Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'die Schöpfung'

Vom Anfangszustand zur vollständigen Perfektion

Frage: Der Schöpfer hat uns aus dem Nichts erschaffen, wir waren in einem perfekten Zustand. Müssen wir, um Ihn wieder wahrnehmen zu können, zu dem Gefühl gelangen, dass ich weder jemand noch etwas bin? Ist das richtig?

Antwort: Nein. Nichts dergleichen!

Wir sind vom Schöpfer im perfekten Zustand erschaffen worden und sind dann aus diesem Zustand herabgestiegen. Wir haben diese Vollkommenheit verloren. Damit wir sie selbst erlangen können, müssen wir die Vollkommenheit 613 Mal stärker empfinden, als der vom Schöpfer künstlich geschaffene, ursprüngliche Zustand.

Wenn wir jetzt zu diesem Zustand kommen und ihn als das Ergebnis unserer Bemühungen empfinden, wird er von uns auf eine ganz andere Weise wahrgenommen werden- in unseren Gefühlen, in unserem Verstand und in unseren Gedanken. Daher ist der Unterschied zwischen dem, was war und dem, was noch kommen wird, sehr groß.

Zum Beispiel befindet sich ein Fötus in der Gebärmutter in einem absolut glückseligen Zustand: Er empfindet keinen Druck, fühlt sich wohl, denkt an nichts und wird ausnahmslos vom Körper der Mutter versorgt. Dieser Zustand ist jedoch nicht vollkommen.

Der Mensch wird geboren und beginnt sich zu entwickeln. Das tun wir auch. Wir waren einmal in Adams Zustand, der ursprünglichen Form der Seele. Sie war vom Licht des Schöpfers erfüllt. Es fühlte sich wie ein sehr schwaches Licht an – das Licht von Nefesh.

Nun müssen wir den vergangenen Zustand selbst erreichen, dann werden wir ihn als die höchste Verbindung mit dem Schöpfer, in Form der fünf Lichter von NaRaNCHaY wahrnehmen, d.h. auf der Stufe des Schöpfers, und nicht auf der Stufe eines Embryos.

Das ist der Unterschied zwischen unserer ursprünglichen Wahrnehmung, die uns durch die Idee der Schöpfung vermittelt wurde, als wir wie ein Fötus waren. Wir müssen hin zu dem vollendetem Zustand, den wir selbst erreichen müssen.

Wir steigen von der Stufe eines Embryos, der von sich aus nichts fühlt, nichts hat und nichts weiß, zur Stufe des Schöpfers auf. Dann werden wir die ganze Schöpfung sehen, verstehen und fühlen.

Aus dem Unterricht, 08.12.2019

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Das Spiel des Schöpfers mit dem Menschen

Frage: Es heißt, dass der Schöpfer mit dem Leviathan spielt. Was bedeutet das?

Antwort: Der Leviathan symbolisiert eine gemeinsame Schöpfung- Milliarden von Menschen.

Frage: Sind also all die Ereignisse, alles, was durch mich hindurchgeht, alles, was ich fühle – ein Spiel des Schöpfers mit mir?

Antwort: Natürlich. Damit man anfängt, sich die Welt als etwas vorzustellen, das man mit dem Schöpfer verbindet.

Frage: Aber warum spürt der Mensch nicht, dass es eine Macht gibt, den Schöpfer, der mit ihm spielt?

Antwort: Soweit ist der Mensch noch nicht gekommen. Diesen Zustand muss er noch erreichen. In der Zwischenzeit akzeptiert er von allem, was aus der Welt auf ihn zukommt, nur das Nötigste für seine Existenz, d.h. er lebt ganz normal als gewöhnlicher Mensch in unserer Welt.

Was bedeutet normal? Wenn er alle seine Bestrebungen darauf ausrichtet, die Höhere Welt und den Schöpfer zu offenbaren. Dann bekommt er unfreiwillig, auf natürliche Weise, alles was er braucht. Er beschränkt sich nicht, er will nicht mehr, da alle seine Gedanken über seinem tierischen Körper stehen. Dann strebt er zum Schöpfer und fühlt Ihn.

Aus dem TV-Programm „Grundlagen der Kabbala“, 25.03.2019

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Warum die Zeit beschleunigen, wenn das Leben wie im Nu verfliegt?

Frage: Sie sagen: Es sind noch 200 Jahre bis zur vollständigen Korrektur. Was bedeuten 200 Jahre in Bezug auf die Ewigkeit? Ich lebe seit über 50 Jahren, mein Leben war wie ein Augenblick. Was sind 200 Jahre? Ist es einfach das Vierfache? Die Zeit ist nichts. Warum sie dann beschleunigen?

Antwort: Wir beschleunigen nicht die Zeit. Wir beschleunigen unsere Entwicklung und damit das Erreichen unseres perfekten Zustandes.

Wollen Sie Ihr unglückliches Leben weiter ausdehnen? Welchen Sinn hat das Leben sonst, wenn nicht das Erkennen eines ewigen, vollkommenen Zustandes, in dem wir vollständig mit allen Teilen der Schöpfung und dem Schöpfer verbunden sind? Schließlich gibt es nichts anderes.

Die Vollkommenheit ist das Ziel unserer Entwicklung. Und während wir sie beschleunigen, verändern wir das Entwicklungsprinzip von Schlägen und Leiden zu einer guten Entwicklung mit eigenem Streben nach einem Zustand der Vollkommenheit. Das ist alles.

Eigentlich kann man die Kabbala verlassen und nichts tun. Und nach 200 Jahren wird man uns mit einem Stock zum Glück treiben, zu diesem Zustand. Dann wird alles gut werden. In jedem Fall werden wir die vollständige Korrektur und Erfüllung erreichen.

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Aus KabTV „Grundlagen der Kabbala“, vom 9.2.20

Methode der Korrektur, Teil 11

Wem wurde die Methode zur Korrektur gegeben?

Frage: In seinem Artikel „Liebe zum Schöpfer und Liebe zu den Geschöpfen“ schreibt Baal HaSulam, dass die kabbalistische Methode einem Volk mit dem Ziel gegeben wurde, sie allen anderen Völkern zu übermitteln.

Stellt es sich heraus, dass der Schöpfer nach hunderttausenden von Jahren der Entwicklung aus der gesamten Schöpfung eine bestimmte Gruppe von Menschen herausgegriffen hat, die dieser Methode zugeneigt war?

Antwort: Er nimmt die Vertreter aller Völker der Welt. Er bringt sie in eine Gruppe zusammen, die „Israel“ genannt wird – „direkt zum Schöpfer“. Er gibt ihnen die Methode, um dieses Ziel zu verwirklichen und an alle anderen weiterzugeben.

Die Methode der Korrektur besteht darin, dass der Mensch die Eigenschaft des Schöpfers, d.h. die Eigenschaft des Gebens, erlangt, indem er die Wünsche des anderen über seine eigenen stellt.

Frage: Wenn der Schöpfer die Eigenschaft des Gebens ist, denkt Er dann nicht an sich selbst?

Antwort: Natürlich tut er das nicht. Er denkt nicht an sich selbst. Wir denken immer nur an uns selbst. Darüber können wir Gedanken über andere aufbauen.

Aus der TV-Sendung „Grundlagen der Kabbala“, 07.02.2019

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Der Weg zum höchsten Ziel, Teil 2

Der Abstieg der Höheren Kräfte in unserer Welt.

Frage:  Was ist die Ursache und Wirkung der herabsteigenden Höheren Kräfte?

Antwort: Es gibt zwei Zustände: Primäre und Sekundäre, Ursache und Wirkung. Die gesamte Schöpfung entsteht durch diesen Ursache-Wirkungs-Prozess.

Wir wollen die Schöpfung von der höchsten Wurzel, dem Schöpfer offenbaren. Er ist die Ursache von allem und alles andere ist Seine Wirkung, d.h. das allmähliche Herabsteigen aller Gesetze und Eigenschaften auf unsere Welt. Das ist das Werk des Schöpfers/ der Natur.

Der Schöpfer oder die Natur ist dasselbe. Die Natur im weiteren Sinn, die alles in sich einschließt.

Frage: Was ist mit dem Begriff „ Abstieg“ gemeint?

Antwort: Der Schöpfer ist eine Eigenschaft des Gebens, der Liebe, der Emanation. Es ist eine absolut gute, absolut vollständige Funktion, von der alle Kräfte und Eigenschaften unserer Welt herabsteigen, so dass wir uns alle unter Ihm befinden. Das ist der Grund, warum die Kräfte des Schöpfers zu uns herabsteigen.

Fortsetzung folgt….

Aus dem Unterricht, 18.08.2019

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Der Weg zum höchsten Ziel, Teil 1

Grundlagen der Kabbala

 Die Kabbala ist Ursache und Wirkung von absteigenden Höheren Kräften, die ständigen und absoluten Gesetzen unterworfen sind, sie sind miteinander verbunden und zielen darauf ab, die Höhere lenkende Kraft des Schöpfers durch den Menschen in dieser Welt zu offenbaren.(Baal HaSulam, „Die Wissenschaft der Kabbala“)

Die Kabbala sagt, dass wir in unserer Welt durch das konsequente Studium und die Offenlegung der Naturgesetze zur Erkenntnis der Höheren Welt, der Höheren Kraft des Schöpfers kommen können.

Wir werden Ihn, der alle Teile der Schöpfung verbindet, als absolutes, klares und höchstes Gesetz offenbaren. Indem wir den Schöpfer offenbaren, werden wir die gesamte Schöpfung verstehen, denn Er schließt alles ein.

Alles ist in ihm, einschließlich wir. Nur auf dem Weg zu dieser Einheit, dieser gemeinsamen Kraft, dem gemeinsamen System, verwirren wir uns in verschiedenen kleinen, privaten Situationen und Verbindungen. Im Allgemeinen offenbaren wir nur den Schöpfer, denn es gibt nichts außer Ihm.

So steht es geschrieben:“ Es gibt niemanden außer Ihm.“ Das ist die erste Voraussetzung, um die Grundlage der Kabbala zu bestimmen. Das heißt, die Kabbala beschäftigt sich damit, den Schöpfer, durch den Mensch in unserer Welt zu enthüllen. Der Mensch, der die gesamte Kette von sich bis zum Schöpfer studiert und ihn so nach und nach offenbart.

Fortsetzung folgt….

Aus dem Unterricht 18.08.2019

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Das Erwachen „Israels“

Anmerkung: Die gesamte Schöpfung ist in zwei Teile aufgeteilt. Ein Teil wird „Israel“ genannt, der andere Teil „die Völker der Welt“. Wenn Israel seine Funktion nicht erfüllt, kommen die Völker der Welt mit ihren Ansprüchen. Dies manifestiert sich auf der menschlichen- sozialen Stufe.

Antwort: Das nennt man Antisemitismus.

Anmerkung: Obwohl alles in der Kabbala beschrieben und studiert werden kann, , versteht weder Israel noch die Völker der Welt,  woher das kommt.

Antwort: Natürlich! Auch das steht in der Tora geschrieben. Es entsteht naturgemäß der Hass der Völker der Welt gegenüber Israel. Es gibt kein anderes Phänomen  wie dieses.

Frage. Die Funktionen „Israel“ und die „ Völker der Welt“ werden nicht von den Menschen ausgewählt? Wird es von der Natur erfüllt?

Antwort: Nein, es wird nach der Seele differenziert. Jeder Mensch auf der Welt kann es erfüllen.

Zum Beispiel spürt plötzlich ein Eskimo das er ein Bedürfnis hat die Eigenschaft der Natur, deren Ursachen und Folgen, warum und wozu er existiert, für sich zu entdecken. Mit anderen Worten, er eilt zum Schöpfer, zur Quelle dieses Wissens, dieser Entdeckungen.

Deshalb durchforscht er sich und entsprechend seinem Streben wird er als „Isra-el“- „ direkt zum Schöpfer“ genannt.

Frage: Die sogenannte „Gottesselektivität“ ist somit nur eine Abstufung der Natur?

Antwort: Ich würde sagen, dass es zwei Teile in dieser „Gottesselektivität“ gibt. Zum Einen  gibt es den Teil der einem Menschen von Oben gegeben wird das heißt, er wird von der Höheren Kraft ausgewählt, die ihm das Verlangen nach dem Schöpfer gibt. Zum Anderen verspürt der Mensch den Wunsch die Höhere Kraft selbst zu erlangen und strengt sich deshalb an. Demzufolge ist es notwendig von Oben, als auch von unten bewegt zu werden.

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Aus dem Fernsehprogramm“ Die Grundlagen der Kabbala“ 28.01.2019

Die Pflicht aller Seelen

Du siehst also die absolute Verpflichtung, die dem ganzen Volk Israel auferlegt wurde, jedem, wer es auch sei, sich mit dem inneren Teil der Tora und deren Geheimnissen zu beschäftigen, ohne die die Schöpfungsabsicht im Menschen nicht erreicht wird. Aus diesem Grunde durchlaufen wir Lebenskreisläufe, eine Generation nach der anderen bis hin zu unserer Generation, in welcher die Seelen versammelt sind, die das Ziel, für das sie erschaffen wurden, noch nicht erreicht haben. (Baal HaSulam Vorwort zum Buch „Mund der Weisen“)

Baal haSulam sagt, dass wir die Wissenschaft der Kabbala offenbaren müssen, damit sich alle Seelen (und jeder von uns ist Träger eines Teilchens der gemeinsamen Seele) in einer gemeinsamen Seele, genannt „Adam“, vereinen können, und so einen Zustand vollständiger Identität mit dem Schöpfer erreichen können, d.h. dass sie auf das Niveau absoluten Wissens, Unsterblichkeit, Vollkommenheit aufsteigen können.

Frage: Können wir uns aus Sicht der Kabbala vorstellen, dass die Schöpfung ein großes Verlangen zu empfangen ist, das, sich ständig weiterentwickelnd, alle möglichen Metamorphosen auf der historischen Achse durchläuft? Und jeder Mensch ist ein persönliches Verlangen zu empfangen?

Meine Antwort: Ja. Die Verlangen, die wie in einem Kaleidoskop miteinander spielen, klären ständig die verschiedenen Seiten des Schöpfers  und allmählich verbinden sie sich miteinander. 

Frage: Sind das also dieselben Seelen?

Meine Antwort: Ja. Die gleichen Seelen steigen in die Welt herab, nur auf verschiedenen Ebenen und in verschiedenen Kombinationen miteinander.  

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