Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Hass'

Den Schöpfer an die Hand nehmen

Wenn der Mensch die Wichtigkeit der Gruppe für seine Korrektur erkennt, öffnet er sich, als ob er eine Motorhaube öffnen und die Freunde darin „herumschrauben“ lassen würde. Genauso bereitwillig legt sich auch ein Kranker auf den Operationstisch, damit Ärzte sein Leben retten.

Denn der Mensch spürt, dass er zu hundert Prozent vom guten Willen der Freunde abhängt, dass er nur mit ihrer Hilfe geändert, korrigiert, von einer tödlichen Krankheit geheilt werden kann.

Und dann beginnt die Umgebung auf ihn einzuwirken. Je mehr er sich zu den Freunden hingezogen fühlt, desto klarer wird ihm gezeigt, wie schwer es ist, sich an sie zu wenden, wie ihn das anwidert.

Einerseits versteht der Mensch, dass er sich an die Freunde einfach wenden muss, weil davon sein ganzes Leben abhängt, andererseits lassen ihn der Egoismus und die Sturheit das nicht tun. Eben sie bedeuten auch „Hass“, „unreine Seite“, „Unreinheit“.

Es kommt manchmal vor, dass wir jemanden um Verzeihung bitten müssen und uns nicht dazu zwingen können. Hier entdecke ich ebenfalls zwei entgegengesetzte Kräfte: ich muss es tun, um gerettet zu werden, doch ich kann es nicht.

Dann sehe ich, dass mein Unvermögen durch fremde Macht hervorgerufen wird, und als Folge davon bekomme ich zusätzliche Kraft. Das geschieht auf jeder Stufe: ich fange an, zu begreifen, dass der Schöpfer das alles arrangiert hat, damit ich von nun an Seine Hand halte, wie ein kleines Kind sich am Erwachsenen festhält – dann werde ich mit Seiner Hilfe zum Pharao gehen können.

So ist unser Weg bis zum Ende der Korrektur: ich erkenne das Böse meiner Natur, sondere mich von ihr ab und erkenne, dass sie der Pharao, mein Feind, ist. Dann wünsche ich mir, ihn ausrotten zu können, und bitte darum, dass das höhere Licht das macht.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 18.10.2010

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Die höhere Welt wird in der Liebe geöffnet

Das Buch Sohar wirkt auf uns mit Hilfe des Lichtes ein, das darin verborgen ist. Wenn wir wünschen, dieses Licht für unsere Korrektur zu nutzen, dann ist die Verbindung die einzige Stelle, welche wir korrigieren sollen.

Deshalb soll sich jeder bemühen, sich vorzustellen, welche Korrekturen begangen werden müssen. Denn wir empfinden noch nicht, dass zwischen uns der grundlose Hass und die Abtrennung – anstelle der Bruderliebe herrscht.

Dieser Hass soll sich zurück in die Liebe verwandeln. Die Kraft des Sohars kann es verwirklichen. Dann werden wir in der erneuerten Verbindung zwischen uns, die ganze Höhere Welt öffnen.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 17.10.2010

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Zwei Welten in sich vereinen

Je weiter wir vorankommen, desto verworrener und unberechenbarer wird die Welt. Wir sehen, dass es einen gewissen Prozess gibt, doch wo er hinführt, ist uns unklar.

Die Untersuchungen zeigen, dass unsere Realität nur eine einzige Eigenschaft besitzt – das Verlangen zu empfangen, zu genießen.

Alle Berechnungen auf allen Ebenen werden allein auf dem eigenen Nutzen aufgebaut. Selbst das Geben wird zum Zwecke des Empfangens gebraucht. Wir haben keine Energie für eine Handlung, die nicht auf unser eigenes Wohl gerichtet ist. Was soll man tun?

Die Kabbalisten sagen uns, dass es auch noch eine andere, entgegengesetzte Realität gibt, in der die allumfassende Schöpfungskraft wirkt. Man kann sie als Natur oder als Schöpfer bezeichnen – das ist das Gleiche. Die Rede ist von der absoluten, universellen Eigenschaft des Gebens.

Man kann sich von der Stufe des Empfangens zur Stufe des Gebens nur mit Hilfe dieser globalen allgemeinen Kraft erheben, von der die gesamte Realität erschaffen wurde. Durch unsere Handlungen können wir ihre Einwirkung auf uns hervorrufen, damit sie unsere Natur verändert.

Diese Handlungen sind unkompliziert: wir versuchen, uns zu verbinden, uns selbst im gegenseitigen Geben vorzustellen, und studieren zugleich gemeinsam die Gesetze der vor uns verborgenen Realität.

Dank den Anstrengungen und dem Studium nähern wir uns quasi der Eigenschaft des Gebens an oder ziehen sie umgekehrt an uns heran, damit sie auf uns einwirkt und uns verändert.

Auf diese Weise rufen wir die Annäherung von Eigenschaften hervor, indem wir uns auf den Wellen von schwankenden Empfindungen hoch und runter bewegen. Mal geht es uns gut wegen der Nähe zum Geben, und wir spüren, dass wir vorankommen, mal geht es uns deswegen schlecht.

So schreiten wir voran: mal rechts, mal links, mal durch das Wachstum des Gebens, mal durch das Wachstum des Empfangens. Und wenn wir der Methode treu bleiben, entwickelt sich das Empfangen bis zum Hass in uns, und über dem Hass entwickelt sich immer die Liebe – bis sich das ganze Übel und die ganze Güte, die wir von der Eigenschaft der Liebe anziehen können, enthüllt hat.

Genau dann erschaffen wir eine richtige Kombination aus ihnen beiden – die mittlere Linie. Wir vereinen zwei Welten in uns und existieren in ihnen beiden, während wir die Kraft des Gebens über die Kraft des Empfangens erheben. Genau das nennt sich „empfangen, um einander zu geben“.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 19.10.2010

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Mein Kind ist in der Gefangenschaft

Eine Frage, die ich erhielt: Ich fühle, dass mein geistiges Ziel, mein „Kind“ sich in fremden Händen befindet. Wie kann ich es dann ergreifen?

Meine Antwort: Du musst es nicht ergreifen können, sondern dafür sorgen, dass die anderen dir treu bleiben. Um diese Treue sollst du wie um das eigene Kind sorgen.

Wenn dein Sohn zu den Feinden in Gefangenschaft geraten würde – dann stelle dir vor, welche Gefühle du hättest. Denn er befindet sich jetzt unter den grausamen Hassern, und sie streben danach, ihm größtes Übel anzutun.

Eine Frage: Und es sind dann meine Freunde?

Meine Antwort: Natürlich, sind das deine Freunde. Weil du sie als deine Freunde siehst. Sie sind diejenigen, mit denen du vereinigt werden sollst. Denn wärst du mit ihnen schon verknüpft, dann würdest du dich in der Unendlichkeit fühlen.

Es sind die Anfangsbedingungen, kein rosarotes Bild also. In unserer Selbstsucht stecken die schrecklichsten Streben eben.

Jetzt hast du gefühlt, wie stark deine Besorgnis sein soll?

Dein Kind bleibt in den Händen der Feinde, und sie werden nach Möglichkeiten suchen, ihm Schaden und Leiden hinzuzufügen.

Und das Einzige, was du machen kannst, ihren Hass in die Liebe umzuwandeln. Das bedeutet, du musst nur darum sorgen, dass sie deine Freunde werden.

Denken Sie nach, wie man es erreichen kann. In der Gruppe soll diese Besorgnis empfunden werden. Wecken Sie sie auf, bitten Sie darum während des Studiums – denn das Gebet während des Lesens der kabbalistischen Texte ist das wirksamste Mittel überhaupt.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Bürgschaft“ „, 08.10.2010

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Was ist der Gedanke?

Eine Frage, die ich erhielt: Was ist der Gedanke?

Meine Antwort: Der Gedanke ist das Begreifen dessen, was ich fühle, d.h. welche Gründe, Ziele und Folgerungen haben meine Gefühle. Der Gedanke ist das, was sich innerhalb des Wunsches, in der Empfindung innerhalb des Wunsches befindet.

Der Gedanke ohne Wunsch ist unbegründete Philosophie. Es gibt die Materie und die Form, welche diese Materie annimmt. Es gibt die Empfindung der Form der Materie, und es gibt den Gedanken „warum empfindet die Materie auf diese Weise“.

Eine weitere Frage: Sollen wir alle in einem Gedanken sein, „wie ein Mensch mit einer Meinung, mit einem Gedanken“?

Meine Antwort: Wir sollen den Zustand erreichen, wo unsere Wünsche für alle und integral werden, und es gibt keinen Unterschied in den Gedanken, in den Wünschen und in den Lichtern, welche sich in uns wie ein Licht erstrecken.

Aber jeder wird weiterhin das eigene Privatleben empfinden, wie es im lebendigen Organismus geschieht: das Herz funktioniert anders, als die Lungen, aber es gibt ein allgemeines Leben des Körpers – oberhalb des Eindruckes und der Empfindung eines jeden Organs. Und dieses höhere Leben, das alles weiterhin leben, heißt Elokut (das Geistesleben).

Jedes gesonderte Organ besitzt ein eigenes Leben, übt seine Tätigkeit (Funktion) aus, die es für Zusammenleben des ganzen Körpers erfüllt, und es gibt das Zusammenleben des ganzen Körpers.

Alles ist vereinigt, und das Eine hebt das Andere nicht auf – sowohl der ganze Hass als auch die ganze Liebe, nichts geht verloren, es gibt kein Verschwinden im Geistigen.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Wissenschaft der Kabbala und ihr Wesen“, 13.10.2010

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Ein Tropfen Einheit ist noch nicht genug

Eine Frage, die ich erhielt: Auf dem Kongress 2009 konnten wir ein besonderes Gefühl erreichen, welches Sie als einen „Tropfen Einheit“ bezeichnet haben.

Was war das, was wir damals erlangt haben, und wodurch können wir das auf dem bevorstehenden großen Kongress vervollständigen?

Meine Antwort: Auf dem Kongress 2009 haben wir gespürt, dass es in der Einheit zwischen uns einen besonderen Punkt gibt, der nicht von uns abhängt und über uns liegt.

Und wenn wir uns miteinander verbinden, dann werden wir von ihm abhängen, nach ihm streben, uns um ihn herum verbinden und unter seinem Schutz stehen können. Dieser „Tropfen Einheit“ ist eine große Kraft, die durch die Verbindung zwischen uns erschaffen wurde und uns vor allem Unglück beschützt.

Doch das ist nicht genug. In diesem Tropfen verbinden wir uns durch unsere spirituellen Funken zu einem Funken.

Doch wenn wir zu diesem gemeinsamen Funken unsere Verlangen des Gebens, der Bürgschaft hinzufügen, werden wir anfangen, aus diesen zusammengeklebten Funken heraus ihre Verbindung untereinander – das System der Verbindung zwischen unseren Seelen – zu enthüllen. Jede Verbindung zwischen den Funken ist eine Beziehung des gegenseitigen Hasses und der Liebe darüber.

Im ersten Fall vereinen wir alle unsere Funken (Punkte im Herzen) zu einem großen Funken und erkennen dadurch, was für ein hoher Zustand das ist, der an und für sich existiert – eine gewisse Realität außerhalb von uns. Wir haben etwas Neues erschaffen, was in der Verbindung zwischen uns entstanden ist.

Wohingegen alle diese Punkte im Herzen, wenn du noch ein bisschen Verlangen hinzufügst, sich nicht einfach nur zu diesem Funken verbinden, es enthüllt sich außerdem das ganze Ego zwischen ihnen, der ganze Hass und darüber die Liebe.

Das heißt, es enthüllt sich ein Verbindungsnetz zwischen uns, und in dieser Verbindung können wir die Spiritualität, den Schöpfer wahrnehmen.

Das bedeutet, dass du die Bürgschaft auf der Grundlage der Enthüllung deiner Verlangen eingehst. Außer dem Punkt gibt es in ihnen die Enthüllung des Bösen und das Einverständnis, über dem Bösen zu sein.

Denn dieses Netz wird aus unseren Verlangen gebaut, auf die wir verzichten, wir verbinden uns über ihnen und tauschen Hass gegen Liebe ein.

Wie werde ich mich sonst mit den anderen verbinden können? Uns einfach zu einem Funken zu verbinden, reicht nicht aus, das ist keine echte Verbindung, denn wir haben das ganze Ego unten gelassen. Und ich muss mich über das Ego, über den Berg Sinai (den Berg des Hasses), erheben.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Lehre der Kabbala und deren Wesen“ vom 14.10.2010

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Die doppelte Handlung – eine Vorausbestimmung

Die Tora wird als „Elixier des Lebens“ und als „das tödliche Gift“ bezeichnet.

Der Mensch, der sich korrigiert, und die Übereinstimmung mit dem Schöpfer erlangen möchte, um den verborgenen Teil der Realität zu empfinden, benutzt die Methodik der „Tora“, das besondere Programm der Natur.

Ihr richtiges Verwenden öffnet uns die Natur in vollem Umfang und unsere wahrhafte Existenz – nicht nur das beklagenswerte Leben im kurzlebigen Körper, sondern auch den anderen Teil der Wirklichkeit, die Geisteswelt.

Im Endeffekt korrigieren wir die Instrumente der Wahrnehmung. In fünf Sinnesorganen nehmen wir nur den kleinen Teil der Realität wahr, und im neuen Gefühl, das nicht auf der Absorption begründet ist, sondern auf dem Geben, empfangen wir ihren anderen Teil.

Die Methodik der Korrektur zerstört nichts, sie ergänzt nur. Sie lässt uns zu, die Kraft des Gebens zu finden und die Welt der Unendlichkeit, d.h. die unbeschränkte Realität zu empfinden.

Jedoch steckt hier auch die Gefahr des Missbrauchs der Methodik dahinter. Denn wir öffnen in der Natur die besondere Kraft, von deren Existenz wir früher nichts wussten. Diese Kraft heißt das „Licht“. Ihre Einwirkung kann sowohl positiv als auch negativ sein.

Wenn ich von vornherein auf die Nächstenliebe gerichtet bin, d.h. auf die Einheit, dann wirkt diese Kraft in derselben Richtung ein. Aber wenn ich mich nicht auf die Vereinigung eingestellt habe, dann vergrößert diese Kraft in mir den Hass.

Wenn ich sie also bestimmungsgemäß verwende, dann hilft sie mir, anderenfalls wird in mir die Selbstsucht verstärkt, um meinen Hass zu demonstrieren. Alles hängt davon ab, wie ich beabsichtige, sie zu verwenden.

Deshalb, gibt es keine Gewalt in der spirituellen Entwicklung und der Mensch kann sich schädigen, falls er noch nicht bereit ist, sich nach der Korrektur zu richten. Leider sehen wir eine Menge der Beispiele für das falsche Tora Studium…

Aus dem Unterricht nach einem Artikel aus dem Buch „Schamati“, 08.10.2010

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Die Stufen von Bina hochsteigen

Wenn wir uns über unseren Egoismus erheben und uns an die anderen mit den Banden der Liebe und des Gebens binden, durchlaufen wir nacheinander alle Stufen von Bina.

Die erste Phase von Bina ist „GaR de Bina“ – die Weigerung, den eigenen Egoismus zu benutzen, die Angst, zu nehmen, zu schaden, obwohl mir die Gelegenheit geboten wird, alles vollkommen ungestraft zu tun. So erhebe ich mich allmählich über meinen Egoismus.

Die zweite Phase von Bina ist „SaT de Bina“ – mir wird zu verstehen gegeben, dass alle von mir abhängen, und ich leide darunter, dass ich sie nicht erfüllen kann, wie geschrieben steht: „Mehr als das Kalb saugen will, will die Kuh säugen“.

Ich fange an, die Verlangen von den Anderen zu spüren und diese an mich anzuschließen – ich nehme die ganze Welt als ein Teil von mir selbst wahr.

Das ist jedoch kein Egoismus einer Mutter, die genießt, dass sie ihr Kind gefüttert hat – ich handle über dem Hass, der nicht verschwindet! Ich korrigiere jedes Mal meine Abstoßung dem Nächsten gegenüber.

Ich empfinde die Verlangen von den Anderen als mir fremd und verhasst und gleichzeitig fange ich dank dem Licht und der Kraft der Korrektur an, sie als meine eigenen wahrzunehmen. Alle Verbindungen entstehen nur mit Hilfe von anti-egoistischen Schirmen.

Und wenn ich beginne, an die Anderen zu geben, spüre ich die ganze Zeit, wie viel ich von mir nehme und an sie weitergebe, wie ich mich deswegen entleere – und wie ich allein deswegen erfüllt werde, dass ich sie erfülle!

Das sind Korrekturen über Korrekturen – der Weg zurück, nach oben, in die Welt der Unendlichkeit.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Liebe zum Schöpfer und die Liebe zu den Geschöpfen“ vom 03.10.2010

 

Springe hoch und erstarre

Es ist schwer für uns, die Sprache von Kabbalisten zu verstehen. Der zu behandelnde Gegenstand selbst ist vor uns verborgen, wir wissen nicht, was Licht und Kli, Schöpfer und Schöpfung, spirituelle Welt, richtige und falsche Beziehungen bedeuten.

Wir können das, was im Buch steht, nicht mit unserer Realität vergleichen, weil die spirituelle Realität auf das Geben gerichtet ist und sich noch nicht in unseren Empfindungen, die egoistisch sind, befindet.

Indem wir versuchen, uns die Worte von Kabbalisten zu merken, ergründen wir nicht deren Wesen, sondern sprechen in Mustern, die wir im Voraus festgelegt haben.

Selbst wenn wir ein gewisses Verständnis hineinbringen, woher sollen wir wissen, dass es richtig ist? Denn die spirituellen Zustände, von denen die Wissenschaft der Kabbala spricht, haben in uns noch keine Empfindung, keinen Eindruck hinterlassen.

Und alles, was von uns in unserem egoistischen Verlangen wahrgenommen wird, hat nichts mit der Realität zu tun. Um den Sinn von kabbalistischen Büchern zu verstehen, müssen wir innerlich über unseren Egoismus springen, in diesem inneren Sprung erstarren und beginnen, den Sinn ihrer Worte in uns aufzunehmen.

Das ist der Grund, warum wir die Worte von Kabbalisten in Richtung sinnlicher Wahrnehmung lenken sollten. In der Welt der Unendlichkeit ist alles einfach: das Licht füllt das Gefäß.

Und in den Entwicklungsphasen von unten nach oben, während man den Text studiert, ihn aber nicht spürt, ist es unmöglich, sich vorzustellen, worum es geht, ihn zu verstehen, ja noch nicht einmal ihn sich mechanisch zu merken – weil das, was uns die Kabbalisten enthüllen, mit uns noch nicht geschieht.

Infolge des Studiums bleiben einige Vorstellungen in unserem Gedächtnis hängen. Weil sie aber in den Gefühlen nicht vorhanden sind, geraten wir durcheinander und verlieren sie. Das läuft so weiter, bis wir es schaffen, die beschriebenen spirituellen Zustände in dem Maße der Ähnlichkeit mit ihnen in den Eigenschaften des Gebens wahrzunehmen.

Erreichen kann man das nur durch die Arbeit mit den Freunden, weil die Liebe zum Nächsten uns zur Liebe zum Schöpfer führt.

Während wir uns im Egoismus befinden, müssen wir zuerst durch das Streben nach der Verbindung mit den Freunden den Hass enthüllen und diesen anschließend korrigieren, bis wir zur Liebe wie zu einer Brücke über dem Abgrund des Hasses gelangen.

Dank dieser Korrektur füllt sich der Abgrund mit Licht.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 06.10.2010

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Die Wahl als Mensch geboren zu werden

Liebe deinen Nächsten wie dich selbst„ – dieser Satz bestimmt das ganze Prinzip der Verbindung zwischen dem Willen und dem Licht, die Korrektur der gemeinsamen Seele.
Damit die Schöpfung dem Schöpfer gleich werden kann, muss Er die Schöpfung erstmal zerbrechen und zum Zustand des Hasses bringen, zu einem dem Schöpfer entgegengesetzten Zustand. Diesen entgegengesetzen Zustand kann man nur erreichen, wenn die Schöpfung Ihm gleich erschaffen wird, um dann diesen Zustand umzukehren, damit aus einer vollkommenen Form eine unvollkommene entsteht.
Dadurch bekommt die Schöpfung die Möglichkeit selbstständig aus ihrem unvollkommenen Zustand, die Gleichheit mit dem Schöpfer zu erreichen, indem sie (die Schöpfung) Seine und ihre eigenen Eigenschaften, die Frage was es heisst vollkommen zu sein und wie man diese Vollkommenheit erreicht, klären kann.
Die Schöpfung ist auf der Suche nach der Lösung – so erreicht sie den Zustand des Schöpfers. Während des Prozesses erlangt sie die Freiheit der Wahl, indem sie die Ähnlichkeit als den einzig vollkommenen Zustand wählt.
Es ist unmöglich zu verstehen wie man von seiner Natur befreit werden kann, aber unter dem Einfluss des Lichtes, das unserer Natur entgegengesetzt ist, entsteht in unserem Willen eine neutrale Region, die es sogar im Schöpfer selbst nicht gibt!
Und genau das, was sich darin entwickeln wird, wird sich Schöpfung nennen. Wir selber bauen die Schöpfung, den Menschen – „Adam“, was dem Schöpfer „gleich“ bedeutet.