Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Klipa'

Freiheit stammt aus der Liebe

Frage: Was stellt das mittlere Drittel von Sefira Tiferet dar? Warum heißt sie „freie Sefira“?

Meine Antwort: Sie existiert nicht an und für sich. Wie Baal HaSulam sagt, existiert sie nur in Form eines Raums, um welchen Klipa und die Heiligkeit kämpfen.

An dieser Stelle empfindet der Mensch seine Unabhängigkeit, darin hält er sich im inneren Kampf, in den Zweifeln auf: womit er sich folglich vergleichen soll – mit dem Höheren oder mit dem Unteren. Es heißt eben das mittlere Drittel von Tiferet, der Punkt des freien Willens.

Frage: Woraus besteht dieser Teil? Warum gibt es gerade dort die Freiheit der Wahl? Er befindet sich doch entweder unter dem Einfluss des Höheren, oder unter dem Einfluss des Unteren – je nach dem, wem er sich vergleichen möchte. Woran sieht man hier seine Unabhängigkeit?

Meine Antwort: Von oben organisiert man auf diese Weise den Freiheitsraum. Es ist weder die Verworrenheit, noch die Unklarheit, wie es sie in unserer Welt gibt, wo die Freiheit die Abwesenheit des genauen Wissens bedeutet.

Im mittleren Drittel von Tiferet ist mir absolut klar, was die Höhere Eigenschaft des Gebens und die Untere Eigenschaft des Erhaltens darstellen. Ich befinde mich in der Mitte, und diese Mitte – bin ich. Das heißt meine ganze Realität ist der mittlere Teil von Tiferet.

Wenn ich mich unter dem Einfluss des Höheren oder des Unteren befinde, dann empfinde ich gleichzeitig ihre Einflüsse, ihr Wesen, wobei ich mich damit nicht vergleichen kann.

Im mittleren Drittel von Tiferet offenbare ich die vollständige HaWaYaH, mich selbst. In diesem Teil gibt es die zehn vollen Sefirot, den Verstand des gesamten Parzufs.

Wenn ich das Höhere offenbaren will, dann steige ich zum oberen Teil hinauf, wenn ich dagegen das Untere enthüllen will, dann steige ich herunter. Aber wer bin ich? Ich bin der mittlere Teil von Tiferet, eine Art feiner Schicht zwischen dem Höheren und dem Unteren. Aber in Wirklichkeit ist diese Schicht gar nicht so fein.

Das mittlere Drittel von Tiferet entsteht infolge der Entscheidung von Bina, welche in vier Stufen der Verbreitung des direkten Lichtes, nichts „für sich“ empfangen möchte, und sich nur dem Höheren angleichen möchte, um die Eigenschaft des Gebens zu erreichen.

Aber sie kann das Geben nicht erreichen, weil sich ihr Material, der Wunsch, zu genießen, nicht verändert. Um den Wunsch zu verändern, soll sie „für das Geben“ empfangen. Das heißt, sie verwendet hierfür die Kraft der Liebe des Gebenden.

Denn ohne Kraft der Liebe des Gebenden kann ich das Empfangen niemals in das Geben umwandeln. Aber wenn ich genau weiß, dass Er mich liebt, und ich folglich im Begriff  bin, von Ihm nur aus diesem Grund zu empfangen, dann verwende ich die Kraft Seiner Liebe. Zuerst soll ich Seine Liebe offenbaren, um folglich darin das eigene Empfangen zu enthüllen, und von Ihm nur mit der Absicht des Gebens und der Liebe zu empfangen.

Das mittlere Drittel von Tiferet, worin das Geschöpf seine freie Wahl empfindet, stammt also aus dem selben Gebiet, in dem die zweite Stufe (Bina) ihre Entscheidung trifft (aus vier Stufen der Verbreitung des direkten Lichtes)

Auszug aus dem Unterricht über das Buch Sohar. Das Vorwort, 02.03.2011

Der Abstand zwischen Leben und Tod

„Einleitung zum Sohar,‘ Artikel „Das vierte Gebot“, Punkt 212: Es steht geschrieben, „Und lasst sie Me’orot [Lichter] sein,“ mit dern Buchstaben von OrMawet (Tod], weil die Klipa dem Verstand folgt. Der Verstand ist Licht und die andere Seite ist der Tod…

Wenn dieses Licht sich von dort entfernt, vereinigen sich die Buchstaben von Mawet. Wenn die Vereinigung nicht an dem Ort von AwI, sondern von SoN stattfindet, entfernt sich das Licht von dort, weil AwI sofort von ihren Siwug getrennt werden und das Licht hält inne. Dann tritt das Wort Or aus dem Wort Me’orot hervor, und die Buchstaben von Mawet gesellen sich dazu. Dies geschieht, da nach dem Hervorlocken des Lichtes aus dem Wort Me’orot, dort das Wort Tod verbleibt, denn die Buchstaben von Or haben sich bereits vom Wort entfernt und trennen nicht mehr die Buchstaben von Mawet.

Dies deutet die Sünde jener Urschlange an, die sich unten an dem Ort von SoN verband und somit oben AwI trennte, denn ihr Siwug hörte deshalb auf und brachte Tod in die Welt.

Hieraus erkennen wir, wie kurz die Distanz zwischen Leben und Tod ist, wie sich Leben augenblicklich in Tod verwandelt. Alles hängt davon ab, ob ein Mensch in sich die Gegenwart des Schöpfers wahrnimmt oder nicht. Wenn der Schöpfer gegenwärtig ist und Er darüber steht, ist es Leben, wenn nicht, ist esTod.

Aus dem 2. Teil des täglichen Kabbalaunterrichts vom 14.2.2011 – „Einleitung zum Sohar“

Das System der gegenseitigen Fürsorge ist der Schlüssel zum Erfolg

Frage: Wie kann man sich davor schützen, sich mit den äußeren Handlungen zufrieden zu geben?

Meine Antwort: Wenn der Mensch weiß, dass nur die Absicht zum Erreichen des Ziels, welches er ständig für sich klärt, ihn der Spiritualität näher bringt, dann nimmt er die Handlungen nicht als das Wichtigste wahr. Die Absicht ist jenes Kli, in welches er die Belohnung empfängt, deshalb finden alle Klärungen in der Absicht statt. Handlungen ohne Absicht werden überhaupt nicht berücksichtigt.

Es kann sein, dass der Mensch dem Schöpfer Genuss bereitet, jedoch mit der Absicht, den Genuss für sich selbst zu empfangen. Das ist die größte unreine Kraft/Klipa. Einer größeren Stufe des Gebens steht eine größere Klipa entgegen: es ist die gleiche Handlung, doch die Absicht ist entgegengesetzt.

Von außen kann man das nicht erkennen – der Mensch strebt scheinbar der Spiritualität entgegen. Der Pharao, der sich in ihm befindet, – das Verlangen zu empfangen – führt alle Anweisungen des Schöpfers genauestens aus. Der Mensch handelt entsprechend seinem Verlangen und mobilisiert alle Kräfte, jedoch damit es ihm selbst gut geht. Er denkt ständig an den Schöpfer, weil das die Quelle des Genusses ist, und versucht alles für diese Quelle um des eigenen Wohls willen zu tun. Das wird als Pharao, als Todesengel bezeichnet.

Wie in jedem anderen Fall können allein eine klare Vorstellung von dem Ziel und die gegenseitige Unterstützung davor bewahren. Ohne Zusammenwirken gibt es keine Chance, nicht von dem Weg abzukommen und nicht abzustürzen. Die heutige Generation gehört zur Generation der Korrektur, und deren Erfolg hängt nur von der gegenseitigen Unterstützung ab: die Korrektur findet mit Hilfe der Bürgschaft und der gegenseitigen Fürsorge statt. Es gibt keine andere Quelle, aus der die richtige Energie und die richtige Ausrichtung geschöpft werden können.

Und das ist gut, denn damit kann man sich immer beschäftigen, indem man nach einer noch engeren Vereinigung verlangt. Und wenn wir spüren, dass sie nicht echt ist, sondern nur äußerlich, dann ist es ebenfalls gut. Ein solcher Weg ist leichter als ein individueller, obwohl jeder von jedem abhängt. Nur ein gemeinsames Streben nach der Vereinigung und die Annullierung eines jeden hinsichtlich der höheren Stufe – des Lehrers, der Gruppe und der Bücher – können vor der Selbstzufriedenheit bewahren.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 31.12.2010

Anstrengung unten, Empfindung oben

Frage: Während der Vorbereitungen auf den Europäischen Kongress in Berlin haben wir Schwierigkeiten damit, die Kraft von der Umgebung zu schöpfen. Wie können wir bei all den physischen Handlungen nicht die Verbindung mit dem inneren Ziel verlieren?

Meine Antwort: Zu allererst ist es gut, dass die Menschen den Mangel an Absicht spüren, denn ohne die innere Komponente, sprich die Absicht zu geben, kann die äußere Anstrengung nicht zum Erfolg bei der Enthüllung des Schöpfers führen. Woher sollen wir also die richtige Absicht zur Vereinigung und Verbindung erhalten, innerhalb deren wir handeln werden?

Wir müssen uns anstrengen – wie ein kleines Kind sich anstrengt, um groß zu werden – wir müssen uns aus aller Kraft an der Absicht festhalten und dürfen nicht vergessen, dass wir alle äußeren Handlungen ausgehend von der inneren Anstrengung ausführen. Und inwieweit es gelingt, hat nichts mehr mit unserem Erfolg zu tun.

Vielleicht will man uns zeigen, dass wir wirklich klein sind und keinen Erfolg haben, damit wir aufhören, stolz auf uns zu sein, und spüren, dass ohne die Hilfe von oben keine Absicht in uns entstehen kann, dass wir uns durch eigene Kraft nicht verbinden können.

Wenn wir selbst damit fertig werden könnten, würden wir den Schöpfer nicht brauchen und den Zustand „lass uns zum Pharao gehen“ nicht erreichen können.

Im Grunde genommen, sollte sich der Mensch niemals über die eintretenden Zustände beklagen. Sie werden als Folge des Vorankommens enthüllt und sind deshalb in jedem Augenblick richtig. Die Frage besteht darin, wie man mit Hilfe der Gruppe die richtige Haltung diesen Zuständen gegenüber aufbaut.

In den meisten Fällen machen wir uns Vorwürfe wegen der Vergangenheit: etwas falsch, schlecht gemacht, verpasst, nicht gekonnt usw. Auf diese Weise wirkt die unreine Kraft/Klipa auf uns ein, die uns in die Vergangenheit zurückkehren lässt. Das Gleiche bezieht sich auf die Enttäuschung von eigenen Eigenschaften: was hat es für einen Sinn, sich selbst etwas vorzuwerfen, wenn es unbestreitbar ist, dass wir Egoisten sind und jedes Mal nur das enthüllen? Über diesem Zustand müssen wir unsere richtige Haltung bilden.

Aus diesem Grund hängt alles von der Anstrengung ab. Vielleicht ist der Mensch unzufrieden und möchte etwas anderes haben – es ist unwichtig, weil die Empfindung von oben kommt. Den Anfängern wird gezeigt, wie erfolgreich sie sind, sie werden ermuntert und angespornt wie kleine Kinder. Denjenigen aber, die vorankommen, werden ihre Mängel und Fehler gezeigt, damit sie … sich nicht selbst korrigieren, sondern nach der Korrektur verlangen. Dabei kommen uns alle Reaktionen zugute.

Die innere Arbeit eines Menschen in Bezug auf die Gruppe soll von den Handlungen zur Organisation von Unterrichten, Kongressen und Verbreitung getrennt werden. Das eine hat nichts mit dem anderen zu tun: die inneren Auf- und Abstiege sollten keine Auswirkung auf die äußere Arbeit haben. Es gibt einen Tagesablauf/ein Programm, und wir handeln dementsprechend, unabhängig von den Verlangen.

In der inneren Arbeit strengen wir uns nach Möglichkeit an, und die Empfindung, die wir erhalten – ob gut oder schlecht – hängt davon ab, was genau wir empfinden sollen. Wenn wir keine Begeisterung, keinen Elan und keine allgemeine Unterstützung empfinden, dann bedeutet es, dass uns durch diese Empfindung geholfen wird, vom Egoismus abzuschalten.

Die Enttäuschung von den laufenden Zuständen führt dem Menschen vor Augen, dass das egoistische Verlangen ihn nicht unterstützt, und er kehrt ihm auf natürliche Weise den Rücken zu. Der Egoismus trägt selbst dazu bei, dass wir ihn ablehnen, und das bedeutet „Hilfe gegen sich selbst“. Das unangenehme Gefühl bei der Arbeit, das in uns existiert, ist Hilfe von der gegenüberliegenden Seite, bis wir in der Lage sein werden, uns über unsere eigene Natur zu erheben und einen Blick auf sie von oben zusammen mit dem Schöpfer zu werfen. Das bedeutet, dass ich zusammen mit dem Schöpfer gegenüber dem Pharao stehe. Auf diese Weise erhebe ich mich über ihn und überquere den Machsom.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 24.12.2010

Die Rolle von Jaakob in Ägypten

Frage: Im wöchentlichen Kapitel Wajechi geht es um die sehr interessante Beziehung zwischen den Ägyptern, Jaakov und seinen Kindern. Er wurde beweint, einbalsamiert und in der Erde Israels begraben usw. Was hat das alles zu bedeuten?

Meine Antwort: Unser Ego ist das Verlangen zu genießen und heißt Ägypten – es kann nicht ohne das Verlangen zu geben existieren. Wir brauchen das höhere Licht!

Doch das höhere Licht erreicht uns nicht, wenn wir keine Funken des Gebens in uns tragen. Sobald der Mensch anfängt, die Eigenschaften des Nehmens und des Gebens zu vereinen, stellt er in seinen egoistischen Verlangen sein Aufblühen fest!

Deswegen sind „die sieben Jahre des Überflußes“ in Ägypten (sieben Jahre – das ist keine Zeitperiode, sondern es sind die sieben Sefirot von Seir Anpin) solange möglich, solange Jaakov in Ägypten bleibt.

Solange Jaakov als die mittlere Linie und eine richtige Verbindung der rechten und der linken Linie – das Geben und das Nehmen – existiert, gibt er an Jeden von uns das Licht und den Überfluss weiter.

Deswegen wurde Jaakov als die Verbindung der rechten und linken Linien sehr verehrt. Doch diese Verbinung dient nur Ägypten, sie vergrößert das Ego; doch das ist nicht genug und sollte weiter wachsen. Mit der Vergrößerung des Egos hat der „kleine“ Jaakov seine Rolle erfüllt.

Das egoistische Verlangen, das mit der Hilfe der spirituellen Kraft gewachsen ist, hört mit dem Wachstum auf. Es kommen die „sieben Jahren des Hungers“, die den Menschen zum Erheben auf eine noch höhere Stufe zwingen.

Wir sehen, wie die Heiligkeit für die Klipa arbeitet und die Klipa für die Heiligkeit. D.h., es gibt weder „das Böse“ noch „das Gute“. Wenn der Mensch diese beiden Begriffe richtig verwendet, wird er von ihnen zum Ziel geführt.

Aus einem Programm „Wochenabschnitt“, 16.12.2011

Die Eintrittskarte in das Buch Sohar

 

Das Buch Sohar. Das Vorwort. Abs. „Und Jithro hörte”, Art. “Und schaue auf das Geheimnis des Anlitzes“, P. 100: “ Die Saat von David, die Ansichten der Farben wechseln in ihm, und das ist, warum Samuel sich irrte, wie geschrieben steht: „Blickt nicht auf seine Erscheinung“, denn die andere Seite war in Eliav“.

Das war nicht so mit David, denn die Formen Davids sind bedeckt, weil die Formen der anderen Seite in seinen Formen eingeschlossen wurden und die Form der anderen Seite in ihm zuerst erschienen ist, und für eine gewisse Zeit an den Augen vorbeizieht, und dann ist das Herz gewarnt und fürchtet (sich)

Wir irren uns: Wir investieren viel Kraft um zu verstehen, wovon der Sohar spricht, aber viel weniger in die Absicht bzw. in die Gedanken, dass wir uns verbinden müssen und gerade in dieser Verbindung zwischen uns den Sohar enthüllen. Denn nur im Maß unserer Verbindung wird die Form des Schöpfers offenbart. Diese Form ist in keiner Weise dem ähnlich, was wir uns, bevor wir uns verbinden, vorstellen können.

Unsere Verbindung ist wie eine Eintrittskarte, die uns erlaubt die spirituellen Formen und die Eigenschaften, von denen uns der Sohar erzählt, zu sehen und zu spüren. Wenn wir aber, ohne die Suche nach Verbindung zwischen uns, das Studierte erkennen wollen, wird dies äußeres Lernen, Klipa und Todesgift genannt.

Wenn ich mich bemühe in dem Studierten die Form, die ich gerade studiere, zu finden, ist das Klipa. Wenn ich allerdings diese Form vor allem durch die Prisma meiner Verbindung mit der Gruppe bzw. mit der Umgebung enthüllen will und erst wenn ich mich mit den anderen verbunden habe, die spirituelle Form, von welcher der Sohar spricht, suche, ist das Heiligkeit, Geben und Spiritualität. Denn im Endeffekt suche ich nach Formen der Verbindung bzw. des Gebens. Das ist das Wichtigste. Wobei im ersten Fall suche ich nach einer Form des Empfangens.

Deshalb muss ich mich vor allem darum kümmern, wie ich durch dieses Prisma, mit anderen Worten, in diese Absicht, in die Verbindung mit der Gruppe bzw. mit der Umgebung, gelange. Und das ist sehr wichtig! Ohne diese Absicht lohnt es sich nicht mal das Buch Sohar zu öffnen, denn sie kann nicht nur Lebenselixier, sondern auch Todesgift werden.

Auszug aus dem Unterricht über das Buch Sohar. Das Vorwort, 5.01.2011

Eine Anleitung zum Konservieren des Egoismus

Das Buch Sohar. Das Vorwort. Der Artikel „Während der Brautnacht“: „Die Sitra Achra hat nur ein dünnes Licht des Leuchtens von Malchut. Dies wird als Schoresch [Wurzel] angesehen und ist ausreichend für das Fortbestehen der Klipot.

Diese Schoresch wird ebenso „ein dünner Faden“ genannt, gemeint ist eine dünne Wurzel der Sünden. Darüber steht geschrieben, „Am Anfang ist es einem Spinnennetz ähnlich, und später wird es zu Wagensträngen“.

Klipa bedeutet Kelim, die wir noch nicht in der Lage sind, mit der Absicht zu geben zu korrigieren. Die Rede ist von den stärksten und den wichtigsten Verlangen, in denen später, bei der Endkorrektur, die größten Lichter enthüllt werden.

Im Prinzip haben wir keine Chance, irgendetwas gegen das Verlangen zu genießen zu tun. Wir können nur dessen einzelne Teile sortieren und für uns entscheiden, mit welchen davon wir im Moment unter diesen oder jenen Bedingungen arbeiten können.

Was die anderen Verlangen betrifft, so sind wir verpflichtet, sie zu „konservieren“ und ständig den Schutz aufrechtzuerhalten, damit sie nicht ausbrechen und sich nicht auf uns stürzen.

Alle möglichen Hasser von Israel, sprich diejenigen, die das Bestreben direkt zum Schöpfer hassen, sind jene großen egoistischen Verlangen, die wir noch nicht korrigieren können. In der Tora werden sie als Völker der Welt bezeichnet, die Israel ständig keine Ruhe lassen.

Selbstverständlich begreifen wir, dass ihre Kriege Erweckung des Egoismus sind, die dem Menschen zugute kommen.

Dank ihnen spürt er immer besser seine unkorrigierten Verlangen auf und „tötet“ sie, sozusagen, d.h. findet in ihnen immer neue Teile, die er korrigieren und an sich, an die Benutzung um des Gebens willen anschließen kann.

Also müssen wir uns um die egoistischen Teile des Verlangens, die der Korrektur noch nicht unterliegen, kümmern. Wir müssen ihre Existenz aufrechterhalten und um derentwillen eine besondere spirituelle Arbeit durchführen.

Denn immerhin spüre ich sie in mir. Es reicht nicht, sie einfach abzuschalten und sie nicht zu benutzen – im Moment korrigiere ich sie dadurch, dass ich ihnen ein kleines Leuchten ermögliche, welches durch den Buchstaben Kuf (ק) gekennzeichnet wird, dessen unterer Teil bis unter die Zeile reicht, womit ein dünnes Leuchten bis zu den Welten von BYA und bis zu den Klipot, die sich dort befinden, durchdringt.

Genauso wird ein Kranker auf der Intensivstation an ein Beatmungsgerät angeschlossen. Ich tu nicht so, als ob ich diese Verlangen in mir nicht hätte, sondern akzeptiere im Gegenteil ihre Existenz und herrsche über sie. Also hängen sie von mir ab, denn ich erhalte einen kleinen Funken Leben in ihnen aufrecht.

Wir brauchen die Klipa, denn sie ähnelt der Schale, die die Frucht während ihrer Reifung schützt. Ohne diese Handlungen werden wir uns an die Korrektur von Malchut nicht machen können.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 18.11.2010. Das Vorwort.

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Die süße Bitterkeit der Wahrheit wählen

Die guten und die schlechten Zustände werden nicht danach bestimmt, wie angenehm ich sie für mich empfinde.

Die Zustände können gut oder schlecht entweder in Bezug auf die Empfindungen oder im Hinblick auf die Wahrheit und Lüge sein.

Und jeder Mensch, der beginnt, sein spirituelles Gen (Funken, Reshimo) zu entwickeln, empfindet jeden Zustand auf zweierlei Weise.

In Bezug auf sein Verlangen empfindet er ihn als „süß“ oder „sauer“, denn das Verlangen ist ein Tier, nur das Material. Doch in Bezug auf den spirituellen Funken empfindet er seinen Zustand als Wahrheit oder Lüge.

Danach hängt alles davon ab, wie wichtig für uns die Wahrheit oder die Bitterkeit sind – für den Einen mehr, für den Anderen weniger. In Abhängigkeit davon kommen wir voran – inwieweit wir die Bitterkeit um der Wahrheit willen ertragen können.

Nehmen wir an, man kann mir heute 10 kg Bitterkeit geben, und ich werde mich trotzdem an der Wahrheit festhalten – dann bedeutet das, dass ich bereit bin, zu gehen. Und morgen werde ich bereit sein, sogar 15 kg Bitterkeit zu ertragen.

Die Bitterkeit bedeutet, dass sie gegen meine Natur, gegen das Verlangen zu genießen ist, wie es während des letzten Kongresses geschehen ist, als wir versucht haben, uns zu verbinden, und Angst bekommen haben: bloß das nicht!

Wenn wir aber wissen, dass in dieser Verbindung die Wahrheit liegt, und uns über unsere Bitterkeit erheben wollen, dann wird es uns nächstes Mal gelingen! Wir werden bereits eine Berechnung entsprechend der Wahrheit und der Lüge machen können.

Und obwohl ich nicht bereit bin, mich zu verbinden, und es mir Leiden und Angst bereitet, mein Ego zu zerbrechen und mich darüber zu erheben, sehe ich trotzdem, dass es Lüge ist, und hasse es. Ich kann nicht mehr darin bleiben!

Im Moment empfinden wir diesen Hass noch nicht, doch er kommt – dann werden wir die unreine Hülle, die „Klipa“, zerbrechen und weiter gehen. Wir brauchen nur Zeit dafür.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Das Wesen der Religion und ihr Ziel“ vom 17.11.2010

Wir fahren nach Hause, und bleiben doch zusammen

Eine Frage, die ich erhielt: Ich spüre, dass wir auf dem Kongress ein neues Kli geschaffen haben. Aber bald kehre ich in meine normale egoistische Welt zurück, und bin in Kontakt mit Menschen, die auf keinen spirituellen Weg sind…

Meine Antwort: Der Mensch kann sich nicht entwickeln, wenn er sich nicht seinen Kreis aufbaut. Jeder braucht seine eigene Gruppe, virtuell oder physische, aber sie muss zu eurer Umgebung werden, die stärker auf euch einwirkt als die äußere egoistische.
Der Mensch ist verpflichtet, solche Umgebung zu schaffen, die seine Gedanken, Wünsche und Prioritäten bestimmt. Sonst ist er verloren, denn er wird seinem egoistischen Milieu folgen. Das ist nämlich unsere einzige Wahl, und wenn wir dieser nicht folgen, können wir keine Fortschritte machen…

Jetzt kehre ich nach dem Kongress nach Hause zurück. Wo sind meine Gedanken? Was sorgt mich? Ich habe Angst vor dem Moment, wo ich von der Verbindung mit der spirituellen Gesellschaft in die Verbindung mit der auf materielle Gedanken ausgerichteten Gesellschaft fliehen werde.

Werde ich diesem Absturz, nach welchem all meine Gedanken auf der anderen Seite im gemeinsamen Sumpf landen, vorbeugen können? Wie verpasse ich nicht den kurzen Blitz des Überganges?

Darum muss ich mir Sorgen machen und mich kümmern. Das sind unsere Fehler, die uns so viele Jahre und Mühe kosten. Alles anderes ist kein Problem. Das Problem liegt nur daran, dass ich nachhause komme und mich beschwichtige: Schön, der Kongress ist zu Ende, jetzt kann ich zu meinem normalen Leben zurückkehren.

Und dann ist Schluss. Alles was ich erreicht habe, geht in die Klipa über..

Die allein von mir abhängige Handlung ist die, mich an der spirituellen Umgebung festzuhalten, mich an die Gruppe hängen, dass sie immer bei mir ist und als spirituelle Umgebung stärker auf mich einwirkt…

Genauso wie ein Kind, wenn es Angst hat, es sich neben einem Erwachsenen aufhält, in der Hoffnung, dass es so vor allen Problemen bewahrt wird. Wenn er sich am Großen festhält, wenn es sich an ihn anlehnt, ist es sicher, dass jetzt alles gut wird. So muss auch unsere Einstellung zur spirituellen Umgebung sein.

Wenn ihr nachhause fahrt, behaltet die Gruppe im Auge, hört auf sie, als ob Ihr immer noch die Kopfhörer im Ohr hättet, erinnert euch auch durch die Lieder an die Spiritualität.

Es ist unwichtig, wo wir uns befinden, womit wir uns beschäftigen, im Hintergrund muss immer etwas Familäres, etwas aus der Gruppe klingen. Der Unterricht, der fast unhörbar läuft, dringt trotzdem in das Unterbewusstsein ein.

Und besucht unbedingt meinen Blog. Alles Wichtige sage ich dort. Sogar die Fotos, die dort veröffentlicht werden, suche ich sorgfältig aus. Man muss den Blog tag täglich lesen, denn am nächsten Tag verliert der Stoff bereits seine Kraft. Wir alle vereinigen uns um den Blog, um die Morgenlektion herum.

Wir brauchen gar nichts zu tun, nur uns um die Wahl einer besseren Umgebung zu bemühen. Das Licht macht Seine Aufgabe. Jeder muss dafür sorgen, dass er sich an eine starke spirituelle Umgebung hängt, um diesen Geist, den er vom Kongress nach Hause bringt nicht zu verlieren.

Aus einem Unterricht über einen Schamati Artikel, 12.11.2010

Der Anfang einer neuen Stufe

Der Sohar, Kapitel „Beschalach“, Punkt 441: … Darüber steht geschrieben: „Du sollst nicht mit einem Ochsen und einem Esel zusammen pflügen“, das heißt, man sollte den bösen Arten keinen (Frei)raum geben, da die Handlungen des Menschen erwecken, was nicht so sein muss. Wenn sie sich zusammen paaren, ist es unmöglich, ihnen standzuhalten.

Eine Klipa, die „Hund“ genannt wird, erscheint auf ihrer Seite, und diese ist die verbittertste von allen.

Der Sohar spricht auch darüber, dass mit jeder unserer Bemühungen und der Handlung sofort Klipa geöffnet wird und der Mensch den Misserfolg erlangt, in Klipa eintaucht, und dann die Korrektur begeht. So löst er sie auf, um sich darin nicht mehr befinden zu müssen.

Das heißt, der Aufstieg nach zu den Stufen fängt mit der Verwirrung, mit der Vermischung des Guten und des Übels an.
Jeder beliebige Zustand ist mir zuerst unklar. Aber gewiss gibt es darin das Gute und das Böse.

Ich soll in diesem Zustand das Licht heranziehen, das zur Quelle zurückführt. Das Licht, das in diesem Zustand gezeigt wird, lässt das Übel hinabsteigen, wobei ich mit dem Guten nach oben hinaufsteige.

Deshalb empfinde ich in einem beliebigen Zustand zunächst die Unklarheit, die dann infolge des Lichtes geklärt wird.

Vor allem öffne ich mit Hilfe des Lichtes das Übel, wie es gesagt ist: „Ich habe den bösen Anfang geschaffen“, – und werfe es nach unten (1). Und dann – „… Er hat die Tora für seine Korrektur geschaffen, weil das Licht (O“M), das darin eingeschlossen ist, zur Quelle zurückführt „. Dann steige ich nach oben mit dem guten Wunsch (2) hinauf.

Deshalb „gibt es keinen Gerechten auf der Erde, der das Gute getan hat, bevor er sündigte.“ Zuerst sollen wir das Übel öffnen und es von uns (1) wegwerfen, das heißt, sich darin aufzuhalten, zu verstehen, was dieses Böse ist, um dann das Gute zu erreichen (2).
So geschieht jede Klärung jedes winzigen Details
Deshalb sollen wir uns nicht erschrecken, dass es uns jede Minute passiert
Gerade im Gegenteil – je öfter, desto besser.

Aus dem Unterricht über den Buch Sohar, 14.11.2010

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