Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Möglichkeit'

Das Licht, das zum Schöpfer zurückführt

Es steht geschrieben: „Ich erschuf den bösen Trieb und ich erschuf die Tora zu dessen Korrektur“. Wir haben uns an all diese Aussagen gewöhnt und glauben, dass es einfach nur schöne Worte über die Tora sind.

Doch in Wirklichkeit ist das sehr wichtig und ernst. Denn wenn wir an das Studium der Tora nicht richtig herangehen, leiden wir unter ihr, weil das Licht eine gewaltige Kraft ist, die auf uns einwirkt und mit deren Hilfe wir die Güte erreichen können oder aber umgekehrt.

Dieses „umgekehrt“ ist auch ein Weg, d.h., mit Hilfe der Enthüllung des Bösen müssen wir ebenfalls das Gute erreichen. Wir können das am Beispiel des letzten Exils sehen.

Exil bedeutet, dass du von der Spiritualität getrennt bist und keine Chance hast, die Verbindung mit dem Schöpfer vor dem Ende des Exils zu erreichen.

Doch wenn wir von der Spiritualität getrennt sind und uns in der Absicht für uns selbst befinden, wie können wir uns dann mit der Tora beschäftigen?

Denn unsere ganze Beschäftigung dient nur dem Eigengenuss, dem Erhalt der Belohnung, noch nicht einmal „lo liShma“, d.h. ohne jegliche richtige Absicht.

Doch jetzt verstehen wir bereits, dass wir genau dadurch, dass wir uns auch während des Exils mit der Tora beschäftigen, das umgebende Licht anziehen, dieses Licht jedoch entfernt uns von der Korrektur, anstatt uns ihr näherzubringen. Dies bedeutet, dass wir das Licht der Tora als „tödliches Gift“ verwenden.

Doch dadurch stellen wir fest, dass wir uns im Bösen befinden, und mit dem sinkenden Generationsniveau, wenn „das Gesicht der Generation wie das Maul eines Hundes geworden ist“, erreichen wir einen Zustand, von dem geschrieben steht: „…und die Söhne Israel seufzten wegen ihrer Arbeit“.

Das heißt, dass wir immer, ob in der Erkenntnis oder im Exil, das Licht, das in der Tora enthalten ist, benutzen – entweder von der negativen oder von der positiven Seite aus. Ohne dies würden wir niemals das Gefühl des Exils und der Notwendigkeit der Befreiung erreichen können.

Deshalb ist es jetzt, wenn wir uns in diesem besonderen Zustand, von dem Baal HaSulam schreibt, in der Generation des Mashiach, an der Schwelle zur Befreiung befinden, für uns sehr wichtig zu verstehen, dass das alles eine Bedingung ist, die uns von oben gegeben, von uns jedoch noch nicht akzeptiert wurde.

Was bedeutet das? – Uns wurde die Möglichkeit gegeben, das gleiche Licht, das zur Quelle, zum Schöpfer, zurückführt zu benutzen, jedoch anders, damit es uns zur Quelle zurückführt und nicht von ihr entfernt, wie das während des Exils der Fall war.

Während des Exils waren unsere Absichten immer auf uns selbst gerichtet: Wie wir mit Hilfe der Tora in dieser und in der zukünftigen Welt verdienen können.

Nun müssen wir unsere Absichten und dadurch auch die Einwirkung des umgebenden Lichtes auf uns verändern, des Lichtes, das uns wirklich zur Quelle zurückführt, und zwar direkt und nicht durch seine Kehrseite.

Deshalb müssen wir heute hauptsächlich an die Absicht, mit der wir an das Studium herangehen, denken.

Je klarer, gewollter und deutlicher unsere Absicht sein wird, je besser wir uns so organisieren werden, dass unser Gebet zu einem „Gruppengebet“ wird und wir uns zu einem Ganzen zur einzigen Quelle verbinden, desto erfolgreicher werden wir sein.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 23.06.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>>

Helft mir heute und ich werde euch morgen helfen!

Eine Frage, die ich erhielt: Kann ein einziger Mensch, der die richtige Absicht hat, eine ganze Gruppe beeinflussen, die den Sohar ohne jegliche Absicht liest?

Meine Antwort: Während wir den Sohar lesen, versuchen wir uns alle zu verbinden, damit es keinen Unterschied gibt zwischen demjenigen, der schon lange studiert und demjenigen, der gerade erst angefangen hat, zwischen klein und groß – damit sich alle zu einer Gruppe versammeln. Eine Gruppe gibt es nur, wenn alle gleich sind!

Jeder von uns kann sich in seinem eigenen Zustand befinden: der eine ist gerade erst gekommen und versteht noch nicht, wo er gelandet ist. Es gibt aber auch andere, die schon lange studieren und es entsteht bereits ein bestimmtes Bild vom Lesen des Sohar in ihnen – doch auch sie durchlaufen unterschiedliche Zustände.

Es kann sein, dass man heute besonders feinfühlig und inspiriert ist, es kommt aber auch vor, dass man überhaupt nicht einsteigen kann und „bewusstlos“ ist. Gestern noch war alles so klar, und heute kann man sich überhaupt nicht konzentrieren.

Deshalb hängt alles von der Masse, die zusammenstudiert, ab, inwieweit sie durch gemeinsame Anstrengungen das Ziel ermittelt und in der Lage ist zu spüren, dass sie alle in sich mit einschließt. Diejenigen also, die heute deutlich spüren, helfen denjenigen, die heute „tot“ sind. Dabei gewinnen sowohl die einen als auch die anderen.

Denn derjenige, der im Moment Begeisterung spürt, verfügt nicht über genügend egoistisches Verlangen (Awiut), doch er bekommt es von denjenigen, die sich momentan in einem toten Zustand befinden. Und umgekehrt!

Auf diese Weise, indem wir einander helfen, haben wir die Möglichkeit, voranzukommen – eben alle gemeinsam, wenn wir zur gleichen Zeit in der Gruppe sowohl große Begeisterung als auch große Awiut haben! Und wenn wir das eine mit dem anderen verbinden, funktioniert es und führt zu einem Ergebnis.

Wenn aber heute nur diejenigen zum Studieren gekommen wären, die vor Begeisterung brennen und diejenigen, die sich tot fühlen, zu Hause in ihrem Bett geblieben wären, hätten wir nichts verdient. Wir hätten nicht genug Kraft des egoistischen Verlangens zum Vorankommen gehabt.

Du ziehst mit deinem riesigen Verlangen das Licht, das zur Quelle zurückführt, an, brennst darauf, es zu bekommen, und es kommt – doch wo soll es rein?! Wo ist dein egoistisches Verlangen, auf welches es einwirken kann?

Und wenn neben dir noch ein paar Freunde sitzen, die scheinbar ganz tot sind, wirkt das Licht auf sie ein und bringt sie ins Leben zurück! Und morgen tauscht ihr die Plätze und alles läuft umgekehrt ab.

Wir begreifen nicht, welches einzigartige Patent sich in der Gruppe verbirgt. Ohne sie ist die spirituelle Entwicklung absolut unmöglich!
Aus dem Sohar-Unterricht vom 16.07.2010

interessiert an der „Wissenschaft der Kabbala“  >    Kabbala Akademie

Das Licht des nächsten Zustandes

Eine Frage die ich erhielt: Wenn ein Reschimo ein neuer Zustand, ein neuer Wunsch ist, den wir von oben bekommen haben, wie kann unsere Absicht denn diesen Zustand ändern?

Meine Antwort: Wenn ich mich in meinem jetzigen Zustand befinde, fühle ich dass ich ihn ändern kann.

Dieses Bedürfnis, meine Weltempfindung zu ändern, ruft in mir ein Reschimo hervor, eine Informationsdatei über meinem zukünftigen Zustand. Es schließt in sich den ganzen zukünftigen Zustand ein; die einzige Wahl ist, dieses in der Eigenschaft des Gebens oder des Empfangens zu verwirklichen.

Warum spüre ich, dass ich die Möglichkeit habe, den nächsten Zustand zu erreichen? Da ich ein Reschimo de Itlabschut (Information über das Licht) und Reschimo de Awjut (Information über dem Wunsch) habe.

Reschimo de Itlabschut – ist höher bezüglich des nächsten Zustand, als Reschimo de Awjut: 4/3, 3/2, 2/1, 1/0. Ich verfüge immer über einen Teil von dem nächsten Zustand, und durch diesen Teil, kann ich ihn verwirklichen (ihn an mich ziehen). So erreiche ich Veränderungen.

Aus einem Soharunterricht, 12.07.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Die Physikalischen Gesetze der Höheren Welt

Eine Frage, die ich erhielt: Warum antwortet der Schöpfer auf keine meiner Bitten, egal wie laut ich schreie?

Meine Antwort: Weil es keine richtige Bitte ist, sondern eher der Schrei „eines launenhaften Kindes“, dem niemand Aufmerksamkeit schenkt.

Denn als Schrei wird der Wunsch bezeichnet. Und wenn ein erwachsener Mensch schreit oder weint, dann ist offenbar etwas Ernstes geschehen. Als „Erwachsener“ wird ein Mensch bezeichnet, der über den genau überdachten Wunsch verfügt, und der folglich versteht, was er will. Wir müssen unseren Wunsch entziffern, und wenn unser innerer Schrei, unser innerer Wunsch dem Licht ähneln wird, dann wird darin das Licht offenbart, was dem Menschen die Empfindung der geistigen Realität geben wird.

In Wirklichkeit, studieren wir die Physik der Geisteswelt – die exakten Gesetze der Wechselbeziehung zwischen dem Licht und dem Wunsch. Das Licht hat den Wunsch aus fünf Teilen aufgebaut, wobei jeder Teil aus fünf weiteren Teilen besteht und weiterhin in fünf Teile geteilt wird. Insgesamt entstehen125 Stufen, nach denen der Wunsch dem Licht verglichen werden kann, er beginnt sich der geistigen Treppe entlang zum Licht zu erheben, bis er dem Licht vollständig gleich wird.

Was bedeutet dann der Schrei? Dies ist der Wunsch, den ich in meinem Inneren entwickele, eine größere Ähnlichkeit mit dem Licht, als ich jetzt habe zu erreichen. Und wenn ich die richtigen Handlungen durchgeführt habe, was mich zur Ähnlichkeit mit dem Licht näher brachte – dann wird das Licht offenbart! Und wenn nicht – dann nicht.Deshalb braucht man nicht zu schreien – man muss so lange den Wunsch ändern, bis das Licht darin offenbart wird. Vielleicht wird man für die Vorbereitung, oder um von einem Zustand zum nächsten überzugehen, Monate brauchen, es können aber auch Jahre oder sogar die Leben sein – bis man eine solche Veränderung erreicht, die einen auf die nächste Stufe hinaufsteigen lässt.

Alles hängt von der Umgebung, deiner Hartnäckigkeit und dem Druck ab, davon, wie du dich bemühst, die Zeit zu beschleunigen. Aber für niemanden existiert ein Schutz seitens des Lichtes oder die Möglichkeit, auf besondere Weise zu schreien, damit Er die Bitte erhört.

Es sind die harten Gesetze – wie in die der Physik: entweder kommst du der nächsten Stufe näher, oder nicht. Wenn du genügen Kräfte besitzt, die dich vorankommen lassen, dann bewegst du dich nach vorne. Wenn ich eine Tonne verschieben muss, dann brauche ich eine Kraft, die um ein Gramm schwerer, als diese Tonne ist – dann kann ich sie verschieben. Aber nicht eher! Deshalb unterrichtet uns die Wissenschaft der Kabbala darin, wie das Licht heranzuziehen ist, das unsere Kräfte verstärken wird, um dem Licht ähnlich zu werden. Aus dem Zustand, in den ich hinaufsteigen will, kann ich das Licht „das umgebende Licht“ heranziehen, das zur „Quelle zurückführt“.

Dieses Licht wird auf meinen Wunsch einwirken und wird mich erheben, wird mich jener höheren Stufe ähnlich machen, aus welcher heraus das Licht kommt. Und ich selbst bin nicht dazu fähig, mich zu verändern.

Die ganze Weisheit der Kabbala – erzählt darüber, wie man dieses Licht zu sich von oben nach unten heranziehen kann. Darüber wurde gesagt: „Ich habe den Bösen, Egoistischen Trieb und Tora als Mittel für seine Korrektur erschaffen, weil das darin enthaltene Licht, zur Quelle zurückführt“.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel aus dem Buch „Schamati“, 16.07.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Der Sohar – unsere mächtigste Waffe

Es wurde gesagt, dass es verboten ist, die Tora ohne Absicht zu studieren. Denn du ziehst dadurch kein Licht heran, das zur Quelle zurückführt, sondern wandelst sofort „das Elixier des Lebens“ „in tödliches Gift“ um. Dieser Punkt ist deine einzige Auswahl im Leben. Da wir aber mit der einzigen Waffe gegen das Übel, gegen den Egoismus mit dem Buch Der Sohar zu tun haben, so sollen wir uns bemühen, es richtig zu verwenden. Es ist klar, dass wir nicht auf „den roten Knopf“ drücken können, um die Welt an die schädlichen, unvermeidlichen Folgen zu führen, aber dennoch gibt es die Möglichkeit, auf die Zustände der Leiden einzugehen, was schon in der Vergangenheit geschah (siehe „die Einführung in das Buch Sohar“, Punkt 70,71).Und deshalb soll der Mensch, vor dem Lesen des Sohars, einzelne „Metapher“ vorbereiten, die ihn beeindrucken, und mit deren Hilfe er von der tierischen Stufe (dem Wunsch für sich selbst) – zur Stufe des Menschen hinaufsteigen kann (zum Streben nach der Einheit, dem Geben und der Liebe). Die Stufe des Menschen ist der Wunsch, sich mit anderen zu verbinden. Denn das korrigierte System der Seelen heißt auch „Adam“ (der Mensch).

Sowie dieses System abstürzt und sich in eine große Menge Scherben verstreut, so verwandelt sich jeder einzelne ausschließlich in den tierischen Teil. Das menschliche Niveau (die Ähnlichkeit mit dem Schöpfer, Adam – „dem Schöpfer ähnlich“) erscheint in uns dann, wenn die zerbrochenen Teile (die Seelen) sich gemeinsam zu einem einheitlichen Wunsch verbinden.

Folglich existieren die Seelen nur in der gegenseitigen Verbindung. Es heißt: das Leben „über dem Verstand“ – in den Beziehungen zwischen den Seelen, im gegenseitigen Geben. Die Gesamtheit dieser Beziehungen ist der Schöpfer, der uns untereinander verbindet, und die Kraft, die uns zum Leben erweckt,, heißt „das umgebende Licht“. Das heißt, der Schöpfer ist eine Kraft, die uns wirklich untereinander verbindet, und das umgebende Licht ist Seine höhere Erscheinungsform. Es gibt hier nichts anderes, außer dem Licht und dem Wunsch (Kli). Auch wenn wir ihnen eine Menge anderer Namen geben, gibt es letztendlich nur sie beide.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 06.07.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Antworten auf eure Fragen – 12

Fragen zu „Kabbalisten über das Ziel der Schöpfung, Teil 8“

Was ist das Ziel der Schöpfung?

Eine Frage, die ich erhielt: Zitat: „…dass der Mensch alle Fehler der Schöpfung korrigiert…“ Was sind das für Fehler der Schöpfung, wenn der Schöpfer alles als vollkommen erschaffen hat? Etwas Vollkommenes kann doch keine Fehler haben.

Meine Antwort: Die Verhüllung des Schöpfers gibt uns die Möglichkeit, das Verhüllte zu vervollständigen, d.h., so wie Er zu werden, indem wir Ihn nur als Beispiel dafür, wie wir sein müssen, enthüllen.

Eine Frage, die ich erhielt: Zitat von Baal haSulam: „Alle Welten, Seelen und alles, was in ihnen bis zur Endkorrektur geschehen wird, sind bereits in der Unendlichkeit in all ihrer Pracht und Vollkommenheit enthalten“.

Wenn die ganze Vollkommenheit in einem korrigierten Zustand existiert, woher kommt dann das von uns gesehene verzerrte Bild und woher kommen wir?

Meine Antwort: Von der Verhüllung des Schöpfers in Bezug auf uns, um uns die Möglichkeit zu geben, uns selbst zu vervollständigen

Zum Kabbalalernzentrum–>

Was bedeutet Exil?

Eine Frage, die ich erhielt: Ich verstehe nicht, wann der Mensch sich in Galut, im Exil, befindet.

Meine Antwort: Galut bedeutet übersetzt Exil, Verbannung. Gemeint ist Verbannung aus der spirituellen Welt, von der Eigenschaft des Gebens und der Liebe.

Das bedeutet, dass man diese Eigenschaft wollen muss. Dann, in dem Maße ihres Fehlens, empfindet man Galut, die Verbannung von ihr.

Siehe z.B. den Artikel von Rabash „Das wahre Gebet“: Sich in Galut befinden bedeutet, dass man keine Möglichkeit hat, in der Absicht, ohne Belohnung zu handeln, zu sein, weil das gegen die Natur des Menschen ist.

Zum Kabbalalernzentrum–>

Die Aufgabe des Embryos ist, sich an den Höheren anzuheften

Eine Frage, die ich erhielt: Wer ist unser „Höherer“ in der Spiritualität?

Meine Antwort: Das wissen wir nicht. Wir befinden uns im Mutterleib des Höheren wie ein einziger Punkt, ein Samentropfen, unser spirituelles Reshimo (Aufzeichnung, Gen). Außer diesem Reshimo haben wir nichts mehr!

Denn unser irdischer Körper, unser Verstand und unsere Gefühle gehören nicht zur spirituellen Welt und sind dort nicht zu sehen.

In der spirituellen Welt gibt es nur den Mutterleib des Höheren (Malchut der Welt der Unendlichkeit) und uns innerhalb dieses Mutterleibes. Und jeder von uns ist ein Reshimo (0/1, Shoresh de Awiut / Alef de Hitlabshut) bzw. ein Punkt im Herzen. Und nun besteht unsere Aufgabe darin zu versuchen, uns im Mutterleib einzunisten!

Alles beginnt mit drei Tagen der Absorption des Samens. Das allererste Problem für den Embryo (für uns) ist, sich an die Gebärmutterwand anzuheften, d.h., den ersten Kontakt mit dem Höheren herzustellen. Und um sich an ihn anzuheften, muss man sich vor ihm annullieren.

Doch wo ist dieser Höhere, diese Gebärmutterwand? Was ist das? Der Höhere ist eine kabbalistische Gruppe, meine Umgebung! In dieser Form präsentiert sich der Höhere als Schöpfer vor mir.

Es gibt also eine Umgebung, und ich, der sich an sie angeheftet hat, nehme trotz aller Hindernisse die ganze Kraft des Verlangens der Gruppe an und bin bereit, alles von ihnen in mich aufzunehmen, indem ich mich vor ihnen annulliere.

Wenn ich mich an die Gruppe anhefte, beginnt mein Awiut, die Kraft des Verlangens zu wachsen und unangenehme Gefühle in mir hervorzurufen: Enttäuschung, Wachstum des Egoismus, Schwere. Doch ich muss wie ein Blutegel noch tiefer eindringen, mich in der Gruppe, in der „Gebärmutterwand“, einnisten.

Und dann wird die erste Verbindung zwischen uns entstehen, nicht durch einen Punkt, sondern durch ein Röhrchen, das mich mit Blut versorgt – noch ist das eine Verbindung auf der unbelebten Stufe (Dam/Blut von domem/unbelebt), doch ich bekomme bereits spirituelle Nahrung von dem Höheren.

Und all das geschieht durch meine Verbindung mit der Gruppe. Es gibt für mich keine andere Wand zur spirituellen Welt, durch die ich dorthin gelangen kann!

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Vorwort zum Sulam Kommentar“ vom 24.06.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Das spirituelle Laufband

Die Welten von ABYA, die wir wie eine Treppe hochsteigen, entstehen, indem das höhere spirituelle Objekt (Parzuf) die „hellsten“, am wenigsten beim Zerbrechen gelittenen Informationsaufzeichnungen (Reshimot) aussucht, sie korrigiert und das nächste, niedrigere spirituelle Objekt gebärt. Genauso suche auch ich auf einer bestimmten Ebene jene Reshimot, Informationsdaten aus, die ich gerade korrigieren kann, und das wird zu meiner neuen Realität, zu meiner Welt. Als ob ich eine neue, eine schärfere Brille aufsetzen würde und nun die nächste, tiefere Schicht von Informationsaufzeichnungen sehen könnte.
Das Licht dringt von oben nicht nur bis zu meinem hellsten Reshimo durch, sondern – da ich es bereits realisiert, meinen spirituellen Parzuf nach seinen Vorgaben erschaffen habe – tiefer, bis zu den Aufzeichnungen, die dem nächsten Parzuf angehören.

Auf diese Weise werden die Verlangen Schicht für Schicht immer geeigneter, die Einwirkung des höheren Lichts zu erhalten. Und der höhere Parzuf, der in der vorherigen Phase aufgebaut wurde, wird quasi zu einer Linse, einem Vergrößerungsglas, welches das Licht auf einer tieferen Schicht von Informationsaufzeichnungen bündelt.
Es werden Aufzeichnungen einer Schicht ausgesucht, ein spiritueller Parzuf mit deren Hilfe aufgebaut, und durch ihn geht das Licht weiter hindurch und enthüllt Informationsaufzeichnungen, die dem nächsten spirituellen Parzuf angehören.

Und so gibt die Erschaffung eines höheren Parzuf dem höheren Licht jedes Mal die Möglichkeit, sich der nächsten Schicht des Verlangens anzupassen und mit ihr in Berührung zu kommen. Und bis dahin nehmen sie einander einfach nicht wahr! Sie unterscheiden sich von einander viel zu sehr in ihren Eigenschaften. Doch der gerade entstehende Parzuf wird zu einem Adapter zwischen dem höheren Licht und den Informationsaufzeichnungen, die sich in der nächsten, tieferen Schicht befinden.

So läuft die Korrektur Stufe für Stufe ab. Jeder gibt das ganze Paket an die Reshimot, nachdem er seinen Aufbau und seine Korrektur abgeschlossen hat, weiter, damit das nächste spirituelle Objekt daraus seine Aufzeichnungen aussucht und heraustrennt und den Rest, nachdem es seine Korrektur abgeschlossen hat, weitergeben kann. Auf diese Weise müssen wir unsere Arbeit verrichten – wir müssen das hellste und leichteste Reshimo/Verlangen aussuchen und damit arbeiten und den Rest erst einmal außer Acht lassen – er wird sich später aufklären.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Vorwort zum Sulam Kommentar“ vom 29.06.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Wozu brauche ich diese Welt?

In der Natur gibt es zwei Kräfte – die Kraft des Erhaltens und die Kraft des Gebens. Diese zwei Kräfte zeichnen die Bilder auf unserem Wunsch zu genießen, wie am Bildschirm des Computers, so sehe ich das Weltbild, mich und meine Umgebung.

Laut Baal HaSulam gibt es im hinteren Teil unseres Gehirns den Bildschirm, auf dem wir das Weltbild wahrnehmen.

Dieses Bild entsteht mit Hilfe zweier Kräfte – mit Hilfe der erhaltenden (linken) Kraft und der gebenden (rechten) Kraft. Die Kombination dieser zwei Kräfte auf meinem egoistischen Material zeichnet mir das ganze Bild der Realität.

Ich empfinde dieses Bild – und mir scheint es so zu sein, dass diese Realität eine äußere ist.

Dabei projiziere ich selbst mein inneres Bild – und „sehe so die Welt“. Als ob ich dieses Bild nach außen herausziehen würde.

Warum funktioniere ich auf diese Weise? Warum sehe ich meine Innenwelt in der äußerlichen Form? – Um sich dazu egoistisch, missachtend und feindlich zu verhalten. Also habe ich die Möglichkeit, sie zu erforschen und mich zu korrigieren.

Wäre diese Empfindung nicht außerhalb von mir, sondern innerhalb, könnte ich mich niemals korrigieren, weil ich alles mögen würde, was aber außerordentlich egoistisch wäre.

Weil aber mein Ego nach draußen erscheint und als fremd empfunden wird, verhalte ich mich zu meinem Äußerlichen negativ und egoistisch, wie zu einem Fremden, während ich mich zu meinem inneren Teil positiv verhalten würde – somit habe ich die Möglichkeit, zwischen dem „Äußeren“ und „Inneren“ zu unterscheiden.

Die Welt wurde in zwei Teile geteilt: ich und die Anderen! Und ich verstehe nicht, dass alles Äußere sich in meinem Inneren befindet!

Es wurde mir ermöglicht, mein inneres Wesen im äußerlichen Bild zu sehen: Schaue an, wer du eigentlich bist und wie du dich gegenüber deiner Umgebung verhältst! So bist du auch in deinem Inneren.

Du sagst: „Seht mal, was für ein Idiot er ist! Der da ist ein Faulenzer, und der hier – ein Dummkopf! Wie hasse ich sie alle!“ – und dies alles sind deine inneren Eigenschaften, und nicht die fremden Eigenschaften!

Diese Offenbarungen helfen mir gerade. Andernfalls könnte ich niemals „den bösen Anfang“ – den egoistischen Wunsch – bis zum Ende enthüllen, erst alle zu hassen – um dann zu verstehen, dass es meine inneren Eigenschaften sind, die nach draußen projiziert werden.

Dann beginnst du zu verstehen, welche Hilfe der Schöpfer geleistet hat, als dir solche Wahrnehmung der Realität gegeben wurde – dein Inneres draußen zu sehen.

Du beginnst zu verstehen, inwiefern es dir hilft, weil du sonst innerhalb deines Ich vollständig geschlossen wärst. Und hier gibt es „etwas in mir, dass ich nicht für meines“ halte.

Deshalb wird unsere ganze Arbeit auf die Harmonisierung meines inneren Ich – mit der Außenwelt und besonders mit der Gruppe gerichtet. Man praktiziert eben in der Gruppe.

Wenn ich mich bemühe, mit der Gruppe zu arbeiten und verhalte mich zu den Freunden wie zu mir selbst – dann stelle ich die Unmöglichkeit der Vereinigung fest, da hilft leider keine Selbstüberzeugung.

Ich kann mich sogar zum kleinen Teil der Menschheit, der das gleiche Ziel verfolgt, zur Gruppe, nicht wie zu mir selbst verhalten – das heißt über die egoistische Vernunft hinweg.

Dann beginnst du, diese Selbstsucht, die vom Schöpfer künstlich geschaffen wurde, gerade zwecks ihrer Annullierung zu benutzen.

Alleine kannst du es nicht machen, du musst es nur wünschen und den Schöpfer bitten, die Selbstsucht zu korrigieren. Warum muss man bitten? Um die Verbindung mit dem Schöpfer aufzubauen!

„Wie denn?!… Verstehe, dass du es bist! Verhalte dich zu den anderen mit Liebe, denn sie sind die Teile deiner Seele!“ – „Ich kann es … nicht“

„Aber es sind doch deine Freunde, deine Nächsten, sie verfolgen das gleiche Ziel! Schließlich, was trennt euch voneinander?!“ – Die Kraft des Zerbrechens, die der Schöpfer als eine Art Hindernis stellte – und ich kann es nicht überwinden.

Dann bittest du gerade darum, dich zu korrigieren – du bittest um die Korrektur – und bringst die ganze äußere Welt in die innere Harmonie.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 24.06.2010