Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Die absolut gemessene Unendlichkeit

Frage: Wenn wir zur Unendlichkeit aufsteigen, ist es dann so, dass wir nie zufrieden sind und ständig mehr verlangen als wir haben, oder nicht?

Meine Antwort: Es ist kein endloser, sondern ein klar definierter Aufstieg: 125 Schritte, das Licht von Nefesch-Ruach-Neschama-Chaja-Yechida (NaRaNCHaY), das Verlangen von Keter, Chochma, Bina, Seir Anpin, Malchut. Es gibt eine Grenze, bis zu der mir empfohlen wird, mich mit anderen zu verbinden, bis wir ein Mensch mit einem Herzen werden, welcher als Malchut der Welt der Unendlichkeit betrachtet wird, wo wir das Licht von NaRaNChaY erreichen, das Licht der Unendlichkeit.

Alles befindet sich in seinen Grenzen; alles hat ein Maß. Wenn es „das Licht der Unendlichkeit“ heißt, bedeutet das, dass das Gefäß und das Licht einander vollkommen gleichwertig sind und es keine Einschränkungen gibt. Aus der Sicht des Verlangens ist es die unendliche Erfüllung durch das Licht.

Wenn ich ein Glas Wasser bis zum Rand fülle, bedeutet das, dass es unendlich gefüllt ist. Es gibt keine Einschränkungen: So viel wie das Glas an Flüssigkeit fassen kann, wurde hineingegossen. Es ist eine unendliche Füllung, da es nicht durch eine bestimmte Höhe begrenzt ist, über die nicht gegangen werden kann. Ich empfange alles, was mir möglich ist zu empfangen.

Deswegen erfahren wir manchmal eine Empfindung der totalen Erfüllung, als gäbe es kein größeres Vergnügen! Das bedeutet, dass du die vollkommene Erfüllung erreicht hast. Es gab zehn Unzen von Verlangen, und alle wurden gefüllt. Wenn du nicht weiter wachsen musst, dann hast du deine endlose Erfüllung erreicht. Aber ein anderer braucht vielleicht die Erfüllung auf zehn Tonnen bemessen, und bis er sie erreicht hat, wird er sich eingeschränkt fühlen. Wenn er erst erfüllt ist, wird er seine Unendlichkeit erleben.
Unendlichkeit wird nicht durch eine Entfernung gemessen, weil es in der Spiritualität keine Entfernung gibt.

Aber wenn wir unter uns Vereinigung erreichen und jeder von uns miteinander verbunden ist, in einem vollständigen, perfekten System, dem Höheren Licht, kann die Eigenschaft des Gebens in dieser perfekten Verbindung vollständig enthüllt werden. Das wird die Unendlichkeit genannt. Es ist eher ein mengenmäßiger Begriff als ein qualitativer.

Aus dem ersten Teil der täglichen Kabbala Lektion vom 12.05.2011, Schriften vom Rabasch

Das Gefäß für Wissen

Baal HaSulam, „Frieden“: Das Wohlergehen der gesamten Welt ist davon abhängig, dass die Welt die Kenntnis über den Schöpfer erlangt.

Also, die Lösung aller Probleme ist- die „den Schöpfer zu kennen“. Solange die ganze Welt, von klein bis groß, sich nicht entsprechend den eigenen Wünschen, die vollständig enthüllt werden, mit der Kenntnis über den Schöpfer erfüllt – wird sie niemals die Vollkommenheit, Frieden und Ruhe erlangen können.

Bis dahin wird es immer die Kräfte geben, welche die Welt erschüttern, und zur Füllung mit der Kenntnis über den Schöpfer drängen – an den Zustand, in welchem der Schöpfer die Schöpfung erfüllt.

Wir sehen, wie sich der unglückliche Patient vor dem unerträglichen, von allen Seiten zugefügten Schmerz zusammenkauert und windet. Denn die Menschheit warf sich bereits den Rechtsradikalismus zu , den es in Deutschland gab, oder zu den Ultralinken, die es in Russland gab, aber dies hat ihre Lage nicht gelindert, und verschärfte sogar den Schmerz und die Leiden. Und die Wehklagen steigen wie man weiß bis zum Himmel.

Verstandesmäßige Ratschläge werden hier wenig helfen, da wir ständig nach links oder nach rechts ausweichen. Manchmal versuchen wir uns in der Mitte festzuhalten, aber üblicherweise erst infolge des Übergangs von einem Extrem zum anderen, mit dem Erfolg, dass wir uns von einem Unglück ins nächste rennen, und es wird solange kein Ende geben, bis wir die Kenntnis über den Schöpfer erlangen.

Und die Kenntnis über den Schöpfer bedeutet, dass wir unsere Wünsche so korrigieren, dass sie zum Gefäß für das Wissen (daat) werden – d.h. sie füllen sich mit dem Licht Chassadim und mit dem Licht Chochma, wie es die Sefirot Chochma (Weisheit), Bina (Verstand) und Daat (Wissen) – CHaBaD darstellen.

Frage: Inwiefern wird sich die Welt mit dem Wissen des Schöpfers erfüllen?

Meine Antwort: Die Menschen werden lernen, wie man das Geben erreicht und sich in einem globalen, integralen, analogen System aufhält, worin wir einander Zugeständnisse machen, zusammengeschweißt und nah an einander sind, in welchem gegenseitiges Geben und die Liebe herrschen.

Solange wir uns nicht in einem solchen System verbunden haben, worin jeder den allgemeinen Wunsch aller fühlen kann und sich dabei bemüht, diesen Wunsch zu erfüllen, dem Nächsten zu dienen, wie eine Zelle eines lebenden Organismus – solange werden wir niemals Vollkommenheit erreichen. Und bis dahin werden sich Unglücke und Katastrophen nur noch verschärfen und uns in die Richtung dieser Vollkommenheit voranstoßen.

Und das bedeutet die „Kenntnis über den Schöpfer“: Jeder von uns wird zum Gefäß des Wissens. Seir Anpin und Nukwa, die zu Chochma und Bina hinaufsteigen, empfangen darin ihre Erfüllung, welche dem Verlangen entspricht und werden „Gefäß des Wissens“ genannt. Zusammen erreichen sie die „erwachsene“ Stufe und werden dann zusammen mit dem elterlichen Parzuf Aba we Ima zum CHaBaD.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Baal HaSulam, Frieden, 30.05.2011

Wer ist mit mir?

Frage: „Wie können wir, Ihre Studenten, uns mit Ihrer Seele verbinden?“

Meine Antwort: Was ist gemeint „mit mir?“ Ihr seid mit mir, wenn ihr euch selbst annulliert, Euer Verlangen gegenüber meinem einschränkt.
Wenn ihr an Unterrichten teilnehmt, heißt das nicht zwangläufig, dass ihr mit mir seid. Das ist noch nicht das Studium im wahrsten Sinne.

Im Grunde genommen, sollte die Vereinigung innerlich sein; sie erfolgt nicht über die Worte, die ihr hört. Wir verbinden uns durch Verlangen, Ziele und gemeinsame Aktionen. Derjenige, der die Eigenschaft des Gebens in die Tat umsetzt, ist derjenige, der studiert. In diesem Fall studiert ihr wirklich die Weisheit. Ihr werdet die Weisheit, das Licht von Chochma (Weisheit) von mir nicht erhalten können, wenn ihr nicht das Licht von Chassadim (Barmherzigkeit) als Gefäß aktiviert. Und Chassadim bedeutet Selbst-Annullierung und Vereinigung, wenn ihr dafür bereit seid.

Du machst in deinem Herzen Platz für jede Seele, und dann werden alle Seelen diesen Platz füllen. Die Gesamte Wirklichkeit kehrt zu dir zurück. Allerdings kehrt sie gerade durch deine Annullierung zurück.

Aus dem 4. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes vom 30.4.2011

Stehen an der Schwelle

Frage: Was bedeutet das Konzept „Geheimnisse der Tora“?

Meine Antwort: Ein „Geheimnis“ ist etwas, das ich nicht enthüllen kann, obwohl es klar ist, dass es existiert. Ich erlebe die Wahrnehmung eines „Geheimnisses“, wenn ich an der Schwelle von etwas Neuem stehe, bevor ich die Tür öffne.

Außerdem sind, ohne Bezug zu mir, die „Geheimnisse der Tora“ die Lichter, die von Atik verborgen werden. Sie befinden sind im Kopf von Arich Anpin in Form einer verborgenen Weisheit. Diese Lichter sind verdeckt, weil wir augenblicklich keine Bedeckung für sie haben, die uns befähigen würde, sie zu unterscheiden. Aber für mich sind sie kein Geheimnnis, da ich sie nicht spüre.

Das wirkliche Geheimnis ist der Vorhang, den ich spüre. Das Exil zum Beispiel ist die Erwartung der Erlösung, die als extrem notwendig, doch noch nicht erlangt, empfunden wird. Im Innern eben jener Empfindung der Leere skizziere ich schon die Konturen der zukünftigen Erfüllung. Das bedeutet, sich selbst im Exil zu empfinden: Ich verstehe und fühle, was ich möchte und alles was mir fehlt, ist die Verwirklichung.

Das Gleiche gilt für ein „Geheimnis“: Ich spüre, dass mir die Eigenschaft des Gebens fehlt, sodass ich im Innern ihres Lichts von Chassadim das Licht von Chochma enthüllen würde. Die Erkenntnis, die mir dieses Licht bringt, ist vor mir verborgen.

Aus dem 4. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 26.04.2011, „Einen Teil enthüllen, verhüllen von zwei“

Die Goldminen der Seelen

Baal HaSulam, Beit Shaar HaKavanot (Das Tor der Absichten), Kapitel „Den Pessach Exodus betreffend“: Die ersten Generationen, die Generation von Enosh und die Generation des Turmbaus zu Babel, verbannten Shechina aufwärts „zum siebten Himmel“.

Das Israel der Generation der ägyptischen Knechtschaft waren die gleichen Keri (vergeudeten Samen) Funken, die Adam HaRishon über 130 Jahre lang fallen ließ, bis er Seth hervor brachte.

Die Keri Funken sind das Licht von Chochma (Weisheit), welche egoistisch für sich selbst empfangen wollen. Wenn das Licht von Chochma nicht den richtigen Platz erreicht, der sich unter dem Schirm befindet, und sich nicht in das Licht des Hassadim (Segen) kleidet, wird es als „Samen auf den Boden fallend“ bezeichnet (vom hebräischen „Aretz“ Land oder Boden, und „Ratzon„, Verlangen oder Wunsch), um ihn zu „vergeuden“.

Jeder Mensch muss durch diese Stufen hindurchgehen, die Generationen von Enosh und die des Turmbaus zu Babel, durch egoistisches Verlangen, das niemanden berücksichtigt und sich wünscht, alle Freuden direkt zu empfangen, was als „Verlust von Samen“ angesehen wird.

Eine Seele ist gleich Gold, und wenn es aus der Erde ausgegraben wird, ist es mit Verunreinigungen vermischt, bis es gereinigt ist, so dass alle Verunreinigungen wegfallen und es als „Gold“ bezeichnet werden kann.

Nachdem die Gefäße zerbrachen, was in unseren Wurzeln geschah, in der spirituellen Welt, versanken unsere Seelen aus Eigenliebe in das Verlangen zu Empfangen und wurden mit ihm vollständig vermischt. Es gibt sehr wenige Funken des Schenkens, die in dieses egoistische Verlangen gelangten und die sehr schwierig wiederzufinden sind.

Es gleicht dem Gold gewinnen, Gold aus der Erde ausgraben, wenn tausende von Tonnen Erde durchsiebt und verschiedene Prozesse durchlaufen werden müssen, bevor endlich ein paar Gramm Gold aus ihr herausgezogen werden. Die Erde selbst stammt nicht von irgendeinem Ort, sondern vielmehr von dort, wo bereits vorher Gold gefunden wurde.

Trotzdem müssen Lastwagenladungen von Erde hereingebracht und gereinigt, in Wasser gewaschen und durch Filter gesiebt werden, so dass ein paar spärliche Gramm Gold letztendlich herauskommen können.

Das gleiche betrifft unsere Seelen nach dem Zerbrechen. Im Innern gewaltiger, egoistischer Verlangen gibt es nur wenige verstreute Funken, die, wenngleich noch egoistisch, imstande sind korrigiert zu werden, um zu schenken. Sie sind es, die wir schrittweise herausziehen müssen und das ist die Arbeit, die wir absolvieren müssen.

Aus dem 3.Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes vom 18/04/2011, Beit Shaar HaKavanot

Überlass dem Schöpfer die Erlösung

Das Buch Sohar, Kapitel „Bo (Komm zum Pharao)“, Punkt 169: Es besteht kein Zweifel darüber wie die Mochin de Gadlut (das Licht von Chochma)zur Passahzeit bereits scheint, obwohl Israel (jene, die danach streben, den Schöpfer zu enthüllen) noch keine Priah (Korrektur des egoistischen Verlangens) hatte, da diese durch das Erwachen von unten (durch den Menschen) getan wird, während die Erleuchtung von Mochin (das Licht von Chochma) in der Passahnacht nur durch das Erwachen von oben (vom Schöpfer) geschah.

Bis zum Auszug aus Ägypten musst du dich so viel wie möglich mit ganzer Kraft anstrengen. Doch du hast keine Chance, den Auszug zu erreichen und zu realisieren, denn das ist eine höhere Stufe. Hier muss das Licht von Chochma (Weisheit) kommen und dieses Vorübergehen, diesen Sprung, für dich ausführen (das hebräische Wort „Pessach“ kommt vom Wort „Pasach„, vorübergehen, überwechseln). Darum ereignet es sich nur durch die Wirksamkeit des Erwachens von Oben. Die Vorbereitung wurde dir anvertraut, die Verwirklichung dem Schöpfer. Das Gleiche geschieht mit dem spirituellen Zustand, der „Samstag“ heißt, denn er kommt nicht durch einen Kalender. Einerseits wird er durch das Erwachen von Oben hervorgerufen, doch andererseits heißt es: „Jener, der nicht am Abend des Shabbat (Samstag) kocht, was wird er am Shabbat essen?“ Das heißt, wenn du während der sechs Wochentage keine Korrekturen durchführst, kannst du den siebten Tag, den Shabbat (Samstag) nicht erreichen.

Dies geschieht zu jeder Zeit. Du musst alles tun, was von dir abhängt und dir auf deiner Stufe auferlegt wurde und dann kommt das Licht von Oben und vervollständigt deinen Aufstieg zur nächsten Stufe.
Aus dem 2. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 18. April 2011, Das Buch Sohar

Der Schlüssel, um den Sohar zu erschließen

Es ist kaum vorstellbar, zu welchem Ausmaß das ursprüngliche Buch Sohar, durch das, was heute für uns verfügbar ist, ersetzt wurde. Es ist ungefähr zwanzigmal geringer. Der größte Teil des Buches ist verschwunden. Kabbalisten schreiben jedoch, dass wir nicht mehr benötigen. Der Rest des Buches ist speziell für uns vorgesehen, um uns mit der notwendigen Unterstützung zu versorgen.

Es ist sehr schwierig, den Sohar zu besprechen, weil er äußerst erhaben ist. Außerdem wurde er in einer besonderen Art und Weise verfasst. Baal HaSulam erklärt, dass es zwei Arten der Seele gibt: einige wurzeln im Inneren Licht und die Anderen im Umgebenden Licht.

Wir wohnen in einem ganzheitlichen System der Seelen und die Verbindung zwischen uns fließt, sowohl in der internen Strömung zwischen den Seelen, als auch im umgebenden Feld. Jedes elektrische System ist derart gestaltet, es besitzt Widerstände (Widerstands-Schaltkreise), Kondensatoren und Induktionsspulen. Alle arbeiten zusammen, sowohl elektromagnetische Felder als auch die Widerstände zwischen ihnen. Einige Teile dieses Systems sammeln in sich Energie an, während andere den elektrischen Strom in ein magnetisches Feld und umgekehrt, das Feld in elektrischen Strom wandeln.

Das System der Seelen arbeitet auf eine ähnliche Weise. Die Autoren des Sohars mussten ebenso diese beiden Typen der Seele besitzen. Daher studierten sie auf eine sehr besondere Art. Sie saßen im Kreis. Rabbi Shimon sprach darüber, was er erlangte, während alle seine Schüler zuhörten und erörterten was er enthüllte, ihm Fragen stellten und Antworten bekamen. Rabbi Aba hörte, was sie sprachen und schrieb es nieder.

All dies geschah während dem Gespräch. Selbstredend liegt im Gespräch wesentlich die Weitergabe der Kräfte und Lichter zwischen diesen Seelen, die sowohl im Innern als auch im Umgebenden Licht hervorgebracht wurden. Rabbi Shimon besaß eine Seele, die aus dem Innern und Rabbi Aba eine, die aus dem Umgebenden Licht kam. Deswegen war Rabbi Aba fähig, alles, was Rabbi Shimon sagte, in einer verhüllten Form aufzuzeichnen, so dass heute jeder Mensch den Sohar kaufen, lesen und nichts verstehen kann.

Um dieses Buch zu erfassen, muss ein Mensch eine bestimmte Vorbereitung in Verbindung mit den Freunden durchleben. Sie müssen genau das gleiche Modell von Beziehungen zwischen sich bilden, wie es die Autoren des Sohars taten. Indem sich solch eine Gruppe organisiert (es ist nicht verbindlich nur zehn Leute in ihr zu haben, es könnten ebenso gut 10000 sein) und sich bemüht sich zu vereinigen und sich wünscht zu entdecken, worüber das Buch in ihrer gemeinsamen Verbindung berichtet, werden sie Rabbi Shimons Gruppe ähnlich. Und dann erhalten sie die Einwirkung des Lichtes von ihm.

Da einige von uns zum Inneren und einige zum Umgebenden Licht gehören, beginnen wir den Einfluss aufzunehmen, wie ein Radio die Wellen aufnimmt. Dann beginnen wir zu vernehmen, was das Buch uns auf der Stufe von Bina sagt (Hören ist die Stufe von Bina) und sogar zu sehen (auf der Ebene von Chochma), je nach unserer spirituellen Stufe. Und wenn wir auf der Ebene von Bina die gemeinsame Verbindung nicht erreicht haben, dann bereiten wir uns noch darauf vor.

Somit ist es ein Zeichen von spirituellem Aufstieg, wenn wir als eine Gruppe, während wir den Sohar lesen, diesen Text als die gleichen Kräfte und Eigenschaften zu spüren beginnen, wie sie der Sohar schildert. Das ist das Wesen des Buches selbst. Dieses Buch ist ein Lehrer, eine Arbeitsanleitung. Ein Mensch spürt, wenn er in es eindringt, wie er mit diesem Buch aufsteigt und spirituelle Stufen entdeckt, als ob er in der Tat eine Leiter hinaufsteigt.

Ich hoffe sehr, dass während unseres Unterrichtes, wenn wir beginnen werden den Sohar zu lesen, ihr alle zusammen die rechte Absicht bewahren werdet, um so viel wie möglich aus dieser Quelle zu erhalten.

Aus der 4.Lesung des WE! Kongresses vom 02/04/2011

Kleide dich ins Geben ein

Eine große Stufe auf unserem Weg ist die Stufe des Erlangens der Eigenschaft des Glaubens oder mit anderen Worten, die Eigenschaft des Gebens. In dem Maße, in dem wir sie erlangen, steigen wir über unsere Natur des Empfangens auf.

Als Ergebnis erhalten wir ein vollständiges Gewand über alle unsere Verlangen, über alle ihre Aspekte und verschiedenen Arten der Vermischung zwischen ihnen. Danach setzen wir unseren Aufstieg fort, aber schon in Richtung des völligen Glaubens. Das bedeutet, dass wir vom einfachen Glauben zur zweiten Stufe der Korrektur aufsteigen und die Eigenschaft der Liebe erwerben. Dann korrigieren wir unsere Verlangen, füllen sie mit dem Licht von Chochma, dem Genuss, und mit dieser Hilfe erlangen wir das Geben.

Deshalb ist der erste Zustand Chafez Chessed, die Stufe von Bina, wo wir zuerst das empfangende Verlangen durch die altruistische Absicht korrigieren, die durch die Eigenschaft des Glaubens, das Geben, eingekleidet wird. So erlangen wir die ersten drei Sefirot von Bina.

Dann gehen wir weiter zu ihren sieben unteren Sefirot, erwerben die Fähigkeit uns fremde Kelim oder Verlangen anzueignen und korrigieren und füllen sie dadurch. Genau wie Bina, welche die unteren erfüllt, können wir ebenso andere Kelim füllen.

Wie kann es sein, dass sie zuerst fremd sind und ich das nicht tun kann? Tatsache ist, dass ich sie fülle, wenn ich sie an mich binde, sodass sie in mir sind, wie im Zustand der Empfängnis, oder des Stillens, oder dem erwachsenen Zustand (Mochin). Das ist meine Haltung zu ihnen.

Dies wird schon vollkommener Glaube genannt, das Licht von Chassadim, mit der Erfüllung des Lichts von Chochma.

Aus dem 1. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 1.03.2011, Schriften von Rabash

Zeige einem Dummkopf keine halbfertige Arbeit

Frage: Wen interessiert die Korrektur mehr – uns oder den Schöpfer?

Meine Antwort: Den Schöpfer. Andernfalls würde Er uns nicht erwecken.

Frage: Warum ist es dann unsere Arbeit, die übrige Welt zu erwecken?

Meine Antwort: Er ist der Interessierte, warum machen wir uns also Sorgen? Also, Tatsache ist, dass wir keine Wahl haben – der Schöpfer verpflichtet uns. Er erweckt uns, damit wir alle anderen erwecken.

Frage: Doch warum hat Er nicht die gesamte Welt erweckt?

Meine Antwort: Wir werden das gesamte System, die Rolle jeder Person und die Verbindung untereinander nur dann erfahren, wenn wir das absolute, korrigierte System erreichen, wodurch jeder Mensch dieses vollständige System in seinem Innern einschließt.

Dann wirst Du erkennen, warum alle diese Seelen diesen Weg und durch diese Korrektur gehen mussten. Jetzt, während wir mitten auf dem Weg sind, ist es unmöglich, diese Fragen zu stellen. Das ist der Entwicklung eines Fötus ähnlich, dem plötzlich eine Hand wächst, dann eine Zunge, dann ein Bein, dann etwas, das aussieht wie ein Schwanz, der erscheint und wieder verschwindet, dann erscheinen die Augen und so weiter. Wir verstehen alle diese Formen der Entwicklung nicht.

„Zeige einem Dummkopf keine halbfertige Arbeit“. Vorerst sind wir Dummköpfe, was bedeutet, dass uns immer noch das Licht von Chochma fehlt, das Licht der Weisheit, das sich in unseren Verlangen oder Kelim ausbreiten muss.

Aus dem 1. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 15.02.11. Schriften von Rabash

Lerne, mit dem Herzen zu verstehen

Frage: Es ist uns bekannt, dass man mit der Vernunft versteht. Was bedeutet die Aussage „mit dem Herzen zu verstehen“?

Antwort: Solange du noch jung bist, steht es dir noch bevor zu offenbaren, dass man in Wirklichkeit nur mit dem Herzen versteht, und wenn das Herz etwas nicht annehmen will, kann die Vernunft dagegen nichts tun. Wenn wir dem Herzen beim Handeln gehorchen, d.h. entsprechend unserem Verlangen handeln, ist das Verlangen unsere Basis, unsere Natur und die Materie der Schöpfung, die vom Schöpfer erschaffen wurde. Deshalb bearbeitet die Vernunft nur die Information und kann dich zu nichts verpflichten.

Es scheint nur so, dass du alle deine Berechnungen mit dem Verstand durchführst und siehst dann das Ergebnis in Form von Formeln, Tabellen und Grafiken. Tatsächlich ist es nicht so, im Endeffekt wird alles vom Herzen (Verlangen) bestimmt.

Die Bedeutung der Vernunft wird dabei nicht herabgemindert. Sie hat jedoch keine andere Aufgabe als zur Datenverarbeitung zu dienen. Aber welche Daten soll sie verarbeiten? – Die Daten, die sie vom Herzen bekommt.

Die Menschen sind fühlende Geschöpfe. Ich kann urteilen, was für mich gut oder schlecht ist und was ist Wahrheit und was ist Lüge, was bitter und süß. Aber was möchte ich im Endeffekt erreichen? In jedem Fall möchte ich zum Süßen kommen, ich überprüfe mit dem Verstand nur, ob es in Wirklichkeit süß ist. Aber in beiden Fällen befinden sich die Erfüllung und das Ergebnis im Verlangen.

Man kann schlussfolgern und sagen, dass mit der Aussage „mit dem Herzen zu verstehen“ eine Fähigkeit gemeint wird, den Verstand und die Gefühle zu vereinigen. Das Herz ist das Verlangen, das mit dem Licht Chassadim korrigiert wurde und kann jetzt in sich das Licht Chochma enthüllen. Das bedeutet das Verständnis.

Dieses im Herzen enthüllte Verständnis ist das Licht Chochma, das sich ins Licht Chassadim bekleidet. Das heißt, du hast nun das Verlangen und die Vernunft, die zusammenarbeiten können. Es ist die Wahrheit und zugleich auch süß.

Aus dem Vortrag im Auditorium „Kabbala für alle“ vom 21.12.2010