Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Beziehung'

Was ist die Seele?


Ich erhielt Fragen über die Seele und ihre Beziehung zum Körper:

Frage: Sie beharren darauf, dass sich die Seele im Herzen befindet. Wie erklären Sie dann, dass der Mensch nach einer Herztransplantation derselbe ist wie vorher?

Meine Antwort: Ich denke, Sie verwechseln mich mit jemand anderem. Ich habe nie so etwas gesagt. Die Seele befindet sich überhaupt nicht im menschlichen Körper. Sie ist die Eigenschaft der Liebe und des Gebens, die ein Mensch erwirbt.

Frage: Was ist die Seele für Sie?

Meine Antwort: Die Seele ist die Eigenschaft der Liebe und des Gebens – die Eigenschaft des Schöpfers. Es steht geschrieben, „Die Seele ist ein Teil des Schöpfers“ und der Schöpfer ist das Verlangen zu lieben und zu geben. Das ist alles!

Frage: Wann wird die Seele in den menschlichen Körper wiedergeboren: Während der Empfängnis oder während der Geburt?

Meine Antwort: Die Seele ist auf keine Weise mit irgendeinem körperlichen Prozess verbunden und sie wird in nichts wiedergeboren. Sie kommt zu einem Menschen, wenn er die Eigenschaft des Gebens erreicht.

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Das beste Heilmittel für alle Krankheiten

Wenn wir uns selbst nicht rechtzeitig korrigieren, werden wir auf der tierischen Stufe Leiden erleben, damit die menschliche Stufe in uns kultiviert wird. Es liegt aber in unserer Macht, ohne Leiden voranzukommen! Alle Krankheiten und Unglücke gibt es, um uns zur Korrektur zu „zwingen“, doch warum sollten wir uns auf diese Weise korrigieren?

Lasst uns im Voraus nach Problemen und Krankheiten suchen, wie ein alter Mann, der ahnt, dass er etwas verloren hat. Auch wenn wir in unseren jetzigen Kelim nicht fühlen, dass es an Korrektur fehlt, lasst es uns enthüllen. Schließlich müssen wir doch durch eine große Menge von Korrekturen gehen, bis wir zur vollständigen Korrektur gelangen.

Wie also gehen wir es an, die Verdorbenheit zu enthüllen? Wir müssen an der Grenze zwischen „Wurzel, Seele, Körper“ und „Kleidung und Schlösser“ danach suchen, unserer inneren und äußeren Kelim, Galgalta ve Enajim und AHP. Hier liegen alle unsere Probleme: in den Beziehungen untereinander und allen anderen und nicht in uns oder in ihnen.

Wir müssen danach verlangen, die „Kleidung und Schlösser“, welche die äußeren Seelen sind, an uns selbst, an „Wurzel, Seele, Körper“ anzuheften. Auf diese Weise werden wir ein ganzes und vollkommenes Kli, eine einzige Seele erwerben.

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Rat für denjenigen, der seine Seele korrigieren will

Frage: Wie soll der Begriff „Liebe zu Freunden“ verwendet werden, um ihn auch denen nahe zu bringen die nicht diese Liebe und Verbundenheit fühlen?

Meine Antwort: Wenn du fühlst, dass du dich in die Richtung der Liebe zu deinen Freunden bewegen sollst, weil du damit deine Seele zu korrigieren versuchst, dann weißt du, was zu tun ist.

Wenn du im Zustand bist, das Gefühl der Notwendigkeit nicht zu haben, solltest du nach Rat suchen, um die Notwendigkeit und Wichtigkeit dieser Liebe zu entdecken. Darüber hinaus gibt es nichts. Wenn „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst“ die wichtigste Regel der Tora ist, dann hast du nichts zu erfüllen, außer dem. Alle Handlungen, im Gefühl und im Verstand, sollte auf eine größere Liebe und Verbindung ausgerichtet werden.

Das scheint eine einfache Sache zu sein und wir verstehen nicht, was das Besondere daran ist, fühlen keinen Geschmack. Wir wollen irgendwelche ernsthaften Sachen, aber wir wollen uns ganz und gar nicht das Prinzip der Liebe zum Nächsten aneignen.

Aber wenn ich verstehe, dass der Egoismus das gesamte Material der Schöpfung ist und ich damit richtig umgehen kann, also nur an der Beziehung zwischen mir und Freund arbeiten muß, dann verwandeln sich unsere Beziehungen in ein Feld. Wenn ich es richtig einsetze, verwandelt es sich in ein Feld, gesegnet durch den Schöpfer. Und wenn nicht, dann wird es zu einem Feld, im welchem die Räuber und die wilden Tieren herumlaufen.

Es scheint, dass das eine unwichtige und unseriöse Sache ist und es in der Welt viel höhere Ziele gibt. Und hier ist die Rede über irgendeine Liebe zueinander, als wenn wir aufgerufen werden, gute Kinder zu sein. Aber davon abgesehen, gibt es wirklich nichts anderes.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel von Rabash, 14/12/2011

Er ist überall. Und wo bin ich?

Baal HaSulam, „Der freie Wille“: Wir sind der Macht der vier Faktoren, welche auf uns Einfluss nehmen, übergeben worden. Genauso wie Lehm in den Händen eines Töpfers.

Von allen Seiten sind wir von der Einwirkung von Oben umgeben. Der Schöpfer regiert über uns total und streng, er kontrolliert alle Kanäle, die inneren und die äußeren, die Wünsche und Gedanken, die Gewohnheiten und die Natürlichkeit. Wir haben nichts eigenes und selbst diese meine Worte sind durch Ihn organisiert.

Doch worin besteht unser freier Wille? Denn wir können die Freiheit keinem Objekt, keiner Handlung und keinem Gedanken, keinem Teilchen des empfangenden Verlangens zuschreiben. Der Schöpfer hat es erschaffen, der Schöpfer wirkt auf ihn allumfassend ein – was kann daran dann frei sein?

Genau aus diesem Grund kamen die Menschen zu den Theorien der Doppelmacht und Vielgötterei, über welche Baal Sulam in dem Artikel „Der Frieden“ schreibt. Es fällt schwer sich mit der einen Macht abzufinden, welche alles „einschließt“. Wenn der Schöpfer der Eine ist und es außer Ihm nichts gibt, wenn alles von ihm abhängt, dann befinde ich mich in Seiner absoluten Macht und irgendwie existiere ich nicht, löse mich in Ihm auf. Dann sollen doch besser zwei Mächte existieren: die Gute und die Schlechte. Das ist schon nachvollziebar, denn zwischen ihnen gibt es einen Platz für mich, es gibt die Möglichkeit auf etwas Einfluss zu nehmen.

Und nichts destotrotz, auf einer Etappe beginne ich zu verstehen, dass sich hinter allen Einwirkungen auf mich eine Quelle verbirgt. Es ist kein Bild, das man sich vorstellen kann, sondern eine Vorstellung, ein Gefühl von etwas Einheitlichem. Und es gilt für mich dies zu offenbaren, mit welchem Ziel Er auf mich Einfluss ausübt, was Er von mir will. Wie soll ich werden, dass ich Seiner Einwirkung entspreche?

Wenn ich lerne, was Er von mir will, lerne ich ihn selbst kennen. Wozu? Um Ihn einfach kennen zu lernen oder um seinen Willen zu erfüllen?

Was hat er geplannt, als er mich erschaffen hat? Was wünscht Er, wenn Er auf diese Weise auf mich einwirkt? Wenn es nur um das Gehorsam geht, dann wäre es besser, nichts zu wissen, sondern einfach nach der erhaltenen Instruktion zu handeln. Aber wenn Er tatsächlich will, das ich Ihn kennen lerne, Ihn enthülle, dann soll ich all meine Handlungen für dieses Ziel benutzen, und sie nicht einfach automatisch ausführen.

Somit ist dem Menschen eine große Arbeit bezüglich des Ursprungs von allem auferlegt worden. Und dies ist unsere einzige Arbeit ständig die Beziehung zu ihm sauber zu machen, und zu „polieren“. „Wer ist Er? Was will Er von mir? Warum gab Er mir solche Reaktionen?“ Ich steige die ganze Zeit die Stufen der Beziehung hinauf und setze mich damit auseinander, was Er mir geben will, wenn er Seine Forderungen stellt. Aber Er will, dass ich Ihn, durch das Geben an Ihn, verstanden habe.

Ich setze diese Kette fort, jederzeit hebe ich den Stab Seiner Forderungen zu mir hoch. Auf diesem Weg soll ich das Übel genau wie das Gute rechtfertigen. Denn sie entspringen einer Quelle. Ich soll verstehen, wozu er seine Einwirkung in zwei Teile spaltet. Dank diesem kann ich mich prüfen, meinen Kurs ausfindig machen. Für ihn existiert diese Dualität nicht, aber meine Realität teilt sich in Geben und Empfangen.

Als Ergebnis, sollen wir den Begriff des Einen regelmäßig neufinden und ansonsten nichts weiter. Wenn ich dem Aufmerksamkeit schenken würde, dann würde ich sehen, dass es in meinem Leben nichts außer Ihm gibt. Sogar in der materiellen Welt führt alles zu dieser Analyse, welche diese Einheit demjenigen, der den Schöpfer enthüllt, offenbart.

Auszug aus dem Unterricht „Der freie Wille“, 22.12.2011

Was tun mit der Staatsgewalt?

Frage: Die Krise in den USA wird immer tiefgreifender, dabei delegieren Menschen immer mehr Machtinstrumente an die Regierung. Was kann getan werden, bevor die Mächtigen von oben alles unterdrücken?

Meine Antwort: Ich denke nicht, dass die Staatsgewalt die Schritte in Richtung Vereinigung, Liebe und gegenseitiger, gütiger Beziehungen aufhalten wird. Außerdem führen wir unsere Verbreitung unter Heranziehung der Meinungen von Wissenschaftlern und Experten auf verschiedenen Gebieten. Sie bestätigen, dass die globale, integrale Welt genau dies von uns verlangt. Und wer kann sich dagegen auflehnen?

Wer wird einer auf Gleichheit und Einvernehmung basierenden Vereinigung, der Fürsorge dafür, dass es im Land keine an Hunger Leidenden gibt und dass die Bedürftigen wenigstens eine minimale Beschäftigung haben, widersprechen? Die Menschen müssen über ein Leben in einem neuen, globalen Zustand unterrichtet werden. Ich sehe dabei niemanden, der in der Tat dagegen ankämpfen wird. Also sollten wir nichts fürchten.

Letztendlich verhält sich die Staatsgewalt gegenüber jeglichen Aktivitäten ablehnend. Ihr geht es nur dann gut, wenn alle sich wie Sklaven verhalten. So ist jede Regierung, in jedem Land, und darum sollte man nur auf diejenigen Rücksicht nehmen, die kommen, zuhören und sich der Verbreitungsarbeit anschließen.

Auszug aus der zweiten Kongresslektion in New York, 12.09.2011

Die Offenbarung der neuen Welt

Frage: Wie soll in uns jeder Tropfen „des Medikaments“, das Licht, welches wir aus dem Buch Sohar empfangen, wirken?

Meine Antwort: Dieses Medikament soll uns korrigieren und die Klärungen im Verstand und im Herzen anregen. Wir sollen intensiver an die gegenseitige Abhängigkeit denken, da nur in der Verbindung zwischen uns der Sinn des Buches Sohar offenbart werden kann. Denn der Sohar erzählt nur über die Verbindung zwischen den Seelen.

Die Seele ist nur das Verlangen. Dieser Wunsch an sich ist formlos, und über ihn kann man nichts sagen. Aber wenn dieses Verlangen die Handlungen bezüglich anderer Wünsche begeht, dann wird zwischen ihnen ein Netz gebildet und in diesem Netz wird die immer größere Wechselbeziehung offenbart.

Wenn dieses Netz nicht korrigiert ist, dann offenbart sich diese Wechselbeziehung zwischen allen Wünschen/Seelen in Form einer Krise in unserer Welt. Oder aber in Form des korrigierten Netzes der Beziehungen, das die spirituelle Welt heißt. Eben das eine oder das andere.

Das, was wir jetzt zwischen uns in der ganzen Welt enthüllen, ist das Gegenteil zur höheren Welt. Diese höhere Welt offenbart sich immer mehr als ein Verbindungsnetz, das wir allerdings als negativ empfinden. Wir empfinden diese Verbindung als schlecht. Warum? Weil wir diese Verbundenheit nicht akzeptieren wollen.

Worin besteht der Unterschied zwischen dem Berg Sinai (dem Berg des Hasses) und dem Berg der Heiligkeit? Ich wünsche mir nicht den Berg der Heiligkeit, und deshalb betrachte ich ihn als den Berg Sinai. Der gewisse spirituelle Zustand wird mir offenbart, damit ich ihn als eine gewisse Stufe der spirituellen Welt, als die spirituelle Verbindung zwischen uns, als die Verbindung in der Eigenschaft des Gebens betrachten kann. Und ich nehme diesen Zustand in Form der Krise an: denn keiner kann die Beziehung zu den anderen offenbaren. Warum? Weil wir unsere Verbindung auf einer neuen Stufe gestalten sollen, mithilfe der Eigenschaft des Gebens. Aber wir wissen darüber einfach nichts! Wir sehen nur, dass wir alle voneinander abhängig sind und dieser Verbindung nicht entkommen können. Was ist da zu machen?

In Wirklichkeit wird uns dieser wahrhafte Zustand offenbart, die spirituelle Welt. Deshalb bedeutet das Wort „Krise“ nichts anderes als „die Geburt“, die Geburt von etwas neuem. Auf Neuhebräisch werden mit dem Wort „Krise“ die Steine der Geburt gemeint, an denen in der Vergangenheit die Frauen gebaren.

So sollten wir die jetzige Krise verstehen. Alles hängt von unserem Blick auf die Situation ab. Einerseits gibt es den Zustand und andererseits Deine Wahrnehmung. Wenn wir unsere Absichten verändern, dann ändert sich alles.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 04.11.2011

Der Unterschied zwischen dem tierischen und dem menschlichen Verlangen

Der Korrektur unterliegen nur jene Verlangen, die eine Ergänzung, eine besondere Form der Beziehung zum Verlangen haben, die Absicht genannt werden.

Es gibt die instinktiven Verlangen der Erfüllung auf den unbelebten, pflanzlichen und tierischen Niveaus, die unsere Natur sind. Und es gibt die Verlangen, die in uns aufgrund der Absicht aufwachen und anstelle eines Genusses eine besondere Beziehung zur Quelle der Erfüllung vorsehen.

Ich will reich sein, nicht um des Geldes willen und um die damit verbundenen Genüsse zu besitzen, sondern, weil ich meinen reichen Nachbarn beneide. Ich will groß, schön und schlank sein, weil ich mich ständig mit den anderen Menschen vergleiche. Also mischt sich hier eine Beziehung zu den anderen Menschen ein, aus welcher ich den zusätzlichen Genuss herausziehe. Wenn diese Beziehung zum Nächsten verschwindet, dann bleibt mir keinerlei Begründung für diesen Genuss übrig.

Der egoistische Wunsch ist deshalb entstanden, weil wir einst verbunden waren und uns später einander entfremdet haben. Und diese Entfernung, dieses Zerbrechen wirkt auf das Verlangen ein, vergrößert es und gibt ihm die Form der Beziehung zu den fremden Menschen, den Wünschen, zum Schöpfer; das heißt zu den Objekten, die sich außerhalb von mir befinden.

Einen instinktiven Wunsch will ich einfach erfüllen. Dabei interessieren mich die anderen Menschen überhaupt nicht, es geht also nur um mein Verlangen. Die Wünsche „des menschlichen“ Niveaus sind dagegen nicht meine angeborenen Wünsche, sondern die erworbenen. Ich habe sie damals erworben, als ich noch mit den anderen Menschen verbunden war, oder vielleicht befinde ich mich jetzt in einer solchen Umgebung, die in mir solche Verlangen anzündet.

Somit werden gerade solche Verlangen korrigiert, die eine Absicht haben, welche aufgrund der vorigen Vereinigung in einem Wunsch entstanden. Deshalb sind sie in uns eben anwesend und wachen die ganze Zeit auf, um korrigiert zu werden.

Gerade infolge der Korrektur dieser Absicht erreichen wir das Verständnis der Schöpfung, des Schöpfers, sowie die 620 Mal intensivere Erfüllung und Verbindung eben.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 03.11.2011

Die flüchtigen Gedanken quer durch „Shamati“ – Was bedeutet der Satz „mein Freund hat sich verhüllt“ in der spirituellen Arbeit

Was ist mit dem Satz „Mein Freund hat sich verhüllt“ gemeint? Manchmal fühle ich, dass die angenehme, schöne Empfindung, das Verständnis der Erfüllung sich entfremden und verschwinden. Diese Stufen der Entfernung heißen „Nekudot“ / „Punkte“.

Es gibt „Taamim„, „die Geschmäcker“, die beim Eingang des Lichtes empfunden werden, und es gibt „Nekudot“ / „Punkte“, die Eindrücke vom Ausgang des Lichtes. Gerade aus „Nekudot“ entstehen die neuen Gefäße/Verlangen. Wir studieren es in „der Einführung in die Wissenschaft der Kabbala“ und im „Talmud der Zehn Sefirot“.

In diesem allmählichen Verschwinden des Lichtes muss man die Erschaffung der neuen Gefäße/Verlangen, einen Flirt, ein Spiel sehen. Solche Entfernung, die Empfindung, des dich verlassenen Lichtes ist eben eine Einladung, es zu verfolgen, es sich zu wünschen, um auch in der kommenden Finsternis mit dem Licht verschmolzen zu sein.

Auf diese spielerische Art baut der Schöpfer in uns die Beziehung zu Ihm, welche von unserem Verlangen zu genießen unabhängig ist. Er verhüllt sich, aber ich bin trotzdem bereit Ihm zu folgen. Er verblasst und ich will dennoch in dieser Finsternis bleiben. Das heißt diese Spiele sind nicht auf mich, sondern auf mein Verlangen zu genießen, auf mein Ego gerichtet. Und ich will mich über dem Ego mit dem Schöpfer verbinden, und das trotz der Finsternis, die in meinem Ego empfunden wird.

Es gibt also mein Ego, und mich über dem Ego. Mir gegenüber befindet sich das Licht. Und ich bin dazu bereit, dass mein Ego die Finsternis, die Leere empfindet.

Ich muss folgende Erkenntnis erlangen: trotz der negativen Empfindung, der Abwesenheit jeder Füllung in meinem Ego, will ich gerade in solchen Situationen mit dem Licht verbunden sein. Es bedeutet, dass ich mich „über dem Verstand“, im Geben befinde. Deshalb baut die Entfernung des Lichtes in mir das Verlangen zum Spirituellen.

Auszug aus der 6. Lekion des Kongresses in Toronto, 18.09.2011

Integrale Erziehung = Freiheit

Frage: Was wird den Menschen die integrale Erziehung nützen? Was wird sie in ihnen entwickeln?

Meine Antwort: Sie entwickelt in mir die richtige Beziehung zu den eigenen Eigenschaften und lässt zu, sie zum Wohle der anderen Menschen anzuwenden. Dabei spielt es keine Rolle, welche Verlangen ich habe.

Ich befreie mich und finde den Ausdruck für alles, was in mir verborgen ist. Wenn ich die Absicht entwickelt habe, die auf den Nutzen der anderen Menschen gerichtet ist, dann muss ich meine Eigenschaften nicht analysieren, oder diese in gute und schlechte teilen. Ich verwende sie alle richtig.

Gerade dann bin ich frei: ich fürchte mich nicht vor der Umgebung, fürchte mich nicht vor mir selbst, ich habe keine Angst vor dem Schöpfer, kann das Geben in den eigenen Eigenschaften realisieren und bin zu allem fähig, weil mir alles geöffnet ist und durch mich das ganze Licht der Unendlichkeit strömt.

Auszug aus dem Unterricht nach der Zeitung „das Volk“, 27.09.2011

Zwei Pole, die sich im einem Visier verbinden

Frage: Was ist „die Wahrheit und der Glaube“?

Meine Antwort: Die Wahrheit ist eine gerechte Belohnung und Strafe, wenn ich für meine Arbeit eine gerechte Entlohnung erhalte.

Wir sehen jedoch, dass unser Leben nicht immer auf solchem Prinzip basiert. Derjenige, der viel arbeitet, verdient nicht unbedingt mehr als die anderen. Wenn es anders gewesen wäre, dann wäre die Welt verhältnismäßig gerade.

Um uns aus dieser egoistischen „Geradheit“ herauszuziehen, spielt der Schöpfer mit uns und verwirrt uns sehr. Deshalb sehen wir, dass die gerechte, wahrhafte Belohnung nicht immer gilt und es einen Ort für den Glauben gibt, das heißt, für die Hoffnung auf den Erfolg, auf die Höhere Hilfe, welche über meinem Verstand liegt.

Der Glaube zerschlägt das Prinzip der gerechten Wahrheit. Deshalb werden die Menschen in dieser Welt so verwirrt und hoffen auf das Wunder und den Segen, auf die zauberhafte Heilung. Und auf dem spirituellen Weg existiert dieselbe Verwirrung: einerseits wird alles im Maß der Bemühungen gegeben, und andererseits hängt alles vom Erfolg ab.

Und der Mensch soll daran arbeiten, dass diese zwei Prinzipien ineinander verschmelzen, wie es geschrieben ist: „Deine gesamte Nachkommenschaft wird von Isaak stammen, aber bringe sie zum Opfer“. Das heißt, du wirst einerseits sehen, wie Isaak deine „Enkel gebärt“, die neue Generationen bis zum Ende der Korrektur, und andererseits wird gefordert, die Nachkommenschaft zu vernichten. Wie ist es möglich?

Es ist für uns heute unverständlich, aber darin besteht das erste Prinzip des Eintritts in die spirituelle Welt, das Abraham erklärt wurde. Der Mensch korrigiert seine Sehkraft und wird zum ersten Mal fähig, zwei Gegenteile zu vereinen.

Das bedeutet, dass er auf die erste spirituelle Stufe steigt und das Höhere Prinzip versteht, nach dem sich zwei Gegenteile zu einem Ganzen verbinden. Und jetzt begreift er, dass er ab sofort gleichzeitig mit dem Verstand sowie mit dem Glauben über dem Verstand, mit dem Hass, arbeiten soll, da die Liebe alle Sünden zudeckt.

Wenn der Mensch beginnt, dieses Prinzip zu begreifen und es bei seiner Arbeit berücksichtigt, sogar ohne irgendeine Realisation, dann stößt er auf keine schweren Hindernisse mehr, die ihn nicht vorankommen lassen. Er fühlt, dass genau diese Hindernisse ihm helfen, und er sieht in allen diesen Gegenteilen eine Möglichkeit, hinaufzusteigen. Folglich beginnt sein Aufstieg.

Und umgekehrt: „Der Stolz demütigt den Menschen“. Wenn er diese Bedingung nicht berücksichtigt und nicht gewillt ist, zwei Gegenteile zu einem Ganzen zu verbinden, dann sieht er ein riesiges Hindernis vor sich. Und deshalb verlässt er seinen Weg.

Deshalb ist es so wichtig, sich direkt an die Welt der Unendlichkeit zu richten und zu begreifen, dass die Differenz zwischen dieser Welt und der Welt der Zukunft in unserer Fähigkeit liegt, zwei Pole zu einer Einheit zu verbinden. Sie gibt uns die Richtung an, wie im Visier.

Dieses Prinzip äußert sich unterschiedlich: „Israel, die Tora und der Schöpfer sind einheitlich“, der Aufstieg und der Abstieg sollen sich zu einem Ganzen verbinden, die Gruppe und ich sollen gemeinsam arbeiten, damit ich sie während des Aufstiegs ausfülle und von ihr die Kraft während des Abstieges bekomme, das heißt, sie soll zum „Regler“ meines Stromes werden.

Daraus entsteht die folgende Beziehung zu dieser Welt: du sollst keine Eigenschaft, weder in dir selbst noch in der Welt, zerstören. Sie alle müssen korrigiert werden, um über die Korrektur hinaufzusteigen und sich mit dem Schöpfer verbinden zu können.

Wir können in unserer Welt kein gutes Leben und keine gerechte Gesellschaft aufbauen, wenn wir uns untereinander nicht gleichmäßig verbinden. Das heißt, jeder wird nach seinen Möglichkeiten für das Wohl der Gesellschaft arbeiten und von ihr nur das Notwendige bekommen.

Es ist aber unmöglich, diese Bedingung einzuhalten, wenn wir die Verschmelzung mit dem Schöpfer nicht
anstreben. Die Eigenschaft der Liebe und des Gebens, die unsere entgegengesetzten Eigenschaften verbindet, ist Voraussetzung für den einheitlichen, unendlich vollkommenen Zustand.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel aus dem Buch „Shamati“, 23.08.2011