Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Licht für die Völker'

Über jüdische Einheit und Antisemitismus – Artikel Nr. 4

Aufstieg und Fall des ersten Tempels

Im vorhergehenden Artikel haben wir die Bildung Israels zu einer Nation beschrieben und wie ihnen die Aufgabe übertragen wurde, „ein Licht für die Völker“ zu sein, indem sie zu einem Modell der Einheit jenseits aller Gegensätze wurden. Dieser Artikel befasst sich zum ersten Mal mit Israels Versuchen, seine Einheit nach der Gründung einer Nation aufrechtzuerhalten, mit seinem Scheitern und den daraus resultierenden Konsequenzen.

Nachdem sie eine Nation geworden waren – indem sie gelobten, sich „wie ein Mann mit einem Herzen“ zu vereinen – machte sich das Volk Israel auf den Weg nach Kanaan. Auf dem Weg dorthin hatte es sowohl zahlreiche innere Konflikte als auch Kämpfe mit äußeren Feinden zu bestehen. Ihr wachsendes Ego forderte sie immer wieder auf neue Weise heraus, und sie mussten neue Taktiken finden, um es zu überwinden. Im Buch Zohar (BeShalach, Punkt 252) steht jedoch geschrieben: „Jeder, der in der Tora einen Krieg führt, wird am Ende mit höherem Frieden belohnt“. Mit anderen Worten: In den Kriegen, die das Volk Israel führte, ging es darum, das Gelübde der vollständigen Einheit einzuhalten. [Rest des Beitrags lesen →]

Über jüdische Einheit und Antisemitismus – Artikel Nr. 3

 Moses und die Errichtung des Volkes Israel

Im vorangegangenen Artikel haben wir die Zeit Israels in Ägypten beschrieben, wie sie aufblühten, als sie unter Josephs Führung vereint waren, und wie sie sich nach seinem Tod assimilierten, was letztlich die Ägypter gegen sie aufbrachte. In diesem Artikel werden wir die Bemühungen Moses‘ untersuchen, das gequälte und versklavte Volk wieder zu vereinen und es dadurch von seinen Unterdrückern zu erlösen und aus Ägypten herauszuführen. Wir werden auch zeigen, dass, sobald sie sich vereint hatten und erlöst waren, ihnen auferlegt wurde, „ein Licht für die Völker“ zu sein – das heißt, ihre Einheit an den Rest der Welt zu verbreiten.

Obwohl sich ihre Lage in Ägypten verschlechterte, hat Israel sich bis zum Auftreten von Moses nicht vereinigt. Er führte die Israeliten zur Wiedervereinigung, bis sie schließlich der Herrschaft des Pharaos entkommen konnten. [Rest des Beitrags lesen →]

Sobald sich Terror vor der eigenen Tür abspielt

Eduard (Edi) Yusupov ist ein langjähriger Student und Freund von mir. Wir studieren bereits seit fast 20 Jahren zusammen. 2005 habe ich ihn und die dort ansässige Studentengruppe unserer großen weltweiten Gemeinschaft, in ihrem Lerninstitut, in Wien besucht. Nicht weit von dort, befindet sich auch Edi’s Geschäftslokal. Es ist eine große Schönheitspraxis in der Innenstadt. Edi lebte noch bis vor zwei Jahren in Wien und ist mit seiner Familie nach Israel gezogen. Sein dortiges Geschäft läuft noch weiter.

Am Abend des Montags vor einer Woche klingelte unerwartet Edis Telefon; es war eine seiner Angestellten. Mit zitternder Stimme flüsterte sie, dass sie allein in der Praxis sei und die Einzige gewesen ist, die nicht rechtzeitig vom Geschäft wegkommen konnte, als die Schießerei begonnen hat. Sie hatte panische Angst. Eine Serie von Schüssen schlugen in das Schaufenster der Praxis ein, und sie wusste nicht, wo sie sich verstecken sollte. Sie sagte, dass die anderen Angestellten bereits früher gegangen seien und als Schüsse fielen, allesamt vom Ort des Geschehens geflohen sind. Glücklicherweise ist niemand zu Schaden gekommen. 

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Ist New York die neue Hauptstadt des Antisemitismus?

Auf meiner Facebook-Seite veröffentlicht: Michael Laitman 31.12.2019

Während die Nachwirkungen der jüngsten antisemitischen Angriffe noch immer im Raum stehen, erschüttert eine weitere Gewalttat die Amerikanische Jüdische Gemeinde, insbesondere in New York.

Das ist die neue Realität in Amerika. Die kürzliche Messerattacke zu Chanukka, im Haus eines Rabbiners, bei der fünf Menschen von einem Mann verletzt wurden, der angeblich gezielt gegen Juden vorgegangen ist, war der jüngste Angriff von zehn Vorfällen gegen Juden in New York in einer Woche.

Die unvermeidliche Frage ist: „Warum wir?“ Und auch, was kann getan werden, um eine weitere Tragödie zu vermeiden?

Die Antworten liegen letztendlich in unserer Einheit.

Sind antisemitische Verbrechen und Bedrohungen nun Gang und gebe in den USA?

Fast 60% der im letzten Jahr in den USA religiös motivierten Straftaten, mit 1.879 derartigen Vorfällen, die in diesem Zeitraum gemeldet wurden, waren gegen Juden gerichtet. Auch physische Angriffe auf Juden haben im vergangenen Jahr landesweit um 105% zugenommen. Allein im Big Apple machen antisemitische Übergriffe mehr als die Hälfte der gemeldeten Hassverbrechen aus.

Angesichts der Situation hat das NYPD die Sicherheit in jüdischen Wohngebieten und Einrichtungen erhöht.

Heute Morgen sprach ich, auch auf persönlicher Ebene, mit meinem Sohn, der Monsey besucht hatte, jenen Ort, an dem die letzten Angriffe stattfanden. Die Juden in der Gegend erzählten ihm, dass sie gestern noch nicht einmal Schlösser an den Türen hatten, während sie heute darüber reden, welche die besten Waffen sind, die man zur Selbstverteidigung kaufen kann. Die Erhöhung der Sicherheit gegen wachsende anti-Semitische Ausschreitungen wird das Wiederauftreten solcher Fälle jedoch nicht verhindern können.

Wie können wir vermeiden, dass antisemitische Straftaten und Bedrohungen zur neuen Realität werden?

Könnte sich das, was in Nazi-Deutschland geschehen ist, in den aufgeklärten und kultivierten USA wieder ereignen?

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Der geheime Plan des jüdischen Volkes

 

Der geheime Plan des Jüdischen Volkes

Rav LaitmanFrage: Wie kann man die Situation, in der das Jüdische Volk sich heute befindet, im Allgemeinen verstehen?
Antwort: Dazu muss man die gegenwärtige  Entwicklung der Menschheit verstehen – begreifen, warum wir in den Augen der Welt so gehasst sind, dass wir im besten Falle in eine Ecke gedrängt oder im schlimmsten Falle von der Menschheit vernichtet werden wollen.

All dies wurde durch die historische Rolle des Volkes Israel festgelegt, und gerade deshalb müssen wir für die Menschheit in der heutigen Zeit ein Beispiel für wahre Einheit sein – es ermöglichen, sich auf die nächste Stufe unserer Entwicklung zuzubewegen.

Heutzutage ist die Sackgasse, in der  die menschliche Entwicklung, familiäre Beziehungen und  unterschiedlichste Bereiche stecken, aufgedeckt worden. Dies betrifft sowohl einzelne Nationen als auch die gesamte Welt. Die Zeit ist gekommen, um auf die nächste Stufe aufzusteigen – aber wir verstehen das noch nicht. Mittlerweile gibt es in unserer Welt keine Lösung mehr und jeder leidet darunter, dass noch keine gefunden wurde.
Philosophische Auffassungen fallen in sich zusammen, alle Vorhaben geraten aus dem Gleichgewicht, und alles neigt sich seinem Ende zu. Früher strebte die Menschheit etwas entgegen, aber heute haben Eltern keine Hoffnung mehr für eine bessere Zukunft ihrer Kinder.

 

Eine alternative Möglichkeit

Das Jüdische Volk  sollte hier seine Bestimmung  begreifen: Genau jetzt müssen wir der Menschheit ein Beispiel der Methode der Verbindung und Vereinigung zeigen und geben. Denn sie werden sich genau analog zu unserem Vorbild verbinden. Es wird uns auf gute Art und Weise zusammenführen, wodurch wir in Einklang mit der Natur, ihren allgemeinen Gesetzen und ihrer Entwicklung  kommen werden. Und dann werden wir uns weiterentwickeln – nicht nur, um zu überleben, sondern um auf eine neue Ebene aufzusteigen.

Der Schlüssel dafür liegt im Jüdischen Volk verborgen. Das ist das „Geheimnis“, das dem Volk Israel innewohnt, die geheime Mission, die sie uns zuschreiben. Und wir müssen es letztlich für uns selbst und die gesamte Welt enthüllen. Dies ist  das Gebot der Stunde.

Ich hoffe, dass die Juden begreifen werden, dass die Zeit gekommen ist, diesen Impuls umzusetzen, der seit Jahrtausenden darauf wartet, von uns angewendet zu werden, um dadurch ein Vorbild für alle zu sein. Wir müssen uns in ein „Licht für die Nationen“ verwandeln“, wie es geschrieben steht.

Tun wir dies nicht, wird die allgemeine Lage solchen Druck auf uns ausüben, dass wir letztlich trotz alledem handeln werden müssen.

Und, wenn auch nur anfänglich, werden die Juden zumindest entdecken und verstehen, warum sie von der Welt gehasst werden und was  ihre Bestimmung ist. Das wird ihr Los erträglicher machen. Letztlich ist allein diese Erkenntnis, wenn auch passiv,  eine elementare Teilnahme am allgemeinen Prozess, der sich vom Schöpfungsgedanken ableitet.

Auch wenn die Menschen dessen allgemeine Bedeutung noch nicht verstehen, kann sogar ein erster Kontakt mit der Wahrheit, der Beginn einer Vertrautheit mit der wahren Sachlage, die  Situation zum Besseren verändern. Und die Verbindung selbst öffnet Kanäle für eine neue Kraft und Neuorganisation der Welt.

Es gibt keine Zufälle

Das Wichtigste ist aber, jedem Juden klarzulegen, was seine Mission in diesem Leben, in der Welt ist, und warum die Menschheit  ein dermaßen negatives Verhalten gegen die Juden an den Tag legt. Der Grund dafür ist, dass sie ihre Aufgabe nicht erfüllen.

Es ist kein Zufall, dass sie uns schlechte Absichten unterstellen und erklären, dass alle Probleme durch uns entstehen.  Wir müssen diese ewigen Verleumdungen prüfen und analysieren. Es handelt sich letztlich um ein Naturphänomen und nicht um unabhängige, spontane  Ausbrüche. Selbst jene Völker, mit welchen wir niemals wirklich Kontakt hatten, erleben dieses gleiche, reale Gefühl. Wir müssen begreifen, dass es für dieses Naturphänomen Quellen und eine Basis gibt.

Die Weisheit der Kabbala beschreibt die  inneren Mechanismen des Geschehens und erklärt uns, wie wir unsere Rolle aktiv umsetzen können.

Auf jeden Fall hat die Menschheit  zurecht Hass gegen uns. Weil wir nämlich tatsächlich den „Füllhahn“, der sich über die ganze Welt ergießen muss, zugedreht haben. Ich rechtfertige die Hasser natürlich nicht, aber ich sage den Juden: “Lasst uns umsetzen, was uns von Natur aus aufgetragen  wurde. Kommt, lasst uns dies so schnell wie möglich tun.“

 

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Aus der KabTV-Reihe „Wie ein Bündel Schilf“  vom 101.11.2015