Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Empfänger'

Warum müssen wir in einer Gesellschaft leben?

Was wissen wir über uns selbst? Wir wissen, dass wir uns in einer Wirklichkeit befinden, die wir „diese Welt“ nennen. Wir werden in sie hineingeboren, Generation für Generation. Und diese Welt schreitet ständig voran, da der Mensch sich entwickelt; das heißt, dass er klüger und egoistischer wird, und die Verlangen immer mehr werden.

Dies ist unsere Entwicklung, für jede Person im Laufe ihres Lebens und eine Generation nach der anderen. Im Gegensatz zu allen anderen Teilen der Natur (den unbelebten, pflanzlichen und tierischen Ebenen) entwickeln wir Menschen uns ständig weiter. Das heißt, unser Verlangen entwickelt sich und zwingt uns zur Verbesserung unserer Umgebung und unseres Lebens, einschließlich Bildung, Kultur, Wissenschaft, Technik und alles andere.

Aber eine Person allein kann sich nie das Leben sichern, das sie will, und auf Grund dessen leben wir in einer Gesellschaft, in der wir uns zusammenschließen und jeder vom anderen profitiert. Wir können sehen, dass im Laufe der Geschichte die Ordnung und Struktur der Gesellschaft sich häufig verändert haben.

Somit dreht sich unser ganzes Leben um die Entscheidung, „wie viel wollen wir geben, um so viel zu bekommen, wie wir wollen?“ Oder in anderen Worten: Wie können wir eine Beziehung zwischen dem Empfänger und dem Geber herstellen (wobei jeder von uns beides ist), damit alle zufrieden sein werden?

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Verwandtes Material:
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Blog-post: Unsere Verbindung beschleunigt unsere Entwicklung mit dem Faktor sieben Milliarden hoch sieben Milliarden
Baal HaSulam Artikel: „Frieden in der Welt“

Das Buch Sohar enthüllen: Wir sind schwarze Punkte in einem Meer von Licht

Das folgende Gespräch fand statt, als wir „das Vorwort zum Sulam Kommentar“ in der Täglichen Lektion lasen:

Ich bin ein schwarzer Punkt in einem Meer von Höherem Licht. Meine gesamte Existenz ist mit diesem Licht verbunden und ich messe mich daran.

Ich entdecke, dass Er Güte und Geben ist. Umgekehrt bin ich der Empfänger, der alles verschlingen und Ihn ausnutzen will. Ich lerne, dass unser beider Natur, das des Schöpfers und des Geschöpfes, polare Gegensätze sind. Und wenn ich mich mit Ihm vergleiche, dann merke ich, dass wir durch einen Abgrund getrennt sind, weil alles, was in Ihm existiert, in mir als gegensätzliche Form, wie ein Siegelabdruck existiert.

Und ich bin von Scham überwältigt! Er ist das Geben und ist voller Liebe, wohingegen ich nur empfange und voller Hass bin…

Diese Scham ist anders als alles andere, was ich jemals gefühlt habe und es ist das wahre Geschöpf. Noch nie war ich mir so tief bewusst. Ich fange an, Sein Geben für gut und mein Empfangen für böse zu halten.

Doch woher stammt diese Messskala? Im Licht gibt es diese nicht! Das ist das wahre Geschöpf. Es fühlt sich unabhängig und getrennt vom Geber und daher merkt es, dass es sich im Gegensatz zu Ihm befindet.

Das geht solange weiter, bis die Schöpfung dahing gelangt zu spüren, dass sie nicht länger in diesem Zustand verbleiben kann. Sie kann sich nicht länger rechtfertigen, sie vollzieht eine Einschränkung und stößt das Licht von sich.

Dies ist Malchut der Welt von Unendlichkeit, welche darunter leidet, dass sie nicht wie der Schöpfer sein kann – dass sie nicht so lieben kann, wie Er es tut. Darum bringt uns letztendlich die Entwicklung nach der Ersten Einschränkung (Zimzum Alef) zur Liebe – zur gleichen Eigenschaft, wie sie der Schöpfer für uns hat. Alles stammt aus der Handlung der Ersten Einschränkung und in dem Masse, dass die Entscheidung, eine Einschränkung zu vollziehen, das gesamte Universum antreibt und es zur letzten Korrektur führt.

Daher ist das Gefühl der Scham

der „Big Bang“, der Urknall, der das Universum ins Leben rief und seinen ganzen Weg hinunter in unsere Welt und zurück nach oben durchlief.

Die treibende Kraft dieser Entwicklung, die die Wirklichkeit dazu bringt, sich von oben nach unten und von unten nach oben zu entfalten, ist genau das Gefühl der Scham, das von Malchut in der Welt der Unendlichkeit empfunden wurde. Es gibt nichts anderes. Wie der Urknall, aus welchem das Universum geschaffen wurde und welches sich bis heute noch immerfort ausdehnt.

All dies passiert im Malchut der Welt der Unendlichkeit, welche alle vorangehenden Sfirot enthält.

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Es ist nicht wichtig, was wir erhalten, sondern von wem wir es erhalten


News Report (aus Psychological Science):
(von Kurt Gray und Daniel M. Wegner von der Harvard Universität) Wenn Ihnen jemand absichtlich auf Ihre Zehen tritt, scheint es mehr weh zu tun, als wenn die Person es unabsichtlich macht. Die körperlichen Faktoren des Leids werden sich nicht unterscheiden – Ihr Zeh ist in beiden Fällen platt gedrückt – aber das psychologische Erleben des Schmerzes hat sich trotzdem verändert. Absichtliche Schäden werden von einer anderen Person vorsätzlich geplant und haben das besondere Ziel, Leid zu verursachen. In gewisser Weise sind beabsichtigte Schädigungen Vorgänge, die von jemandem initiiert werden, um einem anderen eine Bedeutung (Böswilligkeit) zu übermitteln, und das kann das Erleben des Empfängers prägen.

Mein Kommentar: Das kommt von der Höheren Wurzel unserer Beziehung mit dem Schöpfer: Wenn wir zu empfangen wünschen, ohne Ihm – dem Geber – Beachtung zu schenken, dann nehmen wir wahr, dass wir ebenso wie die Welt empfangen – schmerzvoll, schwierig und befristet. Aber wenn wir wünschen, dasjenige was wir empfangen, zusammen mit Ihm – dem Geber – zu fühlen, dann spüren wir die Höhere Welt, die ewig und vollkommen ist. Wenn dann unsere Welt verschwindet (wenn der Körper stirbt), bleibt unsere Wahrnehmung – das Empfinden des Schöpfers, den wir erlangt haben – für immer bei uns.

Nehmen wir beispielsweise an, ich erhalte ein Geschenk. Ich freue mich daran. Aber dann beginne ich zu bemerken, dass es einen Defekt hat. Das hilft mir, an den Geber zu denken. Mein Egoismus kann nicht damit aufhören, an Ihn zu denken, und sich zu fragen „Warum ist dieses Geschenk nicht perfekt?“ Während ich über die Handlung des Schöpfers nachdenke, beginne ich diese Handlung zu hinterfragen (was ist der Schöpfungsgedanke). Ich prüfe: Was geschieht mit mir seit dem Zeitpunkt, als ich begann mir bewusst zu werden, etwas von Ihm zu empfangen. Und was ist das Ziel Seiner Handlung?

Während ich Sein Verhalten enthülle, beginne ich Ihn zu verstehen und zu sehen, dass Er freundlich, gut und liebend ist. Ich beginne, etwas Neues zu fühlen: Ich vergesse sogar das Geschenk selbst – die Welt und unser Leben – und verliere die Wahrnehmung davon. Was bleibt sind nur Er und ich (ohne Geschenk) und unsere Beziehung, die Empfindung des Höheren Lebens, das aufgrund des Geschenkes hervorging. Jedoch brauchen wir das Geschenk nicht mehr.

Verwandtes Material:
Blog-post: Ein Geschenk wird nur so viel gewürdigt, wie der Empfänger den Geber wertschätzt
Kabbala Heute: Das Gesetz von Wurzel und Zweig
Baal HaSulam Artikel: Der die Vernunft erschafft

Die Naturgesetze können wir nicht ändern


Zwei Fragen, die ich über „leichte Verbesserungen“ bezüglich der Finanzkrise erhielt:

Frage: Was Sie in „Die Finanzkrise – eine Analyse“ schreiben ist eine neue Sichtweise über die Entwicklung der Krise und ich begrüße den vernünftigen Standpunkt des Artikels. Jedoch bin ich nicht mit der Antwort zur vierten Frage einverstanden:

„Daher werden Länder versuchen, sich von der Globalisierung zu entfernen. Das wird aber nicht helfen, denn dann werden sie aufhören, sich zu entwickeln. Ohne Kommunikation und Austausch werden sie in den Feudalismus zurückfallen!

Dieses Land hatte Entwicklung, Kommunikation und Austausch vor der Globalisierung. Globalisierung war eine schlechte Idee: Amerika hörte auf, sich zu entwickeln. Wir stoppten den Austausch untereinander und nahmen was die ausländischen Empfänger unserer Wirtschaft uns gaben und zu deren Bedingungen. Wir beschwerten uns nicht zu laut über chemisch verseuchte Babynahrung aus Angst, sie würden aufhören, uns Babynahrung zu verkaufen und unsere Dollars verweigern. Das ist keine Kommunikation, das ist ein Bittgesuch.

Meine Antwort: Alles was stattfindet ist vom Gesetz der Entwicklung gesteuert, also ist es kein Produkt von blindem Schicksal oder Zufall. Wir erkennen jedesmal, wenn etwas in den entwickelten Ländern geschieht, dass die weniger entwickelten Ländern dazu gezwungen sind, diesem Beispiel zu folgen.

Wir können die Gesetze der Natur nicht verändern. Wir existieren innerhalb dieser Gesetze und es ist unsere Verpflichtung, sie einzuhalten und sie zu studieren. Das geschieht auch zu unserem Besten. Die Natur hat ein Ziel für alles was sie tut, das darin besteht, den Menschen zu einem speziellen Zustand zu bringen: dem höchsten Niveau, „Schöpfer“ genannt.

Entwicklung findet entweder mit durch Druckmittel statt, was wir als Leiden empfinden, oder durch das bewusste Verstehen des Menschen und durch seine Zusammenarbeit mit der Natur. Kabbala erklärt, was zu tun ist, um den zweiten Weg zu gehen.

Frage: Wenn die gegenwärtige Krise eine Krise des gegenseitigen Vertrauens ist, warum können wir sie dann nicht stoppen, indem wir für positive Prognosen werben? Den Massenmedien sollte es untersagt sein, über schlechte Nachrichten zu berichten; stattdessen sollten sie dazu dienen, jedem zu erzählen, dass alles in Ordnung ist.

Meine Antwort: Das wird nichts verbessern, denn die Krankheit wird sich weiterentwickeln bis zu dem Punkt, an dem sie unumkehrbar ist. Zuerst müssen wir das Übel enthüllen und es dann korrigieren.

Verwandtes Material:
Blog-post: Wir können die Naturgesetze nicht umgehen

Männer, Frauen und spirituelle Wurzeln


Fragen, die ich über die männlichen und weiblichen Wurzeln in der spirituellen Welt erhielt:

Frage: Gibt es männliche spirituelle Wurzeln für das Wort „Schwester“?

Meine Antwort: Jedes spirituelle Geschöpf (jede Seele) kann als Empfänger handeln – weiblich, oder als Schenkender – männlich. Natürlich handelt es in jedem Fall mit der Absicht des Schenkens. Angenommen zum Beispiel, ich empfange vom Schöpfer – dann handle ich als ein weibliches Kli, und wenn ich dieses dann an andere weitergebe – dann handle ich als männliches Kli.

Weibliche Handlungen werden mit verschiedenen weiblichen Namen bezeichnet, und männliche Handlungen werden mit männlichen Namen bezeichnet. Die Namen wurden aus unserer Welt entnommen, entsprechend dem Vokabular von „Wurzel und Zweig“. Siehe Teil 1 von Talmud Esser HaSefirot, „Innere Betrachtung (Histaklut Pnimit)“.

Frage: Was ist die Bedeutung der Niddah der Frau? Wie spiegelt sie sich in der Spiritualität wider und gibt es irgendeinen Grund im körperlichen Leben dafür?

Meine Antwort: Alles, was in unserer Welt existiert, steigt von Oben herab. Unsere Welt ist die Welt der Ergebnisse, nicht der Anfänge. Alles beginnt ausschließlich in der Höheren Welt. In der Höheren Welt ist die Niddah einer Nukwa der Teil der Verlangen, der nicht korrigiert oder in einen Embryo verwandelt werden konnte.

Verwandtes Material:
Blog-post: Über die Männer und Frauen in unserem Innern
Blog-post: Die Verlangen von Männern und Frauen
Blog-post: Mann und Frau in der Kabbala

Ist Stolz eine Form des Egoismus?


Eine Frage, die ich erhielt: Ist Stolz eine Form des Egoismus? Ich wurde an eine Situation erinnert, in der ein Mann, der hungrig war, eine Mahlzeit ablehnte, die der Geber zubereitet hatte, weil er sich schämte. Der Geber, der seine Scham bemerkte, fragte ihn „Warum benimmst du dich so stolz und willst nicht essen? Erniedrige dich und iss!“

Meine Antwort: In dieser Situation ist der Geber ein noch größerer Egoist und hat mehr Stolz als der Empfänger. Daher kann der Empfänger das Essen ohne Scham annehmen, weil er damit dem Geber ermöglicht, seine Macht über das widerwillige Verlangen des Empfängers zu genießen.

In der Kabbala ist die Situation eine andere. Wenn ein Mensch danach verlangt, seinem Egoismus zu entfliehen, spürt er, wie er sich vom Schöpfer unterscheidet und schämt sich dafür. Andernfalls würde der Schöpfer ihm nicht enthüllt. In unserer Welt jedoch befinden sich sowohl der Geber als auch der Empfänger auf der Ebene unserer Welt, im Innern ihres zwanghaften Egoismus. Darum rät (hilft) der Eine dem Anderen, sich mit seiner Scham abzufinden und erfüllt zu werden.

Verwandtes Material:
Die größte Macht stammt daher, sich vor anderen zu ergeben
Die Speisetafel
Leben aus der Kabbala, Kapitel 30, Seite 348: Die Furcht vor dem Schöpfer