Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Einbildung'

Übergang von Welt zu Welt

Wir alle befinden uns im Zustand des „Exils“ – dem Exil vom Empfinden und Erkennen des Schöpfers, der höheren, spirituellen Welt. Es gibt nur zwei Zustände: Exil und Erlösung.

Da wir uns im Zustand befinden, in dem der Schöpfer verborgen ist, erleben wir eine Realität, wie sie sich uns derzeit zeigt – vergänglich und veränderlich unter dem Einfluss der Naturgesetze.

Doch es gibt eine spirituelle Realität, in die wir aufsteigen können. Dort gelten andere Zeiten und Definitionen, und wir erheben uns über Zeit, Bewegung und Raum.

Wie also erfolgt der Übergang von dieser Welt, der materiellen Realität, die durch unsere physischen Sinnesorgane wahrgenommen wird, in die spirituelle Realität? Dafür müssen wir spirituelle Sinnesorgane entwickeln, mit denen wir die spirituelle Welt wahrnehmen können.

Selbst im tierischen Körper, noch während des Lebens in dieser Welt, können wir parallel zur materiellen Realität auch die spirituelle Realität empfinden. Und letztlich wird die materielle Realität verschwinden, und wir alle werden in die spirituelle Welt eintreten.

Wie erreichen wir die Erlösung von unserem Egoismus, der uns gegenwärtig an die Wahrnehmung allein dieser Welt bindet? Nach dem Plan des Schöpfers bereitet uns der Egoismus verschiedene Probleme und Leiden, um uns zu zwingen, aufzusteigen und diese Welt zu verlassen. Denn würden wir uns darin ständig wohlfühlen, blieben wir für immer in diesen kleinen egoistischen Wünschen gefangen.

Der Schöpfer will, dass wir uns entwickeln, und deshalb erweckt Er in uns durch verschiedene Probleme und Leiden das Bedürfnis, unseren Zustand zu verändern. Zugleich weist Er uns eine Richtung zur Veränderung, indem Er zwischen uns egoistische Beziehungen erweckt, die uns zur Erkenntnis führen, dass wir zu einer anderen Wahrnehmung der Welt aufsteigen müssen – zu einer Realität, die über unserem Verstand liegt.

Der Übergang von Welt zu Welt hängt davon ab, ob der Mensch die Realität persönlich, individuell wahrnimmt, also so, wie wir sie heute sehen. Durch persönliche Wahrnehmung ist es unmöglich, die Welt anders zu empfinden. Oder aber der Mensch beginnt, sich mit anderen zu verbinden und nimmt die Realität aus dieser Verbindung heraus wahr.

Er beginnt, nicht an sich selbst zu denken, sondern daran, was gut für die Gruppe, für den Zehner oder sogar für die ganze Menschheit ist. Er identifiziert sich mit den anderen, außerhalb seiner selbst, und beginnt, die Realität durch sie wahrzunehmen. Das ist bereits eine spirituelle Wahrnehmung der Realität, denn er erhebt sich über seinen Egoismus, das Verlangen zu genießen, welches als „Körper“ bezeichnet wird, hin zu einer anderen Wahrnehmung im gemeinsamen Verlangen zwischen ihm und den anderen – dem, was „Seele“ genannt wird.

So erlangt er eine neue Wahrnehmung der Realität. Der Übergang von der körperlichen zur spirituellen Wahrnehmung der Realität ist also der Aufstieg von der innerlich persönlichen Empfindung hin zur gemeinsamen Empfindung der Gruppe, vom Empfinden des „Ich“ zum „Wir“. Und je größer dieses „WIR“ ist, desto stärker ist das Empfinden der spirituellen Realität – ewig und vollkommen, unabhängig von der persönlichen Wahrnehmung des Menschen.

Das wird die neue, wahre Wahrnehmung der einzig existierenden Realität sein. Was wir jetzt erleben, ist eine eingebildete Realität, und unsere gesamte Welt ist eine Illusion, die in unseren materiellen Sinnesorganen durch egoistische Wünsche entsteht, die alles zu sich hinziehen wollen. Eine solche Realität existiert nur in unserer Vorstellung.

Wenn wir von der materiellen zur spirituellen Wahrnehmung der Welt aufsteigen, fühlen wir, als würden wir aus einem Traum erwachen. Derzeit befinden wir uns wie im Schlaf – und wir müssen aufwachen.

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Aus dem Unterricht zum Artikel von Baal HaSulam „Das Erbe des Landes“

Wie man eine Reise in die „jenseitige Welt“ antritt


Aus den Nachrichten (Horizon Research Foundation): „Was ist eine außerkörperliche Erfahrung?“ Ein Team Schweizer Ärzte hat ein Verfahren angewendet, das oft bei Patienten ausgeführt wird, die an unheilbarer Epilepsie leiden. Dabei wurden Elektroden ins Gehirn implantiert, um verschiedene Areale des Gehirns zu stimulieren. Die Patientin berichtete, dass sie sich selbst „von oben, im Bett liegend“ und auch an der Zimmerdecke „schwebend“ gesehen hätte.

Die Schweizer Ärzte waren in der Lage bei jemandem eine Art außerkörperlicher Erfahrung herbeizuführen, was die Vermutung nahelegt, dass das Gefühl den Körper zu verlassen, von dem bei der Begegnung mit dem Tode berichtet wird, einfach auf eine Einbildung zurückzuführen sein könnte, die durch die abnorme Stimulierung eines bestimmten Bereiches der rechten Gehirn-Hälfte, Gyrus angularis genannt, entsteht. Die Schweizer Forscher schlossen daraus, dass Nahtoderfahrungen auf einen Bereich des Gehirns zurückzuführen sein könnten, der bei Stress Fehlinformationen liefert.

Mein Kommentar: Jetzt kann jeder eine Stimulierung des Gehirns buchen und auf die Reise ins Jenseits gehen; vielleicht können die Leute sich sogar aussuchen, was für Abenteuer sie erleben möchten!

Es ist an der Zeit die Theorie vom „Leben nach dem Tode“ von Raymond Moody zu verabschieden, ebenso wie alle anderen Theorien verschiedener Forscher. So sehr wir an unseren süßen Hoffnungen für die Zukunft festhalten wollen. Es ist Zeit der Wahrheit ins Auge zu sehen: wenn der Körper stirbt, bleibt vom Menschen nur der Teil von „der Welt im Jenseits“ übrig, den er während seines Lebens im physischen Körper enthüllt hat.

Ein kabbalistischer Text sagt: „Du wirst Deine Welt sehen, noch während Du am Leben bist!“ Und wenn Du die Höhere Welt nicht enthüllst (was nur durch Verwendung der Kabbala geschehen kann), dann wirst Du sterben, wie ein Tier.
Danach wirst Du ein neues (aus Proteinen geschaffenes) Leben erhalten – eine weitere Gelegenheit die Höhere Welt noch während Deines Lebens zu enthüllen. Daher heißt es:
„ Wenn ein Mensch nicht die Kabbala studiert hat, wird er wieder in diese Welt zurückkehren müssen.“ (Baal HaSulam, „Einführung zum Buch Früchte der Weisheit“)

Ein Mensch ist in jeder Hinsicht wie ein Tier, und so wie bei den Tieren, ist der eigene Tod endgültig! Es gibt nur eine Alternative: Sich die Eigenschaft des Schöpfers anzueignen, die Liebe für den Nächsten. Mit dieser Eigenschaft kann man das Höhere Leben erfahren, weil man aus sich selbst herausgeht und sich in Andere hineinbegibt.

Keines der Versprechen der Religionen im Hinblick auf „ein Leben nach dem Tode“ (von jeder Religion auf andere Weise interpretiert) wird wahr werden. Es wartet „dort“ keine Belohnung auf uns für etwas, das wir hier getan haben. Wir können die ganze Schöpfung und den Schöpfer nur „hier“ in diesem Leben erfahren.

Daher „Muss jeder Mensch die Kabbala studieren. Und selbst wenn ein Mensch all die Feinheiten der Tora gelernt hat und darin besser ist als alle Gerechten dieser Welt, muss er dennoch, wenn er nicht die Kabbala studiert hat, wieder in diese Welt zurückkehren, um die Kabbala zu studieren.“ (Baal HaSulam, „Einführung zum Buch Früchte der Weisheit“)

Kabbala Akademie

Verwandtes Material:
Blog-post: Warum müssen wir immer wieder hierher zurückkommen?
Blog-post: Ein Gespräch über Liebe
 
 

Ich lüge, aber ehrlich

Frage: Eine Sache ist es, mit jemandem oder mit etwas zu spielen, und eine andere, in meinem Inneren, künstlich zu spielen. Wie geht das?

Meine Antwort: Du bist dir darüber im Klaren, dass du von einem Zustand in den anderen übergehen musst. Der eine Zustand kommt jetzt in dir zum Vorschein, und der, den du erreichen willst, bleibt erst einmal in deiner Einbildung. Du malst ihn dir, stellst ihn dir so vor, wie er sein soll.

– Was genau stellst du dir vor? Was willst du erreichen?

– Das Geben und die Liebe.

– Du lügst es vor.

– Natürlich lüge ich es vor. Doch mir wird gesagt, dass ich geben soll, und ich stimme dem scheinbar zu.

– Sehr gut. Du hast deine Freunde – fang an, diese Beziehung der Liebe und des Gebens zwischen ihnen aufzubauen. Bitte. Was, du willst nicht?

– Natürlich nicht.

– Du musst es auch nicht wollen. Führe nur einfache mechanische Handlungen durch. Setz dich zusammen mit ihnen hin, denke wenigstens ein bisschen daran, soviel du kannst. Und was das Wichtigste ist: während du studierst, kommt das Licht – und plötzlich spürst du, wie du dieser Bestrebung, dieser Entwicklung zustimmst.

Nun ist es für dich wichtig, dich in diese Richtung zu bewegen. In deinem Inneren willst du es noch nicht besonders, verstehst jedoch bereits, dass es wichtig ist. Die Zustände ändern sich weiterhin – auf diese Weise kommst du voran. Du kommst unter Einwirkung des Lichts voran, kannst aber selbst das tun, was in deiner Hand liegt.

Genau dafür hat das Zerbrechen von Kelim stattgefunden – um die nötige Bedingung für uns zu schaffen: selbst ohne es zu wollen, allein durch physische Handlungen können wir anfangen, das Licht, das zur Quelle zurückführt, anzuziehen.

Ich bin von allen umgeben und hasse alle, ich bin nicht darauf bedacht, ja kann noch nicht einmal an die Liebe und das Geben denken. Die Freunde interessieren mich nicht, ich will allein auf der ganzen Welt sein, allein mit dem Schöpfer… Und dennoch führe ich äußerlich nach und nach irgendwelche Handlungen durch, selbst wenn sie mir unangenehm sind und mir diktiert werden – doch damit fangen wir an.

Und anschließend kommt der Hass noch mehr zum Vorschein. Doch zusammen mit dem Hass kommt auch die Wichtigkeit des Ziels. Ich sehe, wie wichtig es ist, das Geben zu erreichen, und wie weit ich davon entfernt bin.

Letztendlich steigert sich die Wichtigkeit ins Unermessliche, du willst nur geben, hasst es jedoch andererseits, bist dazu nicht in der Lage und vollkommen davon getrennt. Wenn diese beiden Pole eine endgültige Form in deiner Wahrnehmung angenommen und finale Stärke erreicht haben, dann schreist du.

Genau das bedeuten die „Tore der Tränen für die Armen im Geiste“. Du fühlst, dass du nichts hast und kannst dich nicht mehr damit abfinden.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 15.02.2011

Hinter den Wörtern des Sohar…

Frage: Wenn der Sohar über den Menschen spricht, sind damit seine Verlangen gemeint?
Meine Antwort: Nach dem Buch Sohar ist „der Mensch“ eine gleichende Eigenschaft des Schöpfers. Selbstverständlich geht es hier um die Verlangen. Denn die Umrisse eines Menschen, die vor unserm Auge erscheinen, existieren in der Wirklichkeit gar nicht. Das ist ein Spiel unserer Einbildung.
Angenommen, du siehst ein Bild auf dem Bildschirm des Computers. Existiert es in der Realität? Es existiert etwas im Gedächtsnis des Computers, und dort geschehen alle Handlungen.

Doch damit du dieses Bild sehen kannst, existiert nur für dein Wissen und deine Verbindung der Bildschirm vor dir, auf welchem du eine Aufführung, was sich hinter dem Gedächtnis des Bildschirmes verbirgt, sehen kannst. Aber das wirkliche Bild befindet sich im Inneren, in einer Art elektronischer Signale, einer Art von Kräften, die sich in verschiedenen Zusammensetzungen zwischeneinander befinden.
Du siehst die äußeren Symbole dieser Zusammensetzungen, die sehr beschränkt, streng bestimmt sind, weil du nicht in der Lage bist, sie sonst wahrzunehmen. Denn du kannst nicht im Gedächnis des Computers leben, es verstehen und sehen, was dort geschieht.

Das gleiche gilt für das Buch Sohar. Seine Autoren geben uns einen gewissen spirituellen Eindruck, welchen wir jetzt in der Lage sind nur Äußerlich zu hören, und uns in unserer eingeschränkten, nicht korrigierten Wahrnehmung vorzustellen.

Doch diese Vorstellung hat nichts mit dem wahren spirituellen Bild zu tun, welches sich im Inneren, hinter der äußeren Form von Buchstaben, Wörter oder Umrissen verbirgt, die in deiner Einbildung zum Vorschein kommen. Die Autoren des Sohar meinen damit etwas ganz Anderes.

Auszug aus einem Unterrich über das Buch Sohar. Das Vorwort, 20.11.2011

Der schöpferische Gedanke

Auszug aus der Lektion №2, in Moskau

Das Geschöpf ist ein Wunsch. Der Schöpfer, das Licht, hat den Wunsch, Kli – „für sich“ geschaffen.

Entsprechend Seinem Wunsch Genuss zu bereiten, auszufüllen, die Empfindung des Guten, der Wärme, des Wohls hervorzurufen, hat Er im Geschöpf das Bedürfnis zu diesen Eigenschaften geschaffen, die sich folglich darin zeigen sollen.

Und damit dieser Wunsch nicht automatisch entsteht, damit er zurechtkommt, sich gleich dem Licht ausrichtet, und sich als existierend empfindet, entwickelte sich die Vernunft. Somit ist die Vernunft ein Erzeugnis, und deshalb ist sie – die Hauptcharakteristik des Menschen: „Was wünschst du?“ Es handelt sich nicht um den natürlichen Wunsch, sondern darum, was ich mir mittels der Vernunft unter dem guten Zustand vorstelle.

Die Differenz zwischen dem Erwünschten und dem Vorhandenen stellt den Vektor unserer beliebigen Handlungen dar. Nach diesem Kriterium – nach der Richtung seiner Handlungen, Streben, Erwartungen wird der Mensch eben bewertet.

Unsere Handlungen verwirklichen sich nicht von alleine, sondern unter dem Einfluss der umgebenden Gesellschaft. Der folgende beste Zustand kann willkürlich sein, und wir wählen ihn unter dem Einfluss der Umgebung. Somit wird die Gesellschaft uns und unsere Zukunft bilden.

Und deshalb ist dem Menschen die Vernunft, sowie die Empfindung des Mangels gegeben. Jetzt kann er sich mit Hilfe der umgebenden Gesellschaft zum folgenden Zustand ausrichten, den er selbst ausgewählt hat.

Uns charakterisiert der Vektor der Bestrebungen und seine Größe. Deshalb richten wir niemals über den Menschen in seinem jetzigen Zustand – denn dieser wird im Menschen von oben hervorgerufen. Vielmehr bewerten wir den Menschen nach seiner Handlung, die er bezüglich der Umgebung begeht, um in sich die bestimmte Richtung der Gedanken, der Wünsche zu irgendeinem neuen Zustand hervorzurufen.

Deshalb sollen wir um uns herum eine solche Umgebung erschaffen, die uns den zukünftigen Zustand, wonach wir streben, klar bestimmen wird. Im Einklang mit diesem zukünftigen Bild, das in unserer Einbildung gezeichnet wird, bewerten wir uns und die Gruppe im voraus.

Der Mensch und die Gruppe, werden nur nach dem Vektor bewertet: wohin sie sich und mit welcher Kraft ausrichten. Wenn die Gruppe sich irgendwie kontrollieren möchte, wenn der Mensch verstehen möchte, welche Richtung er gewählt hat, dann soll er immer vor sich das nächste erwartete Bild sehen.

Man muss sich nur darauf konzentrieren, darin leben. Dann wird unsere Vorwärtsbewegung schnell sein, und die Gedanken und Reschimot, die in uns entstehen, werden die unverzügliche Verkörperung bekommen.

Und deshalb ist das Wichtigste – im Gedanken zu arbeiten, sich klar und deutlich die folgenden Zustände vorzustellen. Der Gedanke schafft, baut unsere Zukunft. Er begründet unsere Handlung und wandelt sie in die Realität um.

Auszug aus einem Unterricht über Artikel aus dem Buch „Schamati“, 17.01.2011

Die Kinderphantasie, der Glaube und die Realität

Frage: Wie kann man dem Kind helfen, damit es nicht in die unbegründete Philosophie gerät, sondern alles prüft und auf der wahrhaften Grundlage forscht?

Meine Antwort: Gerade in solchem Herangehen an das Leben muss das Kind methodisch ausgebildet werden, anhand dem Geben von Beispielen. Das Kind hat eine Neigung, daran zu glauben, was der Erwachsene sagt. Aber man muss es lehren alles zu prüfen, weil dies sehr wichtig ist.

Man muss ihm erklären: „Wenn ich dir etwas sage, wie kannst du dann sicher sein, dass du es richtig gehört hast? Woher kannst du wissen, dass ich es selbst weiß und deshalb das Richtige sage? Denn sogar die Erwachsenen irren sich, jeder kann sich irren! Du bist verpflichtet, alles selbst zu prüfen und kommst nur auf diese Weise voran.“

Sie können fragen, wie es dann wachsen wird, wenn es dem Erzieher nicht glauben wird? Aber das Kind soll uns nur so viel glauben, um die Übung zu machen, die wir ihm geben. Es soll dann anhand dieser Übung selbständig lernen, was richtig ist, und was nicht. Es soll nur daran glauben, dass es sich lohnt diese Übung zu machen, und selbst daraus später die Schlüsse zu ziehen.

Das heißt man muss das Kind lehren, die Antworten nur aufgrund der eigenen Lebenserfahrung zu suchen. Andersfalls wird er lernen, alles anzunehmen und wird denken, dass das Geschriebene in der Zeitung eine ubestreitbare Wahrheit ist.

Wir lesen die Zeitung, und nehmen unterbewusst das ganze Geschriebene als Fakten wahr, denn so hat man uns in der Kindheit erzogen, das gedruckte Wort für richtig zu halten. Und wenn man tiefer gräbt, dann stellt sich heraus, dass alles mit dem einfachen Gewinn verbunden und auftragsgemäß geschrieben ist. Wir nehmen alles als die Wahrheit wahr und ernähren uns aus dieser Quelle. Muss man auch solches Herangehen dem Kind beibringen?

Man muss ihm eher das kritische Herangehen an alles, was im Leben geschieht, vermitteln, damit es nicht an alles glaubt. Erstens soll das Kind alles selbst prüfen! Es soll zwar die andere Meinung annehmen, die Meinung eines „Fachmanns“, aber nur, um einen folgenden, selbständigen Schritt vorwärts zu machen.

In allem anderen muss es sich nach dem folgenden Prinzip orientieren: Man soll nur aufgrund der notorischen Tatsachen entscheiden, wie es geschrieben steht: „Der Richter hat nicht mehr, als seine Augen sehen können (Babylonischer Talmud, Baba Batria 131:1)“.

Die Kinder neigen zur Phantasie, die man zur Prüfung neigen soll. Jede Phantasie braucht eine Prüfung. Es ist schön, dass das Kind eine entwickelte Phantasie hat, aber sie soll mittels der realen Beweise bestätigt werden.

Die einzige Ausnahme betrifft die Muse bzw. die Kunst: Die Musik und das Bildende Kunst, die Kultur. Die Kultur ist keine Wissenschaft, dort gibt es keine solchen Beschränkungen und man kann mit seiner Einbildung arbeiten. Aber sie ist mit den lebenswichtigen Prinzipien auf keine Weise verbunden.

Die Kultur befindet sich über dem Wissen, über der Vernunft, weil sie aus der Suche nach dem Höheren, nach dem Schöpfer stammt. Deshalb muss man die Kunst vom egoistischen Verlangen abtrennen.

Auszug aus einem Unterricht über den Artikel „Die Kabbala und die Philosophie“, 09.01.2011

Wie man den Sohar genießt

Was lehrt uns der Sohar? Wir wissen aus der Wissenschaft der Kabbala, dass der Schöpfer nur ein einziges Verlangen erschaffen hat, in welchem jegliche weitere Entwicklung stattfindet. Dieses eine Verlangen beinhaltet zahlreiche einzelne Verlangen, welche zusammen in einem System verbunden sind, welches „Adam“, die allgemeine Seele, genannt wird.

Entsprechend Seinem Programm begann der Schöpfer dann die Verbindungen zwischen den Teilen dieses Verlangens zu korrumpieren. Dadurch begannen sie, die Verbindung untereinander zu verlieren, ähnlich wie Organe in einem erkrankten Körper, die aufhören, in korrekter Art und Weise zusammen zu arbeiten. Die Folge davon ist eine Unausgeglichenheit und wir fühlen Krankheitssymptome, wie steigenden Blutdruck und erhöhte Temperatur, eine falsche chemische Zusammensetzung des Blutes usw. Dies alles sind Anzeichen, dass der Organismus nicht im Gleichgewicht ist, und dies nennen wir Krankheit.

Warum tut der Schöpfer dies den Seelen an? Er tut dies in der Absicht, damit wir die Verdorbenheit fühlen und sie dann beginnen zu korrigieren. Die Krankheit ist die Beschädigung der Verbindung zwischen uns, welche alle Teile eines einzigen Systems sind. Da diese Verdorbenheit uns trennt, beginnen wir uns immer weniger miteinander verbunden zu fühlen.

Es gibt 125 Stufen in diesem Verlust der Verbindung zwischen uns. Dies ist ein Abstieg von der Unendlichkeit, wo wir unendlich miteinander verbunden sind, bis hin zum Zustand, wo diese Verbindung völlig verschwindet.

Darüber hinaus gibt es eine Ebene, genannt „Parsa„, entlang der 125 Stufen, an der eine noch größere Verdorbenheit entsteht. Anstatt einer positiven Verbindung oder deren Verlust, formen wir eine negative Verbindung. Deswegen will jeder die anderen zu seinem Nutzen ausbeuten. Der Organismus stirbt nicht einfach, sondern zehrt sich selbst vollständig auf.

Dieser Abstieg in das Verlangen, andere auszubeuten, geht so lange weiter, bis der Zustand erreicht ist, in dem wir vollkommen alle Verbindungen zwischen uns verlieren – sowohl die positive Verbindung des Gebens wie auch die negative Verbindung des Empfangens. In diesem Zustand existieren wir im absoluten Gegensatz zur Spiritualität, wo alle Erkenntnisse und das Wissen fehlen. Dies ist ein Resultat unserer Trennung von einander, wo wir die Welt wahrnehmen als eingebildete Realität. Aber warum ist das alles Einbildung? Weil dies gezielt vom Schöpfer so eingerichtet wurde, um uns eine Illusion seiner Abwesenheit zu geben.

Was also sollen wir tun? Wir müssen verstehen, dass wir unsere Verbindung zwischen uns korrigieren müssen. Der Aufstieg der Seelen von unserer Welt zur Welt der Unendlichkeit geschieht in dem Ausmaß, in dem wir die Verbindung zwischen uns stärken. Die Wiedererlangung der Verbindung unter uns erschafft den Aufstieg.

Je mehr wir uns unseren Zustand in der Verbindung mit anderen Seelen vorstellen, desto mehr werden wir das Buch Sohar genießen können. Das Buch Sohar wurde letztendlich durch einen Aufstieg in die Welt der Unendlichkeit geschrieben. Die Verfasser des Sohar schrieben dieses Meisterwerk vom Aufstieg der 125. Stufe aus, in welcher sie zusammen verbunden waren.

Während wir den Sohar studieren, müssen wir ein Verlangen nach Verbindung zwischen uns fühlen. Es ist nicht nötig „klug“ zu sein. Es reicht völlig aus, sich zu erinnern, dass wir alles in der Verbindung zueinander erreichen werden.

Eigentlich spricht der Sohar nur über die Verbindung zwischen den Seelen. Er erklärt unsere Verbindung in dem globalen System, welches „Adam“ genannt wird, mit all den anderen Seelen und wie wir dies benutzen können, um gemeinsam in Verbindung zu treten, zu einem gesunden und korrekt funktionierenden System.

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Ein Buch der Abenteuer


Ein Mensch, welcher wirklich Spiritualität erreichen möchte, wird sich nicht mit einem kleinen Fortschritt beruhigen. Er wird immer fühlen, dass er nichts versteht oder weiß, da er keine Spiritualität fühlen kann. Der Punkt im Herzen drückt sich deutlich durch die Sehnsucht aus, die Höhere Welt spüren zu wollen.

Sie müssen das spirituelle Bild in sich selbst fühlen. Der Sohar ist ein Buch der Abenteuer. Aber es ist nicht ein Buch, das man einfach so liest, oder ein Film, den man sich am Bildschirm ansieht. Sie müssen in den Sohar eindringen. Dies ist nicht so, wie wenn wir in unsere illusorische Welt eindringen, sondern geschieht nur, wenn man alle Einbildungen und Phantasien ablegt. Sie brauchen keine spezielle 3-D Brille, um zu fühlen, dass sie sich in diesem Film befinden (wie zum Beispiel beim Anschauen des Films „Avatar“).

Diese Forderung kommt nur aus dem Punkt im Herzen und kann nur durch die Gruppe vergrößert werden. Nur die Gruppe kann einem Menschen die nötige Kraft verleihen, zusätzlich zum Punkt im Herzen das Ziel zu erreichen. Wenn er sich selbst nicht vor der Gruppe annulliert, um diese Kraft von ihr zu erhalten, wird er nichts erreichen. Dies festigt unsere gegenseitige Bürgschaft, ohne welche keiner von uns ein spirituelles Gefäß (Kli) haben würde.

Die Schöpfung und der Schöpfer können ohne einander nicht bestehen

Eine Frage, die ich erhielt: Wo ist mein „Ich“ im System der spirituellen Kräfte?

Meine Antwort: Das „Ich“ ist dasjenige, was sie offenbart. Das „Ich“ ist der Schirm, auf dem sie offenbart werden. Das „Ich“ ist der Grad der Angleichung und Enthüllung. In der spirituellen Welt ist es unmöglich, Unterschiede zu machen, weil man sie mittels der Wechselwirkung (Siwug) und der Vereinigung offenbart. Es ist unmöglich, die spirituelle Empfindung in den Erkennenden und die Erkenntnis zu unterteilen.

Spiritualität ist ein allgemeines Empfinden; es ist das Ergebnis Ihrer Einbindung in die Höhere Stufe. Sie werden nicht als „Schöpfung“ bezeichnet, bevor sie nicht den Schöpfer offenbart haben. Und wenn Sie diese Empfindung haben, ist es unmöglich, einen Unterschied zwischen Ihm und Ihnen zu machen. Die Schöpfung und der Schöpfer können nicht ohne einander bestehen und Sie offenbaren dies entsprechend dem Grad ihrer Angleichung an Ihn.

Sie fragen also, „Wo ist hier mein „Ich“?“ Das „Ich“ ist der Grad Ihrer Angleichung an den Schöpfer. Ohne diese existieren Sie in der spirituellen Welt nicht.

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Wie man seine Wahrnehmung erweitern kann

Unsere Welt ist etwas, das wir uns einbilden und in uns erschaffen, aus stofflichen Bildern und inneren Empfindungen (Gedanken und Wünschen). Ein Baby oder eine unentwickelte Person sind unter dem Einfluss physischer Bilder. Jedoch kann ein entwickelter Erwachsener durch ein Ereignis bewegt werden, das in Zeit und Raum von ihm entfernt ist.

Das lässt uns verstehen, warum die meisten Menschen, die die Natur schädigen, nicht fühlen, dass sie sich direkt selbst Schaden zufügen. Das liegt daran, weil die menschliche Wahrnehmung der Welt äußerst begrenzt und eingeschränkt ist.

Wenn sich diese Leute jedoch mit anderen vereinigen, die empfindsamer und entwickelter sind, werden sie im Stande sein, ihre Wahrnehmung der Welt anzunehmen und dem Schaden zuvorzukommen, den sie selbst verursachen. Außerdem hat die richtige Umgebung die Kraft, uns einander freundlich behandeln zu lassen, wenn auch unsere Natur und unsere Wahrnehmung der Welt dieser Einstellung entgegengesetzt sind.

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Verwandtes Material:
Blog-post: Die Wirklichkeit, die wir spüren, ist wie ein Traum
Blog-post: Seelen befinden sich immer außerhalb unseres Körpers
Artikel: „Ich und die Realität außerhalb von mir“

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