Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Gefühle'

Die rettende Vergesslichkeit

Eine Frage, die ich erhielt: Häufig verstehe ich im Laufe des Unterrichts vieles, und später vergesse ich alles, was ich dachte und verstand. Ist ein solches Vorankommen denn richtig?

Meine Antwort: Gerade die Vergesslichkeit ist die beste Eigenschaft des Menschen, andernfalls könnte er seine Zustände nicht verändern. Denn in dem Moment, wo sich der Wunsch ändert, ändert sich auch die Vernunft, die ihn bedient.

Das Gedächtnis funktioniert mechanisch und verhält sich nur zu dem ihm entsprechenden Wunsch. Und wenn wir den Wunsch vom Erhalten zum Geben verändern sollen, dann soll unser Gedächtnis gereinigt werden, um folglich die neuen Eigenschaften – Wünsche bedienen zu können.

Deshalb braucht man das Lehrmaterial nicht auswendig zu lernen! Man muss sich nur um die Empfindung, um die Größe des Wunsches zum Geben kümmern: ob man empfindsamer wird und sich mit den anderen verbindet, ob man versteht, dass man keinen Wunsch hat, sich mit anderen zu verbunden. Man muss sich nur um die Empfindungen Sorgen machen!

Machen Sie sich keine Sorgen, die Vernunft wird sich immer neben der Empfindung entwickeln. Sie wird sich formen, um die Gefühle bedienen zu können – so sind wir von der Natur aus geschaffen. Deshalb ist es gesagt: „man lernt nicht mit dem Verstand“. Die Kabbala wird nicht durch die Vernunft oder Wissensmenge begriffen – es gibt hier keine Prüfungen, die feststellen können, wer sich mehr gemerkt oder verstanden hat. Nur das Herz versteht!

Und wenn der Mensch das Material vergisst oder fühlt, dass das Material je nach Aufstieg verloren geht: nach dem Motto „Tausend Mal darüber hörte, und trotzdem nichts verstand!“ – dann ist das ein Zeichen des richtigen Aufstiegs. Das heißt, er fordert die Veränderung seines Wunsches, die Korrektur – und möchte nicht bloß mit dem Wissen mechanisch ausgefüllt werden. Deshalb soll sich der Mensch mehr darauf konzentrieren, was er vom Studium fordert, welche innere Veränderungen er erreichen will.

Vielleicht möchte er mehr verstehen und kluger werden, d.h. „mehr beurteilen, als machen“, dann bekommt er mehr Wissen, als die Korrekturen? (Aber nur die Handlung gilt als eine Korrektur) Und darin liegt der größte Fehler.

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Der Übergang vom Hass zur Liebe dauert nur einen Augenblick

Eine Frage, die ich erhielt: Der Sohar enthüllt so viel Finsternis und Übel, dass in mir die Frage aufkommt: „Wie kann ein Mensch, der das ganze Böse sieht, dennoch um die Liebe bitten? Wie kann man aus dem üblen Zustand, um das Gute bitten?“

Meine Antwort: Wir denken ständig, dass der Hass von der Liebe eine riesige Entfernung abtrennt. Aber es ist nicht so.

Vor allem ist das Objekt dasselbe, denn alles geschieht im selben Wunsch. Du bewegst dich nicht im Raum. Es ist notwendig, dass das Licht leuchtet und in dir die Veränderung hervorruft, von einem Extrem ins andere. Wenn man etwas in der Dunkelheit (ohne Licht) anschaut – dann sieht man nichts außer – Finsternis, Hass und negative Gefühle. Und mit dem Licht wird sofort das Gute, die Liebe und die Süßigkeit enthüllt.

Es gibt hier keine langwierigen Handlungen. Du zündest „das Licht“ an und es ändert alles augenblicklich, das ganze Bild ändert sich sofort.

Jetzt befinden wir uns in der Finsternis, weshalb wir nicht nachprüfen können, inwiefern das Licht in einem Augenblick erscheinen kann. Aber es geschieht dann plötzlich, in Hast und Eile, wie beim Auszug aus dem Ägypten.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 19.08.2010

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Wegweiser durch das Buch Sohar. Der Weg zur Enthüllung des Schöpfers

Auszüge aus meinem zukünftigen Buch „Wegweiser durch das Buch Sohar“
Die Korrektur der Beziehungen in einer kabbalistischen Gruppe, von Eigenliebe ( der Liebe zu sich selbst ) zur Nächstenliebe, ist nur mit Hilfe derselben Kraft, die den „bösen Trieb“ erschaffen hat, unseres Egoismus, möglich.
Nur sie kann den bösen Trieb zum guten verändern, wie geschrieben steht: „Ich erschuf den bösen Trieb und gab die Tora zu dessen Korrektur“; da das Licht, welches in ihr enthalten ist, zur Quelle zurückführt, d.h. zur Vereinigung und Liebe.
In Wirklichkeit befinden wir uns auch jetzt in der richtigen Realität, in einer engen Verbindung zwischen uns wie Teile eines Körpers, in der gegenseitigen Liebe, in der Verschmelzung mit der uns erschaffenden höheren Kraft, erfüllt mit Güte und Fülle. Wir müssen nur zur Empfindung und zur Erkenntnis dieser Realität erwachen, wie ein Mensch, der sich in einem bewusstlosen Zustand befindet, nur aus seiner Bewusstlosigkeit erwachen muss, um sich lebendig zu fühlen.
Dieses Erwachen, diese uns belebende Kraft, das Licht, welches zur Quelle zurückführt, kann in dem Fall erhalten werden, wenn wir uns zusammentun.
In der Gruppe versuchen wir, in Verbindung und in Liebe zwischen uns zu sein, uns über die natürlichen egoistischen Gefühle zu erheben. Wir lesen gemeinsam das Buch Sohar.
Dieses Buch erzählt über die Verbindung zwischen uns, über unseren korrigierten Zustand. Aus diesem Grund erweckt das gemeinsame Lesen des Buches Sohar mit der Absicht, die Einheit zu erlangen, das Licht, das aus dem Nichtsein zurückführt.
Nach und nach beginnen wir, die Verbindung zu spüren, und nehmen innerhalb dieser Verbindung den Schöpfer wahr. Auf diese Weise erreichen wir die Umsetzung des Wesens der Wissenschaft der Kabbala, die Offenbarung des Schöpfers an die Geschöpfe.

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Kabbalisten über die Wissenschaft der Kabbala, T.19

Liebe Freunde! Ich bitte euch, Fragen zu diesen Zitaten von großen Kabbalisten zu stellen. Ich verspreche euch, sie zu beantworten.

Anmerkungen in Klammern sind von mir [M. Laitman].

Analytischer Vergleich zwischen Kabbala und Philosophie

Die Philosophie rühmt sich, alles Negative über das Wesen des Schöpfers verstehen zu können (ohne zu behaupten wer er ist oder wer er nicht ist), während die Kabbalisten an dieser Stelle (wo es um den Schöpfer selbst und nicht um seine Einstellung uns gegenüber geht) völlig stumm bleiben und Ihm noch nicht einmal eine einfache Bezeichnung geben, denn alles, was wir nicht erkennen, können wir weder bei einem Namen noch bei einem Wort nennen.

Denn ein Wort verweist bereits auf den Ansatz irgendeiner Erkenntnis (ausgehend von unserer Empfindung des wahrgenommenen Objektes und unseren Gefühlen).

Die Kabbalisten jedoch sprechen und analysieren (praktisch, real) sehr viel (im Maß der Ähnlichkeit des Forschers mit den Eigenschaften des Lichtes) vom Licht des Schöpfers (d.h. seine Erscheinung uns gegenüber) in der Wirklichkeit.

Das heißt, die Rede ist von all jenen Erscheinungen des Lichts, in welchen sie (die Forscher selbst) einer tatsächlichen (praktischen, sinnesbezogenen) Erkenntnis (in sich) würdig wurden, Erkenntnissen (Objekten und Gefühlen) im Materiellen (Realität, die wir ursprünglich in unseren angeborenen Sinnesorganen empfinden) gleich.

Baal HaSulam. „Kabbala und Philosophie“

Wünschen Sie sich etwas – und Sie werden hören!

Eine Frage, die ich erhielt: Wie kann ich in mir das Zittern vor dem Schöpfer erwecken, wenn ich nur unsere materielle Welt sehe?

Meine Antwort: Es kommt die Zeit, wenn ich schon lange in der Gruppe bin und plötzlich darüber “höre”, dass ich mich für die Erreichung der Geisteswelt, mit den Freunden verbinden soll. Wofür und warum – ist mir auch nicht klar. Es fehlt mir also an der sinnlichen Verbindung zwischen den folgenden Komponenten:

1. Das Höhere Ziel, das ich nicht empfinde und nicht begreife, und welches ich trotzdem erreichen soll

2. Die Höhere Kraft, die ich empfinden und erkennen soll

3. Meine Beziehung zu den Freunden

4. Der Zustand der Einheit mit den Freunden, den ich erreichen muss.

Es gibt hier also eine Reihe von inneren, sinnlichen Enthüllungen, die in mir geschehen sollen. Denn wir leben von diesen Empfindungen. Wir sind aus einem Material erschaffen, das als “der Wunsch zu genießen” genannt wird. Dieser Wunsch fühlt entweder Genuss oder  Leiden – und eben nichts anderes. Deshalb zeigt sich meine Beziehung zu etwas  entweder in meiner Empfindung oder nicht.

Wenn es in mir noch keine sinnliche Verbindung gibt, und zwar ab dem Zeitpunkt, wo ich das Ziel der Schöpfung – durch die Liebe zum Schöpfer, durch die Besorgnis, das Zittern vor Ihm, die Sorge um die Gruppe, die Vereinigung mit den Freunden, wie ein Mensch mit einem Herzen erreiche – wenn es also in mir noch keine innere sinnlichen Antworten, keine Eindrücke oder Reaktionen gibt, – dann bedeutet es, ich muss noch stärker an mir arbeiten.

Was muss ich eigentlich machen? Es gibt die Bedingung für die Offenbarung des Schöpfers, wie damals beim Berg Sinai: wünschen Sie eine solche Vereinigung, wie ein Mensch mit einem Herzen – dann wird Er sich in eurem vereinigten Wunsch offenbaren.

Wobei die Vereinigung selbst wird der Schöpfer erfüllen. Wir sollen uns nur darin bemühen, den Wunsch zur Einigkeit zu erkämpfen. Aber wie kann ich mich bemühen, wenn ich kein Verlangen zur Vereinigung verspüre? Man kann das Verlangen mittels der Handlung verstärken. Darüber wird gesagt: “Wir werden es tun – und wir werden hören!”.Gerade deshalb wurde unsere falsche Welt geschaffen, in der wir uns immer noch im Körper befinden – und du kannst die falschen physischen Handlungen des Gebens im Hinblick auf deine Freunde ausführen, sowie über die Einigkeit mit ihnen zu sprechen, ohne jeglichen Wunsch dazu.

Du hast dazu kein Verlangen? – Es ist unwichtig! Du lebst nicht nur im Wunsch, du existierst auch in der äußerlichen Hülle, die als dein physischer Körper genannt wird. Erfülle die physischen Handlungen des Gebens, als ob du deine Freunde und nicht dich selbst lieben würdest. Und deshalb steht geschrieben: “Kaufe dir den Freund”. Gib ihm auf allerlei Weisen zurück – und du wirst empfinden, wie sich in dir die Beziehung zu ihm ändert. Warum? Weil du in ihn deine Kräfte, deine Bemühung gesteckt hast. Du wolltest nicht, aber hast trotzdem zu ihm die besondere Beziehung gefunden. Es heißt eben “Wir werden es tun” – aus den Handlungen, die du ohne den Wunsch erfüllst, und du kommst zu ” Wir werden hören”– zur Eigenschaft des Gebens (denn das Gehör ist eine Eigenschaft von Bina). Dann fängst du an,r zu hören, was die Tora erzählt – die Gebrauchsanweisung auf dem Weg zum Licht zu verstehen (Tora kommt vom Wort “Or” – “das Licht” und vom Wort “Oraa” – “die Gebrauchsanweisung, lehren”). Lasst uns deshalb, uns gegenseitig bemühen – sogar ohne Wunsch vereinigt zu werden, über Gefühle hinaus – dann werden wir anders empfinden.

Aus dem 1. Unterricht des Megakongresses, 23.07.2010
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Die Beunruhigende Sprache Von Parzufim und Sefirot


Wenn ich den Sohar erkläre, zeichne ich oft Formeln und Zeichnungen, und manche Leute möchten mehr sinnliche Erklärungen. Jedoch, wenn ich auf diese Zeichnungen sehe, stellen sie mir Gefühle dar, so wie Bina, Malchut, Yesod oder Joseph in der Mitte, Jacob oder Tifferet, Abraham, Isaak und so weiter. Dies sind unglaublich starke Mächte- eine ganze Welt mit einer Vielzahl von Details. Du verstehst es nur noch nicht.

Es ist so ähnlich wie bei einem Musiker der auf einige Linien und Kreise sieht, die auf einem Stück Papier gezeichnet sind und er Musik hört, oder wie bei einem Arzt der auf ein Röntgenbild schaut und über das bösartige Bild das er sieht, entsetzt ist. Einstweilen reagieren wir nicht auf die selben Bilder gleich, da wir nicht wissen wie diese Sprache zu interpretieren ist. Wie auch immer, Schritt für Schritt kommen wir dem Gefühl der spirituellen Welt näher, während wir studieren.

Baal HaSulam fügte zum Orginaltext des Sohar eine Erklärung mittels der Sprache der Kabbala hinzu. Er erklärt es mit Begriffen von Parzufim und Sefirot und allmählich beginnen wir zu spüren, dass es das selbe aussagt wie der Orginaltext im Sohar. Wir werden diese Sprache zu verstehen beginnen, bis wir „Spezialisten“ darin werden, wie Musiker oder Ärzte ihre Sprache verstehen. Die Sprache der Kabbala wird es uns ermöglichen eine klare Empfindung zu haben und dann werden wir beeindruckt sein über das was wir lesen.

Zum Beispiel nehmen wir den Satz, „Und Joseph ging durch das ganze Land Ägypten“. Weisst du wie viele Gefühle in diesem Satz enthalten sind? Es sollte dich zu Tränen rühren. Wir müssen lernen zu fühlen wie der Wunsch zu geben, den Wunsch zu bekommen übertönt, wenn es sich einschwingt und wie sie zusammen arbeiten und so weiter. Letzendlich wird jedes Wort des Sohar in dir mitschwingen und große innerliche Veränderungen hervorrufen.

Wir brauchen nur erwarten das es in uns geschieht.

„Und der Herr erschien ihm in Alonei Mamre“

Artikel von Rabash „Und der Herr erschien ihm in Alonei Mamre“: Warum in Alonei Mamre und nicht an einem anderen Ort? Weil Mamre Abraham zu einem Bund (Beschneidung) geraten hat.

Als der Schöpfer Abraham anwies, sich selbst zu beschneiden, ging Abraham seine Freunde um Rat fragen.

Mamre sagte ihm, „Erinnere dich an den Tag, an dem die Chaldäer dich in einen brennenden Ofen warfen, und an jene Hungersnot, die die Welt erduldete … und jene Könige, die von deinen Männern gejagt und erschlagen wurden.

Der Schöpfer rettete dich von ihnen allen und keiner konnte dir schaden. Erhebe dich und tue, wie dein Herr befiehlt.“

Jeder Mensch ist wie eine kleine Welt, in der – ähnlich einem einzelnen Teil eines Hologramms – alle Eigenschaften der gesamten Welt enthalten sind, nur sind diese Eigenschaften in jedem von uns unterschiedlich zusammengesetzt.

Malchut der Welt der Unendlichkeit hat sich in viele Teile, viele Seelen geteilt, doch in jedem Teil gibt es alle Eigenschaften, nur können bestimmte Verlangen stärker und andere wiederum schwächer vertreten sein.

Die erste Korrektur des Egoismus besteht darin, alle Verlangen, den Genuss für sich selbst zu empfangen, von sich zu trennen.

Diese Handlung nennt sich Bund mit dem Schöpfer (nach dem Ziel) oder Beschneidung (nach der Handlung). D.h., um bis zur Eigenschaft des Gebens (Stufe von Bina) aufsteigen zu können, schneidet der Mensch die Verlangen zu empfangen von den Verlangen zu geben ab.

Der Mensch wird von drei Seelen gesteuert: von der tierischen, der vernünftigen und der leitenden Seele. Die eine steuert ihn durch die Gefühle, die andere durch den Verstand und die dritte wägt ab, wonach es sich zu streben lohnt.

Sie beleben uns, und alles hängt davon ab, welche von ihnen die Oberhand gewinnt. Denn letztendlich müssen wir alle uns gegebenen Kräfte nutzen – doch es ist wichtig, wer genau die Entscheidungen treffen wird und wem sich unsere anderen Eigenschaften unterordnen werden.

Jeder Mensch überprüft, während er die Stadien der Korrektur des Egoismus durchläuft, ob sein „Körper“ (seine Verlangen) bereit ist, eine Entscheidung zu treffen, sich der Stufe von Bina (Stufe des Gebens) anzuschließen.

Erst dann erlangt er das Kli, das spirituelle Gefäß, des Verlangens zu geben und vollzieht die Korrektur der „Beschneidung“ – er schneidet quasi die egoistischen Verlangen von sich ab.

Er sieht, dass seine anderen Verlangen nicht mit dem Schöpfer einverstanden sind, dass er keine Kraft hat, sie zu korrigieren, aber die Kraft, sich zu zwingen, sie quasi von sich abzuschneiden (wie geschrieben steht, „von dem Rande seines Herzens“).

Später, auf den späteren Stufen, wird er sie sogar so korrigieren können, dass sie selbst wollen werden, sich den Handlungen des Gebens anzuschließen, und ihm helfen werden, noch höher aufzusteigen.

Diese Kraft, diese Eigenschaft, genannt Mamre, findet der Mensch in sich selbst – das ist seine Vorbereitung (sein Freund), mit deren Hilfe er die Eigenschaft des Gebens erreichen kann.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 01.06.2010

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Die Aufgabe des Embryos ist, sich an den Höheren anzuheften

Eine Frage, die ich erhielt: Wer ist unser „Höherer“ in der Spiritualität?

Meine Antwort: Das wissen wir nicht. Wir befinden uns im Mutterleib des Höheren wie ein einziger Punkt, ein Samentropfen, unser spirituelles Reshimo (Aufzeichnung, Gen). Außer diesem Reshimo haben wir nichts mehr!

Denn unser irdischer Körper, unser Verstand und unsere Gefühle gehören nicht zur spirituellen Welt und sind dort nicht zu sehen.

In der spirituellen Welt gibt es nur den Mutterleib des Höheren (Malchut der Welt der Unendlichkeit) und uns innerhalb dieses Mutterleibes. Und jeder von uns ist ein Reshimo (0/1, Shoresh de Awiut / Alef de Hitlabshut) bzw. ein Punkt im Herzen. Und nun besteht unsere Aufgabe darin zu versuchen, uns im Mutterleib einzunisten!

Alles beginnt mit drei Tagen der Absorption des Samens. Das allererste Problem für den Embryo (für uns) ist, sich an die Gebärmutterwand anzuheften, d.h., den ersten Kontakt mit dem Höheren herzustellen. Und um sich an ihn anzuheften, muss man sich vor ihm annullieren.

Doch wo ist dieser Höhere, diese Gebärmutterwand? Was ist das? Der Höhere ist eine kabbalistische Gruppe, meine Umgebung! In dieser Form präsentiert sich der Höhere als Schöpfer vor mir.

Es gibt also eine Umgebung, und ich, der sich an sie angeheftet hat, nehme trotz aller Hindernisse die ganze Kraft des Verlangens der Gruppe an und bin bereit, alles von ihnen in mich aufzunehmen, indem ich mich vor ihnen annulliere.

Wenn ich mich an die Gruppe anhefte, beginnt mein Awiut, die Kraft des Verlangens zu wachsen und unangenehme Gefühle in mir hervorzurufen: Enttäuschung, Wachstum des Egoismus, Schwere. Doch ich muss wie ein Blutegel noch tiefer eindringen, mich in der Gruppe, in der „Gebärmutterwand“, einnisten.

Und dann wird die erste Verbindung zwischen uns entstehen, nicht durch einen Punkt, sondern durch ein Röhrchen, das mich mit Blut versorgt – noch ist das eine Verbindung auf der unbelebten Stufe (Dam/Blut von domem/unbelebt), doch ich bekomme bereits spirituelle Nahrung von dem Höheren.

Und all das geschieht durch meine Verbindung mit der Gruppe. Es gibt für mich keine andere Wand zur spirituellen Welt, durch die ich dorthin gelangen kann!

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Vorwort zum Sulam Kommentar“ vom 24.06.2010

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Einheit ist die neue Realität

Eine Frage, die ich erhielt: Was ist Einheit? Ist das eine innere Empfindung oder Enthüllung irgendeiner Kraft?

Meine Antwort: Einheit ist eine neue Realität, von der wir keine Ahnung haben. Das ist eine Art neue Materie, die du vorher nicht wahrgenommen hast und in welcher Eigenschaften enthalten sind, die nicht von dieser Welt sind – Eigenschaften des Gebens.

Wenn du dich dieser Materie anschließt, in ihr lebst, dann beginnst du eine andere, eine neue Dimension zu enthüllen, als ob du auf einem anderen Planeten gelandet bist. Du enthüllst diese neue Dimension in den Eigenschaften dieser Materie – im Geben.

Darum bedeutet Einheit nicht nur Vereinigung unter uns, gute Beziehungen, Sicherheit. Es ist die Enthüllung einer neuen Eigenschaft, die es in unserer Welt nicht gibt.

Wenn wir diese Eigenschaft erlangen, dem Schöpfer ähnlich werden, enthüllt sich alles in unserem Verstand und unseren Gefühlen, in der Einheit mit Ihm.

Wir brauchen nichts anderes zu tun, als nur die Einheit zu erreichen. Und das liegt in unserer Kraft. Darüber steht geschrieben: „Wir werden tun und wir werden hören“.

Das heißt, wir können alle möglichen Handlungen vollbringen, uns anstrengen, alles in unserer Macht stehende tun – gemeinsam studieren, uns verbinden, wie die Kabbalisten es uns empfehlen, wie Rabash es in seinen Artikeln beschreibt.

Natürlich wird uns das nicht gelingen. Doch wir müssen zu einem solchen Zustand gelangen, über den geschrieben steht: „Und sie schrieen über ihre Arbeit“, wir müssen zu einem inneren Schrei gelangen, weil wir diesen Zustand erreichen müssen, dazu aber nicht in der Lage sind. Dann wird es geschehen. Doch es muss ein wahres Gebet, ein wahrer Schrei sein.

Die Grundlage dafür haben wir bereits geschaffen. Jetzt müssen wir nur die Eigenschaft der Einheit erreichen. Die neue Materie, die sich als Verbindung mit den anderen enthüllt, ist bereits eine spirituelle Materie.

Das ist in einem gewissen Maße bereits das spirituelle Gefäß, das vor dem Zerbrechen existiert hat. Doch sobald wir es enthüllen, enthüllen wir auch sofort die spirituelle Existenz, den Schöpfer, in ihm.

Deshalb muss jeder von uns und wir alle zusammen im Laufe des Tages versuchen, uns, soweit es geht, nur darum zu kümmern.

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Lass das Licht leuchten!

Eine Frage, die ich erhielt: Das Geben – ist das eine Handlung oder ein Wunsch, zu geben?
Meine Antwort: Was kann man dem Schoepfer schon geben, wenn er keinen Mangel hat, ausser deiner Einstellung zu ihm? Und sogar diese braucht er nicht.

Das Einzige, das ihm fehlt – dass du so wie Er wirst. Nur dadurch kannst du ihm Genuss bereiten. Warum? Weil du dann im bestmoeglichen Zustand bist.
„Aber ich moechte nicht im bestmoeglichen Zustand sein! Ich moechte nur an das Geben denken!“ Wenn du ans Geben denkst, denkst du , wie du den bestmoeglichen Zustand erreichen kannst.
Es ist wichtig, was dich bewegt: Das Geben an den Schoepfer und dafuer erreichst du den vollkommenen Zustand, oder du moechtest diesen Zustand erreichen, weil er der beste ist, und das Geben an den Schoepfer siehst als eine Art Bezahlung… um wessen willen arbeitest du?

Es kann kein Wunsch zu Geben existieren, ohne seine Umsetzung. Wenn du dies willst, bist du verpflichtet, diesen Wunsch umzusetzen.Die Handlung des Gebens und der Wunsch zu geben sind dasselbe.
Im Spirituellen gibt es keine physischen Handlungen – den Wunsch zu geben zu erreichen – darin besteht unser ganze Arbeit. Denn was kannst du dem Schoepfer geben? Nur den Wunsch, ihm zu geben!
Wir enthuellen das Licht “ Chochma“.Wen bezueglich sollen wir dieses Licht enthuellen – bezueglich den Schoepfer oder die Schoepfungen?

Das Licht Chochma erfuellt das ganze System. Du enthuellst nur dich selbst, dein Gefuehl, dass du geniesst, gibst, unbegrenzt wirst. Nur dein Wunsch (Kli) aendert sich.

„Ich gebe dem Schoepfer!“ Was gibst du?.. Hat er denn etwa frueher kein Licht gehabt und jetzt hat er es? – Du gibst ihm deine Einstellung. Deine Einstellung zu Ihm heisst Handlung.

Dein Wunsch ist schon die Handlung. Aber dieser Wunsch muss vollendet sein, sonst zaehlt er nicht als Wunsch.
Er muss sich nach allen vier Stufen des direkten Lichtes entwickeln. Dann, sicherlich, aus der vierten Stufe, erreicht sein gespiegeltes Licht Keter, das heisst Geben.

Aber wo gibt es das Geben in Keter? Es fuehlt, dass es dem Schoepfer gibt, und das genuegt. Denn der Schoepfer hat keine Wuensche (Kelim), weder fuer Geben noch fuer Nehmen. Er hat nichts.
Aber wenn du fuehlst, dass du Ihm gibst – das ist ein Genuss fuer Ihn, denn er befindet sich in dir. Du erlaubst dem Licht zu leuchten!

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