Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Willkommen in der Welt des Gebens

Aus dem Brief №26 von Baal HaSulam „Die Früchte der Weisheit“: „Die goldene Glockenblume und den Granatapfel sieht man entlang dem Mantelschoß, und man wird den Ton hören, wenn der Hohepriester ins Heiligtum eingehen wird“.

Das Wort „Effod“ (das Gewand des Hohepriesters) kommt von den Worten „Wo gibt es die Tür hier?“ Denn dort, wo es eine Tür gibt, gibt es auch einen Eingang, selbst wenn er geschlossen ist.

In der materiellen Welt kann man die geschlossene Tür oder den geschlossenen Eingang sehen, in der Spiritualität jedoch ist nur der geöffnete Eingang sichtbar.

Man kann ihn nur infolge des vollständigen Glaubens erkennen: dann wird die Tür sichtbar – und im selben Augenblick verwandelt sie sich in den Eingang.

In dem Moment, wenn der Mensch den vollkommenen Glauben (das volle Maß des Gebens) erreicht, öffnen sich der Eingang und die Tür, die eine Einheit bilden. Und davor sieht er noch nichts: weder die Tür, noch den Eingang – und plötzlich werden sie geöffnet.

Also existierte die Tür früher oder nicht? Sie gab es nicht, denn es ist die Eigenschaft, die sich der Mensch angeeignet hat, die sich in den Eingang und in die Tür verwandelt, damit er reingehen kann.

Die materiellen Türen existieren unabhängig davon, ob der Mensch bereit ist oder nicht, durch diese zu gehen. Aber in der Spiritualität müssen wir unsere Kelim (die geistigen Gefäße) vorbereiten, um darin die neue Realität empfinden zu können.

Und davor existiert sie nicht. Wir geben ihr die Form, deshalb werden sowohl der Eingang als auch die Tür vom Menschen gebaut, dank dem vollkommenen Glauben – dank dem Geben.

Im Laufe der Erziehungsperiode schwankt der Mensch hin und her, gleich denjenigen, die auf der Suche nach der Tür sind.

In die letzte Sekunde des Aufstiegs ist er dem Eingang sehr nah – aber gerade dann ermüdet er plötzlich und kehrt zurück.

Der Mensch hat eben keine Kräfte, um die Tür zu öffnen, und er führt sein Leben weiter, auf der Suche nach dem Eingang, den er nicht erreichen kann.

Unser Weg besteht aus den Aufstiegen und Abstiegen, aus den zahlreichen Versuchen, bis im Menschen das dringende Bedürfnis gebildet wird.

Denn wir müssen unsere Wünsche vorbereiten. Die Spiritualität hat so lange keine Form, bis wir diese selbst erschaffen werden – der Mensch ist so lange für die richtige Wahrnehmung, Reaktion und folgende Klärung nicht bereit, bis es alle vier Niveaus jedes Wunsches durchgeht.

Und allmählich wird er alle Klärungen sammeln, die später in eine Form vereinigt werden, die er im Licht offenbart.

Das Einzige, was man hier machen kann ist die Beschleunigung der Zeit seiner Entwicklung. Aber wir sind verpflichtet, alle Zustände durchzugehen.

Aus dem Unterricht nach dem Brief von Baal HaSulam, 09.07.2010

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Die gesamte Arbeit besteht in der Klärung

Eine Frage, die ich erhielt: Wie kann man nach dem Unterricht überprüfen, wieweit man vorangekommen ist?

Meine Antwort: Das Wichtigste ist die Klärung: was will ich, will ich das um meiner selbst oder um des Gebens willen, habe ich dabei eine Verbindung mit Freunden, brauche ich sie oder nicht, handle ich aus dem egoistischen Verlangen heraus oder mit der Absicht zu geben, von Seiten des Schöpfers oder der Schöpfung, über meinem Egoismus oder in ihm drin? Das gesamte Vorankommen basiert auf einer solchen Selbstanalyse.

Es ist möglich, dass diese Klärungen nach einem guten Unterricht mir meinen schlechten Zustand enthüllen, doch sie werden in jedem Fall genauer sein, und das bedeutet, dass ich vorankomme!

Jeder Tag muss ein einfaches Ergebnis mit sich bringen: morgen bzw. zum nächsten Unterricht muss ich mit einem klareren Verlangen kommen.

Ungeachtet dessen, ob ich will oder nicht – das wird ohnehin von oben gegeben. Doch wird dieser Zustand präziser?

Es kann durchaus sein, dass die Klärung dazu führt, dass ich in einer Sackgasse lande und sich alles in Nebel hüllt. Doch das bedeutet ebenfalls eine größere Klarheit und Klärung!

Das Licht, das ich während des Unterrichts empfange, liefert mir Begriffsklärungen. Ungeachtet dessen, ob sie positiv oder negativ sind, lässt mich das eine genauere Analyse durchführen, um mich selbst, meinen Zustand in bezug auf den Schöpfer und das Ziel – in alle Richtungen – einschätzen zu können.

Auf diese Weise wirkt das Licht auf das Verlangen – wenn es dieses für mich ausleuchtet, sehe ich mehr darin.

Selbst wenn ich plötzlich ganz aufhöre, auch nur irgendetwas darin unterscheiden zu können, und völliges Chaos und Nebel, die vorher nie da gewesen sind, sich breit machen, bedeutet das auch, „mehr“ zu sehen. Das sind auch Stufen der Erkenntnis.

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Das Leben ist nicht immer ein Picknick…

Eine Frage, die ich erhielt: Gerade ist der internationale Kongress in New York (Sohar, Mai 2010) zu Ende gegangen, wo viele Völker und Nationalitäten, etwa tausend Menschen, Repräsentanten von vielschichtigen kulturellen Hintergruenden, vertreten waren. Nach nur 20 oder 30 Stunden verschwanden alle diese Unterschiede, es herrschten Vereinigung und Liebe.

Was fehlt uns, um diesen Zustand ständig zu erleben?

Meine Antwort: Auf dem Kongress haben die Menschen Einheit, Begeisterung und Wichtigkeit des Ziels gespürt. Und 20 Stunden nach dem Treffen können wir uns nur mühsam daran erinnern, wie es war.

Alles entzieht sich unseren Empfindungen und unserem Gedächtnis. Warum können wir bloß nicht so weitermachen und uns ständig darin befinden?

Dieser Zustand kann nicht lange anhalten, wie auch alles in unserem Leben: Der Mensch erreicht die Höhe der Begeisterung und kommt zur Ruhe. Es ist unmöglich, ständig unter einem solchen Eindruck zu stehen.

Das geht aus dem Gesetz der umgekehrten Übereinstimmung zwischen Licht und Verlangen hervor: Mal soll das Licht anwachsen, mal das Verlangen.

So wachsen sie abwechselnd und wir schreiten vorwärts, wie auf zwei Beinen, und gehen auf der mittleren Linie, die die rechte und die linke vereint.

Doch ihre Vereinigung geschieht nur , um vorwärtszukommen und dann wieder nach rechts zu rücken, wo wir die Wichtigkeit des Ziels, die Verbindung und das Verlangen, weiterzugehen, bekommen, dann wieder nach links, wo unser Herz belastet wird, damit wir etwas haben, woran wir arbeiten können, und zur mittleren Linie zurückkehren. So bewegen wir uns vorwärts.

Darum kann ein solcher Zustand nicht lange anhalten, das wäre gegen die Natur. Und ich würde sogar sagen, dass es keinen unliebsameren Zustand geben kann, als sich ständig in dem Zustand einer solchen Euphorie zu befinden.

Der Mensch muss fühlen, dass er sich vorwärtsbewegt, dass er arbeitet, einen gewissen inneren Widerstand überwindet und nicht ständig in den Wolken schwebt.

Unsere Arbeit besteht darin, zu spüren, dass wir etwas geben und empfangen, und dann wieder geben und wieder empfangen. Wir müssen den Widerstand, die Handlungen und die Errungenschaften fühlen.

Deshalb gibt es viel mehr Genuss nach einer harten Arbeit und nach schweren Vorbereitungen, die dann in einem so großen Kongress ihren Hoehepunkt und Ausklang finden, wo wir zwei, drei Tage das Erreichte genießen, indem wir Resultate und Früchte unserer Arbeit betrachten.

Doch danach müssen wir zum Zustand der Schwere, des Widerstandes, der Suche, der Klärungen und Korrekturen zurückkehren, um letztendlich wieder zu einem schönen Ergebnis zu kommen.

Das ergibt sich daraus, dass der Schöpfer und die Schöpfung sich gegenüber stehen, wie zwei entgegengesetzte Eigenschaften – das Verlangen zu empfangen und das Verlangen zu geben, und es ist nur durch solche gemeinsamen Aktionen möglich, das Gleichgewicht zwischen ihnen zu erreichen.

Sonst gibt es keine Weiterentwicklung. Es ist unmöglich, im Zustand des Kleinseins (Katnut), in Chafez Chessed zu bleiben – es muss weitergehen!

Aus dem Unterricht in der Gruppe Toronto, nach dem Kongress „Sohar – 2010“

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Der richtige Pfad ist gepflastert mit Verwirrung zusammen mit Klarheit


Zwei Fragen, die ich darüber erhielt, warum alles verwirrter wird, wenn man mehr studiert und wie man feststellen kann, dass man auf dem richtigen Weg ist:

Frage: Als ich anfing, Unterrichte auf YouTube und Anfänger-Lektionen im Ari Online Lernzentrum zu schauen, war alles so klar und einfach und machte Sinn. Doch jetzt, wo ich mich sehr viel mehr damit beschäftige und anfing, eine Menge Artikel und das „Vorwort zum Buch Sohar“ zu lesen, wurde alles dermaßen schwieriger und verwirrter, sodass ich manchmal denke, ich sollte eine Frage schicken, aber ich kann sie noch nicht einmal in Worte fassen! Bedeutet das, dass ich mich nicht auf dem richtigen Weg befinde?

Meine Antwort: Viele Artikel werden Dir erklären, dass diese Zustände genau die Zustände sind, die zur Enthüllung führen. Das ist so, weil wir die Spiritualität nicht durch Wissen enthüllen, sondern durch Gleichheit der Form. Solange meine Eigenschaften sich von den Eigenschaften der Sache unterscheiden, die ich erlangen will, stell ich mir das in meinem Verstand vor – spekulativ – und ich verstehe es mehr oder weniger.

Sobald ich jedoch anfange, das durch die Gleichheit der Form zu erlangen, kann ich nicht länger „mentale“ Bilder erschaffen, weil meine Empfindungen sich darüber hinwegsetzen. Daher bin ich verwirrt, verstehe überhaupt nichts, fühle mich taub und weiß generell nicht „wo, wer oder warum?“.

Alles, was Du tun musst, ist weiterzumachen und plötzlich wird sich der Nebel lichten und ein neues Bild und Verständnis wird hervorkommen. Darauf wird abermals Nebel folgen und dann kommt wieder Klarheit – und so weiter, viele Male!

Frage: Wie kann ich als Student, der bis jetzt noch überhaupt nichts erlangt hat, wissen, ob ich auf dem richtigen Weg bin?

Meine Antwort: Durch genau die Zustände, die ich oben beschrieben habe – ständige Verwirrung und Klärung in deinem Verstand und Empfindungen von Leichtigkeit und Schwere in Deinem Herzen.

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