Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Chochma'

Beispiele des Höheren

Der Schöpfer wird durch verschiedene Formen des Gebens enthüllt, jedoch wird er in uns enthüllt, dem empfangenden Verlangen. Andernfalls würden wir diese Ausdrucksformen nicht empfinden. Sie kommen von oben, allerdings müssen wir diese annehmen und ihnen von unten, von unserem Ende her, ähnlich werden.

Das macht den ganzen grossen Unterschied aus. Wir haben ein ähnliches Beispiel in unserer Welt, wenn wir etwas begreifen, sehen, fühlen und schmecken, aber dann müssen wir es selbst kopieren. Hierin steckt eine enorme Anstrengung. In der spirituellen Welt senkt Ima ihren unteren Teil in Seir Anpin ab und gibt ihm ein Beispiel mit ihrem Reflektierendem Licht (Or Choser). Wenn das Höhere auf diese Weise handelt, kann das Niedrigere nicht scheitern, denn es sieht ein fertiges Beispiel.

Auf die gleiche Weise geben wir kleinen Kindern erprobte, zuverlässige Beispiele, die es ihnen nicht erlauben, Fehler zu machen. Wenn jedoch ein Kind selbst nachahmen möchte, was wir ihm gezeigt haben, dann ist das bereits ein Problem. Es macht einen Fehler und erkennt, dass es zuerst Kraft und Wissen erlangen muss.

Entsprechende Prozesse geschehen in der spirituellen Welt. Auch wenn der Schöpfer uns Beispiele gibt, und obwohl alle Stufen von Oben kommen, kommen sie in der entgegengesetzten Form. Ihnen fehlen unsere Anstrengungen, verbunden mit Verlangen als auch Verständnis, was Bemühungen im Herzen und im Verstand bedeutet.

Nur durch beifügen unserer Anstrengungen zu Verlangen und Verstand, erkennen wir die durch den Höheren gegebenen Beispiele, folglich wandeln sich diese dadurch von Finsternis in Licht. Schliesslich sind sie für uns zuerst in Finsternis getaucht, weil wir spüren, dass wir ausserstande sind, dies selbst zu tun. Rabash schreibt davon im Artikel: „Die Einbeziehung der Eigenschaft der Gnade in das Urteil.“

Der Schöpfer wird ein „Weiser“genannt, denn Er besitzt das Licht Chochma und alle notwendigen Kräfte. Ein Mensch, der sich ein Beispiel am Schöpfer nimmt, wird ein „Schüler eines Weisen“ genannt, denn er kopiert des Schöpfers Formen des Gebens.

Trotzdem müssen wir verstehen, dass dies nicht nur das Kopieren einer Handlung ist. Zunächst müssen wir damit einverstanden sein, diese Form anzunehmen, weil das etwas ist, was wir überhaupt nicht wollen. Wenn wir damit einverstanden sind, bedeutet das, dass wir uns irgendwie selbst einschränken und einen Ort in uns schaffen, wo diese sich offenkundig machen können, dann sind wir bereit diese Formen in unserem empfangenden Verlangen wahrzunehmen, und sodann zu verstehen, wie sie gebildet wurden und sie zu wiederholen. Dies bedeutet, ungeachtet unseres Verlangens zu studieren, zusammen mit dem Verlangen und dem Verstand, bis wir erkennen, wie wir die Beispiele des Schöpfers in der Praxis an uns selbst ausdrücken und ausführen können.

Eine lange Kette von Handlungen liegt zwischen unserer Bereitschaft, ein Beispiel zu empfangen und es lebendig werden zu lassen. Und all dies, wird „das Werk des Schöpfers“ genannt, da wir das Beispiel, das wir erhielten und selbst verwirklichen, mittels der Kraft und der Weisheit, die auch von oben kommen.

Während des ganzen Prozesses müssen wir nur das Verlangen haben aufzusteigen – das Verlangen, das wir von der Umgebung empfangen.

Aus dem 1.Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes vom 02/03/2011, Schriften von Rabash

Innere Weisheit

Die spirituelle Arbeit verläuft über dem Wissen. Das bedeutet: nicht gemäß unserem egoistischen Verstand und unseren Gefühlen. Aber wie geschieht das?

Die Sefira Daat (Wissen) in der spirituellen Struktur ist eine besondere Verbindung von Gefühl und Verstand: Das Gefühl stammt aus Bina, der Verstand aus Chochma. Wie aber kann man noch darüber hinaus arbeiten? Wie kann man sich wenigstens an den kleinsten Zipfel dieses Prinzips halten, um im spirituellen Leben voranzukommen?

Wenn wir uns neuen Wahrnehmungswerkzeugen nähern wollen, dürfen wir nicht mit Gefühl und Verstand arbeiten, sondern ausschließlich an der Annäherung an die Freunde. Wenn ein Mensch etwas verstehen und erreichen möchte, wenn er einen Schritt nach vorne in der Spiritualität machen will, dann sucht er nicht danach, wie er es durch Verstand oder Gefühl tun kann. Er kann es weder aus einem Buch lernen noch aus seinen persönlichen Empfindungen gewinnen, sondern nur durch die Annäherung an die Freunde.

Das ist die einzige praktische Handlung, die wir zur Korrektur des Systems Adam HaRishon ausführen können. Die spirituelle Annäherung an die Freunde im Zehner wird in uns neue Kelim enthüllen und uns allmählich vom Wissen in das „über dem Wissen“ führen: von den materiellen Kelim dieser Welt – dem irdischen Verstand und Gefühl – hin zu spirituellen Kelim. Und diese offenbaren sich nur durch das Überwinden von Störungen, Gleichgültigkeit und innerer Ablehnung gegenüber den Freunden und dem Zehner.

Je mehr wir unsere Herzen öffnen und die Annäherung suchen, desto mehr erkennen wir, wie es heißt: „Nicht mit dem Verstand lernt man.“ Die Erkenntnis hängt nicht vom Wissen ab, sondern von den Kelim, die sich immer mehr miteinander verbinden. Nach dem Zerbrechen sind wir alle voneinander getrennt, doch in dem Maß unseres Wunsches, uns zu vereinen und einander näherzukommen, schaffen wir korrigierte Kelim, in denen wir neue spirituelle Begriffe wahrnehmen.

So gewöhnen wir uns daran, durch innere, spirituelle Veränderungen voranzuschreiten und nicht nach größerem materiellem Verstand oder nach intensiveren psychologischen Empfindungen zu verlangen. Wir verlangen lediglich die Annäherung an die Freunde, und indem so das Kli von Adam HaRishon korrigiert wird, beginnen wir zu verstehen, was ein integrales spirituelles System ist, wie es in Adam HaRishon vor dem Zerbrechen bestand und wohin wir uns jetzt entwickeln.

Wir enthüllen die höhere Kraft, den Schöpfer, und die Wissenschaft der Kabbala in uns selbst – nicht durch Ansammlung von Buchwissen. Deshalb wird die Kabbala die innere Weisheit genannt.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Glaube über dem Verstand” 

Wünsche die durch das Feuer führen

Es gibt die Eigenschaft „Gold” (Sahaw) und es gibt die Eigenschaft „Silber” (Kessef) (Baal HaSulam, Shamati, 175, „Wenn aber des Weges dir zu viel ist”).

Der Artikel „Wenn aber des Weges dir zu viel ist“ ist etwas Besonderes. Er besagt, dass wir nicht darauf achten sollten, wie weit wir uns vom Schöpfer entfernt fühlen, sondern wir dafür sorgen können, dass unsere Entfernung von Ihm zu einer Annäherung wird.

Silberne Kelim symbolisieren Gefäße, um das Licht Chassadim zu empfangen, goldene Kelim symbolisieren Gefäße, um das Licht Chochma zu empfangen.

Wenn wir klar verstehen, dass alles, was der Schöpfer tut, zu unserem Wohl geschieht, dann müssen wir all die silbernen und goldenen Kelim (Gefäße), die in uns sind, durch das Feuer führen und einschmelzen, d. h. ihre äußere Form entfernen.

So können wir aus ihnen neue Kelim erschaffen, die unseren neuen Wünschen entsprechen.

Denn „durch das Feuer führen” bedeutet, dass man mit eigenem Verlangen alles verbrennen möchte, ohne etwas von der früheren Form zu hinterlassen. Dann kann man aus demselben Material, das wieder zu einem Stück Metall geworden ist, eine neue Form schaffen.

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Aus einem Unterricht zum Artikel aus dem Buch „Shamati”

 

Das Gespräch des Schöpfers mit dem geliebten Geschöpf

Wenn ich beginne, meine Beziehung zur ganzen Welt zu korrigieren – zu allen anderen Seelen, zu meinen Freunden in der Gruppe und beim Studium –, entdecke ich plötzlich, dass es nur mich und den Schöpfer gibt – und sonst niemanden …

Das bedeutet: Alle Freunde, die ganze Welt, die unbelebte, pflanzliche und tierische Natur, die Menschen, die Seelen – all das sind im Grunde Erscheinungsformen des Schöpfers mir gegenüber. Denn der Schöpfer kann sich mir nicht als Licht ohne Gefäß (Kli) offenbaren – ich hätte nichts, womit ich Ihn wahrnehmen könnte.

Deshalb teilt der Schöpfer die Schöpfung in zwei Teile: das Geschöpf selbst, seine Seele – und alle übrigen Wünsche außerhalb dieses Geschöpfes, die dem Schöpfer zugeordnet sind.

Der hebräische Begriff für Schöpfer, Bore, setzt sich zusammen aus den Worten Bo – Re, also: „Komm und sieh“. Wenn sich das Geschöpf mit diesem scheinbar äußeren Kli verbindet, drückt es dadurch seine Beziehung zum Schöpfer aus – und in diesem Gefäß offenbart sich das Licht. All dies gibt dem Geschöpf die Möglichkeit, die Höhere Kraft zu enthüllen.

Dann beginnt das Geschöpf, die „Sprache“ des Schöpfers zu verstehen – das Gespräch, das der Schöpfer mit ihm führt. Manchmal scheint es ihm, als sei dieses „äußere“ Kli höher, über ihm, manchmal niedriger, unter ihm. Manchmal erscheint ihm die Welt wie ein leerer Raum, in dem es absolut nichts gibt. Aber wenn das Geschöpf versteht, dass der Schöpfer für es absichtlich diesen leeren Raum freigemacht hat, damit es ihn selbst mit seinem Verlangen zu geben füllen kann – dann hat es ein Arbeitsfeld erhalten.

In dieser Leere fehlt das Licht des Glaubens, das Licht des Gebens – Chassadim. Und wenn das Geschöpf bereits in der Lage ist, diesen leeren Raum mit dem Licht von Chassadim zu füllen, dann verbindet es sich dadurch mit dem Schöpfer und kann darin auch das Licht von Chochma (Weisheit) offenbaren.

Und es gibt auch umgekehrte Zustände, in denen der Schöpfer das Geschöpf spüren lässt, dass es erfüllt ist. Zuerst fühlt es sich an, als würde man vor einem gewaltigen Licht stehen, das sich aber noch außerhalb von einem befindet – dieses Empfinden wird uns in den ersten neun Sefirot (den TET Rishonot) gegeben.

Der Mensch muss auf diesen Genuss ein Zimzum (eine Einschränkung) machen, seine innere Grenze – bis zu welcher er das Licht aufnehmen kann – auf die Höhe von Nikwej Ejnaim (Öffnungen der Augen) anheben und in den drei Linien arbeiten, um mit dem Massach (Schirm) dieses Licht zu messen, das vor ihm steht – um zu klären, inwieweit man es um des Gebens willen annehmen kann.

So schreiten wir voran, durchlaufen verschiedene Zustände – oft auch unbewusst. Aber sie offenbaren sich nur unter der Bedingung, dass wir nicht vergessen: Es gibt nur ein Licht und ein Gefäß – das für uns in viele Teile aufgeteilt wurde, die wir nach und nach mit der Absicht zu geben an uns anschließen müssen.

Auf diesem Weg stehen uns zwei Hauptetappen bevor:

  1. Die Stufe von Bina (Chafez Chessed, das Verlangen nach Barmherzigkeit), auf der der Mensch noch nicht wirklich in Verbindung mit anderen treten kann. Er lernt lediglich, seinem Egoismus zu widerstehen, sich über seine Wünsche, über all seine enthüllte böse Neigung zu erheben, und erlangt so die Gefäße von GE (Galgalta we Ejnaim – Kopf und Augen).

  2. Danach beginnt er mit der ”Verbindung der Eigenschaften der Barmherzigkeit und des Gerichts“  zu arbeiten– das heißt, er beginnt auch seine empfangenden Wünsche, die in ihn eingeschlossen sind, zum Geben zu nutzen.

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Aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash

Das Purimfest im Licht der spirituellen Korrektur

Das Purimfest symbolisiert die zukünftige vollständige Heilung der gesamten Menschheit.

Vor zweieinhalbtausend Jahren hatte bereits eine teilweise Korrektur in den spirituellen Wurzeln stattgefunden, aber das war nur eine Vorbereitung, denn alles, was bei der Korrektur der menschlichen Gemeinschaft geschieht, muss zwei Stufen durchlaufen.

Die erste Stufe wurde von einer kleinen Gruppe Menschen verwirklicht, die Abraham aus Babylon heraus führte und bis zum Einsturz des ersten Tempels leitete. Diese Gruppe durchlief fast alle Stufen der Korrektur, und eine davon war der so genannte „Purim“-Zustand. Purim bedeutet „Los“ („pur“). Und heute müssen wir das Gleiche mit uns und mit der ganzen Welt wiederholen.

Die Purimgeschichte erzählt, dass König Ahaschwerosch von Babylon ein großes Fest abhielt, bei dem er erfuhr, dass zwei seiner Gefolgsleute ein Komplott schmiedeten, um ihn zu entthronen. 

Diese Verschwörung wurde von Mordechai offenbart, einem Kabbalisten, der sich auf der Ebene von Chassadim oder Bina befand, wo der Mensch nichts um seiner selbst willen braucht. Nur bis zu dieser Stufe kann er sich selbst korrigieren, und weiter aufsteigen kann er nur, indem er andere anzieht und ihnen durch sich selbst das Licht von Chochma übermittelt, d.h. indem er die Funktion von Bina erfüllt.

Bina ist in zwei Teile geteilt: der obere Teil, GAR de Bina oder Galgalta we Ejnaim de Bina, der nur zum Geben arbeitet und nichts um seiner selbst willen will, und der untere Teil, SAT de Bina, der das Licht von oben, von Chochma, empfängt, um es an die unteren weiterzugeben, wenn sie es brauchen.

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Wenn du nicht empfangen kannst, wirst du nichts zu geben haben


Bina enthält das gesamte Licht von Chochma, jedoch nur, um darüber dem Licht Chassadim den Vorzug zu geben. Mit anderen Worten, sie bevorzugt das Geben gegenüber der Erfüllung. Was bedeutet das?

Das ist, wenn ich nichts anderes will, als zu schenken! Jemand gibt mir eine Million Dollar, aber ich weigere mich, diese anzunehmen. Sie können mir 100 Millionen oder eine Milliarde anbieten, jedoch immer noch werde ich mich weigern. Das nennt man Chassadim: Das Geben gegenüber dem Empfangen vorzuziehen.

Es ist unmöglich, das Geben zu messen, es hat keine Grenzen. Man kann nur etwas messen, wenn es sich innerhalb der Verlangen des Empfangens befindet. Wenn ich eine Milliarde Dollar empfangen könnte und ich möchte dieses Geld auch, ziehe aber das Geben vor, dann ist dies das Maß meines Verlangens zu geben. Wenn ich jedoch kein Verlangen zu empfangen habe, dann besitze ich nichts, mit dem ich das Verlangen zu geben messen könnte.

Diese beiden gegensätzlichen Verlangen müssen sich vereinigen: Ich benötige ein großes Verlangen und eine Empfindung einer großen Freude, dass ich empfangen kann und gleichzeitig brauche ich einen Schirm (Massach) über dem Verlangen zu empfangen. Auf diese Art werde ich das Geben über alles andere stellen. Aber unter welchen Umständen können wir diese Korrektur erlangen?

Nur das Licht – Or Makif – kann uns diese Korrektur gewähren. Wenn ich das Licht Chassadim bevorzuge und das Licht Chochma zurückweise, dann messe ich dementsprechend die Höhe des Lichts Chassadim, obwohl es sich nach außen ausbreitet. Das Licht Chochma andererseits breitet sich vertikal aus, von Oben nach unten.

Bina hat in und aus sich selbst keine Höhe. Wenn du geben willst, schreite voran. Du solltest dich nicht darum kümmern, wie viel und an wen du schenkst. Jedoch die Höhe des Gebens wird am Verlangen zu empfangen gemessen, welches gegensätzlich zum Geben ist und von diesem bezwungen werden kann.

Zur Kabbala Akademie…

Das höhere System sehen und hören

Die Menschen wissen nicht, was der Zustand „liShma“ bedeutet, und bezeichnen oft so ihre ganz und gar nicht spirituellen Zustände.

Sie begreifen nicht, dass es, um liShma zu erreichen, einer schweren Arbeit bedarf, die ohne das Studium der Kabbala, die Gruppe, die Erfüllung von Aufstiegsbedingungen, die von Kabbalisten erklärt werden, unmöglich zu bewältigen ist.

Denn liShma bedeutet, dass du dich über deinen Egoismus erhebst und dich gänzlich im Geben befindest. In dem Verlangen zu geben siehst du die spirituelle Welt und existierst nur um der Spiritualität willen in dieser Welt.

Du identifizierst dich gänzlich mit deiner Seele und brauchst einen gesunden Körper nur, um in beiden Welten existieren zu können.

Denn die Seele kann nicht vorankommen, ohne dass ihr zweiter Teil, der Körper, sich in dieser Welt befindet. Sie braucht den Körper bis zur allerletzten Stufe.

Die Menschen begreifen nicht, dass man, um die Eigenschaft des Gebens, liShma, erreichen zu können, das Licht, das zur Quelle des Gebens, zur Ähnlichkeit mit dem Schöpfer, zurückführt, anziehen muss.

Danach heißt der Mensch „Engel“, d.h., er erhält offen die Befehle des Schöpfers und führt sie aus.

Er „hört“ entweder den Schöpfer oder „sieht“ Ihn – es enthüllen sich ihm im Licht Chassadim oder sogar Chochma das höhere System, seine Beziehungen mit dem Schöpfer.

Diese Erkenntnis hat in keiner Weise etwas mit der Qualität oder Quantität des Wissens zu tun, sondern nur damit, in welchem Maße man über die Eigenschaft des Gebens und der Liebe verfügt.

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Zwei Stufen der Bürgschaft

Derjenige, dessen Verlangen direkt zum Schöpfer gerichtet ist, erkennt, dass der Schöpfer sich in einer richtigen wechselseitigen Beziehung zwischen den Seelen enthüllen lässt. Diese Beziehung entwickelt sich in der Gruppe in zwei Schritten:

1. Der Aufstieg zur Stufe von Bina, Chafez Chessed, wo der Mensch sich als einen Abgesandten, der über dem Wissen handelt, wahrnimmt.

Zuerst erkennt er, dass er sich in der Gewalt des Egoismus befindet. Wie kommt man denn aus dieser Falle heraus? – Mit Hilfe eines Beispiels, das der Mensch nur von der Umgebung bekommen kann.

Wenn der Mensch dieses Beispiel über dem Verstand und dem Gefühl, sprich „über dem Wissen“ annimmt, wenn er a) in Übereinstimmung mit der Gruppe und b) entgegen sich selbst handelt, dann ist genau das auch die richtige Handlung, die darauf gerichtet ist, das Zerbrechen zu erkennen und zu korrigieren und dadurch spirituell aufzusteigen.

Indem ich an den Werten der Umgebung und nicht an meinen eigenen Werten, Gedanken und Berechnungen festhalte, rufe ich die Einwirkung des Lichts auf mich hervor.

Denn in einem solchen Fall entsprechen meine Handlungen der Eigenschaft des Lichts, und aus diesem Grund rufe ich das Licht über die Umgebung – über das System, in dem ich die Einheit wiederherstelle – hervor.

Auf diese Weise entsteht in mir allmählich ein Gefäß, das „Chafez Chessed“ oder „über dem Wissen“ heißt. Letztendlich verwende ich nur die Eigenschaft des Gebens, die Kraft des Gebens, das Gefäß des Gebens.

Was bedeutet das? Der Verstand und das Gefühl sind nicht von mir, ich habe sie gegen jene von der Gruppe eingetauscht, ich bin ein Abgesandter der Freunde an den Schöpfer. Das, was sie schätzen, nehme ich an und führe es aus.

Mir ist vollkommen unwichtig, was in dem Päckchen drin ist, wofür es abgeschickt wurde. Es gibt nur eine Berechnung – mich von mir selbst loszusagen und ihren Wunsch zu erfüllen. Auf diese Weise steige ich zur ersten Stufe der Bürgschaft auf.

2. Und dann will ich eine aktivere Rolle spielen, ohne mich nur mit den Funktionen eines Abgesandten zufrieden zu geben. Ich stelle fest, dass ich zu einem Übergangsglied werden kann: ich kann nicht nur das, was mir gegeben wird, weiterleiten, sondern auch selbständig das Licht anziehen und weitergeben.

So sieht der zweite Schritt aus – die Rückkehr aus Liebe, über Bina. Hier enthülle ich das Leuchten von Chochma und gebe es an die anderen im gleichen Netz, das ich auf der Stufe von Bina aufgebaut habe, weiter. Ich erfülle die anderen mit all dem, was ich für sie nur empfangen kann – und dann beginne ich, das Schöpfungsziel wahrzunehmen.

Gerade durch diese Arbeit werde ich den Schöpfer erkennen, ich werde erkennen, dass es niemanden außer Ihm gibt. Im Endeffekt erlange ich das Streben „direkt zum Schöpfer“ und werde zum Bürgen für die anderen.

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Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash

Gespräch über Schönheit

Kommentar: Es gibt ein Gedicht von Zabolotsky:

Und wenn ja, was ist Schönheit 
Und warum vergöttern die Menschen es? 
Ist es ein Gefäß, in dem Leere ist, 
Oder Feuer, das in einem Gefäß flackert?

Antwort: Ja, das ist richtig – „Feuer, das in einem Gefäß flackert“.

Das Gefäß ist das Licht von Chasadim“. Und in diesem Gefäß beginnt sich das Licht von Chochma zu manifestieren.

Sie wird von innen heraus gefühlt, ohne dass es eine Definition gibt.

Kommentar: Es gab immer noch das Gefühl, dass es eine äußere und eine innere Schönheit gibt. Die Liebe ist einfacher: Ich liebe einen anderen, ich liebe ihn einfach.

Antwort: Wer liebt? Wer liebt wen? Es ist Tierliebe. Ich entschuldige mich natürlich dafür, dass ich Ihre Liebe von ihrem Sockel gestürzt habe. Aber in Wirklichkeit ist die Liebe, wenn wir tiefer in ihr Wesen eindringen, die Manifestation des Schöpfers in der Schöpfung.

Sie ist es, die uns anzieht, sie ist die Quelle der Anziehung. Das ist das Licht, das Chochma genannt wird und das sich uns nur offenbart, wenn es in das Licht von Chasadim gekleidet ist.

Das Licht von Chochma ist das Licht des Lebens, das sich im Licht der Güte manifestiert. Andernfalls kann sie nicht enthüllt werden.  

Frage: Was ist Güte?

Antwort: Güte ist, wenn ich einem anderen wünsche, dass er existiert, selbst wenn es auf meine Kosten geht. Wenn ich bereit bin, alles zu geben, damit alle existieren können. Das ist die Güte. Dann manifestiert sich der Glanz des Schöpfers in mir und wird in gewisser Weise von mir reflektiert.

Dieses Leuchten des Schöpfers, das sich in der Freundlichkeit eines Menschen zeigt, in der richtigen Einstellung eines Menschen zu den Menschen, zur Welt, zur Natur, wird „Schönheit“ genannt. Das ist praktisch das, was uns anzieht. Aber es ist natürlich weit weg.

Frage: Äußere Schönheit wird uns auferlegt, das wissen wir. Die Mode wird uns aufgezwungen. Ist das die innere Schönheit?

Antwort: Diese Schönheit ist nur auf Guten, auf Geben, auf Selbstaufopferung, auf Liebe aufgebaut. Und das hat nichts mit unseren heutigen Gefühlen zu tun. Wir können sie weder genießen noch leiden, jedenfalls nicht mit unserem heutigen Verständnis. Niemals.

Frage: Kann ich die innere Schönheit physisch sehen? Wenn ich einen Menschen ansehe oder mit ihm kommuniziere, kann ich dann die innere Schönheit fühlen oder sehen?

Antwort: Wenn du mit ihm kommunizierst, kannst du das vielleicht. Nach und nach. Wenn man entdeckt, wie freundlich ein Mensch ist, wie sehr er einem anderen den Vortritt lassen kann. Nicht irgendwo in einer Straßenbahn, sondern einfach überall im Leben.

Frage: Wenn ich das fühle, sehe ich dann immer noch, dass er äußerlich z.B. hässlich ist?

Antwort: Du siehst es nicht. Wenn du ihm bereits gerecht geworden bist, siehst du sein Aussehen nicht. Für dich ist es der Ausdruck der Freundlichkeit, der Güte, der ihn schön macht.

Frage: Bedeutet das, dass ich dieses Feuer in einem Gefäß sehe und mich nicht mehr für das Gefäß, für diese Hülle, für all diese Äußerlichkeiten interessiere?

Antwort: Das Gefäß muss vorhanden sein, sonst kann man das Feuer nicht sehen. Aber im Prinzip sieht man das Feuer.

Frage: Ist es wichtig, die äußere Hülle zu diesem Feuer im Inneren zu durchbrechen?

Antwort: Nein. Wenn du dich mit diesem Gefäß verbindest, mit Güte, mit Geben, mit Liebe und dergleichen, dann verstehst du sein inneres Feuer.

Wenn du dich mit der Güte des anderen abgleichen kannst, entdeckst du in diesem Maße sein inneres Feuer.

Frage: Was ist, wenn ich sage, dass ich das nicht tun kann? Ich werde nie in der Lage sein, so zu handeln.

Antwort: Das spielt keine Rolle, dann irgendwie aus der Ferne, aus einer gewissen Distanz; es gibt viele Dimensionen dafür.

Frage: Aber habe ich die Größe dieses Menschen, der so ein Leben führen kann?

Antwort: Ob du sie hast oder nicht, hängt davon ab, wie du sie entwickeln wirst oder nicht.

Kommentar: Normalerweise sagen wir: „Nun, er kann das. Nun, er hat das Geld.“

Antwort: Wir tun alles, damit es für uns angenehm und einfach ist. Und wenn ich mich darauf einstelle, das Angenehme, Leichte, Schöne in anderen zu sehen, dann werde ich es auch sehen. Allerdings muss ich mich schon im Vorfeld selbst auflösen.

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Aus der Fernsehsendung „Nachrichten mit Michael Laitman“, 20.06.2022

Das Bündnis der Augen

Frage: Gibt es in der Kabbala so etwas wie einen „Bund der Augen“? Was bedeutet es?

Antwort: Der Bund der Augen ist eine hohe Verbindung, die bereits im Licht des höheren Verständnisses im Licht von Chochma stattfindet.

In unserer Welt gibt es Menschen, die sagen: „Ich habe gehört“, und es gibt solche, die sagen: „Ich habe gesehen“. In der Kabbala symbolisiert das Sehen das Licht von Chochma und das Hören das Licht von Chassadim.

Was das Licht von Chassadim betrifft, so können wir nicht sagen, was wir fühlen. Wir hören, aber es ist keine vollständige Erkenntnis. Volle Erkenntnis ist Sehen.

Dementsprechend gibt es Propheten, die sagen: „Ich habe gesehen“ oder „Ich habe gehört“. „Ich sah“ ist eine absolut vollständige Erkenntnis des Schöpfers, und wir betrachten eine solche Prophezeiung als die Höchste.

Die Unterteilung in „gesehen“ und „gehört“ findet sich in allem, was uns wiederfährt. Was immer jedem von uns im Leben zu Teil wird, kommt vom Schöpfer.

Er allein erfüllt und bewegt uns die ganze Zeit. Das Wichtigste was wir uns wünschen ist absolutes Verstehen und das kann nur im Licht von Chochma, also in der Vision geschehen.

Aus der Fernsehsendung “ Spirituelle Zustände“, 28.12.21

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