Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'kümmern'

Untätigkeit ist bereits ein Übel

Frage: Was bedeutet es, einem Freund Unrecht zu tun?

Antwort: Wenn es sich um meinen Freund in der kabbalistischen Gruppe handelt und ich mich nicht darum kümmere, mich mit ihm zu verbinden, ist das bereits böse.

Schließlich bohre ich damit ein Loch in die Seite unseres gemeinsamen „Bootes“ – unseres gemeinsamen spirituellen Gefäßes, und durch meine Untätigkeit bereite ich ihm bereits Unheil.

Wenn ich nicht daran arbeite, unser gemeinsames spirituelles „Kli“ zu vergrößern, und wenn ich auch nur ein bisschen faul bin, dann schade ich den anderen.

Wir denken, wenn wir niemanden schlagen, töten, stehlen oder umbringen, dann ist alles in Ordnung, was soll man sonst von uns verlangen?

Wir sind uns nicht bewusst, dass wir Böses tun können, auch wenn wir perfekte „Musterbürger“ sind!

Aber all das ist im Spirituellen nicht genug. Wenn ich mich im Spirituellen nicht jeden Augenblick darum kümmere, ein gemeinsames spirituelles Gefäß zu schaffen, dann bedeutet dies kein gutes Verhältnis zu den anderen.

In dem Moment, in dem ich aus dieser Sorge um das gemeinsame „Kli“ herausfalle, schade ich den Anderen.

Es gibt keinen Zwischenzustand – nur gut oder böse! Das ist das Gesetz des höheren Systems unserer Verbindung.

[13366]

Aus der Lektion zu Baal HaSulams Artikel „Die Gabe der Tora“

Zwei Wege, um gut zu sein

In jedem Aspekt, den wir untersuchen können, ist das Leben heute besser als es jemals war: Wir haben mehr Nahrung als je zuvor, sogar zu viel; wir haben eine bessere Gesundheitsversorgung; wir leben länger; und wir haben Redefreiheit, zumindest im Vergleich zu vor hundert Jahren oder früher. Die Technologie hat uns Überfluss beschert; wir können bequem innerhalb von Stunden überall hinreisen, wo wir wollen, und das zu einem lächerlichen Preis; wir können mit jedem Mensch auf dem Globus innerhalb von Sekunden kommunizieren, als ob er direkt neben uns stünde, und die moderne Medizin vollbringt Wunder (selbst Covid-19 ist nichts im Vergleich zu Seuchen, die noch vor einem Jahrhundert zig Millionen Menschen getötet haben). Es scheint, als ob die Menschen glücklicher denn je sein sollten. Überraschenderweise sind wir heute deprimierter als je zuvor.

[Rest des Beitrags lesen →]

Wenn Einigkeit zum Chauvinismus führt

Frage: Was ist das Prinzip der Brüderlichkeit?

Antwort: Die Beachtung dieses Prinzips verschafft uns den angenehmsten Zustand. Wenn wir aneinander denken, uns gegenseitig unterstützen, wenn sich jeder um den anderen kümmert, dann kann es niemandem von uns schlecht gehen.

Bemerkung: Man behauptet, dass übermäßige Einigkeit zu Rassismus, Chauvinismus, Fundamentalismus oder zu religiösem Fanatismus führt.

Antwort: Nein. Das geschieht nur, wenn ich eine bestimmte Gruppe von Menschen nehme und anfange, sie mit übertriebener Sorge zu behandeln, da wir ein bestimmtes Ziel gegen andere haben. Gegen andere!

Wir beginnen uns als besondere Individuen zu fühlen. Dieses egoistische Gefühl gibt uns Kraft. Wir überschreiten dann natürlich die Grenzen. Das ist nicht mehr einfacher Egoismus, sondern Chauvinismus.

Frage: Ist es also nicht gegen unsere egoistische Natur, wenn wir uns gegen jemanden verbünden?

Antwort: Ja. In diesem Fall brauche ich nur Partner. Ich finde sie, wir kümmern uns umeinander, wir sind ein starkes, geschlossenes Team und wir unterdrücken einfach alle anderen.

Frage: Vielleicht fällt Ihnen etwas ein, um alle Erdbewohner dazu zu bringen, sich gegen jemanden zu stellen, z. B. Aliens? Als würden wir uns in einer Art Gefahr befinden, dann würden sich alle Erdbewohner verbinden.

Antwort: So denkt sich jeder Staat einen Feind aus. Das bringt die Menschen wirklich zusammen. Die Politiker nutzen dies aus. Warum sind alle entwickelten Länder oft in Konfrontation? Es hilft ihnen, sich zu vereinen, mobilisiert Menschen, Ressourcen und setzt zusätzliche Kräfte in den Massen frei.

Aus der Fernsehsendung „Spirituelle Zustände“, 13.05.2019

[277762]

Medizin, wie die Natur sie uns geben würde

Vor ein paar Tagen schrieb ein israelischer Arzt, dass er nach mehr als 20 Jahren Medizinpraxis, zu oft sagen muss, dass er es nicht weiß. Er sagt, Covid habe alles in seinem Beruf auf den Kopf gestellt, er und viele seiner Kollegen stünden nur allzu oft ratlos da.

Es scheint, als würde uns die Realität in jedem Aspekt unseres Lebens einholen. Alles, was wir auf einem Fundament aufgebaut haben, zerbröckelt, auch, oder vor allem, die moderne Medizin. Wir haben aus dem Gesundsein ein Geschäft gemacht, und im Geschäft zählt das Geld und nicht der Mensch.

[Rest des Beitrags lesen →]

Aufbau der zukünftigen Gesellschaft, Teil 5

Die Bedürfnisse der Gesellschaft verstehen

Baal HaSulam, „Aufbau der zukünftigen Gesellschaft“ Kapitel 3, Punkt 1: Der Kommunismus ist ein Ideal, d.h. er ist moralisch. Das Ziel, „entsprechend den eigenen Fähigkeiten zu arbeiten und entsprechend den eigenen Bedürfnissen zu empfangen“, bezeugt dies.

Wenn wir in einer absolut harmonischen Gesellschaft der Zukunft leben, in der alle miteinander verbunden sind, dann denkt jeder darüber nach, was man dieser Gesellschaft geben kann. Man muss ihre Anforderungen verstehen, und wie man sie kompensieren und erfüllen kann.

Es muss eine ernsthafte Verbindung zwischen den Mitgliedern der Gesellschaft bestehen, so dass sie nur das, was notwendig ist und nichts Überflüssiges tut, da damit die Natur geschädigt wird.

Das heißt, ich kümmere mich um die Bedürfnisse der anderen, mache alles, was von mir benötigt wird. Jedes Mitglied der Gesellschaft tut dasselbe. Auf diese Weise erreichen wir völlige Harmonie zwischen uns.

Frage: Ist das Prinzip, von “jedem nach seinen Fähigkeiten”, ein Ausdruck der Eigenschaft des Gebens? Ich setze alle meine Fähigkeiten zum Wohle der Gesellschaft ein. Bedeutet dann “für jeden nach seinen Bedürfnissen”, dass man seine Bedürfnisse bemisst und nur das bekommt, was man braucht?

Antwort: Oder die Gesellschaft bemisst sie. Was ist der Unterschied? In diesem Fall vertraue ich der Gesellschaft vollkommen.

[257213]

Aufbau der zukünftigen Gesellschaft, Teil 3

Den Zustand des Gebens erlangen                              

Frage: Die Natur verpflichtet uns, dem Gesetz des Empfangens zu entsprechen, und wir kümmern uns unentwegt um die Befriedigung unserer eigenen Bedürfnisse. Das ist völlig normal, denn so sind wir erschaffen. Das zweite Gesetz „der Gesellschaft zu geben, für sie, für den Nächsten zu sorgen“ ist vor uns verborgen.

Doch der Schöpfer verpflichtet uns, auch dieses Gesetz zu befolgen, indem er uns Schläge und Leiden schickt; wir bringen sie nur nicht mit der Nichteinhaltung dieses Gesetzes in Verbindung. 

Haben wir also gar keine Entscheidungsfreiheit? Wie Baal HaSulam schreibt: Unsere absolute Pflicht ist es, dem Gesetz der Natur vollständig zu entsprechen.

Antwort: Nein, ein Mensch ist dazu nicht zwingend verpflichtet, sondern wird nur dazu gedrängt, das Gesetz des Gebens bewusst anzunehmen und seine Notwendigkeit zu erkennen.

Was bedeutet „erkennen“? Wenn man sein eigenes, man könnte sagen, ziviles Gewissen ist, versteht man, dass man dies tun muss. Nicht um seiner selbst willen, sondern um der anderen und des Schöpfers willen. Man akzeptiert dieses Gesetz und führt es nicht zwangsläufig aus, sondern weil man erkennt, wie viel Gutes man damit für andere und für den Schöpfer tun kann. Nur um ihrer willen! Und auf keinen Fall für sich selbst!

Das macht einen aber nicht zu einem höher entwickelten Tier, das auf derselben Stufe mit anderen Tieren steht. Da der Mensch nicht automatisch der instinktiven Erfüllung der Naturgesetze unterliegt; muss er sie selbst erfüllen. Fakt ist, dass man eine völlig andersartige Ebene erreichen muss, nämlich die Eigenschaft des Gebens und der Liebe, und nicht die instinktive Erfüllung der Gesetze der Natur. Dadurch erhebt man sich auf die Stufe des Schöpfers.

[257185]

Methode der Korrektur, Teil 9

Gegenseitige Fürsorge

Wenn sich alle mit wahrer Liebe umeinander kümmern, muss sich niemand um sich selbst kümmern.  (Baal HaSulam, „ Liebe zum Schöpfer und Liebe zu den Geschöpfen“)

Frage: Es geht also um eine Gemeinschaft. Schließlich kann das ein Mensch nicht alleine umsetzen, es sollten bestimmte Beispiele vorangegangen sein. Nur Beispiele, oder auch entsprechende Beziehungen zwischen den Menschen?

Antwort: Natürlich. Wenn man für die anderen bürgt, sich gegenseitig unterstützt, an den anderen und nicht an sich selbst denkt – wird das Gesetz der Bürgschaft erfüllt.

Frage: Baal HaSulam schreibt weiter, dass eine gewisse Anzahl von Personen eine Bedingung für die gegenseitige Bürgschaft voraussetzt. Warum ist das so?

Antwort: Da ein einzelner Mensch sich nicht selbst mit allem, was er braucht, versorgen kann. Wenn eine gewisse Anzahl von Menschen darüber nachdenkt, was von dem geschichtlichen Zeitabschnitt, den Lebensbedingungen usw. abhängt, dann hat er nichts zu befürchten.

Nur wenn er sich um andere sorgt, braucht er sich nicht um sich selbst zu kümmern.

Aussage: Wenn, wie Baal HaSulam schreibt, auch nur eine Person in egoistische Absichten zurückfällt und anfängt, nur noch an sich selbst zu denken, dann hören auch alle anderen auf, sich umeinander zu kümmern.

Antwort: Es geht um ein ideales System, Baal HaSulam beschreibt wahre Gesetze. Es ist im Grunde genommen der richtige Zustand.

Fortsetzung folgt…

Aus der TV-Sendung „ Grundlagen der Kabbala“, 07.02.2019

[257076]

Seelenverwandte

Frage: Wie kommt es, dass ein Mensch Familie und Verwandte hat?

Antwort: All das kommt aus dem spirituellen System.

Frage: Sind das Seelenverwandte?

Antwort: Ja, sie stehen sich nahe. Irgendwie werden sie von dir „genährt“. Du musst sie füttern, sie versorgen. Vielleicht wird das mit der Zeit sowohl in einem materiellen als auch in einem spirituellen Zustand kommen.

Frage: Aus Sicht der Kabbala muss man sich um seine Familie kümmern. Es gibt dafür sogar eine Anweisung. Wie sollten denn die Beziehungen zu den Verwandten, wie Tante, Onkel, Großeltern aussehen?

Antwort: Wir befinden uns jetzt auf einer spirituellen Reise. Ich denke, dass dann, wenn die Massen einen spirituellen Zustand erreicht haben, eine Struktur der Beziehungen nach spirituellen Richtlinien festgelegt wird.

Aus der TV-Sendung „Die Grundlagen der Kabbala“, 01.01.2019

(254346)

Familie und Ehe, Teil 4

Aussage: Auf der einen Seite wird die Familie durch den sich ständig weiterentwickelnden Egoismus zerstört, auf der anderen Seite steht die Zerstörung der Ehe im Widerspruch zu den Gesetzen der Natur. Schließlich hat die Natur die Familieneinheit als eine Umgebung geschaffen, in der sich Menschen entwickeln können.

Antwort: Früher war die Familie von einem rein egoistischen Interesse geprägt. Heute wird sie von unserer Natur zerstört.

Frage: Was ist hier die Tendenz aus der Sicht der Kabbala?

Antwort: Die Tatsache, dass wir auf die nächste Stufe aufsteigen werden.

Frage: Wird es in Zukunft noch so eine Einheit wie die Familie geben?

Antwort: Die Familie wird anders sein. Die wichtigste Frage wird sein: „Wie kommen wir spirituell voran?“ –sonst bin ich nicht bereit, die Last zu tragen, eine andere Person um mich herum zu haben. Ich bin nicht in der Lage, mich die ganze Zeit um sie und um die Kinder zu kümmern.

Ich bin bereit, für meine „Sünden der Jugend“ zu bezahlen, indem ich die Verantwortung für höchstens 2 Kinder übernehme, mehr nicht. Das ist jedoch keine Familie. Um die Familie zusammenzuhalten, brauche ich einen höheren Wert als die Kinder. Keiner wird ausschließlich für die Kinder leben. Wenn es heute noch solche Menschen gibt, werden diese in ein oder zwei Generationen weg sein. 

Frage: Kabbalistisch betrachtet, wird die Familie, welche nicht das Ziel hat, den Schöpfer zu enthüllen, nicht existieren können. Die Menschen werden dann keine Motivation haben, zusammenzuleben. Außerdem wird die Technik auf einem Niveau sein, dass der Bedarf an einer Familie verschwindet.

Antwort: Wir kommen dazu, dass man kein Bedürfnis, auch nicht das Körperliche, nach jemand anderem haben wird. Wir bewegen uns hin in Richtung Unisex- zu allem anderen als zu der Gründung einer Familie.

Fortsetzung folgt…

(253941)