Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Frau'

Und was ist hinter dem Horizont?

Am Anfang hat Nukwa kein Verlangen das Licht zu empfangen, sie ist nur ein Punkt hinsichtlich von SA (hinter der Brust von SA).

Später fängt sie an zu wachsen und das Licht zu empfangen, um ihre Verlangen (Gefäße, Kli) aufzubauen. Das Licht kommt von SA zu Nukwa, und sie baut sich dank der Verbindung zu ihm auf.

Diese Verbindung zwischen ihnen durch ihre „Kehrseiten“ ist die Zeit der Bildung von Nukwa, ihres Schirms, der ihr die Formen des Gebens, von SA, beibringt.

Wenn sie sie übernommen hat, erhält sie das Verlangen und die Kraft und kann zu einer für SA angemessenen (ihm ähnlichen) „Frau“ werden – dann vereinen sich Nukwa und SA (die Schöpfung und der Schöpfer) „von Angesicht zu Angesicht“, und sie bekommt von Ihm die Erfüllung.

Doch die Schöpfung wird niemals zum „Schöpfer“ werden können – sie muss Ihm ähnlich, gleich werden! Der eine kann nicht zum anderen werden, er kann ihm nur ähnlich werden. Und das reicht auch aus, wir haben kein Bedürfnis nach mehr!

Wir wissen nicht, wie es weiter geht, nach der Endkorrektur (Gmar Tikun). Im Moment ist es unmöglich, sich das vorzustellen.

Es kann sein, dass sich uns vollkommen neue Möglichkeiten eröffnen, wie auch jetzt die spirituelle Welt sich dem Menschen unserer Welt plötzlich zu enthüllen beginnt und diese ganze Welt ihm wie ein kleines Sandkorn im Vergleich zu dem spirituellen Universum, das sich ihm eröffnet hat, erscheint.

So riesig kommt ihm die spirituelle Welt in seinen Eindrücken, Empfindungen, Erfüllungen und Erkenntnissen vor. In erster Linie ist es für den Menschen selbst so, als ob er neugeboren wird und alles, was mit ihm früher geschah, als nichts empfindet.

Es ist sogar noch kleiner als ein Samentropfen im Vergleich zu einem großen, erwachsenen Menschen. Denn der Samentropfen gehört der gleichen materiellen Welt an, enthält in seinem Inneren bereits die gesamte Information über den zukünftigen Menschen und muss sich nur entwickeln.

Und hier entsteht etwas vollkommen Neues. Die spirituelle Welt bedeutet eine neue Wahrnehmung der Realität: anstelle der egoistischen, in sich hinein, eine, die aus sich herausgeht.

Es ist auch möglich, dass nach dem Ende der Korrektur ein Durchbruch in eine weitere Dimension erfolgt, die wir uns im Moment überhaupt nicht vorstellen können.

Wir können uns noch nicht einmal die spirituelle Welt vorstellen, obwohl wir alle möglichen Ansätze für deren Wahrnehmung haben: die Tora, Religionen, Erzählungen von Kabbalisten.

Darüber aber, was nach dem Ende der Korrektur geschieht, ist gar nichts bekannt – die Kabbalisten deuten das mit keinem einzigen Wort an.

Sie erzählen uns nur von dem Weg der Korrektur. Niemand sagt aber, was geschieht, nachdem ich dem Schöpfer ähnlich geworden bin.

Der Sohar grenzt unsere Forschung klar durch das Material und die Form, die in die Materie gehüllt ist, ein. Und über die abstrakte Form und das Wesen darf nicht gefragt werden, denn wir verfügen über keine Werkzeuge zu deren Forschung, um die Antwort darauf zu bekommen.

Aus dem Unterricht nach dem Talmud Esser HaSefirot vom 14.09.2010

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Am Punkt zwischen dem Guten und dem Bösen

Der Sohar, Kapitel „Wajechi„, Punkt 244: Über die zukünftige Welt ist gesagt: „So wie die Tage des Baums [werden] die Tage Meines Volkes sein“. „Wie die Tage des Baumes“ – d.h. des Baumes des Lebens.

Es ist gleichzeitig gesagt: „Er wird den Tod auf ewig zerstören“, denn im Baum des Lebens gibt es keine Veränderungen, und es gibt darin keinen Tod.

Es geht darum, dass der Mensch sich im Punkt der Entscheidung, der Wahl zwischen dem Guten und dem Bösen, in Klipat Noga befindet. Dieses ganze System entsteht infolge dessen, dass einerseits der Schöpfer Adam verbietet, die Früchte vom Baum des Lebens zu essen, und andererseits, er ihm „seine Frau“ schickt, die ihn zur Sünde verführt – die verbotene Frucht zu kosten.

Somit existieren zwei Gegenteile zusammen. Und wir sollen uns weder verwirren noch unsere Wahrnehmung spalten, sondern verstehen, dass dieselben Differenzen, die in jedem Zustand existieren, wo der Schöpfer uns als irreführend bzw. in der uneindeutigen Beziehung vorgestellt wird, vorbestimmt sind, um uns in solche Lage zu bringen, in welcher wir nicht wissen, was wir machen müssen – dann werden wir Seine Hilfe brauchen.

Es ist eben Klipat Noga, der Punkt unserer Freiheit. Diese Freiheit erscheint gerade in jenem Punkt, wo sich zwei Beziehungen des Schöpfers – die böse und die gute – miteinander verbinden, sodass es ohne Seine Hilfe unmöglich wäre, zwischen ihnen zu unterscheiden, ihre Widersprüche zu beseitigen.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 08.09.2010

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Der spirituelle Krankenwagen

Eine Frage, die ich erhielt: Männer haben eine Gruppe, von der sie in jedem Zustand Unterstützung erhalten. Was soll aber eine Frau während ihrer „Abstiege“ tun?Woher soll sie Kraft schöpfen, um dem wachsenden Egoismus zu widerstehen, der den spirituellen Abstieg (Gleichgültigkeit, Entmutigung, Fehlen der Größe des Ziels des „Gebens“) hervorruft?

Meine Antwort: Im Laufe von vielen Jahren wurden mir ähnliche Fragen während eines jeden Frauenunterrichts gestellt.
Doch heute gibt es eine praktische und wirksame Antwort darauf: unser spiritueller Stimulator, den wir alle gemeinsam aufbauen.
Frauen müssen genauso daran teilnehmen wie Männer, denn alle unsere Verlangen addieren sich zu einem gemeinsamen Verlangen, Kli, dessen Größe unser Recht auf die Enthüllung des Lichtes des Schöpfers bestimmt.

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Sich von der Vergangenheit trennen, um in die Zukunft zu treten

Eine Frage, die ich erhielt: Was ist eine gemeinsame geistige Beschäftigung unter Eheleuten?

Meine Antwort: Die geistige Verbindung ist dann gewährleistet, wenn die Frau „die ander Hälfte des Körpers“ ihres Mannes ist. Der Mann ohne Frau ist der unvollständige Teil des Wunsches. Und gerade dieser Teil einer solchen „tierischen“ Existenz, des gemeinsamen Familienlebens, der eigentlich nichts mit der Spiritualität zu tun hat, dieser ist in Wirklichkeit sehr wichtig.
Es ist zwar noch nicht die Zeit gekommen, aber wir werden trotzdem den Zustand erreichen, wenn sowohl Männer, als auch Frauen die Notwendigkeit empfinden, nach dem Sinn ihres Lebens (wofür man lebt) zu suchen. Und man kann dieses Problem nur unter der Bedingung lösen, dass wir uns in Übereinstimmung mit der Natur, mit dem Schöpfer befinden und deshalb verpflichtet sind, eine Familie zu gründen.
Es wird unsere gemeinsame geistige Beschäftigung sein. Wir werden fühlen, dass man ohne geistige Verbindung keine Familie erhalten kann. Und ohne Familie sind wir nicht fähig, uns geistig zu entwickeln, die Spiritualität zu erreichen!
Deshalb befindet sich die Familie heute in solcher Krise, im „Zerbrechen“, im „Zimzum“ (in der Kontraktion). Das ganze vorige Leben und die Psychologie, der vorher existierende Blick auf die Familie, das ganze vorige familiäre Paradigma das alles ist zu Ende gegangen! Das heißt, es kam zum „Zerbrechen“. Es ist das Zerbrechen unserer gesamten vorigen Philosophie, der Einstellung zum Leben, zur Familie, zur Gesellschaft. Das alles ist zum Ende gekommen, deshalb erleben wir heute die Krise. Als ob man die vorige Beziehung zum Leben trennen würde, um die neuen Beziehungen aufzubauen. Und ich werde die Familie, die Kinder, die Arbeit, die Gesellschaft wieder benötigen, aber dafür, um das Geben, die Offenbarung des Schöpfers zu erreichen, und nicht, um sie egoistisch zu verwenden und mir das bequeme, kleine Nest für das ruhige materielle Leben zu bauen. Deshalb erfolgt dieser heftige Übergang, wenn man sich vom ganzen alten Leben, von der vorigen Beziehung trennen muss.

Die Familie – die sich auf der allgemeinen geistigen Grundlage basiert

Eine Frage, die ich erhielt: Warum geschehen heute solche Probleme in den familiären Beziehungen, und viele Menschen trennen sich voneinander oder möchten überhaupt nicht heiraten?

Meine Antwort: Der Egoismus wächst die ganze Zeit. Es ist nicht mehr so, wie es in den vorigen Generationen war, wo fast keinen Unterschied zwischen der alten und der neuen Generation gab

Die Menschen blieben, auf derselben Erde, im selben Dorf zu leben, der Sohn vererbte den Beruf des Vaters: der Vater war Schmied – und der Sohn war Schmied, der Vater war Bauer – und der Sohn war auch Bauer.

So war es üblich! Die Menschen gaben die Kleidung von der Generation an die Generation weiter. Und heute ist der Mensch jeden Augenblick – neu!

Der Mensch braucht für die Veränderungen nicht mal neu geboren zu werden. Und weil er neu ist – kann er auch nicht das ertragen, was gestern war.

Ich heiratete gestern, und heute sehe ich „sie“ an und verstehe nicht: „Ist das wirklich die Frau, die ich gestern geheiratetet habe?! Wo ist denn die gestrige Frau geblieben, wo sind ihre alten Eigenschaften?“ – Ich sehe sie heute nicht.

Ich verstehe nicht, dass die Veränderung in mir geschah – ich sehe sie an – und mir scheint es so zu sein, dass sie sich verändert hat, und ich bin heute nicht mehr bereit, mit ihr zusammen zu leben.

Daran ist niemand schuld! Wenn unser Wunsch, der sich ständig entwickelt nicht korrigiert wird, – dann wird die Familie zerstört. Auf welcher Grundlage können sich die Menschen untereinander verbinden?

Einst hielt uns die Verbindung auf „dem körperlich-öffentlichen“ Niveau fest: die gemeinsame Wirtschaft, das Haushaltsleben, die Kinder, die Pflicht, der Druck der öffentlichen Meinung.

Und heute beunruhigt den Menschen nichts! Er ist höher als all diese Beschränkungen gestiegen und möchte nichts.

Deshalb ist der Mensch nicht in der Lage, eine Familie zu gründen, er wünscht sie einfach nicht, und will keine Kinder haben.

Die Probleme in der Familie wachsen ständig, und es ist unmöglich, sie zu lösen, wenn die Eheleute keine gemeinsame Beschäftigung mit dem Geistigen vereinigen wird.

Nur sie kann die Familie erhalten! Keine materiellen Beschäftigungen werden sie zusammenführen. Wie es gesagt wurde: „Der Mann und die Frau – und der Schöpfer zwischen ihnen“.

Wir werden noch entdecken, wie sehr für unsere Verbindung auf dem Niveau „der Mensch“ die höhere Kraft, die höhere Idee notwendig ist.

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Der Weg aus dem Garten Eden und zurück

Der Schöpfer hat den Wunsch zu genießen, „etwas aus dem nichts“, geschaffen und hat ihn mittels 4 Stadien sowie unter der Einwirkung des direkten Lichtes entwickelt.

Und als dieser Wunsch das letzte Stadium erreichte, und genauso groß wurde wie das Licht, das ihn ausfüllte, und alle seine Eigenschaften übergab, dann hat sich die Schöpfung in der letzten Schicht ( in dalet-de-dalet, bzw. im 4. Teil des 4. Teiles) als Empfänger empfunden.

Und diese Tatsache hat darin solche heftige Scham und das Gefühl des Gegenteils zum Gebenden, dem Schöpfer, bewirkt, dass die Schöpfung sich verringerte und aufs Empfangen verzichtete.

Diese unangenehme Empfindung, die als „Leuchten der Malchut“ bezeichnet wird, ist die Dunkelheit, die kaum zu ertragen ist.

Sie heißt der „leere Raum“, worin kein Licht leuchten kann. In diesem letzten Punkt, im 4. Teil des 4. Stadiums geschieht eben die Einschränkung, Zimzum.

Alle vorhergehenden Stadien können mit dem Licht verglichen werden, da gibt es noch kein absolutes Gegenteil.

Aber das ganze Problem besteht darin, was mit diesem letzten, vierten Teil zu tun ist?! Es ist unmöglich ihn durchzustreichen oder ihm zu entkommen, denn dann wird die Schöpfung nicht mehr existieren, da sie sich nicht in den Schöpfer einreiht und Ihm in allen Eigenschaften entgegengesetzt ist!

In der Schöpfung muss dieser unabhängige Punkt, das 4. Stadium, erhalten bleiben – und zwar als ihre Grundlage. Wäre hier nicht die Scham im Spiel, so hätte sich der Gast dem Gastgeber vollständig unterworfen und hätte alles, was er will getan – wie die gesamte unbelebte, pflanzliche und tierische Natur es tut, wie der häusliche Hund, der seinem Besitzer ergeben ist.Aber wen bezeichnet man als „Gast“ – der dem Gastgeber entgegengesetzt und fremd ist? Im Unterschied zum Gastgeber, der sich von ganzem Herzen freut und fragt, wie er den Gast noch zufrieden stellen könnte, damit es ihm noch besser geht, füllt sich der Gast völlig unwohl. Er sagt: „Nimm alles, es ist deins!“

Aber der Gast antwortet darauf: „Es ist nicht meins, sondern deins!“ Er kann der Empfindung der Scham im Stadium „dalet-de-dalet“ nicht entkommen, und muss sie behalten, um weiterhin als Schöpfung zu existieren.

Und wenn wir uns im Garten Eden – im reinen Geben, in Bina – aufhalten, dann ist es noch der Engel, und nicht der wahre Mensch.

Ein Mensch ist solange nicht für seine Mission bereit, bis er in seinem Innersten diese klaffende Leere erreichen wird, die er solange nicht
ausfüllen kann, bis darin die ganze Scham enthüllt wird, das Bedürfnis sich mit „den Gewändern“ zu bedecken entsteht, das Bedürfnis nach der Korrektur.

Und, um dem Menschen zu helfen, kommt eine Frau aus ihm heraus, die sich als seine Frau, Nukwa, erweist „geschaffen aus seiner Rippe“.

Besonders sie verspürt diese Leere, und beide gemeinsam (Seir Anpin und Malchut, Adam und Eva) sehen die Notwendigkeit an den Gewändern – im widergespiegelten Licht, in der Absicht des Gebens, wie der Gast in Bezug auf den Gastgeber, wodurch sie die Korrektur, das Geben, erreichen können – und die Scham in die Würde und die Ehre umwandeln.

Es ist der komplizierte und lange Weg. Jedem in der Welt ist diese Erzählung über Adam und Eva bekannt, aber niemand vermutet, was sich dahinter verbirgt…

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „das Vorwort zu „Panim Meirot““, 13.07.2010

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Fragen zu „Kabbalisten über das Ziel der Schöpfung, Teil 2“ (5)

Was ist das Ziel der Schöpfung?

Eine Frage, die ich erhielt: Wir sind also ein gemeinsames, vereintes Verlangen und werden alles, was uns der Schöpfer bereitet hat, empfangen müssen! Müssen wir uns dafür auf das höhere Mahl vorbereiten? Eine höhere Verbindung in uns entwickeln, damit wir gemeinsam dem Schöpfer widerstehen können? Und das, nachdem wir „Nein“ zu Ihm gesagt haben und dadurch selbständig geworden sind und unsere Scham besiegt haben? – Das ist ein Widerspruch! Der ewige Tisch und zwei Gleichgestellte – wie soll man das verstehen? Wie eine Art Reinkarnation? Es ist schwer, sich dieses Zweiteilige auch nur einen Augenblick lang vorzustellen!

Meine Antwort: Der Grund dafür ist, dass Sie, mein Lieber, einfach noch Egoist sind, d.h., Sie befinden sich nur in einer Natur. Und wenn eine andere, eine altruistische Natur beginnt, sich in Ihnen zu offenbaren, dann entsteht in Ihnen keine Schizophrenie, sondern es bietet sich Ihnen eine großartige Gelegenheit, zu verstehen, wie sich diese Gegensätze vereinen. Übrigens stellt bereits die Quantenphysik solche Naturerscheinungen fest.

Eine Frage, die ich erhielt: Kann man es so verstehen, dass meine vorläufige Sklavennatur sich nur in meinen Empfindungen, allein durch die Wahl eines Herrn, selbst bei einem Unterschied in ihren Funktionsrollen oder wahrscheinlich sogar in ihrem Wesen, verändert?

Wo soll dann das Verhältnis eingeordnet werden, bei dem ich mich frei für die Arbeit bei einem Herrn für einen guten Lohn entscheide? Wer ist er dann für mich? Ein gleichnamiger Partner?

Warum wird in der Tora das Wort „Knecht“ sowohl seitens des Schöpfers: „Fürchte dich nicht, Jakob, mein Knecht, sprach der Schöpfer“ als auch seitens der handelnden Personen: „Knecht des Schöpfers“ etc. benutzt?

Meine Antwort: Es gibt mehrere Arten der Verbindung mit dem Schöpfer: Sohn, Knecht, Ehefrau, Freund etc. Mit „Knecht“ ist der völlige Vorzug der Eigenschaft des Gebens vor der Eigenschaft des Empfangens gemeint.

Eine Frage zu „Kabbalisten über das Ziel der Schöpfung, Teil 3“

Eine Frage, die ich erhielt: Zitat: „Außer Dir wird niemand den Schöpfer erblicken“. Und was ist mit den anderen?

Meine Antwort: Das wird mit jedem geschehen, doch nur in seinen persönlichen korrigierten Eigenschaften.

Aus der Sklaverei zur Freiheit

Der Sohar, Kapitel „BaHar (Auf dem Berg Sinai)“, Punkt 63: „Du darfst sie für immer als Sklaven nutzen.“ Es ist eine Mizwa [Gebot] einen Kanaanitischen Sklaven zu versklaven. Sie sind von der Seite von Ham, welcher Inzest ausübte, wie geschrieben steht, „Verflucht sei Kanaan; ein Diener von Dienern soll er seinen Brüdern sein.“

Ein Sklave zu sein ist ebenfalls eine Korrektur. Ein Verlangen, dass gezwungen werden kann, der Macht der korrigierten Verlangen zu gehorchen heißt „ein Sklave, der seinem Herrn nahe ist“. Sklaverei ist die Form seiner Korrektur, die richtige Form seiner Existenz.

Vorerst bin ich nicht fähig, in einem bestimmten Verlangen frei zu sein, noch kann ich selbst um des Gebens willen damit arbeiten. Ich kann es nur auf mein anderes Verlangen anwenden. Solch ein Verlangen kann man auch „Kind“, „Frau“ oder „Erwachsener“ nennen; es ist noch kein „Mann“, kein „Held“, der fähig ist zu „überwinden“ (Mann – „Gever“ stammt von „Itgabrut“ – Überwindung, Bewältigung).

Die Form eines Verlangens, das nur fähig ist, unter der Autorität eines anderen Verlangens zu arbeiten heißt „Sklave“.

Aus dem 1. Teil des täglichen Kabbala Unterrichts vom 25.04.2010, Der Sohar

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Weltweiter Kabbala Kongress vom 7. bis 9. Mai 2010–>

Die Vergangenheit in der Zukunft enthüllen

Die Geschichte des Auszugs aus Ägypten ist die Offenbarung des Prozesses der Umwandlung der Empfindung unserer Welt in dem egoistischen Verlangen hin zur Wahrnehmung der Höheren Welt in der erworbenen Eigenschaft des Gebens. Ein Mensch nimmt seinen gesamten Haushalt, was alle seine Verlangen bedeutet: das Verlangen zu empfangen – seine „Frau“, genauso wie seine „Kinder“ – seine kommenden Zustände, und erzählt ihnen allen von der Vergangenheit.

In anderen Worten, er enthüllt die Vergangenheit in seinen zukünftigen Verlangen, durch diese Geschichte. Er geht durch eine Offenbarung, welche er unbewusst vollzog, als er sein egoistisches Verlangen durch den Machsom verließ.

Zu dieser Zeit vollzog der Schöpfer diese Handlung und er „rannte in Eile und Dunkelheit“ und führte diese Flucht aus, ohne sie zu verstehen. Er konnte diese Handlungen auch nicht fühlen, weil alles in Dunkelheit geschah und vor ihm verhüllt war.

Nun aber, wenn er dasitzt und diese Geschichte erzählt, kehrt er genau zu den gleichen Zuständen zurück. Er untersucht die Handlungen des Schöpfers, die der Schöpfer an ihm vollzogen hat, und führt diese Handlungen an sich selbst aus, auf seinen „Haushalt“ und auf seine „Kinder“, also auf seine künftigen Zustände. Er wiederholt die Handlungen des Schöpfers nach Ihm. Dies ist exakt das, was die Geschichte des Auszuges aus Ägypten genannt wird, wenn der „Vater“ seinem „Sohn“ erzählt: „Siehe, was der Schöpfer an mir getan hat…“

Zuerst erhob das Licht ihn auf die Stufe des Gebens, „Geben als Anzahlung“ (Lavu Elai). Mit der Kraft des Gebens, welche er nun besitzt, kann er die gleichen Handlungen mit den Verlangen, die sich unterhalb von ihm befinden (Ve Ani Porea), selbst vollziehen. Auf diese Weise wiederholt er die Handlungen des Gebens und wird so wie Er.

Zuerst erhalten wir alle Kräfte, Lichter und Wissen von Oben. Der Schöpfer lehrt uns wie Kinder, und gibt uns alles, bis wir heranwachsen und in der Lage sind, diese Handlungen selbst auszuführen. Niemand verlangt, dass wir sofort wie Erwachsene sind, doch nachdem wir alle Kräfte erhalten und aus Ägypten geführt worden sind, sind wir verpflichtet, diese Handlungen selbst zu wiederholen.

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Schmerzen der Liebe


Der Sohar, Abschnitt „Tazria (Wenn eine Frau gebiert)“, Punkt 70: „…die Schmerzen der Liebe sind vor den Menschen verborgen.“ Schmerzen der Liebe ist jener Zustand, der uns auch als „Ich bin krank vor Liebe“ bekannt ist. Das bedeutet, dass ich nichts mehr brauche, ich will nur noch geben, beschenken. Mein einziger Wunsch ist es, dein Verlangen zu erfüllen.

Das ist ein Zwischenzustand, in welchem ich sehr gern geben möchte, aber nicht dazu in der Lage bin. Da ich noch keinen Schirm erworben habe, bin ich unfähig, das Licht zu empfangen, um damit dein Verlangen zu erfüllen. Liebe ist jener Zustand, in welchem ich das Verlangen der anderen mehr als mein eigenes verspüre.

Der Sohar, Abschnitt „Tazria (Wenn eine Frau gebiert)“, Punkt 72: Es steht geschrieben, „Offener Tadel ist besser als Liebe, die verborgen ist,“ was bedeutet, dass offener Tadel besser ist. Und wenn der Tadel aus Liebe ist, ist er vor den Menschen verborgen. Gleichermaßen muss jemand, der seinen Freund mit Liebe tadelt, seine Worte vor den Menschen verbergen, so dass sein Freund sich nicht vor ihnen schämen wird. Und wenn seine Worte offen vor den Leuten sind, sind sie nicht mit Liebe.

In unserer Welt streben wir naturgemäß danach, unsere Beziehungen und die Liebe zwischen uns zu verbergen, da Liebe Diskretion erfordert. Wir wollen sie vor allem schützen, was sie potentiell verletzten könnte. Aber was bedeutet es, „sich zu schämen“ oder „gegenüber anderen seine Liebe zu offenbaren“ in der Spiritualität? Wer sind diese anderen? Es sind meine Verlangen.

Wenn ich Verbindung mit dem Schöpfer in einem einzigen Verlangen erreiche, so werden all die anderen Verlangen, in welchen ich mich nicht mit Ihm verbinden kann, als „die Anderen“ bezeichnet. Deshalb muss ich sehr aufmerksam darauf achten, dass sie meine Liebe nicht verletzen, und auch im Auge behalten, dass alles in mir geschieht.

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