Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Hass'

Das ewige Streben der Zukunft entgegen

Frage: Jede wissenschaftliche Untersuchung beinhaltet drei Etappen: 1) die Hypothese, deren Richtigkeit es zu beweisen gilt; 2) Versuchsmaterialien; 3) das Prozedere selbst, die Beweisführung. Wie ist das in der Kabbala anwendbar?

Meine Antwort: Es ist der gleiche wissenschaftliche Versuch. Du kommst mit einer Frage nach dem Sinn des Lebens. Die Kabbalisten erzählen dir: „Koste und siehe, dass der Schöpfer gut ist“. Führe diese Handlung aus und du wirst ein Ergebnis erzielen.

Wir befinden uns im Inneren eines sehr einfachen Systems. Neben mir existiert meine nächste Stufe, die sich „Gruppe“ nennt. Ich muss mich in sie hineinbringen, und wenn ich mich in das Innere der Gruppe eingeordnet habe, beginne ich das Licht in mir wahrzunehmen. Es gibt darin nichts Irreales oder Erdachtes.

Um zu der Stufe der Gruppe aufsteigen zu können, muss ich mein Informationsgen, die Reshimo 0/1 (Shoresh de Awiut / Alef de Hitlabshut) realisieren. Ich selbst bin die Reshimo „0/1“, die ich ins Innere der Gruppe einsetzen will, dann wirkt das Licht aus meinem nächsten, korrigierten Zustand auf mich ein und lässt mich zu diesem aufsteigen.

Alle diese Zustände von mir existieren bereits, bis hin zum letzten, und ich strebe meiner Zukunft entgegen. In dieser Zukunft bin ich mit allen in der Gruppe durch die gegenseitige Bürgschaft zu einem Herzen vereint. Wenn ich diesen Zustand erreichen will, wirkt aus ihm heraus das Licht auf mich ein – denn ich befinde mich bereits dort. Das Licht verändert meine Eigenschaften und zieht mich wie auf einem Gummiband hinein, damit ich mich genau dort einordnen kann, woher das Licht kommt.

Und wenn ich mich in die Gruppe auf meiner nächsten Stufe eingeordnet habe, wird mir plötzlich enthüllt, dass die Gruppe mit mir zusammen mein Ich ist, aber mein neues Ich, mein zweites. Und die Gruppe ist höher, auf der nächsten Stufe, und in ihr befindet sich mein nächster Zustand.

Das heißt, es eröffnet sich mir ein noch größerer Unterschied, eine noch größere Kraft des Verlangens, ein noch größerer Hass zwischen uns – und wieder muss ich auf die gleiche Weise arbeiten, um mich ganz in die Gruppe einzuordnen. Alle zehn Sefirot des Unteren müssen sich in die Malchut des Höheren einordnen – weil es nichts Anderes außer den zehn Sefirot gibt…

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel „Das Wesen der Wissenschaft Kabbala“, 06.02.2011

Vom Chaos zur Harmonie

Auszug aus der ersten Kongresslektion in Berlin
Frage: Das Motto des Berliner Kongresses lautet „Harmonie“. Was bedeutet Harmonie für einen Kabbalisten?

Meine Antwort: Wenn ein Kabbalist über die Harmonie spricht, meint er die komplette Ähnlichkeit mit der Höheren Stufe, nämlich, mit der höheren Energie, Information, dem sogenannten Licht, das um uns herum existiert, mit dem wir zum vollständigen Kontakt kommen und in dem wir aufgehen müssen. Unser Ich verschwindet dabei nicht. Im Gegenteil, unser Ich und das Licht verschmelzen zu einem Ganzen. Eben diese Harmonie ist unser Ziel.

Die gesamte Menschheit ist von der Stufe herabgestiegen, in der alles zu einem Ganzen verbunden war, und die als „Welt der Unendlichkeit“ oder „Harmonie“ bezeichnet wird. Indem wir allmählich die Stufen der fünf Welten – Adam Kadmon, Azilut, Brija, Yezira, Assija – herabgestiegen sind, sind wir an unserem gegensätzlichsten Zustand angelangt – in „unserer Welt“. Natürlich gibt es hier keine Harmonie. Das ist die Welt des Chaos und der Finsternis.

Wir sind hier, in diesem Zustand, angekommen und haben uns im Laufe der Jahrtausende, im Laufe unserer gesamten Geschichte, auf der tierischen Ebene entwickelt. Nun beginnen wir mit dem Aufstieg zur ersten Stufe unserer spirituellen Entwicklung.

Und dieses ganze globale Durcheinander, das in der Welt existiert, dieses ganze Chaos, das wir nun beginnen wahrzunehmen, der gegenseitige Hass und die völlige gegenseitige Abhängigkeit zugleich – all das kommt von dieser ersten Stufe in uns zum Vorschein, auf der wir alle bereits zu 1/125 der vollständigen Verbindung vereint werden müssen.

Diese Stufe leuchtet uns bereits von dort; aus diesem Grund erscheint uns unsere Welt so schrecklich, zerrüttet, gegensätzlich, versunken in vollkommenem Hass, in vollkommener Unfähigkeit, zusammen zukommen und sich zu einigen. Wieder versammeln sich die Staats- und Regierungschefs in Davos, danach an irgendeinem anderen Ort – und sie können nichts erreichen. Und sie werden nichts erreichen können! Durch nichts! Keine Abkommen werden helfen! Die Menschheit wird zu einem Zustand gelangen, in dem sie sich entweder vernichtet oder vereint. Aber wie?

Eben diese Frage „Aber wie?“ wird aufkommen. Genau dann werden sie begreifen, dass es keine andere Möglichkeit gibt außer der, sich dieser Methode der Vereinigung zuzuwenden, die genau aus diesem Grund bereits im alten Babylon entstand. Dann werden sie an der Kabbala festhalten.

Doch in ihnen muss diese schreckliche Frage aufkommen. Sie entsteht entweder in den Menschen, die innerlich dazu bereit sind, von selbst zu uns zu kommen, oder in der ganzen Welt, wenn der Zustand der Welt bereits bis zum Äußersten gelangt ist.

Dieses Gefühl von Chaos, Finsternis, fehlender Harmonie wird also als Gegensatz zu jener nächsten Stufe empfunden, die wir erreichen müssen, von der uns im Gegenteil Harmonie, Einheit, Integrität leuchtet.

Diese beiden Zustände empfinden wir im Moment. Und aus diesem Grund befindet sich unsere Welt in diesem Übergangszustand auf dem Weg zur ersten spirituellen Stufe. Das ist die schwierigste Phase – der Durchbruch.

Und wenn wir, unsere weltweite kabbalistische Gruppe, Hunderttausende von Menschen, allmählich, von einem Kongress zum nächsten, eine solche Anspannung, eine solche Verbindung zwischen uns aufbauen, wenn wir die ganzen Zustände der Verzweiflung in uns durchlaufen und dennoch nach einer inneren Vereinigung verlangen, wenn wenigstens wir, ein kleiner Teil der Menschheit, es schaffen, dies umzusetzen, wird das zu einem Rettungsseil für die gesamte Menschheit. Und jene Harmonie, die in uns zu spüren sein wird, wird die ganze Menschheit wie ein Magnet zu uns hinziehen. Das müssen wir erreichen.

Deshalb ist die Harmonie, von der die Kabbala spricht, ein Zustand, in dem alle Menschen zu einem Ganzen, zu einem kollektiven Gebilde, genannt „Adam“, verbunden sind – zu einem gemeinsamen Verlangen, einer gemeinsamen Seele, in deren Innerem die nächste Stufe, unser ewiger, vollkommener Zustand, sich herausbildet. Und das ist durchaus erreichbar. Alles hängt von uns ab.

Auszug aus der ersten Kongresslektion in Berlin, 28.01.2011

Sich verbinden und zu einem spirituellen Herzen werden

Frage: In Gedanken meint jeder von uns, dass er bereit und gewillt ist, sich mit allen anderen zu verbinden, doch wenn es soweit ist, dieses Verlangen zu realisieren, scheitern wir.

Meine Antwort: Ihr scheitert nur daran, dass jeder von Euch für sich allein dazu bereit ist, jedoch nicht alle zusammen.

Das ägyptische Exil unterscheidet sich von allen voran gegangenen. Warum war der Einzug nach Ägypten mit Hilfe von Josef möglich? Weil Josef (von „Osef“) Ansammlung von allen Kräften und Grundlagen ist.

Es ist unmöglich, das Böse zu enthüllen, selbst wenn alle damit einverstanden sind. Dazu ist die Erfüllung einer Bedingung notwendig: Bereitschaft zur Vereinigung. Noch bevor sie nach Ägypten kamen, haben Josefs Brüder ihn verkauft, sie wollten keine Vereinigung. Sie schienen gerecht zu sein, jeder von ihnen wollte dem Schöpfer dienen, doch sie wollten sich nicht verbinden. Sie wollten sich Josef, der als Grundlage gilt, nicht anschließen.

Und als sie in ihrer Ausweglosigkeit mit Hilfe von Josef nach Ägypten kamen, begannen sie zu enthüllen, wie sehr sie die Idee der Einheit hassen und ablehnen. Und das Exil selbst ist die Enthüllung des Hasses gegenüber der Vereinigung.

Und erst wenn dieser Hass sein volles Maß erreicht hat und seine Herrschaft über den Menschen zu spüren ist, sprich wenn er sich einerseits in der Gewalt des Pharao befindet und andererseits sehr darunter leidet und nicht in der Lage ist, etwas zu erreichen, erst dann geschieht der Durchbruch.

Doch all das geschieht durch die Anstrengung, sich zu verbinden, indem man sich über die eigene Weigerung, dies zu tun, erhebt. Dadurch wird das Exil überwunden. Wir jedoch scheinen an der Grenze zu Ägypten zu stehen und auf der Stelle zu treten.

Die Anstrengung, sich zu verbinden, äußert sich in der gemeinsamen inneren Fürsorge, wenn alle an unsere innere Verbindung denken und sich deswegen Sorgen machen. Dann werden wir spüren, dass es zwischen uns etwas gibt, was uns verbindet, und wir werden alle zu einem Herzen.

Und das ist bereits ein spirituelles Herz, ein spirituelles Verlangen, in dem wir mit dem Schöpfer verbunden sind und das Licht brauchen, welches uns so verbindet, dass wir aus dem gemeinsamen Verlangen heraus Handlungen des Gebens an den Schöpfer vollziehen werden.

Auszug aus dem Gespräch über die spirituelle Arbeit, 17.12.2010

Der zweifache Boden des Internets

Frage: Sie sagten mal, dass das Böse sich innerhalb der Beziehung zwischen Freunden offenbart. Doch wenn der Mensch alleine studiert, durch das Internet, und er keine gemeinsame Arbeit mit den Anderen macht, wie offenbart er das Böse?

Meine Antwort: Ich sehe, dass die Menschen ins Facebook gehen, oder in andere soziale Netzwerke, und einfach leben innerhalb dieser Netzwerke. Dort ist Leidenschaft, Liebe, die Menschen verheiraten sich sogar, wenn sich danach rausstellt, daß es tasächlich Mann und Frau sind 🙂  .

Obwohl dieses Netzwerk voller Lügen und Schmutz ist, sollte es respektiert werden. Vor langer Zeit gingen wir mit Rabash an einem Stadion vorbei, er sagte: „Dieser Platz sollte respektiert werden, er bringt den Menschen Freude!“.
Das gleiche ist es mit dem Internet. Mit seinem Müll, welchen es beinhaltet, verbindet es die Menschen. Es provoziert sie, zwingt sie, das Böse aus sich heraus zu lassen, das sich tief in ihrem Inneren verbirgt, die Eifersucht, der Hass, die Wollust, das Streben nach Ruhm, die Lügen. Was gibt es dort nicht alles… Doch dadurch realisieren wir eine große Anzahl an Reshimot (Informationsgenen).

Die ganze Menschheit befindet sich dort, und alle lügen ständig, möchten einander überlisten, wetten miteinander und schieben aufeinander alles ab. Habt ihr eine Ahnung, was es für eine Arbeit mit dem Ego ist?! Auf welchem Feld hättest du sie zusammen führen können?.. Auf welchem Platz?..

Und so, mit der Hilfe der virtuellen Verbindung, realisieren die Menschen ihre Reshimot, und im Bewusstsein der Natur ihres Ego´s schreiten sie voran.
Warum können wir, die das Verlagen nach der Offenbarung des Schöpfers/der Eigenschaft des Gebens besitzen, unsere spirituellen Reshimot nicht richtig durch die virtuelle Verbindung realisieren? Ich bin überzeugt, dass das gesamte Internet sich nur dafür entwickelt hat. Die Zeit der Beschleunigung des Endweges ist gekommen, und wie in anderen Dingen, haben die Menschen aus ihrem Bedürfnis heraus solch eine Verbindung entwickelt.

Deswegen sollen wir zwischen uns so ein soziales Netzwerk organisieren, damit jeder Freund, unabhängig davon, ob er in einer physischen Gruppe ist oder nicht, in der Lage ist, alle zu fühlen und ständig verbunden mit uns zu sein, in gemeinsamen Ideen, gemeinsamen Bemühungen, Arbeit, dem Studium und dem Umgang miteinander.
Auszug des Unterrichtes nach dem Artikel, „Charakter der Wissenschaft der Kabbala“, 20.01.2011

Schritt für Schritt zu Genuss und Liebe

Frage: Was bedeutet zielgerichtet genießen?

Meine Antwort: Zielgerichtet genießen bedeutet durch das Geben genießen. Und durch das Geben genießen kannst du nur, wenn du denjenigen, an den du gibst, liebst.

Wie kann ich aber die Liebe erlangen? – Durch die Korrektur, indem du den Hass durch die Liebe ersetzt. Wer vollzieht diese Korrektur? – Das höhere Licht.

Wann? – Wenn ich darum bitte.

Wann werde ich denn darum bitten? – Wenn die Gruppe mich dazu verpflichtet.

Wann wird sie mich verpflichten, zu bitten? – Wenn ich mich vor der Gruppe annulliere und in ihr die Kraft finde, die mich verpflichtet.

Wann werde ich mich vor der Gruppe endlich annullieren? – Wenn wir mit den Freunden gemeinsam daran arbeiten werden.

Und daran stolpern wir…

Auszug aus dem Unterricht über das Buch Sohar. Das Vorwort, 11.01.2011

In sich hineinzuschauen, und sich nicht abzuwenden

Frage: Wie kann ich prüfen, ob meine Absicht tatsächlich auf den Schöpfer gerichtet ist? Welche praktische Prüfung kann uns die Wissenschaft der Kabbala anbieten?

Meine Antwort:
Kabbala bietet eine einfache Hilfe an – die Arbeit in der Gruppe, welche die persönliche Entwicklung beschleunigt und den Trainingsübungsplatz sichert. Innerhalb der Gruppe wird der Mensch es schaffen, den Ort der Offenbarung des Schöpfers, die Kraft des Gebens zu finden.

Somit erreichen wir das Ziel mittels des gemeinsamen Studiums und der Vereinigung mit den Freunden.

Unabhängig davon, was wir machen, ist es wichtig zu prüfen, ob wir den Egoismus in der Flucht von den schlechten Empfindungen unterdrücken. Denn den größten Teil seiner Zeit verbringt der Mensch damit, das eigene Übel zu verbergen.

In uns leben der Hass, der Neid, die Lüsternheit, verschiedene Ambitionen und andere Attribute der Wechselbeziehungen zu den Nächsten. Manchmal sind diese Wünsche so klein, dass der Mensch ihr Übel nicht unterscheidet. Und jedes Mal mache ich unrbewusst eine Berechnung: inwiefern ich besser als der anderen bin, inwiefern ich die anderen nicht leiden kann, inwiefern ich über sie herrsche, inwiefern ich sie ausnutzen kann, usw.

Ich muss mich ständig besser als der Nächste fühlen. Und selbst wenn es mir nicht gelingt, stelle ich mich dennoch über den anderen.

Wenn ich dagegen den Egoismus nicht vertusche, dann öffnet sich mir jede Sekunde die Möglichkeit für die Arbeit. Dabei bezeichnet man meine Empfindungen als den „grundlosen Hass“. Entsprechend der eigenen Natur bin ich gezwungen, ihn zu empfinden. Kann ich aber darüber hinaus eine gute Beziehung, zur Liebe empfinden?

Ich hasse jeden für etwas, und wenn ich meine Einstellung nicht verberge, dann kann ich unaufhörlich arbeiten, bis sich jede Situation für mich ins Mittel der Annäherung an den Schöpfer verwandelt.

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel von Rabasch “Was heißt, die Leiter ist diagonall, in der spirituellen Arbeit”, 06.01.2011

Wo ist der Schöpfer zu finden?

Frage: Manchmal sagen Sie, dass das Einzige, was man tun soll, sich an den Schöpfer anzukleben, und manchmal behaupten Sie, dass das Wichtigste, die Verbindung mit der Gruppe ist…
 
Meine Antwort: Dein Weg zum Schöpfer liegt durch die Gruppe. Sie ist ein Mittel, um Ihn zu erreichen.
 
Man sagt mir zum Beispiel, dass ich nach Jerusalem kommen soll, erklärt aber nicht, auf welchem Wege ich es machen kann: ob mit der Bahn, mit dem Bus, auf dem Wagen, auf dem Esel, oder zu Fuß.
 
Wir sagen auch: „Du bist verpflichtet, dich mit dem Schöpfer zu verbinden“. Dabei soll dir klar sein, dass du außerhalb der Gruppe den Schöpfer nicht finden wirst.
 
Denn du kannst Ihn nur als die Form enthüllen, die ins Material eingekleidet ist. Und wo befindet sich dieses Material? – In der Vereinigung zwischen allen. Dort, wo du zuerst den Hass und später die Einheit offenbaren wirst, die der Schöpfer heißt.
 
Auszug aus einem Unterricht über den Artikel „Die Kabbala und die Philosophie“, 05.01.2011
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Vom Mittel – zum Grund

Frage: Was ist die Hilfe des Schöpfers?

Meine Antwort: Wenn der Mensch sich darin bemüht, zur Liebe und zur Einheit über dem Hass und der Abtrennung zu kommen, dann wird er sehen, dass dies unmöglich ist. Alle gut gemeinten Absichten werden sich jedes Mal ins Gegenteil verwandeln.

Anfangs, wird der Mensch fühlen, dass die erfolglosen Bemühungen seine Schuld sind. Dann werden ihm dieselben Bemühungen zeigen, dass der Grund hierfür eine gewisse äußere Kraft ist.

Infolge der neuen Eindrücke wird der Mensch offenbaren, dass es nicht irgendwelche nebensächliche Kraft, sondern die Höhere Macht ist, die ihn auf diese Weise ausrichtet und seine schlechte Beziehung zur Umgebung mittels verschiedener wichtiger Situationen offenbart.

So beginnt der Mensch, den Schöpfer wie den kausalen Faktor des Negativs und des Positivs wahrzunehmen. Es ergibt sich folglich, dass der Schöpfer eine Macht ist, die für die Verbindung der entgegen gesetzten Wahrnehmungen notwendig ist. Ohne Seine Hilfe kann der Mensch in sich diese zwei Eigenschaften nicht vereinen.

Und später zeigt sich sogar das als ungenügend. Dem Menschen reicht es nicht, dass der Schöpfer ihm hilft die Empfindungen zu verbessern und das Leben einzurichten. Bis jetzt war ihm die schlechte Beziehung zu den Nächsten unangenehm, aber jetzt will er alles für die Verbindung mit dem Schöpfer benutzen. Die Verbindung der Gegenteile soll sich im Schöpfer verwirklichen und gerade darin enden.

So steigt der Mensch allmählich die für ihn bestimmte Treppe hinauf. Am Anfang will er seine Kelim ordnen, und später wendet er sich mit ihrer Hilfe an den Schöpfer und findet die richtige Verbindung mit Ihm. Etappenweise zeigt sich im Menschen eine richtige Beziehung zum Geschöpf: vom Mittel zum Grund, von den Bemühungen zur Korrektur der Wünsche, zum Begreifen, warum er gerade das macht, was er damit erreicht.

Denn das Ziel liegt nicht darin, mit der Füllung des Gefäßes zu liebäugeln, sondern darin, dank der Arbeit, die höhere Wurzel zu erreichen. Dann ändert sich deine Beziehung: hinter der Verbindung von Bina und Malchut offenbarst du Keter, die Spitze des Buchstabens Jud (‚), womit auch der Buchstabe Alef (א) anfängt, der unsere Arbeit und den Aufstieg nach der Diagonale symbolisiert.

Auszug aus einem Unterricht über den Artikel von Rabasch „Was heißt, die Leiter ist diagonall, in der spirituellen Arbeit“, 6.01.2011

Auf dem Weg zum Sinai

Wir sind noch nicht zu dem Gefühl gelangt, dass das ganze Problem in der Verbindung zwischen uns besteht. Doch jeder will selber „der Frucht vom Baum pflücken“.

Wir müssen den Zustand an dem Berg Sinai erreichen, um den Hass zu verstehen, von dem die Autoren des Buches Sohar erzählen. Dann wirst du diesen Berg von Hass enthüllen und beginnst, ihn zu korrigieren.

Und momentan ist dies nur das persönliche Ego in jedem Menschen, ohne seine Beziehung zu Anderen. Das ist kein Gegenabdruck des Schöpfers. Jeder Mensch ist zu der Verbindung zu den anderen noch nicht ausgerichtet.
Die Babys wachsen so heran. Bis zum Alter von 2-3 hat das Kind kein Bedarf an der Gesellschaft von anderen Kindern, es spielt mit sich selber, mit seinem Spielzeug. Erst später beginnt es zu erkennen, dass es auch mit jemanden anderen spielen kann, dass noch jemand existiert.

So sind auch wir in unserer Entwicklung, im Moment bedürfen wir noch der Verbindung mit den anderen, jedoch wollen wir mit den anderen noch nicht „spielen“. Wie viel wir auch darüber reden mögen, es sind alles nur Worte, aber nicht unser Verlangen.

Auszug aus dem Unterricht über das Buch Sohar. Das Vorwort, 04.01.2010

Wir sehen uns in Berlin!

Frage: Wie wichtig ist es, am bevorstehenden Europäischen Kongress in Berlin teilzunehmen?

Meine Antwort: Ich hoffe sehr, dass alle, die in unserem System studieren, verstehen, wie wichtig es für uns und die gesamte Menschheit ist, besonders in unserem heutigen Zustand, dass Europa sich spirituell vereint. Denn uns stehen sehr schwere Ereignisse in Europa bevor. Ich glaube, alle beginnen bereits, dies zu spüren.

All diese rosigen Hoffnungen, die auf den gemeinsamen Markt gesetzt werden, verschwinden allmählich. Und die Menschen sehen, dass hinter all dem ein riesiger Hass und Entfremdung enthüllt werden, der Protektionismus wächst.

Aus diesem Grund ist es gerade jetzt an der Zeit, die Verbreitung der Wissenschaft der Kabbala in Europa mit allen Kräften zu beschleunigen. Alle unsere Freunde, die in Europa leben, müssen ihre Zukunft und die Zukunft der gesamten Menschheit nur auf diese Weise betrachten. Ansonsten wird von Europa wieder ein Feuer ausgehen. Dort wurden bereits zwei Weltkriege begonnen, und auch der dritte Weltkrieg kann dort begonnen werden.

Und ich denke, dass in Deutschland besser als in allen anderen Ländern wahrgenommen wird, wie real und nah diese Bedrohung sein kann.

Doch die Kabbala lehrt uns, dass alles von der Verbindung zwischen den Menschen und der Erreichung des Gleichgewichts mit der Natur abhängt. All das kann nur mit Hilfe der höheren Kraft realisiert werden, wenn der Mensch es wünscht und danach strebt, diese Kraft anzuziehen, was durch die Wissenschaft der Kabbala ermöglicht wird.

Das Wichtigste ist die Verbreitung der Kabbala in allen Formen, damit sie zu jedem Menschen in Europa durchdringen kann. Wir werden Artikel anpassen und sie im Internet in allen europäischen Sprachen auf intensivste Weise veröffentlichen. Ein Zögern ist untragbar, denn die nächsten ein bis zwei Jahre werden für den Frieden in der Welt entscheidend sein.

Die Welt erwarten noch große Erschütterungen. Und damit wir sie auf dem richtigen Weg durchschreiten können – damit sie uns nicht in den Abgrund stoßen, sondern im Gegenteil zum Ziel hinaufschießen lassen -, müssen wir mit der Wissenschaft der Kabbala gewappnet sein. Alles hängt von euch ab!

Wollen wir hoffen, dass alle unsere Studenten aus ganz Europa, aus den entferntesten Ecken, am Kongress teilnehmen werden. Wir erwarten dort alle! Ich hege die Hoffnung, dass unsere Stimme endlich erhört wird.

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel „Analytischer Vergleich zwischen Kabbala und Philosophie“ , 04.01.2010