Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Der Geschmack des Genusses

Alles, was wir brauchen, ist die Entwicklung des Verlangens. Ich erinnere mich daran, wie eine der Arbeiterinnen meiner Poliklinik einst das hausgemachte Essen der jemenitischen Küche mitbrachte.

Am Anfang konnte ich nichts probieren, ich verstand einfach nicht, was das Essen soll – weil dieser Geschmack weit von dem entfernt war, den ich gewohnt war. Aber mit der Zeit gewöhnte ich mich daran und probierte das Essen – so dass ich allmählich den Geschmack dieser Küche mochte.

Ebenso wird das Kleinkind in diese Welt geboren, und hat noch keine Empfindung für Geschmäcker. Später beginnt es,sich je nach den Bräuchen und den Vorlieben der Gesellschaft, daran zu gewöhnen und Geschmack an diesem Essen zu finden. Denn ohne Geschmack, ohne Verlangen danach, gerade dieses Gericht zu kosten, kann man es niemals genießen.

Man könnte natürlich essen, um nicht zu verhungern, aber wir sprechen über die Genüsse. Als ein lebensnotwendiges Minimum kannst du die Genüsse dieser Welt empfangen, aber alles, was darüber hinaus läuft, ist nur dann zugänglich, wenn du das Geben genießen möchtest.

Frage: Baal HaSulam schreibt, dass hierfür nur die psychologische Umstellung benötigt wird. Was stellt sie als solche dar?

Meine Antwort: Wir verstehen nicht, wie man die Liebe und das Geben genießen kann. Dabei ist ein „Geliebter“ nicht einfach mein Kind, um das ich mich „definitiv“ gerne sorge. Nein, es handelt sich eher um die fremden, fernen und verhassten Menschen.

Es gleicht dem Essen einer fremden Küche, die ich nicht mag. Und ich beginne absichtlich, in mir die Geschmäcke zu entwickeln, das Herangehen, die Nähe, das Verständnis zu suchen. Allmählich kommen in mir die entsprechenden Wünsche auf – dann fühle ich plötzlich, dass ich diesen Menschen mag.

Hier entsteht schon folgende Frage: wenn ich ihn mag – dann wird mein Geben doch wieder egoistisch? Denn ich genieße es doch?

Das ist richtig, aber während ich liebe, hebe ich den vorigen Hass nicht auf. Er ist ständig in mir, er wächst mit, wie bei Rabbi Schimons Schülern, die im Buch Sohar schrieben, wie sie zunächst einander hassten , und später zur Liebe gelangten. Jedes Mal kommen wir in zwei Linien voran, erheben wir die Liebe über den Hass, wie gesagt wird: „die Liebe wird alle Verbrechen verhüllen“.

Gerade zusammen ergeben der Hass und die Liebe den Geschmack, „den Saft“, die Stärke des Genusses. Sie sind wie zwei Zügel. Wenn du den Hass annullierst , dann bleibt von der ganzen Stärke des Genusses nur der kleine materielle Bruchteil übrig. Wenn du dagegen über den Hass hinaufsteigst, ihn mit dem Schirm der Liebe abdeckst, dann bekommst du ein großes Gefäß mit dem riesigen Genuss.

Auszug aus dem Unterricht über die „Einführung in die Wissenschaft der Kabbala“ (Pticha), 23.05.2011

Ein kurzer Augenblick und das ewige Leben

Das Verlangen verleiht der Erfüllung Geschmack. Jeder Schluck Wasser ist heiß ersehnt, wenn ich von Durst gequält werde. Selbst wenn die Erfüllung nur zum Teil eintritt, ist das Verlangen dafür sehr groß – und der Unterschied zwischen ihnen ruft das Gefühl des Lebens hervor.

Also wird das Leben nicht an dem Verlangen und nicht an der Erfüllung als solche gemessen, sondern an deren Gegensatz. Je höher die Anspannung, der Unterschied zwischen ihnen ist, desto mehr Leben, Energie spüre ich.

Es sieht schlecht aus, wenn mein Gefäß leer ist, aber auch wenn es voll ist. Es geht darum, das leere Gefäß an die Erfüllung heranzuführen und den Augenblick, in dem sie aufeinander treffen, einzufangen.

Wie kann dieser Augenblick festgehalten werden? Denn selbst der größte Genuss vom Essen, Sex, Ruhm schwächt ab und erlischt. Ich lebe von einem Augenblick zum nächsten, mein Leben flackert kaum, es bricht aus dem Nichtsein heraus und stützt sich wieder hinein.

Wie es in einem Lied heißt, „gibt es nur einen Augenblick zwischen der Vergangenheit und der Zukunft“ – zwischen dem vor mir aufflackernden Licht und der Finsternis, die es jeden Augenblick zu verschlingen droht. Der momentane Genuss ist noch nicht vorbei, und ich muss bereits den nächsten für mich vorbereiten, um das Gefühl des Lebens nicht zu verlieren.

Doch die Verlangen wachsen ständig, und die Welt versinkt in Verzweiflung. Die zukünftigen Genüsse locken nicht mehr, die „Durchgangserquickungen“ verdecken die aufkommende Finsternis nicht, und das Leben wird sinnlos.

Unser Leben erlischt, weil wir den kurzen Augenblick der Erfüllung nicht halten können. Das muss gelernt sein – über den eigenen Egoismus aufzusteigen, ihm entgegen zu wirken. Dann geht der Mensch durch „zehn ägyptische Plagen“ hindurch, lässt seine Verlangen unten und kommt zum „Berg Sinai“, d.h. zum Licht, welches in der Lage ist, ihm den Schirm zu verleihen.

Die spirituelle Erkenntnis ist auf einem besonderen Gefäß, Kli, aufgebaut, welches es ermöglicht, sich über dem Verlangen, im Geben zu halten. Nachdem das gebende Kli aufgebaut ist, erlangt der Mensch die Möglichkeit, ständig im Kontakt mit Genuss zu sein und zugleich nicht das Verlangen auszulöschen – denn es wird nicht das Verlangen selbst erfüllt, sondern die sich über das Verlangen erhebende Absicht zu geben.

Der Mensch erlangt die Vollkommenheit, wenn er gibt, wenn er aus sich herausgeht und im Genuss lebt, den er an die Anderen zurückgibt. Sein Leben, das ewige Leben, besteht nicht im eigenen Verlangen, sondern im reflektierten Licht, das ihre Verlangen erfüllt und Freude dem Schöpfer schenkt.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 24.12.2010

Die Liebe ist das Gefäß für das Licht!

Wenn wir von der Umgebung die Wünsche des Gebens nicht bekommen, dann werden wir nicht aus eigener Kraft die spirituelle Welt öffnen können. Denn der spirituelle Genuss ist viel größer als der materielle.

Sogar der kleinste Genuss – den wir dann bekommen, wenn wir auf die erste geistige Stufe aus 125 möglichen hinaufsteigen – ist schon unendlich viel größer, als alle Genüsse unserer Welt.

Der winzige Funke des Höheren Lichtes, der in unsere Welt durchbrach, hat infolge „der Großen Explosion“ das ganze Universum geschaffen. Es war nur ein kleiner Funken! Und wir haben vor, das ganze höhere Licht NaRaNChAJ zu öffnen! Und es wird klar, dass hierfür die unbeschränkten empfangenden Gefäße notwendig sind.

Deshalb können wir dieses Licht nicht bekommen, da wir sonst einfach explodieren würden! Wir müssen die äußeren Kelim aufbauen – jeder außerhalb unseres Egos. Deshalb können wir nur infolge des gegenseitigen Einschlusses, infolge der Vereinigung, die großen äußerlichen Wünsche erreichen.

Denn wir baden uns auch jetzt im höheren Licht, aber sind nicht in der Lage, es zu fühlen. Es findet keinen Platz in unserem Inneren, wir haben nichts, außer einem kleinen Funken.

Baal HaSulam schreibt im Brief Nr. 8 über die Kraft des offenbarten höheren Lichtes: „In der Stunde des Begreifens wird das höhere Licht empfunden, das geöffnet wird und auf den Wahrnehmungen und Korrekturen auf dem Weg zurück in die spirituelle Welt basiert. Und es scheint dem Menschen infolge der Vollkommenheit, dass alle seine Leiden einen besondern Wert hatten, weil sie ihm ermöglichten, den Geschmack und die Süße des Lichtes der Einigkeit mit dem Schöpfer zu bewerten.

Folglich werden alle seine Organe und die Sehnen bezeugen, dass jeder in dieser Welt Lebender damit einverstanden wäre, sieben Mal pro Tag sich die Hände und die Beine abzuschneiden, um nur für einen kurzen Augenblick, einmal pro Leben diesen Geschmack der Verschmelzung zu begreifen.

Das heißt wir müssen verstehen, dass die spirituelle Enthüllung unendlich riesig ist und wir müssen hierfür die leeren Wünsche/Kelim vorbereiten. Deshalb steht uns eine große innere Arbeit bevor, welche eigentlich ungewöhnlich leicht sein kann, wenn man sie zusammen und mit der Liebe erledigt! Hier entscheidet alles die Vereinigung!

Wenn ich mich mit den anderen verbinde und fühle, dass ich mich mit ihnen zusammen in einem Kli, Wunsch befinde, dann wird darin das Licht geöffnet.

Deshalb ist es geschrieben: „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst“, die Hauptregel der Tora (des Lichtes). Die Liebe ist das Gefäß für das Licht!

Aus der 1. Lektion des Kongresses, 09.11.2010

Der schmackhafte Schöpfer!

Die Frage nach dem „Sinn des Lebens“ ist der Anfang des Wunsches, den Schöpfer zu enthüllen.

Folglich möchte der Mensch erfahren: wer ihn geboren hat, was seine Wurzel ist, wer ihn lenkt?! Wer alles geschaffen hat und wofür Er mich in solch einem „Umschlag“ dieser großen Welt geschaffen hat.

Was will Er von mir in jedem Augenblick, warum lässt Er mich nicht in der Ruhe, stoeßt mich in eine unbekannte Richtung vorwärts?!

Wenn in uns solche Fragen entstehen – dann vergiften sie unser Leben, und der Mensch kann ohne die Enthüllung des Schöpfers nicht mehr existieren. So sind wir vom Licht geschaffen, das sich in uns, in allen unseren Wünschen abgedruckt hat.

Somit sind unsere Wünsche die Abformung, der Abdruck des Lichtes. Und solange wir es nicht heranziehen, uns nicht mit diesem Licht erfüllen – werden wir uns auch nicht beruhigen! Folglich wird uns dieses Leben schlechter als der Tod vorkommen! Ich werde zu allem bereit sein, um wenigstens einen Tropfen dieser Füllung zu bekommen.

Deshalb besteht unsere Aufgabe darin: den Schöpfer, das Licht zu enthüllen, und zu klären, in welcher Form wir uns anfüllen können. Diese Klärung ist aber nicht einfach, und deshalb heißt die Wissenschaft der Kabbala: „Chochmat ha-Kabbala“ („die Weisheit des Empfangens“). Sie funktioniert anders als in unserer Welt, wo man nur den Mund öffnet um den Durst zu stillen.

Den spirituellen Wunsch kann man nicht direkt stillen. Man muss ihn zuerst klären, denn der Schöpfer gibt mir keinen fertigen Wunsch, der für das Erhalten des Lichtes geeignet ist.

Er will, dass ich selbst prüfe, was ich will, was das Licht ist, damit ich verstehe, dass es die beste aller möglichen Füllungen ist! Damit ich alle Wünsche und alle Füllungen probiere und sage: „Nein, ich will nur das Licht!“

Der Schöpfer ist sehr „eifersüchtig“ und „schikanös“, Er will, dass ich nur Ihn und nichts anderes liebe!

Und er prüft mich, indem Er mir alles offenbart, wonach ich sagen soll: „Nein, Du bist doch der beste, aus allen Arten der Füllung, aus allen Genüssen bist Du der schmackhafteste!“

Es ist geschrieben: „Schmecken Sie und überzeugen Sie sich, wie gut der Schöpfer ist“ – weil diese Art der Füllung Geschmack heißt.

Aus der 7. Lektion des Kongresses, 10.11.2010

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Dein eigenes Haggada zu Pessach

Der Auszug aus dem Exil ist der Auszug aus unserem egoistischen Verlangen, eine Erhebung aus ihm mit dem Glauben über dem Verstand, aus „Lo Lischma“ (um seiner selbst Willen) zu „Lischma“ (um des Schöpfers willen), aus Liebe zu sich selbst zu der Liebe zum Nächsten.

Wodurch gehen wir bei der Vorbereitung zu diesem Auszug und während der Flucht aus dem eigenen „Verlangen zu genießen“ zum „Verlangen zu geben“? Es ist uns allen sehr wichtig das zu wissen, denn gerade jetzt kommen wir gerade zu diesem Zustand.
„Hier ist das magere Brot, das unserer Väter in dem Land von Ägypten aßen“ [Haggada zum Pessach].

Wenn wir uns in unserem Ego befinden – essen wir „mageres Brot des Armen“, weil wir Armen bezüglich des Spirituellen nur winziges Licht bekommen, einen minimalen Funken des Lebens („Kista de Chajuta“), sogenanntes „dünnes Leuchten“ („Ner Dakik„), das uns und die ganze Welt belebt.
Und das ist nicht das Brot, das Menschen in Ägypten aßen, in Ägypten isst man gut! Unser Ego gibt uns alles: bitte schön, genieße!

Aber sobald wir die spirituelle Welt erreichen wollen, noch vor dem Ausgang aus dem egoistischen „Ägypten“, beginnen wir das „magere Brot“ zu kosten, – denn wir verstehen nicht, wie wir das Geben erreichen und was so gut daran ist.

Ich spüre in dem Geben kein Geschmack; alles ist trocken und fade wie dieses einfaches Plätzchen, nur Mehl mit Wasser! Genau so sieht für mich die spirituelle Welt zu der ich gehe aus.

Und deswegen muss ich aus dem satten Ägypten fliehen – von allem Guten – von Töpfen voller Fleisch und Fisch, fettem und appetitlichem, um mich in der Wüste von dem mageren Brot zu ernähren?! Danach sehne ich mich?

Aber das war wirklich so. Und deshalb steht es geschrieben, dass das Gebot über das „ungesäuerte Brot“ (mageres Brot, Matzen) den Söhnen Israels gegeben wurde, noch bevor sie aus Ägypten ausgezogen sind, als Darstellung der Erlösung, die in Eile vollzogen werden muss.“

„In der Eile“ – weil sonst kann man aus dem Egoismus nicht heraustreten! Das Spirituelle scheint so unattraktiv, so abstoßend zu sein, dass der Ausgang zu ihm eilig, mit Hilfe von einer zwingenden äußeren Kraft, die mich aus dem Egoismus herauszieht geschehen muss, denn ich selbst bin nicht in der Lage davon wegzukommen, von dieser ach so schöner Welt, wie sie sich mir in meinem egoistischen Verlangen darstellt.

Und die spirituele Welt scheint meinem Ego als große Finsternis, es gibt nichts darin was für meinen Egoismus atraktiv wäre, ich will sie nicht sehen!

Deshalb kann die Flucht nur „in der Eile“ stattfinden – ich werde plötzlich daraus herausgestoßen. Und lasst uns hoffen dass es so auch mit uns geschieht!

Aus einem Unterricht über Artikel von Baal HaSulam „Dies ist für Jehuda“, 31.10.2010

Wie kann das Licht bemessen werden?

Eine Frage, die ich erhielt: Was bedeutet „Matronita“, von der im Sohar die Rede ist?

Meine Antwort: Matronita ist die Malchut. Unser gemeinsames Verlangen, dem Schöpfer ähnlich zu werden, heißt „Matronita“. Und der Schöpfer (Kadosh Baruch Hu) ist der allgemeine Name des Lichts von NaRaNCHaY, das uns erfüllt.

Wir können jedoch das Licht an sich nicht wahrnehmen. Was bedeutet das Licht Nefesh? Wie kann ich es beschreiben? Gerade habe ich etwas probiert, einen süßen Geschmack verspürt und ihn als „das Licht Nefesh“ bezeichnet.

Dann habe ich etwas anderes probiert, einen noch süßeren, noch tieferen Geschmack mit verschiedenen inneren Nuancen wahrgenommen und ihn als „das Licht Ruach“ bezeichnet.

Wie kann ich sie bemessen? Ich bemesse sie an der Vergrößerung meiner Verlangen, welche einen zusätzlichen Geschmack in dem neuen Licht Ruach im Vergleich zum Licht Nefesh enthüllen müssen. Wie viele Verlangen fügen sich ein, um das Licht Ruach wahrzunehmen?

Nehmen wir an, es gab fünf Verlangen, um das Licht Nefesh zu enthüllen. Weitere 20 Verlangen werden benötigt, um alle zusätzlichen Nuancen von Empfindungen zu enthüllen – und das nennt sich „das Licht Ruach„.

Doch wodurch kann ich es bemessen? Dadurch, wie viele Empfindungen ich noch betätigen muss, um es zu enthüllen.

Aus diesem Grund kann der Eine sich eine Oper anhören und dabei genießen und einen Wechselbad von Gefühlen erleben, und der Andere, der genau daneben sitzt, wird ständig auf die Uhr schauen und ungeduldig darauf warten, wann Schluss ist.

Jeder enthüllt das Licht Nefesh, Ruach oder Neshama entsprechend seinen Kelim. Deshalb beschreiben wir die Lichter entsprechend der Größe der Kelim – in welchem Teil meiner Verlangen ich einen Eindruck vom Licht bekomme.

Dann kann ich sagen, ob ich ein großes oder ein kleines Licht wahrnehme. Alles wird nach den Verlangen bemessen – in allen Welten.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 31.10.2010

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Vereint wie zwei Wassertropfen

Wenn man den Sohar liest, muss man sich vorstellen, dass man sich in einem System, einem Mechanismus befindet, an den sich mein Punkt im Herzen, mein spirituelles Gen (Reshimo), das seine praktische Umsetzung erreichen will, anschließt.

Von dieser Verbindung hängt ab, wie ich mich weiterentwickeln werde, wie dieses System mich beeinflussen wird.

Ich stehe vor einem riesigen System, und wenn ich mich nicht korrekt darauf ausrichte, werde ich es nicht zwingen können, an mir zu arbeiten.

Es wird auf mich einwirken, aber nur durch Leiden, was nicht zählt, weil das auf natürlichem Wege geschieht. Doch sich diesem System aktiv anschließen kann man nur durch seine innere Anstrengung.

Und vor allem muss ich versuchen, zu verstehen, was „Vereinigung“, „Verbindung“ bedeutet. Die Verbindung mit dem System geschieht in dem Maße meiner Verbindung mit den Freunden.

Es gibt ein sehr einfaches Gesetz: ich bin zu 10% mit den Freunden verbunden, also bin ich zu 10% mit dem spirituellen System verbunden; wenn ich zu 80% mit den Freunden verbunden bin, dann bin ich auch zu 80% mit dem System verbunden.

Ich habe keine andere Möglichkeit, mich in dieses spirituelle System einzuordnen. In dem Maße unserer inneren Anstrengung, zu einem Ganzen zu werden, unseren ganzen materiellen Ballast abzuwerfen und uns nur durch die Punkte im Herzen – das Einzige in uns, was dem spirituellen System angehört – zu verbinden, in dem Maße ihrer Verbindung werden wir uns verbinden.

Das ist der allererste Vorbereitungsschritt. Wir müssen von diesem System die Kraft für die Vereinigung verlangen, weil wir ständig versuchen, vor vielen Hindernissen wegzulaufen.

Wir müssen von diesem System den „Kleber“, das Licht, das zur Quelle zurückführt und uns verbindet, verlangen. Es muss uns alle wie ein Ganzes umhüllen und uns alle zusammenhalten.

Und später fängt es wirklich an, uns auf mein Verlangen hin zusammenzukleben, wie Tausende von Wassertropfen, die zu einem großen Tropfen zusammenfließen.

Und dort gibt es wie in einem holographischen Bild weder große noch kleine, sondern jeder schließt das ganze Bild in sich mit ein und verliert in diesem Ganzen seine Unabhängigkeit. Auf diese Weise verbindet uns das Licht.

Jetzt, wenn wir zu einem gemeinsamen Punkt werden, bekomme ich die Absicht, mich mit dem Buch Sohar selbst zu verbinden.

Was ich jetzt lese, alle diese Eigenschaften will ich in der Verbindung zwischen uns enthüllen. Alle Gestalten des Sohar sind Arten der Verbindung zwischen uns, die auf jeder Stufe existieren.

Deshalb kehrt diese Erzählung immer wieder zurück, auf jeder Stufe, die gesamte Tora ist in jedem Zustand anwesend, und es ist unwichtig, was früher und was später gelesen wird. Man kann an jeder beliebigen Stelle beginnen.

Und jetzt will ich unter diesen Zehntausenden von verbundenen Punkten all diese Verbindungen, von denen der Sohar spricht, enthüllen.

Ich will anfangen, die Verbindung zwischen uns entsprechend dem Fluss des Sohar wahrzunehmen. Auf diese Weise beginne ich, diese Geschichte in ihrer wahren Form zu enthüllen. Bis ich ein solches Stadium erreicht habe, in dem ich lese und das Gelesene sofort in mir umsetze.

Doch wo wird es umgesetzt? – In der Verbindung zwischen uns! Und so entdecke ich eine vollkommen neue Welt – neue Empfindungen, Verlangen, gehe immer tiefer in eine andere Dimension, um dort zusammen mit den anderen und dem Schöpfer dieses System immer mehr zu enthüllen! Hinter jedem Wort erkenne ich einen eigenen Geschmack – genau das bedeutet Tora des Lebens.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 12.09.2010

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Zur Unendlichkeit entlang der Pyramide der Einheit

Auf dem Weg von dem Punkt dieser Welt, dem tiefsten Punkt, wo alles verschwindet, zum Punkt der Welt der Unendlichkeit, wo alles korrigiert und enthüllt ist, durchlaufen wir alle dieselben Schritte, nur jeder entsprechend der Wurzel seiner Seele, „nach seinem Geschmack“.

Wie in unserer Welt nehmen wir alle eine gemeinsame Welt durch die gleichen Sinnesorgane wahr. Doch in jedem befinden sich seine Eigenschaften in einer nur ihm eigenen Kombination.

Aus diesem Grund entsteht in jedem nur sein eigenes einzigartiges Weltbild – abhängig von der individuellen Kombination seiner Eigenschaften, die der Wurzel seiner Seele entstammt.

Wir alle gehen die gleichen Stufen der gleichen Leiter hoch. Deshalb existiert eine Wissenschaft der Enthüllung des höheren Lebens für alle, die Kabbala, die jedem erklärt, wie er vorankommen muss.

Und deshalb handelt alles, was wir im Buch Sohar lesen, von unseren fortgeschrittenen Zuständen, die jeder durchlaufen muss.

In dem Maße unseres Verlangens, sie wahrzunehmen, ziehen wir von diesen Stufen die Kraft an, die uns entwickelt (das Licht, O“M) – wir wachsen, entwickeln uns und steigen auf in dem Maße unserer „kindlichen“ Anstrengungen.

Doch das Wichtigste ist, die Einwirkung von unseren eigenen fortgeschrittenen Zuständen auf uns hervorzurufen. Deshalb ist der zweite und weitaus wichtigere Punkt beim Herangehen an das Lesen des Buches Sohar das Verständnis dafür, dass der Aufstieg Vereinigung bedeutet.

Wir steigen eine „Pyramide“, einen „Kegel“ hoch – in dem Maße der Vereinigung von unseren Punkten im Herzen.

Aus diesem Grund sind alle 125 Stufen der Leiter von unserer Welt bis zur völligen Vollkommenheit 125 Ebenen der Vereinigung von Verlangen, bis zu ihrer vollständigen Verschmelzung in der Eigenschaft des vollkommenen Gebens.

Das bedeutet, je mehr wir uns verbinden, desto höher steigen wir auf – und in dem Maße der Verbindung zwischen uns enthüllen wir die Eigenschaft des Gebens, des Schöpfers.

Deshalb, wenn wir das Buch Sohar lesen, wollen wir in diesem Zustand sein und warten darauf, dass er eintritt – in uns und zwischen uns.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 12.09.2010

Der süße Geschmack der Wahrheit

Eine Frage, die ich erhielt: Ich fühle schon das „Süße-Bittere“, wie kann ich auch das fühlen, was die „Wahrheit – Lüge“ ist?

Meine Antwort: In unserer Welt hat die Wahrheit keinen Geschmack, wir empfinden nur das Süße oder das Bittere. Und die Wahrheit – Lüge klären sich mit der Vernunft, und nicht mit dem Herz.

Uns kommt es vor, dass der Betrug unangenehm ist – aber wir verstehen nicht, was Wahrheit und Lüge sind! Wir haben keine Meßinstrumente, um sie zu empfinden.

Für uns ist es angenehm, die Wahrheit zu sagen – aber es geht uns nicht um Wahrheit, sondern einfach um die süße Empfindung. Wir verwandeln die Analyse „Wahrheit – Lüge“ in Süßigkeit und Bitternis für unser Ego. Das bedeutet eben, dass wir nur ein Kriterium „süß-bitter“ benutzen, denn sogar unsere Vernunft funktioniert, um unserem „Bauch“ zu gefallen, das heißt die Vernunft des Menschen ordnet sich seiner Selbstsucht unter. Und die Wahrheit und Lüge, über welche die Kabbala spricht, klären sich in der Eigenschaft des Gebens, die wir momentan nicht besitzen. Nur darin kann man klären, dass das Geben – die Wahrheit ist, und das Ganze ist nicht damit verbunden, was in unserem Wunsch zu genießen geschieht, – ob es dort eine Füllung gibt oder nicht.

Aber, um die Macht des tierischen Körpers loszuwerden, benötigt man die höhere Kraft, das Licht, das zur Quelle zurückführt. In unserer Welt gibt es solche Kräfte nicht, unsere Welt ist vollständig auf dem egoistischen Wunsch aufgebaut.

Um zu lernen, das Gute und das Übel zu unterscheiden, muss man auf die Höhe des Adam HaRischon, „des ersten Menschen“ hinaufsteigen, dem die Schlange die Augen für das Gute und das Böse geöffnet hat. Und obwohl es Gift war, können wir es in ein Medikament umwandeln. Warum beginnt Adam HaRischon – die erste Stufe, die für die Seele geöffnet wird, sich sofort zu teilen? Es war doch früher nur ein Wunsch, warum wird er folglich auf den Mann und die Frau, auf Adam und Eva geteilt, und später auf viele Milliarden Seelen?

Weil die Korrektur unmöglich ist, wenn sie nicht auf eine Menge der Seelen geteilt ist, damit jeder eine kleine, genaue und besondere Aufgabe hat – die Mission eines bestimmten Charakters, wie die Körperzellen, die ihre enge Funktion erfüllen. Wie das binäre System des Computers, wo es nur „0´´ oder „1´´ gibt, ohne jegliche Weisheiten – aber wir sehen, welche Ergebnisse wir später aufgrund dieser einfachen Handlungen erreichen. Gerade darin besteht der Sinn der Teilung der Seelen, andernfalls wären wir nicht in der Lage, mit der Korrektur zurechtzukommen. Denn sogar jetzt, wo wir das vollständige Zerbrechen empfinden, kann jeder Einzelne seine besondere, begrenzte Mission nicht finden – schaut euch an, wieweit wir verwirrt sind.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „das Vorwort zu“ Panim Meirot „“, 18.07.2010

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Der unschätzbare Tropfen der Einheit

Alles, was mit uns geschah, alle Leiden, die wir im Laufe unserer gesamten Geschichte ertragen mussten, waren zu unserem Wohl.
Baal haSulam schreibt (Brief 23), dass ein Mensch, der einen Tropfen der Einheit mit dem Schöpfer enthüllt, mit Freuden bereit wäre, sich mehrmals am Tag Arme und Beine abhacken zu lassen, nur um ein einziges Mal in seinem Leben (!) diesen Geschmack der Verschmelzung mit dem Schöpfer zu spüren.

Und das ist keine Übertreibung! Wenn der Mensch eine Berechnung durchführen würde, wie viel Licht ihm ein einziger Tropfen der Einheit im Verhältnis zu den schrecklichsten Leiden dieser Welt bringt, würde er erkennen, dass das Eine das Andere überwiegt!
Wir begreifen nicht, was das Höhere Licht, das sich in die Seele kleidet, bedeutet … Wir glauben, dass das einfach etwas Angenehmes und Genuss bringendes ist. Wir spüren nicht, was diese Worte in Wirklichkeit bedeuten, nämlich: Ewigkeit, Vollkommenheit, Harmonie.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Vorwort zu Panim Meirot“ vom 17.08.2010

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