, seine richtige Realisierung gefunden hat. Als Indikator für den richtigen Abschluss dienen die Veränderung in der Einstellung des Menschen von der früheren zu der entgegengesetzten und seine ungeheure Freude aufgrund dessen, d.h. aufgrund des erfolgreichen Versuchs, sich über sich selbst zu erheben.

Und dieses ganze Vorankommen geschah dank der höheren Kraft, die jetzt in dem Menschen in dieser Handlung für ewig bleibt. Jede unsere Handlung wird in jedem Augenblick genau auf diese Weise realisiert, wenn sie von dem Menschen richtig wahrgenommen wird.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Baal HaSulam

Das Ziel der Schöpfung

Die Wissenschaft der Kabbala geht davon aus, dass es nur zwei Kräfte gibt: Empfangen und Geben. Das ganze Universum, die ganze Welt basiert darauf.  Die Kabbala ist ein Gleichgewichtssystem zwischen diesen beiden Kräften, die sie zur Mittellinie führt.

Die Suche nach der mittleren Linie, die Stabilisierung, das Gleichgewicht auf allen Stufen, angefangen vom Egoismus- null bis zum absolut vollständigen, vollwertigen, konstanten, unendlichen Egoismus – ist das Thema der Kabbala.

Wir benötigen eine rein angewandte Wissenschaft und Praxis, um die Widersprüche beseitigen zu können. Diese Gegensätze sind nicht theoretisch zwischen etwas oder jemandem, sondern zwischen der Schöpfung und dem Schöpfer, also zwischen uns und Ihm.

Wir müssen diese Gegensätze ausgleichen, zu einem gemeinsamen Nenner kommen – der sogenannten mittleren Linie, in der wir und Er in den Wünschen, Absichten und Handlungen völlig übereinstimmen werden. Auf diese Weise werden wir Partner, Liebende und Geliebte, in der Verbindung auf allen Stufen, mit allen Kräften, Wünschen und Handlungen.

Das ist der Sinn der Schöpfung, die als „Dwekut“ bezeichnet wird. Das ist eine vollständige Verschmelzung zweier völlig entgegengesetzter Kräfte.

Aus dem russischsprachigen Unterricht, 16.12.2018

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Angst führt zum Gebet, und Liebe zur Dankbarkeit

Frage: Welches Gebet ist notwendig, um von den Schattenseiten des Egoismus zu den „Heiligen Schattenseiten“ überzugehen?

Antwort: Es wäre richtiger zu fragen: Wovor sollen wir uns fürchten? Denn noch wissen wir es nicht, was ein „Gebet“ heißt. Momentan haben wir mehr Ahnung von Furcht, Vorsicht, Zittern, Unruhe, d.h. von all dem, wovor ich mich hüten muss.

Ein Gebet ist ein Empfinden des Herzens. Und das Herz empfindet entweder Angst – das erste Gebot, oder das Herz empfindet Liebe, nachdem es die Furcht richtig wahrnehmen lernt.

Es gibt immer zwei Hauptgebote: die Furcht und die Liebe. Die Furcht führt uns zum Gebot, zu einer Bitte, und die Liebe zur Dankbarkeit.

Darum ist es erforderlich festzustellen, in welchem Zustand du dich befindest. Wenn du fühlst, dass es dir an Füllung fehlt, dann befindest du dich in Furcht. Aber wovor solltest du dich fürchten, was hütest du dich, zu verlieren oder welchen Zustand und welches Unheil solltest du vermeiden. Stelle diese Fragen!

Wenn du Angst hast, es könne dir etwas Schlechtes passieren, dann muss man sich klar machen: „Es gibt nichts, außer Ihm“. Und wenn du dich fürchtest, etwas zu verlieren, was aktuell in deinem Besitz ist, dann finde es heraus, wie es nach dem Prinzip zu arbeiten gilt: „Wenn ich mir nicht selbst helfe – wer sonst?“. Und diese Klärungen sind das Gebet.

Man darf sie nicht bei Seite liegen lassen, sondern man muss sich mit ihnen so oft wie möglich beschäftigen. Wichtig dabei ist, jeden Zustand zu klären. Und es ist nicht schlimm, wenn du dich im nächsten Augenblick erneut verirrst, und dich selbst sowie die auf dich Einfluss nehmende Faktoren – ich, Umgebung, Studium – nicht findest. Kehre immer wieder zurück und kläre es aufs Neue. So lernst du immer mehr Details, bis du das Ziel der Schöpfung erreicht hast. Und darin liegt unsere Arbeit.

Im Maße dieser Klärungen, wirst du dich auf jeder neuen Stufe immer in vier Stadien der HaWaJaH entwickeln. Wichtig ist, nicht aus diesen inneren Klärungen hinauszugehen.

– wer bin ich, wer lenkt mich,

– wie habe ich mich gegenüber der lenkenden Kraft zu verhalten,

– wie sollen und können wir uns vereinigen und einander suchen,

– wie werden wir Partner, trotz aller Verhüllungen und Probleme nicht verlassen,

– wie kann ich mich über sie erheben, sie rechtfertigen und gerade dank ihrer zu Einsicht und Liebe kommen.
Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 16.05.2011

Für die anderen zum Schöpfer zu werden

Auszug aus der Lektion №1, in Moskau, 14.01.2011

Frage: Angenommen, ich habe das vollkommene Geben und die Harmonie mit dem Schöpfer erreicht. Wie kann man diesen Zustand fortzusetzen, um von einem Plus zum noch größeren Plus zu gelangen?

Meine Antwort: Wenn du fühlst, dass du neutral bist und mit dem Schöpfer im vollkommenem Tandem arbeitest, dann beginne sofort zu suchen: „Wo sind noch fremde Wünsche zu finden, um zusammen mit ihnen für den Schöpfer zu arbeiten? Ich will, dass Er mir zeigt, wie ich mich gegenüber den anderen verhalten soll!“. Und du beginnst sofort, zu sehen, wie Er sie alle ausfüllt.

Plötzlich werden deine Augen geöffnet, und du siehst: alle befinden sich in der Welt der Unendlichkeit, alle sind vollständig ausgefüllt. In Wirklichkeit, sind sie unglücklich und schreien, dass sie nichts haben, und verfluchen alles. Und du siehst, dass sie absolut ausgefüllt, absolut spirituell sind.

Das heißt, auf der folgenden Etappe beginnst du, wie der Schöpfer auch, im selben System zu arbeiten, wobei du Ihn überholst, und dir wünschst, an Seiner Stelle zu handeln. Du wirst zu Seinem Partner. Du machst es. Du nimmst Seine Hand und ziehst sie, wie das Kleinkind den Erwachsenen bittet, damit Er es tut. Du fügst deine Wünsche hinzu. Du leidest mit, und zwingst Ihn, die anderen auszufüllen.

Auszug aus einem Unterricht über den Artikel „Das Vorwort zum Buch Sohar“, 14.01.2011

Wie viele Seelen – so viele Welten

Eine Frage, die ich erhielt: Wie wird man zum Helfer des Schöpfers, und warum kann uns der Schöpfer nicht selbst das Licht dazu geben?

Meine Antwort: Wenn du dich über dein Ego erhebst und es nur für das Geben verwenden willst, dann wird der Schöpfer mit dir zusammen arbeiten.

Er wird dir das ganze Licht geben, damit du es an die Anderen weitergeben kannst. Er kann ihnen nichts geben – und du kannst es wohl tun! Du wirst zu Seinem gleichberechtigten Partner, als ob alle übrigen Menschen seine Lieblingskinder wären, und Er ihnen das Licht nur durch dich weitergeben könnte.

Aber du willst es jetzt nicht machen, weshalb ihr euch ständig in der Opposition befindet. Das ganze Universum, die ganze Welt und die Menschheit sind Kinder des Schöpfers, welche wegen dir leiden!

Wenn du bereit sein wirst, ihnen zu helfen, dann wird der Schöpfer dir alles geben. Ihr werdet gleichberechtigte Partner sein, du wirst Ihm helfen, stelle dir nur vor, welche Ehre und Macht das ist.

Dir wird das ganze Licht zugänglich sein, wobei du davon eben soviel nehmen wirst, wie du an die Anderen geben kannst. Andere Menschen sind die Schechina, Malchut. Und du wirst mit dem Schöpfer, mit Seir Anpin vereinigt, wobei deine Höhe sich durch die Größe des Egos erklärt, das du für das Geben verwendest.

Er will dich an Sich angleichen, damit ihr beide Partner werdet. Denn so wie Er zu sein, bereitet einen echten Genuss. Er will es sowohl mit dir, als auch mit allen Anderen machen.

Aber jeder hat eine ganze Welt für das Geben. So viele Seelen wie es gibt – so viele Welten gibt es auch. Jeder hat seine eigene Welt, Malchut der Welt Azilut, die Schechina. Dir scheint es so zu sein, dass der Andere leidet, aber derjenige, den du siehst, befindet sich in deinem Inneren. Du kennst seine Gegenwart nicht!

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Dienerin, die ihre Herrin beerbt“, 09.12.2010

Den eigenen Platz im Schöpfungsgedanken finden

Wir existieren innerhalb eines gemeinsamen Gedanken – des Schöpfungsgedanken, und sind ein Teil eines großen Programms, das den gesamten Raum ausfüllt und die gesamte höhere und tiefere Realität in Gang setzt.

Dieses Programm zu ergründen, den eigenen Platz darin zu finden, die Möglichkeit zu erlangen, es selbständig und nicht unter Zwang umzusetzen, kein Rädchen im Getriebe, sondern ein aktiver Teilnehmer in der Absicht, der Erkenntnis, der Einigkeit, der Gleichheit und der Größe zu sein – das kann zum Lebensziel für jeden von uns werden.

Wenn wir uns an diesen Gedanken anschließen und in den gemeinsamen Strom dieses Programms mit einer unendlich großen Anzahl an Parametern einfließen, werden wir die Ewigkeit und die Vollkommenheit wahrnehmen, denn das ist ein immerwährendes Programm für alle Welten und für die gesamte Realität, das alle Teile der Schöpfung und alle Welten vereint.

Wir werden spüren, mit welcher Harmonie alle Teile dieses Programms gesteuert werden und zugleich alles selbst steuern.

Wir werden den Anfang und das Ende der Schöpfung wahrnehmen, weil der Anfang, der Entwicklungsprozess und sein Abschluss miteinander verbunden sind und wunderbar miteinander harmonieren, jeder hat die Freiheit der Wahl und das Recht, dieses System von Anfang bis zum Ende selbständig in Bewegung zu setzen.

Und was erstaunlich ist, die Enthüllung des riesigen, gemeinsamen, geschlossenen Systems, dass die ganzen Handlungen von Anfang bis zum Ende ausführt, hindert uns nicht daran, es selbst in Gang zu setzen und Herr über dieses System zu sein.

Und wenn der Mensch sich zur Stufe des Schöpfungsgedanken erhebt, verbindet er sich mit dem Schöpfer und wird zu einem Gleichgesinnten von Ihm – das bedeutet, mit dem Schöpfer zu verschmelzen.

Wir verschmelzen mit dem Schöpfer im Schöpfungsgedanken. Wie geschrieben steht: Die Gerechten sind die Partner des Schöpfers, Er erschafft und zerstört die Welten, und sie korrigieren die Schöpfung.

Aus dem Programm „Kabbala für Anfänger“ vom 21.10.2010

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Warum ist die Bürgschaft für den Egoismus nicht vorteilhaft

Entsprechend seiner Natur fühlt der Egoismus keine Erfüllung (keinen Genuss), wenn er die Anderen versorgt, sich aufopfert. Wir können uns nicht mal vorzustellen, dass die Aufopferung gut sein kann.Ich kann nun vermuten, dass die Bürgschaft ihren Nutzen hat, sehe aber keine Notwendigkeit darin, kann mein Ego nicht vor den Anderen aufheben.

Darin war auch der Fehler der Kommunisten begründet: sie wollten das Gesetz der Bürgschaft ohne den Schöpfer, ohne der Kraft, welche die Bürgschaft, die Einigkeit erfüllt, realisieren. Nach diesem Modell sollte jeder über sich selbst hinaufsteigen, um seine Selbstsucht zu verlieren, sich selbst zu annullieren, aber die notwendige Energie war nicht vorhanden, ohne welche man nicht arbeiten kann.

Deshalb sollen wir die Kraft des Schöpfers von vornherein heranziehen, damit wir eine Möglichkeit des Aufstiegs bekommen, die Vereinigung erreichen. Denn „es gibt niemanden, außer Ihm“, der die Verbindung zwischen uns herstellen kann, da diese Verbindung höher als die Selbstsucht ist.

Der Schöpfer hat die Gesetze geschaffen und erfüllt sie. Wir können nur unter Bedingung handeln, dass Er der dritte Teilnehmer ist, der in jeder Handlung anwesend ist, und das Ergebnis bestimmt.

Dieses Ergebnis fällt immer zu Seinen Gunsten aus, weil du dich jedes Mal bezüglich Seiner Kraft annullierst. Folglich wird diese dritte Komponente, an die du gewöhnlich nicht denkst, zur wichtigsten Sache: Er – ist der Erste, Er – ist der Letzte, Er – ist Bestimmend.

Im Ergebnis ändert sich auch mein Ziel: ich möchte alles nach diesem Partner richten, alles für Ihn machen. Das System gilt – für Ihn, ich existiere – für Ihn, der Freund – handelt für Ihn.

So erreichen wir den Aufstieg auf die Stufe des vollständigen Gebens. Denn der Schöpfer ist eine Eigenschaft des Gebens, die wir untereinander erreichen werden!

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Bürgschaft“ „, 15.10.2010

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Nur der Schöpfer gibt die Seele

Eine Frage, die ich erhielt: Wie soll ich mich zu meiner Frau verhalten, um zwischen uns den Schöpfer empfinden zu können? 

Meine Antwort: Bemüht euch, dass alle eure Beziehungen nur auf die Enthüllung des Schöpfers zwischen euch gerichtet sind. Es garantiert den absoluten Frieden zu hause, und nützt jedem, sogar aus den rein egoistischen Interessen. 

Dies ist ein sehr wirksames Mittel, das den Menschen während des ganzen Lebens hilfsreich ausrichtet. Denn die Gruppe und die Freunden sind für ihn eher künstlich geschaffen, die ganze Menschheit – empfindet er noch entfernter, und das Universum – ist überhaupt fern von ihm. Seine Frau steht ihm am nächsten, wie es gesagt ist: „Die Frau des Menschen – ist wie sein Körper“. 

Und andererseits öffnest du plötzlich, dass du einen Partner hast! Dank dem Schöpfer empfindest du, dass es auf jede deine Bewegung – ihre Bewegung gibt. 

Unabhängig von der Handlung: sei sie im Verstand, im Herzen oder physisch – geschieht eine synchrone Bewegung, als ob der Schöpfer zwei abgesonderte Hälften, in allen ihren Details und Formen zusammenklebt. 

Wir müssen nur versuchen, zwischen uns den Schöpfer – die Kraft zu öffnen, die uns verbindet, und die wir als Folgerung des Zusammenlebens begreifen wollen. Und andernfalls wird dieses Leben zur tierischen Existenz. 

Wir wollen also zwischen uns die Kraft der Vereinigung – eine dritte Komponente offenbaren, die uns zu einem Ganzen ergänzen wird! 

Wenn Er uns verbinden wird, dann werden wir Ihn einschließen, und werden ein Ganzes sein, gerade deshalb, weil Er sich in unserem Inneren befindet und uns ausfüllt. 

Es heißt eben: „Der Mann und die Frau – und der Schöpfer zwischen ihnen“ – Er ist in allem anwesend, was zwischen uns existiert. Und es gibt nichts anderes – nur den Wunsch jeden Einzelnen, der auf den Anderen (auf den Partner) gerichtet ist. Es gleicht sich der Beziehung von Seir Anpin und Malchut: er ist komplett auf sie, und sie – auf ihn gerichtet. 

Der Schöpfer hat alle einzelnen Sfirot Malchut abgetrennt und hat daraus Chawa geschaffen – deshalb existiert auf der ganzen Höhe des geistigen Parzufs eine genaue Übereinstimmung zwischen S“A und Malchut, auf dem gleichen Niveau in der ewigen, konstanten Verschmelzung. 

Es gibt in einem keine solchen Eigenschaften, die es in anderem nicht gäbe. Man kann sie nur mithilfe des Lichtes AB-Sag miteinander verbinden, das den Einen auf das größere Geben und den Anderen auf das größere Erhalten ausrichtet.

Um sich zu verbinden, steigen die beiden in Bina hinauf, welche als Elokim, der Schöpfer bezeichnet wird, und Er gibt ihnen die Kraft für die Vereinigung und füllt sie dann aus.

Folglich füllen sie nicht einander aus, sondern ihre gemeinsamen Wünsche – und daraus wird „das Kind“ geboren, als die Folgerung der Vereinigung, als folgender geistige Parzuf, der neue Zustand.

Darüber ist es gesagt: „Der Vater (Aba) gibt das Weiße, die Mutter (Ima) gibt das Rote, und der Schöpfer – gibt die Seele“. Er befindet sich zwischen ihnen und füllt sie aus, gibt der Seele eine neue Stufe. 

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „die Liebe zum Schöpfer und zu den Geschöpfen“, 28.09.2010 

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Es gibt nichts Neues unter der Sonne …

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn alles vorprogrammiert ist, welche Teilnahme hat dann das Geschöpf in diesem Prozess? Es scheint so zu sein, dass es alles von oben bekommt, und dass alles vorbestimmt ist…

Meine Antwort: Natürlich! Wenn ich meinem Sohn die „Legosteine“ gebe, oder ihm eine Kindernahrung bringe, an der ein ganzes Unternehmen und Labore gearbeitet haben – war das alles nicht vorbereitet?

Alles ist im Voraus vorbereitet, aber das Kind wächst und wird später unabhängig. Es bemüht sich, erwachsen zu werden, weshalb es nun die eigene Persönlichkeit auf der vorbereiteten Grundlage entwickelt. Auf diese Weise erfolgt unsere Entwicklung eben. Deshalb können wir hier nichts Neues machen, wie auch gesagt ist: „Wir werden die Vorräte aufessen“. Alles geschieht aufgrund der Reshimot, die in uns vorprogrammiert sind.

Aber wir ziehen die Lichter heran, damit sie in uns diese Reshimot offenbaren, wir ziehen das umgebende Licht heran, um zu verstehen, was wir machen müssen, d.h. um die Klärungen durchführen. Wir nehmen als Partner an den Handlungen des Schöpfers teil. Deshalb heißt unsere Arbeit die Arbeit des Schöpfers.

Daraus lernen wir, wie man Ihm ähnlich sein kann, und vom Stadium des „Embryos“ – zur „Ernährung“ und zum „Erwachsenwerden“ übergeht.

Und auf der Etappe „der Rückkehr aus der Liebe“ begehen wir die Handlungen, welche der Schöpfer begeht. Aber was bedeutet es, „wie der Schöpfer zu sein“? Die Kräfte kommen von Ihm, und wir entscheiden nur, was wir mit ihnen  machen können.  Wenn wir die vollkommene Korrektur erreichen, (Gmar Tikun), dann werden wir alle Handlungen des Schöpfers enthüllen, wir werden als aktive Partner arbeiten, die den Erfolg anstreben.  Deshalb wird darüber gesagt, dass wir uns korrigieren. Mit jeder erfüllten Handlung korrigiere ich mich, das heißt ich stimme dem Schöpfer zu, ich wünsche mir etwas und verschmelze mit der Handlung des Schöpfers in meinem Herzen. Auf diese Weise erreichen wir die endgültige Korrektur.

Und danach, wenn ich dem Schöpfer ähnlich werde – existieren möglicherweise andere Handlungen, die ich unabhängig von der höheren Kraft, selbständig begehen werde.

Aber wir haben davon keine Ahnung. Denn über die weiteren Etappen erzählt die Wissenschaft der Kabbala nicht.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 15.07.2010