Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Buchstaben'

Jeder Mensch hat eine Seele!

Wenn man Kabbala studiert, nur um Wissen anzueignen, ohne sich korrigieren zu wollen, bringt das nichts! Das Wichtigste ist, das Licht, das zur Quelle zurückführt, anzuziehen.

Aus diesem Grund haben die Kabbalisten in den vergangenen Jahrhunderten ihre Bücher geheim gehalten, denn das Verlangen nach dem Licht der Korrektur hat sich in den Menschen noch nicht offenbart.
Wozu sollte man dann dem Menschen das Buch geben? Er hätte doch nur tote Buchstaben, leere Kästchen darin gesehen.

Deshalb existierte ein Verbot für Kabbala! Wenn das richtige Verlangen im Menschen noch nicht gereift ist, wird die Kabbala ihm nicht nutzen, sondern nur schaden, weil er sie mechanisch studieren und so, wie er war, auf der materiellen Ebene bleiben wird.

Dann kommt aber die Frage auf: Warum verbreiten wir Kabbala für alle, auch für diejenigen, die noch kein Verlangen nach der Spiritualität, keinen „Punkt im Herzen“ haben.

Es ist so, dass unser Verlangen alle Ebenen enthält. Das gemeinsame Gefäß schließt alle Seelen, alle Menschen mit ein, selbst diejenigen, in deren Seelen sich die Reshimot zur spirituellen Korrektur noch nicht enthüllt haben und die noch nicht sofort damit beginnen können, weil sie das Verlangen, das spirituelle Ziel zu erreichen, nicht verspüren.

Doch jeder Mensch hat eine Seele! Und alle sind sie in Malchut der Welt der Unendlichkeit eingeschlossen. Deshalb strahlen wir dadurch, dass wir alle diese Seelen an uns anschließen und sie in unseren Kreis aufgenommen werden, das von uns angezogene Licht auf sie aus, welches auf alle, die mit uns nur irgendwie verbunden sind, einwirkt.

Selbst wenn das umgebende Licht auf sie nicht mit der gleichen Kraft wie auf uns einwirkt. Bei uns wirkt es unmittelbar auf das spirituelle Reshimo ein, bei ihnen hat sich dieses Reshimo noch nicht enthüllt, und das Licht wirkt indirekt darauf ein, bringt sie aber nichts desto trotz der Korrektur näher und schließt sie an unseren gemeinsamen spirituellen Organismus an.

Deshalb ist das auf keinen Fall eine nutzlose Arbeit! Baal HaSulam schreibt, dass genau die Verbreitung der Wissenschaft der Kabbala in den breiten Massen auch „Horn des Messias“ genannt wird.
Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Vorwort zu Panim Meirot“ vom 11.08.2010

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Was ist eine Gematrie?

Eine Frage, die ich erhielt: Was bedeutet eine Gematrie in der Spiritualität?

Meine Antwort: Eine Gematrie ist ein bestimmter innerer Zustand eines Menschen (seiner Seele), welcher aus dem Wunsch (Gefäß, Kli) und aus dem Licht (Füllung) besteht.

Die Summe aller Empfindungen, Eindrücke, Zustände, Erinnerungen, Absichten – im Allgemeinen, im Seelenzustand, geäußert in Form vom Buchstaben oder in Form der Buchstabenreihenfolge – wird als Gematrie bezeichnet. Es ist die Form der Aufzeichnung eines bestimmten Seelenzustands. Angenommen, ich kann eine Melodie vorspielen oder ein Lied vorsingen, die meinen Zustand beschreiben würden. Es ist eben die Gematrie. Ich kann genauso einen Buchstaben oder ein bestimmtes Symbol malen – was auch die Gematrie sein wird. Ich übertrage an euch meine Empfindung, meinen Zustand. Ich zeichne ihn auf. Es ähnelt sich dem Reshimo (der informativen Aufzeichnung des Zustandes).

In der Spiritualität gibt es nichts, außer den Zuständen des Lichtes und des Wunsches (Kli), außer dem Zustand der Ähnlichkeit zwischen dem Licht und dem Wunsch, mit Hilfe des Schirmes, der Absicht. Alles andere ist – die Art und Weise, wie wir diesen Zustand äußern.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 15.08.2010

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Die Welt wurde mit einem Segen geschaffen

Sohar, Abschnitt Wajigasch, P. 2: Jedoch wurde alles in der Tora erschaffen und alles wurde in der Tora vervollkommnet. Und da die Tora mit Bet beginnt, wurde die Welt in Bet erschaffen. Denn bevor der Schöpfer die Welt, Nukwa, erschuf, erschienen alle Buchstaben vor Ihm und traten einer nach dem anderen in umgekehrter Ordnung herein, in der Ordnung von Taw-Shin-Resh-Kof und nicht in der Ordnung von Alef-Bet-Gimel-Dalet.

P. 3: Der Buchstabe Taw trat vor Ihn und sagte: „Du wünschst die Welt mit mir zu erschaffen.“ Der Schöpfer antwortete: „Ich wünsche es nicht, denn viele Rechtschaffene sind dazu bestimmt, in dir zu sterben. …

P. 4: Die drei Buchstaben „Shin-Kof-Resh näherten sich, jeder alleine. Der Schöpfer sagte: „Ihr seid nicht geeignet, dass die Welt in euch erschaffen werde, denn ihr seid die Buchstaben, die für das Lesen von Sheker (Täuschung, Falschheit) benutzt werden, und eine Lüge ist es nicht wert, vor mir zu erscheinen.“

Man kann dies mit unserer Bitte um Verbindung unserer Wünsche (Kelim) an den Schöpfer vergleichen. Denn aus Buchstaben besteht die Struktur von Malchut. Im Wesentlichen wollen wir gerade sie aus unseren Punkten in Herzen bilden.

Es ist, als ob wir mit unserem Verlangen zum Schöpfer kommen (obwohl wir dessen jetzt noch nicht bewusst sind), schreien wie Säuglinge, ohne zu wissen, wonach wir bitten sollen. Unser Schreien wirkt so, als hätten wir den Schöpfer in verschiedensten Formen, in verschiedensten Buchstaben gebeten, aber, bis wir das richtige Verlangen, den richtigen Buchstaben entdeckt haben, bekommen wir keine Antwort.

P. 5: Die Buchstaben Pe und Zadik näherten sich, und so taten es alle, bis der Buchstabe Chaf erreicht war. Als Chaf von Keter herunterstieg (Keter wird im Hebräischen mit Chaf geschrieben), wurden die Oberen und Niederen geschüttelt, bis alles im Buchstaben Bet – dies ist ein Zeichen für Beracha (Segen) – zur Existenz kam; und in ihm wurde die Welt vervollkommnet und geschaffen.

Wir müssen solches Verlangen, solchen Zustand erreichen, in welchem ein spirituelles Gefäß nur durch einen Segen von oben geboren werden kann und durch keine anderen Bemühungen von unserer Seite, nur wenn wir uns in dieselbe Kraft des Segens, in die Einheit mit dem Schöpfer einschließen.

Aus einem Sohar Unterricht, 06.06.2010

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Wie aus Licht und Finsternis Buchstaben geboren werden

Sohar, Kap. „Tezaveh„, Punkt 18: Als das Licht von „Buzina“ im Buchstaben „Yud“ zu leuchten begann, weiteten sich aus einem Teil des Leuchtens drei Punkte vom Yud aus… und die mittlere Linie wurde zu zwei Linien…

Diese vier Punkte weiteten sich aus und wurden zu einem Palast… Und in jedem der beiden Buchstaben „Hej“ gibt es aber nur vier Punkte und nicht alle neun, so wie im „Yud„. Der Grund dafür ist, dass jeder nur eine Eigenschaft von „Yud“ hat, der eine hat Toch und der andere Sof.

Baal HaSulam erklärt, dass im Buchstaben „Yud„, in seinem Punkt, der vom Schöpfer „aus dem Nichts“ erschaffen wurde, alles enthalten ist.

Das Licht und dieser Punkt, der aus dem Nichts erschaffen wurde, sind zwei absolute Gegensätze, das runde Licht und die gleiche runde Finsternis ihm gegenüber.

Wie lässt das Licht, indem es innerhalb des Verlangens arbeitet, unterschiedliche Formen in diesem Verlangen entstehen? Warum wirkt das Licht nicht gleichmäßig auf das Verlangen, wenn sie sich gegenüberstehen?…

Das Geheimnis liegt darin, dass das Licht auf das Verlangen nicht einfach wie das Gute auf das Böse oder wie das Licht auf das Dunkel einwirkt, denn in diesem Fall wäre der kleine schwarze Punkt „Jesh mi Ajn“ (aus dem Nichts erschaffen) einfach nur größer geworden.

Doch in dem Licht ist das Ziel der Schöpfung, den Geschöpfen Genuss zu schenken, verborgen, das Verlangen des Schöpfers, der Schöpfung nicht nur Erfüllung, sondern auch das innere Wesen zu schenken, d.h. die Schöpfung Sich selbst ähnlich werden zu lassen.

Das heißt, das Licht trägt zwei Eigenschaften in sich, während es auf den Punkt der Finsternis einwirkt. Deshalb vergrößert sich dieser dunkle Punkt nicht nur, sondern weitet sich noch aus. Dadurch entstehen solche Formen, die sich Buchstaben nennen.
Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 31.5.2010

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In der Einfachheit liegt die Genialität

Alles kommt von HaWaYaH (Yud-Hej-Waw-Hej) – dem gemeinsamen, einzig bestehenden System, und nimmt seinen Anfang in der Wurzel – in der Spitze des Yud (Kuzo shel Yud).

Das ist Keter, „Bestehendes aus dem Bestehenden“ (Jesh mi Jesh). Dort gibt es Licht und Verlangen (Kli), „Etwas aus dem Nichts“ (Jesh mi Ajn), die sich zusammen ausbreiten.
Das Licht wirkt auf das Verlangen ein, das dann verschiedene Formen annimmt, das heißt, das Verlangen zu genießen verändert ständig seine Eigenschaften entsprechend dem Licht.
Der Sohar erklärt, wie alle Eigenschaften aus dem Licht, welches das Verlangen zu genießen erschaffen hat, entstehen, „Etwas aus dem Nichts“, und wie das Licht an diesem Verlangen arbeitet.
Dies ist wahrhaft eine Entwicklungssymphonie: das Einwirken des Lichts auf das Verlangen, der Mangel an Erfüllung, der sich unter dem Einfluss des Lichts verändert, indem er verschiedene Formen und Eigenschaften annimmt und in sich Eigenschaften des Lichts und seine vorherigen Formen einschließt, welche die nachfolgenden Zustände noch mehrere Stufen später beeinflussen.
Der Sohar erklärt uns, wie aus nur zwei Kräften – dem Verlangen zu geben und dem Verlangen zu genießen – die gesamte Vielfalt der Schöpfung entsteht. Und all das ist unmittelbar mit uns verbunden, denn in unserer Welt gibt es auch nichts anderes außer zwei Kräften – schwarz und weiß, Eins und Null, Gut und Böse.
Ganz gleich, über welche Ebenen wir sprechen – die gesamte Schöpfung, unser ganzer Eindruck, all unsere Gefühlsformen und Bilder der Realitätswahrnehmung bestehen aus zwei Kräften.
Die Kabbalisten haben geschafft, diese zwei Kräfte sehr schön in Form von Buchstaben zu erklären. Wenn wir später diese Formen betrachten, werden sie zum Leben erweckt, mit Lebensgeist erfüllt.
An den Buchstaben beginnt man zu erkennen, wie diese Eigenschaften, der Schöpfer und die Schöpfung, miteinander verbunden sind, wie sie ineinander greifen und einander durchdringen, in welcher Richtung, auf welche Art und Weise, worin sie miteinander verschmelzen und worin noch nicht, welche Einschränkungen es gibt.
Uns fehlen die Worte, um diese Beziehungen auszudrücken. Doch der Buchstabe, das Symbol bietet dir ein Modell. Und indem du dieses Modell wahrnimmst, schaltest du in dir die Gesamtheit der Empfindungen, der Beziehungen und all dessen, was in einem Buchstaben enthalten ist, ein.
Und in einem Buchstaben gibt es alles. Er scheint nur eine einfache Form zu sein, doch diese Einfachheit schließt in sich tausende von vorherigen Formen ein, die er bei seinem Abstieg von oben nach unten angenommen hat.
In der Kabbala geht alles aus dringlicher Notwendigkeit hervor. An der Natur selbst, an der Struktur des Menschen und seiner Wahrnehmung haben die Kabbalisten erkannt, dass es keine andere Möglichkeit gibt, die Beziehung zwischen dem Schöpfer und der Schöpfung auszudrücken, als mithilfe von diesen Symbolen, Buchstaben.

 

Buchstaben sind meine Eigenschaften

Sohar, Kap. „Wajikra„, P.156: … Die dreizehn Eigenschaften von Rachamim sind vom Yud abhängig von der oberen Spitze des Yud, Keter in welchem es dreizehn Korrekturen von Dikna gibt.Deswegen besteht Yud aus Waw-Dalet, um auf SoN in ihnen hinzuweisen, von welchem sie zu YESHSUT werden, welche Bina ist, die wieder Chochma wird. weiter…Von dort treten alle Mochin hervor und sie sind die Perfektion von allem, da die Füllung von Waw-Dalet in der Gematria „Jud“ (zehn) ist, d.h. dass sie genauso wichtig sind wie sie.

Eine Frage, die ich erhielt: Der Sohar erzählt viel über Buchstaben. Was ist die Verbindung zwischen Buchstaben, die im Sohar erwähnt werden und Buchstaben, wie Symbole der Einwirkung des höheren Systems auf uns?

Meine Antwort: Das ist dasselbe. Buchstaben sind spiritülle Gefässe, durch welche das Licht audf mich einwirkt. Wir können über das Licht reden, und ihn als ein bestimmten Buchstabe – „Jud„, „Wav„, „Dalet“ bezeichnen. Ein Buchstabe bedeutet eine Eigenschaft des Lichtes, die es erhält, indem es durch den Buchstaben durchgeht, um uns auf bestimmte Art und Weise zu beinflussen. Der Buchstabe ist auch eine Eigenschaft des spirituellen Gefässes, das sich dem Licht angeglichen hat, um es empfinden zu können.

Nach dem Gesetz der Gleichheit der Eigenschaften ist es unmöglich, das Licht zu fühlen, ohne dass ich die Form, in der das Licht auf mich einwirkt, annehme. Wenn z. B. das Licht durch „Waw“ kommt und auf mich einwirkt, dann muss ich auch die Form von „Waw“ annehmen, um mit dem Licht verbunden zu sein. Da ich selbst aus meinem Material, „Waw“ ein Ebenbild von „Waw“ bilde, werde ich nicht zum „Waw„, sondern zum „Dalet“ ( nächster Buchstabe). Denn mein Material ist anders.

Somit haben wir „Jud“ – „Chochma„, welche in den drei Buchstaben mit denen er geschrieben wird, zeigt, in welcher Form er wahrgenommen werden kann. wenn wir „Waw“ und „Dalet“ haben werden, wird sich der „Dalet“ dem „Waw“ angleichen.

Aber Dalet und Waw sind doch verschiedene Buchstaben? Das stimmt, die sind verschieden, aber mit einander kongruent. Da sie aus verschiedenen Stoff geschaffen wurden, nehmen sie solche Formen an. Deswegen existieren so viele verschiedene Buchstabenformen, obwohl jede Form das Geben ist.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 23.05.2010

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Buchstaben sind Eigenschaften

Buchstaben sind die Eigenschaften, die unser Verlangen unter der Wirkung des Lichtes, das zur Quelle zurückbringt, annimmt.

Der Schöpfer hat das Material geschaffen – unser Verlangen zu genießen. Unter der Einwirkung des Lichtes nimmt dieses Verlangen verschiedene Formen – Eigenschaften, die dem Licht ähnlich sind – an.

Das Material an sich ist das Verlangen zu empfangen, der Wunsch sich zu erfüllen. Aber mit Hilfe des Lichtes nimmt es Formen an, die ihm entgegengesetzt sind, höhere Formen, Formen des Gebens und der Liebe.

Wir ..nennen diese Eigenschaften „Formen“, da sie aus dem Wunsch nach aussen herausragen. Der Wunsch bekommt irgendwelche äußeren Formen, die man erkennen kann.
Denn wenn es einfach Material wäre, könnte ich es nicht wahrnehmen. Und da es irgendeine Form (hat?), kann ich sie erkennen: ein Kreis, ein Quadrat, ein Rechteck – ohne Formen könnte ich ihn nicht erkennen.

Das Licht, wenn es auf den Wunsch zu genießen einwirkt, schafft in ihm verschiedene „Buckel und Gruben“, indem er dem Licht erlaubt, sich in den Eigenschaften des Gebens, die ursprünglich in dem Verlangen nicht vorhanden sind, auszudrücken. Sie werden oberhalb des Wunsches gebildet, als ob sie aus ihm herausragen.

Deshalb nennen wir diese Eigenschaften Formen. Was heisst eine „Form“? – Das Material, das dem Licht etwas ähnlich geworden ist, nennt man Form der Materie.

Es gibt insgesamt 27 solcher Formen: 22 sind die Buchstaben von Alef bis Taw und noch fünf Endbuchstaben, sog MaNTZePaCH. Warum? Weil von SAT von Bina, Teil der Bina, der auf uns wirkt, 22 Formen des Gebens heraus gehen: 9 von Bina, 9 von S“A und 4 von Malchut. Und noch 5 endliche, einschränkende Formen.

So haben wir 27 Formen, die unserer Material unter der Einwirkung von Licht annehmen kann.

Deswegen können wir mithilfe dieser 27 Formen erklären, was der Schöpfer aus uns macht, was er von uns will, wie wir Ihm ähnlich werden können – in 27 Formen, die wir unter der Einwirkung des Lichtes auf unser Material bekommen. Und jetzt ist er noch absolut formlos – einfach ein Berg von Wünschen.

Aus einem Abendunterricht nach dem Buch Sohar, 13.05.2010

Spannendes Abenteuer an Ort und Stelle

Es scheint, als ob der Sohar eine sehr einfache Geschichte erzählen würde, indem er immer wieder über ein und dasselbe spricht und es nur von unterschiedlichen Ebenen und Stufen aus, durch unterschiedliche Begriffe und Situationen erklärt.

Und ständig taucht die Frage auf: Warum kehrt er immer wieder zu den gleichen Sachen zurück? Wie lange kann man nur ein und dasselbe lesen?!

Wir begreifen aber nicht, dass, wenn der Mensch während des Lesens diese Zustände in sich drin durchlebt, das für ihn alles andere als ein und dasselbe ist. Jedes Mal ist das ein vollkommen anderes Abenteuer, selbst wenn darüber in den gleichen Worten erzählt wird, denn in der Realität gibt es nichts, außer der zehn Sefirot und drei Linien: d.h. vier Buchstaben des HaWaYaH mal drei Linien ergibt zwölf Teile.

Doch wenn sich in uns das Verlangen und der Schirm verändern, dann eröffnen sich uns ständig neue Eigenschaften: Klänge, Düfte, Geschmäcke.

Jedes Mal verändert sich das ganze Bild vom Anfang bis zum Ende, und jeden Tag erleben wir neue Eindrücke und Empfindungen.

Darum – mag es uns auch wie Wiederholungen vorkommen (und der erhalten gebliebene Sohar-Text beträgt nur ca. 5% des Originals) – bedeutet jede Seite und jedes Wort für diejenigen, die die spirituelle Erkenntnis bereits erlangt haben, ein vollkommen neues, sich nie wiederholendes Erlebnis.

Wollen wir hoffen, dass jeder von uns den Sohar so wahrnehmen können wird.

Aus dem Abendunterricht zum Buch Sohar, 13.05.2010

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Du verstehst den Sohar nicht. Punkt.

Wenn wir den Sohar lesen, müssen wir zwei Dinge verstehen:

1. Dass wir nichts verstehen! Das ist ein Resultat unserer Gegensätzlichkeit zu diesem Buch. Der Sohar zeigt uns auf, dass unsere Natur zu jener der Kabbalisten, die dieses Buch schrieben, entgegengesetzt ist.
2. Dass wir zu diesem Buch eine Beziehung wie zu einem „wundersamen Werkzeug“ haben müssen, der Quelle unserer Korrektur. Und Korrektur ist das Einzige, was wir von ihm verlangen sollen.

Sie brauchen nicht Verständnis fordern. Selbst wenn es so scheint, dass ich verstehe, was in dem Buch beschrieben wird, wie zum Beispiel, wenn es über Parzufim und Sefirot oder Moses, Abraham und Ägypten spricht, egal ob die Wörter bekannt sind oder nicht, Tatsache ist, dass ich es nicht verstehe. Die Worte des Sohar bedeuten nicht das, was ich von ihnen denke.

Es gibt zwei Formen von Natur: Empfangen und Geben, und beide werden mit den gleichen Worten, Symbolen und Buchstaben beschrieben. Jedoch gibt es einen riesigen Unterschied zwischen dem, was sich eigentlich hinter diesen beiden Welten verbirgt – der Welt des Empfangens und der Welt des Gebens. Es gibt nichts Gemeinsames zwischen ihnen.

Folglich ist es sinnlos zu versuchen, den Text des Sohar zu verstehen und zu interpretieren. Im Verlangen, ihn zu „verstehen“, sollten wir nicht nach einem direkten Verständnis streben (was unmöglich ist), sondern um eine zweite Natur zu erlangen. Dann werden wir das reformierende Licht empfangen, welches unsere Natur beeinflussen und verändern wird. Dann, in dem Maße, wie sich unsere Natur verändert, werden wir verstehen, worüber der Sohar spricht. Er wird plötzlich für uns einsichtig werden und das Buch wird uns enthüllt sein.

Deswegen müssen wir uns zur Lektüre wie zu einem wundersamen Werkzeug beziehen und verstehen, dass unser Unverständnis korrekt ist – so soll es sein. Wir müssen auf die verborgene Kraft in diesem Buch bauen, die auf den Leser wirkt.

Je mehr ich danach verlange, es durch eine Veränderung meiner Natur zu verstehen, umso mehr wird das Buch auf mich einwirken. Um zu verstehen, worüber das heilige Buch Sohar spricht, müssen wir zuerst die gleiche Natur erwerben wie jene Kabbalisten, die den Sohar schrieben. Wir müssen die gleiche Form erlangen, in der sie ihre Gedanken ausdrückten.

Erwartest du die Erlösung?

Der Sohar, Abschnitt Shemot (Exodus), Punkt 247: Sechzig ist Malchut, die Mächtigen oben, von der Seite der Gwura, die sich an die Schnitzereien heften, das heißt, an die Äußerlichkeit der heiligen Chaja von Israel, was Malchut ist. Daher sind sie nach ihr benannt, sechzig Königinnen (Malchujot). Diese sind Engel, ernannt über die Völker. Achtzig Dienerinnen sind die Engel, die von den Schnitzereien der Malchut ernannt sind, unterhalb der sechzig Königinnen. Daher werden sie Dienerinnen genannt und nicht Königinnen. Und die Mädchen haben keine Zahl….

Alles worüber wir im Sohar lesen, spricht über innere Verlangen. Es gibt nichts anderes als Verlangen. Wir lesen über innere Phänomene, Veränderungen und verschiedene Beziehungen zwischen diesen Teilen.

Es ist jenes große Konstrukt, zusammengefasst als Malchut bezeichnet, welches sich verändern muss, jedes Mal wenn es sich mehr dem Licht angleicht. Daher existieren alle Namen und Bezeichnungen, die im Sohar geschrieben stehen, innerhalb Malchut, innerhalb unserer Verlangen, in deren verschiedenen Beziehungen zueinander.

Daher brauchen wir nur darüber nachzudenken, wie wir das Licht auf das Verlangen ziehen, so wie es im Sohar beschrieben wird. Obwohl wir nicht die speziellen Eigenschaften und deren Veränderungen oder irgendetwas, was dort vor sich geht, verstehen können, erwarten wir dennoch Erlösung: damit das Licht dieses Verlangen beeinflusst, damit wir das Verlangen und das Licht, welches es füllt, verstehen und wahrnehmen und diese dann zusammen verspüren. In der Tat ist es unmöglich, dass eine ohne das andere zu fühlen, sondern erst wenn es einen Kontakt zwischen ihnen gibt, sogar im allerersten, minimalsten Ausmaß.

Das ist es, worauf wir warten. Und alle Wörter und Buchstaben, welche wir im Buch Sohar lesen, existieren einzig und allein in diesem Verlangen – in unserer Seele.

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