Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Natur'

Dem Tag der guten Taten fehlt ein Element


Nachricht aus Ynet, eines populären israelischen Online-Magazins: Tag der guten Taten (hebr.)

Wir Sie ein, für einen Moment in ihrem Tagesablauf inne zuhalten und am israelischen Versuch, etwas für die Gemeinschaft zu tun, teilzunehmen. Sie können freiwillig in Ihrem Viertel mit Freunden und Kollegen etwas tun, was Ihnen passt. Jeder von Ihnen kann an diesem Tag, an dem Tausende von Israelis sich gegenseitig ihre Herzen öffnen, teilnehmen und wir alle werden fühlen, welche gemeinsame Verantwortlichkeit wir uns gegenüber tragen. Was halten Sie davon?

Meine Antwort: Das ist eine wundervolle Initiative, damit sie jedoch Resultate ergeben soll, muß sie mit der lenkenden Kraft verbunden sein, dem Schöpfer. Auch wenn wir Ihn nicht erwähnen, so müssen wir den Leuten erklären, dass jeder untereinander verbunden und von jedem abhängig ist. Die gesamte Welt existiert nach dem Gesetz „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ und nur wir Menschen verstoßen mit unserem Egoismus gegen dieses Gesetz und darum leiden wir so.

Wir können zu einer Existenz gemeinsamer Verantwortung und Liebe in aller Ewigkeit gelangen – und nicht nur für einen Tag. Ausgerüstet mit diesem Ziel, sollten wir weiterhin erklären, wie wir Harmonie mit der Natur ereichen, die nach dem Prinzip der Verbindung untereinander arbeitet und wir sind bereit, mit Ihnen an dieser Aufgabe zu arbeiten. Ohne solch eine Erklärung, zusammen mit Eurem Aufwand, werden sie leer zurückbleiben. Es gab viele solcher Initiativen, und sie waren am Ende nichts anderes als eine nationale Party.

Hier erfahren wie es erreicht wird.

Kabbala Akademie
 

Wir werden uns entwickeln, um Macht über die ganze Natur zu erlangen


Wir schreiten von unbewusster Entwicklung zur bewussten Entwicklung voran.

Das geschieht in unserem individuellen Leben, in dem wir als unreife Säuglinge geboren werden und aufwachsen, um intelligente Erwachsene zu werden. Und die ganze Menschheit durchläuft die gleiche Art der Entwicklung, indem sie von Generation zu Generation heranreift.

Wir müssen uns zu einem Zustand entwickeln, in dem wir die ganze Natur in uns einschließen. Das bedeutet, wir werden über sie herrschen, indem wir unseren Verstand und unsere Empfindungen gebrauchen. Wir werden sie verstehen, ihr gesamtes Programm und alle ihre Verbindungen und alles was in allen ihren Teilen geschieht.

Darum wird uns die gesamte Welt offenbart, denn der Mensch muss dazu kommen, die ganze Natur zu regieren. Das ist, was die Natur von uns verlangt, und sie leitet uns dorthin durch den Prozess der Evolution. Der Sinn für den Menschen liegt darin, die Fähigkeit zu erlangen, bewusst zu kontrollieren und über alle anderen Ebenen der Natur zu sein – unbewegt, pflanzlich und tierisch.

Macht ist keine negative Kraft. Über die Natur zu herrschen heißt, sie zu verstehen, zu fühlen und ihre Gesetze zu kennen. Das ist, was „mit Verstand regieren“ bedeutet, anstatt diejenigen, die schwächer sind als man selbst, zu benutzen. Das ist mit dem Satz gemeint: Der Mensch muss sich die ganze Natur einverleiben.

Genauso wie die Natur alles Unbelebte einschließt, all die Vegetation und die Tiere, so muss jede Person das gleiche mit dem gesamten Universum und mit allem was es enthält tun. Indem wir unsere Wahrnehmung verwenden, werden wir alle Kräfte, die im Universum wirken, kontrollieren. Oder anders ausgedrückt, sie werden alle für uns zugänglich, begreiflich, erreichbar und wahrnehmbar werden.

Das ist die Ebene, zu der sich der Mensch entwickeln muss. Das ist die Bedeutung der Verse: „Und alle werden Mich kennen, vom Größten bis zum Kleinsten“ und „ Adam kennt Eva“. Das heißt, dass der Mensch das Höhere Licht, die Energie, Weisheit und Gnade erreichen wird. Dies ist unsere Bestimmung!

Kabbala Akademie

Was ist das versteckte Naturgesetz?

Aus meiner Kolumne in Ynet: „Was ist das versteckte Naturgesetz?“

Die Flügel eines Schmetterlings, der in Paris flattert, erzeugen eine kleine Veränderung in der Atmosphäre, die schließlich einen Tornado in Brasilien hervorrufen kann. Der „Schmetterlingseffekt“ eines integralen Systems hat eine positive Seite: Eine kleine Handlung unsererseits zum Wohle der Gesellschaft kann sich noch viel besser auf der anderen Seite des Globus auswirken.

Stellen Sie sich eine Person vor, die sich entscheidet, aus dem gesellschaftlichen Leben auszusteigen, um in einer Höhle oder in den Bergen oder auf einer einsamen Insel mitten im Ozean zu leben.

Dieser Mensch lebt von allem abgeschnitten: Kein Fast Food, kein Internet, kein Handy und keine Menschen um ihn herum; nur er selbst und die Natur, die ihn umgibt. Vermutlich ist er zunächst überglücklich über seine Freiheit, ein Traum wurde wahr! Doch sehr bald wird er merken, dass es schwer ist, seine Grundbedürfnisse zu befriedigen: Nahrung, Schutz vor Feinden, Zuflucht bei Wetterwechsel, Schwierigkeiten bei der Versorgung von Verletzungen oder Krankheiten.. und niemand teilt mit ihm Momente der Trauer und Freude. Ironischerweise könnte dies jeden von uns betreffen. Sogar im globalen Zeitalter des 21. Jahrhunderts, in einer Gesellschaft, in der wir alle durch eine fortschrittliche Technologie miteinander verbunden sind, zieht sich jeder auf seine einsame Insel zurück. Der Mensch schneidet sich von anderen ab und kümmert sich nur um sich selbst, statt sich um die Zusammenarbeit mit seiner Umwelt zu kümmern. Auf diese Weise arbeiten wir aber gegen die Natur. Wir stören die globalen Gesetze. Die Folge davon ist, dass unsere Beziehungen in einer Krise bzw. Sackgasse stecken. Dies drückt sich durch hohe Scheidungsraten, Konflikte zwischen Nachbarn und Kollegen, Kriege zwischen Völker und Nationen, sowie Armut, Hunger und Mängel aus, was für viele Menschen mittlerweile zum Alltag wurde.

Wie haben wir diese absurde Situation in einer entwickelten Welt erreicht? Was können wir tun, um die Dinge zum Besseren zu verändern und was erwartet eigentlich die Natur von uns? Wie überleben wir diese Tage? Der Mensch ist von Natur aus ein soziales Wesen. Die Natur motiviert die Menschen seit Ewigkeiten dazu, unendliche soziale, wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen zu erschaffen. Heute bekommt ein Mensch dank einem eng gewebten, globalen Netzwerk und durch den Klick auf eine Taste sofort das, was er braucht. Es scheint als würde die Natur zufällig, ohne einen bestimmten Zweck oder eine Richtung arbeiten, doch das ist falsch. Sie arbeitet nach einer festgelegten Ordnung von Gesetzen, die jedes Detail harmonisch auf ein Ziel lenkt: alle Teile der Menschheit in einer Gesellschaft zu verbinden.

Die Natur könnte uns perfekt zu unendlichem Glück und globaler Einheit verhelfen, in der wir wie in einer großen Familie leben; aber das ist nicht das, was wir sehen. Was hindert uns daran, uns auf diese Weise zu verbinden? Es ist unsere egoistische Natur. Das Herz eines Menschen ist von Anfang an verdorben. Die negative Kraft in uns stellt oft unser eigenes Wohlbefinden über das der anderen. Die Natur (die durch den Klimawandel und andere Hindernisse von außen auf uns drückt, um uns zu einem Ganzen zu vereinen) führt uns zusammen mit den Kräften, die von innen auf uns wirken (und durch negative Gefühle eine gegenseitige Ablehnung hervorrufen) letztendlich zum Aufprall.

Die Kräfte stören das Gleichgewicht in unseren Beziehungen und führen zum Zerfall der sozialen Struktur und damit zu all den Problemen und Katastrophen, denen wir heute begegnen. Wir müssen die Kraft der Verbindung antreiben, die das Ego überwindet und die schlechten Beziehungen zwischen uns ausbalanciert. Wenn wir an einem runden Tisch zusammensitzen und unsere Gespräche auf den inneren Punkt konzentrieren, der uns verbindet, wenn wir darüber reden, wie wir gemeinsam die einsame Insel verlassen können, dann wird sich die positive Kraft zeigen, die in der Verbindung zwischen uns verborgen liegt. Wir werden in einem Gefühl von Liebe und Wärme gehüllt werden. Dieses Miteinander wird sich gut und angenehm anfühlen, doch es ist nur der erste Schritt in diesem Prozess. Je stärker die Verbindung zwischen uns wird, um so mehr Verbindung werden wir erzeugen. Es wird ähnlich den Verbindungen funktionieren, die in der Natur vorherrschen.

Eine Beziehung zwischen Geben und Nehmen.

Am runden Tisch werden wir etwas über die verbindende Kraft der Natur lernen.

Es gibt nur zwei Gesetze: Geben und Empfangen. Das Gesetz des Empfangens verpflichtet jeden Einzelnen in der Gesellschaft, seine Grundbedürfnisse erfüllt zu bekommen, um so für sein Wohlbefinden und seinen Wohlstand zu sorgen. Auf der anderen Seite verpflichtet das Gesetz des Gebens, sich um das Gedeihen und um das Wohl der Gesellschaft zu kümmern. So wie das Gesetz der Schwerkraft ist in uns auch das Gesetz des Empfangens eingepflanzt. Natürlich befolgen wir es, denn wenn wir das nicht tun, werden wir „bestraft“ (wir fallen zu Boden, wenn wir das Gesetz der Schwerkraft ignorieren). Ein Mensch, der seine Arbeit an den Nagel hängt, wird bald mit wirtschaftlichen Problemen konfrontiert sein. Das Leben zwingt uns, das Gesetz des Empfangens einzuhalten.

Das Gesetz des Gebens zu erfüllen ist viel komplizierter. Unser Beitrag zur Entwicklung der Gesellschaft trägt nicht immer sofort Früchte; manchmal dauert es einige Zeit, bis das Gute zu uns zurückkommt. Wir haben daher kein großes Verlangen und kein natürliches Bedürfnis, uns um das Gesetz des Gebens zu kümmern und uns um den Wohlstand der Gesellschaft zu sorgen. Wenn wir dieses Gesetz aber nicht befolgen, werden wir bestraft. Baal HaSulam, Rav Yehuda Ashlag schreibt darüber in seinem Artikel „Der Frieden“: „Daher brät die Menschheit in einem höllischen Feuer, und Zerstörungen, Hunger und ihre Folgen haben bis zum heutigen Tage nicht von ihr abgelassen.

Und es ist erstaunlich, dass die Natur uns wie ein professioneller Richter entsprechend unserer Entwicklung bestraft, weil offensichtlich ist, dass im Maße der Entwicklung der Menschheit und der Erreichung des wirtschaftlichen und technischen Fortschritts die Leiden und das Unglück sich anhäufen werden. Dies ist die wissenschaftliche – praktische – Basis dafür, dass wir durch die Lenkung des Schöpfers in unserem ganzen Naturell dazu bestimmt wurden, das Gebot des „Gebens an den Nächsten“ in ganzer Präzision zu erfüllen. Und zwar so, dass jeder von uns keineBemühungen scheuen und in vollem Umfang arbeiten sollte, wie es für den Wohlstand und die Wohlfahrt der Gesellschaft notwendig ist. Und solange wir hadern, dies in vollem Umfang auszuführen, wird die Natur nicht aufhören, uns dafür zu bestrafen und sich an uns rächen.“

Das Gesetz des Gebens ist absichtlich vor uns verborgen, da wir dank dieser Verhüllung eine Chance haben, uns unabhängig zu entwickeln und so die große Weisheit, die in der Natur verborgen ist, zu erhalten. Die flatternden Flügel eines Schmetterlings schaffen kleine Veränderungen, die schließlich durch die Atmosphäre in Brasilien einen Tornado auslösen können. Der „Schmetterlingseffekt“, der in einem integralem System arbeitet hat außerdem eine zuversichtliche Seite: eine kleine Handlung unsererseits zum Wohl der Gesellschaft, kann viel mehr Güte auf der anderen Seite des Globus auslösen. Diese Güte wird früher oder später zu uns zurückkehren. Die Natur ist stärker als alle unsere Kräfte, sie wird uns weiterhin „schlagen“, bis wir uns verbinden und das Gesetz des Gebens erfüllen. Dann werden wir uns den sicheren Weg zum Glück ebnen.

Basierend auf dem Artikel „Der Frieden“ von Rav Yehuda Ashlag (Baal HaSulam

Aus dem Ynetartikel 2/6/16

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Verwirklichung des Allgemeinen Naturgesetzes durch die nächste Generation

Frage: Was machen wir mit Schulen, Instituten, Arbeitsplätzen, wenn die Menschen das alles nicht mehr wollen?

Antwort: Zu aller Erst soll der Mensch die Methodik der Verwirklichung des Schöpfungziels erlernen, das im Erreichen der absoluten Liebe, des Zusammenwirkens und des Gebens durch die ganze Menschheit besteht. Und daraus folgend sollen wir alles, was dazu nötig ist, unternehmen: uns um richtige Ausbildung und Erziehung bemühen.

Deswegen müssen wir das allgemeine Naturgesetz verstehen und erkennen, das unsere Jugend uns deswegen gegeben wurden, damit wir uns auf das Leben vorbereiten können, mit anderen Worten zur Verwirklichung dieses Gesetzes gelangen: absolute Harmonie zwischen Mensch und Natur, zwischen Mensch und Mensch, zu Liebe und Kooperation. So erreichen wir die nächste Stufe unserer Entwicklung und steigen auf die nächste Stufe auf. Dafür brauchen wir die richtige Bildung. Und um würdig auf der materiellen Ebene zu existieren, sollten wir uns nur um unsere Grund-Bedürfnisse kümmern: Essen, Unterkunft, Kommunikationsmöglichkeiten und alles andere; Beruf erlernen und Wirtschaft entwickeln, aber nur in dem Ausmaß, das für das Erreichen des Ziels nötig ist. Wenn wir dorthin kommen, werden wir sehen, dass wir in Wirklichkeit sehr wenig brauchen.

Von alldem, was wir zur Zeit produzieren, sind 90% überflüssig. Wir brauchen einfaches gesundes Essen, einfache Kleidung, eine Unterkunft und ein wenig Komfort, der uns aber nicht vom Ziel des Daseins ablenkt und uns erlaubt, unsere innere Entwicklung voranzutreiben. Deswegen könnten 90% der Menschheit ohne Arbeit sein oder nur 2 Stunden in der Woche arbeiten; und das würde genug sein, um uns mit allem Nötigen zu versorgen.

Frage: Wieso kommen wir nicht dazu?

Antwort: Weil unser Egoismus uns weiter treibt: er will immer mehr und mehr. Und irgendjemand macht dadurch großen Profit, denn nicht umsonst wird so viel Geld in Werbung und Medien investiert. Letzter erziehen uns auf so eine Art und Weise, dass wir glauben, all das Überflüssige zu brauchen. Doch am ehesten bräuchten die Menschen nur die Kenntnis über die wahren Kräfte der Natur und deren Ziel. Ich hoffe, dass dies in den kommenden Jahren für alle erkennbar wird.

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Sich verbinden statt korrigieren!

Frage: Sie haben gesagt, dass wir für die Verbindung niemand korrigieren brauchen. Was heißt das? In letzter Zeit geschehen solch grausame Ereignisse, Mord und Verbrechen. Heißt das, dass wir alle diese Menschen nicht korrigieren sollen?

Antwort: Nein. Wir geben dem Menschen nur das Verständnis, dass er alle Menschen braucht; dass alle so sein sollen, wie sie sind – und man braucht sich nur zu verbinden. Wenn ein Mensch den einen oder anderen hasst, sollte er sich über diesen Hass erheben und nicht versuchen, den Hass zu dämpfen, indem er andere tötet. Denn er befreit sich damit nicht vom Hass, er verstärkt ihn sogar weiter. Es steht geschrieben: „Die Liebe deckt alle Sünden zu.“ Die Verbrechen – also die Unterschiede zwischen uns bleiben, doch wir bedecken sie mit Liebe.

Schaut mal, wie die Natur funktioniert: Minus und Plus vereinen sich und daraus entstehen Moleküle. Die Kombinationen von Molekülen ergeben verschiedene Stoffe, organische Körper u.s.w.  Alle Unterschiede, alle Widersprüche zwischen ihnen bleiben, jedoch können sie sich richtig verbindenund vervollständigen einander. Darin liegt das Geheimnis. Wir sollen das mit unserem Verstand und auf der menschlichen Stufe schaffen. Dann wird das Leben einfach wunderschön. Genau in der Verbindung zwischen gegensätzlichen Individuen offenbaren wir den höheren Zustand. Höher als unser organisches Leben offenbaren wir die andere Welt – das Leben nach dem Seelenprinzip und nicht nach unseren tierischen Körpern.

Gerade aus der Verbindung aller Menschen in ihrer Erkenntnis und trotz all der Unterschiede in ihren Gedanken, Wünschen und Eigenschaften, wird der gemeinsame Körper erschaffen, der sich „Seele“ nennt. Einer für alle. Und dann beginnen alle, den höheren Zustand zu spüren – die Höhere Welt.

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Liebe fühlen und nicht mich selbst.

rav empfängt

Frage: Einer der Verse „des Liedes der Lieder“ beinhaltet folgende Worte: „Ich bin liebeskrank.“ Über wen spricht diese Frau? Über sich selbst?

Antwort: Wenn ich mich zur  Natur und der gesamten Realität mit Liebe beziehe, erhalte ich dadurch eine warme und liebevolle Einstellung. Dies umhüllt, beschützt und umgibt mich mit angenehmen warmen Wellen des Wohlwollens, die mich permanent unterstützen.

So spreche ich nicht aus der Perspektive eines „Mannes“, sondern aus der Sicht einer „Frau“, die eine liebevolle Einstellung als Antwort erhält. Automatisch sprechen wir hier über einen Menschen, der fühlt, dass er gibt und empfängt.

Derjenige, der erfüllt, wird „Mann“ genannt. Derjenige, der von anderen im Gegenzug empfängt, wird „Frau“ genannt. Es stellt sich heraus, das der Zustand, in einem zufriedenen Verhältnis zur Welt zu stehen, „Mann“ genannt wird und die Wellen von Wärme und Liebe der Welt nennen wir „Frau“.

Frage: Ist es von Bedeutung, ob ich ein Mann oder eine Frau bin?

Antwort: Selbstverständlich. Wir sprechen über eine Person, die den bösen Trieb in sich selbst korrigiert hat und somit den guten Trieb durch die Gruppen Arbeit und die Integrale Erziehung erlangt hat.

Nun fühlt er das Geben und das Empfangen in Relation zur gesamten Natur und zur gesamten Menschheit. Dieses Gefühl bringt ihm eine Wahrnehmung der Unendlichkeit und ermöglicht ihm, sich über alle Schwächen zu erheben, womit sich die Konzepte von Zeit, Raum und Bewegung auflösen.

Frage: Was bedeutet es, „liebeskrank“ zu sein?

Antwort:  Eine neue Wahrnehmung entsteht in ihm und hinterlässt einen so starken Eindruck, dass er sich selbst nicht mehr fühlt.

Er fühlt Liebe, die ihn erfüllt, aber es ist nicht mehr er selbst, der diese Liebe empfängt. Er steigt zu einem Gefühl der generellen Natur auf, er verlässt sich selbst und ist nicht mehr present.

Es existiert nur noch ein Gefühl der universellen Liebe. Das ist der Punkt seiner Vereinigung, die Anhaftung und die Erlangung  einer höheren Verbindung mit der Natur, mit dem Schöpfer. Die Schwäche beruht auf der Tatsache, dass die Liebe über allem herrscht.

Frage: Warum ist es eine Krankheit?

Antwort: Wenn etwas von außen kommt, mich erfüllt und dominiert, dann nennen wir diese fremde Kraft eine Krankheit. Das ist die Ausdrucksform der Liebe, die mich überwältigt und vollständig erfüllt.

Frage: Aber es ist doch gut, liebeskrank zu sein?

Antwort: Stimmt. Es sollte uns nur bewusst werden, dass es keine Begrenzungen darin gibt. Du befindest dich unter dem Einfluss dieser fremden Kraft in deinem eigenen Tempo, durch die Anstrengungen, die du permanent auf dich nimmst. Du hast diese Stufe erreicht und als Resultat dessen erlangst du die Kraft der Liebe.

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Aus Kab Tv´s „Neues Leben“ 28/5/14

Ansicht eines Menschen, der die Zukunft der Menschheit gesehen hat

Wir fingen im Unterricht an, Artikel von Baal HaSulam „Einleitung in die Lehre von 10 Sefirot“ zu studieren, welche mir als die wichtigste Einleitung erscheint. Teilweise enthält diese die Auszüge aus der Einleitung des Buches von ARI, was von seinem Schüler, Chaim Vital (MARCHI) geschrieben wurde. Diese Einleitung enthält in der Tat den gesamten Weg, den wir durchlaufen müssen, um das Ziel zu erreichen.

Darüber hinaus haben wir eine Menge anderer Sachen, aber nichts erklärt so aufeinanderfolgend, aufbauend, methodisch und zweckgebunden diesen Pfad, auf dem wir uns bewegen und verändern müssen. Weitere Artikel und Einleitungen geben uns einen allgemeinen Überblick über die Weisheit der Kabbala, oder betrachten es aus irgendeinem speziellen Blickwinkel.

Aber diese Einleitung wählt von Anfang an eine sehr schmale, leitende Linie, um dem Menschen, der sich mit der Frage nach dem Sinn seines Lebens beginnt zu beschäftigen, zu zeigen, wie er seine endgültige Realisierung erreichen kann – mit allen Schwierigkeiten, die sich auf diesem Weg zeigen und in Bezug auf jeden Menschen: spirituell oder material gesehen .

Deswegen ist das eine ungewöhnlich tiefe Einleitung und nicht leicht in der Wahrnehmung von Anfängern. Dafür werden Jahre benötigt, um es aufzunehmen, zu verstehen und sich selbst in ihm zu finden. Es ist notwendig in kleinen Portionen zu studieren, vorsichtig, bis der Mensch wächst, dann wird es möglich sein,
ihm mehr zu enthüllen.

Wir müssen verstehen, dass diese Einleitung von einem Mensch geschrieben wurde, der an der Spitze einer neuen Ära stand, der letzten Stufe der menschlichen Entwicklung, welche aus der unbewussten zur bewussten Entwicklung übergehen sollte. Von der Stufe, auf der wir uns nicht einmal als Menschen bezeichnen konnten, sondern nur als hochentwickelte Tiere, die gemäß den Instinkten handeln und vollständig von den Kräften der Natur gelenkt werden, müssen wir jetzt auf ein neue Stufe aufsteigen. Im Inneren des Geschöpfes beginnt sich etwas zu entwickeln, dass aufgefordert ist, so ähnlich wie der Schöpfer zu werden.

Wir müssen den Menschen verstehen, der am Beginn des gesamten Prozesses ist, seinen Standpunkt und seine Ansicht, und versuchen uns ihm anzunähern.

Auszug aus dem Unterricht zum Thema „Einführung in die Lehre der 10 Sefirot“, 18. 12.2011

Warten nützt nichts

Nur die Kraft, die ich vor mir entwickle, damit sie mich zum Geben zieht, ist ein Anzeichen für das spirituelle Vorankommen. Manchmal begreifen wir nicht, was geschieht – warum es kein Vorankommen gibt, nachdem so viele Anstrengungen unternommen wurden. Wir befinden uns bereits seit so vielen Jahren auf diesem Weg, können aber immer noch die Vorbereitungszeit nicht abschließen. Was wird von uns noch verlangt?

Und wir begreifen nicht, dass wir diese ganze Zeit nur darauf gewartet haben, dass irgendeine Kraft kommt und uns vorantreibt, anstatt selbst, durch eigene Handlungen, eine solche Kraft zu erschaffen, die uns nach vorne zieht und nicht von hinten schiebt, damit wir durch die Größe des Ziels, des Gebens vorankommen – und die Motivation dazu bekommen wir von der Umgebung.

Genau darin besteht unsere Arbeit, unser freier Wille, die Annullierung unserer selbst und Erhebung der Umgebung. Und das alles, damit wir uns von dem Ziel begeistern und es erheben können. Die Wichtigkeit, die ich selbst dem Ziel beimesse, genügt nicht. Ich brauche eine starke Anziehungskraft, damit sie meinen Egoismus überwiegen und mich zwingen kann, mich Tag und Nacht um dieses Ziel zu kreisen, ohne zu schlafen.

Wenn es mir gelingt, dermaßen große Anziehungskräfte zu entwickeln, werde ich vorankommen.

So sieht die menschliche Stufe aus, die allen vorangegangenen Stufen entgegengesetzt ist. Es ist keine natürliche Entwicklung, die von der Natur ausgeht und von alleine läuft. Hier helfen keine Leiden – sie werden mich nicht vorantreiben. Dabei helfen mir nur meine eigenen Anstrengungen und Bündelung der Kräfte, Umsetzung aller Ratschläge der Kabbalisten und aller Mittel, die mich beeinflussen und mir die Wichtigkeit des Ziels einreden, damit ich dem Ziel entgegenstrebe.

Und das Ziel ist das Geben, dem ich ohne jegliche anderen Berechnungen, Ziele und Belohnungen entgegenstrebe. Das reine Geben – und nichts anderes.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 28.12.2011

Die Liebe ist ein abgedroschenes Wort

Es gibt viele Wege, um zur Frage nach der Liebe und der Einheit zu gelangen. In der Regel bedeutet für uns das Wort „Liebe“ etwas völlig Gegensätzliches: Unsere egoistischen Wünsche nach Essen, Sex, Familie, Reichtum, Ehre und Wissen zu erfüllen.

„Ich liebe“ – ​bedeutet „ich will.“ Ich will bekommen – das heißt, ich liebe etwas, ich wünsche, dass es meins ist, will es näher zu mir bringen, mir den Bauch damit vollschlagen. Darum geht es bei meiner „Liebe“. Im Kern ist der Begriff dieser „Liebe“ definiert durch: „Ich will es um jeden Preis bekommen.“

Das ist so, weil wir uns in dieser Welt befinden, die sich infolge des Zerbrechens gebildet hat, wie uns die Wissenschaft der Kabbala erklärt. Unsere gesamte Welt ist vollkommen egoistisch, weshalb wir uns die Liebe als etwas ausschließlich auf uns selbst ausgerichtetes vorstellen.

Wenn ich etwas liebe, bedeutet das, dass ich es näher zu mir bringen will, um es zu besitzen, zu empfinden, mich damit zu erfüllen. Sich den eigenen Wunsch zu erfüllen, etwas Schönes zu genießen, nennen wir „ich liebe.“

Dabei vergessen wir vollständig die zweite Hälfte, die zweite Kraft, die in der Realität existiert – die Kraft des Gebens, worin das gleiche Wort „Liebe“ vorhanden ist – wobei dieses Wort hier bedeutet, die anderen zu lieben, sie zu erfüllen, ihnen etwas zu schenken, was sie sich wünschen, und nicht was ich will. Dies ist genau entgegengesetzt zu unseren Vorstellungen über die Liebe.

In vergangener Zeit waren die Menschen mit der Natur stärker verbunden und besaßen ein natürliches Gefühl dafür, dass es in ihr eine zweite Kraft gibt – die Kraft des Gebens, welche Nächstenliebe und Zuneigung beinhaltet. Die Kabbalisten haben diese Kräfte enthüllt – genauso wie es viele andere Menschen tun, denen eine achtsame Sensibilität für die Natur zuteil wurde. Und es gab viele Menschen außer den Kabbalisten, welche fühlten und für sich in allen möglichen Formen enthüllten, dass die Kraft des Gebens nicht weniger als die Kraft des Empfangens ist. In dieser zweiten Hälfte der Realität, in der Kraft des Gebens existieren die gleichen Handlungen, die auch in der Kraft des Empfangens vorhanden sind, aber ihre Deutungen sind anders, anders als in unserer Welt üblich ist.

Und wir befinden uns nur in einer Hälfte der Wirklichkeit, unter der Einwirkung der Kraft des Empfangens, unter der Macht des Verlangens, sich zu erfüllen, das als Folge der Teilung der Wünsche / Kelim gilt. Der Mensch befindet sich innerhalb dieser Teilung. Und die gesamte unbelebte, pflanzliche und tierische Natur, wie Baal HaSulam in der „Einführung in die Wissenschaft der Kabbala (Pticha)“ schreibt, steigt zusammen mit dem Menschen auf und ab in dem Ausmaß, in welchem die Natur den Veränderungen nachhelfen muss, welche der Mensch zu durchlaufen hat.

Die Religionen und die Weltanschauungen basieren seit ihrer Entstehung darauf, dass sie diese zweite Kraft enthüllen, die in der Natur existiert. In ihrem Kern sprechen sie von Liebe und die Einheit. So war es, solange sie auf wenige beschränkt blieben. Aber als sich diese Gedanken in großem Maß unter egoistischen Menschen ausgebreitet haben, welche weniger sensibel waren – haben sie sich in eine Ansammlung von Zeremonien, Ritualen und diversen anderen Handlungen verwandelt. Von diesem Punkt an wurden sie auf egoistische Weise genutzt: Um sich selbst zu erfüllen, statt um die Menschen zur Vereinigung, zur Liebe, zur Eigenschaft des Gebens zu führen, und die beiden Systeme auszubalanzieren.

Während die Zeit vorwärts strömte und die Menschheit sich im Laufe der Geschichte entwickelte, angetrieben durch das unaufhörliche Wachstum des Egoismus in jedem Einzelnen und in der Menschheit im Allgemeinen, haben wir uns weit von dem natürlichen Verständnis des Menschen entfernt, welches die Menschheit früher besaß. Dieses Verständnis für die Kraft des Gebens und die wahre Bedeutung der Liebe müssen wir heute enthüllen.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel von Rabash, 13/12/2011

Das Herz, im dem alle aufgehen

Aus der Wissenschaft der Kabbala ist uns bekannt, dass das Licht, das zur Quelle zurückführt, als einziges Mittel gilt, um etwas zu verändern. Es hält uns am Leben, belebt alles und vollbringt sämtliche Veränderungen. In Anbetracht seiner Eigenschaften, sind in der Natur des Lichtes das Verlangen und der ganze Weg der Schöpfung von Anfang bis zum Ende eingespannt: wie man das Material, das Verlangen zu genießen, verändern kann, um das Gleichgewicht mit dem Licht zu erreichen.

Wir stellen somit das Material in den Händen des Schöpfers, des Lichts dar und können seine Einwirkung auf uns mit noch größerer Kraft erwecken, um auf diese Weise unsere Entwicklung zu beschleunigen. Da wir unsere Entwicklung selbst beschleunigen können, weil wir sie wünschen und unsere Verlangen noch mehr enthüllen, wirkt das Licht mehr ein und ruft eine wesentlichere Handlung im Verlangen hervor. Folglich empfinden wir unsere eigene Entwicklung als gut und wünschenswert.

Schließlich fügen wir zum evolutionären Prozess, der „in seiner Zeit“ („Beito“) stattfindet noch unseren Teil hinzu, eine Ergänzung, die als „Beschleunigung der Zeit“ („Achishena“) bezeichnet wird.

Wir möchten also an jenen Ort, zur gleichen Form gelangen, an welchen uns das Licht bringen will. Woher wissen wir, dass es tatsächlich so ist? – Aufgrund der Tatsache, dass wir versuchen, uns so zu sehen, wie wir miteinander verschmelzen, wie ein Mann mit einem Herzen, dass unsere Wünsche in einen einzigen zusammenfließen. Und inwieweit wir uns ermutigen, unsere Herzen zu verbinden, verschiedene Aktionen auszuführen, damit sie sich in einem Herzen vereinigen, ohne jeglichen Unterschied zwischen ihnen, wahrlich als ein Ganzes – so erwecken wir das Licht, damit es auf diese Verbindung wirkt, auf unsere Bemühungen uns zu vereinen, mit der größeren Kraft, als es normalerweise mit dem Verlangen nach seinem üblichen, evolutionären Programm arbeitet, was man „Beito“ nennt. So beschleunigen wir die Zeit.

Um die Wirkung des Lichts auf das Verlangen zu erwecken, müssen wir uns selbst vorstellen, dass wir uns im Herzen zu vereinen versuchen und die Form des Licht annehmen, die Eigenschaft der gegenseitigen Verantwortung, in dem Maße, dass jeder von uns das Gefühl des persönlichen Daseins verliert und wir alle an Gemeinsamkeit gewinnen, die uns alle, die Gruppe, die Seele, die aus einzelnen Herzen gebildet wird, mit einschließt. Dann wirkt das Licht auf uns ein, verwirklicht und vollendet die Handlung.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 14.11.2011