Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Eigenschaft'

Die höhere Welt enthüllen

Frage: Haben Sie bei Ihren Begegnungen mit verschiedenen spirituellen Lehrern Gemeinsamkeiten mit ihnen gefunden?

Antwort: Nein, ganz und gar nicht, denn ihre Lehren sind auf der Unterdrückung des Egoismus aufgebaut.

Alle Methoden, außer der Kabbala, beruhen auf die Unterdrückung des Egoismus – weniger wollen, weniger denken, weniger essen, weniger bewegen, d.h. sich ständig in seinen irdischen Handlungen zu reduzieren. Die Kabbala sagt hingegen: „Lassen Sie alle irdischen Äußerlichkeiten wie sie sind. Sie müssen Ihre spirituelle Seite entwickeln“.

Der irdische Teil ist alles, worin wir existieren, d.h. die Sorge um unseren Körper. Solange er lebt, denken wir an ihn, und darum dreht sich unser ganzes Leben. Stellen Sie sich vor, Sie haben ein Haustier und Ihr ganzes Leben ist nur der Pflege dieses Tieres gewidmet. Es lebt eine bestimmte Zeit, vielleicht 70 Jahre lang und man lebt mit ihm. Wenn es stirbt, sterben Sie.

Die Kabbala sagt: „Erhebe dich über dieses Haustier. Es soll nicht das Einzige sein, was dein Dasein ausfüllt, denn es gibt noch ein anderes Leben neben ihm. Sieh dir die Welt an.“ Wenn du anfängst, die Welt nicht durch dieses Tier zu betrachten – dann gibst du ihm, was es zum Leben braucht, schaust darüber hinaus und entdeckst die Höhere Welt.

Frage: Kann sich ein normaler Mensch über dieses Tier erheben?

Antwort: Er kann es nicht. Er kann nicht einmal versuchen, sich daraus zu befreien, er versteht nicht, was das bedeutet.

Das bedeutet, sich eine ganz andere Eigenschaft anzueignen – das Geben. Die Eigenschaft, mit der ich mich in diesem Tier befinde, ist die Eigenschaft des Empfangens und das hält mich einfach darin fest.

In mir gibt es jedoch das erste Element meines nächsten, spirituellen Zustands. Es zerrt mich aus diesem Tier heraus, es bringt mich dazu herauszufinden: “ Wofür existiere ich? Geht es um dieses Leben? Geht es alleine um diese Jahre, die ich in meinem Körper verbringe, um dann zu sterben?“ Wenn ich diese dringenden Fragen habe, die mir keine Ruhe lassen, die ich beantworten muss, dann bin ich in einem Zustand, in dem ich die Kabbala brauche.

Zum ersten Mal werden diese Zustände in unserer Generation sichtbar. Aus diesem Grund wird die Kabbala erst jetzt der Menschheit offenbart. Dabei ist es gleichgültig wer es will und wer nicht, es wird niemand überredet. Der Eintritt ist frei, der Ausgang ist noch freier.

Aus der Fernsehsendung „Nahaufnahme. Die Suchenden“

[287493]

Die Wahrnehmung von Handlungen und Güte des Schöpfers

Eine Frage, die ich erhielt: Was sind Handlungen des Schöpfers und Seine Güte?

Meine Antwort: Das ist die Güte, welche die Welt erfüllt und in meinen korrigierten Verlangen vorgefunden wird. Sogar in diesem Augenblick bin ich von der Welt der Unendlichkeit umgeben, die von absoluter Güte erfüllt ist, doch ich habe keine Befähigung, sie zu spüren.

Die Güte Schöpfers ist das, was ich anstelle des Übels, das ich jetzt spüre, erkennen werde. Mein Egoismus wächst ständig und dadurch zeigt er mir, dass alles schlecht ist. Er zeigt mir zwei Gegensätze: das Licht und das gleiche Licht in der Form von Dunkelheit. Auf diese Weise spürt jemand das Licht in dieser Welt, da er entgegengesetzt zur Eigenschaft des Gebens ist.

Je stärker das Licht an mir arbeitet, umso härter und dunkler erscheint mir das Leben, weil ich mich im Gegensatz zum Licht befinde. Das Licht, das in Bezug auf alle Seelen und nicht nur in Bezug auf mich enthüllt wird, zeigt mir, dass alles, was mir geschieht, von der gesamten Welt abhängt.

Daher versteht die Welt nicht, warum sie plötzlich Flauten und Trägheit durchmacht. Unterbewusst spürt ein Mensch, dass er von jedem abhängig ist. Wie also soll er handeln? Er muss fähig sein, zu prüfen, wann er gibt und wann er empfängt. Jedoch die Enthüllung unserer globalen Verbindung trübt unser Verlangen zu empfangen und macht uns hilflos. Wenn mir gesagt wird, dass ich eine Arbeit beenden soll und bekomme Geld dafür, verstehe ich das. Doch ich kann nicht ohne eine Belohnung arbeiten!

Die Problematik hier ist, dass das Licht sich selbst zunehmend enthüllen wird, während sich die Verbindung zwischen uns zeigt. Wir werden ihren Einfluss als verstärkte Dunkelheit und Krise spüren. Doch wenn wir anfangen, miteinander das Spiel des Gebens zu spielen, werden wir korrigiert. Die Wissenschaft der Kabbala, selbst als ein Spiel, wird die Menschheit im gegenseitigen Geben mit der Quelle, die uns korrigiert, vereinen. Als Ergebnis werden wir uns gewiss in einem korrigierten Zustand wiederfinden.

Zur Kabbala Akademie

 

Die Geschichte von Adam und Eva

Frage: Warum sagt in der Geschichte von Adam und Eva die Tora nicht aus, dass der Schöpfer hinter allem steht? Dann würden wir sofort verstehen, dass Er in Seiner ersten Gestalt sagt: „Iss nicht vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen“. In der zweiten Erscheinung als Schlange sagt er: „Iss!“, dann wieder als Gestalt Gottes: „Warum hast du gegessen?“ – Warum wird das nicht so geschrieben?

Antwort: Damit man als Ergebnis ihrer jahrtausendlangen Entwicklung begreift, was es ist. Man versteht es nicht durch diese Geschichten, sondern aus der Tatsache heraus, dass man sich ändern muss.

Wenn es nur um ein Buch ging, würde man es lediglich lesen: „Ja, so funktioniert die Natur“. Es würde nichts bringen. Wenn man aber selbst leiden und alles enthüllen muss, wobei diese Enthüllung aus einem selbst kommen muss und nicht, weil man es von jemand anderem gehört hat – dann gehört einem dieses Wissen.

Man muss diese Geschichte in sich selbst offenbaren, das ist alles! Es ist auf keinen Fall eine Geschichte, die man von außen hört.

Selbst wenn man sie vorgelesen bekommt, wird man nichts hören. In dem Maße, in dem man beginnt, sich innerlich zu verändern, die eigene Schlange in sich zu entdecken, ihren Widerspruch mit dem Zweck der Schöpfung, mit dem Schöpfer und die verschiedenen Eigenschaften in sich erfasst: die Eigenschaft des Schöpfers, die Eigenschaft der Schöpfung, der Schlange, des Menschen, die Eigenschaften von Adam und Eva (Hava) – wenn man all diese Definitionen in sich zu erkennen beginnt, dann verbindet sich diese Geschichte in einem, jedoch nicht vorher.

Alles muss von innen heraus geboren werden.

Aus dem Fernsehprogramm „Die Kraft des Buches Zohar“ Nr. 16

(285058)

Himmel und Hölle – wo sind sie?

„Stell dir vor, es gibt keinen Himmel“, sang John Lennon. „Keine Hölle unter uns, über uns nur der Himmel“, fuhr er fort. In gewisser Weise hatte er recht.

Die Weisheit der Kabbala lehrt, dass Himmel und Hölle keine Orte sind, sondern Zustände in unseren Beziehungen zueinander. Die Hölle ist, wenn wir uns nicht ausstehen können, ein bisschen wie heute, nur dass wir uns unseres Hasses bewusster sind, und der Himmel ist, wenn wir einander so lieben, wie wir uns selbst lieben, rein und unkompliziert.

In der Weisheit der Kabbala gibt es keine Menschen, Tiere, Pflanzen oder Mineralien, keine Orte, Zeiten oder Bewegungen. Wenn in den Büchern der Kabbala Beziehungen zwischen Menschen besprochen werden oder Reisen von einem Ort zum anderen beschrieben werden, werden sie tatsächlich als Symbole verwendet, um die Beziehungen der Menschen untereinander zu beschreiben, und wie groß die Liebe zwischen ihnen ist.

[Rest des Beitrags lesen →]

Die Zehn Gebote und der Schöpfungsakt

Aussage: Das Buch Zohar sagt, dass die Zehn Gebote den Zehn Schöpfungsakten entsprechen.

Antwort: Die Zehn Gebote sind die zehn grundlegenden Kriterien, nach denen wir unser inneres Abbild modellieren, das wir „Adam“ nennen (hebr. „dome“ – „dem Schöpfer ähnlich“).

Wir müssen also verstehen, was die Zehn Gebote sind. „Du sollst nicht stehlen“ – wo, auf der Straße? Oder „Du sollst nicht töten“ – wo, in einem Hinterhof? Und was ist mit „Du sollst nicht ehebrechen“? Handelt es sich möglicherweise um eine besondere innere Veränderung des Menschen, durch die er dem Schöpfer wirklich gleich wird? [Rest des Beitrags lesen →]

Spiritueller Sex


Eine Frage, die ich erhielt: Ursprünglich hatte Adam nur eine Frau – Eva. Werden wir zur Monogamie zurückkehren, wenn wir korrigiert sind? Oder werden wir uns darum nicht mehr kümmern, wenn wir korrigiert sind?

Meine Antwort: Sexuelle Einheit in unserer Welt kommt von der spirituellen Einheit zwischen dem Höheren Licht und der Seele mittels des Schirms, was „Siwug de Haka’a“ genannt wird. In dieser spirituellen Einheit zwischen der Seele und dem Schöpfer (dem Kli und dem Licht), ist der Schöpfer oder das Licht der männliche Teil, welcher beschenkt und die Seele oder das Kli ist der weibliche Teil, welcher empfängt. Im Prozess der Korrektur erhält die Seele (Kli) die Eigenschaft des Schenkens, um das Verlangen des Schöpfers (des Lichts), „zu geben“, zu befriedigen.

Der Prozess der Einheit (Verschmelzung, Siwug – spirituelle Verbindung) geschieht in den allgemeinen Verlangen von beiden, „den anderen mit Genuss zu erfüllen“, den Genuss nur in dem Ausmaße zu spüren, wie es dem anderen Partner Genuss bringt. Was folglich geschieht ist ein ständiger Vergleich der allgemeinen Verlangen und der Absichten (im Rosh des Parzuf, vor dem Empfang innerhalb seines Toch), was in der Physiologie als Bewegungen des sexuellen Verkehrs ausgedrückt wird, das vor der Ausschüttung des Lichts von Chochma (Or Pnimi, Samen) in die Seele (in das Kli, vom Rosh in den Toch des Parzuf) geschieht.

Diese abwechselnden, und schrittweise erfolgenden, gegenseitigen Bewegungen sind dazu gedacht, um mittels der Unterbrechung und Wiederaufnahme des Kontakts, ein vollständiges Verlangen in jedem Partner zu erschaffen. Dies erschafft die Möglichkeit von förderlichem Genuss: Wenn diese Stufe erreicht wird, dann wandert das Licht vom Pe zum Toch, d.h. der Genuss tritt in das Verlangen ein, wie es in der Tora geschrieben steht: „Wie ein Pfeil das gewünschte Ziel zur gewünschten Zeit trifft, in der gewünschten Frau und im gewünschten Ort.“

Wenn folglich die Seele des Menschen die vollständige Korrektur erreicht, dann sieht ein Mensch den Sex als den physiologischen Ausdruck der spirituellen Verbindung. Und wenn es keine spirituelle Verbindung gibt, dann gibt es keinen Anreiz oder Grund für körperliche Verbindung.

 
 
Kabbala Akademie

Die Seele ist der Teil unseres Verlangens, der dem Schöpfer ähnlich ist


Ich erhielt Fragen über Tod, Wiedergeburt, den Körper und die Seele:

Frage: Was ist die spirituelle Arbeit mit einem verstorbenen Freund?

Meine Antwort: Die gleiche, wie mit den Seelen deiner anderen Freunde. Verbinde die Bestrebung dieser Seele in Richtung des Schöpfers genauso mit deinen Bestrebungen, wie mit denen der Gruppe.

Frage: In einer Ihrer Lektionen sagten Sie: „Die Seele eines Menschen ist ewig, weil sie ein Teil des Schöpfers ist. Deswegen stellt man sich vor, dass man mit seiner Seele ewig lebt. Jedoch verändert der Schöpfer die Seele, und das ist die Bedeutung der Reinkarnation der Seelen – wenn die vorherige Stufe stirbt und „ein neuer Mensch geboren wird“. Meine Frage ist: Wenn die Seele wiedergeboren wird, behält man dann den gleichen physischen Körper (passiert das in einer physischen Reinkarnation), oder wird auch der Körper ausgetauscht?

Meine Antwort: Immer wenn wir unsere spirituelle Stufe ändern, ändern wir unsere Seele oder unseren Grad der Gleichheit mit dem Schöpfer. Wenn ein Mensch auf den Level ansteigt, gleich dem Schöpfer zu sein, dann wird er während seines Lebens im gleichen Körper wiedergeboren. Wenn er jedoch die Korrektur seiner Seele noch nicht abgeschlossen hat, dann wird sein Körper mit einem anderen ausgewechselt.

Frage: Wenn die Seele eines Menschen abgelöst wird und ihm eine neue Seele gegeben wird, wo geht die vorherige hin? Wird sie in einem anderen Körper wiedergeboren?

Meine Antwort: Eine Seele ist jene Stufe die aufgrund der Realisierung der Reshimot in den Verlangen erscheint. Die Seele ist ein Teil des gesamten Verlangens – sie ist der Teil der dem Schöpfer gleicht.

Frage: Wenn sich die Seele eines Menschen verändert, dann würde ich denken, dass ihre Eigenschaften nicht sehr anders als die Eigenschaften der vorherigen Seele sein sollten. Ist das richtig?

Meine Antwort: Die Seele wird jedes Mal stärker und größer.

Frage: Merkt ein Mensch, wenn sich seine Seele ändert?

Meine Antwort: Ein Mensch verändert seine Seele durch seine eigenen Anstrengungen in eine vollkommenere.

Frage: Neulich las ich eine Zeitung, in der es häufig um Kabbala ging und dort gab es ein Interview mit Ihnen, indem Sie über das „Ich“ eines Menschen sprachen. Sie sagten, dass der Körper nur eine Schale für das „Ich“ sei und dass sich ein Mensch nicht verändern wird, wenn irgendeines seiner physischen Organe ausgetauscht wird – sogar sein Gehirn. Ich möchte gerne wissen: Was passiert mit dem „Ich“ nachdem der Körper stirbt?

Meine Antwort: Wenn ein Mensch während der Existenz seines Körpers seinen „Punkt im Herzen“ durch die Vereinigung mit anderen (durch das Ausbrechen aus dem Egoismus und die Überquerung des Machsom) vergrößert hat, dann hat er bereits die Höhere Welt enthüllt. Aber wenn er das noch nicht erreicht hat, dann bleibt er ein Punkt und wird noch einmal wiedergeboren, um den Machsom zu überqueren.

Verwandtes Material:
Blog-Post: Was ist die Seele?
Blog-Post: Die Formel der Seele
Blog-Post: Was wird mit der Welt geschehen, wenn ich sterbe?
Blog-Post: Was bedeutet der Tod? Wie kann man den Tod nicht fürchten?
 
Kabbala Akademie Grundkurs
 

Was wird mit der Welt geschehen, wenn ich sterbe?


Frage: Ich weiß und erinnere mich an nichts aus meinen vorherigen oder zukünftigen Leben und diese Welt existiert, weil ich jetzt existiere. Was wird demnach geschehen, wenn ich sterbe?

Meine Antwort: Wenn Sie die Enthüllung der Seele erlangen, die kleinste spirituelle Eigenschaft, die kleinste spirituelle Entwicklung der Seele aus einem Punkt, Ihre wahre Existenz – dann werden Sie, wenn Ihr Körper stirbt, weiterhin Ihre Seele wahrnehmen. Das ist so, weil Ihre Seele dann in ihrem Inneren Volumen und Licht erworben hat. Sie wird sich dann wiederum in einen weiteren Körper kleiden, durch eine Frau geboren werden, um alle 125 Stufen ihrer Entwicklung zu erlangen, während sie in diesem Körper existiert. Denn dies kann nur getan werden, während man in dieser Welt physisch anwesend ist.
Wenn Sie jedoch die Enthüllung der Seele aus dem Punkt nicht erlangen, werden Sie wieder in dieser Welt erscheinen – genauso, wie Sie es diesmal getan haben – und Sie werden eine weitere Gelegenheit (einen Punkt im Herzen) haben, sie zu enthüllen und zu entwickeln.

Verwandtes Material:
Blog-post: Was bedeutet der Tod? wie kann man den Tod nicht fürchten?
Blog-post: Sterben ist leichter, als den Egoismus zurückzuweisen
Blog-post: Immer bei mir
 
Kabbala Akademie Grundkurs
 

Die Liebe zu sich selbst annullieren

Kongress in Moldawien. Lektion #1

…doch zu der Bedingung, dass jeder von ihnen mit der Absicht kommt, seine Selbstliebe zu annullieren, und nicht mit der Absicht, seine Wünsche zu empfangen zu sättigen. Nur auf diesem Wege wird er eine neue Eigenschaft erlangen können – den Willen zu geben. 

Letztendlich gelangt er dann von der Liebe zu Freunden zur Liebe zum Schöpfer, das bedeutet, der Mensch wird dem Schöpfer Vergnügen schenken wollen. (RABASH, Artikel 6, 1984, „Liebe zu Freunden (2)“)

Wir dürfen nicht vergessen, dass wir ständig darüber nachdenken müssen. Egal wie sehr unsere Natur davon abgestoßen ist, wir müssen uns dennoch auf diese Weise positionieren.

Ich bin darauf ausgerichtet, mich über die Liebe zu mir selbst zur Liebe zu meinen Freunden zu erheben, denn durch diese Haltung zu ihnen beginne ich, den Schöpfer, die Höhere Welt, die Eigenschaft des Gebens wahrzunehmen, indem ich mich über meine Natur erhebe. Das ist genau der Zustand, der Hebel, der mich aufsteigen lassen kann.

Anfangs sind es im Allgemeinen egoistische Wünsche – ich will mich erheben, ich will erlangen, ich will…. Wenn ich dafür die anderen lieben muss, dann bin ich bereit. Einverstanden. Wenn es nötig ist, ist nichts zu machen. 

Und dann, wenn wir damit arbeiten, bekomme ich plötzlich das Gefühl, dass ich nichts Anderes brauche. Sogar mich selbst brauche ich nicht mehr. Wenn es eine solche Eigenschaft wie das Geben gibt, wenn es einen solchen Zustand gibt, der „Schöpfer“ heißt – das ist alles, was ich brauche, und ich selbst kann gar nicht existieren. 

Der Mensch spürt den Einfluss des höheren Lichts dermaßen, dass er an sich selbst kein Interesse mehr hat, sondern im Gegenteil bereit ist, sich vollständig zu annullieren, nicht zu existieren. So beginnt die nächste Phase seiner Entwicklung.

Inwieweit man dem Schöpfer ähnlich ist, d.h. in der Absicht Ihm Freude zu bereiten, wie der Schöpfer uns Freude machen will – erlangen wir die Eigenschaft des Schöpfers, verschmelzen mit Ihm, steigen auf seine Ebene.

Hier gibt es zwei Stufen. Wir können die neue Eigenschaft des Gebens nur durch die Arbeit mit Freunden erlangen. Und erst dann erlangen wir die Bestrebung, dem Schöpfer Genuss zu bereiten und so zur Gleichheit mit Ihm aufzusteigen.

 (253571)

Ab der 1. Lektion des Kongresses in Moldawien, 06.09.2019 

Lass das Herz zum Schöpfer klopfen

Frage: Wie kann ich an die Korrektur denken, die uns das Buch Sohar bringt, wenn ich negative Emotionen, so wie Hass, empfinde?

Meine Antwort: Das Gebet ist das, was das Herz fühlt. Wenn es jetzt mit Hass erfüllt ist, ist das mein Gebet: „Ich will ihn zunichte machen“.

Um die Kraft, die sich im Buch Sohar, in dem gemeinsamen Lesen des Buches,verbirgt korrekt anwenden zu können, muss ich zuerst mein Herz darauf vorbereiten. So das mein Herz dasselbe wie der Schöpfer wünscht.

In der Tat der Schöpfer antwortet auf jedes Gebet, auf jeden Wunsch unseres Herzens. Deshalb ist unsere Welt so schlecht!

Aber, anderseits, es steht doch geschrieben, dass er nur auf das Gebet antwortet, das durch die „Tore der Träne“ kommt. Antwortet er nun wirklich auf jedes Gebet, sei es die flüchtige Laune eines Kindes oder üble Machenschaften eines Bösewichtes?

Ja, sagen die Kabbalisten, die das System unserer Beziehungen mit dem Schöpfer entdeckt haben. Ein Dieb, der eine Beute gefunden hat oder ein Räuber, der einen Verbrechen geplant hat, und bereit zu töten ist, sie wollen auch ihr Ziel erreichen und ihr Gebet wird auch angenommen. Denn es geht um das Verlangen von Malchut der Welt Azilut. Und alles was sich unterhalb von ihr befindet, einschließlich unserer Welt, gehört zu ihr.

Warum sagen wir dann, das ein Verlangen erhebt sich manchmal zur Welt Azilut, aber manchmal auch nicht? Es liegt daran, dass zwei Arten von Wünsche existieren:

– Manche sind in die gleiche Richtung gerichtet, wie der Willen des Schöpfers. Da vereinigen sie sich mit dem höheren Verlangen und werden wie eine Fülle von Oben wahrgenommen.

– Die anderen entsprechen nicht dem Willen des Schöpfers. Sie rufen auch eine Antwort von oben, wie die positive Wünschen, aber werden von den negativen Verlangen negativ wahrgenommen, wie eine negative Reaktion.

Sie korrigiert den Menschen, indem sie ihn durch den langen und schwierigen Weg der Leiden führt, statt den kurzen und leichten Weg, wenn seine Wünsche und die Wünsche des Schöpfers miteinander übereinstimmen.

Deshalb sollen wir uns auf das richtige Gebet vorbereiten. Und mit diesem Gebet sich zum Sohar wenden. Denn der Mensch kann nicht auf dem Unterricht ohne jegliche Wünsche anwesend sein.

So oder so er will etwas und wenn sein Verlangen, vorher vorbereitet wurde und in die richtige Richtung gerichtet, dann, beim Lesen vom Sohar schreitet er schnell und leicht voran. 

Und außerdem müssen wir daran denken, dass wir uns in der Gruppe befinden und mit ihrer Hilfe, unseres Gebets verstärken. Also wenn die Gedanken des Menschen nicht zum Ziel gerichtet sind, befindet er sich in einer Konfrontation mit der Gruppe und empfindet noch stärker die scheinbar negative Reaktion von oben.

Also, unsere ganze Arbeit besteht in der Vorbereitung auf den Unterricht, im Lesen vom Sohar und anderen kabbalistischen Bücher. Und wenn wir uns schon im Unterricht befinden, ist es schwierig etwas zu ändern. Denn das Herz des Menschen ist schon auf irgendwelche Wünsche eingestimmt.

Deshalb ist es äußerst wichtig mit welchen Gedanken ich schlafen gehe, wie bereite ich mich auf den Unterricht morgen. Diese Minuten spielen eine entscheidende Rolle. Man muss auch die physische Vorbereitung nicht vergessen, damit der Körper nicht im Schlaf versinkt.

Rabasch schreibt in seinem Artikel 36 aus Dargot HaSulam: Es steht geschrieben: „Das Gebet Hörender“. Warum das Gebet im Singular? Hört der Schöpfer nicht alle Gebete? Es handelt sich darum, dass wir nur ein Gebet hochheben sollen: um die Schechina aus dem Staub zu erheben.

Ein Gebet um die Schechina aus dem Staub zu erheben bedeutet ein Verlangen den Schöpfer bzw. die Eigenschaft des Gebens und der Liebe zum Nächsten in mir, zu offenbaren, zu wollen, sich darin dem Schöpfer anzugleichen. Und wenn wir alle unsere Kräfte nur auf eines richten, klopfen wir an die Tore, die sich unbedingt öffnen werden.

Aus einem Sohar-Unterricht. Das Vorwort, 7.12.2010

interessiert an der „Wissenschaft der Kabbala“  >  Kabbala Akademie