Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Kraft'

Was ist der Schöpfer?

Eine Frage, die ich erhielt: Sie sagten, dass das Materielle – der Wunsch „zu genießen“, und das Geistige – eine Verbindung zwischen den Wünschen ist. Was ist dann der Schöpfer?

Meine Antwort: Der Schöpfer ist all das, was du innerhalb deiner Handlungen offenbarst. Du enthüllst die allgemeine Kraft – das Geben und die Liebe, indem du selbst diese Handlungen des Gebens und der Liebe begehst. Danach wird in deinen Handlungen die innere Kraft empfunden – die „der Schöpfer“ (Bore) heißt – „Komm- und sieh“ (Bo – komm, Re – sieh). Wir können nur nach dem Prinzip „Aus Deinen Handlungen erkenne ich Dich“ begreifen. Wenn ich aus allen Handlungen die Kraft, die mich ausfüllt – das Geben und die Liebe begreife – dann erkenne ich daraus den Schöpfer.

Wie beginnt eigentlich das kleine Kind, seine Mutter zu erkennen? Es bekommt einen Eindruck von ihren Handlungen. Aus diesem Eindruck begreift das Kind nichts, sondern fühlt nur, wie sich jemand um es kümmert. Das Kind beginnt seine Mutter erst dann richtig kennenlernen, wenn es auf sie, bzw. auf ihre Wünsche richtig reagiert und ihre Handlungen wiederholt. Im Grunde genommen besteht darin die ganze Erziehung. Auf diese Weise erkennen wir das Höhere – den Schöpfer. Ich begehe die Handlungen aufgrund eigener Reshimot, es heißt folglich „aus Deinen Handlungen“- und dadurch „erkenne ich Dich“.

Warum sind es „Deine Handlungen“?! Sie sind doch meine! Nein. Der Schöpfer gab mir diese Reshimot, Er gibt mir den Wunsch, die Gruppe, die Umgebung, sowie die Kraft, diese Handlungen zu begehen. Deshalb sage ich nach jeder Handlung: „Es sind Deine Handlungen!“ Aber aus diesen Handlungen, die durch mich gingen, habe ich Dich erkannt, weil ich es selbst wollte und tat.

Wer hat Dich erkannt? Es gibt hier den gewissen Punkt meiner freien Wahl, der als mein eigenes „ich“ genannt wird. Ich habe diese Handlungen hervorgerufen – und habe Dich deshalb erkannt.

Aus Deinen Handlungen habe ich Dich erkannt. Es gibt in mir „mich“, das Dich erkannt hat. Die Handlungen – sind Seine, und das Begreifen – ist meins.

Aus dem Unterricht zur „Lehre der Zehn Sfirot“ „, 02.07.2010

Die höhere Garantie

Eine Frage, die ich erhielt: Was ist die mittlere Linie? Ist sie der Schirm?

Meine Antwort: Die Mittlere Linie ist die richtige Kombination zwischen den erhaltenden Wünschen (Kelim) und den Kräften des Gebens.

Nachdem ich sie vorbereite, bitte ich um die Kraft des Schirmes, die sich gerade auf diese Wünsche erstrecken wird. Wenn ich diese Kraft bekomme, dann erhalte ich das geistige Gefäß (Kli), das als die mittlere Linie bezeichnet wird, und worin ich folglich die Handlung des Gebens begehen kann.

Davor führe ich folgende Klärungen durch: was ist rechte Linie und was ist die linke Linie; was heißt die Anziehung des Lichtes von oben nach unten, die ich vollständig anhalte, indem ich eine Einschränkung begehe; was heißt das Abstoßen des Lichtes vom unten nach oben, und inwiefern kann ich darin meinen Wunsch zeigen, um nicht einfach den kommenden Genuss abzustoßen, wie bei der Einschränkung, sondern um das widergespiegelte Licht zu schaffen, worin sich der Teil des geraden Lichtes einkleiden wird.

Nach all diesen Klärungen, wenn ich mich vollständig strukturiere, bitte ich die höhere Kraft, den wahrhaften Wunsch, das geistige Gefäß (Kli) zu schaffen.

Wenn ich mich richtig vorbereitet habe, dann bekomme ich von oben die Kraft, welche den Wunsch des Gebens und den Wunsch des Erhaltens vereinigt, und zwar von beiden Seiten, – von rechts und von links, sie prüft die Wünsche und sortiert sie aus. Ich bitte um die Teilnahme des Schöpfers, denn woher soll ich sonst wissen, wie ich damit arbeiten kann.

Kaum ist mein Kli bereit – gilt es als Stempel von oben, als die höhere Garantie, dass ich keinen Misserfolg erleiden werde, wenn ich den Wunsch verwende.

Dann setze ich weiterhin fort, in der mittleren Linie zu arbeiten – für das Geben zu bekommen, im Glauben über dem Verstand, wenn meine Kräfte des Gebens von unten nach oben arbeiten, und ich überzeugt bin, dass alles beim Alten bleibt.

Es ist eine Reihenfolge der Handlungen – die ich in der mittleren Linie begehe. Es gibt die mittlere Linie im kleinen Zustand (Katnut), im Stadium der Entstehung (Ibur), der Ernährung (Jenika) und des Erwachsenwerdens (Mochin).

Auf jeder Etappe brauche ich die Hilfe von oben, um die mittlere Linie tatsächlich zu erreichen – sowohl für die Klärungen, als auch für die Vereinigung und Verschmelzung mit dem Schöpfer.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 15.07.2010

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Alle zusammen aufsteigen – und keinen Schritt zurück!

Heute wird der Einheitsabend in Beer Schewa stattfinden, und jedes Mal gehen wir einen weiteren Schritt nach oben.
Auch wenn dieses Ereignis nur von kleinem Maßstab ist, wird es immer zu allen vorhergehenden ergänzt.
Wir fühlen die Akkumulation unserer Bemühungen nicht, aber so ist es in unserer irdischen Entwicklung, wenn wir eine Menge Handlungen ausführen müssen, um einen sichtbaren Sprung in der Entwicklung durchzuführen. Wie die Flucht aus Ägypten – unerwartet, in der Hast und in der Finsternis.
Deswegen ist die heutige Veranstaltung so wichtig. Jedes weitere Ereignis ist zweifellos tiefer und stützt sich auf alle vorhergehenden Zustände und übersteigt sie alle.
Wenn man alle vorhergehenden Zustände zusammen verbindet, dann wird jeder weitere Zustand größer als die anderen, egal, ob wir das fühlen oder nicht. Handlungen werden nicht nach unserer Empfindung bewertet.
Und wir erhoffen uns, dass wir schon genug vorbereitet sind und das Fallen überwinden können. Wie ein Greis, der gebogen geht und die ganze Zeit im Voraus prüft, ob er etwas fallen lassen hatte.
Genauso müssen wir jetzt auch entscheiden, dass wir hinaufsteigen und nicht mehr fallen. „In der Geistigkeit wird es gehoben, aber nicht gesenkt!“
All diese Schwäche, die sich nach dem Treffen und der Vereinigung enthüllen wird, muss man bereit sein, mit dem Glauben über dem Verstand sofort zu überwinden.
Der Zustand, der auf dem Treffen erreicht wurde, soll nicht verlorengehen! Wir werden die Leere unvermeidlich fühlen, weil wir ja bis zu irgendeinem Zustand der Einheit hinaufgestiegen waren. Danach haben wir uns getrennt und sind noch tiefer gefallen als wir vorher waren. Und jetzt stellt sich die Frage: Was werden wir mit diesem Fallen machen?
Das Wichtigste und das Kostbarste ist dieser negative Zusatz, weil wir mit seiner Hilfe noch ein Stückchen höher hinaufsteigen können.
Dieser Zusatz der Selbstsucht ermöglicht es uns, mit dem „Glauben über dem Verstand“ über sie hinaufzusteigen. Die Kraft, um die Fälle zu überwinden, kommt von oben, wenn wir um sie gemeinsam bitten.
Darin kann uns nur der Stimulator helfen, in dem wir die Einigkeit nach dem vergangenen Einheitsabend fortsetzen, um uns dort so stark wie möglich zu äußern.
Mit jedem Treffen werden wir mehr und mehr von der Einheit ansammeln, bis „ der Groschen zum großen Kapital wird“.
Wieviel dort angesammelt wurde, ist uns nicht bekannt, bis die nötige Summe für den Eingang in die höhere Welt plötzlich erreicht wird.
Aber das geschieht immer unerwartet, in der Hast, wie die Flucht aus Ägypten. Es ist unmöglich, etwas darüber im Voraus zu wissen.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Vorwort zu Panim Meirot“ vom 18.08.2010

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Der Aufbau der gemeinsamen Seele

Während des Kongresses sammeln wir all unsere Kräfte des Gebens zusammen und schaffen eine einheitliche, gemeinsame, kollektive Kraft.

Dank dieser Kraft werden wir einen neuen egoistischen Wunsch enthüllen. Wir werden mit ihm arbeiten und uns mit Hilfe des Glaubens über dem Verstand, trotz der Unlust, über ihn erheben.

Hier werden wir entdecken, dass sich neue Leute an uns anschließen. Und das ist, weil wir die Kräfte bekommen haben, um uns um sie zu kümmern.

Weil wir ja mit unseren Handlungen die allgemeine Seele beeinflussen – die einzige Schöpfung. Wir sammeln die Kräfte des Gebens von jedem und wir formen eine kleine Seele, die bereits der Seele Adams ähnelt, welche sich im Zustand der Welt der Unendlichkeit befindet.

Daraus folgt, dass wir mit unseren Bemühungen alle Seelen erwecken und sie beginnen zusammen zu „vibrieren“!

Darin wird die Verbreitung der Kabbala bestehen. Man braucht sogar nicht mehr so viel Stoff über das Ziel oder die Korrektur, sondern die Menschen werden schon fühlen, dass es die Quelle der höchsten Kraft gibt.
Aber das ist nur dann, wenn wir die gemeinsame Seele, die kollektive Kraft schaffen.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Vorwort zu Panim Meirot“ vom 19.08.2010

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Der Anfang des praktischen Aufstiegs

Auf einem Kongress speichern wir quasi die „Abschirmung“ (den Schirm) – die Kraft des gegenseitigen Gebens, mit der wir zu arbeiten bereit sind.

Ein Kongress ist mit einer großen Gruppe zu vergleichen: wir haben die Menschen versammelt, haben sie vereint und sind nun bereit, ein gemeinsames Ziel zu verwirklichen, wie eine Kampftruppe.

Und wenn wir uns einfach versammeln, um zu singen, zu tanzen und dann auseinanderzugehen – welchen Sinn macht es dann? Ein Kongress ist ein Ort für die Zusammenarbeit!

Je nach Zuständen, die wir durchlaufen werden, werden wir entscheiden, wie oft wir solche Kongresse brauchen. Wir werden empfindlicher, werden verstehen, wann und wo der nächste Kongress stattfinden muss, in welcher Größenordnung, regional oder weltweit.

Unser ganzes Leben wird aus diesen gemeinsamen Auf- und Abstiegen bestehen, die die gesamte Arbeit unseres Unternehmens bestimmen werden. Wofür leben wir sonst, wenn nicht für die spirituelle Entwicklung?

Je schneller wir diese ganze Arbeit erledigen, desto schneller erreichen wir den Eingang in die spirituelle Welt und fangen an, dort die 125 Stufen hochzusteigen.

Noch sind wir dabei, diesen Aufstieg zu üben, doch er ist bereits sehr nah. Ein paar solcher Übungen und du wirst bereit sein, mit Lichtern und Kelim zu arbeiten. Nicht weil wir klüger werden, indem wir die Theorie erlernen, sondern weil wir eine kollektive Kraft aufbauen, die auch unser spirituelles Gefäß ist.

Durch solche Handlungen enthüllt sich die gemeinsame Kraft der Gruppe – ihre Seele. Jedes Mal bauen wir sie immer mehr aus und beginnen zu spüren, wie in ihr das Licht arbeitet, d.h., wir durchqueren den Machsom.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Vorwort zu Panim Meirot“ vom 19.08.2010

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Kabbalisten über Kabbalisten, Teil 6

Liebe Freunde! Ich bitte euch, Fragen zu diesen Zitaten von großen Kabbalisten zu stellen. Ich verspreche euch, sie zu beantworten.

Anmerkungen in Klammern sind von mir. [M. Laitman]

Wer ist ein Kabbalist?

Es wird klar, über welchen Vorzug (besondere Eigenschaft und Wissen, Herz und Verstand) der Mensch verfügt, der dessen würdig wurde, wieder mit dem Schöpfer zu verschmelzen, was bedeutet, dass er der Ähnlichkeit mit den Eigenschaften des Schöpfers würdig wurde, dadurch, dass er kraft der Tora (des Lichtes der Korrektur) den (egoistischen) Willen zu empfangen, der in ihm eingeprägt war, ins Gegenteil verwandelte, weil dieser Wille eben das war, was ihn vom Wesen des Schöpfers (der vollkommenen Güte und des Gebens) trennte, und er ihn (eben von seinem Egoismus) in den Willen zu geben verwandelte.

Und alle seinen Handlungen sind nun nur auf das Geben ausgerichtet und darauf, den Nächsten Nutzen zu bringen (worin er dem Schöpfer ähnlich ist). Und dadurch, dass er sich den Eigenschaften des Schöpfers anglich, gleicht er jenem Organ, welches einst vom Körper abgeschnitten war, aber zurückkehrte und sich wieder mit dem Körper verband. Und wieder kennt es die Gedanken des Körpers, wie es sie kannte, bevor es sich vom Körper trennte.

So auch die Seele (der Punkt im Herzen eines jeden, das Streben nach dem Schöpfer, nachdem es im Menschen erwacht): Nachdem sie (durch die Korrektur ihrer selbst durch das Licht) eine Schöpferähnlichkeit (die Eigenschaft des Gebens anstelle der ursprünglichen Eigenschaft des Empfangens) erreicht, kehrt sie (zur Vereinigung zu einem Ganzen mit dem Schöpfer) zurück und kennt wieder Seine Gedanken (wie ihre eigenen, weil sie die Verschmelzung mit Ihm erreicht hat), wie sie diese vor der Trennung von Ihm aufgrund der (von ihr festgestellten) Unterscheidung der Eigenschaften des Willens zu genießen (von den Eigenschaften des Lichts, des Schöpfers) kannte.

Und dann erfüllt sich das damit Gesagte: „Erkenne den Schöpfer, deinen Vater“, weil sie dann des vollkommenen Wissens gewürdigt wird; sie erkennt die Vernunft des Schöpfers und wird der Offenbarung aller Geheimnisse der Tora gewürdigt, da die Gedanken des Schöpfers die Geheimnisse der Tora sind.

(Als Geheimnisse werden Verlangen und Gedanken des Schöpfers bezeichnet, weil sie vor dem Menschen aufgrund der Unterscheidung der Eigenschaften verborgen sind und ihm im Maße der Eigenschaftsähnlichkeit zwischen ihm und dem Schöpfer zugänglich werden).

Baal haSulam „Artikel zum Abschluss des Buches Sohar“

Was ist die richtige „Verbreitung“

In dem Maße, in dem wir uns verbinden und an den gemeinsamen Handlungen (Kongressen, Abenden der Einheit, dem Kontakt im „Stimulator“-System) beteiligen werden, werden Wellen des höheren Lichtes, die uns allmählich ans Ufer der höheren Welt treiben, durch uns alle hindurchgehen.

Und dann werden wir feststellen, dass sehr viele Menschen auf gleicher Welle liegen und eine gemeinsame spirituelle Bewegung vollziehen!

Und weil die höhere Kraft gleichzeitig auf eine große Anzahl von verschiedenen Menschen einwirkt, beginnt die Stärke dieses spirituellen Verlangens und des ihm gegenüberliegenden höheren Lichtes, die sich in dieser Verbindung enthüllen, auf die gesamte Menschheit Einfluss zu nehmen – genau dieses Einwirken nennt sich auch Verbreitung der Kabbala!

Die Menschen werden anfangen, diese Erscheinung unterbewusst wahrzunehmen, dadurch, dass wir alle zu einer gemeinsamen Seele verbunden sind. Und selbst diejenigen, die weder etwas davon gesehen noch gehört haben, werden unweigerlich anfangen, sich auf der gleichen Welle zu bewegen und das Vorhandensein der spirituellen Bewegung in der Welt wahrzunehmen. Die Welt wird empfindlicher gegenüber der Einwirkung des Lichtes.

Auf diese Weise bringen wir die gesamte Welt mit den Wellen, die wir gemeinsam erzeugen, in Bewegung, lassen sie hoch- und runtersteigen – wir lassen die Funken des Gebens hoch- und den egoistischen Dreck ??? (ist das Wort richtig?) heruntersteigen. Immer mehr Funken des Gebens steigen hoch, und die Menschen beginnen Fragen über den Sinn ihres Lebens zu stellen. Auf diese Weise beschleunigen wir den Korrekturprozess.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Vorwort zu Panim Meirot“ vom 19.08.2010

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Die höhere Logik des Schöpfungsprogramms

Eine Frage, die ich erhielt: Warum ist die Erreichung des Schöpfungsziels ein so schwieriger und mehrstufiger Prozess, der den Ab- und Aufstieg sowie das Zerbrechen  einschließt?

Meine Antwort: Weil er ursprünglich aus zwei entgegengesetzten Komponenten besteht, dem Licht und dem Verlangen, die eine Verbindung  miteinander auf der Grundlage ihrer entgegengesetzten Natur aufbauen.

Der Entwicklungsprozess geht aus zwei Bedingungen hervor und bedingt ein Entwicklungsgesetz: zwei ursprüngliche Gegensätze müssen am Ende zur vollkommenen Gleichheit gelangen.

Aus diesen Anfangs- und Endbedingungen geht unweigerlich der ganze Prozess hervor. Wir können nichts daran ändern bzw. nach einer anderen Logik handeln.

Es gibt harte Bedingungen: die Anfangs- und die Endbedingung.

1. Bedingung: Unendlich große Entfernung zwischen ihnen.

2. Bedingung: Ihre vollkommene Vereinigung – bis zum Schluss.

Bis dahin ist der eine gänzlich gebend und der andere gänzlich empfangend. Einerseits existiert zwischen ihnen ein endlos tiefer Abgrund, andererseits gibt es aber einen Endpunkt, an dem sie zu einem Ganzen verschmelzen.

Versuche nun, eine Formel zu schreiben, nach der man von der ersten Bedingung, der völligen Gegensätzlichkeit, zur zweiten Bedingung, der völligen Gleichheit, gelangen kann.

In der Welt der Unendlichkeit existiert bereits sowohl die Trennung dieser zwei Komponenten als auch ihre Verbindung. Obwohl es dort sowohl das Licht als auch das Verlangen gibt, sind sie miteinander verschmolzen und ergänzen einander. Diese Verschmelzung hält durch die Kraft des höheren Lichts.

Das heißt, die Endbedingung wird zuerst durch die Kraft des Lichtes, des Schöpfers, gewährleistet. Das erlaubt uns, die Formel zu enthüllen, wie dieser Übergang von einem Zustand in den anderen vollzogen werden soll.

Die potenziellen Bedingungen sind jetzt geschaffen, nun soll mit der Umsetzung begonnen werden. Die gesamte Realität enthüllt sich jetzt schrittweise Bild für Bild vor unseren Augen – vor den Augen jener Geschöpfe, die sich in der Welt der Unendlichkeit befinden. Wir verlassen sie nie.

In diesem einzigen vom Schöpfer erschaffenen Ort (Verlangen) existieren das Licht, das Verlangen und die Bedingung für deren Verschmelzung, und das alles wird gerade umgesetzt.

Aus diesem Grund werden wir selbst als Handlungen des Schöpfers, als Ergebnisse Seiner Arbeit, bezeichnet: Schöpfung, Geschöpfe.

Es ist unmöglich, hier irgendetwas zu ändern. Die Bedingungen selbst, die Anfangs- sowie die Endbedingung, bestimmen bereits alles, was geschehen wird, einschließlich des Zerbrechens.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Vorwort zu Panim Meirot“ vom 18.08.2010

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Auf den Wellen des Sohars getragen – zum erwünschten Ziel hinauf

Wenn wir den Sohar lesen, dann sollen wir von seiner Erzählung hinwegkommen, und wie im Rhythmus der Wellen „schwimmen“. Somit ist die Strömung der Erzählung nicht so wichtig – d.h. welche Wellen und in welcher Stärke kommen – denn ich schwimme darin immer mit der Absicht, das erwünschte Ziel zu erreichen.

Die Erzählung kann sich in den vielfältigen Formen ausdrücken – sie hat keine Bedeutung. Es ist also wichtig, sich ständig über die Erzählung des Sohar zu erheben, und nur daran denken, was man damit erreichen will. Ich will die Kraft des Gebens erlangen!

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 19.08.2010

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„Drei bis fünf Jahre“: Der Flug verläuft normal

Die Gruppe ist jenes Material, innerhalb dessen ich arbeite. Es ist der Ort, das Arbeitslabor, wo ich all meine Handlungen durchführe. Es ist jenes Visier, durch welches ich mich auf das Ziel ausrichte, denn sonst sehe ich es nicht.

Nehmen wir an, du musst mit einer Kanone auf ein spirituelles Ziel schießen. Doch wie willst du es treffen, wenn du es nicht siehst? Was soll dich genau auf den richtigen Punkt ausrichten? Du brauchst einen Außenstehenden, der das Ganze von der Seite betrachtet, sprich eine dritte Kraft, die dich lenkt.

Was ist das für eine dritte Kraft in unserem Fall? Der Schöpfer ist vor mir verborgen, ich bin auch weit weg von Ihm, deshalb wird für mich auf dem Weg eine Beobachtungsstation bzw. ein Visier, genannt „Gruppe“, aufgebaut. Wenn ich mich mit ihr verbinde und mich aus ihr heraus auf das Ziel ausrichte, werde ich es zweifellos treffen.

Ich muss mehrere Bedingungen berücksichtigen: „Entfernung“, „Wind“ u.a. Das alles finde ich in der Gruppe. Selbst ein materielles Ziel ist schwer zu treffen, und in der spirituellen Welt greifen unzählige Bedingungen, die für mich unbekannt sind.

Dieses ganze System ist vor mir verborgen. Erst später fange ich an, zu erkennen, dass ich ein kompliziertes und gewaltiges System starte, ähnlich einem Säugling, der mit seinem Geschrei alle um sich herum laufen und ganze Fabriken arbeiten lässt, damit sie ihn mit Pampers und Babynahrung versorgen.

Genauso handeln auch wir innerhalb der Gesellschaft, ohne selbst zu verstehen, wie das geschieht. Meine Verbindung mit dem Schöpfer ist zerbrochen, und wenn ich eine Verbindung mit der Gesellschaft herstelle, werde ich ohne Zweifel Ihn treffen, denn Er verbirgt sich innerhalb derselben Verbindung.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Vorwort zu Panim Meirot“ vom 18.08.2010

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