Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Kind'

Kein Dieb sein

Eine Frage: Wir erziehen ein Kind mit Liebe und versuchen, es ständig zu loben und anzuspornen.

Warum habe ich das Gefühl, dass der Schöpfer uns mehr mit dem Stock erzieht als mit dem Ansporn?

Meine Antwort: Es heißt : „Jeder urteilt nach seiner Verdorbenheit“.

Aber wenn dir Seine Beziehung zu uns offenbart wird, dann wirst du erkennen, mit welcher unendlichen Barmherzigkeit Er handelte. Wir können es leider mit unseren egoistischen Augen weder sehen noch verstehen.

Sogar wenn du heute einen 100%-igen Genuss bekommst und im nächsten Moment die neuen Informationsgene (Reshimot) offenbart werden, wirst du nichts mehr von dem Genuss fühlen; dann fragst du: „Wo ist Er denn, der mich geschaffen hat? Warum füllt er mich nicht mehr?!

Aus der Sicht des Egos sind es gerechte Forderungen. Wenn Er das Verlangen zu genießen geschaffen hat, warum sollte Er dieses Verlangen dann nicht auch füllen? Wir verstehen nur noch nicht, dass er uns auf einer anderen höheren Ebene den Genuss verschaffen will, doch dafür müssen wir Ihm erst gleich werden.

Aus unserer Ebene ist es unmöglich, den Schöpfer zu rechtfertigen. Deswegen beginnt die Stufe des Gerechten bei Bina und steigt höher.

Weil wir die ganze Zeit die Schläge auf unserem Ego fühlen, haben wir die Möglichkeit, mit dem „Glauben über dem Wissen“ voranzuschreiten. Wenn wir uns in ständigen Problemen und Verzweiflungen befinden, sind wir in der Lage, uns von unserem Ego loszureißen. Aber wenn der Schöpfer mich immer wieder mit Genüssen befüllen würde, dann würde ich laufen und schreien wie ein Dieb vor der Menge: „Haltet den Dieb auf!“.

Ich würde Ihn von morgens bis abends anpreisen: „Es lebe der Schöpfer, gut und Gutes tuend!“ Ich wäre Ihm so dankbar für sein gutes Verhalten meinem Ego gegenüber.

Aber wir müssen uns über unsere leeren Verlangen erheben; sogar nicht nur über die leeren, sondern auch über die leidenden Verlangen. Wenn der Mensch sich über diese Empfindungen erheben kann und bereit ist, zu geben, dann erzeugt er die erste Einschränkung (Zimzum) und den Schirm auf sein Ego.

Und wenn er dabei noch den Genuss bekommen kann, aber nicht für sich, sondern bereit ist, innerlich leer zu bleiben und nur von dem Geben an den Schöpfer zu genießen, dann wird er ein richtiger Gerechter sein.

Auszug einem Unterrich über den Artikel „Frieden in der Welt“, 23.12.10

Es möge zwar anstrengend sein, aber wunderbar!

Eine Frage, die ich erhielt: Der wöchentliche Artikel „Waigash“ ist voller Tränen, Treffen und dramatischen Ereignissen, welche viele Menschen bewegen. Was ruft die Nervosität bei Ihnen in diesem Artikel hervor?

Meine Antwort: Der Mensch geht sehr tragische, akute Zustände durch, die Zustände der Unbegreiflichkeit, der Desorientierung… Er ähnelt einem Kleinkind, welches sich im Wald oder einem absolut unbekanntem Platz vorfindet. Es weiß nicht was zu tun ist, an wen es sich wenden kann, es befindet sich in besonders erschreckenden Situationen, es ist ganz verwirrt…

Für Gewöhnlich durchleben wir etwas, indem wir uns an die Zustände erinnern, die wir im Leben durchgegangen sind, das Gleiche ist es in der Spiritualität, wenn ich mich daran erinnere, fühle ich die Aufregung.

Jetzt haben diese Erinnerungen, eine gewisse Leichtigkeit, du schaust auf die Vergangenheit mit Liebe zurück, wie auf ein Kind, aber damals waren es sehr anstrengende Zustände! Der Mensch weiß nicht, wie er da raus kommen kann, und ohne die Unterstützung des Lehrers, der sich in der Nähe befindet, wäre es meiner Ansicht nach, noch unmöglicher.

Heute sollte die gesamte Welt zu der Korrektur kommen, aus diesem Grund haben wir eine Gruppe und die Verbreitung, denn das ist eine viel stärkere und breitere Unterstützung von Millionen von Menschen, die sich mit uns in einem System befinden. Doch damit, sollte sie trotzdem individuell bleiben, und jeder durchgeht sie auf der Basis seiner inneren Eindrücke. (Damit ist wohl die Welt gemeint)

Das sind unglaubliche Zustände! Sogar wenn sie zu der Zeit sehr unangenehm sind und in dem du diese durchgehst, sind sie trotzdem wunderbar! Sie geben dir die Tiefe der Begreiflichkeit, die Tiefe der Empfindung der gesamten Schöpfung, welche später kommt!

Der Mensch fängt an, endlich zu sehen, zu empfinden und sich einzuschalten gleichzeitig in alle Welten! Deswegen sollte darauf nicht verzichtet werden, wir sollen voranschreiten, und wir kommen in „ das gelobte Land“.

Aus dem Programm „Wochenabschnitt“, 9.12.10

Wovon lasse ich mich begeistern?

Ich muss ständig nach immer bequemeren Mitteln suchen, die mir helfen werden, mich möglichst schnell von der Wichtigkeit des Ziels begeistern zu lassen und zu jenem Ort, zu jenem „Tropfen der Einheit“ zu streben, wo ich letztendlich hoffe, den Schöpfer zu enthüllen.

Hier hängt alles von dem momentanen Zustand ab. In mir kommen immer neue Reshimot zum Vorschein. In der Regel fange ich an, die Absicht aus einem unklaren, verschwommenen, „trockenen“ Zustand ohne einen Tropfen Gefühl und Verstand aufzubauen.

Nun muss ich aus diesem „Dämmerschlaf“ aufwachen, in mir muss ein dermaßen starkes Verlangen entbrennen, in dem es „besser wäre, zu sterben, als auf diese Weise, ohne die höhere Erkenntnis, weiter zu leben“ – wenn ich jetzt sofort nicht das enthülle, wovon mir das kabbalistische Buch erzählt.

Ich muss nach allem suchen und alles nutzen, was in der Lage wäre, mich zu ergreifen, zu berühren. Manchmal hilft die Gruppe, die mich an die Verbindung, an die Bürgschaft und an die Pflicht erinnert. Manchmal lässt mich der Gedanke an den Schöpfer als an ein schönes, erhabenes Ziel begeistern. Manchmal lässt mich die Handlung selbst, die Arbeit an der Annäherung mit den Freunden trotz der Hindernisse entbrennen.

Ich muss nach Mitteln suchen, die eine unausrottbare spirituelle Forderung beim Lesen von kabbalistischen Texten während des Unterrichts in mir entstehen lassen.

Die Herangehensweise an diese Texte muss ausbalanciert sein. Im Prinzip habe ich zwei Gründe, mich zu beschweren. Einerseits, wenn ich nichts verstehe, habe ich nichts, woran ich mich festhalten kann. Andererseits, wenn ich anfange, mich mit dem Inhalt auseinanderzusetzen, gebe ich Nahrung meinem Verstand und verliere die Absicht.

Deshalb schreibt Baal HaSulam im Brief 17: „Am Besten hältst du dich an das Ziel – strebst die Anweisungen des Schöpfers an. Denn wenn jemand die Wege des Schöpfers und die Anweisungen des Schöpfers, d.h. die Geheimnisse der Tora nicht kennt, wie wird er Ihm dann dienen können? Das ist das sicherste Mittel, auf der mittleren Linie von allen drei zu bleiben“.

Wir streben danach, zu verstehen, was wir tun sollen: „Gib uns Verstand, gib uns Kraft, richte uns aus, erkläre uns, zeig uns ein Beispiel, damit wir richtig handeln können“.

All das kannst du vom Schöpfer verlangen, wie ein Kind von einem Erwachsenen verlangt. Von der Seite des Kindes wird lediglich das Verlangen benötigt, und die Erwachsenen werden es mit allem Nötigen versorgen. Dieses Verlangen sammle ich in der Gruppe, bei den Freunden. Genau darin besteht meine freie Wahl.

Von oben bekomme ich alles, was ich auf dem spirituellen Weg brauche – außer der Forderung, die ich selbst herausarbeiten muss. Und diese kommt erst dann, wenn ich mich durch die Umgebung von der Wichtigkeit des Ziels begeistern lasse. Dann wird die Begeisterung vom Herzen kommen, und ich werde mit aller Kraft die Anweisungen des Schöpfers anstreben, damit ich lernen kann, Ihm zu dienen.

Aus einem Sohar-Unterricht. Das Vorwort, 13.12.2010

Der Sturm um den Schöpfer herum

Wenn der Höhere Parzuf dem Unteren etwas geben will, dann verringert er sich, wie die Mutter es tut, die sich an das Kind wenden möchte. Als ob sie für sich „das beliebige“ Essen bereiten würde, und „spezielles“, mit der Solltemperatur, für das Kind.

Diese zusätzlichen Handlungen mittels des besonderen Mechanismus der Verbindung des Höheren mit dem Unteren, heißt „Searot“ (das Haar), was vom Wort „soer“ (stürmisch) oder “ Seara“ (der Sturm) kommt.

Denn der Höhere will dem Unteren alles geben, was er hat! Er ist aber gezwungen, sich zu verringern und dem Unteren nur ein bisschen zu geben, entsprechend dem Niveau des Unteren, d.h. entsprechend seiner Aufnahmemöglichkeit. Und der Höhere soll auch noch dafür sorgen, dass diese Füllung dem Unteren einen Nutzen bringt.

Diese Beschränkung, diese Kraft, mit der sich der Höhere zurückhält, heißt „Searot“ (das Haar) – entsprechend dem, wie in Seinem Inneren alles „stürmt“ (soer).

Jetzt stellen Sie sich nun vor, wie sehr der Schöpfer leidet, wie in Seinem Inneren alles stürmt! Denn Sein Wunsch des Gebens, ist riesig, Er will uns die unendliche Korrektur (Gmar Tikun) geben!

Und Er sieht uns an und versteht, dass Er Niemandem etwas geben kann… Niemand will etwas vom Schöpfer bekommen. Welches riesige Leiden ist es, die Kleinkinder anzuschauen, welche vom Hunger fast sterben, wenn man über die Möglichkeit des Gebens verfügt: Er kann alle unsere Wunden heilen und uns mit dem Wohl anfüllen, und wir wollen es nicht! Wir sind nicht in der Lage, etwas von Ihm zu bekommen.

Und als der Nachhall dieses Sturmes, mit dessen Kraft sich der Höhere zurückhält, beginnen uns die dunklen Kräfte, Klipot, zu beeinflussen, weil sie uns erwecken und zur Handlungen zwingen möchten.
Uns scheint es so zu sein, dass auf uns die bösen Kräfte einwirken – aber sie werden nur in jenem Maß gezeigt, in welchem wir nicht vorankommen, sich in der Entwicklung verspäten und dem Licht nicht zulassen, uns auszufüllen.

Aus einem Unterricht über „Die Lehre der Zehn Sfirot“ „, 6.12.2010

Das Leben aus der Höhe des „10. Stockwerkes“ zu beobachten

Eine Frage, die ich erhielt: Worin besteht das Geheimnis des Lebens?!

Meine Antwort: Das Geheimnis besteht darin, die Richtung dieses Lebens vom Erhalten auf das Geben zu verändern, die „Nächstenliebe“ oder mindestens das Prinzip: „Tue dem Anderen nichts, was dir verhasst ist“, zu erreichen.

Kaum begibst du dich in die Richtung des Gebens, so wirst du deine enge Welt verlassen, in der du verschlossen bist und wie ein Roboter, entsprechend den vorbestimmten, determinierten Gesetzen funktionierst.
Denn nichts kann aus den Rahmen des Gesetzes entspringen, und nur die Verhüllung, der Mangel am Wissen, zwingt uns so zu denken.

Angenommen, ich betrachte die Welt vom 10. Stockwerk aus und sehe das folgende Bild: ein Auto biegt ab, und ein Mensch überquert die Straße, er sieht den Wagen nicht und wird überfahren.

Oder ich sehe, wie ein Mensch seinen Wagen im Halteverbot stehen lässt und ein Polizist sich dem Wagen nähert, um den Falschparker zu bestrafen.

Von oben ist das alles sichtbar, und sie da unten sehen nichts! Somit lässt die Menschen nur der Mangel am Wissen behaupten, das ein Ereignis, der reine Zufall ist. Und für mich ist es kein Zufall, weil ich im Voraus gesehen habe, wie alles miteinander verbunden war. Es ist keine Phantasie, sondern eine Art Aufklärung.

Oder wir sehen das Kind an und verstehen, was ihm folglich geschehen wird. Wir wissen es schon in voraus – und das Kind weiß es nicht, weil es ihm mangelt am Wissen über sich selbst. Deshalb gibt es keine Freiheit des Willens – es gibt nur die Unwissenheit.
Und je tiefer wir diese Welt enthüllen werden, desto mehr gefesselt fühlen wir uns. Es gibt keine Freiheit – weder im Gedanken, noch im Wunsch oder in der Handlung.

Das Einzige, was wir machen können ist die Richtung zu verändern. Dieses Paradigma, das nur auf das Erhalten gerichtet ist, ist vollkommen beschränkt.

Wir sind fähig, unsere Absicht auf das entgegen gesetzte, wie das Minus gegen das Plus, zu tauschen! Beginne zu geben, und du wirst sehen, was man dabei machen kann!

In dir gibt es schon die Wurzel des zukünftigen altruistischen Wunsches, „den Punkt im Herzen“, und du musst nur die Kraft heranziehen, die ihn folglich entwickeln wird. Darin wirst du nicht mehr eingeschränkt sein, und kannst aus deinem Ego herausgehen!
Nach der ganzen Entwicklung werden wir im Endeffekt offenbaren, dass wir in den tierischen Körper eingepflanzt sind, worin es nichts „Menschliches“, außer dem einzigen Punkt gibt! Wenn du dich nur mit deinem Körper beschäftigst, dann bist du immer noch ein Tier, und wenn du beginnst, diesen Punkt zu entwickeln, dann wirst du darin den Menschen entdecken.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Körper und Seele“, 30.11.2010

Über einen Säugling, der sich schämte, zu essen

In der Eigenschaft zu empfangen gibt es eigentlich nichts Gutes und nichts Schlechtes. Doch der Schöpfer hat absichtlich eine solche Bedingung erschaffen, damit wir Scham davon empfinden.

Die Scham hat keine Ursache, das ist eine selbständige Schöpfung. Es gibt das Verlangen, Genuss zu empfangen, und das Verlangen zu geben – Er gibt, und ich empfange, ist das etwa schlimm?

Im Gegenteil, schämt sich ein Säugling etwa, dass er von seiner Mutter gefüttert wird? – Er bereitet ihr Genuss! Genauso genießt der Schöpfer, indem Er uns Genuss bereitet.

Warum kann ich nicht einfach genießen, indem ich von Ihm empfange – was braucht man mehr? Soll Er mir nur mehr Verlangen und mehr Erfüllung geben, und ich werde zu einem braven Säugling, der alles annimmt, was ihm die Mutter geben will, und werde Ihm Genuss schenken!

Denn um dem Schöpfer Genuss zu schenken, muss ich nicht an Ihn geben – Er selbst hat mein Verlangen erschaffen und kann alles tun, was ich mir wünsche. Und ich werde mir alles wünschen, was Er mir gibt – denn so bin ich erschaffen worden. Dann soll Er doch diese von Ihm erschaffene Natur, meine Verlangen erfüllen – Ihm wird es gut gehen und mir ebenfalls! Wir werden einander genießen!

Alle wissen, was für einen Genuss der Säugling seiner Mutter bereitet, wenn er gut gegessen hat und in ihren Armen friedlich schläft. Ich bin damit einverstanden, ein solcher Säugling zu sein! Was will Er noch von mir?

Wir wollen nichts Anderes, wir wollen Säuglinge in den Armen der Mutter Natur bleiben. Doch der Schöpfer ist nicht damit einverstanden – Er will uns bis zu Seiner Höhe aufsteigen lassen. Deshalb kommt die Scham nicht, weil ich vom Schöpfer empfange. Die Scham kommt nicht wegen des Empfangens! Die Scham ist die Nichtübereinstimmung unserer Eigenschaften.

Es ist nicht beschämend, von Ihm zu empfangen, denn Er hat mich selbst so erschaffen, und das korrigieren wir auch nicht. Wir korrigieren den Bruch zwischen uns, d.h. die Gegensätzlichkeit unserer Bestreben, nur um uns anzugleichen.

Darum schreibt Baal HaSulam (Talmud Esser haSefirot, Band 1, Kapitel „Innere Betrachtung“), dass die „Scham“ nur den höchsten Seelen vorbehalten ist.

Wenn sie den Schöpfer als Gebenden und sich selbst als Empfangende, diesen Abgrund zwischen ihnen enthüllen, dann spüren sie, dass sie genau diese Nichtübereinstimmung korrigieren müssen.

Wie auch in unserer Welt es Dinge gibt, die für die Einen beschämend und für die Anderen nicht beschämend sind. Genauso auch hier muss man eine bestimmte Stufe der spirituellen Korrektur erreichen, um anzufangen, die Scham zu empfinden. Bis dahin wird sie nicht wahrgenommen.

Auch der Schöpfer selbst verhält sich nach dem Ausmaß dessen, wie der Mensch aufsteigt und anfängt, die Scham zu empfinden, anders, mit mehr Anspruch ihm gegenüber. Darum steht geschrieben, dass der Schöpfer unwahrscheinlich streng den Gerechten gegenüber ist und alle Berechnungen bezüglich der Scham durchgeführt werden.

Wenn wir die Absicht zu geben gegenüber unserem Verlangen zu empfangen wahrnehmen, erzeugt dieser Unterschied, dieses Delta die Empfindung der Scham.

In unserer Welt isst ein Kind und schämt sich noch nicht, es wird auch so groß, weil dieses Verlangen in ihm bereits von Natur aus enthalten ist. Damit wir aber „erwachsen“ werden, müssen wir selbst statt der Natur an uns arbeiten.

Aus dem Unterricht nach dem „Talmud Esser haSefirot“ vom 30.11.2010

Wie viel sehen deine Augen?

„Der Richter hat nicht mehr als das, was seine Augen sehen!“ – dies ist ein sehr striktes Gesetz, das mit einer großen Genauigkeit ausgeführt werden muss.

Sogar der beste Rat darf nicht angenommen werden, wenn er nicht aus deinen eigenen Korrekturen, aus deiner eigenen Gleichheit, mit dem Licht herausgеht.

Und in sich drinnen muss du dich auch immer befragen: „Wen höre ich jetzt? – Einen Menschen, der sich in eigenen Phantasien befindet, oder einen Nüchternen, sein Platz genau Wissenden, der über ihm nicht springt?“

Denn das, was ich von Kabbalisten höre, nehme ich nicht wie einen Gesetzt, oder sogar nicht wie einen Rat wahr, sondern wie „Segula“, ein Wundermittel. Ich möchte, dass es auf mich wirkt und mich ändert! Und wenn ich mich ändere, werde ich die Wahrheit sehen.

„Der Richter hat nicht mehr, als was seine Augen sehen!“ – ich werde die Erfüllung reell „in meinen Händen“ halten – in meinen empfangenden Kelim und sie „mit eigenen Augen sehen“ – also im Licht Chochma. Erst dann kann man handeln!

Und bis dann kannst du die ganze Tora auswendig lernen, das wird nur wie ein „Wundermittel“ funktionieren, wie ein „Gewürz“. Wie viel von diesem Gewürz du zu deinem Egoismus hinzufügen kannst, so viel kannst du korrigieren und verwenden.

Dann wirst du genau sehen, welche Wünsche du verwenden darfst und in welchem Maß und zur welcher Tiefe (Awijut). Das ist ein Herangehen, das vor allem Korrektur fordert.

Von hier folgt ein ganz anderes Herangehen zum Lehren: Wir haben dem Schüler nichts zu sagen. Wir können ihn nur erwecken, damit er möglichst viel Licht, das ihn zur Quelle bringt, aufsaugt

.
Es ist unmöglich ihm fertige Modelle des Verhaltens zu geben, nur „Wundermittel“: Notwendigkeit der Verbindung in der Gruppe, zwischen Freunden. und dann warten, bis er sich selbst ändert.

Und wenn dies auf den Schüler nicht wirkt und er sich nicht ändert und auf den Rat des Lehrers nicht hört – kann man nichts machen.

Man darf ihm keine Übungen, die über seine Stufe hinausgehen von oben aufzwingen. Nur in dem Maße in welchem er sich selbst korrigiert und verstanden hat, wird er die Berechnung machen, beginnen zu handeln und sich ändern.

Das begrenzt sehr die Möglichkeit des Lehrers, wenn er einen Schüler lehrt im Vergleich zu unserer Welt, und es ist dabei unwichtig ob es sich um ein Kind oder einen Erwachsenen handelt.

Aus einem Unterricht über den Artikel „Körper und Seele“, 29.11.2010

Ein Sohn der zukünftigen Welt

In dem Augenblick, in dem ich die Absicht „um des Gebens willen“, ohne jegliche Rückkehr an mich selbst, erlange, werde ich als ein „Sohn der zukünftigen Welt“ bezeichnet – ich trete in die höhere Welt, in die Empfindung mit der Absicht zu geben, dem Bestreben zu geben hinein.

Dann beginne ich, in meinem Geben an die Anderen (nur innerhalb des Verlangens, denn ich habe noch nichts, was ich geben könnte), in meiner Haltung ihnen gegenüber das Licht, welches mich erfüllt, das Licht Chassadim, wahrzunehmen. Diese Erfüllung ermöglicht es mir, mich von meinem egoistischen Verlangen zu lösen.

Es verschwindet nicht, doch ich löse mich davon, erhebe mich darüber, nicht dieses Verlangen, sondern die Verlangen der Anderen gewinnen an Wert für mich – genauso wie das Verlangen des Neugeborenen für eine Mutter am Wichtigsten ist und sie sich vollkommen der Fürsorge für das Kind widmet. Doch ihr wird das von Natur aus gegeben, und wir erreichen eine solche Haltung den Anderen gegenüber mit Hilfe des höheren Lichts.

Auf diese Weise enthülle ich die höhere Welt. Und weil ich mich von mir selbst abschalte und in den Verlangen von den Anderen, ohne jegliche Verbindung zu mir selbst lebe, erreiche ich einen Zustand, der „Freiheit vom Todesengel“ genannt wird, wenn mein Verlangen, in dem ich früher mein Leben wahrgenommen habe, nicht mehr als die mich belebende Quelle in mir empfunden wird. Es belebt mich nicht. Ich nehme das Leben in der Erfüllung von fremden Verlangen/Kelim wahr, denn sie sind zu meinen geworden.

Die Freiheit vom Todesengel bedeutet, dass mein Verlangen, selbst auf der untersten primären Stufe, die mir als mein Körper vorkommt, aufhören kann zu leben, selbst jenes minimale, es belebende Leuchten „Kista de Chajuta“ zu empfangen, und ich fühle nicht, dass ich dadurch etwas verliere. Ich identifiziere mich nicht mehr damit. Denn ich habe ein anderes Kli, genannt „Seele“, erlangt.

Diese fremden Verlangen, die ich als meine wahrnehme, werden als Gefäß/ Kli meiner Seele bezeichnet. Und die Erfüllung in diesen Verlangen ist die Erfüllung mit dem Licht NaRaNCHaY, dem Licht meiner Seele. Dort treffe ich mich mit der höheren Kraft, mit der Wurzel von allem – und das bedeutet, dass ich die Verschmelzung mit dem Schöpfer erreiche.

Dann begreife ich, dass jene kleine Empfindung in meinem egoistischen Verlangen, mit der ich meinen Weg begonnen habe, lediglich eine Illusion war, in der ich leben und existieren musste, um in diese allumfassende gebende Realität hinauszugehen.

Und die frühere Realität war nur eingebildet, existierte lediglich in meiner Illusion wie in einem Traum. In Wirklichkeit gibt es sie nicht, denn das Verlangen zu genießen hat keinen Ort. Diese imaginäre, eingebildete Welt verschwindet wie ein Traum.

Auf diese Weise kommen wir einem anderen Verlangen näher. Und jedes Mal gewinnt der Mensch Erkenntnis innerhalb von fremden Kelim, die zu seinen eigenen werden. Und darum steht geschrieben: „Der Mensch lernt dort, wo sein Herz ist“ – an jenem Ort, in jenen Verlangen enthüllt er das ewige, vollkommene, höhere Leben.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 26.11.2010

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Wenn du nicht erwachst, schlafen morgen alle ein

Zuerst wächst der Mensch als Embryo in seiner Mutter, auf der „unbelebten“ Stufe erst einmal, indem er sich einfach annulliert.

Dann als kleines Kind neben einem Erwachsenen – das ist die „pflanzliche“ Stufe. Anschließend existiert er bereits als ausgewachsenes Individuum – das ist die „tierische“ Stufe.

Alle diese Stufen werden von Naturkräften in Gang gesetzt, d.h., wir müssen keine Kräfte aufwenden, um uns zu entwickeln – die Natur selbst regt in uns von innen die Wachstumskräfte und –verlangen an, erhebt an unserer Stelle die Bitte um die Entwicklung, MaN, sie erwacht von alleine in uns.

Der Schöpfer (die Natur) wirkt von zwei Seiten – aus dem Inneren des Embryos heraus, der nach der Entwicklung strebt und sich bezüglich der Mutter annulliert, und vonseiten des mütterlichen Organismus, der sich um den Embryo kümmert und ihn nicht als einen Fremdkörper wahrnimmt.

Sie werden von der tierischen Anhänglichkeit, Liebe zueinander gesteuert – sowohl vonseiten des Erwachsenen dem Kleinen gegenüber als auch umgekehrt.

Auf der „tierischen“ Stufe, in den späteren Jahren, müssen wir uns ebenfalls einander gegenüber annullieren, um von den Anderen lernen zu können. All das wird jedoch von den natürlichen Instinkten gesteuert.

Wenn es allerdings um die Entwicklung der Seele geht, die höher als die unbelebte, pflanzliche und tierische Stufe liegt – auf der Stufe Mensch/Adam (Adam/dome bedeutet „dem Schöpfer ähnlich“) –, dann muss man die Bitte um die Korrektur, MaN, selbst erheben. Das heißt, es ist ein Verlangen notwendig, das von dem Menschen selbst ausgeht.

Der Anstoß zu diesem vorausgehenden Verlangen wird uns als ein Teil des Schöpfers von oben gegeben – das ist der „Punkt im Herzen“, den wir von oben zusammen mit allen anderen Mitteln erhalten: den Büchern, dem Lehrer, der Gruppe.

Und wir müssen durch die richtige Nutzung dieser Mittel zur Forderung nach der Ähnlichkeit mit dem Schöpfer gelangen (die Kraft P1 kommt vom Schöpfer, und P2 muss von dir ausgehen).

Ich habe das Verlangen, mich zu entwickeln, doch weder die Kraft noch das Verständnis, wozu und wie. Vor mir ist alles verborgen… Doch dafür ist mir die Gruppe, die Umgebung gegeben. Das ist der Grund, warum die gemeinsame Seele zerbrochen wurde.

Schließe sie alle an deinen Punkt im Herzen an und du bekommst die Kraft, die zum Handeln ausreichend ist. Hinter deinem Punkt im Herzen steht die Gruppe, und wenn du Hilfe von ihr bekommst, wirst du ein MaN an den Schöpfer erheben können (der sich in Wirklichkeit ebenfalls innerhalb der Gruppe befindet…).

Dann wirst du die Antwort vom Schöpfer, MaD, die Kraft zur Entwicklung, das Licht, das zur Quelle zurückführt, erhalten.

Und es ist unwichtig, wo du den ganzen Tag arbeitest, wichtig ist, wo deine Gedanken sind, dort bist auch du selbst. Und deine Gedanken kannst du mit Hilfe der Umgebung bestimmen.

Lasst uns also vereinbaren, dass wir uns mit aller Kraft bemühen werden, dass niemand von uns auch nur für einen Augenblick vergisst, dass wir verbunden sein müssen, auf diese Weise werden wir einander gegenseitig erwecken!

Lasst uns ein Verlangen danach entwickeln und alle zusammen, mit allen unseren Freunden weltweit, die höhere Kraft, den Schöpfer, an dieses Verlangen anschließen! Soll Er uns helfen, nur an die Verbindung, nur an die Bürgschaft zu denken!

Wenn du nicht erwachst, werden die Anderen auch nicht erwachen! Und wenn die Anderen nicht erwachen, werde ich morgen ebenfalls im Unterricht schlafen! Es gibt keinen Ausweg, wir müssen für das vorausgehende Verlangen sorgen, indem wir es von der Gruppe erhalten, und uns damit an den Schöpfer wenden.

Alles, was die Natur mit einem Embryo, einem Kind, jedem, der in dieser Welt lebt, macht, indem sie sie zur Entwicklung vorantreibt, müssen wir selbst tun und unsere Entwicklung selbst hervorrufen.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Körper und Seele“ vom 23.11.2010

Die Leiden des Egoismus verwandeln ihn in ein Gefäß

Um eine neue Wahrnehmung zu bekommen, brauchen wir ein grösseres Verlangen, welches uns erlaubt, unsere Tendenz, alles sich selbst einzuverleiben, durch die Bestrebung zum Geben zu ersetzen.

Dieser Übergang zu der entgegengesetzten Wahrnehmung, in die Bestrebung zum Geben, ist sehr schwierig. Er ähnelt einer Geburt, die auch in unserem Jahrhundert der modernen Medizin, noch immer eine besondere Handlung ist.

Denn das Kind wird von dem speziellen Platz, an den es gebunden war, ausgestossen. Es bekam dort eine besondere Nahrung und Schutz, es wirkten besondere Gesetze. Dieses Milieu stiess es nicht aus, das Kind wurde dort genährt.

Jetzt betritt es eine unfreundliche Welt, in welcher es wachsen muss, für sein Leben kämpfen muss. Das ist eine beispiellose Umwälzung im Leben.

Dasselbe geschieht auch bei der spirituellen Geburt, wenn sich ein neues universelles Sinnesorgan für die äusseren, ausserhalb der Gebärmutter dieser Welt befindlichen Empfindungen, enthüllt. Dieses Sinnesorgan basiert auf dem Geben, und wir beginnen darin eine neue Welt zu spüren.

Auf dem Kongress haben wir einen grossen Schritt in diese Richtung gemacht. Unser grosses Verlangen nach dem „geboren werden“  hat uns schon ein wenig von den Geburtswehen fühlen lassen, und dann sahen wir, dass wir dazu noch nicht fähig sind. Etwas hindert uns, wirft uns wieder zurück.

In der Zusammenfügung mit der guten Kraft, die uns mitreisst nach vorn, haben wir auch eine schlechte Kraft gespürt, die uns zurückstößt in den Mutterleib, und nicht aus den Begrenzungen dieser Welt herauslässt, uns die neue Welt noch nicht fùhlen lässt.

Wir müssen noch einige von solchen Geburtswehen durchmachen, bis wir schliesslich geboren werden. Wie viele, und in welchem Zeitraum, hängt nur von uns ab. In jedem Fall aber, kann ohne sie der Vorgang der Geburt nicht vollendet werden, wir gelangen nicht nach aussen.

Wàhrend der Geburt stoßen zwei Kräfte aufeinander, der Druck von innen und Gegenstöße von aussen. Diese Auseinandersetzung bringt uns ein neues, starkes Verlangen in die spirituelle Welt zu kommen. Und ohne dieses Verlangen kommen wir nicht weiter.

In der Tora werden die Geburtswehen „Ägyptische Plagen“ genannt. Unser Egoismus muss zehn „ein volles Mass“ der Leiden erleben, die sich im Verlangen deutlich machen, und zur Form eines Gefäßes, eines Kli, umgewandelt werden.

So entsteht aus dem formlosen Lehmklumpen ein Gefàss, welches bereit ist, das Hòhere Licht zu empfangen.

Wir müssen durch diese Geburtswehen hindurch, um die richtige Form anzunehmen, ohne die wir nichts Spirituelles wahrnehmen kònnen.

Mit diesem Vorgang haben wir auf dem Kongress angefangen. Das Licht befindet sich um uns herum und wartet auf die Stelle, durch die es eintreten kann.