Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Russland und Israel haben ein entgegengesetztes Problem


Eine Frage, die ich erhielt: Ich studierte die Kabbala über eine lange Zeit und habe es wirklich genossen. Ich habe auch ein Buch geschrieben, das die Kabbala aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Ich habe jede Menge Fragen an Sie, werde aber mit nur einer beginnen: Wäre es gut, die königliche Herrschaft in Russland wieder herzustellen?

Meine Antwort: Ich habe viele Fragen von meinen Studenten aus der Kaukasusregion, aufgrund der aktuellen Entwicklungen dort, erhalten. Obwohl ich normalerweise nicht in die Politik involviert bin oder in physischen Begriffen denke, wenn hier tatsächlich etwas passiert, werde ich trotzdem in der regulären Sprache darüber reden, um zu erklären, wie sich die Höheren Kräfte in unseren Handlungen wiederspiegeln.

Russische Menschen sind smart, empfindlich und in ihrem Herzen und ihrem Verstand sogar außergewöhnlich, aber sie sind nicht in Lage, sich selbst zu regieren (wie ein russisches Sprichwort sagt: „Der Meister wird kommen und entscheiden, was getan wird.“) Sie waren während der gesamten Geschichte nicht in der Lage, das zu tun. Die einzige Periode, in der Russland florierte, war die, als es von Zaren regiert wurde – von Peter dem Großen bis zum letzten Zaren.

Viele dieser Zaren waren keine Russen, sondern kamen aus dem Westen und sie dirigierten Russland in Richtung des westlichen Entwicklungsweges. Während dieser Zeit waren fast alle russischen Minister, genauso wie die russische Kultur, „westlich“. Und das behinderte die Entwicklung Russlands in keiner Weise, vielmehr förderte es die Entwicklung der russischen Kultur, der Literatur und der Industrie – die Basis Russlands, welche im 19. Jahrhundert geschaffen wurde. Im Wesentlichen wurde Russland von Europa erbaut, aber anstatt von den westlichen Einflüssen unterdrückt zu werden, entwickelten sich russische Kultur, Glauben und Wissenschaft wunderbar!

Deswegen ist die derzeitige Absonderung Russlands von Europa für es tödlich! Russland sollte mit der Hilfe von erfahrenen europäischen Fachleuten das europäische Parlament und die Regierung Wort für Wort imitieren, so wie es während des zaristischen Russlands passierte. Es kann sich nicht selbst verwalten, da ihm die Erfahrung des Westens fehlt, dessen Geschichte und Entwicklung viele tausend Jahre zurückgeht. Durch die zur Schau Stellung ihrer Exklusivität wendet sich Russland gegen die Höheren Kräfte. Deswegen wird sich dieses Land wieder einmal erfolglos entwickeln.

Übrigens haben die Juden in Israel das entgegengesetzte Problem: Sie streben danach, wie der Westen zu werden, aber entsprechend ihres Höheren Ziels müssen sie danach streben, eine spirituelle Gesellschaft zu schaffen und ein Beispiel für die gesamte Welt werden. Das ist der Grund, warum die Höheren Kräfte gegen sie sind.

Verwandtes Material:
Blog-post: Im Georgischen Krieg hat keine der beiden Seiten Recht
Blog-post: Die Lösung – Auszüge aus den Schriften der zukünftigen Generation (Baal HaSulam)

Sei kein Besserwisser!


Fragen, die ich über verwirrende Gedanken, die Verlangen der anderen, die richtige Ausrichtung und darüber, wie man Fragen stellt, erhielt:

Frage: Was machen Kabbalisten mit verwirrenden Gedanken und dem ständigen Geplapper, das im Gehirn vor sich geht?

Meine Antwort: Beteilige dich mehr am Studium und am Schreiben von Artikeln. Und am besten mit anderen zusammen. Es steht geschrieben: „Ungeachtet dessen, wie sehr die Schlange dich sticht, studiere die Tora.“

Frage: Wir sollten die Verlangen der anderen unseren hinzufügen, aber welche Verlangen? Wenn wir Handlungen des Schenkens vollziehen, erfüllen wir eigentlich die egoistischen Verlangen der anderen, also entwickeln wir eigentlich ihren Egoismus.

Meine Antwort: „Andere“ sind deine Freunde in der Gruppe, die deine Handlungen verstehen und sich auch auf diese Weise dir gegenüber verhalten. Um den Schöpfer zu enthüllen ist es notwendig, ein gemeinsames Verlangen nach Ihm zu entwickeln. Das heißt, um die Eigenschaft des Schenkens und der Liebe zu enthüllen, ist es notwendig, die Verlangen eines jeden Menschen in einem gemeinsamen Verlangen zu vereinigen.

Die Empfindung des gemeinsamen Verlangens für die Liebe und das Schenkens ist die Offenbarung des Schöpfers in uns! Es bringt das Gefühl von Perfektion, Ewigkeit und Harmonie. Wenn du jedoch mit anderen zusammen bist, die nicht den Punkt im Herzen haben, musst du dich einfach wie sie verhalten.

Frage: Wenn der Schöpfer sich von uns entfernt und verbirgt, um uns zu korrigieren, sollten wir dann im Verlauf der Rückkehr zu Ihm, an Erreichung und Enthüllung denken und danach streben oder nach Korrektur?
Meine Antwort: Das ist dasselbe, da man ja die Eigenschaft der Liebe und des Schenkens erwirbt.

Frage: In einer Deiner Lektionen sagtest Du, dass Du uns lehren willst, die Fragen richtig zu stellen. Manchmal sagst Du zu Deinen Studenten, dass sie „Besserwisser“ sind. Was bedeutet es also, während der Lektion eine Frage zu stellen? Was sollte diese Frage sein?

Meine Antwort: Eine Frage muss genau zum Thema der Lektion gehören, um allen Freunden zu helfen, das Thema besser zu verstehen. Es sollte nichts sein, was nur die Person interessiert, die fragt.

Verwandtes Material:
Blog-post: Woher kommen Gedanken, Ideen und Träume?
Blog-post: Die moralischen Normen eines Kabbalisten
Blog-post: Wozu sollen wir Fragen stellen?
 

Ist Atheismus mit der Kabbala vereinbar?


Eine Frage, die ich erhielt: Seit längerem geht mir folgendes durch den Kopf. Wir sagen, dass die Kabbala keine Religion ist oder irgendein Glaubenssystem erfordert. Aber mittlerweile wird Atheismus sogar von vielen als eine Religion angesehen und sie entwickelt sich als eine der schnellsten, selbst wenn dies als Widerspruch erscheint, denn viele betrachten Religion als ein System des Glaubens an Gott. Jedenfalls sagt man, dass das Kabbalastudium weltlich ist. Daher meine Frage: Kann ein Atheist ein Kabbalist sein oder erfordert die Kabbala einen Glauben an Gott? Schließlich ist das Ziel der Kabbala wie Gott zu werden.

Meine Antwort: Die Kabbala unterscheidet sich von „all den anderen“ (egal ob Religion oder nicht) darin, dass sie eine klare Erlangung des Schöpfers ermöglicht, damit du den Schöpfer so wahrnimmst wie einen Freund und sogar darüber hinaus. Daher gibt es in der Kabbala keinen Platz für einen Glauben an etwas, was andere dir erzählt haben. Du musst vielmehr dich selbst, die gesamte Welt und alle Seelen erlangen, und innerhalb von ihnen – den Schöpfer in Seiner Gesamtheit.

Atheismus ist der Glaube, dass der Schöpfer nicht existiert, wohingegen Religion der Glaube ist, dass der Schöpfer existiert. Demgegenüber ist Kabbala die Enthüllung des Schöpfers – durch Erforschung der Natur innerhalb dir selbst oder in deinen Wahrnehmungen.

Diesbezüglich ist die Kabbala den Wissenschaften ähnlich. Allerdings enthüllen die anderen Wissenschaften die Welt innerhalb unserer bisherigen Sinne, wohingegen die Kabbala dies mit einem zusätzlichen Sinn macht – und zwar mit der Seele, die du erst in dir entwickeln musst. Jedenfalls spricht die Kabbala, wie jede andere Wissenschaft auch, nur über Dinge, die man mit eigenen Sinnen wahrnehmen kann! Sie interessiert sich nicht für etwas, das nicht wahrnehmbar ist oder nicht erforscht, wiederholt und geprüft werden kann und betrachtet so etwas als unwirklich. Diese Herangehensweise macht sie definitionsgemäß zu einer Wissenschaft. In Baal HaSulams Artikel „Das Wesen der Wissenschaft Kabbala“ wird Kabbala folgendermaßen definiert: „Kabbala ist die Methode, allen Menschen dieser Welt den Schöpfer zu enthüllen“ – und zwar jeder Person und allen zusammen.

Wie alle Wissenschaften verwendet auch die Kabbala wissenschaftliche Methoden und Werkzeuge (auch wenn Wissenschaftler dem nur schwer zustimmen werden, da sie gewohnt sind, die Welt ausschließlich durch unseren tierischen Körper zu erforschen). Die wissenschaftliche Methode setzt folgendes voraus:

  • Jede wissenschaftliche Aussage muss durch ein Experiment bewiesen sein.
  • Jede wissenschaftliche Aussage kann auch als unrichtig erwiesen werden.
  • Es ist zwecklos einen Gedanken zu diskutieren, der in der Praxis nicht bewiesen werden kann. Als Beispiel dient folgende wissenschaftliche Meinung über die Existenz G-ttes : Immanuel Kant hat aufgezeigt, dass weder die Existenz G-ttes noch seine Nichtexistenz bewiesen werden können. Der bloße Begriff eines unerreichbaren und allmächtigen G-ttes kann nicht Gegenstand eines Experiments sein, denn wenn G-tt allmächtig ist, könnte er auch das Ergebnis des Experiments kontrollieren. Die Menschen akzeptieren keinen Gott durch Beweisführung, sondern nur durch den Glauben. Daher liegt die Vorstellung eines G-ttes außerhalb der Wissenschaft. Sämtliche Fragen „Warum ist etwas so oder so?“ können dann mit einem „Weil es G-ttes Wille ist“ beantwortet werden. (Religionen zwingen die Menschen, alle Fragen auf diese Weise zu beantworten, weshalb der wissenschaftliche Fortschritt verzögert wurde. ) Kabbala ermöglicht uns durch ihre Anwendung, den Schöpfer und Seine Handlungen zu enthüllen. Jedenfalls steht sie Dingen gleichgültig gegenüber, die in der Praxis nicht verifizierbar sind, so wie unsere weltlichen Wissenschaften auch.
  • Jede wissenschaftliche Aussage muss logisch sein und darf den bereits bekannten Gesetzen nicht widersprechen. Gewöhnlich werden alte Gesetze zu spezifischen Fällen der neuen Gesetze.
  • Jede wissenschaftliche Aussage muss auf ihre eigenen „Schwachpunkte“ hinweisen; es muss erwähnt werden, welche ihrer Teile Gegenstand eines Zweifels oder Widerspruchs sind.
Verwandtes Material:
Blog-post: Kabbala läßt keinen Raum für Glauben
Blog-post: Einige Zitate von Albert Einstein
Artikel: Das Wesen der Religion und ihr Ziel
Artikel: Unterschied der Kabbala von der Religion

Der Schöpfer kann mit nichts anderem erreicht werden, als mit der Kabbala


Frage: Ich fühle mich zum Kabbalastudium hingezogen. Ich spüre große Veränderungen. Ich merke, dass ich Antworten höre, die mich zum ersten Mal in meinem Leben ansprechen. Ich möchte lernen, wachsen und mich verändern.

Ich habe jahrelang nicht geglaubt, und dann bin ich zum Glauben zurückgekehrt, hauptsächlich aus dem Grunde, mein Leben sinnvoll zu gestalten, und auch aus Schuldgefühlen. Mein Vater ist ein Rabbi und ein wundervoller, frommer und alles akzeptierender Mann. Ich dachte, dass ich etwas für meinen Vater tue, wenn ich zum Glauben zurückkehre, und so würden auch meine Handlungen von meiner orthodoxen Familie angesehen.

Ich habe Kabbala nur gefunden, weil ich zum Glauben zurückgekehrt bin und zu einem Chabadzentrum gegangen bin. Dort wurde mein Interesse stärker, und ich habe Sie durch das Internet gefunden.
Nun gerate ich in einen Konflikt, weil ich von Ihnen den Unterschied zwischen Religion und Kabbala lerne. Ich verstehe, was Sie sagen und möchte gerne weiterlernen, doch wenn ich mich Ihnen mehr zuwende, dann habe ich das Gefühl, dass ich egoistisch bin und meinem Vater gegenüber untreu. Wenn ich mich also in Richtung Kabbala bewege, dann mag das aufgrund meiner Umstände wie eine für mich egoistische Handlung aussehen. Gehört dies wohl zu meiner Arbeit?

Meine Antwort: Der Unterschied zwischen Religion und Kabbala ist die Korrektur des Menschen. Das Studium der Kabbala (wenn es richtig gemacht wird, mit den richtigen Quellentexten) erweckt das Höhere Licht, das deinen Egoismus korrigiert, gemäß der Regel „Ich erschuf den Egoismus und erschuf die Tora zu seiner Korrektur, denn das Licht in Ihr bringt einen zur Quelle zurück“.

Wir entwickeln uns dementsprechend, wie unser egoistischer Wille in uns entwickelt ist. Wenn sich uns der Wunsch nach Korrektur enthüllt, dann beginnen wir zu spüren, dass alles in unserer Welt und was in ihr enthalten ist – auch der Glauben – falsch und leer ist. Die Menschen jedoch, die das noch nicht fühlen, sind mit ihrem Glauben zufrieden, sei es der Glaube an sich selbst, die Welt oder Gott.

Nur Du kannst bestimmen, welche Wünsche sich in Dir entfalten. Am Ende unserer Entwicklung müssen alle von uns das Bedürfnis haben, sich mit dem Schöpfer zu vereinen. Darum wird die Kabbala, die Methode, den Schöpfer zu enthüllen, immer populärer und notwendiger. Auch die Religionen beginnen, sich ihrer zu bedienen und sagen, dass die Kabbala ein Teil von ihnen ist. Dieses ist der Kabbala von Nutzen, denn es hilft den Menschen herauszufinden, dass der Schöpfer mit nichts anderem außer der Kabbala zu erreichen ist.

Verwandtes Material:
Blog-post: Welche Bücher sollte man zum Lernen der Kabbala lesen?
 
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Östliche Lehren haben keinerlei Verbindung zur Kabbala


Eine Frage, die ich erhielt: Wie spiegeln sich östliche Lehren und Religionen in der Kabbala wider, die ebenfalls aus dem Osten kommt?

Meine Antwort: Alles was in Verbindung zum Körperlichen steht, hat keine Verbindung zur Kabbala. Hier ist eine Liste nur einiger Dinge, die in keiner Weise zur Kabbala gehören:

  • Orte, einschließlich „heilige“ oder besondere Orte, von denen gesagt wird, dass sie besondere Eigenschaften haben.
  • Objekte, einschließlich Gebäude, Statuen, Bilder, Gegenstände der Anbetung und andere Dinge, von denen gesagt wird, dass sie besondere Kräfte besitzen.
  • Zeit, einschließlich besonderer Tagesangaben und Zeiten oder irgendetwas, das von Zeit und sämtlichen Umständen, die Gestirne betreffend, abhängig ist.
  • Der menschliche Körper.

All dies hat keine Verbindung zur Kabbala, weil Kabbala eine Wissenschaft ist, die nur über den Schöpfer und Seiner Enthüllung in der Seele eines Menschen spricht. Sie hat keine Verbindung zum Körper und darum können Religionen oder östliche Lehren nicht als Teil der Kabbala angesehen werden. Religiöse Handlungen und Merkmale (einschließlich besondere Orte oder Anbetung, Rituale, besondere Objekte usw.) stehen im völligen Gegensatz zur Kabbala. Denn Kabbala studiert und beschäftigt sich eingehend mit der menschlichen Seele und deren Eigenschaften, und den Kräften des Menschen, als ob unsere Welt und unsere Körper überhaupt nicht existieren würden.

Verwandtes Material:
Blog-post: Worum am Grab eines Kabbalisten bitten
Was ist Kabbala?

Wie kann Einzigartigkeit transformieren, ohne verändert zu werden?


Zwei Fragen, die ich über die 613 Verlangen und die Transformation der Einzigartigkeit erhielt:

Frage: Lieber Rav Michael Laitman, die Lehren sprechen über 613 Verlangen, doch alle kommen sie von einem ursprünglichen Verlangen durch den Schöpfer. Als wir uns selbst vom Schöpfer entfernt haben, zerbrach dieses eine Verlangen in 613, von denen 612 unwahr sind und nur eines ist wahr. Richtig?

Meine Antwort: Ja.

Frage: Wie kann Einzigartigkeit transformieren, ohne verändert zu werden?

Meine Antwort: Alles bleibt gleich, außer der Absicht „für sich selbst“ in allen unseren Gedanken, Verlangen und Handlungen. Die Absicht verändert sich ins Gegenteil – „für andere“. So wird man dem Schöpfer ähnlich und wenn das geschieht, dann nimmt man sich selbst auf diese Weise wahr.

Verwandtes Material:
Blog-post: Spiritualität liegt über unserer Welt (für Fortgeschrittene)
Blog-Post: Was versteht die Kabbala unter „Sünde“?

Verhalten Sie sich außerhalb der Gruppe wie alle anderen!


Zwei Fragen, die ich darüber erhielt, wie man in der Gruppe und außerhalb von ihr handelt:

Frage: Es ist großartig, dass sich alle vor dem Ziel annullieren. Aber sollte man es so tun, wie die Mehrheit handelt? Wissen einige besser als andere, was das Beste für die Gruppe ist?

Meine Antwort: Die richtige Art zu handeln, wenn Sie alleine und wenn Sie in der Gruppe sind, geht aus den Naturgesetzen hervor. Das ist so, da wir alle Teil der Natur sind und es Gesetze gibt, die alle unsere Verlangen, Gedanken und Handlungen lenken. Wir müssen diese Gesetze kennen und sie befolgen, dann werden wir uns absolut wohl fühlen. Wir werden spüren, dass unsere Existenz ewig und perfekt ist – genau wie die Natur oder der Schöpfer.

Frage: Ist es richtig, mich selbst vor meinen Freunden, die nicht Kabbala studieren und nichts mit ihr zu tun haben, zu annullieren?

Meine Antwort: Sie sollten auf keinen Fall kabbalistisch gegenüber anderen außerhalb der Gruppe handeln. Wenn Sie sich außerhalb der Gruppe aufhalten, müssen Sie sich wie alle anderen verhalten! Es steht geschrieben: „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst!“ Das bedeutet, dass Sie nicht einfach jeden lieben sollten, sondern nur Ihren Nächsten, in Übereinstimmung mit Ihren Bestrebungen und Ihrem Ziel.

Verwandtes Material:
Blog-post: Die größte Macht stammt daher, sich vor anderen zu ergeben
Artikel von Baal HaSulam: Die Liebe Gottes und die Liebe der Geschöpfe

Die Moralischen Normen eines Kabbalisten


Eine Frage, die ich erhielt: Ich habe eine Frage zu den moralischen Normen von Personen, die Kabbala studieren. Sie haben erklärt, dass es in der Spiritualität weder Zeit noch Raum gibt und unsere Handlungen im physischen Bereich unbedeutend sind. Was zählt sind einzig unsere geistige Verbindung miteinander und unsere Gedanken über den Schöpfer. Wollen sie sagen, dass eine Person, die in einer Gruppe Kabbala lernt, in der materiellen Welt alles machen kann, ohne sich an moralische Normen zu halten, sich jedoch als wunderbarer Freund herausstellen kann, sobald er zum Unterricht kommt?

Meine Antwort: Wir befassen uns mit Menschen, die sich im Prozess der Entwicklung und Korrektur befinden. Ihr Egoismus entwickelt sich schnell und erst später folgt die langsame und allmähliche Korrektur. Ich beobachte das schon seit 30 Jahren. Wie viele Jahre muss ein Kind seine Windeln schmutzig machen und Hilfe von anderen bekommen, bis es herangewachsen ist? Mit anderen Worten, wir müssen viele Jahre geduldig bleiben, während das Höhere Licht seine Arbeit verrichtet, und dann verändert sich die Person. Was kann man noch tun, wenn „der Mensch von Geburt an schlecht ist?“ Es ist verboten, ihn zu zwingen, sein Übel zu verbergen. Das würde seine Korrektur stoppen, da er sich seines eigenen Übels nicht bewusst werden würde .

Außerdem wächst, wenn man Kabbala studiert, das eigene Übel bis zum Erreichen eines Zustands, in dem man es nicht mehr dulden kann. Das ist ein wunderbarer Moment, weil der Mensch dann bereit ist, den Schöpfer zu bitten, ihm zu helfen, das Übel loszuwerden.

Das Einhalten moralischer Normen sieht von außen gut aus, aber es ist schädlich, wenn es einen davon abhält, seine Mängel zu sehen. Die einzige Lösung ist, den Menschen die Methode der Korrektur zu geben und die Umgebung, um diese Methode zu verwirklichen.


Jeder erschafft sich seine eigene Umgebung


Fragen, die ich darüber erhielt, wie sich die physischen Gebote des Judentums auf die spirituelle Korrektur beziehen:

Frage: Sie erklärten, dass die 613 Gebote des Judentums eigentlich 613 Verlangen sind. Aber besteht nicht die Gefahr, dass Menschen dann die spirituelle Entwicklung der Befolgung von physischen Handlungen vorziehen werden und sie dann ins andere Extrem fallen? Vorher vernachlässigten sie den inneren Teil der Tora und führten nur die physischen Handlungen aus, jetzt jedoch werden sie das Gegenteil tun – die äußere Befolgung sein lassen und ihren Fokus nur auf die innere Bedeutung richten. Was wird dann geschehen?

Ich habe die Gebote befolgt und konnte keine Harmonie in ihnen finden. Eines Tages stolperte ich über laitman.de und wurde mir bewusst, dass meine Ahnung richtig war – dass ich nur die äußeren Handlungen durchführte, wie ich es als Kind gelehrt wurde. Es ist sehr schwer, die Gebote zu befolgen, ohne die Wahrheit in ihnen zu empfinden. Trotzdem hat der heilige Ari alle Gebote, die den Shabbat betreffen, leidenschaftlich befolgt. Können Sie zu der Harmonie zwischen innerer und äußerer Befolgung der Gebote Stellung nehmen?

Meine Antwort: Ihre persönliche Suche wird Sie zur richtigen Antwort führen. Sie müssen Sie selbst finden. Jeder Mensch erschafft sich seine eigene Umgebung, die sich aus physischen Handlungen und spirituellen Bestrebungen zusammensetzt. Das mag sich irgendwo zwischen der völligen Einhaltung der physischen Handlungen bis dahin, sie überhaupt nicht zu befolgen, bewegen. In jedem Fall ist das Allerwichtigste: „Die ganze Korrektur wird einzig in unserem Denken erreicht“ (HaKol be Mahshava Itbareru).

Frage: In einem Ihrer Bücher steht, dass unser Kontakt mit den spirituellen Kräften vor dem Fall des zweiten Tempels, aufgrund des Tempels und der dort stattfindenden Dienste, bedeutender und dichter war. Das zeigt mir, dass die Rituale in unserer Welt eine bedeutende Rolle beim Erreichen der spirituellen Welt spielen.

Meine Antwort: Das Bedeutet, dass die Menschen damals die Handlung der Liebe und des Schenkens in all ihren Erscheinungsformen ausführten, in jeder erdenklichen Art und Weise, sowohl im Außen, als auch im Inneren.

Verwandtes Material:
Blog-post: Kabbala lehrt Liebe und Schenken – sonst nichts!
 

Um die Vergangenheit kümmerte sich der Schöpfer – aber die Zukunft hängt von dir ab!


Eine Frage, die ich erhielt: Ich bin eine 31-jährige Frau, verheiratet, mit fünf Kindern. Kürzlich ging meine Ehe durch eine schwierige Krise. Mein Mann hat mich mit meiner besten Freundin (einer Geschiedenen) betrogen und mich ihretwegen verlassen. Ihre Beziehung dauerte vier Monate, und ich hatte grosse Schwierigkeiten, diese Phase zu durchleben. Heute leben mein Mann und ich wieder zusammen und versuchen, unsere Beziehung wieder aufzuleben. Er sagt, er müsse mit mir das, was er in den vier Monaten durchmachte, teilen, doch ich habe Angst, dass ich diesen Schmerz nicht noch einmal ertragen kann. Ich meine, dass ich alles, was passierte, aus meiner Erinnerung löschen muss, damit ich mit meinem Leben weitermachen kann. Was meinen Sie?

Meine Antwort: Sie haben Recht. Denken Sie nicht über die Vergangenheit nach, sondern nur an die Gegenwart und Zukunft. Sehen Sie ihren Mann an, als ob Sie sich erst gestern getroffen hätten, und löschen Sie alles, was passiert ist.
Kabbala rät uns genau das, und ebenso verhält es sich mit unserer Beziehung zum Schöpfer. Diese Handlung wird „Dilug“ – überspringen – genannt.

Man sollte nicht denken, dass jetzt vor sich gehende Ereignisse durch unsere aktive Beteiligung geschehen, und dass es Vorgehen sind, die wir ändern können und müssen. Doch sobald Teile einer Handlung oder die ganze Handlung stattgefunden haben, sollte man dies als etwas akzeptieren, das sich nach dem anfänglichen Plan des Schöpfers ereignete.

In anderen Worten, bedauern Sie nichts, seien Sie aber auch nicht stolz auf das, was Sie getan haben oder denken Sie nicht, dass es Ihretwegen geschah, dass Sie daran beteiligt wären. Akzeptieren Sie es hingegen als etwas, dass die Natur Ihnen gab und dass an Sie weitergegeben wurde, um Sie über die nächste Handlung zu unterrichten – die ganz und gar von Ihnen abhängt. Ihre Einstellung der Zukunft gegenüber sollte normal, materialistisch sein – ohne sich auf den Schöpfer zu verlassen. Wir lernen in der Kabbala, dass alles vom Erheben des MAN abhängt – der Bitte um Korrektur.

Es ist schwierig, alles, was in der Vergangenheit geschah, dem Schöpfer anzuheften. Doch ist dies notwendig, weil man sonst nie andauernd mit dem Schöpfer vereint sein kann. Die Verbindung liegt immer darin, Ihn wahrzunehmen, Ihm die gesamte Vergangenheit zuzuschreiben und die Zukunft – sich selbst.

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