Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Enthüllung'

Ist Atheismus mit der Kabbala vereinbar?


Eine Frage, die ich erhielt: Seit längerem geht mir folgendes durch den Kopf. Wir sagen, dass die Kabbala keine Religion ist oder irgendein Glaubenssystem erfordert. Aber mittlerweile wird Atheismus sogar von vielen als eine Religion angesehen und sie entwickelt sich als eine der schnellsten, selbst wenn dies als Widerspruch erscheint, denn viele betrachten Religion als ein System des Glaubens an Gott. Jedenfalls sagt man, dass das Kabbalastudium weltlich ist. Daher meine Frage: Kann ein Atheist ein Kabbalist sein oder erfordert die Kabbala einen Glauben an Gott? Schließlich ist das Ziel der Kabbala wie Gott zu werden.

Meine Antwort: Die Kabbala unterscheidet sich von „all den anderen“ (egal ob Religion oder nicht) darin, dass sie eine klare Erlangung des Schöpfers ermöglicht, damit du den Schöpfer so wahrnimmst wie einen Freund und sogar darüber hinaus. Daher gibt es in der Kabbala keinen Platz für einen Glauben an etwas, was andere dir erzählt haben. Du musst vielmehr dich selbst, die gesamte Welt und alle Seelen erlangen, und innerhalb von ihnen – den Schöpfer in Seiner Gesamtheit.

Atheismus ist der Glaube, dass der Schöpfer nicht existiert, wohingegen Religion der Glaube ist, dass der Schöpfer existiert. Demgegenüber ist Kabbala die Enthüllung des Schöpfers – durch Erforschung der Natur innerhalb dir selbst oder in deinen Wahrnehmungen.

Diesbezüglich ist die Kabbala den Wissenschaften ähnlich. Allerdings enthüllen die anderen Wissenschaften die Welt innerhalb unserer bisherigen Sinne, wohingegen die Kabbala dies mit einem zusätzlichen Sinn macht – und zwar mit der Seele, die du erst in dir entwickeln musst. Jedenfalls spricht die Kabbala, wie jede andere Wissenschaft auch, nur über Dinge, die man mit eigenen Sinnen wahrnehmen kann! Sie interessiert sich nicht für etwas, das nicht wahrnehmbar ist oder nicht erforscht, wiederholt und geprüft werden kann und betrachtet so etwas als unwirklich. Diese Herangehensweise macht sie definitionsgemäß zu einer Wissenschaft. In Baal HaSulams Artikel „Das Wesen der Wissenschaft Kabbala“ wird Kabbala folgendermaßen definiert: „Kabbala ist die Methode, allen Menschen dieser Welt den Schöpfer zu enthüllen“ – und zwar jeder Person und allen zusammen.

Wie alle Wissenschaften verwendet auch die Kabbala wissenschaftliche Methoden und Werkzeuge (auch wenn Wissenschaftler dem nur schwer zustimmen werden, da sie gewohnt sind, die Welt ausschließlich durch unseren tierischen Körper zu erforschen). Die wissenschaftliche Methode setzt folgendes voraus:

  • Jede wissenschaftliche Aussage muss durch ein Experiment bewiesen sein.
  • Jede wissenschaftliche Aussage kann auch als unrichtig erwiesen werden.
  • Es ist zwecklos einen Gedanken zu diskutieren, der in der Praxis nicht bewiesen werden kann. Als Beispiel dient folgende wissenschaftliche Meinung über die Existenz G-ttes : Immanuel Kant hat aufgezeigt, dass weder die Existenz G-ttes noch seine Nichtexistenz bewiesen werden können. Der bloße Begriff eines unerreichbaren und allmächtigen G-ttes kann nicht Gegenstand eines Experiments sein, denn wenn G-tt allmächtig ist, könnte er auch das Ergebnis des Experiments kontrollieren. Die Menschen akzeptieren keinen Gott durch Beweisführung, sondern nur durch den Glauben. Daher liegt die Vorstellung eines G-ttes außerhalb der Wissenschaft. Sämtliche Fragen „Warum ist etwas so oder so?“ können dann mit einem „Weil es G-ttes Wille ist“ beantwortet werden. (Religionen zwingen die Menschen, alle Fragen auf diese Weise zu beantworten, weshalb der wissenschaftliche Fortschritt verzögert wurde. ) Kabbala ermöglicht uns durch ihre Anwendung, den Schöpfer und Seine Handlungen zu enthüllen. Jedenfalls steht sie Dingen gleichgültig gegenüber, die in der Praxis nicht verifizierbar sind, so wie unsere weltlichen Wissenschaften auch.
  • Jede wissenschaftliche Aussage muss logisch sein und darf den bereits bekannten Gesetzen nicht widersprechen. Gewöhnlich werden alte Gesetze zu spezifischen Fällen der neuen Gesetze.
  • Jede wissenschaftliche Aussage muss auf ihre eigenen „Schwachpunkte“ hinweisen; es muss erwähnt werden, welche ihrer Teile Gegenstand eines Zweifels oder Widerspruchs sind.
Verwandtes Material:
Blog-post: Kabbala läßt keinen Raum für Glauben
Blog-post: Einige Zitate von Albert Einstein
Artikel: Das Wesen der Religion und ihr Ziel
Artikel: Unterschied der Kabbala von der Religion

Östliche Lehren haben keinerlei Verbindung zur Kabbala


Eine Frage, die ich erhielt: Wie spiegeln sich östliche Lehren und Religionen in der Kabbala wider, die ebenfalls aus dem Osten kommt?

Meine Antwort: Alles was in Verbindung zum Körperlichen steht, hat keine Verbindung zur Kabbala. Hier ist eine Liste nur einiger Dinge, die in keiner Weise zur Kabbala gehören:

  • Orte, einschließlich „heilige“ oder besondere Orte, von denen gesagt wird, dass sie besondere Eigenschaften haben.
  • Objekte, einschließlich Gebäude, Statuen, Bilder, Gegenstände der Anbetung und andere Dinge, von denen gesagt wird, dass sie besondere Kräfte besitzen.
  • Zeit, einschließlich besonderer Tagesangaben und Zeiten oder irgendetwas, das von Zeit und sämtlichen Umständen, die Gestirne betreffend, abhängig ist.
  • Der menschliche Körper.

All dies hat keine Verbindung zur Kabbala, weil Kabbala eine Wissenschaft ist, die nur über den Schöpfer und Seiner Enthüllung in der Seele eines Menschen spricht. Sie hat keine Verbindung zum Körper und darum können Religionen oder östliche Lehren nicht als Teil der Kabbala angesehen werden. Religiöse Handlungen und Merkmale (einschließlich besondere Orte oder Anbetung, Rituale, besondere Objekte usw.) stehen im völligen Gegensatz zur Kabbala. Denn Kabbala studiert und beschäftigt sich eingehend mit der menschlichen Seele und deren Eigenschaften, und den Kräften des Menschen, als ob unsere Welt und unsere Körper überhaupt nicht existieren würden.

Verwandtes Material:
Blog-post: Worum am Grab eines Kabbalisten bitten
Was ist Kabbala?

Wie vermeiden wir, dass uns auf dem Weg die Kraft ausgeht?


Eine Frage, die ich erhielt: Die erstmalige Enthüllung des Bösen (Egoismus) und die darauf folgende Wahrnehmung der Eigenschaften des Schöpfers sind sehr kraftvoll. Wenn man dies zum ersten Mal erfährt, beginnt man seinem Geliebten nonstop hinterher zu rennen. Aber mit der Zeit und dem Aufbringen der notwendigen (und sogar Über-) Anstrengungen verschwindet diese Eigenschaft stufenweise wieder. Man lässt nach und zweifelt daran, dass dies jemals passiert ist.

Wie enthüllt man das Böse auf den nachfolgenden Stufen? Wie vermeidet man, nachlässig zu werden? Wie behält man den Wunsch des Schöpfers im Auge und schreitet unablässig voran? Wenn man jene Welt erfahren hat und „erweckt“ wurde, kann dies doch nicht umsonst geschehen sein. Niemand kann dann sein Leben einfach weiterführen wie bisher. Wie also „klettert“ man wieder aus dieser Welt heraus? Ich möchte wirklich gern eine Antwort auf diese Frage erhalten, auch wenn Sie schon oft gesagt haben, dass man eine wirkliche Antwort nur in sich selbst finden kann.

Meine Antwort: Sie haben alles korrekt und lebhaft beschrieben. Sie konnten früher durch Ihre eigenen Anstrengungen keine Fortschritte machen, sondern erst durch das Verlangen, welches Sie von oben erhielten – dem Punkt im Herzen. Aber jetzt müssen Sie diesen Punkt zu den Zehn Sefirot hinentwickeln, um das Höhere Licht oder die Höhere Welt in den zehn Sefirot empfangen zu können. Es sind Ihre eigenen Anstrengungen. Jetzt müssen Sie durch die mühevolle Periode zunehmender Anstrengung, Wahrnehmung und Selbstanalyse fortschreiten. Die einzigen Dinge, die dabei helfen, sind:

1.Geduld
2.Begeisterung für das Ziel
3.Die Feststellung, dass man die Veränderung alleine nicht schafft.
4.Vertrauen in das Licht der Korrektur

All dies kann nur mit Hilfe der richtigen Umgebung erlangt werden (siehe Baal HaSulams Artikel „Die Freiheit„).

Verwandtes Material:
Blog-Post: Fragen über den Pharao – unseren Egoismus (fortgeschritten)
Blog-Post: Sei glücklich über das Anwachsen des Egoismus

Kabbala lässt keinen Raum für Glauben


Eine Frage, die ich erhielt: Wann immer ich religiösen Menschen sage, dass wir gegensätzlich zum Schöpfer sind, zitieren sie sofort den Bibelvers, dass wir im Bilde Gottes geschaffen seien. Was kann ich darauf erwidern? Was ist „Bild“ in der Kabbala? Ist das „Bild“ tatsächlich ein „Schatten“, was bedeuten würde, dass wir das exakte Gegenteil des Schöpfers sind?

Meine Antwort: Indem Du religiösen Menschen sagst, dass wir gegensätzlich zum Schöpfer sind und egoistisch und Er gut, bestreitest Du ihre Nähe zum Schöpfer. Wie also können sie dem zustimmen, wenn sie sich selbst als korrigiert betrachten!? Daraus erlangen sie ihre Überzeugung, dass sie selbst rechtschaffen seien und alle anderen genötigt sind, es ihnen gleichzutun; dass sie nur durch das Befolgen der religiösen Dogmen (die angeblich Gottes Verlangen sind) von ihren Sünden befreit sind.

Die Schlussfolgerung, die daraus gezogen werden kann, ist: Sprich nicht mit ihnen, bis sie von selbst ihren Egoismus entdecken – ihre Gegensätzlichkeit zum Schöpfer. Du solltest Menschen nicht verärgern, wenn sie für die Korrektur noch nicht bereit sind. Schließlich wurde die Religion exakt aus diesem Grund eingeführt – als Umzäunung, bis die Menschheit dafür bereit sein wird, den Schöpfer zu erreichen.

Dann wird das Exil der Spiritualität und der Verhüllung des Schöpfers enden. Baal HaSulam erklärt „Was ist Kabbala“ im Artikel „Das Wesen der Wissenschaft der Kabbala„. Er schreibt:

Kabbala ist die Methode, den Schöpfer dem Menschen in dieser Welt zu enthüllen“ – und indem er dies sagt, tilgt er sofort alle Dogmen der Religionen. Das ist so, weil es keinen Raum für Glauben in etwas lässt, wovon man Dir erzählt hat. Anstatt gegenstandsloser Fabeln bekommt jemand die Gelegenheit und Verantwortung einer klaren Enthüllung und Erkenntnis des Schöpfers.

Wenn jemand dies enthüllt, dann offenbart sich ihm mehr als diese Welt, nicht in der Art, in der die normale Wissenschaft die Welt für uns erweitert. Stattdessen enthüllt jemand die Höhere Welt, den Schöpfer Selbst! Außerdem fügt Baal HaSulam hinzu, dass jeder Mensch und die gesamte Menschheit diese Enthüllung erlangen muss, bis alle Menschen ganz klar den Schöpfer spüren, genau wie ein Mensch seinen Freund spürt und noch näher!

Wo ist da also noch irgendein Raum für Glauben, wenn Du selbst alles erlangen und Deine eigenen Feststellungen machen kannst!? Zudem ermöglicht es Dir, Unsterblichkeit, Allwissenheit und Perfektion zu erlangen, denn Enthüllung ist nur in dem Maße möglich, indem Du dem Schöpfer gleichst. Mit anderen Worten, Enthüllung bedeutet, dass ein Mensch den gleichen Zustand erlangt wie der Schöpfer Selbst!

Verwandtes Material:
Blog-Post: Letztendlich wird sich alles in Frieden und Korrektur vereinen
Blog-Post: Religion und Kabbala sind Gegensätze
Artikel von Baal HaSulam: Das Wesen der Religion und ihr Ziel

Wie kommt es, dass sich Amerika besser vereinigen konnte als Europa?


Fragen, die ich über die Rolle Israels in der Welt erhielt und wie sich Europa mit den Vereinigten Staaten von Amerika vergleicht.

Frage: Sie sprechen sehr viel darüber, dass Israel die Weisheit der Kabbala den Nationen der Welt enthüllen muss, aber das im Moment noch nicht geschieht.
Meine Frage: Was passiert, wenn Israel dies nicht jetzt sondern eher später tut – wird dadurch meine spirituelle Entwicklung als Nichtjude gefährdet? Was passiert, wenn der Punkt im Herzen in den Völkern vor den Juden erwacht?

Meine Antwort: Dann werden die Nationen der Welt Gewalt und Druck anwenden, um die Juden zu zwingen, ihnen die Kabbala zu enthüllen.

Frage: Wie kann es sein, dass Israels Wirtschaft im Gegensatz zum Rest der Welt blüht und gedeiht, wenn man bedenkt, dass ihre Bewohner dort für die schreckliche Krise, in der wir leben, verantwortlich sind?

Meine Antwort: Zu unserer Zeit sind Schläge nicht immer an Hunger oder Geld gemessen, sondern an inneren Problemen und an Gefühlen der Leere, einem ungefüllten Kli! Die entwickelten und reichen Länder stehen an erster Stelle, wenn es um Depression, Drogen und Selbstmord geht.

Frage: Meine Frage ist über die Europäische Union. Warum ist es Europa nicht so wie Amerika gelungen, sich zu vereinigen? Ist Europa egoistischer als die USA?

Meine Antwort: Wenn man etwas Neues kreiert, muss man erst das Alte zerstören. Wir können den alten Zustand hinter uns lassen und einen neuen erschaffen, doch erst, wenn wir erkennen, dass der jetzige Zustand so übel ist, dass wir nicht länger in ihm verbleiben können. Europa hat diese Erkenntnis noch nicht gewonnen. Was Amerika betrifft – es wurde aus dem Nichts erschaffen, mit vereinten Kräften, weil die Menschen keine andere Wahl hatten.

Verwandtes Material:
Blog-Post:Amerika – woher kommt bloß dieser Optimismus?
 
„Verbindung“  >  Kabbala Akademie
 

Wie können wir wissen, dass die Enthüllung der höheren Welt keine Illusion ist?


Fragen, die ich über die Wahrnehmung der allgemeinen Seele und der Höheren Welt erhielt:

Frage: Jeder und alles ist in mir. Der Schöpfer ist um mich und in mir. Wenn man dies erst einmal verstanden hat, beginnt man sich zu wünschen, mit allem Umgebenden verbunden zu sein. So weit, so gut! Das bedeutet jedenfalls, dass man alles nur für sich selbst tut, denn sogar ein zufällig vorübergehender Passant ist Teil von mir. Will ich daher in Wirklichkeit alles für mich verbessern und nicht für die anderen?

Meine Antwort: Natürlich entdeckt ein Mensch, dass alles um ihn herum ein Teil von ihm und in seinem Egoismus eingeschlossen ist. Jedoch geschieht dies nur, wenn jemand danach strebt, aus seinem Egoismus auszubrechen und in anderen zu sein, innerhalb der Umgebung. Zuerst erlangt er die Eigenschaft von Bina – „Geben – nicht um des eigenen Vorteils willen“; und sobald er über dieser Eigenschaft (Tshuva mi Iraa, Hafetz Hesed) ist, fügt er alles zu sich selbst und macht es zu einem Teil von ihm. Dann spürt er alle Seelen als seine eigene (Tshuva mi Ahava) und empfängt das vollkommene Höhere Licht in diesem vereinten Kli.

Frage: Wie wissen wir, dass die Höhere Kraft die einzige ist und dass das, was wir empfinden, nachdem die Höheren Welten enthüllt sind, nicht unsere Einbildung oder Illusion ist?

Meine Antwort: Wir werden dies wissen, indem wir die Höhere Welt in unserer Seele enthüllen und indem wir die zwei Welten vergleichen. Alles in der Spiritualität wird in uns erlangt, genauso wie wir diese Welt erlangen. Wir ziehen unsere Schlüsse nur aus der Erkenntnis der Höheren Welt. Die Wissenschaft der Kabbala ist ausschließlich auf den praktischen Erfahrungen der Kabbalisten begründet.

Verwandtes Material:
Blog-Post: Die Methode Glück zu erlangen ist für Alle oder Keinen
Blog-Post: Seine Unerreichbarkeit im Geist eines Kabbalisten
Kabbala eBooks zum kostenlosen Download: Leben aus der Kabbala

Seine Unerreichbarkeit im Geist eines Kabbalisten


Eine Frage, die ich erhielt: Sie sagten, dass die Kabbala eine Wissenschaft ohne Axiome/Grundsätze ist. Doch Rabash sagt in Shamati, dass es nur Azmuto (den Unerreichbaren), Ein Sof und die Seelen gibt. Sind dies nicht Grundsätze, auf denen die Kabbala basiert? Alles andere kann doch von diesen Axiomen abgeleitet werden.

Mein Antwort: Nein, diese sind keine Grundsätze, sondern Aufdeckungen von Kabbalisten. Man kann einfach nicht verstehen, dass man sagen kann, dass Azmuto existiert, wenn es nicht erreichbar ist. Doch die Tatsache ist – man kann Seine Unerreichbarkeit eindeutig erreichen. Den Rest muss man selbst aufdecken.

Es gibt eine Regel in der Kabbala: Wir sprechen nur darüber, was wir erreicht haben. Wenn dann ein Kabbalist sagt, dass etwas unerreichbar ist, bedeutet das ein bestimmtes Erreichen. Das gilt für alle kabbalistischen Vorstellungen – alle diese kommen aus klaren Erkenntnissen und wissenschaftlichen Forschungen. Sie wurden in Gefühlen wahrgenommen, die man kontrollieren kann, und darauf basieren, auf welche Weise der Kabbalist diese Verbindungen durch Analyse und mentale Synthese erfasst. Dies geschieht jedoch nicht mit dem normalen Verstand. Kabbalisten entwickeln einen „nichtirdischen“ Verstand oder Gehirn, weil sich unser Verstand Seite an Seite mit unseren Verlangen entwickelt, um sicher zu stellen, dass sie sich verwirklichen.

Wenn sich unsere Verlangen auf der Ebene unserer Welt befinden, dann kann unser Verstand nie aus seinen Begrenzungen heraustreten, weil er von unseren Verlangen geschaffen wird. Darum muss man sich erst selbst korrigieren und später, wenn sich die Eigenschaften verändert haben, wird man klüger und erreicht einen Verstand, der nicht körperlich ist, sondern anders, höher – ein Geist, der Gegensätze als Ganzes begreift, der versteht, dass Zeit nicht existiert und dass Bewegung bedeutet, wenn man seine Eigenschaften jenen des Schöpfers angleicht.

Man erreicht dann eine vollkommen andere Weltanschauung (siehe auch Blog-Beiträge über die Wahrnehmung der spirituellen Wirklichkeit). Man enthüllt die Seelen und die lenkenden Kräfte und auch den Grund und den Zweck dieser Welt. Zusätzlich sieht man alles als ein einziges Bild, welches zwar ruht, sich aber dennoch in Richtung Enthüllung dieses Ruhezustandes bewegt.

Verwandtes Material:
Artikel von Baal HaSulam: „Analytischer Vergleich zwischen Kabbala und Philosophie“
Aus dem Artikel „Die Massen und das Individuum“: Die Urheber der Leiden
Blog-Post: Fragen über den Pharao-unseren Egoismus (fortgeschritten)
Shamati 3: Das Wesen der spirituellen Erkenntnis

Zeit – Illusion oder Realität?


Frage: Sie sagten, dass Zeit nicht existiert. Existiert dann Vergangenheit oder Zukunft?

Meine Antwort: Was existiert, ist eine Abfolge von Geschehnissen. Sie finden in uns als sequentielle Enthüllungen statt, als Bewusstwerdung von Reshimot. Indem eine der anderen folgt, schaffen sie eine Empfindung der Zeit – von der Vergangenheit und der Zukunft. Jedoch ist dies eine subjektive Empfindung, die innerhalb von uns ist und sie findet schnell oder langsam statt, abhängig von jemandes Bemühen.
Irgendetwas zu überspringen ist unmöglich, da sich alle Reshimot nacheinander manifestieren müssen. Wird ein Reshimo verwirklicht, stellt es innerhalb von uns unsere Beziehung zum Schöpfer bildlich dar. Dieses Bild wird „die Welt“ genannt und es besteht aus „mir“ und „dem, was mich umgibt“. In dem Maße, wie die Reshimot verwirklicht werden, beginnt der Mensch das ihn Umgebende als Teil von sich wahrzunehmen.

Frage: Manchmal zeigt die Uhr an, dass fünf Stunden vergangen sind, aber ich fühle sie wie fünf Sekunden. Wem soll ich vertrauen, mir oder der Uhr?

Meine Antwort: Offenbar sollten Sie der Uhr vertrauen. Das nächste Mal könnten Ihnen die gleichen fünf Stunden wie fünf Tage erscheinen.

Frage: Wenn ein Mensch mit psychischen Fähigkeiten die Zukunft vorhersagt, was sieht er, die Zukunft oder die Gegenwart?

Meine Antwort: Für ihn ist es die Gegenwart.

Wir sind der Enthüllung sehr nahe


Eine Frage, die ich erhielt: In Bezug auf Ihren Blog-post „Video Konferenz mit dem kanadischen Fernsehen“: Wie lange müssen Menschen durch andere verletzt werden, um endlich zu verstehen, dass wir vor dem Schöpfer für unsere Taten verantwortlich sind? Und solange nicht jeder Mensch danach strebt, sich mit den Eigenschaften des Schöpfers zu vereinen, ist es unmöglich, eine Gruppe aus gleichgesinnten Menschen zu schaffen, die einander unterstützen und festigen?

Meine Antwort: Die spirituelle Welt arbeitet nach dem Impuls-Modus – einem digitalen Modus, anstatt eines analogen. Das heißt, es findet immer ein Prozess der Akkumulation statt, in dem sich Bemühungen, Wissen und Wahrnehmungen ansammeln, bis sie an einen Moment kommen, an dem es darauf hinausläuft, das nächste spirituelle Level zu erreichen und auf eine qualitativ neue Stufe zu wechseln.

Heutzutage befinden wir uns auf einer Stufe, auf der unser spiritueller Zustand verhüllt ist und wir sehen nicht, wie nahe wir dran sind, die nächste Stufe zu erreichen – die erste spirituelle Stufe der Enthüllung. Beginnend mit dieser Stufe werden wir ein besseres Verständnis davon haben, wer wir sind und wie wir aufsteigen.

Verwandtes Material:
Blog-post: Ein Gespräch über Liebe
Blog-post: Korrektur liegt in der Einheit
Blog-post: Mit dem Schöpfer Verstecken spielen

Wie alt ist die Welt?


Fragen, die ich darüber erhielt, ob Kabbalisten je über das Alter der Welt und vergangene Zivilisationen geschrieben haben:

Frage: In vielen Unterrichten sagten Sie, dass unsere Welt etliche Millionen Jahre alt ist, wir gemäß dem hebräischen Kalender jedoch das Alter der Welt von dem Moment an beginnen zu zählen, als in einem Menschen, der Adam hieß, der Punkt im Herzen erwachte (von dem Moment an, in dem er entschied, dem Schöpfer ähnlich zu werden). Von welchen kabbalistischen Quellen haben Sie diese Information?

Meine Antwort: Baal HaSulam sagt in seinem Artikel „Die letzte Generation“, dass jeder Zeitabschnitt, der die Erde formte, 30 Millionen Jahre dauerte. Das zeigt, dass die Erde bereits seit Jahrmillionen existiert.

Baal HaSulam schreibt auch in seinen Briefen, dass Adam der erste Mensch war, der den Schöpfungsgedanken enthüllte. Offensichtlich hatte Adam Eltern und Verwandte und war in diesem Sinne nicht der erste Mensch, aber der erste Mensch, der den Schöpfer erlangte oder enthüllte. In jeder anderen Hinsicht entwickelte sich die Natur infolge der Reshimot, die zum Vorschein kamen und realisierten, angefangen vom unbelebten Level der Natur, zum vegetativen Level, weiter zum tierischen Level und dann zum menschlichen Level. Dies geschah Schritt für Schritt und oberflächlich betrachtet erschien es, genau wie Darwin dachte. Jedoch geschieht das nicht durch natürliche Auslese, sondern durch aufeinanderfolgende Enthüllung der Reshimot gemäß des Modells von HaVaYaH.

Frage: Lieber Rav, von dem, was ich in Ihren Unterrichten gehört habe, verstehe ich, dass Baal HaSulam ein Mann war, der Großes erreicht hat. In einem Ihrer Unterrichte sagten Sie, dass Baal HaSulam über die Entstehung der Erde und die zahlreichen Veränderungen schrieb, die während der flüssigen und festen Phasen geschahen, von denen jede 30 Millionen Jahre andauerte. Haben Kabbalisten je etwas von vergangenen Zivilisationen erwähnt?

Meine Antwort: Nein, denn sie sind an diesem einen Stückchen nicht interessiert. Kabbalisten richten ihre ganze Aufmerksamkeit nach oben, über diese Welt hinaus (zum Schöpfungsziel), anstatt zurück (in die Abgründe der Geschichte).

Es gibt keine intelligenten Zivilisationen außer der unsrigen. Diese Tatsache wird durch das Studium des Abstiegs des Lichts und des Kli aus der Welt der Unendlichkeit in unsere Welt, sehr klar. Wir existieren schon jetzt in der Welt der Unendlichkeit, doch unsere gestörten Sinne stellen dies als unsere Welt dar. Der Ari beginnt seine Enthüllung des Universums von dem Moment an, in dem es nur das Licht gibt und dann erscheint der Embryo des zukünftigen Geschöpfes. Das einzige, das von diesem Punkt innerhalb des Lichts hervorgeht, sind wir.

Verwandtes Material:
Blog-post: HaVaYaH – Die Entwicklungsstufen des Verlangens (für Fortgeschrittene)
Artikel: Materie und Form in der Wissenschaft Kabbala
Artikel: Aufbau der Gesellschaft der Zukunft