Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Feld'

Die ganze Wahrheit über das „umgebende Licht“

Frage: Was ist das „umgebende Licht“, das wir versuchen anzuziehen?

Antwort: Licht – das ist die höhere Kraft, die Eine, Einzige und allein im Universum existierende. Neben ihr gibt es nur das Verlangen, das sich in uns als Empfangende offenbart. Aber durch die Kraft des Lichts können wir dieses Verlangen in das Verlangen zu geben verwandeln.

Es gibt nichts außer dem Licht (dem Schöpfer) und dem Verlangen – wir geben Ihm unterschiedliche Namen (umgebendes Licht, inneres Licht, „das Licht, das zur Quelle zurückführt“), um es präziser zu beschreiben.

Das umgebende Licht beeinflusst mich, wenn ich nach meiner nächsten Form strebe. Auch wenn ich nicht genau weiß, wie diese aussieht, studiere ich sie in den Büchern, in denen verschiedene Partzufim, Welten und Sefirot beschrieben sind. Damit bringe ich mein Verlangen zum Ausdruck, dorthin aufzusteigen und zu erkennen – und deshalb ziehe ich diesen Zustand an, den ich erreichen will. Dieser beginnt dann, auf mich einzuwirken – im Maße meines Strebens danach.

Ich öffne mich diesem Einfluss und mache mich empfindsamer gegenüber diesem nächsten Zustand, dem ich entgegentrete. Ich beschleunige einfach meine Entwicklung, indem ich der natürlichen, mich entwickelnden Kraft ein wenig eigenes Verlangen hinzufüge.

Dieses zusätzliche Verlangen erhalte ich aus der Umgebung. So realisiere ich meinen freien Willen und bekomme von ihr ein Gefühl dafür, wie wichtig es ist, in den nächsten Zustand zu gelangen. Denn sich im nächsten Zustand zu befinden bedeutet: stärker mit anderen verbunden zu sein, sich mehr zu annullieren, mehr zu geben.

Diese Inspiration empfange ich von der Gruppe, gehe mit ihr zum Unterricht und strebe nach einer zukünftigen, gebenderen Form. Und dann wirkt das Licht auf mich ein, weil es die gleiche gebende Natur hat, die ich mir aneignen möchte. Wir haben denselben Wunsch, dieselbe Ausrichtung, und deshalb sind wir uns gemäß dem Gesetz der Ähnlichkeit der Eigenschaften nahe.

Ich selbst hatte kein Verlangen zu geben, keinen Wunsch nach spirituellem Fortschritt – „Null“. Doch ich wende mich an die Gruppe, nehme von ihr „10 kg“ Verlangen zum Geben, zur Verbindung untereinander, und komme damit zum Studium. Ich will mit dieser Kraft von „10 kg“ den nächsten Zustand erreichen. Meine Ähnlichkeit mit dem Licht wird durch diese Kraft von „10 kg“ gemessen – und in genau diesem Maße wirkt das Licht auf mein Verlangen ein und formt es dem Licht ähnlich.

Das ist genau das Licht, das meinen nächsten Zustand erfüllt – denn dieser existiert bereits. Wenn ich mich auf diesen zukünftigen Zustand ausrichte, beginnt er auf mich zu leuchten. Noch wird er „umgebend“ genannt, weil er mich zunächst korrigieren und erst danach in mich hineinkleiden muss. Er wirkt in zwei Etappen, führt zwei Handlungen aus.

In der Physik gibt es dieselben Erscheinungen: Wenn ich mich einem Magneten nähere, gerate ich in sein Anziehungsfeld, seinen Wirkungsbereich. Selbst wir Menschen wirken aufeinander ein, jeder ist von einem gewissen Feld umgeben. Es gibt keinen physikalischen Körper, der nicht von einem Feld umgeben wäre – selbst ein gewöhnlicher Stein nicht.

Alles funktioniert nach demselben Prinzip. Und genau dieses nahe Feld (dein nächster Zustand), dem du zustrebst, beginnt auf dich einzuwirken. Doch es gibt viele Felder um dich herum, mit denen du bisher nichts zu tun hast, nach denen du dich nicht sehnst und über die du nichts weißt. Wenn du später die spirituelle Welt entdeckst, wirst du sehen, wie viel darin geschieht und wie viele unterschiedliche Dimensionen es gibt.

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Aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash

Wie kann man das spirituelle Feld erfassen?

Kommentar: Wenn Sie über spirituelle Bilder sprechen, beschreiben Sie oft, dass wir uns selbst im Moment anders wahrnehmen. Sie versuchen jedoch, diese Erfahrungen zu erklären und in bestimmte Formen zu fassen.

Frage: Angenommen, ich frage Sie, wie man das Spirituelle übertragen kann. Im visuellen Sinne ist das schwierig. Gibt es vielleicht Allegorien oder Kategorien, die dabei helfen?

Antwort: Ich verwende das Wort „Feld“ als eine solche Allegorie.

Frage: Unter „Feld“ verstehen Sie Wellen und Vibrationen in der Luft?

Antwort: Nein, es ist ein Raum, der mit etwas gefüllt ist, in dem man sich bewegen kann. Je nachdem, wo sich der Mensch in diesem Raum befindet, nimmt er seine neuen Eigenschaften wahr.

Und dann beginnt der Mensch zu verstehen, dass diese Wahrnehmung nicht dadurch geschieht, dass sich das „Feld“ bewegt, sondern weil diese Bewegungen im Grunde seine eigenen sind. Das Feld – es ist ständig vorhanden, und darin gibt es nichts anderes als Liebe.

Frage: Aber dieses Feld ist unendlich. Und ist der Mensch nur ein Element, das sich darin bewegen kann?

Antwort: Ja, der Mensch ist ein endlicher Punkt, ein Detektor.

Frage: Aber wie kann man das ganze Feld erfassen, wenn man nur ein kleines Element ist?

Antwort: Selbst wenn der Mensch sehr klein ist, kann er, wenn er die gleiche Eigenschaft der Liebe besitzt wie das Feld, die Barriere überwinden. Dann gibt es keine Trennung mehr zwischen ihm und dem Feld, und er kann sich vollständig mit ihm verbinden, es wahrnehmen und erfassen.

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Aus dem Gespräch „Mein Telefon klingelte. Spirituelle Bilder“

 

Unser Leben hängt von unseren Einstellungen ab


Eine Frage, die ich erhielt: Was bedeutet es, eine „gute Einstellung zu anderen“ zu haben? Eine durchschnittliche Person steht morgens auf, geht zur Arbeit und hat nur wenig Zeit für die Familie. Er sagt sich „Ich arbeite, ich bin ein gesetzestreuer Bürger, gut zu meiner Familie und verhalte mich gut zu anderen.“ Ist das genug?

Meine Antwort: Es muss ein Gefühl der Gemeinsamkeit sein, das uns hilft, etwas Höheres zu erreichen. Zunächst sollte ein Mensch verstehen, dass er sich ein Leben nur verdienen kann unter der Bedingung, dass er innerlich aufrichtig ist. Das ist nicht einfach, es muss erlernt werden.

Wir könnten bald eine Situation erreichen, wo wir nichts zu essen haben und die Menschen verstehen werden, dass die Verfügbarkeit von Nahrung nicht von der Ernte abhängt, sondern allein von ihrer Einstellung.

Wir könnten eine Situation erreichen, wo wir zwar den Erdboden mit allem nähren, was er braucht, aber unsere Einstellung zu den Menschen, für die wir das tun, falsch ist, und wir deshalb von der Erde nichts erhalten werden, nicht ein Samenkorn, nicht eine Tomate, nichts.

Wir können einen Film darüber machen. Ein Mensch pflanzt ein Feld mit Tomaten, aber ungeachtet seiner Bemühungen wächst dort nichts außer Unkraut, bis er seine Natur ändert. Das ist deshalb so, weil wir unsere Natur korrigieren müssen und zwar nicht auf der tierischen, pflanzlichen und unbelebten Ebene, sondern auf der menschlichen Ebene. Es ist nichts fantastisches, worüber ich spreche, es ist alles rational. Tatsache ist, dass die Menschen die Natur auf all den Ebenen unter ihnen negativ beeinflussen.

Wir werden eine Situation erreichen, wo Menschen spüren werden, dass, wenn man nicht die richtige Absicht hat, nichts geschehen wird, aber sobald man die richtige Absicht erschafft, man einen Segen empfängt. Dies wird „Offenbarung“ genannt, aber sie geschieht auf dem Weg solcher Leiden. Das ist ein schwieriger Weg des Lernens! Durch unterschiedliche Systeme wird die Natur uns zwingen, zu sitzen und zu lernen, wie korrekte Absicht und Einstellung erzeugt werden. Durch riesige Leiden, Schwierigkeiten, Krankheit und Chaos werden wir erkennen, dass wir nur zu lernen brauchen, wie die richtige Absicht hervorzubringen ist.

(Aus dem Unterricht von Baal HaSulam’s Artikel „Ein Gebot“ 

Das Feld auf dem die künftige Welt erwachsen wird

Kommentar: Der Zehner (eine kabbalistische Gruppe von zehn Freunden) kann als ein Feld angesehen werden, auf dem wir verpflichtet sind, etwas zu tun.                                                

Wenn wir diese Arbeit korrekt ausführen, wird unsere zukünftige Welt auf diesem Feld wachsen, die richtig und gütig sein wird. Wir werden auf diesem Feld den Schöpfer entdecken, der dieses Feld gesegnet hat. Auf diese Weise werden wir auf dem spirituellen Weg voranschreiten können.

Wir suchen den Schöpfer in unserem Leben – wo ist Er? Wir wollen Ihn entdecken, uns Ihm zuwenden, Ihm begegnen und auf diese Weise in unserem Leben vorankommen: Ihm folgen, es spielt keine Rolle wie, solange wir mit dem Schöpfer verbunden sind. Es ist vergleichbar mit einem Kind, das nicht weiß, wohin es gehen soll, sich an seine Mutter klammert, die ihm nahe ist, und mit ihr zusammen geht.

Wenn man sich zu einem vollständigen Zehner verbindet, wird diese Gruppe zu einer heiligen Gesellschaft, in der man schließlich den Schöpfer offenbart. Diese ganze Gruppe ist wie ein vom Schöpfer gesegnetes Feld, so kommt man gemeinsam dem Ziel der Schöpfung näher.  

Der Schöpfer hat euch diese Gruppe gegeben, damit ihr das Ziel der Schöpfung erreichen könnt. Aber dieses Feld kann kahl und nicht bepflanzt bleiben oder sogar von Unkraut und Dornen überwuchert sein, ohne irgendwelche nützlichen Früchte hervorzubringen.

Oder aber man schließt sich mit seinen Freunden zusammen, stärkt sie und wünscht sich, dass dieses Feld eine gute Ernte einbringt, welche die ganze Welt, die ganze Menschheit versorgen kann. Dann wird sich dieses mit Disteln überwucherte Feld in ein fruchtbares, vom Schöpfer gesegnetes Ackerland verwandeln.

Dazu müssen wir uns zusammenschließen und dem Schöpfer gemeinsam dafür danken, dass er für uns sorgt und uns bis zum Ende der Korrektur führt. Je stärker wir uns verbinden und uns innerlich näher kommen, desto mehr werden wir unser Band, das ein Feld genannt wird, festigen, bis wir erkennen, dass wir den Segen des Schöpfers brauchen. Ohne die Hilfe des Schöpfers wird kein Same aus dem Boden sprießen.

Unsere ganze Arbeit besteht darin, uns miteinander zu verbinden und uns an den Schöpfer zu wenden, ihn zu bitten, uns zu helfen, dieses Feld richtig zu bearbeiten und eine Ernte darin wachsen zu lassen, welche die ganze Schöpfung sättigen und füllen kann.

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Aus einem Unterricht über einen Artikel aus dem Buch „Shamati“, 17.01.2024

Ein vom Schöpfer gesegnetes Leben

Kommentar: „Ein Feld, das vom Schöpfer gesegnet ist.“ Unser ganzes Leben ist wie ein Acker, auf dem der Mensch wandelt und von dem er alles sammelt, was ihm für sein Leben nützlich erscheint. Wenn er aber will, dass sein Lebenszustand wie ein vom Schöpfer gesegnetes Feld ist muss er sein Leben als ein Geschenk betrachten, das ihm von oben gegeben wurde.

Der Schöpfer befindet sich in diesem Lebensfeld und gibt dem Menschen alles, was er daraus braucht, um auf diesem Feld zu ernten und die Früchte zu genießen, die mit dem Segen des Schöpfers gewachsen sind. Es stellt sich heraus, dass sein Feld tatsächlich ein vom Schöpfer gesegnetes Feld ist.

Das Feld wird als die höchste Schöpferkraft bezeichnet, die in diese Welt gekleidet ist. Dieses Feld kann gute Früchte oder schädliches Unkraut hervorbringen – alles hängt vom Menschen ab und davon wie er das alles annimmt, d.h. was er auf diesem Feld wachsen lassen will.

Der Schöpfer hat das Feld, das Land, das Saatgut für den Menschen vorbereitet – es fehlt nur noch die Arbeit des Menschen. Es kommt auf die Einstellung des Menschen zu diesem Feld seines Lebens an: ob er will, dass auf diesem Feld gute, richtige Früchte wachsen, oder ob es ihm egal ist und er gar nicht daran denkt.

Wenn ein Mensch also sein Leben als ein vom Schöpfer gesegnetes Feld betrachtet, dann sollte er mit dem Schöpfer in Kontakt treten und sich bemühen, dass auf diesem Feld alles wächst, was er braucht.

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Aus dem Unterricht über einen Artikel aus dem Buch „Shamati“, 17.01.2024

Der Weg im Feld des Lebens

Rabbi Chia und Rabbi Yosi (zwei Weisen) gingen einen Weg entlang. Als sie zu einem Feld kamen, sagte Rabbi Chia zu Rabbi Yosi: „Wenn gesagt wird, dass das Wort „im Anfang ( bereshit)“ indirekt auf „geschaffen sechs (bara shit)“ – Das tut es in der Tat. (Vorwort zum Buch Sohar, Kapitel „Das Schloss und der Schlüssel“)

Frage: Hier geht es nicht um die Geschichte, sondern um die innere Entwicklung des Menschen.  Was ist der Weg? Warum wird gerade die Tatsache betont, dass die Weisen sich einem Feld und nicht etwa einem Wald näherten? Was ist das Geheimnis all dieser Begriffe?

Antwort: Was im Buch Sohar beschrieben wird ähnelt tatsächlich unserem Leben. Wir müssen ein Feld durchqueren und unseren Weg darin finden. Es ist gut, jemanden zu haben, der mit uns auf dem Weg geht – einen Freund, mit dem wir unseren Weg besprechen, uns zusammentun und versuchen können unser Ziel herauszufinden, ob wir den richtigen Weg gehen und so weiter.

Deshalb beschreibt der Artikel „Das Schloss und der Schlüssel“ ein Phänomen das in unserem Leben häufig vorkommt, wenn wir etwas tun wollen und einen Weggefährten haben mit dem wir zu einer bestimmten Schlussfolgerung kommen: was wir tun sollten, um auf dem Lebensweg keinen Fehler zu machen.

Die Methode symbolisiert den Lebensweg, den wir gehen. Das Feld ist ein Ort der Arbeit, an dem sich ein Mensch bemüht, seine Richtung zu wählen und den richtigen Weg zu finden, der ihn zum Ziel des Lebens führt.

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Aus der Fernsehsendung „Vorwort zum Buch Sohar“

Information = Reshimo

Frage: Was ist der richtige Begriff für das Feld um uns herum – das Feld der Information oder das Feld des Bewusstseins? Hier gibt es eine große Verwirrung. Manche Wissenschaftler sprechen vom Feld des Bewusstseins was offenbar dasselbe bedeutet; manche sprechen vom Feld der Information.

Antwort: Es kommt darauf an, welche Stufe wir als Information betrachten. Sie kann physisch, wissenschaftlich, materiell, spirituell, sinnlich sein. Es ist das Problem, welchen Rahmen wir ihm geben.

Wir stecken Informationen in bestimmte Objekte, verbinden sie mit bestimmten Handlungen und dann erhalten wir die entsprechenden Ergebnisse. Die Information allein sagt noch nichts aus. Es ist nicht einmal ein Datensatz, sondern, wie man in der Kabbala sagt, eine Information oder Reshimo.

Wenn diese Informationsaufzeichnung in ein bestimmtes spirituelles Objekt eintritt und dort neue Bedingungen schafft, dann können wir bereits von den Eigenschaften dieser Information sprechen. Ohne dem ist es nur eine Aufzeichnung.

Frage: Wenn diese Information durch Reshimo mit uns in Kontakt tritt und wir beginnen, sie zu fühlen, zu strukturieren, – wird sie dann zur Information?

Antwort: Reshimo und Information sind ein und dasselbe. Die Informationen, die in uns eingebettet sind, werden Reshimo genannt. „Roshem“ kommt von dem Wort „Aufzeichnung“.

Die Hauptsache ist, diese Aufzeichnung zu realisieren, das heißt, sich in einen bestimmten Zustand zu bringen oder festzustellen, was auf mich wirkt, welche Informationen ich erhalten habe.

Nur durch die Aufzeichnung von Informationen kann ich keine Aussage treffen. Ich muss sie in mir umsetzen und dann werde ich zum Objekt dieser Information, sie wirkt in mir und macht aus mir das, was in ihr steht.

Wenn ich zum Untersuchungsobjekt werde, zum Endergebnis dieser Informationsaufzeichnung, dann können wir feststellen, was sie in sich getragen hat. So funktioniert es.

Aus dem Fernsehprogramm, „Begegnungen mit der Kabbala“, 22.3.2009

(280132)

Den Schöpfer sehen

Frage: Ich bin bereit zu glauben, dass es niemanden außer Ihm gibt. Aber wie kann ich den Schöpfer sehen? Es gibt keine Chance.

Antwort: Wieso gibt es keine Chance? Es gibt sie. Aus diesem Grund, den Schöpfer zu enthüllen, beschäftigt ihr euch mit der Kabbala.

Sehen bedeutet nicht, mit den Augen zu sehen. Es gibt viele Dinge und Phänomene in der Welt, die wir nicht sehen, aber fühlen können. Deshalb müssen wir ein Gefühl entwickeln, welches über unserer Körperlichkeit liegt, dann werden wir den Schöpfer spüren.

Der Schöpfer ist ein Feld. Wenn ihr zum Beispiel ein Magnetfeld nehmt, könnt ihr es spüren? Nein. Wenn ihr ein Gerät habt, das dieses Feld wahrnimmt, dann werdet ihr es bemerken. Der Schöpfer ist auch ein Feld, es umfasst absolut alles!

Um ihn zu fühlen, müsst ihr eine besondere Wahrnehmung in euch entwickeln, ein „Gerät“, das dieses Feld einfängt. Ihr werdet dann sehen, dass die Eigenschaft, die ihr „Schöpfer“ nennt, absolut alles ausfüllt.

Damit beschäftigen wir uns. Die Kabbala gibt jedem Menschen die Möglichkeit, den Schöpfer zu offenbaren.

Aus dem Unterricht, 24.11.2019

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Wie man einen „spirituellen Widerstand“ baut

Frage: Wie fühlt sich die Einheit der Seelen an?

Antwort: Die Einheit der Seelen fühlt sich an wie die Vereinigung aller Sehnsüchte nach oben, nach dem spirituellen Ziel, weil dieses Ziel nur durch die Verbindung unter uns und niemals getrennt erreicht werden kann. Allein würde man immer nur mit seinem Punkt im Herzen verbleiben, welchen man am Anfang des Weges erhielt. Wie ein Samentropfen wird er immer deine Grundlage bleiben, während alles andere „die Substanz“ ist, die man hinzufügen muss.Dieser Tropfen jedoch enthält alle Information über Dich.

Der Punkt im Herzen existiert oberhalb deines Ego, das du in dieser Welt nicht mehr befriedigen kannst. Und obwohl er dich nach oben zieht, wird er für immer nur ein Punkt bleiben, wenn er allein bleibt. Allein kann er nicht wachsen. Doch wenn man ihn mit anderen Punkten verbindet – den Freunden, dann werden eure Punkte zusammen das gesamte Gefäß der Seele bauen, und darin wirst du dann das Höhere Licht wahrnehmen.

Das Licht wird nie in uns selbst gefühlt, sondern nur in der Verbindung zwischen uns, in unserer Einstellung zueinander, in unserer Verbindung. Jeder von uns stellt ein Verlangen dar. Wenn ich einem anderen gebe, und dieser gibt mir, dann fühlen wir das Innere Licht innerhalb dieser Verbindung.

Dies ist übrigens den subatomaren Verbindungen ähnlich. Es gibt zwei Verlangen. Einserseits wird eines vom anderen durch die Kraft des Egoismus zurückgestoßen und deshalb wollen die Menschen sich nicht miteinander verbinden. Doch sie werden andererseits auch voneinander angezogen, , oberhalb des Ego, weil sie ihre Punkte im Herzen vereinen wollen. Die zurückweisende Kraft des Ego ist negativ, während die Anziehungskraft der Punkte im Herzen positiv ist.

Wenn die positive Kraft größer als die negative ist, dann findet die Vereinigung statt.
Die Kraft der Vereinigung wird jedoch von der enormen „Minus“-Kraft des menschlichen Egoismus bestimmt. Wenn wir uns aber oberhalb unseres Egoismus vereinen, dann verwandeln wir diese in eine „ plus“ Energie und beginnen sie als Widerstand zu benutzen, dort, wo die Kraft des Gebens, der Schöpfer enthüllt werden kann.

Dann wird Er in der Verbindung zwischen uns enthüllt, in unserem vorherigen Egoismus, der nun von der Absicht zur Vereinigung gelenkt wird. Dies ist wie ein Feld, welches ein geladenes Partikel umringt.
Auf diese Weise wird der Schöpfer dem Geschöpf enthüllt: durch die Verbindung zwischen den Seelen, anstatt innerhalb einer individuellen Seele.

(Aus der Täglichen Kabbalalektion vom 11.9.2009 Shamati 18)

Kabbala Akademie

Die Physik unserer Verlangen

Toronto, Unterricht vor dem Kongress

Baal haSulam, Einführung zu TES, Punkt 42: Dass wir vom Schöpfer so fern sind und in einem solchen Grad gegen Seinen Wunsch verstoßen können, ist aus einem einzigen Grund hervorgerufen, der zur Quelle aller Leiden und Qualen wurde, die wir erdulden, und aller böswilligen Verbrechen und Unachtsamkeitsverstößen, über welche wir stolpern.

Gleichzeitig ist klar, dass wir uns sofort von allem Kummer und Leid befreien werden und sofort der Verschmelzung mit dem Schöpfer mit dem ganzen Herzen und der ganzen Seele würdig werden, sobald dieser Grund beseitig ist. Hier werde ich dir sagen, dass dieser ursprüngliche Grund in nichts anderem als in der „Nichtigkeit unseres Verständnisses Seiner Lenkung Seiner Geschöpfe“ besteht. Wir verstehen Ihn nicht so, wie es sich gehört.

Wir haben in der Tat ein sehr großes Problem mit den korrekten Begriffen. Der Stil der kabbalistischen Texte erscheint uns manchmal dermaßen religiös, dass wir von der Realität und der richtigen Position sehr weit zurückgeworfen werden, von der wir uns selbst und die Welt als eine bestimmte Abordnung von Kräften und Systemen mit den für sie typischen gegenseitigen Beziehungen, Vektoren, Zahlenwerten und Messdaten wahrnehmen müssen.

Wir sind an eben diese Herangehensweise gewohnt, und aus diesem Grund müssen die jahrhundertealten Definitionen mit neuen, verständlichen Begriffen versehen werden, damit wir uns nicht irren und nicht den eigenen Phantasien verfallen.

Darum schreibt Baal haSulam, dass der Grund unserer Entfernung von dem Schöpfer darin liegt, dass wir Ihn nicht verstehen. Dieses Unverständnis betrifft in erster Linie die begriffliche Definition.

Die Einführung zu der Lehre von den Zehn Sefirot ist die wichtigste von allen Einführungen von Baal haSulam. Sie leitet sein Hauptwerk ein, das uns erklärt, in welchem System der gegenseitigen Verbindung wir uns befinden, was zwischen uns geschieht, wie wir miteinander und der gesamten Realität verbunden sind. Wir gehen aus uns selbst in den Raum zwischen uns hinaus, in dem sich die Kraft befindet, die die Menschen voneinander wegstößt. Indem wir beginnen, diese Kraft zu überwinden, formen wir ein anderes Feld – kein Feld der Abstoßung, sondern ein Feld der Annäherung bzw. Entfernung.

Momentan liegt zwischen uns die negative Kraft, die Ablehnung („-„), ein Feld, in dem wir uns alle gegenseitig voneinander wegstoßen. Jeder ist bereit, nur sich selbst wahrzunehmen -ein solcher Zustand wird als „diese Welt“ bezeichnet. Wenn wir aber aus uns selbst herausgehen und beginnen, das, was sich zwischen uns befindet, wahrzunehmen, wird ein solcher Zustand als „höhere Welt“ bezeichnet.

Die Abstoßung zwischen uns ist ein „Verbrechen“: wie Baal haSulam schreibt, verstoßen wir gegen das Verlangen des Schöpfers. Der Drang nach der Einheit zwischen uns wird als „Gebot“ (+) bezeichnet. Der Übergang vom Verbrechen zum Gebot ist die Korrektur. All die Mühe, die ich aufwende, um vom Verbrechen zum Gebot, von meinem Egoismus, vom Empfangen zum Geben überzugehen, wird als „Anstrengungen“ bezeichnet.

Alle diese Kräfte kann ich messen: wie viel wollte ich bekommen, wie viel habe ich überwunden, inwiefern habe ich mich vom Empfangen zum Geben ausgerichtet, wie viel Kraft habe ich investiert, sprich wie viele Anstrengungen unternommen, in welchem Maße habe ich früher mein egoistisches Verlangen und in ihm diese Welt wahrgenommen, inwiefern gehe ich jetzt aus mir heraus und beginne, in der äußeren Ausrichtung die höhere, spirituelle Welt wahrzunehmen: mit welcher Kraft, auf welcher Höhe. Das alles kann gemessen werden.

Genau damit beschäftigt sich die Wissenschaft der Kabbala – mit der Physik der menschlichen Verlangen. Natürlich können wir derartige Veränderungen noch nicht praktisch umsetzen, weil wir noch nicht über entsprechende Kräfte verfügen. Doch im Prinzip können wir mit allen diesen Parametern sehr real arbeiten, indem wir unsere gegenseitigen Verbindungen praktisch überprüfen: wie viel gebe ich dir und wie viel bekomme ich von dir. Dafür müssen wir uns über unsere Natur erheben und eine objektive Position außerhalb von ihr – außerhalb des Empfangens, außerhalb des Gebens, außerhalb von allem – einnehmen und von der Seite, von außen die Geschehnisse prüfen, beobachten und bemessen.

Die Fähigkeit dazu nennt man „Einschränkung“. Mit deren Hilfe schalten wir uns einfach von unserer Natur ab. Selbst wenn wir nicht in der Lage sind, wirklich aus ihr auszubrechen, können wir dennoch erreichen, dass sie uns nicht beherrscht. Genau das wird als „Austritt“ aus ihr bezeichnet. Danach sind wir tatsächlich in der Lage, alle Parameter zu messen.

Auszug aus dem Unterricht vor dem Kongress in Toronto, 16.09.2011