Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Die Bereitschaft, im Glauben über den Verstand zu gehen

Der Glaube über dem Wissen  ist kein Gewinn für den Verstand, sondern der Erhalt einer anderen Fähigkeit, die wir nicht besitzen. Es ist ein anderer, übernatürlicher Kanal, ein sechster Sinn, Spiritualität, die Korrektur vom Kli des Empfangs, die Kraft von Bina. Wie gelangt man dazu? Durch Nachdenken, Arbeit, Höhen und Tiefen.

Frage: Warum beschäftigen wir uns damit, wenn doch im Voraus bekannt ist, dass all dies der Schöpfer tut?

Antwort: Warum bist du dir so sicher, dass der Schöpfer dies tut? Denn für dich sind das alles nur Bezeichnungen, leere Worte, du lebst nicht darin. Es steht geschrieben, dass es eine höhere Kraft gibt, die alles lenkt, „es gibt niemanden außer Ihm“. Na und? Du hast davon gehört, aber du lebst nicht in dieser Offenbarung, identifizierst dich nicht damit.

Dabei bestimmt diese Identifikation all unsere Gedanken und Handlungen. Ich fühle mich wie ein Handschuh, der auf die Hand des Schöpfers gestülpt ist. Er bestimmt alles, was in mir geschieht, angefangen bei der Bewegung der Atome bis hin zur Bewegung der Gedanken und Wünsche. Von Ihm hängt jedes Ergebnis ab, sowohl am Anfang als auch am Ende. So spüre ich die Manifestation des Schöpfers in mir.

Kann ich behaupten, dass der Schöpfer der König ist, wenn ich das nicht habe? Kann ich sagen, dass ich damit einverstanden bin? Würde ich selbst, ohne Zwang, dasselbe tun, was Er tut? Das ist alles leeres Gerede. Ich weiß nicht, wer Er ist.

Deshalb sagt Rabash, dass es einen König der ganzen Welt gibt und einen König Israels. Über den König der ganzen Welt sagen alle: Der Schöpfer ist groß!

Den König Israels begreift man durch echtes Streben nach Ihm – „Yashar Kel“, direkt zum Schöpfer. Streben bedeutet die Bereitschaft, sein Wissen beiseite zu lassen und im Glauben über dem Verstand zu gehen. Darin liegt der Unterschied zwischen der Sichtweise der Tora und der Sichtweise der Massen.

Es reicht nicht aus, das nur zu sagen. Alle glauben, dass sie sich bereits in der Endkorrektur befinden, während die Zustände Israels durch sehr ernsthafte Arbeit erreicht werden, indem sie all ihre Wünsche und Absichten gegenüber dem Schöpfer so ausrichten, dass sie wie die Seinen werden. Erst dann gelangen sie zu dem Zustand, in dem sie sagen können, dass der Schöpfer der König der ganzen Welt ist.

Was ist die Welt? Die Welt ist mein ganzes Ich, und ich habe geprüft und gespürt und stimme zu, dass Er mich führt. Und worin besteht diese Zustimmung? Darin, dass ich selbst dann, wenn Er nicht existieren würde, dennoch dasselbe tun würde. So erschaffe ich das Bild des Schöpfers in mir. Das bedeutet, dass ich von Null bis zur Unendlichkeit wachse. Ich wachse und erreiche Seine Stufe.

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Aus der Lektion nach einem Artikel von Rabash, 10.062026

 

Ein Fußgänger, der von Punkt A nach Punkt B geht

Frage: Ist es möglich, immer im Glauben über dem Verstand zu gehen?

Antwort: Natürlich nicht. Aber wir Kabbalisten diskutieren nicht darüber, ob wir so gehen können oder nicht. Wir sind einfach dazu verpflichtet!

Wenn wir es nicht können, bitten wir um Hilfe und der Schöpfer erledigt diese Arbeit für uns! Die ganze Arbeit ist die Arbeit des Schöpfers, nicht die des Menschen. Aber wir müssen Ihn bitten, diese Arbeit zu erledigen.

Der Mensch muss versuchen, sie bis zum Ende zu erledigen! Obwohl ihm von Anfang an klar ist, dass ihn am Ende ein Misserfolg erwartet, wenn er das Ziel aus eigener Kraft erreichen will. Aber das Glück besteht darin, dass er entdeckt, dass der Schöpfer dies tun wird, und weiß, wie er ihn darum bitten kann.

Ich befinde mich immer in einem solchen Zustand und bewege mich auf einer geraden Linie zwischen dem Ausgangspunkt (dem aktuellen Punkt) und dem Endziel, das ich unbedingt erreichen muss.

Der Endpunkt ist das Geben, die Liebe zum Schöpfer und zu seinen Geschöpfen, der Glaube über dem Verstand, das Geben über dem Empfangen. Wenn ich den Ausgangspunkt verlasse, muss ich zum Endpunkt gelangen.

Auf dem Weg dorthin habe ich:

  1. Teil: Tu alles, was in deiner Macht steht! Das ist das Wichtigste.
  2. Teil: völlige Enttäuschung über meine Kräfte.
  3. Teil: die Erkenntnis, dass nur der Schöpfer mich retten kann.
  4. Teil: hier beginne ich mit Ihm zusammen im Geben (Hafetz Chessed) und in der Liebe zu arbeiten.

Am Anfang muss ich wissen, dass ich unbedingt bis zum Ziel kommen werde, und auf meine Kräfte vertrauen! Ich kann nicht untätig bleiben und auf ein Eingreifen von oben warten.

Wenn ich mich in der ersten Phase nicht bis zum Ende verausgabt habe, nicht alles in meiner Macht Stehende getan habe, werde ich niemals zur Verzweiflung gelangen, nie meine Verzweiflung erkennen und somit niemals begreifen, dass ich die Hilfe des Schöpfers brauche. Wie soll ich dann das Licht hervorbringen, das mich zur Quelle zurückführt?

Eine Etappe folgt auf die andere, bestimmt und formt den nächsten Zustand. Der Mensch weiß nicht genau, wo er sich befindet und was ihn auf der nächsten Etappe, im nächsten Augenblick erwartet. Jeder Fortschritt wird durch seinen Druck erzielt.

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Aus der Lektion nach einem Artikel von Rabash

 

 

Kriterium für spirituellen Fortschritt

Kommentar: Das wahre spirituelle Empfinden hängt allein vom Maß unserer Annäherung und Verbindung im Zehner ab. Nur durch die Kraft unserer Verbindung nähern wir uns dem Schöpfer und erhalten als Folge dieser Handlung ein spirituelles Ergebnis- ein spirituelles Gefühl.

Der Unterschied zwischen der zuvor bestehenden Verbindung und der jetzt erreichten Verbindung vermittelt das Gefühl spirituellen Fortschritts. Deshalb sollten wir uns nur darum kümmern und seine Aufmerksamkeit darauf konzentrieren. Wenn wir uns nicht zu einer tieferen Verbindung mit den Freunden im Zehner weiterentwickelt habe, dann haben wir unsere Pflicht zur Korrektur nicht erfüllt. Das heißt, wir haben nicht in der spirituellen, sondern nur in der materiellen Welt existiert.

Der Unterschied zwischen dem Materiellen und dem Spirituellen wird dadurch bestimmt, was wir in unserem Dasein vorantreiben möchten: seinen materiellen Verstand und Gefühle, oder unsere gemeinsame Verbindung, um zum spirituellen Verstand und Gefühl aufzusteigen, zum Glauben über dem Verstand.

* * *

Wir können nicht durch die materielle Welt ins Spirituelle aufsteigen, sondern nur über sie hinaus, durch den Glauben über dem Verstand. Aus dieser Welt brauchen wir nichts mitzunehmen außer den Hindernissen, die wir in spirituelle Gefäße (Kelim) verwandeln, indem wir uns über sie erheben. Wenn man sich an diese materielle Welt klammert und sich von der Gruppe trennt, dann hatte man keine richtige Verbindung zu seinen Freunden. Denn wenn man in die Gruppe kommt, sollte man in dieser Zeit die materielle Welt vergessen.

Man sollte die Verbindung zur Gruppe spüren und der materiellen Welt nur dann erlauben, in die spirituelle Welt, in die Gruppe, einzudringen, wenn man es selbst zulässt. Man darf sich nicht von ihr beherrschen oder vereinnahmen lassen. Die Prioritäten sollen so gesetzt werden, dass die spirituelle Entwicklung wichtiger ist als das materielle Dasein.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Glaube über dem Verstand“

 

Der Gesandte des Schöpfers

Kommentar: Heute begehen wir den Gedenktag meines Lehrers Rav Baruch Ashlag-des Rabash. Vor ihm gab es Tausende von Kabbalisten und Millionen von Menschen, die davon träumten, die Spiritualität zu enthüllen.

Jetzt konzentriert sich all diese Arbeit auf uns. Wir müssen uns bemühen, uns in die Form der sogenannten „letzten Generation” zu bringen, um durch den Glauben über dem Verstand hinaus auf die spirituelle Stufe zu gelangen, zum ersten Bewusstsein für die spirituelle Wirklichkeit mit ihren Kräften und Möglichkeiten.

Die gesamte Menschheit beginnt damit, ihre gegenseitige Abhängigkeit zu spüren, sowohl im negativen als auch im positiven Sinne:

abhängig von Kräften der Zerstörung, die nach Krieg trachten, und zugleich von Menschen, die nach Einheit und Frieden streben.

Wir alle sind Teile einer Menschheit und werden uns unserer Verbindung untereinander immer bewusster. Bislang drückt sich diese Abhängigkeit in einer unangenehmen Form aus: als Epidemie. Auf der anderen Seite kommen wir immer weiter voran, denn wir sehen, dass unsere Verbindung von oben kommt und eine notwendige Voraussetzung für den Weiterentwicklung ist. 

Zwei große Kabbalisten: Baal HaSulam und sein ältester Sohn Rabash haben uns eine Methode hinterlassen, die für die „letzte Generation” bestimmt ist. Deshalb sind wir diesen beiden Kabbalisten und dem Schöpfer, der sie uns gesandt hat, unendlich dankbar. Rabash schreibt, dass eine Gruppe von Menschen, die durch ein gemeinsames Ziel verbunden sind und bereit sind, ihre persönlichen Interessen zugunsten der Verbindung aufzugeben, in der Lage sind, noch hier in dieser Welt ein höheres Ziel zu erreichen.

Je höher ein Mensch die Gruppe, den Lehrer und den Schöpfer schätzt, desto näher kommt er der Kraft des Gebens und erreicht den Zustand des Glaubens über dem Verstand. Hier gilt ein Hauptprinzip: „Israel, die Tora und der Schöpfer sind eins“. Der Mensch strebt danach, sich in die Zehnergruppe einzuschließen, die er so organisiert, dass sie zu einem Ort wird, an dem sich der Schöpfer offenbaren kann.

Wir müssen in dieser Welt als Botschafter des Schöpfers handeln, indem wir den Wunsch von oben erfüllen und Ihm helfen, sich in der Menschheit zu verwirklichen. Denn es gibt keine Verbindung zwischen dem Schöpfer und der Menschheit, die es den Menschen ermöglicht, die Absicht des Schöpfers zu spüren. Deshalb müssen wir diese Verbindung herstellen: auf die spirituelle Stufe des Glaubens über dem Verstand erheben und gleichzeitig im Wissen bleiben. So dienen wir als Übergang zwischen der Kraft von Bina und Malchut, der gesamten Menschheit.

So können wir alle Kräfte und Absichten an die Menschheit weitergeben, die sich uns anschließen und mit uns gemeinsam als uns unterstützende Kraft, als AHAP der spirituellen Stufe, aufsteigen wird.

Natürlich gibt es nichts Neues unter der Sonne, und das Konzept des Glaubens über dem Verstand war den Kabbalisten schon vor Rabash bekannt. Es wurde aber nicht so detailliert erforscht und erklärt, wie es Baal HaSulam und Rabash es taten, um diese Methode in der breiten Masse praktisch umzusetzen.

Rabash hat die Methode von Baal HaSulam ausführlich erläutert und sie mit seinen Artikeln erweitert. Im Wesentlichen hat er den gesamten spirituellen Weg, den ein Mensch gehen muss, genommen und ihn gründlich erklärt. Alle seine Artikel sind wie ein spannender Roman, der von der spirituellen Entwicklung des Menschen erzählt, vom Aufstieg der tierischen-  zur wahrhaft menschlichen Stufe.

Wir verstehen nicht, welche unendliche Tiefe in Rabashs Artikeln verborgen ist. Erst wenn wir die spirituelle Leiter bis zur endgültigen Korrektur erklommen haben, werden wir verstehen, wie dieser Mensch den gesamten Weg für uns vorbereitet hat und welche erhabenen Stufen er in seinen Artikeln beschreibt.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Gedenktag für Rabash“

 

Welches Gefäß eignet sich für das Licht?

Der Schöpfer erfüllt alles, Er ist überall. Wir befinden uns im Ozean des höheren Lichts, der höheren Kraft, die gut ist und alles durchdringt. Doch wir können sie nur in dem Maße spüren, wie wir ein geeignetes Kli, ein Gefäß, dafür haben. Denn man kann nicht mit einem Sack, der für Mehl gedacht ist, Wasser schöpfen. Was für ein Kli ist also geeignet, um den Schöpfer zu spüren, die höhere Kraft wahrzunehmen und sie sogar zu messen?

Dieses spirituelle Gefäß ist die Furcht. Stattdessen bringen wir jedoch ein Kli, das völlig ungeeignet ist für die Offenbarung des Schöpfers, und deshalb leben wir in Dunkelheit. Das einzige Problem liegt im Gefäß, denn der Schöpfer erfüllt die gesamte Realität. Es gibt nichts außer dem Schöpfer – Er ist die gemeinsame Kraft der Natur.

Die ganze Freude des Schöpfers besteht darin, sich den Geschöpfen zu offenbaren, denn nur so kann Er ihnen Genuss schenken. Im Moment wirkt Er im Verborgenen auf uns ein, was Ihm jedoch keine Freude bereitet. Deshalb wollen wir den Schöpfer offenbaren und von Ihm erfüllt werden – um Ihm Freude zu bereiten. Das bedeutet: Wir sehnen uns nicht danach, das höhere Licht in uns selbst zu empfangen, sondern wir möchten dem Schöpfer die Möglichkeit geben, uns zu erfüllen.

Wir wollen unsere Liebe zum Schöpfer ausdrücken, damit Er Seine Liebe zu den Geschöpfen offenbaren kann. All das geschieht durch die gegenseitige Kraft des Gebens – durch das reflektierte Licht von Seiten der Geschöpfe und durch das direkte Licht von Seiten des Schöpfers.

Deshalb müssen wir ein Gefäß für die Offenbarung des Schöpfers aufbauen, das „Furcht vor dem Schöpfer“ genannt wird. Das heißt, wir fürchten, Ihm nicht die Bedingungen geben zu können, um uns zu erfüllen.

Wir möchten uns dem Schöpfer hingeben, damit Er uns erfüllt, sich an uns erfreut und mit uns macht, was Er will. Deshalb beschränken wir zuerst unser Ego, den Willen, Genuss für uns selbst zu empfangen, und geben uns dann dem Schöpfer hin – im Glauben über dem Verstand. In dem Maße wird der Schöpfer unser Kli korrigieren und es füllen können.

Der Schöpfer weiß, wie Er uns in ein Gefäß verwandeln kann, das für Sein Licht geeignet ist. Das ist überhaupt nicht einfach, denn es gibt viele verschiedene Lichter, für die jeweils unterschiedliche Gefäße nötig sind – so wie man für Wasser, Mehl und Getreide jeweils andere Behälter braucht. Für jede Füllung gibt es ein geeignetes Gefäß, und wir selbst sind nicht in der Lage, es zu erschaffen; nur der Schöpfer kann das. Doch Er wird es in dem Maße tun, wie wir uns selbst annullieren.

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Aus dem täglichen Unterricht zum Artikel vom Baal HaSulam, Shamati 38, „Die Furcht vor dem Schöpfer ist sein Schatz“.

Die Besonderheit der spirituellen Arbeit

Warum können wir den spirituellen Weg nicht im Voraus erkennen und auf ihm vorankommen, so wie wir es auf dem materiellen Weg tun, indem wir Kraft, Wissen und Intelligenz erlangen? Weil das überall in der Wissenschaft und in allen materiellen Unternehmungen so funktioniert, nur nicht im spirituellen Bereich.

Und das Spirituelle verlangt von uns, dass wir eine Handlung ausführen, bevor wir sie überhaupt verstehen, und sogar bevor wir die Kraft haben, sie auszuführen.

Das heißt, wir haben nicht die Kraft, uns zu verbinden, aber wir versuchen es, wir haben nicht die Kraft, die Handlung zu verstehen, und wir tun trotzdem so, als würden wir sie verstehen. Nur in dieser Form ist ein Vorankommen möglich.
Es ist eine große Schwierigkeit, dass wir in Ermangelung von Kraft, Verstand, Verständnis vom Sinn für spirituelles Handeln dennoch gezwungen sind, es zu tun. Dies ist ein ernsthaftes Hindernis. Jede Anweisung, die von einem Lehrer gesagt oder in einem kabbalistischen Buch geschrieben wird, wird von unseren gegenwärtigen Sinnen noch nicht wahrgenommen, entspricht nicht unserem Verstand und unserer Kraft, und deshalb können wir nichts erfüllen.

Aber wir brauchen nichts zu erfüllen, unsere Aufgabe besteht nur darin, zu versuchen zu erfüllen, uns unserer Unfähigkeit bewusst zu werden, Verlangen zu sammeln und uns mit diesen Verlangen an den Schöpfer zu wenden, indem wir ihn um Kraft, Verstand und Gefühl bitten. Genauer gesagt, bitten wir ihn, uns bei der Ausführung der Handlung zu helfen. Ich bitte um nichts weiter als um die Fähigkeit, das zu erfüllen, was mir anvertraut ist.

Das Problem ist, dass man sich gegen seinen Verstand und sein Herz stellen muss, gegen das Wissen und die Empfindungen. Ich fühle Ablehnung meinen Freunden gegenüber, aber ich muss mich mit ihnen vereinen. Mein Verstand rät mir, genau das Gegenteil von dem zu tun, was der Lehrer sagt, aber ich bin bereit, seinen Anweisungen zu folgen, wie ein kleines Kind, das instinktiv seinen Eltern gehorcht.

Das nennt man Glauben über dem Verstand. Der Unterschied zwischen dem Materiellen und dem Spirituellen ist, dass wir im Spirituellen keine Möglichkeit haben, uns von unserem eigenen Verstand und unseren Empfindungen leiten zu lassen. Im Gegenteil, man sollte sich freuen, wenn man über den Verstand und die Sinne hinausgeht.

Denn wenn man nach seinem Verstand und seinen Gefühlen handelt und mit seinem Verstand und seinem Herzen einverstanden ist, wird es eine materielle Handlung sein, aus der nichts Spirituelles erwachsen kann.

Lasst uns versuchen, dieses einzigartige Prinzip zu verstehen. Baal HaSulam sagt: „Der Unterschied zwischen dem Materiellen und dem Spirituellen ist, dass im Materiellen die Kraft der Handlung vorausgeht, wie es heißt: „Bevor ihr ruft, werde ich antworten.“”

Das heißt, wir handeln nach der Logik, dem Verstand, den Gefühlen, dem Verständnis. Und wenn wir nicht verstehen, handeln wir auch nicht. „Denn dort gilt die gleiche Ordnung wie am Ende der Korrektur (Gmar Tikkun), wenn nichts getan wird, bevor nicht die Kraft da ist, das zu tun, was erforderlich ist.“

Dies wird am Ende der Korrektur der Fall sein, da unsere Kelim bereit sein werden, alles zu empfangen. In unserer Welt machen wir erst dann eine neue Entdeckung, wenn unsere Wahrnehmung bereit ist, sie zu akzeptieren. Und so leben wir in einem winzigen Bereich des gesamten riesigen Universums, der als imaginäre Welt bezeichnet wird, da wir nichts tun, solange wir nicht die Kraft haben, es zu tun.

Und im Spirituellen bist du verpflichtet, zu versuchen, das zu erfüllen, wozu dir die Kraft fehlt. Du wirst versuchen, wirst sicherstellen, dass du keine Kraft hast, und du wirst genau herausfinden, welche Kraft dir fehlt und zu welchem Zweck. Daraus wird dein Gebet entstehen, durch das du mit dem Schöpfer in Kontakt treten wirst.

Das ist eigentlich der Sinn der spirituellen Realität: Nicht die Kraft geht dem Handeln voraus, sondern unser Handeln ist notwendig, um Kraft zu erhalten. Wir sind gezwungen, mit der spirituellen Arbeit zu beginnen, ohne die Kraft, den Verstand, die Sinne, das Verständnis, irgendeinen Wunsch danach dafür zu haben. Wie es heißt: „Tu, was geboten ist, um die Stimme dessen zu hören, der geboten hat.“

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Aus der Lektion über „Shamati“ Artikel #164, „Der Unterschied zwischen Materiellem und Spirituellem“, 01.11.2018

Spirituelle Motivation

Frage: Inwieweit ist das Prinzip von Zuckerbrot und Peitsche in einem integralen Ansatz zur Motivation angemessen?

Antwort: Wir sehen, das die Natur dieses Prinzip ständig anwendet. Sie fragt uns nicht, sie drängt uns nur, das ist alles.

Frage: Halten Sie das Prinzip von Zuckerbrot und Peitsche am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft für akzeptabel?

Antwort: Ja. Auf jeden Fall verstehen wir nur das: entweder Zuckerbrot oder Peitsche. Die Natur, die Gesellschaft kann uns nicht anders beeinflussen, denn wir verstehen nur Belohnung und Bestrafung. Der Unterschied liegt in ihrer Form.

Frage: Was sind die Merkmale der kabbalistischen Motivation?

Antwort: Dies ist eine ganz andere Ebene. Wir erheben uns über Belohnung und Strafe, d.h. über das Wissen, wir versuchen nur durch die Kraft des Gebens, der Liebe, ohne selbstsüchtige Motive zu gehen. Hier eröffnen sich ganz andere Welten, andere Verhältnisse. Man nennt es Glauben über dem Verstand.

Frage: Woher nimmt man die Energie, wenn es keine egoistischen Motive gibt?

Antwort: Von oben. Unsere Natur verfügt über eine sehr interessante, ich würde sagen, einzigartige Energiequelle, die einem Mensch mit einer spirituellen, nicht egoistischen Motivation versorgen kann. Der Mensch wird dann die Arbeit tun.

Die Kabbala verfügt über eine Methode, wie wir diese Energie, diese Motivation, die wir mit unseren Sinnen nicht fühlen, erhalten können.

Frage: Glauben Sie, dass Kinder einfacher zu motivieren sind als Erwachsene?

Antwort: Natürlich, da sich Kinder zu bestimmten, spezifischen Themen, Objekten, Belohnungen hingezogen fühlen. Sie sind also leicht zu manipulieren. Bei Erwachsenen ist es viel schwieriger. Am schwierigsten ist es einem Erwachsenen beizubringen, sich selbst zu manipulieren.

Aus dem Fernsehprogramm, „Kommunikationsfähigkeiten“, 28.08.2020.

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In der Absicht leben

Der Schöpfer schickt uns Unglück und Probleme, alle möglichen unangenehmen Dinge – und wir müssen in ihnen eine gute Absicht und Vaterliebe erkennen. Denn der Schöpfer ist gut und tut sowohl Guten als auch Schlechten Gutes.

Mit anderen Worten: Er teilt uns nicht in Gute und Schlechte auf, denn so hat er uns erschaffen, jeder von uns nimmt aber die Haltung des Schöpfers, d.h. sein eigenes Leben, auf seine Art und Weise wahr.

Mit jeder beliebigen Erscheinung in unserem Leben müssen wir unsererseits eine Haltung Ihm gegenüber aufbauen: „Alles kommt vom Guten, der Gutes tut“, vom „Es gibt niemanden außer Ihm“. Hier muss der Mensch sich über die Empfindung „süß-bitter“ zur Bewertung „Wahrheit-Lüge“ erheben.

Die Wahrheit besteht darin, dass alles, „Süße und Bittere“, von einer Kraft und nur zu meinem Wohl, der Wahrheit wegen, ausgeht. Und süße und bittere Empfindungen werden hinterher gegeben, damit ich mich über der Bitterkeit zur Wahrheit ausrichte.

So lernen wir nach der Höheren Kraft zu streben, sie zu verstehen, sie in den eigenen Eigenschaften ausfindig zu machen: wie verhält sie sich uns gegenüber, was bringt sie uns, wonach verlangt sie.

Sie verlangt nach dem Glauben über dem Verstand, nach der Ergebenheit, nach dem Geben über all dem Empfangen, über allen Empfindungen. Letztendlich verlangt sie von uns, uns über die Empfindung „süß-bitter“ zur Absicht „Wahrheit-Lüge“ zu erheben.

Dadurch erkennen wir ihr Ziel und beginnen, es zu verstehen: sie will, dass wir uns allem gegenüber, was es in der Realität gibt, nur entsprechend der Absicht und nicht der Empfindung verhalten.

Dann enthüllt sich uns ein neues Sinnesorgan – das reflektierte Licht, Chassadim, der Glaube über dem Wissen. Genau in diesem Sinnesorgan beginnen wir, den Schöpfer zu erkennen, der uns alle Gefühle und Situationen schickt, über die wir uns erheben müssen, indem wir die Haltung Ihm gegenüber über jeglichen Empfindungen aufbauen.

Uns wird klar, dass die gesamte Arbeit über dem Egoismus, über den Empfindungen, die der Schöpfer in unserem egoistischen Verlangen erschafft, stattfindet.

All das ist nur dazu da, damit wir immer mehr die Absicht zum Geben – die „Wahrheit“ – entwickeln. In ihr werden wir leben und in ihr werden wir genießen, indem wir alles aus uns heraus auf das Geben an den Nächsten und den Schöpfer ausrichten.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 14.10.2010

Jahresanfang ist der Anfang einer neuen Stufe

Der spirituelle Aufstieg vollzieht sich von dem Empfangen für sich hin zum Geben an die Anderen, was als „Glaube über dem Verstand“ bezeichnet wird, d.h., wenn ich „das Geben dem Empfangen vorziehe“ und Genuss vom Geben empfange.

Ich muss Begeisterung und Freude verspüren, weil ich mich über meinen Egoismus erhebe und nicht mehr darauf achte, was ich in ihm bekommen kann. Doch ich brauche das Licht, die Kraft, um in mir eine solche Veränderung zu vollziehen!

Das bedeutet: „Ich zu meinem Geliebten und der Geliebte zu mir“, wenn der Schöpfer und ich miteinander zu reden und einander zu verstehen beginnen.

Ich verstehe, warum der Schöpfer mein Leben leer gemacht und mir die Möglichkeit gegeben hat, mich der Gruppe anzuschließen, um zu klären, was Geben bedeutet.

Er leuchtet mir ein wenig, als ob Er sagen würde: „Nimm das!“, damit ich den ersten Schritt machen kann. Doch die Umsetzung obliegt mir.

Malchut des Höheren (die Eigenschaft des Gebens) wird von meinem Egoismus Keter (Rosh, Kopf) als dunkel und leer gesehen.

Doch wenn ich beschließe, dass mein Keter (Bestreben) ist, mich an sie – durch mein Verlangen zu geben – anzuheften, dann erscheint mir Malchut des Höheren nicht mehr leer – und dann hefte ich mich an sie als an eine höhere Stufe an.

Genau dies bedeutet auch den Beginn eines neuen Weges. Der Anfang heißt Neujahr (Rosh HaShana – Haupt des Jahres), das dem Monat Elul folgt – Akronym von „Ich zu meinem Geliebten und der Geliebte zu mir“.

Aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel vom 06.09.2010

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Fehler, aus denen man lernt…

„Das Vorwort zum Talmud Esser HaSefirot“, Punkt 58: Nun können wir die Worte unserer Weisen verstehen: „Einer, der aus Furcht bereut, dessen Sünden werden zu Fehlern.“  ,

…die Sünden, die ein Mensch begeht, rühren daher, dass er sich im Herrschaftszustand der doppelten Verhüllung – also Verhüllung in der Verhüllung – befindet.

Einfache Verhüllung bedeutet, dass man an die Herrschaft durch Belohnung und Strafe glaubt, aber trotzdem aufgrund der Anhäufung an Leiden manchmal in sündhafte Gedanken verfällt… Warum begeht ein Mensch einen Fehler? Weil er noch nicht sieht, wie sehr er sich irrt.

Sollte er ihn jedoch nicht erkennen können? Denn unsere ganze Arbeit besteht eben darin, die neue Sehkraft, „den Glauben über dem Verstand“ zu bekommen. Deshalb sehen wir anfänglich nicht die Spiritualität, damit wir es später schaffen, sie im Licht des Gebens zu erkennen. Denn es ist unmöglich, die Spiritualität im egoistischen Licht zu sehen.

Niemand verbarg die Höhere Welt vor uns oder trennte sie mit einer Trennwand ab. Wir selbst verbergen sie vor uns mittels unseres egoistischen Wunsches!

Wenn wir uns aber über unsere Selbstsucht erheben, dann empfinden wir Schritt für Schritt die Spiritualität.

Es sieht so aus, als ob es vor mir eine Barriere gäbe, über die ich steigen möchte, um zu sehen, was sich hinter dieser Trennwand befindet. Somit kann man sich vorstellen, was der Blick mit dem „Glauben über dem Verstand“ bedeutet. Solange ich mich „innerhalb des Wissens befinde“, unterhalb der Scheidewand, kann ich nicht die Geisteswelt sehen.

Denn noch habe ich die anderen Wahrnehmungsorgane, und nun muss ich die Wahrnehmung in den Wünschen des Gebens erreichen. Und während mir das widergespiegelte Licht leuchtet, öffnet sich die geistige Realität, die ich in diesem Licht sehen kann. Deshalb ist es ganz natürlich, dass ich mich irrte und die Fehler machte, bis ich die Spiritualität erkannte. Und wie wäre es möglich gewesen, sich nicht zu irren?

Aber warum heißen sie nicht die Versehen? Weil ich mich jedes Mal gerade dadurch korrigiere, wenn ich die Fehler analysiere und korrigiere. Und so habe ich die Stufe „der Rückkehr aus dem Zittern“ erreicht, indem ich den Schirm für „das Geben um zu geben“ aufgebaut habe. Ich habe gerade aus den Fehlern gelernt, denn es ist unmöglich, etwas zu korrigieren, ohne das Böse des egoistischen Wunsches erkannt zu haben.

Es heißt eben, Fehler aufzudecken. Wenn ich einen enthüllten Fehler korrigiere, dann erfülle ich das Gebot. Deshalb korrigiert der Mensch am Ende alle seine Fehler. Denn er hat dadurch die Kraft des Gebens erreicht. Und diese Fehler waren das Ergebnis der Verhüllung.

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