Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Natur'

Damit wir erhört werden…

Wir wissen, dass keine Anstrengungen und keine Schreie von uns an sich helfen werden. Sie sind mit dem Schreien eines Säuglings zu vergleichen – es muss Einen geben, der ihn erhört – die Mutter, Bina oder der Schöpfer.

Der Schrei kann nur erhört werden, wenn er korrekt, d.h. auf das wahre Ziel gerichtet ist – auf die Vereinigung, auf das Erhalten der Kraft des Gebens. Darum müssen wir uns verbinden, um zwischen uns eben das Verlangen zu geben zu erschaffen und dann gemeinsam zum Schöpfer zu schreien.

Und darum lesen wir gemeinsam das Buch Sohar und wollen uns miteinander verbinden, auch wenn das über das Internet, das Fernsehen und alle möglichen Kommunikationsmittel geschieht.

Und es ist unwichtig, dass unsere Verbindung erst einmal egoistischer Natur ist, denn jeder von uns wird vom Verlangen für sich selbst (lo liShma) bewegt. Wir sind bereit, uns zu verbinden, wollen aber alle daran verdienen. So ist unsere Natur, und es macht keinen Sinn, uns selbst zu belügen.

Wir sind Egoisten, und jeder von uns versteht, dass er sich mit den Anderen verbindet, um irgendeinen Nutzen davon zu tragen, sonst könnte niemand von uns auch nur die kleinste Handlung vollziehen, er hätte keine Energie, sich mit den Anderen zu verbinden.

Doch diese physische Verbindung, Versammlung an einem Ort oder virtuell zur gleichen Zeit in einem Gedanken ist die einzige uns erlaubte Handlung. Denn noch können wir nur physische Handlungen ausführen – so werden Handlungen genannt, die in unserem Egoismus vollzogen werden.

Doch außer dieser Handlung benötigen wir, dass das höhere Licht, das zur Quelle zurückführt – das umgebende Licht (O“M) – auf unsere egoistische Verbindung einwirkt.

Dieses Licht nennt sich das umgebende Licht (Or Makif), weil es aus der Ferne, aus unserem nächsten Zustand scheint – aus den korrigierten Verlangen/Kelim, in den Verlangen „liShma“ – mit der Absicht zu geben.

Doch wenn wir uns sehr große Mühe geben, danach zu streben, können wir seine Einwirkung auf uns hervorrufen, denn wir befinden uns in der Welt der physikalischen Gesetze der Natur (des Schöpfers). Durch das Lesen des Buches Sohar ziehen wir das Licht an uns heran, weil wir uns unbewusst an unsere nächste Stufe anschließen.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 07.11.2010

Der Schöpfer und Israel im Exil

Ich habe euch mit dem Exil bestraft, doch wenn ihr sagt, dass Ich euch verlassen habe, so bin ich doch bei euch“ (Der Sohar, Abschnitt „BeChukotai“, 49).

Obwohl wir von den Handlungen „nicht der Belohnung wegen“ sprechen, kann es in Wirklichkeit eine solche Handlung in der Natur nicht geben.

Wir brauchen immer eine Belohnung als Energie für die Handlung. Denn nur Verrückte und kleine Kinder handeln ziellos.

Doch unser Ziel ist, die Enthüllung zu erlangen, den wahren Zustand zu sehen, dessen Gründe zu verstehen, unseren eigenen Platz zu erkennen. Wir brauchen die Wahrheit im vollen Umfang, hier und in allen Welten.

Die Enthüllung dieser Wahrheit ist die Enthüllung des Schöpfers. Das ist unsere Belohnung. So wird auch das Wesen der Wissenschaft der Kabbala bestimmt: die Enthüllung des Schöpfers der Schöpfung in dieser Welt.

Wir streben nach der größten Belohnung, doch erlangen sie nicht in Form einer egoistischen Erfüllung, sondern in unserem Bestreben von der Lüge zur Wahrheit.

Mein gesamtes Leben kann mir als reich und bis zum Erbrechen süß vorkommen. Doch zugleich empfinde ich eine Leere, weil es keine Wahrheit darin gibt. Und dann wechsle ich das Ziel: anstelle der direkten Erfüllung durch die Süße möchte ich die Fülle der Wahrheit erlangen.

Es ist nicht leicht, dies zu erreichen. Auf Hebräisch besteht das Wort Wahrheit aus drei Buchstaben: אמת. Alef ist der erste Buchstabe des Alphabets, Mem bedeutet Bina, die Eigenschaft des Gebens, Taw ist der letzte Buchstabe des Alphabets.

Mit anderen Worten, müssen alle meine Eigenschaften sich um Bina, die Absicht um des Gebens willen, versammeln – dann werde ich begreifen, was das ist, also den Schöpfer enthüllen.

Die Wahrheit ist ein Kriterium für mein Exil. Wenn ich sehe, dass ich mich im Exil in Bezug auf die Wahrheit befinde, bedeutet das, dass ich mich im Exil in Bezug auf den Schöpfer befinde.

Denn in dem erwünschten Endzustand sind wir miteinander verbunden, verschmolzen, zusammengeschweißt in einem gemeinsamen, vollkommenen, ununterbrochenen Siwug. Das bedeutet also, dass wir beide uns im Moment in einem unerwünschten Zustand befinden – anders gesagt, sowohl ich als auch Er befinden uns im Exil.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 03.11.2010

„Raus aus dem Sumpf“

Täusche dein Ego, sonst täuscht es dich

„Die Wüste“, in die ich aus der egoistischen Sklaverei ausziehe, ist die Gruppe. Denn mich im gegenseitigen Geben zu befinden und dadurch zu genießen, dass ich an alle gebe, bedeutet für mich eine wahre „Wüste“, das „Brot der Armut“ (ungesäuertes Brot, Matze).

Wenn ich einen egoistischen Genuss vom Geben empfangen könnte, würde ich mit Freuden um des Empfangens willen geben! Doch geben „um des Gebens willen“, ohne jeglichen Eigennutz kann ich nicht.

Ich bin zu einer solchen Handlung nicht fähig, ich kann „mit der Energie des Gebens“ keinen Finger rühren. Ich erhalte davon keinen Antrieb. Kann etwa ein Motor ohne Treibstoff, ohne Strom laufen?!

Das egoistische Empfangen spendet eine gewaltige Energie aller Arten: Kalorien, Joule, Watt. Und das Geben bringt nichts! Ich bewege meinen Arm um des Empfangens willen, doch sobald ich festgestellt habe, dass es das Geben ist, erstarre ich und kann mich nicht mehr bewegen.

In dem Moment, in dem ich mitten in einer Handlung erkenne, dass sie um des Gebens willen vollzogen wird, erstarre ich… und kann nichts mehr tun. Man kann mich anschreien: „Na mach schon, es ist nicht mehr viel geblieben!“ – doch ich habe keine Kraft dafür.

Deshalb sind wir nicht in der Lage, aus unserem Ägypten heraus die Schönheit der spirituellen Welt zu erkennen und sie zu wollen. Nur die Gruppe kann uns einreden, wie wichtig die Spiritualität ist, sie täuscht unser Ego, indem sie ihm versichert, dass es ihm in der Spiritualität besser gehen wird.

Und weil wir alle innerlich verbunden sind und einander beeinflussen, nehme ich diese Täuschung an – genauso wie ich früher von den Genüssen dieser Welt durch mein Stolz, meine Genusssucht und meinen Ehrgeiz getäuscht wurde.

Und plötzlich fange ich an, mich nach der Spiritualität so sehr zu sehnen, dass ich bereit bin, auf alle egoistischen Anschaffungen, „die blühenden Städte Pitom und Ramses“, Töpfe voller Fisch und Fleisch zu verzichten und in die Wüste mit einem Sack Mehl im Rücken zu fliehen.

Darum besteht unsere ganze Arbeit darin, einander einzureden, dass die spirituelle Welt das Beste ist, was es geben könnte! Obwohl sie in Bezug auf unsere heutigen egoistischen Verlangen eine absolute Wüste und ein einfaches Brot ist.

Deshalb sollte man nicht an den Abstiegen verzweifeln, denn das ist der wahre Zustand, der auch zum ersten Durchbruch werden soll! Einerseits schätze ich die Situation real ein und verstehe, dass ich nicht geben will, dass ich es hasse und nicht akzeptiere.

Doch zugleich ist es dermaßen wichtig, dass ich es unbedingt erreichen will und das Leben ohne Spiritualität für schlimmer als den Tod halte! Eine solche Einstellung redet uns die Gesellschaft ein.

Aus dem Unterricht nüber den Artikel „Hier ist Jehuda“ vom 31.10.2010

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Die einzige Handlung die in der Natur existiert

Die gegenseitige Durchdringung ist die einzige Handlung, die in der Natur existiert.

In unserer Welt ist alles auf die gegenseitige Durchdringung begründet: Absorbtion und Aufsaugungsvorgänge, Ausscheidung, verschiedene chemische Reaktionen, die in unserem Organismus stattfinden, Anziehung oder Abstoßung von Körpern, ihr Verhalten in einem magnetischen oder elektrischen Feld usw. Das alles sind Beispiele von einer gegenseitigen Durchdringung, denen  die Handlungen von dem spirituellen Gefäß und dem Licht zugrunde liegen.

Wenn wir versuchen,  die Qualität unserer Handlungen zu bemessen, müssen wir immer den Grad unserer Einschließung in den Anderen einschätzen: in anderen Worten, wie kann ich mich in einer höchstmöglichen Anzahl von Seelen, nicht in Kinder oder in Erwachsene, nicht in die Handlungen der unbelebten, pflanzlichen oder tiereischen Natur, sondern eben in die Seelen einschließen.

Die Seelen sind die Punkte im Herzen. Deshalb, wenn ich auf einen so großen Kongress, wo sich Tausende von Punkten im Herzen, in welche ich mich einschließen möchte, versammelt haben, komme, ist dies die wirksamste Handlung für meinen spirituellen Fortschritt, die es nur in der Realität, in allen Welten, geben kann.

Aus dem Programm „Kabbala für Anfänger“, 27.10.2010

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Wir wollen das Licht!

Wir befinden uns in dieser Welt in einem besonderen Zustand, der durch die Ausbreitung von Licht von oben nach unten geschaffen wurde. Mit dem Licht wurde alle Gefäße-Wünsche geschaffen, und wir – sind ein Teil von dieser ganzen Wirklichkeit, der einzige Teil, der über eine Wahlfreiheit in diesem Zustand und die ganze Natur, die ganze Schöpfung, zu verändern verfügt.

Die ganze Natur wurde uns so gegeben, damit wir sie benutzen können und um sich bis zur Höhe des Schöpfers erheben zu können. Deshalb haben wir auf nichts mehr zu warten von oben, und wenn wir uns verspäten, jene Etappen, die sich schon hätten ändern sollten umzusetzen, empfinden wir sie als Leiden.

Der Druck von der Seite der Natur wächst ständig, denn die Natur hat einen besonderen Motor der Entwicklung, nämlich die verschiedenen Lichter, die konstant von oben kommen und sich mit immer größerer Kraft manifestieren, indem sie sich in uns immer größere spirituelle Gene, Reschimot erwecken. Denn die Korrektur beginnt von leichteren zu den schwierigen.

Aber wenn wir uns verspäten und die heute in uns erweckten Reschimot nicht korrigieren, haben wir morgen schon Schulden angesammelt und die Verspätung, das Delta vergrößert sich auf zwei Reschimot, den heutigen und gestrigen. Morgen ist die Verspätung schon dreifach und durch Multiplikation der noch nicht korrigierten Reschimot empfinden wir die Leiden, einen Unterschied zwischen sich und dem Licht.

Und anstatt diese Kluft zu überwältigen und sich dem Licht anzugleichen, ein System mit ihm zu werden, es zu verstehen, sich damit zu erfüllen, sodass wir Teil an all seinen Handlungen sind, handeln wir ihm entgegen und vergrößern unsere Gegensätzlichkeit immer mehr.

Gerade dieses Empfinden der Gegensätzlichkeit empfinden wir dann als Leiden, denn unser Verlangen möchte genießen, es will Licht! Obwohl wir uns nicht bewusst sind was wir wollen, aber wir wollen etwas, was uns notwendig ist, und wir bekommen es nicht. Das wird wie Leiden aller Arten empfunden.

Aus einem Unterricht über den Artikel „Die Lehre der Kabbala und ihr Wesen“, 18.10.2010

Was du empfangen hast, gib weiter!

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn wir mit dem Verlangen zu empfangen erschaffen werden und für ewig damit bleiben, wie können wir dann dem Schöpfer ähnlich werden, dessen Eigenschaft das Geben ist?

Meine Antwort: Wenn du mit Hilfe deines Verlangens zu empfangen anfängst, an die Anderen zu geben, wirst du dein Geben dadurch nur vergrößern.

Es gibt zwei Arten von Natur:

1. Das Licht = die Lichtquelle = der Schöpfer = der Gebende

2. Das Verlangen = der Empfangende = die Schöpfung

Die Schöpfung empfängt immer, sie kann niemals geben. Wenn davon die Rede ist, dass die Schöpfung dem Schöpfer ähnlich wird, bedeutet das „Empfangen um des Gebens willen“, sprich empfangen und weiter geben!

Ich kann aber das Licht nicht weitergeben, wie irgendeinen Gegenstand, der in unserer Welt von Hand zu Hand weitergereicht wird! Und wie funktioniert es dann? Wie kann ich dir etwas geben?

Ich empfange vom Schöpfer, anders geht es gar nicht, denn ich bin das Verlangen, Genuss zu empfangen. Das Verlangen zu empfangen kann nicht geben, so etwas existiert nicht in der Natur! Unsere Natur arbeitet nur auf die Absorption, auf die Aufnahme hin. Das ist ein Naturgesetz, welches nicht gebrochen werden kann.

Wie kann ich dann an dich, an einen für mich fremden Menschen, geben? Hier wird eine besondere Handlung vollzogen.

Von dem gleichen Schöpfer kommt das Umgebende Licht, das „zu seiner Quelle zurückführt“. Dieses Licht vollzieht die Korrektur und verbindet dich und mich zusammen. Und dann gebe ich nicht an dich, sondern empfange, aber in deine Verlangen! Und das bedeutet, dass ich an dich gebe!

Ich schließe den ganzen „Körper“ der Gesamtseele an mich an, er wird zu meinem, und dann empfange ich für ihn, was jedoch als mein Geben an ihn bezeichnet wird. So ein wundersames Kunststück wird hier vollbracht.

Wenn ich einen anderen Menschen als einen Teil von mit selbst wahrnehme, dann gebe ich quasi, indem ich für ihn empfange. Man könnte dem widersprechen: Was ist es für ein Geben, es ist immer noch das gleiche Empfangen!

Sagen wir mal, ich wollte nicht an jemanden geben, bis sich plötzlich herausgestellt hat, dass er mein Sohn ist! Dann bin ich bereit, ihm alles zu geben, denn ich nehme ihn als einen Teil von mir selbst wahr. Doch ist das etwa Geben?

Wenn ich früher, solange ich nichts gewusst habe, an ihn gegeben hätte, wäre es das wirklich. Und nun, was ist es nur für ein Geben, wenn es dein eigener Sohn ist? Das ist das Gleiche, wie an sich selbst zu geben.

Das würde alles stimmen, wenn ich enthüllen würde, dass die anderen Menschen absolut wie ein Teil von mir selbst sind. Es ist aber so, dass der Hass zwischen uns bleibt. Das ist ein besonderes Gut, wir müssen diesen Hass lieben!

Der andere bleibt für mich trotzdem fremd, doch gleichzeitig kommt das Ungebende Licht und erschafft über meinem Hass die Beziehungen der Liebe. Es bleibt sowohl die Liebe als auch der Hass – wie zwei Linien: die rechte und die linke, und ich bin in der Mitte von ihnen beiden. Darum heißt es dennoch „Geben“.

In der rechten Linie empfinde ich den Anderen als einen Teil von mir, für den ich bereit bin, alles zu tun – denn er ist quasi ich selbst. In der linken Linie hasse ich ihn und will ihn mit Haut und Haaren auffressen. Und diese beiden Linien existieren gleichzeitig und vereinen sich in der mittleren Linie.

Das geht bis zum Ende der Korrektur, bis Gmar Tikun, so weiter. Und was danach ist, weiß niemand.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Freiheit“ vom 29.10.2010

Die Verbindung ist das Leben

Uns ist von Natur aus die Eigenschaft der Eigenliebe – die egoistische Kraft des Hasses und der Abstoßung – gegeben.

So nehmen wir uns von Anfang an wahr. Andererseits wird aber alles in der Welt von der Kraft der gegenseitigen Verbindung – der Kraft der Liebe und der Anziehung – durchdrungen.

Die Kabbala spricht von der Liebe genau in diesem Sinne, ohne nur im Geringsten das zu meinen, was wir für gewöhnlich als Liebe abstempeln. Liebe bedeutet, dass ich vom Verlangen meines Nächsten durchdrungen werde, um es maximal zu erfüllen.

Diese Erscheinung nimmt ihren Ursprung in den vier Phasen der Ausbreitung des direkten Lichts. Die erste Phase (Bchina Alef) stellt das Verlangen zu genießen dar.

Die zweite Phase (Bchina Bet) ist das Verlangen zu genießen, welches begreift, dass es gerade durch das Empfangen dem Schöpfer Genuss bereiten kann. Diese Phase nennt sich Bina oder Elokim. Die gesamte Schöpfung ist deren Folge.

Dann entsteht die dritte Phase (Bchina Gimel), die Genuss um des Gebens willen empfängt, und anschließend wird die vierte Phase (Bchina Dalet) – Malchut, das reine Empfangen – geboren.

Jetzt, in der Phase von Malchut, müssen wir Bina, dem reinen Geben, ähnlich werden. Indem wir zwei große Verlangen – zu empfangen und zu geben – vereinen, formen wir das Verlangen zu empfangen, um zu geben.

Auf diese Weise, wenn wir von der Liebe sprechen, meinen wir die Kraft von Bina, die das ganze große Licht von oben empfangen will, um es nach unten weiterzugeben, ohne etwas für sich zu behalten. Genau das müssen wir durch die Korrektur erreichen.

Letztendlich wird das ganze System in zwei Teile unterteilt: jenen, der vor mir oben ist, und jenen, der hinter mir unten liegt. Ich empfange alles von oben vom Schöpfer und gebe es an die Anderen weiter nach unten. Genauso funktionieren auch Zellen im Dienste des Körpers.
Was bleibt der einzelnen Zelle? Nichts, sie empfängt lediglich und gibt an Andere weiter, und sie alle sind durch die Bande der Liebe verbunden.

Was verbirgt sich in diesem allgemeinen Geben? Die gegenseitige Verbindung zwischen den Teilen erschafft einen besonderen Geist, ein besonderes Feld, welches auch das Leben bedeutet.

Keine Zelle, kein Körperorgan an sich nehmen sich als lebendig wahr. Doch die richtige Verbindung, die von dem gegenseitigen Geben durchdrungen ist, lässt in ihnen die Wahrnehmung des Lebens entstehen. Nicht jeder für sich, sondern gerade untereinander generieren sie das Leben.

Es geht hier nicht um sie selbst, sie erfüllen einfach die Bedingung (1), erschaffen die Ähnlichkeit der Eigenschaften, und dann kleidet sich das Licht, der Schöpfer (2) in sie ein. Genau das ist das Leben der Schöpfung.

1. Bedingung für das Leben

2. Ähnlichkeit der Eigenschaften – das Licht

Die gegenseitige Verbindung zwischen uns erschafft einen Ort für das Licht – mit anderen Worten: das Kli, das Gefäß, in dem wir das Leben in dem Maße wahrnehmen, in dem wir miteinander verschmolzen sind.

Die Schöpfung lebt in dem Maße ihrer Ähnlichkeit mit dem Schöpfer – der allgemeinen Kraft der Liebe und der Vereinigung, die im Universum herrscht.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 29.10.2010

Liebe ist ein Naturgebot

Es ist Zeit, zu dem Natursystem, zu der Verbindung, die die Natur von uns verlangt, zurückzukehren.

Wir müssen die Übereinstimmung, die Homöostase, die Ähnlichkeit der Eigenschaften erreichen, von der vollkommenen Trennung zu einer Stufe aufsteigen, auf der wir zu hundert Prozent miteinander verbunden sind, wie die Teile eines gesunden Körpers.

Alle Kräfte, die auf uns einwirken, verfolgen ein einziges Ziel – uns zu einer natürlichen Form der Verbindung, zur Liebe, anzustoßen.

Doch wenn unser Egoismus gewachsen ist, wir aber noch nicht die richtige gegenseitige Verbindung gefunden haben, dann wird der Unterschied zwischen den Zuständen, zwischen dem erforderlichen Zusammenschluss und der tatsächlichen Trennung, als Leiden empfunden.

Das ist der Grund, warum das Leben immer schwerer wird. Selbst die Hilfssysteme, die dazu bestimmt sind, die Situation zu mildern, zu verwirren, werden uns nicht mehr helfen können, weil wir in den letzten Entwicklungsabschnitt eingetreten sind und uns zu einem globalen integralen System zusammenschließen müssen.

Heute stellt die Menschheit fest, dass sie durch untrennbare Bande verbunden ist, darum ist sie einfach verpflichtet, das Gesetz der Liebe – das Gesetz des sicheren Zusammenwirkens aller Teile der Schöpfung – in sich umzusetzen.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 29.10.2010

 

Das Wunder des „Auszugs aus Ägypten“

Der Auszug aus Ägypten geschieht wie ein Wunder, denn das Licht GAR de-Chochma, das aus Parzuf Atik kommt, höher als die Natur der Zweiten Beschränkung ist, und uns deshalb ermoeglicht, aus dem Zustand „Ägypten“, wo der Wunsch zu genießen herrscht, den Zustand Bina zu erreichen. Es ist dann der Anfang „der Wüste Sinai“.

Eigentlich ist das schon ein Zeichen des Auszugs aus Ägypten. Denn wir sind eigenständig nicht in der Lage,uns aus der Macht unseres Egos zu befreien, und nur dieses riesige Licht schafft uns den Übergang, erhebt uns höher, als den Wunsch des Genusses.

Es hilft dem Menschen, von einigen Eigenschaften innerhalb seines egoistischen Wunsches abgelenkt zu werden, der Mensch läuft aus „Ägypten“ weg – aus jenen Eigenschaften, die ihn in der Absicht „für sich“ aufhalten, und ihm keine Möglichkeit geben, „das Geben zu erreichen“. Denn in „Ägypten“ ist es unmöglich.

GAR de-Chochma beleuchtet dem Menschen seine schlechtesten Wünsche, die er nicht mehr anrühren soll. Es heißt „die Flucht“ – denn er erhebt sich darüber und ist deshalb vor deren Nutzung geschützt.

Das Licht GAR de-Chochma trennt diese Wünsche ab, so dass sie den Menschen nicht mehr stören. Natürlich werden sie später zur Korrektur aufwachen, wobei allerlei Probleme auftreten werden, bis man vollständig aus „Ägypten“ hinausgeht.

Aber das alles geschieht dank des Lichtes GAR de-Chochma, das unsere Wünsche beleuchtet und aufklärt, das es zulässt, darüber hinaufzusteigen, oder sie teilweise zu korrigieren und zu verwenden.

Aus dem Unterricht nach dem Buche Sohar, 27.10.2010