Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Bina'

Den Schöpfer hören

Frage (Idan, 11 Jahre alt): Wenn der Schöpfer mit den Menschen in der Bibel und im Pentateuch sprach, warum spricht Er heute nicht mit uns? Und wenn Er doch mit uns, mit der heutigen Generation, spricht, wie kann man dann davon erfahren?

Meine Antwort: Der Schöpfer spricht ständig mit dir, doch du hörst es nicht. Er wohnt in deinem Herzen und spricht zu dir, doch du willst dein Herz nicht öffnen!

Er klopft an dein Herz, wie an eine Tür, doch du machst nicht auf, weil du Seine Klopfzeichen nicht hörst, dir fehlt das Gehör, Bina, die Eigenschaft des Gebens. Wenn jemand an die Tür klopft, du aber Probleme mit dem Gehör hast, dann hörst du es nicht. „Das Ohr“, das Gehör bedeutet in der Spiritualität die Stufe der Bina, die Kraft des Gebens. Wenn du empfänglich für das Geben, für die Nächstenliebe gewesen wärest, würdest du hören, dass Er zu dir spricht.

Frage: Was sagt Er?

Meine Antwort: Er sagt: „Lass uns umarmen! Lass uns zusammen sein!“ Doch sich mit dem Schöpfer zu umarmen bedeutet, genauso wie Er zu sein, in der Eigenschaft des Gebens und der Nächstenliebe zu leben, und das will ich nicht. „Gib mir etwas für mich persönlich, dann kannst du kommen! Doch damit, was du mir anbietest, komme nicht! Ich will dir die Tür nicht öffnen“, – das sagen wir zu Ihm.

Auszug aus dem Programm „Frage den Kabbalisten“, 18.04.2010

Gesegnet bist Du, der die Welten erschaffen hat

Buch Sohar, Abschnitt „Ekev“, Artikel „Das Ziel des Segens“, P. 16: „Und deshalb erweckt der Segen, mit dem der Mensch den Schöpfer segnet, den Segen von oben, der alle Welten erfüllt.“

Frage: Was ist ein „Segen“?

Antwort: Ein Segen ist eine besondere Kraft von oben – die Kraft von Bina, die auf Malchut einwirkt. Der Schöpfer wird „der Gesegnete“ genannt, wenn ich mich aus Malchut heraus an Ihn wende und darum bitte, dass die Kräfte des Gebens in mich eindringen und zu einem Teil von mir werden.

Wenn ich diese Kräfte in mich einschließe, bedeutet das, dass ich den Segen empfange – die Eigenschaften von Bina, die in Malchut aufgenommen werden. Entsprechend diesen Eigenschaften, die ich vom Schöpfer erhalten habe, kann ich Ihn den Gesegneten nennen. Andernfalls hätte ich nicht die gleichen Eigenschaften, um Ihn wertzuschätzen und Ihm zu danken.

Warum möchte ich diese Eigenschaften von Bina empfangen? Damit ich den Schöpfer nicht verfluche, sondern Ihn segne. Das bedeutet, dass all meine Korrekturen nicht zu meinem eigenen Nutzen geschehen, sondern einzig und allein, um den Schöpfer zu lieben, Ihn zu ehren – Ihn zu segnen.

Deshalb bedeuten die Worte „Gesegnet bist Du“ in den Segenssprüchen der Gebete, dass ich bereits Korrekturen durchlaufen habe, die es mir ermöglichen, um des Gebens willen zu arbeiten. Ich habe Seinen Segen empfangen und befinde mich nun selbst im Zustand des Gebens und der Liebe – und segne den Schöpfer für diese Möglichkeit.

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(Aus einer Lektion über das Buch Sohar)

Das Purimfest im Licht der spirituellen Korrektur

Das Purimfest symbolisiert die zukünftige vollständige Heilung der gesamten Menschheit.

Vor zweieinhalbtausend Jahren hatte bereits eine teilweise Korrektur in den spirituellen Wurzeln stattgefunden, aber das war nur eine Vorbereitung, denn alles, was bei der Korrektur der menschlichen Gemeinschaft geschieht, muss zwei Stufen durchlaufen.

Die erste Stufe wurde von einer kleinen Gruppe Menschen verwirklicht, die Abraham aus Babylon heraus führte und bis zum Einsturz des ersten Tempels leitete. Diese Gruppe durchlief fast alle Stufen der Korrektur, und eine davon war der so genannte „Purim“-Zustand. Purim bedeutet „Los“ („pur“). Und heute müssen wir das Gleiche mit uns und mit der ganzen Welt wiederholen.

Die Purimgeschichte erzählt, dass König Ahaschwerosch von Babylon ein großes Fest abhielt, bei dem er erfuhr, dass zwei seiner Gefolgsleute ein Komplott schmiedeten, um ihn zu entthronen. 

Diese Verschwörung wurde von Mordechai offenbart, einem Kabbalisten, der sich auf der Ebene von Chassadim oder Bina befand, wo der Mensch nichts um seiner selbst willen braucht. Nur bis zu dieser Stufe kann er sich selbst korrigieren, und weiter aufsteigen kann er nur, indem er andere anzieht und ihnen durch sich selbst das Licht von Chochma übermittelt, d.h. indem er die Funktion von Bina erfüllt.

Bina ist in zwei Teile geteilt: der obere Teil, GAR de Bina oder Galgalta we Ejnaim de Bina, der nur zum Geben arbeitet und nichts um seiner selbst willen will, und der untere Teil, SAT de Bina, der das Licht von oben, von Chochma, empfängt, um es an die unteren weiterzugeben, wenn sie es brauchen.

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Wenn du nicht empfangen kannst, wirst du nichts zu geben haben


Bina enthält das gesamte Licht von Chochma, jedoch nur, um darüber dem Licht Chassadim den Vorzug zu geben. Mit anderen Worten, sie bevorzugt das Geben gegenüber der Erfüllung. Was bedeutet das?

Das ist, wenn ich nichts anderes will, als zu schenken! Jemand gibt mir eine Million Dollar, aber ich weigere mich, diese anzunehmen. Sie können mir 100 Millionen oder eine Milliarde anbieten, jedoch immer noch werde ich mich weigern. Das nennt man Chassadim: Das Geben gegenüber dem Empfangen vorzuziehen.

Es ist unmöglich, das Geben zu messen, es hat keine Grenzen. Man kann nur etwas messen, wenn es sich innerhalb der Verlangen des Empfangens befindet. Wenn ich eine Milliarde Dollar empfangen könnte und ich möchte dieses Geld auch, ziehe aber das Geben vor, dann ist dies das Maß meines Verlangens zu geben. Wenn ich jedoch kein Verlangen zu empfangen habe, dann besitze ich nichts, mit dem ich das Verlangen zu geben messen könnte.

Diese beiden gegensätzlichen Verlangen müssen sich vereinigen: Ich benötige ein großes Verlangen und eine Empfindung einer großen Freude, dass ich empfangen kann und gleichzeitig brauche ich einen Schirm (Massach) über dem Verlangen zu empfangen. Auf diese Art werde ich das Geben über alles andere stellen. Aber unter welchen Umständen können wir diese Korrektur erlangen?

Nur das Licht – Or Makif – kann uns diese Korrektur gewähren. Wenn ich das Licht Chassadim bevorzuge und das Licht Chochma zurückweise, dann messe ich dementsprechend die Höhe des Lichts Chassadim, obwohl es sich nach außen ausbreitet. Das Licht Chochma andererseits breitet sich vertikal aus, von Oben nach unten.

Bina hat in und aus sich selbst keine Höhe. Wenn du geben willst, schreite voran. Du solltest dich nicht darum kümmern, wie viel und an wen du schenkst. Jedoch die Höhe des Gebens wird am Verlangen zu empfangen gemessen, welches gegensätzlich zum Geben ist und von diesem bezwungen werden kann.

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Gericht und Barmherzigkeit

Frage: Was bedeutet „Gericht und Barmherzigkeit“ im Spirituellen – ist es vergleichbar mit gewöhnlicher Moral?

Antwort: Baal HaSulam schreibt, dass viele glauben, die Tora spreche über Moral – doch das ist ein gewaltiger und bitterer Irrtum.

Moral basiert lediglich auf Lebenserfahrung. Der Mensch zieht seine Lebensweisheit aus den Ereignissen, die er durchlebt hat.

Doch die Weisheit der Kabbala stützt sich in keiner Weise auf die Ereignisse unseres irdischen Lebens oder auf Erfahrungen, die wir in dieser Welt machen. Wir befolgen die Ratschläge der Kabbalisten, die uns „an den Ohren ziehen“ (das Ohr bezieht sich auf die Stufe von Bina), um uns in die Höhere Welt zu erheben.

Das bedeutet, ich lerne nicht aus den Erfahrungen meines gewöhnlichen Lebens – im Gegenteil, ich erhebe mich über dieses gesamte Leben und über all seine Erfahrungen!

Denn hier kann ich mich nur mit meinem Egoismus beschäftigen und Ratschläge erteilen, die für mein Ego vorteilhaft sind – so wie wir einem Kind beibringen: „Geh nicht zu einem bösen Hund, wenn du nicht gebissen werden willst.“ Ich kann nur sagen, was für uns nützlich ist und was uns schadet – mehr kann die Moral nicht leisten.

Aber die Weisheit der Kabbala basiert nicht auf Angst oder Bestrafung. Sie sagt, dass man seine Wünsche ändern muss, indem man sie dem Licht aussetzt.

Das heißt, sie beschäftigt sich mit unserer inneren Korrektur, nicht mit Anweisungen oder Einschüchterungen – weder durch einen bösen Hund noch durch einen strafenden Schöpfer.

Die Kabbala macht dem Menschen keine Angst und verspricht ihm auch keine Belohnung in Jenseits. Sie spielt nicht mit unserem Egoismus – sie korrigiert ihn einzig und allein durch das Licht, das zur Quelle zurückführt.

Die Verbindung von Gericht und Barmherzigkeit im Spirituellen ist das Zusammenwirken von Bina und Malchut – in dem Maß, in dem Bina sich in Malchut einfügen kann und Malchut sich in Bina integriert, um sich gegenseitig zu unterstützen.

Malchut tritt in Bina ein, das Maß des Gerichts dringt in die Barmherzigkeit ein und beschränkt sie. Das bedeutet: Soweit Malchut nicht mit Bina übereinstimmen kann, schränkt sie Bina ein. Und in dem Maß, in dem sie mit Bina übereinstimmen kann, offenbart sie Bina.

Es entsteht also eine wechselseitige Durchdringung: Bina tritt in Malchut ein und bringt ihr das Maß der Barmherzigkeit. Malchut wiederum tritt mit dem Maß des Gerichts in Bina ein und bestimmt, in welchem Umfang Bina ihr erlaubt, zu geben, zu empfangen und sich anzugleichen.

Das heißt, bei der Verbindung von Barmherzigkeit und Gericht findet die Arbeit von beiden Seiten aus statt: Der Höhere schränkt sich selbst ein und nutzt das Maß des Gerichts, obwohl er sich offenbaren und das Maß der Barmherzigkeit einsetzen möchte.

Der Untere hingegen will das Maß der Barmherzigkeit erlangen, und deshalb bringt er das Gericht in den Höheren ein und sagt: „Gib mir nichts! Ich verschließe dich!“

Oder er sagt sogar: „Du kannst dich offenbaren – ich werde trotzdem nichts von dir empfangen! Ich habe meinen eigenen Schirm und bin bereit, dich in dem Maß zu öffnen, in dem ich dir ähnlich werden kann.“

Hier gibt es weder Einschüchterung noch Moral – im Gegenteil, es herrscht völlige Freiheit der Suche und der einzig wahre freie Wille.

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(Aus einer Lektion zu Beit Shaar HaKavanot)

Zwei Stufen der Bürgschaft

Derjenige, dessen Verlangen direkt zum Schöpfer gerichtet ist, erkennt, dass der Schöpfer sich in einer richtigen wechselseitigen Beziehung zwischen den Seelen enthüllen lässt. Diese Beziehung entwickelt sich in der Gruppe in zwei Schritten:

1. Der Aufstieg zur Stufe von Bina, Chafez Chessed, wo der Mensch sich als einen Abgesandten, der über dem Wissen handelt, wahrnimmt.

Zuerst erkennt er, dass er sich in der Gewalt des Egoismus befindet. Wie kommt man denn aus dieser Falle heraus? – Mit Hilfe eines Beispiels, das der Mensch nur von der Umgebung bekommen kann.

Wenn der Mensch dieses Beispiel über dem Verstand und dem Gefühl, sprich „über dem Wissen“ annimmt, wenn er a) in Übereinstimmung mit der Gruppe und b) entgegen sich selbst handelt, dann ist genau das auch die richtige Handlung, die darauf gerichtet ist, das Zerbrechen zu erkennen und zu korrigieren und dadurch spirituell aufzusteigen.

Indem ich an den Werten der Umgebung und nicht an meinen eigenen Werten, Gedanken und Berechnungen festhalte, rufe ich die Einwirkung des Lichts auf mich hervor.

Denn in einem solchen Fall entsprechen meine Handlungen der Eigenschaft des Lichts, und aus diesem Grund rufe ich das Licht über die Umgebung – über das System, in dem ich die Einheit wiederherstelle – hervor.

Auf diese Weise entsteht in mir allmählich ein Gefäß, das „Chafez Chessed“ oder „über dem Wissen“ heißt. Letztendlich verwende ich nur die Eigenschaft des Gebens, die Kraft des Gebens, das Gefäß des Gebens.

Was bedeutet das? Der Verstand und das Gefühl sind nicht von mir, ich habe sie gegen jene von der Gruppe eingetauscht, ich bin ein Abgesandter der Freunde an den Schöpfer. Das, was sie schätzen, nehme ich an und führe es aus.

Mir ist vollkommen unwichtig, was in dem Päckchen drin ist, wofür es abgeschickt wurde. Es gibt nur eine Berechnung – mich von mir selbst loszusagen und ihren Wunsch zu erfüllen. Auf diese Weise steige ich zur ersten Stufe der Bürgschaft auf.

2. Und dann will ich eine aktivere Rolle spielen, ohne mich nur mit den Funktionen eines Abgesandten zufrieden zu geben. Ich stelle fest, dass ich zu einem Übergangsglied werden kann: ich kann nicht nur das, was mir gegeben wird, weiterleiten, sondern auch selbständig das Licht anziehen und weitergeben.

So sieht der zweite Schritt aus – die Rückkehr aus Liebe, über Bina. Hier enthülle ich das Leuchten von Chochma und gebe es an die anderen im gleichen Netz, das ich auf der Stufe von Bina aufgebaut habe, weiter. Ich erfülle die anderen mit all dem, was ich für sie nur empfangen kann – und dann beginne ich, das Schöpfungsziel wahrzunehmen.

Gerade durch diese Arbeit werde ich den Schöpfer erkennen, ich werde erkennen, dass es niemanden außer Ihm gibt. Im Endeffekt erlange ich das Streben „direkt zum Schöpfer“ und werde zum Bürgen für die anderen.

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Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash

Die persönliche Lenkung Teil 4

Und wenn wir die vollständige Auferstehung der „toten Körper“ erreichen, Kelim lekabel al menat lekabel, die Kelim des Empfangens, dann wird die nächste Stufe Gmar Tikun genannt, die vollständige Korrektur.

Welche Schlussfolgerung kann aus all dem gezogen werden? Dass in der Tat das spirituelle Gesetz des Antriebs jedes winzigen Teilchens im Universum, oder des gesamten Systems als Ganzes sieht – es ist unumkehrbar, es ist unerschütterlich, es gibt nichts anderes an seiner Stelle, es ist das einzige, nichts kann es ändern oder ersetzen.

Der einzige Unterschied besteht darin, ob sie von außen starr über uns aufgezwungen werden, wo wir willkürlich ihre Vollstrecker sind (wir können nirgendwo hingehen – so wurden wir geschaffen), oder ob wir uns über unsere Natur erheben können, was „Glaube über Wissen“ genannt wird. Glaube ist eine Eigenschaft von Bina. Wissen, Wissen zu erlangen, durch Wissen bereichert zu werden – ist eine Eigenschaft von Malchut. Warum “Wissen”? Weil es das größte Genuss, die größte Füllung von Malchut ist. 

Wir wissen, die Füllungen können tierisch sein, was der Körper braucht – Nahrung, Unterkunft, Familie, Sex. Dann sind die sozialen Verlangen – die Wünsche nach Reichtum, Ruhm, Macht und Wissen. Die Sehnsucht nach Wissen ist die größte. Deshalb heißt es: „Der Glaube über dem Verstand“, denn wir erheben uns über das Wissen – die letzte, die größte egoistische Füllung – zu der spirituellen Stufe, die Glaube genannt wird, zu Bina.

Aus der Kongresslektion „Die Früchte der Weisheit“, Brief 1

Die persönliche Lenkung Teil 3

Die Aneignung der Eigenschaften von Bina führt dazu, dass wir auf die Ebene von Bina gestellt werden, sofern wir die entsprechenden Eigenschaften beherrschen. Anstatt unbewusst kontrolliert zu werden, sind wir nun in der Lage, gegen unseren Wunsch zu handeln, da unsere Wünsche der Eigenschaft von Bina ähnlich werden. In diesem Sinne werden Aba we Ima, in dem Maße, in dem wir in ihnen enthalten sind, ein Teil von Bina. Der Wunsch zu handeln resultiert aus der Eigenschaft von Bina, die sich in unseren Wünschen widerspiegelt. In dem Maße, in dem wir in ihnen enthalten sind, werden Aba we Ima zu einem Teil von Bina. Dies bedeutet, dass wir uns selbst kontrollieren.

Es spielt also keine Rolle, ob der Schöpfer lenkt oder ich lenke. Es ist ein und dasselbe, denn ich erwerbe die Eigenschaften von Aba we Ima der Welt Azilut, dem Kontrollsystem, in dem ich eingeschlossen bin und somit Teil  von ihm.

Daher wird die persönliche Lenkung des Schöpfers über mich auf mich übertragen. Ich beginne also, mich selbst in dem Maße zu lenken, indem ich die Eigenschaft von Bina erwerbe. Zuerst korrigiere ich  Galgalta we Ejnaim (GE), alle Verlangen zu Geben – die Awiut Stufen null, eins, zwei. Und dann, wenn ich GE, die Kelim de Hashpaa, die Verlangen zu Geben, vollständig gemeistert habe, kann ich beginnen, auch die Verlangen zu Empfangen zu korrigieren. Dieser Zustand der Korrektur der Verlangen zu empfangen wird Tchiyat ha Metim genannt, Auferstehung der Toten.

Warum werden sie so genannt? Weil ich, wenn ich beginne, zu Aba we Ima der Welt Azilut aufzusteigen, zu Bina der Welt von Azilut, einen Zimzum (Einschränkung) auf meinem ACHaP mache, auf die dritte, vierte Ebene meiner Verlangen. Sie werden daher tot genannt. Das heißt, ich erkenne, ich weise darauf hin, dass sie in mir tot sind. Weil sie egoistisch sind, benutze ich sie nicht, und sie werden als tot betrachtet.

Es gibt vier Stufen „der Tötung“ dieser Verlangen, da jede von ihnen wiederum vier Stufen von Awiut hat. Wir werden studieren (das ist interessant), was mit Steinigung, Hängen, Enthauptung mit dem Schwert, Verbrennung gemeint ist, was in der spirituellen Welt diese Behandlung unserer egoistischen Begierden darstellt, als ob wir sie auf diese Weise kasteien würden. Jede Awiut braucht ihren Zimzum, ihre Korrektur, ihren Verzicht, der auf diese Weise ausgedrückt wird.

Und dann, wenn wir diese empfangenden Verlangen bereits vollständig korrigiert haben, wenn wir die gebenden Verlangen, GE, gemeistert haben, wenn wir die Eigenschaften von Bina vollständig an uns selbst angepasst haben, dann können wir wieder die Eigenschaften von Malchut – die dritte, vierte Stufe von Awiut – aufnehmen und damit beginnen, uns noch höher über die Eigenschaften von Bina zu erheben, von Bina zu Keter. 

Eine solche Korrektur unseres ACHaP wird „Auferstehung der Toten“ genannt. Die Auferstehung der toten Körper, die Auferstehung des toten Egoismus. Der Egoismus wird Körper genannt.

Aus der Kongresslektion „Die Früchte der Weisheit“, Brief 1

Was bedeutet Glaube über dem Verstand?

Was bedeutet Glaube über dem Verstand? Warum müssen wir unseren Verstand und unsere Gefühle abschaffen, um in die spirituelle Welt zu gelangen, was bekommen wir stattdessen? Das ist eine berechtigte Frage, denn der Mensch beginnt zu spüren, dass er sich verändern und in etwas anderes verwandeln muss.

Wenn wir unseren irdischen Verstand und erst recht unser egoistisches Herz in der spirituellen Welt nicht verwenden können, was bleibt uns dann noch? Wie können wir ein Kli aufbauen, um die höhere Welt, den Schöpfer zu fühlen; wie können wir einen neuen Verstand und neue Gefühle auf einer höheren Stufe entwickeln?

Wir sehen, wie sehr sich die menschlichen, tierischen, pflanzlichen und unbelebten Stufen auch in dieser Welt voneinander unterscheiden. Jede Entwicklungsstufe ist durch ihren eigenen Verstand, Gefühle, Form, Verhalten und Bewegungsfreiheit gekennzeichnet. Je entwickelter ein Lebewesen ist, desto größer sind sein Verstand, seine Gefühle und seine Fähigkeit, sich mit seiner Umgebung zu verbinden. Wenn wir in die Spiritualität eintreten, betreten wir eine neue Umgebung, ein Kraftfeld des Gebens und nicht des Empfangens.

Es gibt vier Arten von empfangenden Kräften, die sich in unserer Welt offenbaren. Es sind drei Stufen: die unbelebte, pflanzliche und tierische Stufe sowie der Mensch. Er ist die Übergangsstufe zur nächsten Stufe der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Stufe der spirituellen Welt. Adam, der Mensch der höheren Welt, befindet sich bereits in einem Zustand der Verschmelzung mit dem Schöpfer.

Es stellt sich heraus, dass wir uns von einer Welt in eine andere bewegen. Um das zu erreichen müssen wir unseren bisherigen Verstand und unsere Gefühle verlassen. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir ohne Verstand und Herz dastehen werden – wir erhalten einen neuen Verstand, neue Gefühle- spirituelle, die auf den Kräften des Gebens, Bina, aufgebaut sind. Bina ist eine Kombination aus dem Wunsch zu empfangen, der von unten kommt und dem höheren Licht, das von oben kommt. Zusammen bilden sie eine neue Form namens Bina, die auf dem halben Weg zwischen Keter und Malchut liegt.

Auf diese Weise bilden wir eine neue Wahrnehmung, die als Glaube (die Stufe von Bina) bezeichnet wird und über dem Wissen, d.h. über unserem Egoismus und dem Willen zu empfangen steht. Wir bauen diesen neuen Verstand und dieses neue Gefühl durch alle möglichen Formen der Verbindung zwischen uns auf. Darin besteht „Der Mensch helfe seinem Nächsten“. Wenn wir unseren Egoismus gegenüber dem anderen aufheben, offenbaren wir diese Stufe des Glaubens, d.h. das Geben an den anderen über dem Wissen, über der egoistischen Wahrnehmung unseres „Ich“.

In diesem Bestreben muss ich letzten Endes jeden außer mir spüren. Es ist, als ob mein „Ich“ nicht existieren würde; vielmehr existieren alle anderen außer mir. Dann werde ich in diesen anderen die Höhere Kraft, den Schöpfer spüren.

Die höhere Kraft offenbart sich ausschließlich in der Verbindung, in einem Kli. Diese Arbeit beginnt mit scheinbar einfachen, mechanischen Handlungen, mit virtueller Kommunikation. Dadurch drücken wir unseren Wunsch aus, uns über unseren gegenwärtigen Verstand und unsere Gefühle zu erheben und einen gemeinsamen Verstand und gemeinsame Gefühle zu entwickeln, damit sich der Schöpfer in uns offenbart, wie es heißt: „Der Schöpfer wohnt in seinem Volk“, in all jenen, die sich in einem Bestreben nach Ihm verbinden.

Aus dem Unterricht zum Thema „Glaube über dem Verstand“

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Wie man lernt mit dem Schöpfer zu sprechen

Kommentar: Wir können nicht mit dem Schöpfer so sprechen, wie wir mit den Menschen sprechen. Mit den Menschen haben wir ein gemeinsames Gefühl, die Fähigkeit, die Stimme des anderen zu hören. Mit dem Schöpfer müssen wir einen Kommunikationskanal finden: „Ich zu Ihm und Er zu mir“, so dass wir den Schöpfer „hören“, verstehen und fühlen können.

Die Fähigkeit, den Schöpfer zu hören, ist auf der Stufe von Bina gegeben, Bina ist das Hören. Ich werde hören, was der Schöpfer zu mir sagt.  Ich muss mit dem Schöpfer auf der Stufe von Malchut sein, die zu Bina aufsteigt. Dann werde ich zu Ihm sprechen können und Er wird mich hören. Das heißt, ich muss auf der Stufe des Gebens sein: „Ich zu Ihm und Er zu mir“.

„Ich zu Ihm“ bedeutet meine Arbeit, mein Streben, die Stufe des Gebens zu erreichen. „Schöpfer zu mir“ bedeutet, dass ich in der Lage sein muss, den Schöpfer zu mir sprechen zu hören. Es ist nicht einfach.

Der Schöpfer ist die Quelle des Lebens, das Höhere Licht aus dem alles Existierende hervorgeht, sich erfüllt und lebt. Wenn wir uns mit dem Schöpfer verbinden, gelangen wir zu einer anderen Form der Existenz als zuvor und beginnen, auf der Stufe des Gebens zu leben.

Auf der Stufe des Gebens gibt es keine Grenzen der Annäherung, der Hingabe, des Empfangens – es geschieht alles in einer anderen Dimension. So gehen wir eine neue Verbindung ein.

Wie kann man lernen, mit dem Schöpfer zu sprechen? Ich versuche mit allem was im Leben geschieht mit zu schwimmen, denn es kommt sicher vom Schöpfer. Ich möchte in jedem Augenblick meines Lebens mit Ihm verbunden sein und in dieser Verbindung spüren, wie Er mich mal in die eine, mal in die andere Richtung lenkt. Ich möchte mich an Ihn anhaften, Ihn nicht loslassen.

Mit dem Schöpfer zu verschmelzen bedeutet, Ihn in jedem Augenblick zu folgen, Ihn vor mir gehen zu lassen und damit zu riskieren, aus seinem Garten zu fallen.

Die Hauptsache ist die Verbindung mit dem Schöpfer, nicht das was ich dadurch erhalte. Selbst wenn ich die unangenehmsten Erfahrungen mache, wenn sie vom Schöpfer kommen dann wird es mir gut gehen. Das Wichtigste ist, mit Ihm in Verbindung zu bleiben. Das heißt, ich erhebe meine Verbindung mit dem Schöpfer über jede mögliche Füllung, so dass diese Verbindung mit dem Schöpfer meine Füllung wird.

Wenn der Schöpfer absolut gut ist und ich von ihm nur Gutes und Richtiges empfange, dann kann ich ihn nur um eines bitten- um meine Korrektur, damit ich nichts Schlechtes über ihn denke, sondern nur Gutes.

Aus der Lektion „Sprechen mit dem Schöpfer“

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