Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Befinden'

Methode der Korrektur, Teil 10

Wenn man die Naturgesetze erfüllt

Frage: Wenn ich dafür sorge, dass mein gleichgesinnter Freund den Schöpfer erreicht – das ist das Beste, was ich für ihn tun kann, – reicht das dann  aus? Muss ich mich dann nicht darum kümmern, seine zahlreichen anderen Wünsche zu erfüllen?

Antwort: Nein. Es steht geschrieben, dass die materiellen Ansprüche des Freundes wichtiger sind, als deine Spirituellen.

Aussage: Aber ich kann nicht mal meine eigenen materiellen Wünsche erfüllen, seine dann doch erst recht nicht!

Antwort: Hiermit ist eine Gesellschaft gemeint, die nur existiert, um den Schöpfer zu offenbaren. Alle ihre Mitglieder werden sich in einer gegenseitigen Bürgschaft befinden, d.h. ihr Leben wird nur daraus bestehen. Alles andere was sie für ihren Unterhalt, für ihr Leben brauchen, das was man als „unverzichtbare Lebensbedingungen“ bezeichnet, wird von ihnen gemeinsam angeschafft. Sie helfen sich gegenseitig. Sie werden immer alles haben,  was sie brauchen, da sie die Naturgesetze erfüllen.

Fortsetzung folgt…

Aus der TV-Sendung „Grundlagen der Kabbala“, 07.02.2019

[257093]

Methode der Korrektur, Teil 4

Wie man das Naturgesetz erfüllt

Frage: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ ist das ultimative Ziel der Natur. Es gibt aber auch noch vorläufige Gesetze, von denen eines lautet: „Was du nicht willst, dass man dir tut, das füge auch keinem anderen zu“. Was bedeutet das, worüber reden wir?

Antwort: Es geht nicht um Liebe, es geht darum, nichts Böses zu tun. Das ist unser erstes Gesetz.

Aussage: Aber ein Mensch ist dazu unfähig. Wenn ich egoistisch bin, schade ich trotzdem jemand anderem. Es stellt sich heraus, dass uns Gesetze gegeben werden, die wir gar nicht erfüllen können.

Einerseits heißt es, dass man sie umsetzen muss, andererseits kann man es nicht tun, da es gegen unsere Natur ist.

Antwort: Wenn du gewisse Neigungen, Ansatzpunkte, Wünsche, Bestrebungen hast, wenn du anfängst, etwas aus der Kabbala zu verstehen- du brauchst sie, sie ist der wahre Sinn in der Welt, du kannst dich nicht von ihr entfernen und du verstehst, dass die ganze Welt zu ihr kommen muss, – dann musst du nach dem Weg suchen, um es zu verwirklichen.

Dies kann nur durch eine höhere Kraft geschehen, die uns die Möglichkeit gibt, über unsere Natur hinaus zu handeln.

Nehmen wir an, es liegt ein Stück Eisen vor uns. Die Schwerkraft der Erde zieht es nach unten. Wenn ich einen Magneten darüber halte, wird das Eisen hochgezogen und in der Luft hängen. Beide Kräfte werden sich demnach ausgleichen und das Stück Eisen wird zwischen ihnen liegen.

Genauso ist es, wenn mein Egoismus unten bleibt und die entgegengesetzte Kraft über mir ausgeübt wird, dann werde ich in der Luft hängen und der Egoismus wird nicht auf mich drücken, ich werde unabhängig davon sein, mich in der Mitte befinden. Wenn die höhere Kraft so stark sein wird, dass ich an ihr festhalte und mein ganzer Egoismus unten bleibt, dann werde ich ein vollkommen Gerechter werden.

Wir müssen diese Kraft finden, damit sie auf uns einwirkt. Es gibt nichts anderes.

Fortsetzung folgt…

Aus der TV-Sendung „Grundlagen der Kabbala“, 07.02.2019

(256820)

Sinn des Lebens Teil 1

Das Ziel des Lebens nach dem höheren Gedanken

 Frage: In der gesamten Menschengeschichte suchten Menschen nach dem Sinn des Lebens.

Im antiken Griechenland und im alten Rom glaubte man, dass das Ziel aller menschlichen Handlungen die Suche nach dem Glück ist. Jeder verstand dabei das Glück auf seine Weise.

Die Zyniker begnügten sich mit wenig- sie vermieden das Böse.

Die Lebensideale der Stoiker waren Gleichmut und Ruhe gegenüber äußeren und inneren Reizen. Dasselbe galt für die meisten östlichen Methoden.

Im mittelalterlichen Europa und in Indien wurde die Vorstellung vom Sinn des Lebens mit Ahnenkult und dem Festhalten an religiöse Ideale verbunden. Wenn wir spätere Glaubensansätze und Theorien nehmen, ist es klar, dass der Sinn des Lebens die Erkenntnis Gottes ist. Jeder verstand natürlich auf seine Weise, was Gott ist. Das gerechte Leben, die Einhaltung der Gebote, die Liebe zu Gott waren für sie die Grundlagen der Existenz.

Nach den Lehren Buddhas ist der Sinn und das höchste Ziel des Lebens, das Leiden zu beenden. Die Abwesenheit von Leid ist im Prinzip der Genuss. Das Leiden zu beenden bedeutet, dass man aufhört, seinen Egoismus, seinen Wunsch zu empfangen, zu benutzen.

Nach Konfuzius war das Hauptziel der menschlichen Existenz die Schaffung einer idealen Gesellschaft, in der der Mensch ein „Rädchen“ ist und sich auf diese Weise in Harmonie befindet.

Nach einer Umfrage unter den modernen Menschen glauben 26%, dass diese Welt keinen Sinn hat, 32% – dass der Sinn des Lebens in der Liebe liegt, 22% – darin, die Welt zu kennen und das Wissen an andere weiterzugeben, 8% – die Fülle der Kommunikation mit Gott zu erlangen.

Was ist der Sinn des Lebens aus der Sicht der Kabbala?

Antwort: Es gibt das Ziel der Schöpfung, das von Anfang an in der Erschaffung des Menschen und der Welt, in der er erschaffen wurde, liegt. Es besteht darin, dass wir durch unsere Entwicklung in dieser Welt, in der Umgebung, in der wir uns inmitten der unbelebten, pflanzlichen, tierischen Natur und dem menschlichen Umfeld befinden, den Schöpfer enthüllen können, der alles lenkt.

Der Sinn der Existenz liegt in der Wahrnehmung des Schöpfers während unseres materiellen Lebens.

Frage: Wie unterscheidet sich das von anderen Methoden, bei denen auch die Erkenntnis des Schöpfers, die Liebe zu Ihm, die Befolgung Seiner Gebote gepredigt wird?

Antwort: In der Kabbala meinen wir eine absolut klare Offenbarung des Schöpfers in allem was uns umgibt. Wir erfassen Ihn genauso, wie wir jeden anderen, universellen Teil der Natur erfassen.

Frage: Wo kommt das her? Werde ich Ihn sehen, fühlen und hören können?

Antwort: Es wird in allem erfasst, was in mir und um mich herum geschieht: Ich beginne, die höhere lenkende Kraft, die sich in allen Handlungen, in allen Eigenschaften, in allen Ereignissen befindet, zu offenbaren. Die Offenbarung der höheren Kraft gibt mir die Auffassung davon, dass ich mich in einer völlig neuen Welt befinde – der Welt, in welcher der Verwalter dieser Welt existiert.

Diese höchste Lenkungskraft offenbart sich in absolut allen Eigenschaften, Veränderungen, in der Natur, in mir, in meinem Verstand und meinen Gefühlen, in allem, was mit jedem Menschen in dieser Welt geschieht.

Darüber hinaus offenbart sie sich dadurch und enthüllt ihr Ziel:  Wie man die Verbindung unzähliger Lebewesen auf verschiedenen Stufen – unbelebt, pflanzlich, tierisch und menschlich – zu absoluter Harmonie, zur Verbindung untereinander und zur kompletten integralen Interaktion führt.

Diese Wahrnehmung einer einzigen Kraft, eines einzigen Zieles, eines einzigen Planes, wenn alle Handlungen praktisch zu einem Ganzen zusammengefasst werden und alles auf einen einzigen Zustand hinausläuft, den wir alle durch diesen erhabenen Plan erreichen müssen, wird dies als „Schöpfer“ bezeichnet.

Wir kommen in den Zustand, in dem wir klar sehen, fühlen und wahrnehmen, dass es nichts anderes als den Schöpfer gibt. Es gibt nur diese Kraft, die uns absichtlich erschaffen hat, um uns ihre Einheit, ihre Größe, ihre Kraft, ihre Universalität zu zeigen.

Fortsetzung folgt…

Aus dem TV-Programm „Grundlagen der Kabbala“, 14.01.2019

(255544)09