Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Virtueller Unterricht vom 21.12.08

Jeden Sonntag gebe ich einen virtuellen Unterricht von 4:00pm bis 5:15pm israelischer Zeit (15:00 bis 16:15 MEZ). Die virtuelle Lektion in dieser Woche war Lektion #5 über Baal HaSulams Artikel „Einführung zu Talmud Esser HaSefirot“.

Findet die Antworten in den Texten!


Zwei Fragen, die ich über kabbalistische Texte erhielt:

Frage: Auf ihrer Website veröffentlichten Sie ein Zitat über die Segula (bestimmte Qualität) des Studiums des Buches Sohar und dass das Studium des Buches Sohar heutzutage unumgänglich ist, um uns vor allem Übel zu schützen und uns davor zu retten.

Sie entnahmen dieses Zitat aus der „Einführung zum Baum des Lebens“ von Rav Yaakov Tzemah. Ich konnte dort allerdings den einen Teil des Zitats nicht finden, den sie zitierten: dass die Enthüllung dieser Weisheit während der Zeit der schlimmsten Generationen stattfinden wird,
damit wir tief in unseren Herzen einen Schutz hätten, an dem wir uns festhalten können.

Meine Antwort: Lesen Sie Baal HaSulam, ich habe ihn zitiert.

Frage: Warum sagen die Bücher von Baal HaSulam und Rabash so wenig über den Prozess aus, den Menschen unterhalb des Machsom durchlaufen? Bitte führen Sie mich zum passenden Material, sollte ich mich irren.

Meine Antwort: Alles außer Talmud Esser HaSfirot und Pticha ist für Menschen unterhalb des Machsom geschrieben! Talmud Esser HaSfirot und Pticha sind ebenfalls für sie geschrieben, um sie zu studieren und dadurch das Licht der Korrektur anzuziehen.

Verwandtes Material:
Kabbala Blog: Kabbalistische Definitionen: „Segula“ (Heilmittel)
Kabbala Bücher

Das einzige Gebot ist Gleichheit mit dem Schöpfer


Eine Frage, die ich über den Unterschied zwischen Religion und der Kabbala erhielt:

Frage: Ist Studieren der Tora und Einhalten der Mizwot das gleiche wie religiös zu sein?

Meine Antwort: Ja

Frage: Wenn das Wort „religiös“ dogmatisch, erstarrt und verschlossen bedeutet, mag ich es nicht.

Meine Antwort: Aber der Zweck der Religion liegt im Bewahren, im sturen Einhalten. Dies ist exakt der Genuss, den jemand verspürt, wenn er religiös ist.

Frage: Aber die Art, wie ich zusammen mit Chassidut und Kabbala die Tora studierte und die Mizwot (Gebote) praktizierte, , scheint etwas sehr Kraftvolles und Wichtiges zu sein.

Meine Antwort: Es gibt keine Gebote in der Kabbala, außer der Gleichheit mit dem Schöpfer durch „Liebe Deinen Nächsten wie dich selbst“.

Frage: In der Tora gibt es einen enthüllten und einen verborgenen Teil und sie wirken gemeinsam. Fungieren demnach das kontinuierliche Torastudium und Praktizieren der Mizwot (von Juden und jenen, die sich davon angezogen fühlen) nicht als Plattform oder Fundament zum Studieren der Kabbala?

Antwort: Nein

Frage: Bewahren die traditionellen Praktiken nicht das verborgene kabbalistische Wissen, das noch enthüllt werden muss?

Meine Antwort: Nein

Frage: Oder sagen Sie, dass alles der alten Wege der Tora wie ein Mantel abgelegt werden muss und nur die Wissenschaft der Kabbala übrigbleiben sollte?

Meine Antwort: Ja

Frage: Ich möchte meine Frage erläutern und sagen, dass ich Ihre Einführung in die Kabbala auf Ihren Internetseiten auf eine wundervolle Weise als kraftvoll, bereichernd und notwendig erachte. Ich betrachte meine Gefühle ( konfliktreich, verwirrt und intensiv) als Teil meines Korrekturprozesses und ich habe diese Fragen voller Respekt und im Geiste des Wachstums und der Akzeptanz gestellt.

Meine Antwort: Vielen Dank!

Verwandtes Material:
Blog-post: Religion ist eine kulturelle Tradition, Kabbala ist die Methode der Korrektur
Blog-post: Religion und Kabbala sind Gegensätsen
Artikel: Unterschied der Kabbala von der Religion

Virtueller Unterricht am 23.11.08


Am Sonntag den 23.11.08 gab ich zwischen 4.00 und 5:15 PM (Israel Zeit, 15:00 – 16:15 MEZ) einen virtuellen Unterricht. Es war der erste einer Reihe von Unterrichten über Baal HaSulams Artikel „Einführung in Talmud Esser Sefirot“.

Der Unterschied zwischen dem „Buchstaben des Gesetzes“ und dem „Geist des Gesetzes“


News Report: „Das Wirtschaftstudium im Geiste des Judaismus.“

Das Institut für High Technology in Jerusalem, „Machon Lev“, bietet einen einzigartigen Kurs an, den die Studenten mit einem Mastertitel für Wirtschaft abschließen können. Der Kurs beinhaltet das Studium ökonomischer Aspekte der Jüdischen Halacha, die sich auf die Gebote der Tora gründen.

In der Tora gibt es viele Gebote und Anleitungen, die ökonomische Zusammenhänge regulieren: „Halte nicht den Lohn eines Arbeiters zurück“, „Verlange keine Zinsen oder verleih kein Geld gegen Zinsen“, „Verwende keine falschen Waagen, um Menge oder Gewicht zu bestimmen“, „Setze deinen verarmten Nachbarn nicht unter Druck, indem du ihn dazu nötigst, seine Schulden bei dir zurückzuzahlen“, und vieles mehr.

Mein Kommentar: Wenn sie sich an die wirklichen Grundsätze der Tora hielten – dem Gebot „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, und es zur Basis aller Beziehungen machten, wären alle sonstigen Regeln und Vorschriften überflüssig. Doch stattdessen studieren sie, wie man sein Geschäft korrekt egoistisch führt.

Das ähnelt der Art, wie Leute versuchen, mit anderen „anständig zu sprechen“, um einen Slang (Lashon Ra) zu vermeiden, anstatt ihre Herzen auf die Nächstenliebe auszurichten. Wenn sie Letzteres ernst nähmen, würde selbstverständlich auch alles, was sie sagen, gut sein. Doch anstatt dass sie ihre Herzen korrigieren, lernen sie Geschäfte und Kommunikation „nach Vorschrift“ zu gestalten. Daran gibt ess nichts auszusetzen, aber es ist der Tora entgegengesetzt!

Das ist der Unterschied zwischen Kabbala und Religion: Die Religion beabsichtigt nicht, den Menschen zu korrigieren, denn ihr fehlt das Instrument für die Korrektur – die Kraft des Lichts. Andererseits bezieht sich die Kabbala nur auf dieses Ziel: den Menschen zu korrigieren und ihn auf ein schöpfergleiches Niveau zu erheben, denn nur in der Kabbala liegt die Kraft dafür (siehe Baal HaSulams Einführung in die Zehn Sfirot). Das ist der Unterschied in den Zielen. Der Sinn des Lebens in der Religion liegt darin, „anständig und ordentlich“ in der Gesellschaft zu funktionieren, wohingegen der Sinn des Lebens gemäß der Kabbala darin liegt, Anerkennung durch den Schöpfer zu finden.

Anhang: Baal HaSulam, Artikel Das Wesen der Religion und ihr Ziel
Viele irren sich und vergleichen unsere heilige Tora fälschlicherweise mit dem System „Mussar“ (= Ethik und Moral). Doch das geschieht aus dem Grunde, dass sie seinerzeit nicht den Geschmack der Religion gekostet haben. Und ich rufe sie auf: „Kostet und sehet, dass der Schöpfer gut ist“. Ehrlich gesagt sind sowohl die Ethik als auch die Religion auf eines ausgerichtet – den Menschen aus dem Schmutz der vergifteten Eigenliebe auf die erhabene Spitze der Nächstenliebe zu erheben.

Und damit einhergehend sind sie so weit voneinander entfernt, wie die Gedanken des Schöpfers von den Gedanken der Geschöpfe. Denn die Religion entstammt den Gedanken des Schöpfers, und das System „Mussar“ ist Frucht der Gedanken von Fleisch und Blut, und ihrer Lebenserfahrung. Der Unterschied zwischen ihnen ist offensichtlich, sowohl in den benutzten Mitteln, als auch im Endziel.

Denn die Erkenntnis von Gut und Böse, welche sich in uns bei der Nutzung des ethischen Systems entwickelt und entfaltet, hat einen relativen Bezug zum Erfolg der Gesellschaft, während die Nutzung der Religion in unserer Erkenntnis von Gut und Böse einen relativen Bezug zum Schöpfer allein hat. Das heißt von der Unterscheidung vom Schöpfer bis hin zur Identifikation mit Seinen Eigenschaften, was als „Verschmelzung“ bezeichnet wird,

Das Ziel der Ethik besteht im Glück der Gesellschaft, wie es vom praktischen Verstand, welcher sich auf die Lebenserfahrung stützt, verstanden wird. Die Kabbala erlaubt einem Menschen jedenfalls die Liebe zu anderen zu erreichen und so Ähnlichkeit und Anheftung an den Schöpfer zu erlangen. Und dadurch kann ein Mensch auch aus dieser kleinen und engen Welt von Schmerzen und Hindernissen in die unendliche Welt des Schöpfers gelangen.

Daraus folgt, dass nur die wahre Religion (Kabbala) zur Korrektur des Menschen dient. Und das Ziel kann erreicht werden, während der Mensch noch in dieser Welt lebt. Wenn jemand nicht Gleichheit der Form mit dem Schöpfer erlangt hat, stirbt er gleich wie er geboren wurde und hat nichts in seinem Leben erreicht.

Verwandtes Material:
Blog-post: So lesen sie die Tora richtig!
Artikel: Die verborgene Bedeutung der Bibel
Baal HaSulam Artikel: Matan Tora (Gabe der Tora)
Kabbala Heute, Seite 7: Kabbala erklärt die Bibel
 

Das kabbalistische Modell einer neuen Welt


Eine Frage, die ich erhielt: Das Ziel jeder Regierung ist es, das Bewusstsein der Menschen einzuschläfern. Auf diese Weise fallen die Menschen nicht unter den Einfluss irgendeines Extremismus. Deshalb müssen die Massenmedien die Mengen betäuben oder einer Gehirnwäsche unterziehen. Klarerweise werden in diesem Fall die inneren Ressourcen des Menschen nicht genutzt, da sie untätig geworden sind.

In der neuen, systematischen Krise (deren Wesen nur Kabbalisten sehen können), sind die Regierungen sogar noch bestrebter, die Menschen einzuschläfern, seitdem sie nicht mehr wissen, wie sie handeln sollen, und sich sogar eingestehen, dass sie hilflos sind! Welche Lösung schlagen Sie vor?

Meine Antwort: Kabbala bietet die einzige Lösung, welche die Menschen zum Handeln erwecken kann, ohne die Gefahr, die zerbrechliche Balance der Kräfte in der Zivilisation zu zerbrechen, die nach wie vor die Welt vor völliger Zerstörung und Chaos bewahrt.

Die allgemeingültigen Stufen zur Verwirklichung der Lösung, sind folgende:
1. Das „Hintergrund-Verfahren“ der Massenmedien sollte benutzt werden, den Leuten das unterbewusste Verstehen zu geben, dass jeder mit jedem verbunden ist, und die Menschheit ein einheitliches Ganzes bildet. Zusätzlich sollte den Menschen verständlich gemacht werden, was „gut“ und was „schlecht“ ist – dass Altruismus, die Erkenntnis der gegenseitigen Abhängigkeit der Menschen, und übereinstimmende Handlungen, gut sind, während Egoismus und engstirniges Streben nach Eigennutzen schlecht sind – sowohl für das Individuum wie auch für die Menschheit als Ganzes.

2. Sobald dies ins öffentliche Bewusstsein eindringen wird, werden wir beginnen, die Leute zu motivieren, bewusst zu werden und anzufangen, altruistische Handlungen auszuführen. Zuerst sollte das Motiv sein, die offensichtlichen, einfachen, körperlichen Probleme zu lösen, damit jeder den Gewinn vom neuen Weg des Denkens sieht.

3. Gerade während der Stufen 1 und 2 ist es notwendig, in den Informationsstrom, in die Gedanken über die Existenz einer einzigen Kraft und das endgültige Ziel eine Einführung zu geben:

a) Zuerst sollte das auf eine komplexe Weise getan werden, empfänglich nur für Menschen, die nachdenken;
b) Wenn die aktive Stufe beginnt, sollte dies durch einfache Informationen ausgeführt werden, die für die Massen anschaulich sind und deutlich machen, dass dies die anziehendste Weltsicht für jede Person ist.

Das wird uns die Möglichkeit geben, die ganze Menschheit in einem einzigen Impuls zu vereinen, um unser gemeinsames Problem zu lösen, und gleichzeitig – während des Prozesses der Problemlösung – werden sich die getrennten Seelen verbinden, um ein einheitliches System der Menschheit zu erschaffen.

Was ist so speziell an diesem Plan?
Kabbala ist die einzige Grundlage, die die Eignung hat, ein ideologisches System zu erschaffen, das zwei sich gegenseitig ausschließende Kriterien erfüllt:
a) Das System muss so kraftvoll sein, dass das Bewusstsein der Menschen davon nicht desillusioniert wird und es ablehnt.
b) Das System muss die Massen anspornen, ihr Bewusstsein zu transformieren.

Alle anderen ideologischen Modelle erfüllen nur eine dieser Anforderungen:
a) Entweder funktioniert das System gut, um das Bewusstsein der Menschen anzuspornen, ist aber nicht von Dauer (zum Beispiel Revolutionen);
b) oder das System unterzieht das Bewusstsein der Menschen einer Gehirnwäsche, aber entzieht ihnen damit die aktive, kreative Kraft, welche die Welt ändern kann (zum Beispiel Religion).

Nachdem der Mensch weiter durch eine besondere Periode innerer Wandlungen gegangen ist, verwirft er die Begrenzungen des vorgeschlagenen Modells, und von da an wird der Weg seines Bewusstseins unvorhersehbar. Doch Kabbala hilft dem Menschen, das Modell einer neuen Welt zu errichten, welches die Garantie gibt, mit allen Veränderungen zu arbeiten, indem es das Bewusstsein des Einzelnen befähigt, sich grenzenlos im Verlauf seines ganzen Lebens zu weiterzuentwickeln.

Der Grund liegt darin, dass Kabbala ein physikalisches Prinzip nutzt, das vorher unbekannt war: Wenn die Teile eines Systems korrekt verbunden sind, gewinnt das System umfassend Energie. Anders gesagt, ohne unsere materiellen Ressourcen zu verändern (Nahrung, Wasser, Öl, usw.), können wir alle unsere Probleme einfach lösen, indem die Menschen sich altruistisch statt egoistisch vereinen (siehe Das Beispiel vom Wolf, der Ziege und dem Salat).

Verwandtes Material:
Blog-post: Was haben wir damals im alten Babylon falsch gemacht?
Blog-post: Das Ziel der Schöpfung ist vollkommene Erfüllung
Blog-post: Die Lösung – Auszüge aus den Schriften der zukünftigen Generation (Baal HaSulam)
Baal HaSulam Artikel: Aufbau der Gesellschaft der Zukunft

Die einzigen Bücher, die den Egoismus in unserer Generation korrigieren können, sind die Bücher Baal HaSulams


Eine Frage, die ich erhielt: Sie sagten, das einzig Wichtige, um das Licht während dem Studieren eines Textes zu enthüllen, sei die Absicht, das Licht zu enthüllen, uns zu verändern und so zu werden, wie der Schöpfer. Wenn ich also diese Absicht habe, aber andere spirituelle Bücher lese, wie das Evangelium, Dharmapada oder den Koran, wenn ich sie mit der Absicht lese, mich zu verändern, werde ich mich dann verändern und das Licht enthüllen? Ich finde manche dieser Bücher sehr bewegend und ich spüre, dass sie mir helfen, mich zu verändern, genauso wie kabbalistische Bücher.

Meine Antwort: Tatsache ist, dass kabbalistische Bücher von Menschen geschrieben wurden, welche die Höhere Welt oder den Schöpfer durch ihre korrigierten Eigenschaften erreicht haben und dann ihre Bücher von dieser spirituellen Stufe aus schrieben. Die gleichen Menschen schufen besondere Verbindungen zwischen ihren Schriften und unserer Welt.

Wenn wir unsere Eigenschaften daher zu ihrer spirituellen Stufe erheben wollen, um ihnen oder dem Schöpfer ähnlich zu werden (was das gleiche ist), dann wird das Licht ihrer spirituellen Stufe von diesen Stufen nur zu uns kommen, wenn wir ihre Bücher studieren, welche die Eigenschaften ihrer spirituellen Stufen beschreiben. Dieses Licht scheint aus der Entfernung auf uns, verbessert uns allmählich, damit wir den Eigenschaften dieser Stufen (Eigenschaften) entsprechen.

In der „Einführung zum Talmud Esser HaSefirot“ wird gesagt, dass der Schreiber des Talmud bestimmte spirituelle Korrekturen durchführte, sodass wir, wenn wir ihre Bücher studieren, das Höhere Licht (Or Makif) durch dieses Studieren empfangen können. Kein anderes Mittel kann uns helfen, uns selbst zu verbessern und es wurde durch die Jahrtausende bestätigt! Heutzutage sind die einzigen Texte, die uns helfen können, unsere Seelen zu korrigieren, das Einzige, das dem Egoismus unserer Generation widerstehen kann – die Abfassungen von Baal HaSulam. Du hast die Wahl!

Verwandtes Material:
Blog-post: Welche Bücher korrigieren uns?
Blog-post: Es ist an der Zeit, Baal HaSulams Traum zu verwirklichen – im Virtuellen Raum!
Blog-post: Die Voraussetzung für den Eintritt in die Höhere Welt ist gegenseitige Bürgschaft
Über Baal HaSulam
Artikel: Kabbala als Wurzel aller Wissenschaften

Treten Sie nicht in Hungerstreik – nehmen Sie stattdessen das Höhere Licht in Anspruch


Eine Frage, die ich erhielt: Ich habe eine Frage über die Weisen der Vergangenheit. Sie erwähnten, dass sie gewöhnlich auf dem Boden schliefen und sich auf viele Arten einschränkten. Ich wunderte mich, warum dies so war, weil wir lernen, dass nur das Licht uns ändern kann, und auch, dass uns die Kabbala verbietet, zu hungern, uns in einem Kloster zu verkriechen usw. So wie sie sich in der Vergangenheit verhielten, sieht das fast nach östlichen Lehren aus.

Meine Antwort: Das kommt daher, weil die Entwicklung des Egoismus (welche die gesamte menschliche Entwicklung festlegt) ein Prozess ist und damals war der Egoismus nur auf einem kleinen Niveau entwickelt . Um Korrektur zu erhalten, reichte es aus, sich körperlich einzuschränken und die Tora zu studieren, so wie Baal HaSulam in seiner Einführung zum Talmud Esser HaSefirot schrieb „Iss Brot mit Salz, trink ein wenig Wasser, schlafe auf dem Boden und arbeite mit der Tora. Wenn Du das tust, wirst Du zufrieden sein; glücklich in dieser Welt und glücklich in der zukünftigen Welt.“ Dies zeigt, dass niemand die Korrektur, die das Höhere Licht erteilt hat, zurücknehmen kann, da anfänglich geschrieben steht: „Ich erschuf den Egoismus und ich erschuf die Tora zu seiner Korrektur, weil deren Licht den Menschen zu Mir zurückbringt.“

Später jedoch, während der Zerstörung des Tempels vor ungefähr 2000 Jahren, gab es einen plötzlichen Anstieg in der Entwicklung des Egoismus und die Menschen gaben sich dem Egoismus hin (der Tempel wurde zerstört). Kabbalisten führten dann eine spezielle Korrektur im System der uns lenkenden Höheren Welten durch, damit wir, anstelle von Einschränkungen, das Höhere Licht (Or Makif) nutzen würden.

Wenn dann ein Mensch mit großem Egoismus fastet (sich einschränkt), dann fängt er normalerweise an, stolz auf seine Handlungen zu werden und wendet sich somit noch mehr von dem Ziel ab. Er meint, dass er durch größere Einschränkungen und detaillierte Gebotseinhaltungen rechtschaffender wird. Darum haben die Kabbalisten jeglichen äußeren, körperlichen Bedingungen, Handlungen und Einschränkungen abgesagt und sich dadurch noch mehr von den Religionen entfert. Dies wurde angeordnet, weil ein Mensch sonst in Verwirrung geraten und glauben kann, dass körperliche Handlungen zur Korrektur führen.

Verwandtes Material:
Blog-post: Trink Deinen Milchshake und srudiere Kabbala
Blog-post: Der Bau des Dritten Tempels
Leben aus der Kabbala, Kapitel 21: Die Korrektur des Egoismus
 

Die Korrektur hängt nur vom Verlangen ab, nicht von Wissen


Drei Fragen die ich zur Verbreitung erhalten habe:

Frage: Wann wird Baal HaSulams schwierige Sprache (wie z.B. Talmud Esser HaSefirot, Pticha und der Kommentar zum Buch des Sohar) auf eine Stufe des modernen Egoismus herunter gebracht und in einer Sprache wiedergegeben werden, die normale Menschen verstehen können? Ist dies nicht der Grund dafür, warum wir mit unserer Korrektur schon spät dran sind?

Meine Antwort: Sie sollten all die Materialien in unserem Archiv der Lektionen studieren. Den Talmud Esser HaSefirot studieren wir immer und das Buch Sohar werden wir auf diesem Blog mit Links zu den vollständigen Kommentaren studieren.

Meine gesamte Mission besteht darin, die Kabbala unserer Generation und allen Menschen in der Welt näher zu bringen. Das ist allerdings nur für diejenigen, die nach Wissen suchen. Um die Kabbala praktisch zu realisieren, braucht ein Mensch kein Wissen darüber (außer der Art wie ein Mensch eine Wissenschaft in unserer Welt lernt).

Das liegt daran, dass ein Mensch zuerst – aus dem „Punkt im Herzen“ heraus – ein innerliches Instrument der Erreichung erschaffen muss, d.h. das Kli oder die Seele. Die Korrektur des Menschen hängt nicht von Wissen ab, sondern vom Verlangen. Ein Mensch enthüllt die Höhere Welt durch Anstrengungen, die Spiritualität richtig zu verstehen, durch die Enthüllungen dessen, dass es die Eigenschaft der Liebe und des Gebens an den Nächsten ist und durch die Vereinigung dieser Bestrebungen in ein Ganzes.

Frage: Wie wichtig ist die Form (oder die Eigenschaft) des Materials, das in der Verbreitung an die Massen verwendet wird? Was ich meine ist, wie wichtig es, eine professionelle Annäherung zu haben, einen guten sprachlichen Stil und keinen seltsamen Akzent zu haben, wenn man die Kabbala erklärt? Ich denke, dass wenn ein Mensch einen Punkt im Herzen hat, es dann keinen Unterschied macht, wie die Information dargestellt wird, da er ungeachtet dessen angezogen sein wird.

Meine Antwort: Die Form oder der „Umschlag“ ist bei der ersten Begegnung wichtig, später jedoch nicht. Eigentlich funktioniert es später genau anders herum – das Verborgene ist attraktiver.

Frage: Wie kann ich dabei helfen, die Kabbala in der Stadt Baku in Aserbaidschan zu verbreiten?

Meine Antwort: Wie in vielen Ländern der Welt auch: ohne die Kabbala oder mich zu erwähnen; durch die Präsentation dessen, dass die Kabbala eine Wissenschaft ist, die tiefe Kenntnisse der Realität bietet.

Verwandtes Material:
Unterrichte zum Vorwort und der Einführung zum Buch Sohar
Vorwort zum Buch Sohar
Einführung zum Buch Sohar

Sprach der Ari mit den Dybbuks?


Eine Frage, die ich erhielt: In der „Einführung zum Buch Baum des Lebens“ beschreibt Rabbi Chaim Vital viele Aspekte der Kabbala des Ari. Er schreibt folgendes über Ari: „Er war fähig, mit reinkarnierten Seelen zu sprechen. Er kannte alle Geheimnisse aller Menschen, die Wurzel ihrer Seelen und jedes Detail aus ihren vorherigen Leben. Er konnte sowohl mit den Dybbuks sprechen, als auch sie korrigieren und sie aus den Körpern der Menschen austreiben, die sie in Besitz hatten.“ Meine Frage lautet: Was sind die „Dybbuks“? Ich konnte dieses Wort in keinem heute verfügbaren Studienmaterial finden. Vermutlich bezieht es sich auf innere Kräfte eines Menschen, oder?

Meine Antwort: Das ist völlig richtig. Dies bezieht sich auf innere Kräfte des Menschen, da sich alles Existierende in unserem Inneren in Form von Kräften, Verlangen und Gedanken befindet. Siehe Baal HaSulams „Vorwort zum Buch Sohar“, Punkt 34. Nichts existiert außerhalb des Menschen. Wir nehmen die Welt als außerhalb von uns wahr, tatsächlich jedoch ist es nur eine Projektion unserer Eigenschaften auf das weiße Licht. Im Buch Sohar wird gesagt „Alle Welten befinden sich innerhalb des Menschen“, doch der Mensch nimmt sie im Äußeren wahr, damit er den Schöpfer als außerhalb von sich selbst empfindet und Ähnlichkeit mit Ihm erlangen kann. In dem Maße, in dem er Ähnlichkeit mit dem Schöpfer erlangt, wird er beginnen, alles, was „außerhalb von ihm“ geschieht, als etwas wahrzunehmen, das „innerhalb von ihm“ geschieht. Heute, in unserer Welt, werden wir zur Tatsache gelangen, dass unsere Wahrnehmung absolut subjektiv ist – dass sie in unserem Innern stattfindet.

Verwandtes Material:
Große Kabbalisten der Geschichte