Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'den Schöpfer bitten'

Fragen zur spirituellen Arbeit – 10

Frage: Irgendwann beschließt der Mensch, nicht mehr um seiner selbst willen zu empfangen. Wessen Entscheidung ist das: die eines Menschen oder die des Schöpfers?

Antwort: Die des Menschen.

Frage: Wenn der Mensch die Natur seines Empfangens verstanden hat, wie findet man den tiefsten Punkt, von dem aus man zum Gebet und zur Verbindung zurückkehren kann?

Antwort: Der tiefste Punkt ist dann erreicht, wenn ein Mensch spürt, dass es auf dieser Welt niemanden gibt, der niedriger und schlechter ist als er. Von diesem Punkt aus muss er den Aufstieg beginnen.

Frage: Wenn der Schöpfer unsere Krankheit offenbart oder uns einen Schlag versetzt, ist die erste Reaktion Hass und Verbitterung gegen den Schöpfer. Ist es möglich, dies zu ändern, so dass es nur noch Dankbarkeit gibt?

Antwort: Man muss den Schöpfer bitten und Ihm danken, dass er uns verändert.

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Aus dem Unterricht zum Thema „die Gewohnheit wird zur zweiten Natur“, 10.08.2023

Der Mensch in der Lenkung des Schöpfers

Frage: Es gibt große Bösewichte in der Welt, wie z.B. Hitler und Stalin. Man hat das Gefühl, dass eine starke Kraft hinter ihnen stand, als wäre es der Schöpfer. Dann verloren sie diese Macht. Warum ist das so?

Antwort: Wenn man nicht dazu gebracht wird, sich mit dem Schöpfer zu verbinden, wird man von einer höheren Macht gelenkt. Besonders so große, negative Persönlichkeiten wie Hitler und Stalin, aber auch einige große positive Persönlichkeiten.

Darin liegt keine menschliche Macht. Aus der Sicht der Kabbala sind die übrigen Menschen mit Ausnahme derer, die Kontakt mit dem Schöpfer haben oder zumindest in diese Richtung gehen, unterwürfig und es spricht der tierische Egoismus aus ihnen. Deshalb kann man nichts von ihnen verlangen. Woher wissen sie, wie sie sich verhalten sollen, wie sie von einer höheren Macht gelenkt werden, warum sie auf diese oder jene Weise reagieren sollen.

Natürlich müssen wir das Böse, das sie in die Welt bringen können, einschränken, wir können es ihnen aber nicht zum Vorwurf machen. Wir müssen ihnen erklären und zeigen, wie sie die wahre Naturkraft, die uns lenkt, bemerken, damit wir sie offenbaren können.

Wir können sie nicht anders behandeln. Ich verstehe, dass man sie vielleicht auf weltlicher Ebene hasst, bereit ist, sie zu vernichten, und ihnen nichts Gutes wünschen kann. Anderseits sollte man verstehen, dass der Mensch ein Diener ist. In ihm wirken lediglich die Kräfte, die ihm vom Schöpfer gegeben wurden. Der Mensch ist ein Geschöpf des Schöpfers.

Nur wenn er bereits mit dem, was er vom Schöpfer erhalten hat- die Methode der Korrektur erworben hat d.h. die Möglichkeit sich selbst zu korrigieren, dann kann man ihn fragen: „Was hast du mit dem gemacht, was du erhalten hast? Wendest du die Methode der Korrektur an? Wendest du es unter den dir gegebenen Bedingungen richtig an?“

Wenn ihm keine Bedingungen für eine Korrektur gegeben werden, wie kann man dann von ihm etwas verlangen?

Wenn man die Welt aus der Perspektive der Kabbala betrachtet, muss man sie anders sehen. Man muss die Menschen als Geschöpfe des Schöpfers betrachten. Es gibt in jedem von uns ursprüngliche Eigenschaften, die man sich nicht ausgesucht hat. Wir haben uns nicht ausgesucht, wo wir geboren werden, wie wir erzogen werden, usw.

Vielleicht wäre ich gerne in einer anderen Familie, in einer anderen Gesellschaft, in einem anderen Land, in einer anderen Zeit geboren und aufgewachsen. Das hat sich niemand ausgesucht.

Warum sollte jemand zu mir kommen und fragen: „Warum verhalten Sie sich so und nicht anders?“ Ich verhalte mich so, weil ich so aufgewachsen bin, so haben sich die Eigenschaften entwickelt, die der Schöpfer in mich hineingelegt hat – das ist alles.

Deshalb bereitet uns die Kabbala auf eine völlig andere Wahrnehmung der Realität vor, damit wir keine Ansprüche an irgendjemanden haben, sondern nur an uns selbst. Wollen Sie die Welt in Ordnung bringen? Um die Welt zu verbessern, stimmen Sie sich auf den Schöpfer ein, versuchen Sie durch ihn, zu fordern, zu bitten und zu handeln.

Aus dem Unterricht, 21.02.2019

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Fortschritt durch Fragen und Antworten

Frage: Ist die Frage ein wesentliches Element der praktischen Arbeit beim Studium der Wissenschaft der Kabbala?

Antwort: Ja. Die Frage ist das Bedeutendste in unserem spirituellen Fortschritt. Es ist nicht notwendig, eine Frage zu stellen und auf eine Antwort zu warten. Du beschäftigst dich damit, du willst sie beantworten, du bittest den Schöpfer durch die Gruppe und bekommst eine Antwort. Unser ganzer Fortschritt besteht aus Fragen und Antworten. Darüber wird in Pessach Geschichten über die vier Söhne gesagt: Selbst, wenn man einen Zustand durchläuft, wo man keine Frage stellen kannst, muss man nach Möglichkeiten suchen, eine zu haben. Ohne dies gibt es keinen Fortschritt.

Frage: Wird die Frage als spirituelle Handlung betrachtet?

Antwort: Ja, natürlich. Das ist die linke Linie, die für die Handlung notwendig ist.

Frage: Kann die gestellte Frage ein echtes Geschenk an einen Lehrer oder Freund sein, als Vorbild der Hingabe an die Gruppe?

Antwort: Im Allgemeinen ja.

Frage: Lohnt es sich, eine Frage zu stellen, wenn die Methodik uns lehrt, dass die Fragen, die in uns auftauchen, während unserer Arbeit in der Gruppe auf natürliche Weise aufgedeckt und geklärt werden?

Antwort: Wenn du die Frage stellst oder etwas tust, musst du darüber nachdenken, wie du damit den anderen helfen kannst.

Aus dem 4. Unterricht des Kongresses in Moldawien, 07.09.2019

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