Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Das Pessachfest aus verschiedenen Blickwinkeln

Frage: Worin unterscheidet sich die kabbalistische Sichtweise auf unsere Welt und des Festes Pessach von der üblichen Sichtweise?

Antwort: Es gibt mehrere Ebenen der Erklärung des Daseins, seiner Schöpfung, seiner Entwicklung, seines Ziels und der Aufgabe des Menschen darin. Über das Pessachfest lässt sich beispielsweise Folgendes sagen:

  1. über die historische Epoche der Versklavung des Volkes in Ägypten,
  2. über die „Versklavung“ des Menschen in seinem Egoismus – Ägypten – Pharao,
  3. über die Entwicklung der Schöpfung – des Verlangens unter dem Einfluss des Lichts – des Schöpfers und seiner Abwesenheit – unter dem Einfluss der Finsternis – Ägyptens – des Pharaos.

Man kann auch aus verschiedenen Ebenen sprechen:

  1. über die mechanische Erfüllung von Bräuchen, die im Alltag als Gebote bezeichnet werden,
  2. über die psychologische Erfüllung der Anweisung „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ als allgemeine (Klal) Anweisung des Schöpfers, die alle anderen Anweisungen in sich umfasst, wie es in der Tora heißt: „Liebe deinen Nächsten – das allgemeine Gesetz der Tora“,
  3. über die kabbalistische Wirkung des höheren Lichts auf die Welten und durch diese auf die Seelen, die die Stufen ihrer spirituellen Entwicklung und Korrektur durchlaufen.

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Wozu führt das Bewusstsein der Größe des Gebers?

Kommentar: Die Arbeit, die auf das Bewusstsein der Größe des Gebers gerichtet ist, ist unsere einzige Arbeit – wie im Gleichnis vom Gast und dem Gastgeber.

Entweder handelt der Mensch gemäß seinem Willen zu empfangen, oder es erwacht in ihm die Stufe des Menschen – der Punkt im Herzen, die Eigenschaft von Bina, die er infolge des Zerbrechens der Gefäße erhalten hat. Dies ist ein göttlicher Teil von oben, seine Seele, gegenüber der er den Gastgeber empfindet.

Dann bestehen im Menschen bereits zwei Unterscheidungen:

– sein natürliches Verlangen, Genuss vom Gastgeber zu empfangen; und

– der Punkt in ihm, der den Gastgeber selbst als Gebenden empfindet.

Dann führt er zwei Arten von Berechnungen aus: mit Ihm als dem, der Genuss gibt, und mit Ihm als dem Gebenden. In dieser inneren Trennung beginnt bereits die Arbeit. Was ist für mich wichtiger – der Gastgeber selbst, Seine Größe und die Ordnung meiner Beziehung zu Ihm?

Oder ist es mir gleichgültig, wer Er ist und was Er ist, solange ich von Ihm Genuss empfange und mich erfülle? Wenn wir uns richtig entwickeln wollen, müssen wir also ständig das Bewusstsein des Gastgebers, das heißt des Gebers, in uns vergrößern.

Zu Beginn steht der Mensch vor dem Gastgeber und sieht Ihn nicht. Gerade dieses Nicht-Sehen des Gastgebers ist von großer Bedeutung, denn dadurch entsteht im Menschen Scham, das Gefühl, ein Empfangender zu sein. Dadurch erkennt er, dass er seine Wünsche einschränken muss und mit allen Kräften seine Beziehung zum Geber entwickeln soll, sodass der Geber immer wichtiger wird als die von Ihm kommenden Genüsse.

Wenn der Geber wichtiger wird als die von Ihm kommenden Genüsse, beginnt der Mensch, seinen Willen zum Empfangen einzuschränken, und er möchte nicht mehr in ihm arbeiten. Er zieht es vor, in Verbindung mit dem Geber zu sein. Das gibt ihm mehr Genuss, mehr Sicherheit und mehr Erfüllung.

Doch auch diese Erfüllung geschieht noch um zu empfangen, das als Lo Lishma bezeichnet wird. Dennoch zieht der Mensch es vor, mit dem Gastgeber verbunden zu sein und nicht nur mit den Genüssen.

Danach kommt eine Stufe, in der auch eine solche „verbrauchende“ Verbindung mit dem Gastgeber, bei der der Mensch Ihn für seine eigenen Interessen nutzt, ihm nicht mehr richtig erscheint. Denn wenn er die Verbindung mit dem Gastgeber der Verbindung mit den Genüssen vorzieht, erweckt diese Verbindung in ihm das Bewusstsein für die Natur des Geber

Dann beginnt er, der Eigenschaft des Gebens selbst Bedeutung beizumessen. Das wird bereits „der Reiz der Kedusha“ genannt. Diese Eigenschaft wird für ihn so wichtig, dass er nicht mehr durch seine Gefäße des Empfangens mit dem Gastgeber verbunden sein möchte. Vielmehr möchte er mit der Eigenschaft des Gebens selbst verbunden sein und ihr angehören.

Das bedeutet, dass der Mensch beginnt, aus sich selbst herauszutreten und in die Eigenschaft des Gebers einzutreten. Dann sucht er nach Mitteln, durch die er dies tatsächlich verwirklichen kann. Dabei benötigt er weiterhin das Bewusstsein der Größe des Gastgebers – jedoch bereits Seiner Größe als Gebender. Dies wird die reine Bina genannt, die der Mensch erlangen möchte. In dem Maße, wie er sie erlangt, beginnt er dem Gastgeber ähnlich zu werden – zumindest darin, dass er wie Er sein möchte.

Das bedeutet, dass der Mensch gewissermaßen Galgalta we Ejnaim, die Gefäße des Gebens, erwirbt.

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Aus einer Lektion zu einem Artikel von Rabash.

 

Ein Kabbalist fühlt das selbe Vergnügen wie der Schöpfer


Ich erhielt Fragen über die Freuden, die ein Kabbalist und der Schöpfer fühlt:

Frage: Erreicht ein Kabbalist jemals die Stufe, wo er fühlt, dass er dem Schöpfer Vergnügen schenkt?

Meine Antwort: Ja.

Frage: Wie drückt sich dieses Gefühl aus?

Meine Antwort: Als Einheit mit dem Schöpfer und Seiner Empfindung.

Frage: Was sind die Anzeichen, die einen Kabbalisten wissen lassen, dass der Schöpfer wirklich Vergnügen aus seinen Handlungen empfängt?

Meine Antwort: Gegenseitige Freude – ihre Gefühle werden in einem Kli ausgedrückt.

Frage: Ein Kabbalist empfängt Freude aus den Geschenken des Schöpfers und indem er das tut, schenkt er dem Schöpfer Vergnügen. Aber kann sich ein Kabbalist sicher sein, dass der Schöpfer das wirklich genießt?

Meine Antwort: Er weiß das, weil sie sich in einem Ganzen vereinigen.

Frage: Empfängt ein Kabbalist Freude aus den kleinen, materiellen Dingen im Leben?
Meine Antwort: Ein Kabbalist fühlt trotzdem die Vergnügen unserer Welt. Mehr noch, er empfindet diese Dinge sogar noch intensiver als es normale Menschen tun.

Frage: Das spirituelle Ziel ist die Einheit der Seelen. Wenn ein Mensch die spirituelle Welt betritt, beginnt er die Verlangen und Gedanken der anderen Seelen zu fühlen. Unterscheidet er trotzdem was „seins“ ist und was „eines anderen“ ist, oder verliert er das Gefühl für Individualität?

Meine Antwort: Er verliert es nicht. Selbst wenn er jeden fühlt, fühlt er sich selbst durch sie, wie eine Zelle, die für den ganzen Körper arbeitet.

Frage: Sie sagten, dass große Kabbalisten einen großen Egoismus haben, aber sie wissen ihn zu kontrollieren. Wie kontrollieren sie ihren Egoismus?
Meine Antwort: Durch Licht, das von oben kommt; durch den Schöpfer – wie ein Kind, das durch einen Erwachsenen lernt.

Aus dem täglichen Morgenunterricht. 

Ein Geschenk wird nur so viel gewürdigt, wie der Empfänger den Geber wertschätzt


News Report (aus dem Science News Magazine):
Die Menschen machen einen Fehler, wenn sie erwarten, dass je mehr sie in Geschenke investieren, desto mehr diese Geschenke wertgeschätzt werden … Empfänger bevorzugen Geschenke, die sie wirklich brauchen oder die eine spezielle persönliche Bedeutung haben. Der Preis spielt keine Rolle. … Es ist in der Tat der Gedanke der zählt …

Mein Kommentar: Wir können in unserer Welt nur so viel empfangen, wie dies ein Tier kann: nur das, was für unsere körperliche Existenz notwendig ist. In dieser Hinsicht sind wir einem Tier vollkommen gleich. Jedes Übermaß, das wir „empfangen“, ist nur zu unserem Nachteil. Es gibt einen weisen Spruch: „Ein bisschen schädliche Nahrung ist gesünder, als zu viel gesunde Nahrung.“ Maßlosigkeit schafft Leere in uns, macht depressiv und bringt uns zu einem endlosen Streben nach illusorischer Erfüllung.

Wie realisiert also der Schöpfer seinen Plan, „alle Geschöpfe mit absolutem und ewigem Vergnügen zu erfüllen“? Dies wird nicht durch die Erhöhung der Quantität der Erfüllung erreicht, sondern durch ihre Qualität. Wir sind nicht in der Lage, mehr aufzunehmen, als das, was für die Existenz unserer tierischen Körper notwendig ist. Wenn wir jedoch begreifen, dass es die Größe des Schöpfers ist, die uns gibt, wird unsere Empfindung von dem was wir von ihm erhalten unendlich erhöht. Denn Er ist unendlich. So können wir die Empfindung eines ewigen und vollkommenen Lebens erreichen. Folglich liegt das Ziel unserer Entwicklung in der Erkenntnis: „Koste und siehe, wie gut der Schöpfer ist.“

 

Er kann warten, ich nicht

Wenn wir spüren, dass wir in eine Art Schlaf verfallen und es uns schwer fällt, auch nur den kleinen Finger zu bewegen, müssen wir verstehen, dass es der Schöpfer ist, der uns diesen Zustand schickt. Er möchte uns anstelle der persönlichen zur allgemeinen Erweckung führen, damit wir gemeinsam beginnen, uns um einander Gedanken zu machen, und damit ich verstehe, dass, wenn ich die anderen nicht erwecke, ich auch selbst nicht erwachen werde.

Denn mein Ich ist das Maß, in dem ich die anderen erwecken kann. Nicht meine Person an sich – das ist alles die tierische Stufe, sondern diese zusätzliche Erweckung, die ich in das Gesamtnetz hineinbringen kann, wird als mein spirituelles Ich, mein spirituelles Gefäß (Kli, Verlangen) bezeichnet.

Jenes Maß an Erweckung, welches ich dort hineingebracht habe, liefert die Stärke des Verlangens, in dem ich die spirituelle Welt wahrnehme – ich nehme sie dort, im Inneren dieses Systems und nicht in mir wahr! In mir werde ich nichts spüren.

Das bedeutet, dass ich mich momentan der Erschaffung meines spirituellen Gefäßes entgegen bewege. Der Schöpfer organisiert absichtlich diesen Zustand für mich – Er lässt mich spüren, dass, wenn ich allein bleibe, mir nichts gelingen wird. Er scheint zu sagen: Du glaubst nicht – dann versuch mal! Zehnmal, hundertmal… Ich habe Zeit, Ich kann warten, bis die „Söhne Israel wegen ihrer Arbeit aufschreien“.

Nur wenn ich den nötigen Druck auf die anderen ausübe, wenn ich verlange und das gemeinsame Verlangen/Gefäß sich davon begeistern lässt, dann wird das mein Verlangen sein, dort werde ich die spirituelle Welt – jene spirituelle Erfüllung, die sie alle von mir bekommen haben, – wahrnehmen können.

Auszug aus dem Unterricht zu Die Zehn Sefirot

Anforderung an den Schöpfer

Wenn du einen korrigierten Zustand erreichen willst, entsprechend dem Plan des Schöpfers, so wie Er es umsetzen würde, und es dir dabei nicht wichtig ist, in welcher Form es mit dir geschehen wird, solange es Ihm ähnlich ist, dann solltest du von Ihm ein Beispiel und Anweisungen verlangen, und Er wird sie dir geben.

Dies gilt jedoch nur unter der Voraussetzung, dass du keine Entlohnung verlangst, bevor du mit der Arbeit begonnen hast. Du musst nach dem Wissen verlangen, wie man arbeitet.

Eine solche Forderung nach Korrektur wird als Aufstieg des MAN bezeichnet. Und dann erhalten wir von oben einen Plan, wie wir selbst die kleinste Handlung ausführen können. Natürlich kann der Mensch das nicht selbst finden. Er kann lediglich sein Umfeld so organisieren, dass es ihm die richtige Ausrichtung bietet, die nur auf die Korrektur ausgerichtet ist. Wenn das gelingt, wird alles in Ordnung sein.

Über das Umfeld organisieren wir die Forderung an den Schöpfer, uns ein Beispiel zu geben.

Wir selbst sind dazu nicht in der Lage, wir sind verwirrt, wir können uns unserer Natur nicht widersetzen, wir können die Regel „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ nicht erfüllen, aber wenn wir darum bitten, bekommen wir diese Möglichkeit. Das ist die einzige freie Handlung, und es ist unsere Pflicht, sie auszuführen.

Nur dafür gibt es Belohnung und Bestrafung.

Entweder kommen die Kräfte zur richtigen Zeit und am richtigen Ort zu uns, und der Mensch entwickelt sich in die richtige Richtung, oder er macht Fehler, und dann werden die Kräfte nicht richtig verteilt, um Früchte zu tragen, und der Mensch verpasst die Chance.

Der Fehler liegt darin, dass er sich nicht darauf vorbereitet, die richtige Bitte zu stellen, damit der Schöpfer ihm ein Programm zur Korrektur gibt. Normalerweise bittet der Mensch um Erfüllung und nicht um Korrektur. Er muss den Schöpfer um Korrektur bitten, um die Liebe zum Nächsten zu erreichen, d. h. die Eigenschaft des Gebens zu erlangen.

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Aus dem Unterricht nach der Notiz von Rabash „Der Mensch ist ein Baum auf dem Feld“ von 02.02.2026

Wofür sollte man dem Schöpfer danken?

Frage: Wofür soll ich dem Schöpfer danken? Etwa für den bösen Trieb?

Antwort: Für die Möglichkeit, Ihn zu erkennen, Seine Stufe zu erlangen und aus unserem gegenwärtigen Zustand in einen höheren aufzusteigen. All dies wird uns gerade durch den bösen Trieb und durch die richtige Arbeit mit ihm ermöglicht.

Wenn wir unseren Egoismus dem Höheren Licht unterordnen und das Licht beginnt, ihn zu korrigieren und zu erfüllen, steigen wir immer weiter auf – in Erkenntnis, Entwicklung und Verständnis. So wird deutlich, dass wir dem bösen Trieb dankbar sein können, denn der Egoismus wird zur Quelle unseres spirituellen Aufstiegs.

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Aus einer Unterrichtsstunde auf Russisch.

 

Unendlicher Genuss statt „Black Friday“

Frage: Ich habe so lange auf den „Black Friday“ gewartet, um mir ein E-Bike zu kaufen. Am Ende habe ich es gekauft – und plötzlich hatte ich überhaupt kein Verlangen mehr danach, obwohl ich es noch nicht einmal berührt hatte. Warum passiert das?

Antwort: So ist es immer. Solange dich etwas anzieht, was du noch nicht hast, existiert in dir das Verlangen danach und die Erwartung von Genuss. Du stellst dir den Genuss entsprechend dem Mangel, dem unerfüllten Verlangen vor – und empfindest ihn daher doppelt.

Doch sobald du das Gewünschte erhältst, tritt der Genuss in das Verlangen ein, erfüllt es – und schon willst du es nicht mehr wirklich. So sehr, dass das Verlangen nach einem Tag oder sogar nach ein paar Stunden vollständig verschwindet. Genauso wie beim Essen: Du beginnst selbst das köstlichste, besonders begehrte Gericht zu essen – doch jeder Genuss hat ein Ende.

Das Problem unserer Welt besteht darin, dass wir, sobald der Genuss in das Verlangen eintritt und es füllt – wie der Magen durch Nahrung –, plötzlich entdecken, dass der Genuss ein Ende hat. Und so endet alles, sogar das Leben.

Es stellt sich die Frage: Kann man Genuss so empfangen, dass er unendlich ist und ständig wächst, anstatt abzunehmen? Kann man es so einrichten, dass ich mit jedem Empfang immer mehr und mehr genieße – ohne jedes Ende? Dann würde unser Leben unbegrenzt, unendlich, ewig werden. Im Grunde liegt hierin das Geheimnis des ewigen Lebens. Es hängt einzig davon ab, wie wir unser Verlangen nutzen.

Die Frage ist nur: Wie kann man es erreichen, dass ich, je mehr ich empfange, desto mehr verlange – und dass es niemals dazu kommt, dass ich gesättigt bin und mir der Genuss überdrüssig wird, ja sogar widerlich? Ist das möglich?

Die Wissenschaft der Kabbala (hebr. Kabbala vom Wort „empfangen“ – lekabel) heißt deshalb „Wissenschaft des Empfangens“, weil sie davon spricht, wie man empfängt, wie man sich auf unendliche, unbegrenzte Weise erfüllt.

Wenn wir uns miteinander verbinden und der Genuss durch mich hindurchfließt – ich gebe ihn dir weiter, du dem Nächsten, der Nächste dem Dritten und so weiter – und diese Zirkulation ständig zwischen uns stattfindet, dann bleibt der Genuss bei niemandem stehen. Deshalb wird niemand so erfüllt, dass er nichts mehr will. Im Gegenteil: Der Genuss, der durch alle hindurchgeht, erneuert sich ständig, und jeder beginnt, den Genuss zu spüren, der von allen zu ihm zurückkehrt. So entsteht ein Genuss, der sowohl der Größe nach als auch der Zeit nach unendlich ist – das nennt man, dass wir die zukünftige Welt, ein ewiges und vollkommenes Leben, erreicht haben.

So geschieht es, wenn wir wissen, wie man den Genuss richtig empfängt. Deshalb wird diese Weisheit die Wissenschaft des Empfangens genannt – die Wissenschaft der Kabbala.

Frage: Wer beginnt zuerst zu geben? Ich? Oder soll ich warten, bis mir gegeben wird, und dann ebenfalls geben?

Antwort: Nein. Man kommt in eine kleine Gruppe, in der man lernt, wie man sich miteinander verbindet, sodass der Genuss von einem zum anderen übergeht und eine Zirkulation der Energie zwischen euch entsteht. Dann fühlt ihr euch, als würdet ihr – wie in einem Raumschiff – über unsere Materie, über all diese Vergänglichkeit und Begrenztheit von Bewegung, Raum und Genuss hinausgehoben. So tretet ihr in eine andere Dimension ein, jenseits aller Beschränkungen dieser Welt.

Kommt und probiert es aus!

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Basierend auf einem Interview mit dem Kabbalisten Dr. Michael Laitman auf 103FM am 1. Januar 2016. Geschrieben/editiert von Studenten des Kabbalisten Dr. Michael Laitman.

Zeichne in dir ein Bild des Schöpfers

Frage: Wenn wir den Schöpfer nicht spüren, wie können wir dann Seine Eigenschaften erlangen und Ihm ähnlich werden?

Antwort: Der Mensch empfindet nichts außerhalb seiner selbst, außerhalb seines eigenen Körpers – sei es nun der Schöpfer, ein Freund oder die Gruppe. Deshalb müssen wir zunächst an unserer Fähigkeit arbeiten, dem Nächsten zu geben, um ihn zu lieben wie uns selbst. Wenn man es schafft dem Nächsten zu geben wird man auch in der Lage sein, dem Schöpfer zu geben.

Wenn man jedoch bereit ist, nur für den Schöpfer zu arbeiten, nicht aber für seinen Nächsten, ist das ein Zeichen dafür, dass man nicht wirklich bereit ist, für den Schöpfer zu arbeiten. Denn man führt noch keine selbstständige Berechnung „außerhalb seines eigenen Interesses“ durch – man bleibt in sich selbst und möchte das Ergebnis seiner Arbeit, die Belohnung, empfangen.

Das heißt: Die gesamte Arbeit bezieht sich nur auf die Gruppe, in der wir den Ort für die Offenbarung des Schöpfers schaffen.

Wir empfangen kein Licht von außen – wir füllen uns mit unserer eigenen Hingabe! Der Mensch „erzeugt“ diese Eigenschaft in sich, mithilfe der Kraft, die zu ihm kommt und ihm die Möglichkeit verleiht, im Geben zu sein. Gerade in dieser Hingabe empfindet man die Kraft des Schöpfers, die sich in einem kleidet. Das bildet die wahre Erfüllung.

Niemals werden wir etwas „außerhalb von uns“ enthüllen – selbst wenn gesagt wird, dass wir „aus uns heraustreten“ und uns mit anderen verbinden. All das findet in unserer Wahrnehmung statt: es erscheint uns lediglich so, als würden wir uns über uns selbst erheben.

Es heißt, dass Malchut der Welt Azilut „das Bild des Schöpfers“ genannt wird.

Es heißt ebenfalls, dass wir dem Schöpfer Freude bereiten sollen – durch alle Zustände, die wir von Ihm erhalten. Doch was bedeutet es, Zustände von Ihm zu empfangen, wenn sie doch von dem in uns erwachten Verlangen abhängen. Sind sie größer oder kleiner, je nachdem, wie wir unser egoistisches Verlangen überwinden und korrigieren? Wie hängt dies mit dem Schöpfer zusammen, der sich niemals verändert?

Was kann der Mensch Ihm überhaupt geben? Es gibt niemanden, dem wir etwas geben könnten, niemanden, der unsere Arbeit empfängt.

Letztlich enthüllen wir, dass wir einzig unsere Eigenschaften korrigieren und niemals aus ihnen heraustreten. Die Eigenschaft des Gebens ist eine reine, makellose Eigenschaft – man kann nicht „für ihren Vorteil“ arbeiten. Man kann sie nur als besondere, erhabene Eigenschaft wertschätzen, entsprechend der eigenen ehrfürchtigen Haltung gegenüber dem Licht und dem Nächsten, die uns das Gefühl der Größe von Hingabe und Liebe vermitteln.

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Aus einem Unterricht zum Artikel aus dem Buch “Shamati“




Das Gesetz von Wurzel und Zweig

Frage: In Baal HaSulams Artikel „Das Wesen der Wissenschaft der Kabbala“ steht, dass Kabbalisten seit Jahrtausenden eine bestimmte Sprache benutzen, um ihre spirituellen Zustände zu beschreiben. Es gab vier solcher Sprachen: die Sprache der Tora, die Sprache der Gesetze (Alacha), die Sprache der Überlieferungen (Agada) und die Sprache der Kabbala.

Warum ist gerade die Sprache der Kabbala heute für unsere Generation am besten geeignet?

Antwort: Die Sache ist, dass man, wenn man die höhere Welt entdeckt, sie ganz persönlich und innerlich versteht. Und wenn er etwas an einen anderen weitergeben will, findet er keine Worte dafür, weil es sich um innere Empfindungen handelt. Diese müssen durch äußere Handlungen ausgedrückt werden, die einen Eindruck auf den anderen machen, damit dieser dann dieselben Empfindungen und dasselbe Verständnis in sich selbst wiederherstellen kann.

Um also seine Empfindungen einem anderen Menschen zu vermitteln, der sich beispielsweise auf derselben Stufe wie ich befindet, muss man einen Code finden. In der modernen Technik verbinden wir beispielsweise zwei Computer über ein Modem, und zwischen ihnen entsteht eine Kommunikation. Wie kann man eine solche Kommunikation zwischen uns herstellen?

In der normalen Welt haben wir eine Gemeinsamkeit von Empfindungen, Begriffen, Umständen, also eine Sprache, die aus dem Alltag stammt. In der spirituellen Welt gibt es diese Sprache ursprünglich nicht, und wir wissen nicht, auf welcher Stufe und wo sich unser Gesprächspartner befindet, wenn er überhaupt in der Empfindung der Höheren Welt ist.

Und hier stellt sich die Frage, wie wir uns verbinden können, wie die Gesetze der Kommunikation hier aussehen. Deshalb mussten die Kabbalisten eine Sprache erfinden, um miteinander zu reden und zu verstehen, auf welcher Ebene der Erkenntnis der Höheren Welt sich jeder von ihnen befindet, was genau sie fühlen und wahrnehmen.

Es kann gut sein, dass andere nicht das spüren, was ich spüre, obwohl sie auch auf einer bestimmten Stufe der Erkenntnis sind. Oder ist das nur eine Einbildung von ihnen oder von mir?

So haben wir ein riesiges Feld von Unbekanntem, das wir irgendwie sortieren, verstehen und bearbeiten müssen. Genau hier kommt das Problem der Kommunikation ins Spiel – vor allem sogar rein äußere: Wie werde ich das den Menschen erklären, mit welchen Worten, Buchstaben, Ausdrücken, Gesten, vielleicht Tänzen oder Farben oder Klängen usw.? Wenn alle Methoden der Informationsübermittlung von Mensch zu Mensch irdischer Natur sind, wie kann ich dann etwas Spirituelles vermitteln? Nichts davon gibt es in der materiellen Welt.

Deshalb haben die Kabbalisten zuerst die Sprache der Zweige erklärt: Alles, was in unserer Welt existiert, hat seinen Ursprung in der spirituellen Welt. Die spirituellen Kräfte kommen nach und nach in unsere Welt und nehmen hier eine materielle Form an: eine bestimmte Größe, eine bestimmte Form, einen bestimmten Klang, eine bestimmte Farbe usw.

Wenn ich zum Beispiel „Glas“ sage, meine ich ein Glas in der höheren Welt, also die Kraft, die in unserer Welt dieses Objekt sozusagen reproduziert.

So entstand die erste Sprache – die Sprache der Tora in Form von historischen Erzählungen.

Frage: Heißt das, dass die Kabbalisten die Schlange betrachteten und diesen Reptil einen bestimmten spirituellen Zustand gaben?

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