Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Bereitschaft'

Wie verbinden wir unsere Punkte im Herzen?


Drei Fragen, die ich über die Arbeit in der Gruppe erhielt:

Frage: Sie sagen: „Verbindet euch nicht durch eure Körper, sondern durch die ‚Punkte im Herzen‘ – ihr müsst spüren, dass sie zusammen sind“. Wie sollen wir das machen?

Antwort: Der Punkt im Herzen ist ein Reshimo (Erinnerung) des vergangenen spirituellen Zustandes. Jetzt jedoch verlangt es in egoistischer Weise nach dem Schöpfer, nach spiritueller Erfüllung. Mit der Hilfe der Gruppe sollten Sie versuchen, diese Sehnsüchte nach dem Schöpfer zu verbinden, selbst wenn sie egoistisch sind. Zusammen mit der Gruppe halten Sie all Ihre anderen Sehnsüchte für diese Welt nieder. Sie erheben den Schöpfer und erniedrigen diese Welt.

Dadurch beginnen alle zu spüren, dass es lebenswichtig ist, Ihn zu enthüllen und dies wird Sie ans Ziel bringen. Siehe Seite 70 vom Baal HaSulam Brief „Ich bin krank vor Liebe“. Es ist eine egoistische Sehnsucht, genau so wie ein Mann sich danach sehnt, mit der Frau zusammen zu sein, die er liebt! Weiter wird von uns nichts verlangt, denn die tatsächliche Korrektur unserer egoistischen Natur zur Angleichung an den Schöpfer geschieht durch das Höhere Licht (Or Makif) – siehe Punkt 155 von „Einführung zu Talmud Esser HaSfirot“. Es hat uns erschaffen und darum kann nur das Höhere Licht uns korrigieren! Es wartet jedoch auf unser Verlangen und unsere Bereitschaft, dass dies geschieht.

Frage: Was ist der Unterschied zwischen „sich selbst annullieren“ vor der Bnei Baruch Gruppe und dem „sich selbst annullieren“ vor anderen Gruppen, die ähnliche Gedanken der Gleichheit haben?

Antwort: Der Unterschied besteht im Ziel der Gruppen und der Methode, es zu erreichen.

Frage: Was sollen wir tun wenn wir uns mit den Freunden treffen, es aber keine Verbindung zwischen den Punkten im Herzen gibt und das Treffen sich zu einer schmerzhaften und langweiligen Vortäuschung verwandelt? Wird das immer noch als Streben nach der Bürgschaft (gegenseitiger Garantie), Einheit und der Überwindung des Egos betrachtet? Oder ist es überhaupt besser, nicht einmal mehr zu diesen Treffen zu gehen?

Antwort: Es geschieht nicht von allein, Sie müssen Anstrengungen machen und daran arbeiten. Wir arbeiten schließlich gegen unser Ego; und das ist nicht gerade „Liebe auf den ersten Blick“.

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Regieren innerhalb einer korrigierten Gesellschaft

Frage: Wie wird man definieren, welcher Grad (des Konsums) für das Leben in der korrigierten Gesellschaft, welche von Baal HaSulam beschrieben wurde, notwendig ist? Wird jeder es für sich selbst entscheiden, oder diejenigen, die diese Gesellschaft regieren werden, indem sie für alle einen allgemeinen Standard festsetzen?

Antwort: Augenscheinlich wird eine Weltverwaltung (eine Weltregierung) geschaffen werden, so wie gesagt wird, „Es kann eine Hauptstadt nicht ohne einen Regierenden sein“. Das wird eine Regierung von Weisen sein, die die Obere Welt, d.h. unseren folgenden (zukünftigen) Zustand, erreicht haben. Da sie unsere Zukunft bereits jetzt erlangt haben, werden sie im Stande sein, die ganze Menschheit unmissverständlich zu regieren.

Wenn ich „regieren“ sage, meine ich „erziehen“, oder genauer gesagt,einen Menschen zu lehren, wie man sich ändert, um sich den Eigenschaften der Natur (dem Schöpfer) anzugleichen, der die Eigenschaft des Gebens und der Liebe ist. Im Ausmaß der Angleichung werden wir uns vollkommener, ewig und erfüllt fühlen. Aber jeder wird diese Änderungen an sich selbst eigenständig, freiwillig und unabhängig vornehmen müssen.

Deshalb wird die gesamte Regierungsausübung über die Erziehung verwirklicht werden. Wenn wir über die Willensfreiheit einer Person sprechen, sich zu ändern, um dem Schöpfer ähnlich zu werden, dann wird die Umgebung (Gesellschaft und die Regierung) jedem helfen müssen, zu begreifen, dass jeder individuell korrigiert werden muss und dass der einzige Weg, um sein Leben auf dieser Erde und seine ewige Existenz zu verändern, die eigene Korrektur ist. Die Lenkung der Milliarden von Menschen auf dem Planeten durch die spirituelle Regierung wird aus der Erziehung und der Bereitstellung von Möglichkeiten für alle bestehen, um sich auf individueller Ebene zu ändern.

Bildung sind die einzigen „Zügel“, die eine Regierung hat. Alle anderen Mittel beruhen auf Unterdrückung der Freiheit, manifestiert als Misserfolg des Systems und Schaden an seinen Bürgern. Deshalb muss mit der richtigen Erziehung und Bildung vom ersten Tag an begonnen werden, wenn eine Person diese Welt betritt, mit im Einklang stehenden Inhalt in allen pädagogischen und sozialen Einrichtungen.

Mit anderen Worten, müssen sie einen Menschen zum Zustand bringen, dass, wenn er die Schläge und negativen Reaktionen der Gesellschaft erfährt, er diese Reaktionen in sich selbst offenbart und sich auf diese Weise ändert und zu einem korrigierten Zustand bringt.

Kabbala Akademie

 

Geduld ist die wichtigste Eigenschaft

Geduld ist die wichtigste Eigenschaft, die für das spirituelle Vorankommen notwendig ist. Ebenso sind die Widerstandskraft und die Überzeugung für den Erfolg notwendig. Geduldig zu sein bedeutet die Bereitschaft, alle Stufen der Entwicklung auf meinem spirituellen Weg durchzugehen, ohne Rücksicht auf meine heutigen egoistischen Gefühle und Vernunft.

Ich orientiere mich auf meinem Weg an den erteilten Hinweisen der größten Kabbalisten, die diesen Weg gegangen sind. Und ich folge diesen Hinweisen und versuche, sie zu realisieren.

Es ist keine Erniedrigung, wie es vielleicht dem Aussenstehenden erscheinen mag. Im Gegenteil, ich habe die Absicht, alles auf diese Weise in der Empfindung und in der Vernunft auf jeder Etappe des Weges zu begreifen.

Ich verstehe, dass ich aus der Entfernung die Nähe erreichen soll. Nach diesen zwei Zuständen bekomme ich einen höheren Zustand, die neue Empfindung und das neue Verständnis. Auf diese Weise steige ich auf. Das Ergebnis dieser Schwingungen nach vorne und rückwärts ist die Klärung, welche ich im Gefühl und in der Vernunft mache. Dadurch erreiche ich den neuen Zustand.

Der Prozess, den ich durchlebe, ist immer die Bekämpfung meiner Selbstsucht. Wenn ich mich entfremde, dann empfinde ich die Dunkelheit und den Abstieg. Gerade hier soll ich den Stolz heranziehen und sagen, dass ich mich gerade deshalb so fremd fühle, weil ich die Unabhängigkeit bekommen habe. Wenn es mir schlecht geht und ich verwirrt bin, dann ist dies ein Zeichen dafür, dass ich einen neuen Wunsch erwerben werde.

Und dann beginne ich, mit diesem neuen Wunsch zu arbeiten und mich dem Schöpfer anzunähern. Diesen Abstand, die Entfernung und die Verwirrung in der Dunkelheit beginne ich mit dem Licht und dem Verständnis zu füllen. Ich mache neue Erfahrungen, erhebe mich über den Egoismus und erreiche die neue Stufe.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel aus dem Buch „Shamati“, 29.08.2011

Was lehren uns die Medien?

Meinung (J. Romanenko, Geschäftsführer des Zentrums für angewandte Politik): Im Fernsehen werden Gewalt und Schlägereien gezeigt – und der Mensch ist dazu geneigt, das nachzumachen, was er sieht. Damit nicht genug – eine große Anzahl von Menschen im Land hasst die Staatsmacht bis hin zur Bereitschaft, sie zu vernichten.

Ihnen wird auch noch ständig das Bild gezeigt, das ihnen recht gibt und sie dazu bewegt, ihre Probleme mithilfe von Gewalt zu lösen. So werden neue Werte bei der neuen Generation gebildet.

Wenn es keinen globalen Konflikt in Form eines atomaren Krieges geben wird, dann werden beim Ausgang aus der Krise die übernationalen Institutionen gestärkt. Staaten, die dazu nicht bereit sind, werden verschwinden, wie bereits Tunesien, Libyen und Sudan praktisch verschwanden. Und ihre Bevölkerung setzt sich in Bewegung aufgrund des Mangels an Nahrungsmitteln, Wasser, Arbeit und Geld. Und wir sind auf diese Situation überhaupt nicht vorbereitet.

Kommentar: Die Kabbala schlägt deshalb vor, solange noch keine unwiderrufliche Verschiebung in Richtung kriegerischer Auseinandersetzungen erfolgt ist, mit der Änderung der Situation zu beginnen, die Gesellschaft zu ordnen, die Produktion im Vorfeld zu drosseln, jedem seine neue Position zuzuweisen, eine Politik der Erklärung und Erziehung durchzuführen, Menschen auf eine neue Welt und auf eine neue Gesellschaft vorzubereiten. Die Kabbala beschreibt einen Aktionsplan, der mit den Gesetzen der Natur übereinstimmt. Alle kabbalistischen Empfehlungen basieren auf der Bedingung des Gleichgewichts mit der Natur.

Über die spirituelle Ausdauer

Alles hängt davon ab, inwieweit wir bereit sind, die in uns aufkommenden Verlangen auszuhalten.

Auf dem spirituellen Weg offenbaren sich böse, falsche Verlangen in dem Menschen, die ihm zeigen, wie weit er vom Ziel entfernt ist, wie sehr er diesem entgegengesetzt ist. Und wenn seine Umgebung sich richtig verhält, stellt er sofort fest, dass das alles zu seinem Wohl geschieht.

Auf diese Weise bedeutet meine Bereitschaft durchzuhalten, dass ich mich darauf vorbereite, jede Enthüllung des Bösen anzunehmen und sie zum Guten umzuwandeln. Wenn ich aber nicht dazu bereit bin, dann bringt mich jede neue Erscheinung des Bösen zum Fall, und ich will nicht aufstehen, weil ich verzweifelt bin oder einfach nicht weiß, was ich machen soll. Damit reißt auch schon die mir gebotene Chance ab.

Die Einwirkung der Umgebung, die die Verbindung zum Ziel hält, richtet den Menschen ständig auf dieses Ziel aus. Genau das ist auch die richtige Vorbereitung, die Bereitschaft durchzuhalten. Wenn ich diese Kraft vorbereitet habe, dann kommt dementsprechend auch das Böse zum Vorschein, in dem ich den Hebel für den Aufstieg zum Guten sehe.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 02.03.2011

Der momentane Zustand ist eine Aufgabe des Schöpfers

Frage: Letztendlich müssen wir erkennen, dass wir uns verbinden wollen und nicht können. Doch warum vergesse ich es?

Meine Antwort: Du vergisst es nicht. Lies den Artikel von Baal HaSulam „Die wundersame Eigenschaft des Einprägens“. So etwas gibt es nicht, dass ich mich erinnere und dann wieder vergesse. Es ist einfach so, dass Reshimot in mir auftauchen und ablaufen.

Und darum sollte man das vergessene Alte oder das unerwünschte Neue nicht bedauern. Jeden Zustand muss ich als eine Arbeitsaufgabe annehmen und ihn realisieren. Alles, was es in mir gibt, brauche ich. Ich sehe mich selbst, nachdem etwas in mir zum Vorschein gekommen ist – und von diesem Punkt an fange ich an, zu arbeiten.

Was für Verlangen und Gedanken erwachen in dir, um dich durch unerwartete „Überraschungen“ oder endlose Wendungen zu verwirren – bis du sie endgültig realisiert hast, bist du für dich selbst entschieden hast, dass dieser Gedanke unbrauchbar ist und du dich nicht mit ihm beschäftigen willst oder dass er erwünscht ist und du ihn bis zum Schluss realisieren willst. Bis zu dieser finalen Analyse verschwindet jedoch nichts.

Die Geschwindigkeit der Umsetzung deiner Verlangen und Gedanken hängt ab von der Bereitschaft, zu ertragen und dich über sie zu erheben, indem du über dem Wissen arbeitest – mit anderen Worten, nur davon, wie sehr du in die Umgebung eingebettet bist.

Frage: Warum muss ich ertragen?

Meine Antwort: Weil du nicht vor diesen Verlangen weglaufen, sondern sie behalten und analysieren musst, indem du dich über sie erhebst.

Zum Beispiel kommt mir ein unangenehmer Gedanke. Dann widme ich mich dem Studium und der Gruppe, während ich einen Abstand zwischen mir und dem Hindernis, das mich beunruhigt, einhalte – und ich entscheide für mich selbst, dass das Eine wichtiger als das Andere ist. Und das mache ich so lange, bis dieser schlechte Gedanke gestürzt ist und verschwindet. Auf diese Weise analysiere ich ihn. Immer und immer wieder, bis ich ihn endgültig „zertreten“ habe.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 21.02.2011

Versuch nicht, dich selbst dem Schöpfer unterzujubeln


Frage: Wie können wir die Qualität unserer Arbeit verbessern, damit wir vor jedem Unterricht bereit sind, uns auf die Korrektur der Welt durch die Vereinigung zwischen uns zu konzentrieren?

Meine Antwort: Die Kraft unserer Bitte ist zu schwach, weil wir unsere Verlangen nicht vereinen. Darin liegt der Grund unseres Misserfolgs. Wir müssen uns in einem gemeinsamen Verlangen, in einer gemeinsamen Bestrebung vereinen. Wenn das geschieht, bekommen wir sofort eine Antwort darauf. Wenn wir uns aber nicht verbinden, wird uns nichts Anderes helfen.

Darüber steht geschrieben: Entweder vereinigt ihr euch, oder hier wird der Ort eures Begräbnisses sein.

Es gibt das Licht, welches sich in Bereitschaft befindet, uns zu korrigieren, – unter der Bedingung, dass wir das volle Ausmaß des Verlangens erreichen. Und das volle Ausmaß bedeutet, dass wir uns zu einem Ganzen vereinen. Ein großes Verlangen von irgendjemandem wird ihm nichts nützen – wir brauchen viele Verlangen, die sich miteinander verbinden.

Dabei dürfen wir nicht egoistisch danach streben, den Schöpfer und die spirituelle Welt für uns selbst zu bekommen. Wenn du dich wirklich nach der Spiritualität sehnst, dann bedeutet das, dass du dich mit den Anderen verbinden willst. Dann her mit eurer unkorrigierten Einheit, damit der Schöpfer sie korrigieren kann!

Doch stattdessen versuchst du, Ihm dich selbst unterzujubeln. Er aber beachtet dich nicht, denn das ist nicht der Ort des Zerbrechens, dort gibt es nichts zu korrigieren. Wenn du deinen Bauch vollschlagen willst, bitte schön, doch der Schöpfer hat nicht vor, ihn vollzustopfen. Wenn du Ihm aber die zerbrochene Verbindung mit den Anderen präsentierst, wird Er sie natürlich korrigieren.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 13.02.2011

Sich verbinden und zu einem spirituellen Herzen werden

Frage: In Gedanken meint jeder von uns, dass er bereit und gewillt ist, sich mit allen anderen zu verbinden, doch wenn es soweit ist, dieses Verlangen zu realisieren, scheitern wir.

Meine Antwort: Ihr scheitert nur daran, dass jeder von Euch für sich allein dazu bereit ist, jedoch nicht alle zusammen.

Das ägyptische Exil unterscheidet sich von allen voran gegangenen. Warum war der Einzug nach Ägypten mit Hilfe von Josef möglich? Weil Josef (von „Osef“) Ansammlung von allen Kräften und Grundlagen ist.

Es ist unmöglich, das Böse zu enthüllen, selbst wenn alle damit einverstanden sind. Dazu ist die Erfüllung einer Bedingung notwendig: Bereitschaft zur Vereinigung. Noch bevor sie nach Ägypten kamen, haben Josefs Brüder ihn verkauft, sie wollten keine Vereinigung. Sie schienen gerecht zu sein, jeder von ihnen wollte dem Schöpfer dienen, doch sie wollten sich nicht verbinden. Sie wollten sich Josef, der als Grundlage gilt, nicht anschließen.

Und als sie in ihrer Ausweglosigkeit mit Hilfe von Josef nach Ägypten kamen, begannen sie zu enthüllen, wie sehr sie die Idee der Einheit hassen und ablehnen. Und das Exil selbst ist die Enthüllung des Hasses gegenüber der Vereinigung.

Und erst wenn dieser Hass sein volles Maß erreicht hat und seine Herrschaft über den Menschen zu spüren ist, sprich wenn er sich einerseits in der Gewalt des Pharao befindet und andererseits sehr darunter leidet und nicht in der Lage ist, etwas zu erreichen, erst dann geschieht der Durchbruch.

Doch all das geschieht durch die Anstrengung, sich zu verbinden, indem man sich über die eigene Weigerung, dies zu tun, erhebt. Dadurch wird das Exil überwunden. Wir jedoch scheinen an der Grenze zu Ägypten zu stehen und auf der Stelle zu treten.

Die Anstrengung, sich zu verbinden, äußert sich in der gemeinsamen inneren Fürsorge, wenn alle an unsere innere Verbindung denken und sich deswegen Sorgen machen. Dann werden wir spüren, dass es zwischen uns etwas gibt, was uns verbindet, und wir werden alle zu einem Herzen.

Und das ist bereits ein spirituelles Herz, ein spirituelles Verlangen, in dem wir mit dem Schöpfer verbunden sind und das Licht brauchen, welches uns so verbindet, dass wir aus dem gemeinsamen Verlangen heraus Handlungen des Gebens an den Schöpfer vollziehen werden.

Auszug aus dem Gespräch über die spirituelle Arbeit, 17.12.2010

Wovon leidet ein Kabbalist

Ein Kabbalist leidet nur deswegen, da er sieht wie weit die Welt noch vom Schöpfer, von der Einheit und der Erreichung des vollkommenen Lebens, entfernt ist.

Wir sind in der Lage dies zu tun, wir haben dafür die Bedingungen, aber wir vernachlässigen diese Gelegenheit und führen diese nicht aus. So ziehen wir eine Vielzahl von Problemen auf uns an und fügen dem Schöpfer Leiden zu.
Gerade deshalb, dass der Kabbalist eine Offenbarung des Schöpfers erreicht hat, leidet er mehr als die anderen. In der Tat, in Bezug auf die ganze Welt, ist er wie eine Mutter für die Kinder. Die ganze Welt ist seine Kelim, Teile seiner Seele. Solange sie nicht korrigiert sind, leidet der Kabbalist für sie mehr als sie selber.

Jeder Mensch fühlt seinen eigenen Egoismus und leidet davon, dass sein Kli leer ist. Und ein Kabbalist schließt in sich alle ein, begegnet  allen mit Liebe und möchte allen nur mit dem absolut Guten erfüllen. Aber die Menschen wollen das nicht. Sie sind damit nicht einverstanden, sich zusammenzuschließen und den eigenen Egoismus, auch wenn nur ein bisschen  annullieren zu müssen, um einen großen Wunsch / Kli zu erschaffen, welches mit Licht der Unendlichkeit gefüllt werden kann.

Der Kabbalist kann die Welt nicht verändern – nur für sie leiden und warten, bis die Menschen minimale Bereitschaft zum Vorankommen zeigen.

Natürlich, am meisten macht er sich Sorgen um seine Schüler, weil ihr Leiden gerichtet ist. Er kann sie nicht künstlich fortbewegen. Das würde ihnen schaden und ihre Entwicklung stören. Deswegen spricht er mit ihnen auf der Ebene, die ihnen entspricht.

Wir beschäftigen uns mit Originalquellen, und unsere Beziehung zu ihnen bestimmt, wieviel wir alle gemeinsam von ihnen erhalten können. Gerade das Enthüllen und nicht das, was ich in meinem Wunsch verstehe. Ich arbeite mit dem gemeinsamen Bedürfnis, welches entsteht, um sich allen zu offenbaren.

Aus einem Programm „Kabbala für Anfänger“, 1.12.2010


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Die verborgenen Verbindungen

Frage: Wenn zwischen uns die Verbindung offenbart wird, geschieht es dann nur in meinem Inneren, oder auch innerhalb der ganzen Gruppe?

Meine Antwort: Es ist die persönliche Offenbarung des Menschen, der sich in der Gruppe befindet. Aber seine Freunde enthüllen nicht dasselbe wie er selbst. Die Enthüllung hängt somit von der individuellen Arbeit jedes Menschen ab.

Angenommen, ein Freund von uns hat die Bereitschaft empfunden, sich in der Seele und im Herzen mit uns, mit allen Funken zu verbinden, die in uns infolge des Zerbrechens existieren. Dann wird er sofort jene gemeinsame Kraft offenbaren, die der Schöpfer heißt und im ganzen Universum gilt.

Aber wenn wir uns nicht auf demselben Niveau der Verbindung befinden, dann werden wir nicht fühlen, dass Er dort anwesend ist.

Genauso passiert es in unserer Welt, wo der Mensch vor anderen verbergen kann, dass er sich auf dem spirituellen Niveau befindet.

Auszug aus einem Unterricht über den Artikel „Die Kabbala und die Philosophie“, 05.01.2011