Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Flügel müssen festgenagelt werden

Frage: Wie kann man sich keine Sorgen um das materielle Leben, die Arbeit, die Familie machen? Was soll man tun, wenn die dringende Notwendigkeit den Freund dazu zwingt, diesen Sachen mehr Anstrengungen als der Gruppe zu widmen? Wie kann man die gesamte Aufmerksamkeit nur auf den Punkt der freien Wahl richten?

Meine Antwort: Wir leben in dieser Welt. Hier muss der Mensch heiraten, arbeiten und ein vollwertiger Bürger sein. Äußere Bedingungen werden von uns als gesetzmäßig wahrgenommen: diese Welt ist nicht umsonst genau so erschaffen worden und vom Prozess, den wir durchlaufen müssen, getrennt. Alles ist aus der spirituellen Welt herabgestiegen und umgibt uns notwendigerweise.

Alle Gratwanderungen, die die Menschheit im Ganzen und jeder im Einzelnen durchläuft, in welcher Form und in welchem Ausmaß auch immer sie zum Vorschein kommen mögen, müssen genau so verlaufen. Es gibt keine Zufälle. Und darum muss der Mensch ein normales Leben führen und sich um alles Nötige kümmern, wie es üblich ist.

Was bedeutet „wie es üblich ist“? Der Mensch muss für die dringend notwendigen Sachen sorgen, für eine normale Existenz: Familie, Wohnung, Kinder, Rente, Urlaub usw. Und für das Kabbala-Studium wurden uns vormorgendlichen Stunden zur Verfügung gestellt, die wir von der Erholung, vom Schlaf „rauben“. Außerdem muss man dem Studium eine bis anderthalb Stunden vor dem Schlafengehen widmen, wenn dazu die Möglichkeit besteht.

So ist unsere Welt erschaffen: mit dem Haushalt beschäftigt sich ein Mann von Natur aus weniger als eine Frau und muss es deshalb durch das Studium der Kabbala ausgleichen. So haben es auch die Kabbalisten der vergangenen Tage gemacht. Rabash hat als einfacher Arbeiter im Straßenbau und auf dem Bau gearbeitet, stand jedoch zwei oder drei Stunden früher als alle Anderen auf und studierte. Abends nach der Arbeit, wenn sich alle erholt haben, saß er ebenfalls und studierte.

Wir müssen also nicht unsere materiellen Angelegenheiten vernachlässigen. Jeder Sache muss lediglich eine entsprechende Bedeutung beigemessen werden. Manche verachten dieses Leben und wollen sich wie Engel darüber erheben: „Ich kümmere mich jetzt nur um die Seele“. Das ist falsch, denn als „Seele“ wird dein Verlangen zu genießen bezeichnet, welches durch die Absicht um des Gebens an den Nächsten willen korrigiert wurde. Bis dahin hast du keine Seele. Das muss man verstehen.

Zuerst musst du dein unkorrigiertes egoistisches Verlangen zum Vorschein bringen und versuchen, wenigstens einen Teil davon zu korrigieren. Dann kriegst du eine Seele. Und das kann nur mit Hilfe der Umgebung sowie durch eine normale allgemein übliche Beteiligung an allen Sorgen des gewöhnlichen Lebens erreicht werden.

Die Wissenschaft der Kabbala erzählt von der Korrektur der Welt, von der Korrektur aller Menschen, weil sie sich sehr realistisch gegenüber jedem, gegenüber seinem Leben, gegenüber der menschlichen Gesellschaft im Ganzen – gegenüber allem – verhält. Kabbala nimmt diese Welt als Folge der spirituellen Welt wahr. Gerade in den hier herrschenden Bedingungen müssen wir die Korrektur durchlaufen.

Wir schalten uns auf keinen Fall vom Leben ab, wie das in manschen anderen Methoden praktiziert wird. Das Sich-Zurückziehen von der Welt, der Kloster, die Mönchszelle, der Lotossitz in den menschenleeren Bergen – all das sind nicht unsere Methoden. Der Mensch muss am menschlichen Leben teilnehmen.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 24.02.2011

Eine Oase in der Internet-Wüste

Frage: Wodurch wird das Buch Sohar die Korrektur des Internet bewirken?

Meine Antwort: Das Buch Sohar kann zur Korrektur von Internet beitragen, weil die Menschen, die dort unterwegs sind, nach einer wahren Verbindung suchen. Sie verstehen selbst noch nicht, was sie wollen, sie glauben, dass es ihnen ausreicht, Kontakte herzustellen, miteinander zu plaudern, sich mit etwas, mit irgendwelchen Spielen zu beschäftigen.

Doch dann werden die Menschen erkennen, dass es nicht hilft, dass das alles ein begrenzter und keinen Nutzen bringender Zeitvertreib ist und dass die „sozialen Netzwerke“ die Menschen in Wirklichkeit nicht miteinander verbinden. Doch während sie damit beschäftigt sind, enthüllen sie das dort enthaltene Böse, sie begreifen, dass das alles falsch ist und nur dem Profit dient, dass das ein Versuch ist, einander über den Tisch zu ziehen und auszunehmen. Sie werden verstehen, dass diese ganze Internetverbindung uns schadet.

Wie sollte uns denn die Verbindung zwischen uns schaden? Es ist aber so, dass wir Egoisten sind und uns nicht im Guten und nutzbringend verbinden können. Wir können kein Netz erschaffen, das uns Vergnügen bringen würde. Und das wird zur Erkenntnis des eigenen Bösen führen.

Es muss ihnen erklärt werden, dass innerhalb dieses Internet-Netzes ein kleines Netz existiert, welches nach anderen Gesetzen lebt und wo Menschen zusammengekommen sind, die das Gute erlangen wollen. Das ist genau das, was der Slogan unseres Fernsehsenders aussagt: „Wir schließen uns dem Guten an“.

Dort gelten ganz andere Regeln und befinden sich Menschen, die zu Brüdern werden wollen. Und dadurch enthüllen sie das höhere Leben – und umarmen sich nicht einfach oder versuchen, dass äußerlich alles höflich und schön bleibt.

Sie erreichen Zustände, in denen sie innerhalb ihrer Beziehungen das höhere, spirituelle Leben wahrzunehmen beginnen – das vollkommene und ewige Leben, den Schöpfer, die spirituelle Welt, die höhere Kraft, die in diesem Netz verborgen ist!

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel „Vorwort zu Panim Meirot“, 23.02.2011

Das Ende der Romanze mit der materiellen Umgebung

Frage: Der Egoismus ist sehr listig. Wie kann ich sicher sein, dass das Spiel mit ihm mich wirklich vorwärts bringt und kein weiterer Trick von ihm ist?

Meine Antwort: Wenn ich mich in die Umgebung einfüge und mich von dem, was für sie wichtig ist, durchdringen lasse, dann bedeutet es, dass ich mich im Glauben über dem Verstand bewege. Ich beuge mich absichtlich vor der Gruppe und übernehme ihre Werte, weil sie spiritueller Natur sind. Ich stelle mich vor ihnen so hin, dass sie mich aufsteigen lassen.

Ich habe niemals Kraft, um selbständig aufzusteigen. Dabei befinde ich mich immer in irgendeiner Umgebung, die mich auf bestimmte Werte ausrichtet.

Nur sind die Werte der materiellen Umgebung ebenso künstlich und falsch. Die Gesellschaft animiert mich dazu, ein Auto, ein Haus, eine Einrichtung zu kaufen… Wer sagt, dass ich das wirklich brauche? Denn der Körper ist nur ein Tier, das sich lediglich entspannen möchte. Gib ihm eine bestimmte Anzahl an Kalorien und ein bequemes Plätzchen zum Hinlegen. Mehr will es auch nicht.

Doch die Gesellschaft erzählt mir, was ich kaufen und wonach ich streben soll. Ansonsten werde ich nicht respektiert. Animiert durch die Umgebung, versuche ich mein Leben lang, ihr zu gefallen.

Doch nun bin ich übersättigt und will nicht mehr nach ihrer Pfeife tanzen. Stattdessen trete ich einer neuen Umgebung bei, wähle ein Umfeld, das ein spirituelles Ziel hat. Jetzt muss ich es nur in meinen Augen erheben – dann werde ich mit dessen Hilfe wachsen.

Ich erschaffe mir eine künstliche Umgebung für das spirituelle Wachstum. Genau darin besteht meine gesamte Arbeit. Je höher ich die Freunde in meinen Augen aufsteigen lasse, desto höher steige ich selbst auf.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 22.02.2011

Nur die Herangehensweise ändert sich nicht

Frage: Welches Hauptprinzip müssen sich unsere Kinder einprägen?

Meine Antwort: Die Kinder sollten verstehen, dass sich alles im Menschen und in der Welt verändert – nur die Herangehensweise ändert sich nicht: es gibt keine andere Kraft, mit deren Hilfe der Mensch in der Lage wäre, in seinem Leben voranzukommen, außer der Kraft, die er von der Umgebung erhält.

Weder sein Ego noch der Einfluss von Massenmedien noch die Einwirkung eines fremden äußeren Umfeldes, sondern nur eine Gruppe von Menschen, die ihm eine bestimmte Wertescala, das Verständnis der Wichtigkeit des Schöpfers, anerzieht, gibt ihm die Kraft zum Vorankommen.

Denn um den Schöpfer, die Eigenschaft des Gebens, zu erkennen, muss der Mensch sich immer im Glauben über dem Verstand bewegen, wobei er von seiner Umgebung das Verlangen, die Bestrebung, das Verständnis der Wichtigkeit dieses Ziels, das Gefühl der Unruhe, wie es erreicht werden könnte, bekommt.

Im Grunde genommen nimmt der Mensch immer die Form seiner Umgebung an, d.h., er saugt ihr Wertesystem, ihre Vorstellung von der Zukunft, ihr Wesen auf. Mit anderen Worten, er ordnet sich in das äußere Kli/Verlangen ein, erlangt die Eigenschaft der Liebe und tritt in die Verbindung aller Seelen – Malchut der Welt von Azilut – hinaus.

Nur indem der Mensch sich richtig in seine Umgebung einordnet, kann er den Schöpfer erlangen. Denn gerade jene innere Einheit, die es dort gibt, weil der Schöpfer diese Menschen ausgesucht und miteinander verbunden hat, ist Malchut der Welt von Azilut, die Shechina, wo der Mensch sofort den Schöpfer findet.

Deshalb muss die neue Generation, unsere Kinder sich gut einprägen, dass wir genau auf diese Weise vorankommen, dass das unser Weg ist. Es gibt keine Abstiege, es gibt nur Aufstiege, es gibt kein Durcheinander, alles, was geschieht, ist für neue Klärungen notwendig.

Auszug aus dem Gespräch über die Erziehung, 18.02.2011

Was Menschen fordern, wenn sie in die Strassen strömen

Frage: In den vergangenen Wochen konnten wir erleben, wie in verschiedenen Ländern die Menschen hinausströmten, um gegen ihre Regierungen zu demonstrieren, als ob sie gegen ihre Unfähigkeit protestieren würden, an der Regierung ihres Landes teilzunehmen. Wie können wir Ideen der Kabbala über ganzheitliche Einheit an sie übermitteln, so dass sie spüren können, dass dies eine Lösung bieten kann?

Meine Antwort: Dies ist eine sehr wichtige Frage, die heutzutage stufenweise mehr und mehr lebenswichtig wird. Es ist die Frage der Einheit, welche die Menschen im Wesentlichen fordern. Mit anderen Worten, ein Mensch fragt: „Wie kann ich, als ein normaler Mensch, der von zwei Dollar am Tag lebt (wie beispielsweise die Massen in Ägypten), irgendetwas in diesem Leben entscheiden?“

Sie können die Strasse nicht verlassen und nach Hause gehen, weil sie ansonsten zu diesem Leben der extremen Armut zurückkehren werden, welches mit zwei Dollar am Tag belohnt wird.“ Vorerst jedoch, solange sie protestieren, haben sie das Gefühl, als könnten sie etwas kontrollieren, etwas tun. Sie fühlen diese Macht in ihren Händen und nicht in den Händen der Regierung.

Diese Forderung kann nicht erfüllt werden, indem ein extra Dollar pro Tag für ihre Bedürfnisse hinzugefügt wird. Es ist notwendig darüber nachzudenken, was diesen Millionen von Menschen gegeben werden kann, so dass sie spüren können, dass sie die Macht zu regieren erhalten haben und Veränderungen machen. Und heutzutage ist es wirklich ein universales, globales Problem, das immer mehr Massen in der Welt umfasst.

Die Regierungen beginnen nachzusinnen: Was sollen wir tun? Politische Führer sind bereit, von ihren Posten zurückzutreten und verschiedene Veränderungen einzubringen, jedoch werden sie niemals ihre Leute zufriedenstellen. Wir werden noch viele Demonstrationen und Revolten zu sehen bekommen, bis die Bestimmung letztendlich an die Oberfläche kommen wird. Wir müssen sicherstellen, dass auch der allerletzte, einfachste Mensch zu spüren bekommt, dass er Verantwortung trägt, und dass er Ehre, Macht und Selbstrespekt besitzt.

Die Menschen wurden erwachsen! Sie treten in die Strassen und spüren, dass sie die Situation beherrschen. Wenn sie auf diese Art fühlen, ist es unmöglich, sie mit Geld zu bestechen, denn ein solcher Status genügt ihnen nicht. Und sie werden weiterhin aufwachen, was eine sehr bedrohliche Zwickmühle erzeugt. Ich weiss nicht, ob die Regierungen imstande wären, sie zu kontrollieren.

Selbst wenn eine Regierung durch eine andere ersetzt wird und die Repräsentanten des Volkes akzeptiert, genau dann, wenn diese an die Macht gelangen, werden sie sich selbst von der Macht entfremden. Sobald sie handeln und beginnen werden es als angenehm zu empfinden, oben zu sein, wird ein Mensch, der in seinem urbanen Slum oder abgelegenen Dorf lebt, sie nicht mehr als seine oder seinen Repräsentanten empfinden.

Wir werden diese Tendenz in nächster Zukunft in der politischen Entwicklung finden. Letzten Endes wird keine andere Alternative verfügbar sein. Die Menschheit wird in eine Lage geraten, in der sie einer Frage gegenübersteht: Was können wir tun, damit wir alle gleich sind? In Wirklichkeit, kann, nur wenn jedermann sich gleich fühlt, ein Mensch spüren, dass er oder sie, das Haupt des Staates ist, Entscheidungen trifft und wichtig ist.

Das bedeutet nicht, dass man direkte Macht über andere besitzen muss, jedoch benötigt man, es so im Innern zu fühlen. Und das ist nur durch die Vereinigung der Menschen zu erreichen, auf welche wir uns hinbewegen.

Soziologen sind mit diesem Phänomen noch nicht vertraut, und sie entwickeln sehr vorsichtige, oberflächliche Prognosen. Jedoch denke ich, dass in den Ländern, in denen dieser Prozess bereits gestartet hat, er nicht mehr gestoppt werden kann. Eine Regierung sollte die Menschen fürchten, die bereits ihre Fähigkeit gekostet haben, etwas zu verändern und zu übernehmen. Sie werden keinen Frieden finden, bis sich nicht jedermann mit jedem anderen als gleich verspürt. Und darauf steuert die Welt zu.

Aus dem 4. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichts vom 17/02/2011, „Einführung in das Buch Panim Meirot uMasbirot“

Bauen, ohne zu zerstören

Frage: Worin besteht die Umsetzung unseres freien Willens?

Meine Antwort: Darin, dass jeder sich vor der Gruppe beugt, um von ihr die Wichtigkeit des spirituellen Ziels, des Schöpfers, des Gebens zu bekommen.

Mein Wille besteht darin, mich selbst im Vergleich zu der Gruppe so klein zu machen, dass alles, was sie besitzen, als das Wichtigste im Leben in mich hineingeht, damit ihr Gedanke an den Schöpfer über alles, was es in mir gibt, herrscht. Und dann werde ich nur daran denken.

Ich handle jedoch nicht blind wie unter Hypnose, sondern arbeite absichtlich in meinem Egoismus gegen ihn: ich füge mich in die Freunde ein, beuge mich vor ihnen, stelle sie als führende Persönlichkeiten der Generation vor – alles nur, um die Wichtigkeit der Erlangung des spirituellen Ziels von ihnen zu übernehmen.

Und verhalte ich mich dieser Welt gegenüber mit all dem Reichtum, der Macht und dem Ruhm als etwas Niedrigem und Erbärmlichem gegenüber? – Nein, denn in diesem Fall würde es heißen, dass der Schöpfer nur gering höher als diese Erbärmlichkeit ist, ich muss jedoch einen anderen Zustand erreichen.

Deshalb muss ich sowohl Reichtum als auch Macht, Ruhm und diese ganze Welt hoch schätzen, die Spiritualität jedoch noch höher setzen. Also nicht die Wichtigkeit dieser Welt herabsetzen, wie verschiedene Religionen und Glaubensrichtungen das tun, sondern alles, was es in ihr gibt, für wichtig halten, jedoch nur zur Erreichung der Spiritualität benutzen. Und das wird als das Nötigste bezeichnet.

Wenn man nicht diese Welt herabsetzt, sondern die spirituelle erhebt, dann wird diese Welt in dem Maße des spirituellen Wachstums noch wichtiger vorkommen. Und dann darfst du sie nicht zerstören und nicht gering schätzen, sondern musst die Spiritualität noch höher darüber erheben! Auf diese Weise wirst du jedes Mal aufsteigen, von der Stufe dieser Welt zur Stufe der zukünftigen Welt.

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel „Vorwort zu Panim Meirot“, 17.02.2011

Ein vielschichtiges Filter vor dem Eingang

Frage: Warum wird Kabbala mit Hilfe von sehr unaufdringlichen Methoden verbreitet, indem sie sich nur an diejenigen richtet, die zuhören wollen, während die religiöse Propaganda mit einem solchen Nachdruck betrieben wird? Wenn das Wissen der Kabbala für die Menschen so wichtig ist, warum hat sie eine so passive Herangehensweise?

Meine Antwort: Die Religionen gehen so aufdringlich vor, weil sie nicht das Verlangen korrigieren, den Menschen zur Erkenntnis bringen, die Freiheit des Willens und die Erkenntnis des Bösen in ihm entwickeln müssen. Er muss keine Entscheidung nach seinem freien Willen treffen.

Die Religion verhüllt den Menschen mir ihrer religiösen Bedeckung, verschließt seine Augen, besticht ihn mit allen möglichen Versprechungen und materiellen Vergünstigungen, schüchtert ihn mit Bestrafungen in dieser und in der zukünftigen Welt ein, verspricht eine Belohnung usw. Alle diese Methoden und Glaubensrichtungen wirken im Rahmen dieser Welt mit Hilfe von „Zuckerbrot und Peitsche“. Denn so war es in unserer Welt üblich, gegen das egoistische Verlangen des Menschen vorzugehen.

Doch die Wissenschaft der Kabbala möchte neben dem Egoismus des Menschen seinen Punkt im Herzen entwickeln, damit er sich zwischen diesen beiden Kräften – dem „guten Trieb“ und dem „bösen Trieb“ – befindet. Und dann, wenn er sich in der Mitte zwischen dem Ego und dem Punkt im Herzen wiederfindet, wird er frei sein und wird selbst entscheiden können, mit wem er gehen will. Er wird seinen Egoismus, den bösen Trieb, zum Wohl des guten Triebes verwenden und auf diese Weise immer vorankommen können.

Die Wahl wird immer in seinen Händen bleiben, und er wird Auf- und Abstiege durchlaufen und ständig entscheiden, was, wozu und warum er wählen soll. Kabbala lässt einen Menschen im Menschen aufwachsen – einen Menschen, der dem Schöpfer ähnlich ist, frei denkt und keine Angst davor hat, zu sagen, was er denkt. Er hat vor nichts Angst – es gibt keine Bestrafung und keine Belohnung in der zukünftigen Welt, alles hängt nur von dir selbst ab, von dem, was du jetzt tun wirst.

Kabbala enthüllt dem Menschen die ganze Wahrheit, und nun, wenn du siehst, dass es keine zukünftige Strafe gibt und du alles, was du willst, tun kannst – nun entscheide dich! Und wenn du dich entscheidest, dann bewegst du dich in dem Glauben über dem Verstand, d.h. du erlangst eine völlig andere Herangehensweise an das Leben, die von deinem jetzigen, egoistischen Zustand getrennt ist.

Kabbala lässt den Menschen in seiner Persönlichkeit aufsteigen, sein neues Ich aufbauen, das als „Mensch“ (Adam), dem Schöpfer ähnlich (dome), bezeichnet wird. Diese Form muss er von dem Schöpfer erhalten.

Das ist überhaupt nicht mit Religionen zu vergleichen, die dem Menschen einreden, welche materiellen Handlungen er von früh bis spät ausführen soll: wie er essen, trinken, sprechen und denken soll. Hier ist alles umgekehrt, darum steht geschrieben, dass „die Meinung der Tora der Meinung von Massen entgegengesetzt ist“. Und das bezieht sich auf alle Religionen, Glaubensrichtungen und spirituelle Praktiken. Darin besteht deren prinzipieller Unterschied zu der Kabbala, die neben dem Egoismus eine weitere Komponente, genannt „Punkt im Herzen“, entstehen lässt.

Man muss das Ego an den Punkt im Herzen anschließen, es in dessen Innere hineinbringen und das korrigierende Licht dorthin heranziehen, dann wird diese ganze Konstruktion dem Schöpfer ähnlich, der sich in deinem Inneren enthüllt.

Doch diese Aufgabe ist nicht für jeden. Für den Menschen ist es einfacher, wenn man sich direkt an seinen Egoismus, an das Verlangen zu genießen wendet. Die Religion verspricht ihm, dass er einen Gewinn erzielen wird, wenn er deren Anweisungen folgt, und diese und die zukünftige Welt bekommt. Und sie zeigt ihm Millionen von Menschen, die sich um ihn herum genauso verhalten und mit ihrem Leben zufrieden sind. Wenn man sich auf diese Weise an den Menschen, allein an seinen Egoismus, neben dem es keinen Punkt im Herzen gibt, richtet, dann kann man ihn natürlich damit kaufen, und er wird wie ein Fisch mit einem Netz gefangen. Und es ist gut so, soll er sich in dem religiösen Rahmen befinden, wenn es für ihn ausreicht.

Doch ein Mensch mit einem Punkt im Herzen kann sich nicht damit zufrieden geben. Er kann zu der Religion kommen, prüft sich und geht weiter – er wird trotzdem zu Kabbala kommen. Und dieses ganze „vielschichtige Filter“ ist für Kabbala sehr nützlich. Wozu braucht sie Millionen, die nichts mit der Entwicklung seiner selbst nach dem Abbild des Schöpfers zu tun haben?

Aus diesem Grund verbreiten wir Kabbala auf der ganzen Welt und wollen deren Wissen an alle herantragen – aber zum Studieren kommt ein kleiner Teil (vielleicht 1%) von der ganzen Welt. Und das ist genug! Denn alle Anderen werden infolge ihrer Arbeit alles bereits fertig bekommen.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Vorwort zu Panim Meirot“, 20.02.2011

Das Ende der Generation von Sklaven

Heute haben wir es mit einer Generation zu tun, die nur dann in der Lage ist, etwas zu tun, wenn sie versteht, spürt, beschließt und dem zustimmt, was getan werden soll. Anderenfalls wird sie nichts tun. Wir können es sogar an den Ereignissen sehen, die im Moment in der Welt stattfinden. Es kommt eine neue Welle, mit anderen Worten, es erwacht eine neue Ebene der gemeinsamen Seele in der gesamten Menschheit.

Der modernen Generation widerstrebt die belehrende Erziehungsmethode, bei der es üblich ist, dem Menschen mit dem Finger zu drohen und ihn moralisch zu belehren: „Nehme Beispiel an uns und mach genauso“. Für die junge Generation ist es zu wenig, sie werden diesen Weg nicht gehen. Im Gegenteil, sie werden die schlechtesten Beispiele kopieren und werden sich nicht beherrschen können, um deinen tollen Beispielen zu folgen.

Die neue Generation wird nichts annehmen, nur weil es so sein soll. Selbst wenn der Mensch in seiner Kindheit vieles automatisch aufsaugt, wird die Erziehungsmethode von Zuckerbrot und Peitsche bei den heutigen Kindern nicht durchgehen. Denn der Egoismus wächst von Tag zu Tag, und du wirst ihm nicht standhalten können. Und aus diesem Grund wird die Gewohnheit bei ihnen nicht zur zweiten Natur.

Vor unseren Augen entwickelt sich in den Kindern eine neue Natur, die danach verlangt, dass du ihnen die Methode in die Hand gibst. Du willst dem Kind fertige Ergebnisse vorsetzen, die es realisieren soll, wie eine kleine Maschine in deinen Händen, indem es dich anschaut und dir alles nachmacht. Aber nein, die Kinder durchbohren dich mit einem abschätzenden und sehr wählerischen Blick, sie studieren und analysieren dich ständig, für sie bist du ziemlich transparent.

Wir müssen verstehen, dass diese Generation nach einer rationalen und sehr logischen Methode verlangt, nach einer Methode, die sie verstehen und nur entsprechend diesem Verständnis anwenden kann.

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Die Generation von Sklaven, von Maschinen, die bereits Charly Chaplin überführte, ist zu Ende. Heute müssen wir überlegen, wie wir jungen Menschen den Entwicklungsprozess, die Realität und ihren Platz darin, das Ziel, die Wege der Lenkung und die Möglichkeiten, die vor jedem Menschen liegen, erklären können.

Kurz gesagt, dem Menschen müssen jene Grenzen aufgezeigt werden, innerhalb welcher er wirklich ein freies Geschöpf ist.

Die neue Generation unterscheidet sich sehr von uns, darum müssen wir keine Dressurmethoden ausarbeiten, damit sie sich gehorsam in der Nähe aufhält, sondern eine Methode zur Weitergabe der Weisheit gemäß dem Alter des Menschen. Dann werden die Kinder diese Methode in ihrem Verhalten anwenden und realisieren, und uns bleibt lediglich zu überprüfen, ob wir sie richtig an sie weitergegeben haben. Wir werden es an den Ergebnissen „vor Ort“ sehen.

Früher wurde Bildung und Erziehung auf Zuckerbrot und Peitsche aufgebaut. Die Kinder wurden in verschiedene Rahmen gezwängt und an der kurzen Leine gehalten: „So musst du dich verhalten, so musst du handeln“. Heute wird es nicht funktionieren, weil der Schöpfer von uns verlangt, zur Erkenntnis des Bösen, zum Verständnis dessen, was im Leben geschieht, zu kommen. Wir müssen lernen, uns entsprechend der Wichtigkeit des Ziels zu lenken – genau darin besteht die selbständige Arbeit eines Menschen.

Die Seele kennt kein Alter. Es ist unwichtig, in wem sie erwacht: in einem Erwachsenen oder in einem Kind. Wir müssen verstehen: sowohl Jüngere als auch Ältere müssen von uns mit der Korrekturmethode ausgerüstet werden, damit sie nur nach dieser aufwachsen.

Auszug aus dem Abendgespräch über die Erziehung, 19.02.2011

Die Erziehung sollte zeitgemäß sein

Nach heutigen Verständnis hat die Erziehung jene Bedeutung verloren, die ihr in vorigen Generationen eigen war: die Kinder so großzuziehen, dass sie gut und freundlich erzogen werden und sich richtig benehmen können.

Deshalb ist die Erziehung heute schon etwas ganz anderes, sie wird immer mehr als etwas obligatorisches für alle empfunden. Eigentlich bedeutet „die Erziehung“ nichts anderes als ein Verständnis dafür, wie man sich in seiner Umgebung, im Land und auf der Welt, sowie in verschiedenen Situationen verhalten soll.

Anders gesagt, betrifft „die Erziehung“ den Menschen, der in mir existiert, wobei die Eltern sowie die Umwelt mir helfen, meine Persönlichkeit aufzubauen, damit ich folglich begreifen kann, wie das Leben gut, sicher und wahrhaft einzurichten ist. Denn alles, was wir im Kindesalter lernen, wird später zur unseren Natur, dann wird auch unser Verhalten ohne Bemühungen richtig sein. Es wird auch mittels der letzten Forschungen bestätigt, deren Ergebnisse beweisen, dass bei Kindern im Alter von 2 bis zu 6-7 Jahren die Erziehung grundlegend festgelegt wird.

Im Laufe der gesamten Geschichte der Menschheit verlief unsere Entwicklung in die egoistische Richtung, da jeder nur an sich selbst dachte: wie kann ich schneller vorankommen, wie kann ich mehr Geld verdienen, wie kann man Leiden zu vermeiden. In solcher einfachen egoistischen Form bildeten wir früher den Menschen aus – wie man im Leben am besten zurechtkommt. Und es galt eben als die richtige Erziehung.

Heute verändert sich alles, und wir merken, wie integral die Welt wird, d.h. verbunden mit allen Teilen, auf allen Stufen. Vor uns steht ein sehr ernstes Problem, weil wir jener neuer Welt noch nicht entsprechen, die uns jetzt offenbart wird.

Die neue Lenkung, die neue Methodik und das Naturgesetz werden offensichtlich. Früher war mir alles egal: ich konnte hier die Wälder zerstören und dort die Seen austrocknen, gegenüber der Gesellschaft alles machen, was ich nur wollte. Jeder von uns konnte alles machen, was er sich wünschte, ohne dabei an andere zu denken oder sie zu fragen.

Heute kommen wir in solch einer Welt an, in der die Freiheit der Persönlichkeit nicht mehr existiert. Jetzt wird man es nicht mehr schaffen, alles Mögliche zu machen, weil man durch das gemeinsame Verbindungsnetz auf alle Menschen Schläge hervorruft, wenn die Handlung für sie nicht gut ist.

Wir wissen nicht, welche unserer Handlungen schädlich sind und wie deren Folgen sind, da wir in unserem Bewusstsein noch nicht integral miteinander verbunden sind. Und wenn ich im Begriff bin, irgendeine Arbeit zu erledigen oder mit jemandem ein Geschäft zu machen, dann muss ich dabei die Interessen der ganzen Welt berücksichtigen. Aber noch bin ich nicht bereit, so zu handeln oder in meinem Inneren anzunehmen, dass ich durch meine Handlungen, die gesamte Welt beeinflusse.

Und da wir gemeinsam einen einheitlichen Organismus bilden, so beeinflusst sogar die kleinste Erschütterung das ganze System, ebenso, wie es auch in unserem physischen Organismus geschieht. Was wird dann mit uns passieren, wenn wir keine richtige Beziehung zur Natur offenbaren? Es bedeutet, dass ich weder im Business, noch bei der Arbeit oder in der Erziehung und in Beziehungen erfolgreich sein werde.

Und bald wird sich die Verbindung zwischen uns in solchem Ausmaß zeigen, dass ich den Menschen unbedingt schaden werde, wenn ich nicht aller Folgen meiner Handlungen bewusst werde, wenn ich mich beispielsweise an die Polizei oder an meinen Wohnungsvermieter wende.

Die Wissenschaft der Kabbala erklärt uns, dass wir die Korrektur der menschlichen Natur anstreben sollen, weil unsere heutige Stufe der Entwicklung uns dazu verpflichtet „wie ein Mensch mit einem Herzen“ verbunden zu sein, nach dem Prinzip „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst“.

Auszug aus der öffentlichen Vorlesung „Kabbala für alle“, 08.02.2011

Beneide den Schöpfer!

Es steht geschrieben, dass „Neid, Genusssucht und Ehrgeiz“ den Menschen aus dieser Welt hinausführen – diese Eigenschaften müssen also genutzt werden, um in die spirituelle Welt zu gelangen. Das Problem ist aber, dass der Mensch sich verzettelt und nach allen diesen Verlangen in der materiellen Welt sucht.

Wenn er seine ganze Kraft aufwenden würde, um Mensch zu werden, zu der spirituellen Ebene, zu der menschlichen Stufe aufzusteigen, würde er Erfolg haben. Stattdessen jagt er dem Geld, dem Ruhm und der Macht hinterher und ihm fehlt der Neid nach den spirituellen Eigenschaften, der es ihm ermöglichen würde, zu einem Menschen zu werden.

Wir müssen eine Selbstanalyse durchführen und uns in die Umgebung einfügen, die uns so formt, dass wir aus allen Verlangen das wichtigste hervorheben: Mensch zu werden, damit weder Macht noch Geld, noch Ruhm uns mehr anziehen, als es nötig ist. Alle diese Eigenschaften müssen nur unser Bestreben nach dem richtigen Neid unterstützen – wir sollen den Schöpfer beneiden und uns danach sehnen, so wie Er zu werden!

Und wenn ich abstürze und beginne, die Anderen um ihr Geld, ihre Macht oder ihren Ruhm zu beneiden, dann ist es klar, dass ich nicht mehr nach oben, zum Ziel gerichtet bin.

Doch wie kann ich den Schöpfer beneiden, wenn ich Ihn nicht sehe und nicht spüre? Deswegen ist uns die Gruppe gegeben, um uns die Wichtigkeit der spirituellen Eigenschaften einzureden. Du wirst niemals wissen, wer der Schöpfer ist, bis du Seine Stufe erreicht hast. Außerdem sind Seine Eigenschaften dir entgegengesetzt und stoßen dich ab – deshalb wird hier nur die richtige Umgebung helfen, in der du arbeiten wirst. Nur sie kann dein Wertesystem verändern.

Das Problem besteht aber darin, dass, selbst wenn der Mensch seine Vorausentwicklung auf der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Stufe abgeschlossen hat und zu Kabbala, zu dem Beginn der menschlichen Stufe und zum freien Willen, gekommen ist, er plötzlich vom Weg abkommen und sich für mehrere Jahre auf die Suche nach Geld, Macht und Ruhm machen kann. Und bis er zurückkommt, läuft das Leben weiter und, schau her, ist vielleicht schon vorbei…

Auszug aus dem Unterricht nach dem „Vorwort zu Panim Meirot“, 17.02.2011