Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Offenbarung des Schöpfers'

Das Spiegelbild deiner Seele

Frage: Wie kann ich voller Freude arbeiten, wenn um mich herum so schreckliche Dinge geschehen? Und auch innerlich ist nicht alles in Ordnung. Kurz gesagt: Außen und innen herrscht Chaos.

Antwort: Freude ist das Ergebnis der Offenbarung des Schöpfers. Dass Er sich in einer so offensichtlichen und klaren Form offenbart, ist ein Zeichen dafür, dass der Schöpfer uns die Möglichkeit gibt, diesen Zustand zu korrigieren.

Wenn du diese Situation nicht mit dem Schöpfer in Verbindung bringst, kannst du dich natürlich nicht freuen. Du hast keinen Grund dazu. Doch sobald du diesen Zustand mit Ihm in Verbindung bringst, entstehen in dir zwei Arten von Freude: Du kannst dich freuen, da du weißt, dass man sich um dich kümmert, dass man dich nicht vergisst: „Das heißt, alles hat seinen Grund, und ich kann mich ein wenig entspannen, ausruhen. Es ist, als hätte ich meine Wunden mit etwas Lebensspendendem gesalbt, und es ist mir leichter geworden. Der Schöpfer existiert, und ich arbeite nicht umsonst.“

Aber das ist eine trügerische Freude. Indem du dich auf diese Weise freust, hast du lediglich dein Verlangen nach Empfangen versüßt (bestochen). Damit hast du keine nützliche Arbeit geleistet, du bist spirituell nicht vorangekommen.

Die zweite Art von Freude ist, wenn du durch diese Zustände den Schöpfer offenbaren, Kontakt mit Ihm herstellen und eine Korrektur vornehmen kannst.

Ich werde das näher erläutern: Der Zustand, den wir erfahren, sei er äußerlich oder innerlich, kommt von oben. Tatsächlich ist es nicht der Zustand selbst, der von oben kommt, sondern das Licht, das in mein Kli scheint.

Mein Kli, mein Verlangen nach empfangen ist mit Wunden und eitrigen Geschwüren übersät und das Licht leuchtet auf sie. Ich sehe all diese Wunden nur in ihrer äußeren Form, nur in ihrer äußeren Manifestation: die Feindseligkeit der Araber, Kriege, Krankheiten, Ungerechtigkeit. Ich spüre diese Wunden nicht in meiner Seele. Das höhere Licht, das auf sie leuchtet, zeigt mir, dass ich von innen her völlig verfault bin. Du kannst all diese äußeren Erscheinungsformen (Krankheiten, Leiden, Feinde) mit dem Schöpfer in Verbindung bringen, aber du musst erkennen, dass all dies ein Spiegelbild deiner Seele ist. All dies geschieht in deinem Inneren, in deiner Seele.

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Aus einem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, vom 23.06.2026.

 

Jeden Zustand mit dem Schöpfer verbinden

Frage: Der Mensch soll sich in jedem Zustand an den Schöpfer wenden. Aber es gibt doch verschiedene Zustände?

Antwort: Die Zustände, die der Schöpfer dem Menschen schickt, unterscheiden sich nicht voneinander. Sie sind alle sehr einfach und erzeugen ein einfaches Licht, das die gesamte Wirklichkeit erfüllt. Die Zustände erscheinen dir nur deshalb unterschiedlich, da das Licht ein „Kli“(Gefäß) geschaffen hat, das eine Vielzahl unterschiedlicher Eigenschaften besitzt

Unter dem Einfluss dieses einfachen Lichts und auf dem Weg zu einem einfachen Ziel scheint es dem Mensch, als würde er verschiedene Zustände durchlaufen: gute und schlechte Zustände, die in unterschiedlichen Formen auftreten, einander widersprechen und sowohl in ihrem Wesen als auch ihrer Bedeutung nach gegensätzlich sind. Doch das entspricht nicht der Wahrheit. Alle Zustände kommen mit nur einem einzigen Zweck und gemäß dem Plan des Schöpfers – um dem Geschöpf Genuss zu bereiten- und nur mit der einzigen Absicht: dich zur Quelle zurückzuführen.

Dass der Mensch all dies in unterschiedlicher Form wahrnimmt und den Zusammenhang zwischen den einzelnen Situationen nicht erkennen kann, obwohl er unter dem Einfluss des einfachen Lichts steht, bedeutet lediglich, dass er diesen inneren Punkt noch nicht erreicht hat. Im Menschen wurde noch kein innerer Auslöser betätigt, noch kein entscheidender Mechanismus aktiviert, durch den er in jedem Zustand nur noch das Eine erkennt. Im Gegenteil: Wenn man, jeden Zustand zu analisieren beginnt und bis ins Einzelne untersucht, wie er entsteht und was er bewirkt, entfernt man sich nur von der richtigen Handlung. Die richtige Handlung besteht darin, in jedem Zustand den Schöpfer zu sehen, der Sich dem Menschen offenbart und ihn an Sich erinnert, wie gesagt wurde: „Sie kommen und segnen dich. “Man sollte sich nicht übermäßig in einen Zustand vertiefen. Es genügt zu erkennen, dass er vom Schöpfer gesandt wurde. Hat man diese Erkenntnis erlangt, ist das ausreichend. Man soll nicht nach den kleinen Einzelheiten graben, denn dadurch versinkt man nur tiefer im Sumpf des Egoismus. Es genügt, dass der Mensch eine Verbindung mit dem Schöpfer hat. Dabei ist es nicht wichtig, wie man diese Verbindung im Augenblick empfindet – ob in einer positiven oder in einer negativen Form.

Um einen bestimmten Zustand abzuschließen, muss man ihn mit dem Schöpfer verbinden. Wenn man alles komplizierter macht, werden alle weiteren Handlungen lediglich künstlich sein und keinen spirituellen Nutzen bringen. Der nächste Zustand kann seinem Wesen nach tiefer, qualitativ feiner und reichhaltiger an Klärungen sein. Doch sobald der innere Auslöser aktiviert wird und man diesen neuen Zustand mit dem Schöpfer verbindet und aus diesem Zustand heraus um die Vereinigung mit Ihm bittet, geschieht dies bereits auf einer höheren Stufe.

Das bedeutet: Der Mensch kann nur in dem Maß tiefer in einen Zustand eindringen, wie der Schöpfer ihn offenbart und beleuchtet. Darüber kann er selbst nicht entscheiden. Man kann nicht sagen: „Jetzt werde ich bewusst in diesen Zustand eintauchen, in die linke Linie.“ Auf diese Weise verliert der Mensch den richtigen Kontakt zum Schöpfer. Das ist bereits die Klipa (unreine Kraft), die sagt: „Nein, du musst leiden, tiefer in deinen Egoismus eindringen und erkennen, wie schlecht du bist.“

Keinesfalls. Das Böse wird nur deshalb offenbart, damit der Mensch sich an den Schöpfer wendet. Das kann er sofort und ohne Verzögerung tun.

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Aus einer Lektion über einen Artikel von Rabash, 23.06.2026

Vom Mittel – zur Ursache

Frage: Was ist die Hilfe des Schöpfers?

Antwort: Wenn ein Mensch versucht, Liebe und Einheit anstelle von Hass und Ablehnung zu erreichen, wird er feststellen, dass dies aus eigener Kraft unmöglich ist. Gute Absichten führen jedes Mal zum Gegenteil.

Anfangs wird der Mensch bei seinen erfolglosen Bemühungen das Gefühl haben, dass dies wegen ihm geschieht. Später werden ihm dieselben Anstrengungen zeigen, dass die Ursache in einer äußeren Kraft liegt.

Mit der Zeit und durch immer neue Eindrücke wird er dann feststellen, dass es sich nicht um irgendeine fremde Kraft handelt, sondern um die Höhere Kraft, die ihn auf diese Weise lenkt und durch verschiedene Lebenssituationen eine negative Haltung gegenüber anderen in ihm hervorruft.

Dadurch beginnt der Mensch, den Schöpfer als Ursache sowohl der negativen als auch der positiven Zustände wahrzunehmen. Es erkennt, dass nur der Schöpfer die Fähigkeit besitzt, die Gegensätze miteinander zu verbinden. Ohne die Hilfe des Höheren Lichts kann der Mensch die beiden entgegengesetzten Eigenschaften nicht in sich verbinden. Doch auch dies ist nur eine Zwischenstufe. Anfangs sucht der Mensch die Korrektur, um sich besser zu fühlen und seine inneren Zustände in Ordnung zu bringen. Bis dahin war ihm seine schlechte Einstellung gegenüber den Mitmenschen unangenehm.  Später verändert sich seine Absicht: Er möchte alle Zustände, selbst die unangenehmen und widersprüchlichen, als Mittel nutzen, um eine Anhaftung (Dwekut) an den Schöpfer zu erlangen. Die Vereinigung der Gegensätze soll nicht zu seinem persönlichen Wohl erfolgen, sondern zur Offenbarung des Schöpfers. So steigt der Mensch Stufe für Stufe die spirituelle Leiter empor. Zunächst bemüht er sich, seine Kelim (Gefäße, Verlangen) zu korrigieren. Später nutzt er die korrigierten Kelim, um eine richtige Beziehung zum Schöpfer aufzubauen. Schritt für Schritt wandelt sich seine Sichtweise: vom Mittel zur Ursache, von der Korrektur des Verlangen zur Erkenntnis des Zwecks der Korrektur.

Denn das Ziel besteht nicht darin, die Fülle im eigenen Kli zu genießen, sondern durch die Arbeit die höhere Wurzel zu erreichen. Dann verändert sich die Einstellung: Hinter der Verbindung von Bina und Malchut entdeckt man Keter, die Spitze des Buchstabens Jod (י), mit der der Buchstabe Alef (א) beginnt – ein Symbol unserer Arbeit und unseres Aufstiegs auf der Diagonalen. 

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Aus einem Unterricht zu einem Artikel von Rabash

 

Die Formel des Universums: „Ich bin der Schöpfer!“

Kommentar: Und der Schöpfer sprach zu Mosche und sagte: „Ich bin der Schöpfer“…
(Bereschit, Kapitel 6)

Im Kern ist dies das grundlegendste Prinzip überhaupt. Denn die Wissenschaft der Kabbala ist ihrem Wesen nach genau für dieses erhabene Ziel bestimmt – die Offenbarung des Schöpfers gegenüber den Geschöpfen in dieser Welt. Mit anderen Worten: Sie ist eine Methode zur Enthüllung des Schöpfers – der höchsten, einzigen Kraft, die in der Natur existiert, der eigentlichen Urkraft der Wirklichkeit.

So wie Einstein in der Physik einst davon träumte, eine universelle Formel des gesamten Weltalls zu entdecken, da er spürte, dass alles von einer einzigen Kraft, einer einzigen Formel, einer Ursache und einem Ziel gelenkt wird. Und er strebte danach, diese Formel, diese Kraft zu enthüllen.

Genau diese einzige Kraft offenbart die Wissenschaft der Kabbala. Doch sie tut dies nicht innerhalb der Grenzen dieser Welt, denn ohne über sie hinauszublicken, ist es unmöglich, diese Kraft vollständig zu erkennen. Diese Welt ist lediglich eine Welt der Wirkungen; alles, was in ihr existiert, steigt aus der höheren Welt herab. Die Wissenschaft der Kabbala enthüllt die Formel, die einzige Kraft, von der gesagt wird: „Es gibt niemanden außer Ihm“ – die grundlegende Kraft der Natur.

Diese Kraft wird „der Schöpfer“ genannt, Elokim, Kadosch Baruch Hu, Se’ir Anpin der Welt Azilut. Sie besitzt viele Namen, die wir ihr entsprechend unserem jeweiligen Erkenntnisgrad geben. So sprechen wir von den „zehn unauslöschlichen Namen des Schöpfers“ – Bezeichnungen für ein und dieselbe Kraft, die sich uns in neun grundlegenden Erscheinungsformen zeigt, den sogenannten „ersten neun Sefirot“ (Tet Rischonot). Wahrgenommen, empfunden und enthüllt werden sie durch die zehnte Sefira, Malchut, im Maße ihrer Übereinstimmung mit den ersten neun Sefirot.

Daher besteht das zentrale „Gebot“ darin, diese Formel zu offenbaren:„Ich bin der Schöpfer!“ Das bedeutet, den Schöpfer zu empfinden – durch unsere Angleichung an Ihn. Auf diese Weise erreicht das Geschöpf Gleichwertigkeit und Verschmelzung mit dem Schöpfer, erhebt sich auf Seine Stufe und verwirklicht den Zweck seiner Erschaffung. Dadurch bringen wir die gesamte Natur ins Gleichgewicht und in Harmonie und bereiten dem Schöpfer Freude.

Jedes Mal, wenn wir einen Schritt in Richtung spiritueller Erkenntnis machen, müssen wir verstehen, dass wir uns bewegen, um den Schöpfer zu erkennen – die Kraft des Gebens und der Liebe, die sich uns in dieser Form zeigt. All unsere Handlungen müssen in eine Richtung ausgerichtet sein – auf die Offenbarung des Schöpfers den Geschöpfen in dieser Welt.

Und auch wenn sich in uns viele unterschiedliche Gedanken, Absichten, Berechnungen und Vorstellungen vom Spirituellen abwechseln mögen, so müssen letztlich jede Absicht, jede Handlung und jeder Gedanke auf ein einziges Ziel hinauslaufen – die Offenbarung dieser allgemeinen Formel des Weltalls: „Ich bin der Schöpfer!“, die einzige Kraft, außer der es nichts gibt.

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Aus einer Lektion zum Artikel von Rabash

 

Zeichne in dir ein Bild des Schöpfers

Frage: Wenn wir den Schöpfer nicht spüren, wie können wir dann Seine Eigenschaften erlangen und Ihm ähnlich werden?

Antwort: Der Mensch empfindet nichts außerhalb seiner selbst, außerhalb seines eigenen Körpers – sei es nun der Schöpfer, ein Freund oder die Gruppe. Deshalb müssen wir zunächst an unserer Fähigkeit arbeiten, dem Nächsten zu geben, um ihn zu lieben wie uns selbst. Wenn man es schafft dem Nächsten zu geben wird man auch in der Lage sein, dem Schöpfer zu geben.

Wenn man jedoch bereit ist, nur für den Schöpfer zu arbeiten, nicht aber für seinen Nächsten, ist das ein Zeichen dafür, dass man nicht wirklich bereit ist, für den Schöpfer zu arbeiten. Denn man führt noch keine selbstständige Berechnung „außerhalb seines eigenen Interesses“ durch – man bleibt in sich selbst und möchte das Ergebnis seiner Arbeit, die Belohnung, empfangen.

Das heißt: Die gesamte Arbeit bezieht sich nur auf die Gruppe, in der wir den Ort für die Offenbarung des Schöpfers schaffen.

Wir empfangen kein Licht von außen – wir füllen uns mit unserer eigenen Hingabe! Der Mensch „erzeugt“ diese Eigenschaft in sich, mithilfe der Kraft, die zu ihm kommt und ihm die Möglichkeit verleiht, im Geben zu sein. Gerade in dieser Hingabe empfindet man die Kraft des Schöpfers, die sich in einem kleidet. Das bildet die wahre Erfüllung.

Niemals werden wir etwas „außerhalb von uns“ enthüllen – selbst wenn gesagt wird, dass wir „aus uns heraustreten“ und uns mit anderen verbinden. All das findet in unserer Wahrnehmung statt: es erscheint uns lediglich so, als würden wir uns über uns selbst erheben.

Es heißt, dass Malchut der Welt Azilut „das Bild des Schöpfers“ genannt wird.

Es heißt ebenfalls, dass wir dem Schöpfer Freude bereiten sollen – durch alle Zustände, die wir von Ihm erhalten. Doch was bedeutet es, Zustände von Ihm zu empfangen, wenn sie doch von dem in uns erwachten Verlangen abhängen. Sind sie größer oder kleiner, je nachdem, wie wir unser egoistisches Verlangen überwinden und korrigieren? Wie hängt dies mit dem Schöpfer zusammen, der sich niemals verändert?

Was kann der Mensch Ihm überhaupt geben? Es gibt niemanden, dem wir etwas geben könnten, niemanden, der unsere Arbeit empfängt.

Letztlich enthüllen wir, dass wir einzig unsere Eigenschaften korrigieren und niemals aus ihnen heraustreten. Die Eigenschaft des Gebens ist eine reine, makellose Eigenschaft – man kann nicht „für ihren Vorteil“ arbeiten. Man kann sie nur als besondere, erhabene Eigenschaft wertschätzen, entsprechend der eigenen ehrfürchtigen Haltung gegenüber dem Licht und dem Nächsten, die uns das Gefühl der Größe von Hingabe und Liebe vermitteln.

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Aus einem Unterricht zum Artikel aus dem Buch “Shamati“




Die Ziele sind unterschiedlich, die Richtung ist dieselbe

Baal HaSulam, „Das Wesen der Wissenschaft Kabbala“: Diese Weisheit stellt nicht mehr und nicht weniger als eine Ordnung des Abstiegs der Wurzeln dar, die von der Verbindung zwischen Ursache und Wirkung (kausal) bedingt ist, und die ständigen und absoluten Gesetzen unterworfen ist, welche untereinander im Zusammenhang stehen und auf ein erhabenes, doch sehr verborgenes Ziel ausgerichtet sind, welches „die Offenbarung der Göttlichkeit des Schöpfers an Seine Geschöpfe in dieser Welt“ genannt wird.

Alles andere, was wir mit Hilfe der Wissenschaft der Kabbala erreichen möchten, hat damit nichts zu tun. Es ist so, als würde man ein Physik Lehrbuch zur Hand nehmen, in der Hoffnung, Medizin zu studieren oder Chemieunterricht besuchen, um Politikwissenschaft zu lernen. Hier ist es genauso: Die Wissenschaft der Kabbala dient nur dazu, die Offenbarung des Schöpfers zu erreichen – und das war’s. Wenn du das willst, wird dir die Kabbala als Mittel dazu dienen. Wenn du diesen Wunsch nicht hast, dann beschäftige dich mit dem, was dir gefällt.

Solange in den Menschen gemäß der Ordnung der Evolution kein Wunsch nach der Offenbarung des Schöpfers erwacht war, wurde die Wissenschaft der Kabbala nicht offenbart, um sie nicht zu verwirren. Heute jedoch, da dieser Wunsch insgesamt zu Tage tritt und eine Antwort verlangt, sagen die Kabbalisten, dass die Zeit gekommen ist und die Wissenschaft der Kabbala der Welt als Mittel, als Lösung offenbart werden muss.

Wenn du in der Kabbala nach Wundern, Rezepten für Erfolg im Leben, Möglichkeiten, die Welt zu verändern, Mysterien von Weihwasser und roten Fäden oder irgendwelchen Garantien suchst, wird sie dir nicht helfen. Es ist schade, Zeit zu verschwenden, wende dich lieber an Wahrsager oder Psychologen. Die wahre Wissenschaft der Kabbala, und nicht die Mystik, die unter ihrem Namen verkauft wird, ist nichts anderes als die Offenbarung des Schöpfers gegenüber seiner Schöpfung.

Baal HaSulam erklärt dies mit einfachen Worten. Wenn du den entsprechenden Wunsch hast – bitte sehr. Dann solltest du die Kabbalisten fragen: „Wie kann ich die Wissenschaft der Kabbala nutzen, um den Schöpfer zu offenbaren?“ Und sie werden antworten, dass es eine Bedingung gibt: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Man muss eine Gruppe organisieren und in ihr diese Bedingung durch Lernen und gegenseitige Arbeit gegen den eigenen Egoismus umsetzen, um sich über ihn zu erheben und das Ziel zu erreichen.

Zunächst muss man jedoch für sich selbst klären, ob das eigene Lebensziel mit dem Ziel der Kabbala übereinstimmt. Dies muss den Menschen klar und deutlich erklärt werden, ohne Raum für Missverständnisse zu lassen. Selbstverständlich überprüft jeder sich selbst, und die Türen stehen allen offen. Aber wenn dieser Wunsch in einem Menschen noch nicht gereift ist, wenn er noch nicht bereit ist, den Schöpfer zu entdecken, darf man ihn nicht mit Gewalt hineinziehen.

Unser Ansatz muss streng und eindeutig sein: Wir behandeln alle mit Respekt und betrachten diejenigen als Freunde, die den Wunsch haben, sich dem Schöpfer zuzuwenden. Wenn du diesen Wunsch nicht hast, ist die Kabbala nichts für dich – genieße diese Welt.

Heute ist eine neue Ära angebrochen: Vor dem Hintergrund der Krise und Hilflosigkeit beginnt die ganze Welt zu erkennen, dass sie die Höhere Kraft, den Schöpfer, offenbaren muss, da sie sonst nicht überleben und nicht existieren kann. Dies ist bereits eine andere Situation, in der wir allen nach und nach von der Umsetzung der Methode erzählen müssen. Deshalb beginnen wir, den Menschen die Prinzipien der gegenseitigen Bürgschaft beizubringen und zeigen ihnen, dass man mit Hilfe der Vereinigung und der Nächstenliebe von Krisen und Problemen zu einem glücklichen Leben gelangen kann.

Vor einem breiten Publikum erwähnen wir die Offenbarung des Schöpfers nicht, sondern setzen uns ein gutes Leben in unserer Welt zum Ziel. Damit gehen wir jedoch bereits einen gemeinsamen Weg: Auf unserer Seite ist dies das Prinzip der Einheit Israels, der Tora und des Schöpfers, und die anderen begleiten uns, weil sie ihr Leben hier in Ordnung bringen wollen. Letztendlich werden dank gegenseitiger Unterstützung alle mit der Höheren Kraft verbunden sein und sie offenbaren.

Auf diese Weise haben wir heute einen gemeinsamen Kurs mit der gesamten Menschheit. Das Problem ist nur, dass die Massen vor sich die Rettung aus der Krise und materiellen Wohlstand sehen, während wir vor uns die Offenbarung des Schöpfers sehen. Der Unterschied liegt im Ziel, aber die Richtung ist dieselbe.

Deshalb offenbart sich die Wissenschaft der Kabbala einem Prozent der Menschheit, während die Methode der Bürgschaft den restlichen neunundneunzig Prozent offenbart wird. Gegenseitige Bürgschaft ist dasselbe wie die Wissenschaft der Kabbala, nur ohne die Details und Kräfte zu präzisieren, die uns antreiben. Wie uns die Kabbalisten lehren, sollten Menschen, die dafür noch nicht reif sind, das bekommen, was für sie geeignet ist.

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Aus der Lektion zum Artikel „Das Wesen der Wissenschaft der Kabbala“

Exil – ein Aufruf zur Befreiung

Wie können wir aus unserem Zustand, in dem wir von der höheren spirituellen Welt, der wahren Realität getrennt sind, herauskommen? Wir leben in einer Art Kapsel, gefangen in unserem egoistischen Verlangen, unfähig, etwas anderes zu sehen als unsere eigenen Bedürfnisse – ähnlich einem Wurm, der in einem faulen Apfel lebt.

Doch jeder Zustand, der weniger ist als die vollständige Offenbarung des Schöpfers, der die gesamte Realität durchdringt, wird uns gegeben, damit wir die Möglichkeit erhalten, zu wachsen und zur Stufe der vollständigen Offenbarung der Höheren Kraft in uns und um uns herum aufzusteigen.

Deshalb ist Exil ein Aufruf zur Befreiung. Der Schöpfer gibt uns absichtlich solche Zustände, in denen wir nichts Gutes empfinden, sondern sie als dunkel, unangenehm, unverständlich und verworren, also negativ erleben. Und all dies geschieht, um uns voranzubringen, denn sonst würden wir uns nicht bewegen.

Denn wir befinden uns auf der tierischen Stufe, und solange sich das Tier in uns wohlfühlt, hat es kein Verlangen nach mehr. Es ist nicht in der Lage, über seine eigenen Grenzen hinaus zu wünschen; die ganze Welt dreht sich um Bedürfnisse wie Nahrung, Sexualität, Familie, Geld, Ehre und Wissen. Diese Wünsche gehören zur tierischen Existenz. Auf der menschlichen Stufe jedoch sehnen wir uns danach, dem Schöpfer ähnlich zu werden.

Daher müssen wir die Kraft aufbringen, über die tierische Ebene hinauszuwachsen. Wenn der Mensch den bitteren Geschmack des Exils in seiner spirituellen Arbeit verspürt – das Gefühl, von dem Schöpfer getrennt zu sein und Ihn offenbaren zu wollen, aber nicht in der Lage zu sein, dies zu tun – dann entsteht der Wunsch, aus diesem Exil herauszukommen. In diesem Moment ist es wichtig zu glauben, dass die Shechina, das heißt der Schöpfer, immer bei ihm ist, egal wo er sich befindet.

Die Shechina lässt uns den Geschmack des Exils empfinden. Wenn der Mensch das Gefühl hat, im Abstieg und vom Schöpfer entfernt zu sein, ist es so als würde der Schöpfer zu ihm sagen: „Sieh, wo du bist! Du kannst dich Mir nähern.“ Der Schöpfer gibt den Geschmack des Exils gerade denjenigen, die Er näherbringen möchte.

Deshalb darf man das Gefühl des Exils nicht mit Verachtung betrachten und nicht auf den Schöpfer wütend sein wegen solcher Zustände. Ganz im Gegenteil, man sollte dem Schöpfer danken, dass Er uns gerade jetzt erweckt, indem Er uns zeigt, welche Distanz uns von Ihm trennt.

Es ist notwendig, das Exil vor der Befreiung zu schmecken. Bevor der Schöpfer offenbart wird, muss das Gefühl Seiner Abwesenheit vorhanden sein. In jedem Moment unseres Lebens sollten wir darauf ausgerichtet sein, die höhere Kraft zu suchen: „Wo ist der Schöpfer in der Verhüllung, die ich gerade empfinde? Wo kann Er sich in meinem Leben und in meiner Welt offenbaren?“ Denn der Schöpfer ist nahe, jedoch vor uns verborgen.

Es stellt sich heraus, dass es keine Auf- und Abstiege gibt, sondern all das ist ein Spiel des Schöpfers. So verfahren wir mit Kleinkindern, wenn wir ihnen das Laufen beibringen: Wir stellen sie auf den Boden und weichen einen Schritt zurück. Und das Kind weint vor Angst, bis es einen Schritt nach vorne macht. Doch dann weichen wir wieder zurück, und es weint noch mehr. Denn es scheint ihm, als würde es gleich in unsere Arme fallen, während wir uns immer weiter entfernen. Und es denkt, wir wären grausam und hätten es verlassen.

So bringen wir dem Kind bei, seine ersten Schritte zu machen, bis es schließlich lernt zu laufen und fröhlich auf uns zuläuft. Dasselbe geschieht bei uns und dem Schöpfer, gemäß demselben Prinzip.

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Aus der Lektion “Der Shechina folgen”

 

Wir waren wie in einem Traum

Die Wahrheit ist, dass der Schöpfer das gesamte Universum ausfüllt. Die Wahrheit (Emet) besteht aus den Buchstaben Alef-Mem-Tav, also aus den drei Kräften, die in der Schöpfung existieren. „Alef“ ist der erste Buchstabe des Alphabets, Keter, der Schöpfer. „Tav“ ist der letzte Buchstabe des Alphabets, Malchut. Und „Mem“ ist in der Mitte, Bina, und verbindet Keter und Malchut.

Es ist notwendig zu erkennen, dass die Wahrheit nicht so ist, wie sie uns nach unserer Meinung und unserem Gefühl erscheint. Wie es heißt: „Sie haben Augen, aber sehen nicht; sie haben Ohren, aber hören nicht. Das heißt, wir fühlen nicht, wo wir sind, wie die Blinden und Tauben, wir fühlen die wahre Welt nicht und dringen durch Tasten in sie ein.

Aber genau hier liegt die Lösung. Der Schöpfer hat diese Verhüllung absichtlich geschaffen, damit wir die Vollkommenheit erreichen können, nämlich von der Verhüllung zur Enthüllung, vom Wissen zum Glauben über dem Wissen, von Malchut zu Bina, vom Empfangen zum Geben.

Der Mensch glaubt, dass er die äußere Welt erlebt, aber in Wirklichkeit ist er in sich selbst gefangen und fühlt von innen heraus. Die gesamte Realität existiert in uns. Das ganze Universum, die Galaxien, die Sterne, die Planeten und die Erde mit allem, was sich darauf befindet, ist alles „ich“.

Es ist, als hätte ich das Bewusstsein verloren oder würde schlafen und träumen. Manchmal träume ich, dass ich irgendwohin gehe und etwas tue, als wäre es real. Aber dann wache ich auf und sehe, dass die wahre Realität überhaupt nicht mit meinen Träumen übereinstimmt.

Und das Gleiche passiert mit uns, wenn wir uns dem Spirituellen öffnen. Auch wir verstehen, dass wir in einem Traum waren, aber jetzt sind wir aufgewacht und sehen die wahre Realität.

Glaube über dem Verstand bedeutet zu erkennen, dass die Wirklichkeit nicht so ist, wie ich sie mir jetzt vorstelle. In Wirklichkeit bin ich im Inneren des Schöpfers, der höheren Kraft, die mich kontrolliert. Und die riesige Welt vor mir ist in mir, und ich muss die Kraft des Schöpfers anziehen, um meine Welt zu erfüllen und alles in Ordnung zu bringen.

Man sollte alles tun, um den Schöpfer zu offenbaren, der das ganze Universum erfüllt. Und das ist nur durch den Zehner möglich, indem man in den Freunden verschwindet und sich in ihnen auflöst, sie so sehr in sich aufnimmt, dass man spürt, dass hinter all den Freunden der Schöpfer steht und darauf wartet, dass man ihn offenbart.

So beginne ich, das Licht des Glaubens zu begreifen, das heißt, das Gefühl des Schöpfers. Dies nennt man Glauben über dem Verstand. Das Wissen war meine frühere Wahrnehmung der Realität, so wie die Augen sahen und die Ohren hörten. Doch jetzt beginne ich, die Wirklichkeit jenseits der physischen Wahrnehmung zu spüren, und durch meine Freunde gelange ich zur Enthüllung des Schöpfers, der mein spirituelles Kli, die zehn Sefirot meiner Seele, erfüllt.

So kommt man zur ersten spirituellen Offenbarung und von dort aus schreitet man immer weiter voran.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Glaube ist höher als Wissen“

Warum ist Jom Kippur wichtig?

Zum ersten Mal in der Geschichte zeigt uns die Welt, wie sehr sie ein einziges Ganzes ist – dass alle Menschen untrennbar miteinander verbunden sind und daher keine andere Wahl haben, als füreinander zu sorgen. Wir sehen in unserem Alltag täglich unsere gegenseitige Abhängigkeit. Daher ist Jom Kippur, der Versöhnungstag, eine Zeit der Abrechnung wie keine andere. 

Durch Kriege, Klimawandel oder Pandemie sehen wir jetzt mit vollkommener Klarheit, dass alles, was wir tun, ob gut oder schlecht, sich auf alle auswirkt, so dass wir unsere Gedanken und Taten sorgfältig prüfen müssen.

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Den Schöpfer erfreuen

Frage: Freude ist eine der positivsten Emotionen, die wir ausdrücken können. Es ist Freude ein Sandwiche zu essen, die Freundschaft mit Kameraden, der Gewinn einer Medaille bei der Olympiade usw. Worüber freut sich ein Kabbalist?

Antwort: Der Kabbalist empfindet Freude, wenn er die Ähnlichkeit mit dem Schöpfer erreichen kann. Dies kann er durch Ausübung von guten Einflüssen auf Menschen und gute Handlungen ausführen.

Gewöhnlich geschieht es so: Je mehr Menschen sich miteinander verbinden, desto größer ist ihre Chance, das höhere Licht, die höhere Wahrnehmung, die Offenbarung des Schöpfers in der Verbindung miteinander zu empfangen. Dann entsteht Freude in ihnen, da sie in ihrer Verbundenheit den Schöpfer empfinden und dabei das Vergnügen und die Freude von Ihm spüren.

Das heißt, die Freude des Kabbalisten kommt davon, den Schöpfer Freude zu bereiten.

Mit „Schöpfer“ ist die höchste positive Kraft der Natur gemeint, die im Prinzip nichts von uns braucht. Nur wir, die wir es auf diese Weise erleben, freuen uns darüber. Es geht darum, dass wir uns verbinden, um dieser Kraft zu erlauben, uns zu erfüllen.

Aus dem Fernsehprogramm „ Spirituelle Zustände“, 03.04.2019

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