Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Klipa'

Jeden Zustand mit dem Schöpfer verbinden

Frage: Der Mensch soll sich in jedem Zustand an den Schöpfer wenden. Aber es gibt doch verschiedene Zustände?

Antwort: Die Zustände, die der Schöpfer dem Menschen schickt, unterscheiden sich nicht voneinander. Sie sind alle sehr einfach und erzeugen ein einfaches Licht, das die gesamte Wirklichkeit erfüllt. Die Zustände erscheinen dir nur deshalb unterschiedlich, da das Licht ein „Kli“(Gefäß) geschaffen hat, das eine Vielzahl unterschiedlicher Eigenschaften besitzt

Unter dem Einfluss dieses einfachen Lichts und auf dem Weg zu einem einfachen Ziel scheint es dem Mensch, als würde er verschiedene Zustände durchlaufen: gute und schlechte Zustände, die in unterschiedlichen Formen auftreten, einander widersprechen und sowohl in ihrem Wesen als auch ihrer Bedeutung nach gegensätzlich sind. Doch das entspricht nicht der Wahrheit. Alle Zustände kommen mit nur einem einzigen Zweck und gemäß dem Plan des Schöpfers – um dem Geschöpf Genuss zu bereiten- und nur mit der einzigen Absicht: dich zur Quelle zurückzuführen.

Dass der Mensch all dies in unterschiedlicher Form wahrnimmt und den Zusammenhang zwischen den einzelnen Situationen nicht erkennen kann, obwohl er unter dem Einfluss des einfachen Lichts steht, bedeutet lediglich, dass er diesen inneren Punkt noch nicht erreicht hat. Im Menschen wurde noch kein innerer Auslöser betätigt, noch kein entscheidender Mechanismus aktiviert, durch den er in jedem Zustand nur noch das Eine erkennt. Im Gegenteil: Wenn man, jeden Zustand zu analisieren beginnt und bis ins Einzelne untersucht, wie er entsteht und was er bewirkt, entfernt man sich nur von der richtigen Handlung. Die richtige Handlung besteht darin, in jedem Zustand den Schöpfer zu sehen, der Sich dem Menschen offenbart und ihn an Sich erinnert, wie gesagt wurde: „Sie kommen und segnen dich. “Man sollte sich nicht übermäßig in einen Zustand vertiefen. Es genügt zu erkennen, dass er vom Schöpfer gesandt wurde. Hat man diese Erkenntnis erlangt, ist das ausreichend. Man soll nicht nach den kleinen Einzelheiten graben, denn dadurch versinkt man nur tiefer im Sumpf des Egoismus. Es genügt, dass der Mensch eine Verbindung mit dem Schöpfer hat. Dabei ist es nicht wichtig, wie man diese Verbindung im Augenblick empfindet – ob in einer positiven oder in einer negativen Form.

Um einen bestimmten Zustand abzuschließen, muss man ihn mit dem Schöpfer verbinden. Wenn man alles komplizierter macht, werden alle weiteren Handlungen lediglich künstlich sein und keinen spirituellen Nutzen bringen. Der nächste Zustand kann seinem Wesen nach tiefer, qualitativ feiner und reichhaltiger an Klärungen sein. Doch sobald der innere Auslöser aktiviert wird und man diesen neuen Zustand mit dem Schöpfer verbindet und aus diesem Zustand heraus um die Vereinigung mit Ihm bittet, geschieht dies bereits auf einer höheren Stufe.

Das bedeutet: Der Mensch kann nur in dem Maß tiefer in einen Zustand eindringen, wie der Schöpfer ihn offenbart und beleuchtet. Darüber kann er selbst nicht entscheiden. Man kann nicht sagen: „Jetzt werde ich bewusst in diesen Zustand eintauchen, in die linke Linie.“ Auf diese Weise verliert der Mensch den richtigen Kontakt zum Schöpfer. Das ist bereits die Klipa (unreine Kraft), die sagt: „Nein, du musst leiden, tiefer in deinen Egoismus eindringen und erkennen, wie schlecht du bist.“

Keinesfalls. Das Böse wird nur deshalb offenbart, damit der Mensch sich an den Schöpfer wendet. Das kann er sofort und ohne Verzögerung tun.

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Aus einer Lektion über einen Artikel von Rabash, 23.06.2026

Der Casimir-Effekt oder der Schritt in eine höhere Dimension

Frage: Wenn man die Richtung zum Licht als positiv und die Richtung zur spirituellen Dunkelheit, zur Nacht, als negativ betrachtet und wir uns aus diesem Minuszustand ins Plus hocharbeiten sollen, wo befindet sich dann der spirituelle Nullpunkt? Was ist das für ein Zustand?

Antwort: Im Spirituellen gibt es keinen Nullpunkt. Wir können ihn uns nicht vorstellen.

Es gibt einen Zustand, der Klipa Noga (die leuchtende Schale) genannt wird, wenn man sich nicht entscheiden kann, zu welcher Seite man sich neigen soll: nur für sich, oder zur Eigenschaft des Gebens.

Dieser Zwischenzustand, der kein Gleichgewicht hat, wird als Null bezeichnet.

Man befindet sich zwischen zwei Kräften der Natur, eine dritte Kraft existiert nicht. Daher ist dieser Zustand instabil und erfordert von mir, sofort eine Entscheidung zu treffen.

Das heißt, der Nullzustand existiert nur in meiner persönlichen Wahrnehmung und nur in dem Moment, in dem ich endlich entscheiden muss, was ich tun soll!

Genau diesen Nullzustand erlebt man wie einen Abgrund… – denn man hat weder das eine noch das andere.

Das ist ein sehr guter Zustand, denn wenn man den vollständigen Nullpunkt spürt, hat man keinen Halt mehr.

Zu anderen Zeiten befindet sich der Mensch entweder im Geben (Heiligkeit) und er muss sich keine Sorgen machen, oder er befindet sich in egoistischen Wünschen (Klipa, Unreinheit) und fühlt sich wie ein Komplize des Pharaos.

Entweder genießt man das spirituelle Leben oder das materielle.

Ein Mensch, der Klipa Noga erreicht, hat das Gefühl, dass er keine Wahl hat: weder Plus noch Minus.

Man befindet sich plötzlich an einem Scheideweg, ohne einen Weg nach vorne. Ein völlig unbestimmter Zustand. Was vorher wie ein schmaler Spalt aussah, öffnete sich plötzlich, und man erkennt einen Abgrund!

Doch genau hier befindet sich der Zugang zur höheren Dimension. Wenn man sich in diesem Moment an den Schöpfer wendet und erkennt, dass es keinen anderen Weg gibt, dann erhebt man sich auf die Stufe höherer spiritueller Energie.

Es ist, als würde man in ein spirituelles Vakuum eintreten und dort den Schöpfer entdecken. In dem Moment, in dem man bereit ist, den Schritt zu tun kommt Er einem entgegen…

In der Quantenphysik wird ein ähnliches Phänomen als Casimir-Effekt bezeichnet: Wenn zwei ungeladene Leiter in einem Vakuum in geringem Abstand voneinander platziert werden, beginnt Energie aus dem Vakuum in sie zu fließen und erzeugt eine Kraft, die sie zueinander hinzieht.

Führt dieses physikalische Experiment durch und man erhält einen anschaulichen Beweis für die Existenz des Schöpfers!

 

Aus dem Abendunterricht zum Buch Sohar

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Lebenskraft anziehen

Kommentar: Vor dem Sündenfall am Baum der Erkenntnis war der Unterhalt des Menschen nicht vom Brot abhängig, das heißt, er musste kein Licht und keinen Unterhalt anziehen – das Licht leuchtete ihm auch so. (Baal HaSulam, Shamati 36. Was sind die drei Körper im Menschen?)

Frage: Was bedeutet „Lebenskraft anzuziehen”?

Antwort: Solange man nicht mit dem Baum der Erkenntnis von Gut und Böse arbeitet, besteht keine Möglichkeit, in Verbindung mit Gut und Böse zu sein, um sie voneinander zu unterscheiden, voneinander zu trennen und sich selbst zwischen ihnen einzuordnen.

Frage: Können wir diese Lebenskraft im Zehner erkennen?

Antwort: Nein. Im Zehner müssen wir so handeln, dass wir mit dem inneren Körper arbeiten, d. h. mit dem, was die Heiligkeit betrifft (Guf de Kedusha), und das von der Klipa Noga trennen, was wir trennen können und es dem inneren heiligen Körper anhaften. Was wir im Moment noch nicht korrigieren können, lassen wir unberührt.

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Aus dem Unterricht zum Artikel aus dem Buch „Shamati“

 

Den Genuss teilen

Rabasch, Notiz. 232, „Was bedeutet ‚Bestechung‘ der Sitra Achra“: Man muss verstehen, was der Unterschied zwischen „Nähren einer Klipa“ und der Heiligkeit ist, d.h. zwischen einer verbotenen Handlung und dem, was erlaubt ist, Sitra Achra zu geben.

Sitra Achra ist der Wunsch, etwas Materielles zu empfangen und zu genießen. Das ist das Gegenteil des Verlangens, anderen und dem Schöpfer alles zu geben. Unsere Wünsche sind alle noch nicht spirituell.

Frage: Welche Rolle spielt Sitra Achra in der spirituellen Arbeit? Man kommt nicht ohne sie aus, gleichzeitig sollte man ihr etwas geben, damit sie nicht stört.

Antwort: Ja, genau so sollte es sein. Wenn wir keine Wahl haben und Sitra Achra einen Teil von dem geben müssen was wir haben, dann tut sie es und wir können den Weg zur Heiligkeit fortsetzen.

Frage: Wie bestimmt man genau, was man abgeben kann und was nicht?

Antwort: Das hängt von jedem Einzelnen ab. Man muss entscheiden, welchen Teil man für sich nimmt und welchen Teil man der Sitra Achra überlässt. Man muss wissen, wo man an den Schöpfer denken kann. Den Teil, den man nicht für sich behalten kann, da man sicher ist, dass er in den Kelim des Empfangens einfließen wird, überlässt man der Sitra Achra.

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Aus einem Unterricht über die Notizen von Rabash, 21.07.2024

Alles stammt von der Kabbala ab!


Frage: Der Islam bietet ebenfalls eine Methode an, die Anheftung an den Schöpfer zu erlangen – Suffismus. Und er gründet sich ebenfalls auf das gleiche Prinzip wie die Kabbala – liebe deinen Nächsten. Wenn es also die Hauptsache ist, seinen Egoismus zu korrigieren, einen Schirm zu erschaffen, ist es dann für eine Person, die dem Islam folgt, möglich, korrigiert zu werden, genau wie jemand, der der Kabbala folgt?

Antwort: Es ist Ihr Recht zu vergleichen und zu prüfen, welche Methode am besten zu Ihnen passt. Doch Sie sollten wissen, dass alles von der Kabbala abstammt. Mehr darüber erfahren Sie in dem Teil der Tora, der darüber spricht, wie Abraham die Kinder seiner Mätressen „Teil-Kabbala“ lehrte – das heißt, Kabbala ohne die Erlangung der Höheren Welt und sie dann nach Osten hin wegschickte. Wenn Sie es für sich selbst verglichen haben, ohne irgendjemand anderem zu glauben und ungeachtet Ihres ethnischen Hintergrundes und Sie finden, dass der Suffismus am besten zu Ihnen passt, dann bleiben Sie darin – es gibt keinen Zwang in der Spiritualität.

Alle Glaubenssysteme und Religionen stammen von der Kabbala ab, von der Suche nach dem Schöpfer, damit der Mensch eine vorausgehende Entwicklung durchmacht, ihn durch studieren der Kabbala vorbereitet, den Schöpfer zu erreichen. Es steht geschrieben, „Die Schale (Klipa) schützt die Frucht“ – sie schützt sie davor, zerstört zu werden bis sie reif ist und dann wird die Schale entfernt und die Frucht gegessen. Und das ist es, was in unserer Zeit geschieht!

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Welche Verbindung nennt man „Klipa“?

Frage: Welche Beziehung zwischen den Freunden in der Gruppe heißt „Klipa“? Können Sie ein Beispiel nennen?

Meine Antwort: Die Klipa ist die ursprüngliche, grundlegend egoistische Kraft, die nur gegen die Enthüllung der Einheit, in der sich der Schöpfer offenbaren soll, handelt. Es gibt verschiedene Formen der Verbindung, die keine Überwindung seines bösen Triebes, seines Egoismus´ erfordern. Diese Formen der Verbindung erzeugen nicht seinen Widerstand, das Ego stört da nicht. Es gibt auch solche Formen der Verbindung, wo das Ego unterstützt wird, zum Beispiel beim Nationalsozialismus, Faschismus.

Deswegen ist die Überprüfung auf dem irdischen Niveau: handeln wir wirklich für die Verbindung und die Liebe ohne Grenzen oder nicht? Hier liegt der Unterschied.

Wenn du Güte deinem Volk und deinem Land bringen willst, die Außenwelt dich aber nicht interessiert, sogar umgekehrt, du wünschst ihr Übles, ist deine gesamte Verbindung gegen die Spiritualität gerichtet und deswegen wird sie zerbrochen und kann nicht existieren. Deswegen sagt Baal HaSulam, dass dies ein Fluch für die Generationen ist.

 

Aus einem Gespräch in Island, 5/23/18

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Deine Anstrengungen lösen sich nicht in Luft auf

Es steht geschrieben „Es gibt nichts außer Ihm“, was bedeutet, dass sich das Höhere Licht immer in absoluter Ruhe befindet und sich immer mit Güte auf uns einwirkt. Doch andererseits heißt es „Das Monster wird es verschlingen und ausspeien“ und tatsächlich sehen wir, egal wie sehr wir uns anstrengen, dass alles verschwindet. Während wir arbeiten, vergehen Monate, wir wenden die Absicht an, so gut wir können, doch alles ist vergeblich.

Doch es ist für jede Handlung unmöglich, in der Natur zu existieren, ohne ein Ergebnis zu bringen, sei es gut oder schlecht. Natürlich ist das Ergebnis immer da und es verschwindet nirgendwo hin. Nur für uns scheinen die Ergebnisse zu verschwinden, weil die Handlungen und Gedanken der Vergangenheit vergessen werden und in jedem Augenblick bin ich wie ein neuer Mensch.

Doch wo wird all das gespeichert? In unserem Verlangen, in seiner tiefsten Tiefe! Wenn wir mit unserem Verlangen, der Absicht oder Anstrengung, mit der ganzen Realität, die uns durch dieses Verlangen gezeigt wird, ob richtig oder falsch, irgendeine Handlung durchführen, dann verschwindet sie nicht mehr.

Alles, was ein Mensch oder ein Element der Schöpfung tut, jeder Teil davon – ob unbelebt, pflanzlich, tierisch oder menschlich, entsprechend seiner Stufe – wird in Malchut verschlungen, dem Verlangen, das in der Schöpfung existiert.

Wenn jedoch ein Mensch das Bestreben hat, das Geben zu erlangen, dann werden seine Handlungen zu etwas Besonderem. Sogar, wenn er zuerst nur für sich selbst (Lo Lishma) handelt, vergisst er, dass er dem Schöpfer Genuss gegeben hat und weiß nicht, wann er dies jemals erreichen wird.

Alle Handlungen eines Menschen (in der Gruppe, in seiner Haltung zum Studium) sind zuerst vollständig egoistisch und werden von der „unreinen Kraft“ (Klipa) verschlungen, das heißt, seine egoistischen Verlangen, in denen er in diesem Moment gehandelt hat. Seine Verlangen und Gedanken sind auf seinen eigenen Nutzen gerichtet und die Handlung stellt sich als egoistisch heraus. Doch alles wird aufbewahrt und nichts verschwindet. Letzten Endes macht der Mensch trotzdem Anstrengungen in dem Zustand, der ihm gegeben wurde und er muss nach und nach wachsen.

Und wenn er einen Zustand erreicht, wo die Summe all seiner Anstrengungen, seine Versuche und die Gruppe, die er für sich selbst organisiert hat, ein Resultat bewirkt, dann erscheint plötzlich seine ganze Ansammlung, die ohne sich dessen bewusst zu sein, in den unreinen Verlangen aufbewahrt wurde und erscheint in Form von korrigierten Verlangen. Dann empfängt er diese und geht mit ihnen weiter voran.

Das geschieht immerzu und es ist ein sehr wichtiges Prinzip. Wir müssen verstehen, dass jede Handlung Nutzen bringt, sogar wenn sie egoistisch ist. Und alle unsere Handlungen, die wir über viele Monate durchführen, sammeln sich schließlich, um plötzlich enthüllt zu werden.

Und wenn ein Mensch es manchmal schafft, ein geringfügig größeres Streben nach dem Geben zu erlangen, selbst eins, das noch immer „Lo Lishma“ ist, aber schon näher an „Lishma„, dann beginnt er, die Vergangenheit besser zu verstehen und wahrzunehmen. Er erkennt, was er durchgemacht hat und was mit ihm geschehen ist.

Aus dem 1. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 19.07.2011, Shamati

Geben bringt Freude

Frage: Warum steht geschrieben, dass eine Handlung des Gebens immer ein Gefühl der Freude hervorruft?

Meine Antwort: Wenn der Mensch an den Höheren angeheftet ist, dann muss diese Verschmelzung ihm Freude bringen, denn er ist in die Vollkommenheit des Höheren eingebettet. Das ist nicht einfach nur gute Laune, sondern ein Gefühl der Erfüllung mit der Vollkommenheit und der Ewigkeit, ein Gefühl der Angehörigkeit und Abhängigkeit, der Berührung mit etwas Vollkommenem und Ewigem.

Ein solches Gefühl erlebt ein Mensch, der eine Verbindung zu der höheren Stufe hat, die den Lehrer, die Gruppe, den Schöpfer mit einschließt. Je mehr er sie schätzt, desto größere Vollkommenheit nimmt er wahr. Doch dann kommt die Frage auf: Und wie benutzt er diese Empfindung? Vielleicht sucht er lediglich nach einem guten Gefühl, um sich selbst zu beruhigen? Oder benutzt er sie, um aufzusteigen und seinerseits geben zu können?

Das heißt, es ist wichtig, ob er seine Verbindung mit „dem Lehrer, der Gruppe und den Büchern“ nutzt, um ein spirituelles Gefäß zu erlangen, das als „Glaube“ bezeichnet wird, oder um sich selbst zu erfüllen? Wenn er nach einer egoistischen Erfüllung sucht, dann ist es ein unreines Verlangen, „Klipa„, die sich an der Heiligkeit festsaugen und das Licht daraus ziehen will.

Obwohl auch diese unreinen Zustände durchlaufen und auf dem Weg durchlebt werden müssen, und man sollte versuchen, sie zu überwinden.

Und letztendlich muss ich begreifen, dass es nichts außer einer einzigen Macht gibt – der Macht des Schöpfers. Das bedeutet, dass der Schöpfer, der gut ist und Gutes schafft, meine ganze Welt, meine ganzen Verlangen – das ganze Herz und den Verstand – ausfüllt. Ich muss ständig spüren, dass ich vom Schöpfer beherrscht werde und Er mich ausfüllt. Und ich darf der Klipa (meinen unreinen Verlangen) nicht erlauben, mich selbst von innen zu zerfressen.

Es gibt Menschen, die eine solche Selbstzerfleischung genießen. Oder sie haben sich schon so sehr daran gewöhnt, dass sie nicht mehr aus diesem Zustand heraus können. Er ist aber sehr schlecht und bringt niemanden voran.

Der Mensch glaubt, dass Leiden ihm beim Vorankommen helfen und irgendwann ein Ende haben werden. Doch sie werden niemals ein Ende haben. Wir kommen gerade dadurch voran, dass wir der Freude, dem Guten, dem Glück durch Ausübung guter Taten – der höheren Stufe, dem Glauben – entgegen streben. Das wird als Glaube an den Höheren bezeichnet, wenn der Mensch sich der Vollkommenheit angehörig fühlt, sich also dem Höheren anschließt.

Doch stell dir selbst die Frage: versuchst du dich an den Höheren anzuheften, um dadurch Genuss zu empfangen, oder suchst du nach Begeisterung und Freude, die dir helfen werden, die Eigenschaft zu geben zu erlangen?

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 29.05.2011

Besonderheiten der Seele

Sohar, Kapitel „Yitro (Jethro),“ Artikel 190: Hier ist ein ungehaltener Mensch, jedoch nicht geschwind. Er nimmt seine Ruhe gefangen, gibt vor, weise zu sein, wenn er es nicht ist, und immer erhebt er sein Haupt, um zu schauen. Äusserlich ist er streitsüchtig, zuhause jedoch nicht. Er achtet nicht die Tora, um sie zu erfüllen. Worte der Menschen sind ihm eine Last, und er erwidert sie energisch.

Der Sohar spricht über den Menschen in uns, der fortwährend in uns enthüllt wird. Es gibt 125 Ebenen in unserem allgemeinen Verlangen zu geniessen, und jede von ihnen enthält ihre eigenen inneren Ebenen oder Zustände. Und jedes Mal, im Innern des neuen Verlangens wird eine neue Schicht von Eigenschaften enthüllt – ein neues Bild eines Menschen in mir, das Bild meiner Entsprechung zum Schöpfer, das Bild des Schöpfers in meinem Innern, das Bild meiner Ähnlichkeit und Gegensätzlichkeit zum Schöpfer.

Die gesamte Vereinigung der inneren und äusseren Eigenschaften, die gegenwärtig sind im Rosh (Haupt), Toch (Leib), Sof (den Enden des Parzuf der Seele), Kelim (Verlangen) und verwendet werden können, und die Verlangen, die vorerst nicht genutzt werden, da es für sie keinen Schirm gibt, ebenso wie die Verlangen, die nicht bis zur vollen Korrektur verwendet werden können, Lev HaEven (das steinerne Herz) genannt – die gesamte Anhäufung dieser Verlangen wird der Mensch in uns genannt.

Jedes und jedes Mal, in jedem Moment meines Wegs, indem ich zum perfekten Menschen aufsteige, enthülle ich das Bild des Menschen in mir. Wie kann ich erkennen, was für ein Mensch in mir enthüllt wurde, und wer bin ich in diesem Moment gemäss den inneren und äusseren Zeichen, die ich in meinem Innern entdecke?

Durch all die verschiedenen, besonderen Eigenschaften, die ich in den Sefirot des Rosh, Toch und Sof des Parzuf meiner Seele enthülle, kann ich sagen, welches Bild mir jetzt innewohnt. Es ist, als ob ich über mich selbst in meinem Personalausweis lesen würde, der eine genaue Beschreibung meiner Merkmale beinhaltet.

Und jetzt verstehe ich, wer und was ich bin. Ich lerne mich selbst kennen, das heisst, meine Eigenschaften, welche von ihnen fürs Geben und welche dagegen arbeiten, welche noch egoistisch sind, wie sehr ich sie eingeschränkt habe, wie sehr sie sich in der Klipa befinden und in welchem Masse sie Gegenstand von Korrekturen sind.

Alles dies ist das Bild eines Menschen, und es gibt nichts ausser Ihm. Dieses Bild schliesst alles in sich ein.

Deswegen, während wir dieses Kapitel im Sohar lesen, müssen wir fortwährend unsere spirituellen Zustände erwägen, als ob Standbilder eines Films sich vor mir enträtseln, unaufhörlich ein neues Bild des Menschen in mir enthüllend, bis sich alle diese Bilder zusammenfinden und ich einen Einzelzustand erlange. Allerdings, alle die vorherigen Bilder sind ebenso gespeichert. Dann, basierend auf all den Sünden und Überschreitungen, erlange ich das wahre, vollkommene Bild – den Menschen, der dem Schöpfer ähnlich ist.

Aus dem 2. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichts vom 16/03/2011, Der Sohar

Zwei Pfade

Es gibt keinen Zweifel, dass unser Zustand die unbedeutendste Beschaffenheit ist und es gibt nichts Schlimmeres als das. Hier gibt es nichts zu diskutieren. Das ist die Wirklichkeit, die uns von Oben gegeben wurde und egal was du sagst, diese Tatsache kannst du nicht verneinen.

Der Schöpfer sagt: „Ja, ich habe den Egoismus geschaffen und diese gesamte Welt. All das ist wahr, jedoch ist dies erst der Anfang. Höre auf, dort herumzusitzen und zu weinen. Beginne zu handeln, es wird endlich Zeit! Ich habe dazu alle Mittel für dich bereitgestellt, also setze sie ein!“

Jedoch will niemand etwas über irgendeine Art von Korrektur, Arbeit, Anstrengungen und Veränderungen hören. Für gewöhnlich wissen wir nur, wie man sich hinsetzt und wie man sich über die Tatsache beklagt, dass man sich mies fühlt.

Es gibt zwei Pfade aus jedem Zustand heraus zu kommen, in dem wir uns befinden. Und in Wirklichkeit ist unser Zustand nicht so schlecht, wie er uns erscheint. Im Gegenteil, es ist wirklich entsetzlich, dass wir nicht erkennen, was wir verlieren, im Vergleich zur Welt der Unendlichkeit, in der wir die Gelegenheit zu Sein haben.

Uns wird dieser unendliche Zustand nicht gezeigt, da wir uns dort sofort egoistischerweise hin bewegen würden. Dieser erleuchtete Zustand ist uns verhüllt, um uns davon abzuhalten. Dies ermöglicht uns zu arbeiten und uns normal zu entwickeln, die Stärke der Gruppe zu verwenden und auf diese Weise zum Schenken hin fortzuschreiten, anstatt uns zu egoistischen Parasiten (Klipa) zu entwickeln und nur Vergnügen nachzujagen und nicht die Kraft besitzen, sie abzulehnen.

Es gibt zwei Wege, um aus diesem niedrigsten und schlechtesten Zustand herauszukommen. Zu versuchen, aus eigener Kraft fortzuschreiten, die eigene Entwicklung einleitend, oder wenn wir das nicht wollen, gibt es da eine Maschine, oder ein Programm der Natur, das uns vorantreibt, uns zu entwickeln, gemäss der Abfolge von Zuständen, die dort aufgezeichnet sind: die Beziehungen zwischen dem Licht und dem Verlangen, welche sich gegenüber stehen.

Aus dem 4.Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes vom 28/02/2011, „Einführung in das Buch Panim Meirot uMasbirot“