Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Der Geist des Lebens, voller Hoffnung

Rabash, Artikel Was wir in der Versammlung der Freunde suchen sollen “: jeder Einzelne muss sich bemühen, der Gemeinschaft Lebensgeist und volle Hoffnung zu bringen um Schwung in sie zu bringen, sodass jeder aus der Gemeinschaft sich sagen kann: Jetzt beschreibe ich ein neues Blatt in der Arbeit. Bevor er zur Gemeinschaft kam, war er über das Vorankommen in der Arbeit des Schöpfers enttäuscht

– aufgrund seiner eigenen Schwäche und mangelnden Motivation.

„Doch wenn er zur Gruppe kommt, muss er dort ein „loderndes Feuer“ spüren, das ihn von innen heraus verbrennt und ihn in die Gruppe hineinzieht, die auf ihn einwirkt, ohne ihn zu fragen, denn er ist nicht in der Lage, den Freunden zu widerstehen.

…nun hat die Gruppe ihm einen Lebensgeist voller Hoffnung eingehaucht, und dank der Gruppe hat er das Selbstvertrauen und die Kraft gefunden, durchzuhalten, denn nun spürt er, dass er fähig ist, Vollkommenheit zu erreichen.

Wenn in der Gruppe dieser Geist fehlt, gibt es keine Hoffnung, irgendetwas zu erreichen. In Artikel 225 „Sich selbst erheben“ aus dem Buch „Shamati“ heißt es: Es ist unmöglich, sich selbst zu erheben und aus seinem Kreis – aus seinem Umfeld – auszubrechen. Jeder kommt nur gemeinsam mit der Gruppe voran. Wenn ich der Gruppe keine gute Stimmung vermittle, werde ich sie auch nicht haben. Wenn ich nicht will, dass die Gruppe vorankommt, komme auch ich nicht voran, denn wir werden kein gemeinsames Verlangen/Kli schaffen.

Je mehr wir darüber sprechen und uns zwingen, dies immer tiefer zu verstehen, desto klarer beginnen wir, die spirituelle Realität zu erkennen – die uns verhasst ist, die uns entgegensteht, die unerwünscht ist, aber dennoch existiert. Dann werden wir beginnen, sie als wirklich wichtig und erhaben zu erkennen.

Das Wichtigste ist – auch wenn es unangenehm ist –, jeder spirituellen Handlung und jedem spirituellen Zustand seine wahre Definition zu geben – dass es sich um Geben und Nächstenliebe innerhalb der Gruppe handelt, um die Vereinigung zur Erlangung des Schöpfers, um die Kraft unseres gemeinsamen Gebens und Liebe.

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Aus dem Unterricht 8. des Kongresses „We!“, New Jersey

 

Wofür wir bürgen

Die Umsetzung der Bedingung „Glaube über dem Wissen“ muss in jedem von uns mithilfe einer Methode namens „gegenseitige Bürgschaft“ erfolgen.

Wir können uns nicht selbst erheben und korrigieren, aber wenn wir in einer Gruppe sind, kann jeder für den anderen bürgen.

Wir versprechen, dass wir unsere Freunde inspirieren, mit gutem Beispiel vorangehen und uns gegenseitig unterstützen werden, sodass jeder versteht, wie sehr er für andere verantwortlich ist, und sich dadurch auch selbst hilft.

Unsere Aufgabe ist zwar, uns selbst zu korrigieren, aber eigentlich führt das dazu, dass wir die ganze Welt korrigieren, und es gibt keinen Unterschied zwischen mir und der Welt, ich muss mich um alle kümmern.

Deshalb ist die gegenseitige Bürgschaft das Gesetz der Verbindung zwischen allen einzelnen Seelen zu einer einzigen Seele „Adam”.

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Aus Lektion Nr. 6 des Internationalen Kongresses „Wir erheben uns über uns selbst“

 

Spirituelle Übung

Bemüht euch, euch mit Freude an den Schöpfer zu wenden. Denn wir leben in einer von Ihm geschaffenen Welt, und wir haben tatsächlich jemanden, an den wir uns wenden können. Dazu ist es notwendig, sich ein wenig über das eigene Ego zu erheben, das unaufhörlich fordert und verlangt. Gerade das ist es, was uns in einen Zustand von Traurigkeit und Unzufriedenheit versetzt.

Hört auf, euch beim Schöpfer zu beklagen, dass Er euch keine Erfüllung gibt. Im Gegenteil, allein die Möglichkeit, sich an Ihn wenden zu können, ist bereits ein Grund zur Freude. Und wenn wir lernen, uns über diese Verbindung zu freuen, dann beginnen wir gerade in dieser Freude vom Schöpfer zu empfangen – denn die Freude wird zum Kli (Gefäß), das Er füllen kann. Das ist nicht bloße Psychologie, sondern eine tiefe spirituelle Praxis, die ständiger Arbeit bedarf.

Der Schöpfer gibt uns diese Übung, damit wir unsere innere Ausrichtung von uns selbst weg – hin zu Ihm – verändern. Anstatt in uns selbst zu versinken und traurig darüber zu sein, dass unser Ego nicht erfüllt wird, sollten wir uns in Freude an den Schöpfer wenden. Genau das wird dann zu unserem spirituellen Kli.

Es braucht oft viele Jahre, bis der Mensch dieses Prinzip wirklich versteht. Doch sobald er es hört und beginnt, es umzusetzen, wird er sich sofort weiterentwickeln. Versucht, euch den ganzen Tag über mit Freude an den Schöpfer zu wenden.

Jeder erlebt Zustände der Traurigkeit und Zweifel, die sich über mehrere Jahre hinziehen können. Doch in dem Moment, in dem der Mensch erkennt, dass er sich an den Schöpfer wendet, und dass er allein schon deshalb in Freude sein soll, weil er vor der höchsten Kraft steht, beginnt eine neue Etappe in seinem Leben. Er tritt in Kontakt mit dem Schöpfer.

Der Mensch spürt diesen Kontakt vielleicht noch nicht, so wie ein Embryo im Mutterleib sich selbst nicht wahrnimmt. Dennoch befindet man sich bereits im Zustand eines spirituellen Embryos. Und wenn er sich in Freude halten kann, ungeachtet dessen, was mit ihm geschieht, bedeutet das, dass er sich über sein Ego erhebt und die Grenze der Einschränkung überschreitet.

Sich mit dem Wunsch an den Schöpfer zu wenden, Ihn zu erfreuen – und nicht darüber nachzudenken, was in einem selbst geschieht, sondern an den Schöpfer zu denken, der außerhalb von einem ist – das ist die entscheidende innere Umkehr, die wir vollziehen müssen. Das ist der Eintritt, die Schwelle zur spirituellen Welt.

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Aus einem Gespräch während einer Mahlzeit



Aufstieg zur Absicht

Baal HaSulam, „Shamati“, Artikel 42, „Elul“:

Von oben wird dem Menschen ein Zustand der Dunkelheit gegeben und dann kann er erkennen, wie selbstlos seine Arbeit ist. Wenn er auch im Zustand der Dunkelheit in Freude bleiben kann, ist das ein Zeichen dafür, dass er für den Schöpfer arbeitet. Der Mensch soll sich freuen und daran glauben, dass ihm von oben die Möglichkeit gegeben wird, im Geben zu arbeiten.

Wenn ein Mensch in der Lage ist, über alle Zustände hinweg in Freude zu bleiben, ist das ein Zeichen, dass er sich bereits über sein Verlangen zu empfangen erhoben hat und voranschreitet.

Darin besteht immer unsere Prüfung: Sind wir in das egoistische Verlangen versunken oder können wir uns ein wenig darüber erheben? Der Mensch bittet nicht um gute Laune, um weiterzuarbeiten, im Gegenteil, er ist geradezu zufrieden mit der Dunkelheit, schlechter Stimmung und der inneren Verwirrung. Über all dem ist er zu einer gewissen kleinen Anstrengung fähig.

Ganz gleich, in welchem Zustand wir uns befinden, ist es entscheidend, ob wir uns über das Empfundene erheben können. Wenn man sich in einem schlechten Zustand befindet, aber dennoch in der Lage ist, im Geben zu handeln, in Verbindung und Liebe zu seinen Freunden, ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass man auf dem richtigen Weg ist. Unsere Aufgabe ist es, die Dunkelheit in den empfangenden Gefäßen zu spüren und uns, auch mit kleinsten Schritten, darüber zu erheben, zur Verbindung, zur Absicht des Gebens. Darin besteht die ganze Arbeit.

Daher müssen wir entsprechende Übungen durchführen und bewusst „Lernspiele“ spielen. Natürlich hat es ein Anfänger in den ersten Jahren nicht leicht, aber mit der Zeit beginnt man, in sich einen Unterschied zwischen seinem Empfinden und seiner Absicht zu erkennen, also zwischen zwei verschiedenen Systemen.

Mal fühlt man sich gut, mal schlecht und lernt zu verstehen, dass das nicht das Wichtigste ist. Es geht vielmehr darum, mit diesen Empfindungen zu arbeiten. Durch sie erlangt man neue Feinheiten der Wahrnehmung, die notwendig sind, um die Lenkung durch den Schöpfer zu begreifen. Alle Empfindungen, sowohl gute als auch schlechte, nimmt man als gut an, um sich darüber zu erheben und ständig auf das Ziel ausgerichtet zu bleiben. Diese Anstrengungen müssen wir ständig unternehmen. Wir sollten versuchen, die Kraft des Aufstiegs – die es uns erlaubt, Zeit und Mittel sinnvoll zu nutzen – auch in Zeiten des Abstiegs aufrechtzuerhalten. Ja, das ist sehr schwer, aber wir müssen uns bemühen.

So lösen wir uns allmählich von den empfangenden Gefäßen und gehen zu einer anderen Arbeit über. Wir leben bereits in der Absicht und nicht mehr im bloßen Empfinden.

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Aus der Vorbereitung zum Unterricht

 

Enzyklopädie der Scham

„Einer, der isst, was nicht Seines ist, fürchtet sich, einem ins Gesicht zu schauen“. Das meint, dass jeder, der die Früchte der Arbeit von anderen verzehrt, sich fürchtet (schämt), seine eigene Gestalt anzuschauen, denn seine Gestalt ist unmenschlich. (Baal HaSulam, „Die Liebe zum Schöpfer und die Liebe zu den Geschöpfen“.)

In uns steckt die Eigenschaft der Scham sehr tief und ist ausgeprägt verankert. Wir haben verzweifelte Angst davor, sie zu offenbaren, denn die Scham steht im Konflikt mit unserem Ich, sie verwandelt uns in ein Nichts.

Wenn ich Scham empfinde, die mich in ihrer ganzen Größe durchdringt, dann annulliere ich mich. Diese Reaktion entspringt aus einer höheren Wurzel, aus meiner Gegensätzlichkeit zum Schöpfer, aus einem Verlangen zu empfangen, das dem Licht entgegengesetzt ist. Das Verlangen erkennt, wie sehr es dem Licht in seinen Eigenschaften, in seiner Größe entgegengesetzt ist und empfindet diesen Abgrund als Scham.

Dann ist es bereit, sich zu annullieren, auf seine Existenz zu verzichten- nur um diesen Abgrund nicht mehr zu fühlen. Das ist es, was es dazu bringt, eine Einschränkung vorzunehmen, d.h. sich zu annullieren. Um die Scham loszuwerden, bin ich bereit, ins Nichts zurückzukehren, aus dem ich entstanden bin. Manchmal manifestiert sich ein Körnchen dieses spirituellen Gefühls in uns.

Warum also ist Scham notwendig? Sie hilft uns, zur Anhaftung, zur völligen Übereinstimmung mit dem Schöpfer zu gelangen. Die Scham entspringt der offenbarten Gegensätzlichkeit zwischen uns und dem Schöpfer und hilft uns, diesen Abgrund zu überwinden.

Das bedeutet: Wenn ich mich entwickeln will, muss ich das Gefühl der Scham ständig vertiefen – das heißt, den Abgrund zwischen mir und dem Schöpfer schärfer empfinden –, um mich dadurch genau und sicher voran zu bewegen. Sagen wir, heute schäme ich mich, als hätte ich einen Dollar von Ihm gestohlen. Morgen werden es bereits zwei Dollar sein, übermorgen drei…

Indem ich meine Gegensätzlichkeit hervorhebe und betone, korrigiere ich sie und schreite voran.

So ist die Scham die vordringlichste Empfindung, die mich buchstäblich mit dem Schöpfer „kurzschließt“. Wenn ich die Scham durch Geben korrigiere und mich kontinuierlich über sie erhebe, gelange ich zur Anhaftung. Deshalb ist es gerade die „Anhaftung“, die unseren endgültigen Zustand definiert.

Scham ist ein eigenständiges Geschöpf. Es reicht nicht zwei Verlangen zu haben: Empfangen und Geben, denn dann würde eine direkte Füllung genügen: Der eine gibt, der andere empfängt – es gäbe keine Probleme. Der Schöpfer möchte, dass das Geschöpf ihm ähnlich wird, so hat Er in der Schöpfung dieses besondere Gefühl namens „Scham“ geschaffen, das uns ständig reizt und innerlich aufrüttelt.

Wenn man einem Hund einen Knochen hinwirft, stürzt er sich freudig und ohne jede Scham darauf und beginnt darauf herumzukauen. Der Mensch aber, sofern er sich nicht auf dem Niveau eines Tieres befindet, wird ständig von der Scham angespornt. Was zwingt einen, in diesem Haus zu wohnen, solche Kleidung zu tragen, zur Arbeit zu gehen, eine Familie zu gründen, sich „kulturell zu bespassen“ und so weiter? Das ist die Scham. Was würden sonst die anderen sagen?

Es gibt eine Scham, die mein spirituelles Vorankommen behindert: „Was werden die anderen denken?“ Es gibt noch eine andere Scham – die, gegenüber dem Schöpfer. Wenn ich diese Scham stärke, rückt das Unbehagen gegenüber den anderen in den Hintergrund: „Sollen sie doch reden, sollen sie denken, was sie wollen.“ Ich bin bereit, mich für meine kindliche Unbeholfenheit vor den Menschen zu schämen- wenn mir das nur helfen würde, die wahre Scham vor dem Schöpfer zu empfinden und ich mich in die richtige Richtung bewegen würde.

Scham ist ein Punkt meines Selbst, sein Abbild. In meiner Beziehung zu meiner Umgebung kann mein Egoismus Schaden nehmen, doch in der Beziehung zum Schöpfer geht es um tiefere, ursprüngliche Gegensätze von Eigenschaften.

Die Scham ist als etwas Eigenständiges erschaffen worden- geschaffen, sie existiert nicht in der unbelebten, pflanzlichen oder tierischen Natur, sie ist nur dem Menschen eigen und wird dort entsprechend dem Niveau des Verlangens unterteilt.

Die Scham ist die Ursache der ersten Einschränkung, die Ursache aller Entwicklung. In der Welt der Unendlichkeit war Malchut von Licht erfüllt und mit dem Schöpfer verschmolzen. Es fehlte ihr nur eines – sich von dem Gegensatz des Schöpfers zu befreien. Das ist der Punkt der Scham.

Welchen Unterschied macht das? Vor dir steht ein königlich gedeckter Tisch mit allen Köstlichkeiten gedeckt und der Hausherr stellt dir seinen ganzen Palast, all seine Güter zur Verfügung:

„Alles, was ich habe, gehört dir. Was fehlt dir noch? Willst du nicht Gast im Hause des Gastgebers sein? Gut, dann bin ich nicht mehr der Gastgeber.“

Aber der Gast ist immer noch nicht zufrieden:

„Nicht ich habe das alles gemacht, sondern Du. Ich bin zu einem gedeckten Tisch gekommen.“

„Du willst also wie ich werden- Existierendes aus Existierendem??

Hier berühren wir einen sehr subtilen Punkt, einen Punkt, der so hoch ist, dass niemand weiß, wohin er letztlich führt- nach Zehntausend Jahren, nach dem Ende der vollständigen Korrektur…

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Aus dem Unterricht nach dem Artikel: „Die Liebe zum Schöpfer und die Liebe zu den Geschöpfen.“

Übergang von Welt zu Welt

Wir alle befinden uns im Zustand des „Exils“ – dem Exil vom Empfinden und Erkennen des Schöpfers, der höheren, spirituellen Welt. Es gibt nur zwei Zustände: Exil und Erlösung.

Da wir uns im Zustand befinden, in dem der Schöpfer verborgen ist, erleben wir eine Realität, wie sie sich uns derzeit zeigt – vergänglich und veränderlich unter dem Einfluss der Naturgesetze.

Doch es gibt eine spirituelle Realität, in die wir aufsteigen können. Dort gelten andere Zeiten und Definitionen, und wir erheben uns über Zeit, Bewegung und Raum.

Wie also erfolgt der Übergang von dieser Welt, der materiellen Realität, die durch unsere physischen Sinnesorgane wahrgenommen wird, in die spirituelle Realität? Dafür müssen wir spirituelle Sinnesorgane entwickeln, mit denen wir die spirituelle Welt wahrnehmen können.

Selbst im tierischen Körper, noch während des Lebens in dieser Welt, können wir parallel zur materiellen Realität auch die spirituelle Realität empfinden. Und letztlich wird die materielle Realität verschwinden, und wir alle werden in die spirituelle Welt eintreten.

Wie erreichen wir die Erlösung von unserem Egoismus, der uns gegenwärtig an die Wahrnehmung allein dieser Welt bindet? Nach dem Plan des Schöpfers bereitet uns der Egoismus verschiedene Probleme und Leiden, um uns zu zwingen, aufzusteigen und diese Welt zu verlassen. Denn würden wir uns darin ständig wohlfühlen, blieben wir für immer in diesen kleinen egoistischen Wünschen gefangen.

Der Schöpfer will, dass wir uns entwickeln, und deshalb erweckt Er in uns durch verschiedene Probleme und Leiden das Bedürfnis, unseren Zustand zu verändern. Zugleich weist Er uns eine Richtung zur Veränderung, indem Er zwischen uns egoistische Beziehungen erweckt, die uns zur Erkenntnis führen, dass wir zu einer anderen Wahrnehmung der Welt aufsteigen müssen – zu einer Realität, die über unserem Verstand liegt.

Der Übergang von Welt zu Welt hängt davon ab, ob der Mensch die Realität persönlich, individuell wahrnimmt, also so, wie wir sie heute sehen. Durch persönliche Wahrnehmung ist es unmöglich, die Welt anders zu empfinden. Oder aber der Mensch beginnt, sich mit anderen zu verbinden und nimmt die Realität aus dieser Verbindung heraus wahr.

Er beginnt, nicht an sich selbst zu denken, sondern daran, was gut für die Gruppe, für den Zehner oder sogar für die ganze Menschheit ist. Er identifiziert sich mit den anderen, außerhalb seiner selbst, und beginnt, die Realität durch sie wahrzunehmen. Das ist bereits eine spirituelle Wahrnehmung der Realität, denn er erhebt sich über seinen Egoismus, das Verlangen zu genießen, welches als „Körper“ bezeichnet wird, hin zu einer anderen Wahrnehmung im gemeinsamen Verlangen zwischen ihm und den anderen – dem, was „Seele“ genannt wird.

So erlangt er eine neue Wahrnehmung der Realität. Der Übergang von der körperlichen zur spirituellen Wahrnehmung der Realität ist also der Aufstieg von der innerlich persönlichen Empfindung hin zur gemeinsamen Empfindung der Gruppe, vom Empfinden des „Ich“ zum „Wir“. Und je größer dieses „WIR“ ist, desto stärker ist das Empfinden der spirituellen Realität – ewig und vollkommen, unabhängig von der persönlichen Wahrnehmung des Menschen.

Das wird die neue, wahre Wahrnehmung der einzig existierenden Realität sein. Was wir jetzt erleben, ist eine eingebildete Realität, und unsere gesamte Welt ist eine Illusion, die in unseren materiellen Sinnesorganen durch egoistische Wünsche entsteht, die alles zu sich hinziehen wollen. Eine solche Realität existiert nur in unserer Vorstellung.

Wenn wir von der materiellen zur spirituellen Wahrnehmung der Welt aufsteigen, fühlen wir, als würden wir aus einem Traum erwachen. Derzeit befinden wir uns wie im Schlaf – und wir müssen aufwachen.

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Aus dem Unterricht zum Artikel von Baal HaSulam „Das Erbe des Landes“

Ich möchte im Buch Sohar leben

Das Buch Sohar ist ein heiliges Werk. Es spricht eine ganz besondere und präzise Sprache. Es ermöglicht uns, das Gesamtbild zu erfassen und sich auf ein bestimmtes Detail zu konzentrieren, das es vermitteln möchte. Dadurch wird unser Blick erweitert und gleichzeitig auf entscheidende Punkte fokussiert. Wenn wir kabbalistische Texte, wie den Sohar, Schriften von Baal HaSulam oder Rabash lesen, sollten wir unser Herz mit demjenigen verbinden, der uns dieses Wissen vermittelt hat.

Insbesondere, im „Vorwort zum Buch Sohar“ von Baal HaSulam möchte er uns mit dem Buch „Sohar für das Volk“ verbinden, einem Werk, das im gesamten Volk Israel von großer Bedeutung sein sollte. Zu diesem Zweck verfasste er dieses Vorwort und verbreitete es.

Beim Lesen solcher Texte sollten wir uns von einer rein wörtlichen Auslegung lösen und versuchen, uns mit der spirituellen Botschaft zu verbinden, die der Kabbalist uns vermitteln möchte. Nach dem Lesen jeden Abschnitts sollten wir zu den Worten zurückkehren sie in unser Herz aufnehmen, um eine Verbindung zwischen unseren Herzen und dem von Baal HaSulam, der diese Texte geschrieben hat, herzustellen.

Die Werke der Kabbalisten sind für uns von großer Bedeutung, da sie eine Botschaft enthalten, die uns von unseren Lehrern überliefert wurde. Mit dieser Botschaft wollen sie uns mit tausend Fäden untereinander und mit dem Buch Sohar verbinden. Im „Vorwort zum Buch Sohar“ finden wir alle Worte und Gesetze, die uns helfen, uns dem Schöpfer zu nähern und mit Ihm in Verbindung zu treten. Diese Texte ermöglichen es uns, eine Verbindung zur Spiritualität und zur Ewigkeit herzustellen. Wenn ein Mensch sich mit dem Buch Sohar, mit der spirituellen Quelle verbinden möchte, stellt er beim Lesen fest, wie ihn der Text zunehmend mit der Spiritualität in allen Facetten verbindet. Er öffnet dabei sein Herz und seine Augen, um einen tiefen Wunsch zu entwickeln, sich zu erheben, sich an die spirituelle Wurzel zu klammern, von der der Sohar spricht.

Selbst in Zeiten, wenn man das Buch Sohar nicht liest, sollte man es anstreben, in seinem Geist zu leben. Das bedeutet, dass der Mensch sich bemüht, mit Freunden, in der Gruppe, im Zehner verbunden zu sein, um sich dem Schöpfer anzunähern. Der Mensch wird dann erleben, dass er in ein Feld der Anziehung eingetreten ist, in dem ihn der Schöpfer weiter hineinziehen möchte. 

Im Buch Sohar zu leben bedeutet, sich zu bemühen, die Botschaft, die mit jedem seiner Worte und Sätze vermittelt wird, zu offenbaren. So wird der Sohar zu einem Fluss, der uns von den ersten Worten bis zum letzten Satz mitnimmt.

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Aus einer Lektion zum Thema „Wir setzen den Kongress im Aufstieg fort”

Mit Dankbarkeit für die Erweckung von Oben

Die innere Arbeit beginnt damit, dass der Mensch spürt, dass an jedem Ort und in jedem Zustand, in den er auch mit seinen Verlangen und Gedanken geraten mag, in allem die „Erweckung von Oben“ zugegen ist. Und er muss seine Reaktion dieser höheren Einwirkung anschließen.

Als erstes möchte er das, was er fühlt, von sich selbst trennen und versuchen, zu enthüllen, was genau der Schöpfer ihm schickt, warum, wofür, was Er auf diese Weise in dem Menschen aufbauen möchte. Er muss das, was in ihm geschieht, analysieren, um seine natürliche Reaktion von jener zu trennen, die er über der natürlichen in sich entwickeln muss.

Diese Reaktion, die der Mensch über seinem Naturell, über der Natur aufbaut, besteht aus seinem eigenen Mitwirken am Geschehen und der zweiten Hälfte, die er zu dem Schöpfer erheben muss, weil er sicher ist, dass er es selbst nicht kann. Doch er freut sich darüber, dass er diesen Teil, in dem er das Mitwirken des Schöpfers als seines Partners, als seines Erschaffers und Erlösers braucht, in sich enthüllt!

In einem solchen Fall sieht der Mensch ein klares Ziel vor sich und versteht, dass er die Vereinigung erreichen muss. Das bedeutet, dass die erste Erweckung, die vom Schöpfer im Herzen und im Verstand des Menschen hervorgerufen wurde, seine richtige Realisierung gefunden hat. Als Indikator für den richtigen Abschluss dienen die Veränderung in der Einstellung des Menschen von der früheren zu der entgegengesetzten und seine ungeheure Freude aufgrund dessen, d.h. aufgrund des erfolgreichen Versuchs, sich über sich selbst zu erheben.

Und dieses ganze Vorankommen geschah dank der höheren Kraft, die jetzt in dem Menschen in dieser Handlung für ewig bleibt. Jede unsere Handlung wird in jedem Augenblick genau auf diese Weise realisiert, wenn sie von dem Menschen richtig wahrgenommen wird.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Baal HaSulam

Beginnt zu handeln!!

Frage: Wenn im Menschen das Verlangen zu empfangen erwacht, erhebt er es durch den Zehner zum Schöpfer. Was bedeutet es, dass dieses Verlangen vom Schöpfer korrigiert wird und wie verwandelt es sich zu „Lishma“?

Antwort: Das Verlangen, zum Schöpfer aufzusteigen, äußert sich im Gefühl der Notwendigkeit nach Ihm. Dieses Bedürfnis ist das Gebet. Es steigt zur nächsten, höheren Stufe auf. Von dort strömt das Licht herab und der Kontakt zwischen dem Höheren und dem Niederen beginnt. Auf dieser Grundlage wird das Niedere korrigiert, verändert sich und so kommt es zu einer Bewegung von unten nach oben. Das Ergebnis dieses Kontakts ist der spirituelle Schirm.

Frage: Das heißt, der Kontakt mit dem Schöpfer verändert den Menschen. Nennt man das, dass er den Schirm erhält? Kann er dann im Sinne des Schöpfers handeln?

Antwort: Ja.

Frage: Das bedeutet es, dass der kritischste Punkt der ist, wenn man MAN erhebt und der Schöpfer beginnt, auf uns einzuwirken? Wie kommt man zu dem Zustand, in dem man MAN aus dem Zehner erhebt und Er beginnt, uns zu verändern?

Antwort: Stellen Sie es sich vor, fangen Sie an zu handeln und es wird sich von selbst regeln.

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Aus dem Unterricht „An der Schwelle von Lishma“, 13.11.2024

Umgang mit „Gentleman-Verhalten“

Bemerkung: Wir haben eine kleine Gruppe, in der alle Freunde sehr wichtig sind. Wir schätzen jeden einzelnen von ihnen sehr. Von außen betrachtet mag es den Eindruck erwecken, dass wir ein zuvorkommendes Verhaltenpflegen, wir ziehen die weiße Weste nicht aus. Es scheint aber so, dass es eine sehr große innere Arbeit ist, diese Weste anzubehalten.

Antwort: Dann bleibt man weiterhin auf der tierischen Stufe. Man versucht, Konflikte untereinander zu vermeiden, gehtalltäglichen, weltlichen und vor allem spirituellen Problemen aus dem Weg.

Das heißt, man bleibt auf der Nullebene, wie kleine Kinder. Man zeigt kein Bewusstsein für den Egoismus und die Offenbarung untereinander. Ich verstehe, dass man denkt, es sei besser so zu leben, als zu streiten und sich zu trennen. Es ist aber notwendig, irgendwie voranzukommen.

Man muss sehr darauf achten, dass man eine freundschaftliche, liebevolle Beziehung pflegtund gleichzeitig durch ein gemeinsames Streben mit dem Schöpfer verbunden ist. Das wird alle möglichen Probleme hervorrufen, die man gemeinsam lösen wird. Dies gilt um so mehr, da man Angst davor hat, auseinander zu geraten. All dies sollte sehr sorgfältig beobachtet werden.

Ich verstehe diese Ängste, aber es gibt keinen anderen Weg. Man sollte versuchen, sich einander anzunähern, noch bevor alle Arten von Störungen entstehen. Dann wird man diese Hindernisse in eine noch größere Annäherung einbauen.

Wie kann man sich näher kommen? Nur über die Hindernisse hinweg, trotz der Hindernisse. Das wird als rechte und linke Linie bezeichnet.

Bemerkung: Ich sehe bei meinen Freunden, wie ein innerer Kampf in ihnen stattfindet. Der eine beißt die Zähne zusammen, er will sagen was er denkt, bemüht sich aber mit aller Kraft, die weiße Weste anzubehalten.

Antwort: Sehr gut. Es gibt keinen Grund, sie auszuziehen. Jeder sollte sich auf der tierischen Stufe darüber im Klaren sein, dass er andere kritisiert, da er selbst so ist. Er sollte danach streben, sich dem Anderen anzunähern, trotz allen möglichen Versuchen, in einem „Gentleman-Verhalten“ zu verbleiben.

Wenn man versucht, sich noch mehr anzunähern, werden spirituelle Probleme entstehen – Zurückweisungen, über die man sich erheben muss.

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Aus der Lektion „Fragen und Antworten“