Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Arten'

Drei Wege zu geben

Frage: In dem Artikel „Über das Geben“ schreibt Rabash: Wir müssen wissen, was mit dem gebenden Kli (Gefäß) gemeint ist. Es gibt drei Arten des Gebens.

Erstens: Man gibt zum Nutzen seines Nächsten um dafür belohnt zu werden. Dies ist eine gewöhnliche egoistische Handlung.

Zweitens: Man gibt zum Wohle des Nächsten wenn die Belohnung die Arbeit selbst ist. Man hat dennoch Freude an dieser Arbeit und kann sie nicht einem anderen überlassen. Wenn man zum Beispiel weiß das jemand anderes es besser kann wird man nicht nachgeben da man die Handlung selbst genießt.

Drittens: Man ist fähig, die Handlung des Gebens zu vollziehen, ohne eine Belohnung dafür zu erhalten.

Frage: Ist der Mensch zur dritten Art des Gebens fähig ohne etwas dafür zu bekommen? Wie kann das sein?

Antwort: Wir müssen erkennen, dass dies das Empfangen von Genuss ist. Das ist die Form des Gebens. Ich achte, liebe und schätze den Menschen, um dessen selbst willen, ich handle selbstlos, so wie er in meinen Augen groß ist, ich bin bereit, alles für ihn zu tun, ohne irgendeine Gegenleistung zu erhalten.

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Aus der Fernsehsendung „Praktische Kabbala“, 28.03.2024

Lass das Herz zum Schöpfer klopfen

Frage: Wie kann ich an die Korrektur denken, die uns das Buch Sohar bringt, wenn ich negative Emotionen, so wie Hass, empfinde?

Meine Antwort: Das Gebet ist das, was das Herz fühlt. Wenn es jetzt mit Hass erfüllt ist, ist das mein Gebet: „Ich will ihn zunichte machen“.

Um die Kraft, die sich im Buch Sohar, in dem gemeinsamen Lesen des Buches,verbirgt korrekt anwenden zu können, muss ich zuerst mein Herz darauf vorbereiten. So das mein Herz dasselbe wie der Schöpfer wünscht.

In der Tat der Schöpfer antwortet auf jedes Gebet, auf jeden Wunsch unseres Herzens. Deshalb ist unsere Welt so schlecht!

Aber, anderseits, es steht doch geschrieben, dass er nur auf das Gebet antwortet, das durch die „Tore der Träne“ kommt. Antwortet er nun wirklich auf jedes Gebet, sei es die flüchtige Laune eines Kindes oder üble Machenschaften eines Bösewichtes?

Ja, sagen die Kabbalisten, die das System unserer Beziehungen mit dem Schöpfer entdeckt haben. Ein Dieb, der eine Beute gefunden hat oder ein Räuber, der einen Verbrechen geplant hat, und bereit zu töten ist, sie wollen auch ihr Ziel erreichen und ihr Gebet wird auch angenommen. Denn es geht um das Verlangen von Malchut der Welt Azilut. Und alles was sich unterhalb von ihr befindet, einschließlich unserer Welt, gehört zu ihr.

Warum sagen wir dann, das ein Verlangen erhebt sich manchmal zur Welt Azilut, aber manchmal auch nicht? Es liegt daran, dass zwei Arten von Wünsche existieren:

– Manche sind in die gleiche Richtung gerichtet, wie der Willen des Schöpfers. Da vereinigen sie sich mit dem höheren Verlangen und werden wie eine Fülle von Oben wahrgenommen.

– Die anderen entsprechen nicht dem Willen des Schöpfers. Sie rufen auch eine Antwort von oben, wie die positive Wünschen, aber werden von den negativen Verlangen negativ wahrgenommen, wie eine negative Reaktion.

Sie korrigiert den Menschen, indem sie ihn durch den langen und schwierigen Weg der Leiden führt, statt den kurzen und leichten Weg, wenn seine Wünsche und die Wünsche des Schöpfers miteinander übereinstimmen.

Deshalb sollen wir uns auf das richtige Gebet vorbereiten. Und mit diesem Gebet sich zum Sohar wenden. Denn der Mensch kann nicht auf dem Unterricht ohne jegliche Wünsche anwesend sein.

So oder so er will etwas und wenn sein Verlangen, vorher vorbereitet wurde und in die richtige Richtung gerichtet, dann, beim Lesen vom Sohar schreitet er schnell und leicht voran. 

Und außerdem müssen wir daran denken, dass wir uns in der Gruppe befinden und mit ihrer Hilfe, unseres Gebets verstärken. Also wenn die Gedanken des Menschen nicht zum Ziel gerichtet sind, befindet er sich in einer Konfrontation mit der Gruppe und empfindet noch stärker die scheinbar negative Reaktion von oben.

Also, unsere ganze Arbeit besteht in der Vorbereitung auf den Unterricht, im Lesen vom Sohar und anderen kabbalistischen Bücher. Und wenn wir uns schon im Unterricht befinden, ist es schwierig etwas zu ändern. Denn das Herz des Menschen ist schon auf irgendwelche Wünsche eingestimmt.

Deshalb ist es äußerst wichtig mit welchen Gedanken ich schlafen gehe, wie bereite ich mich auf den Unterricht morgen. Diese Minuten spielen eine entscheidende Rolle. Man muss auch die physische Vorbereitung nicht vergessen, damit der Körper nicht im Schlaf versinkt.

Rabasch schreibt in seinem Artikel 36 aus Dargot HaSulam: Es steht geschrieben: „Das Gebet Hörender“. Warum das Gebet im Singular? Hört der Schöpfer nicht alle Gebete? Es handelt sich darum, dass wir nur ein Gebet hochheben sollen: um die Schechina aus dem Staub zu erheben.

Ein Gebet um die Schechina aus dem Staub zu erheben bedeutet ein Verlangen den Schöpfer bzw. die Eigenschaft des Gebens und der Liebe zum Nächsten in mir, zu offenbaren, zu wollen, sich darin dem Schöpfer anzugleichen. Und wenn wir alle unsere Kräfte nur auf eines richten, klopfen wir an die Tore, die sich unbedingt öffnen werden.

Aus einem Sohar-Unterricht. Das Vorwort, 7.12.2010

interessiert an der „Wissenschaft der Kabbala“  >  Kabbala Akademie

Über die Natur herrschen

Frage: Sie sagten, wenn wir auf die spirituelle Ebene aufsteigen, können wir Macht über die vier tiefer liegenden Ebenen der Natur ausüben: unseren Körper, die belebte, pflanzliche und die unbelebte Natur.

Antwort: Wenn wir den Zustand erreicht haben, in dem wir uns in unseren Punkten im Herzen zusammenschliessen, herrschen wir über alles. Wir erlangen die Göttliche Kraft, die universelle Gewalt der Natur und erwerben unbegrenzte Energie. Kurz gesagt: Wir herrschen über die Natur.

Frage: Es wäre logisch anzunehmen, wenn wir uns jetzt auf der menschlichen Stufe befinden, dass wir die drei unteren Ebenen der Natur kontrollieren können: belebt, pflanzlich und unbelebt, ist dem nicht so?

Antwort: Nein, wir können nicht über sie herrschen. Wir regieren sie, jedoch rücksichtslos, da wir mit dem allgemeinen Programm der Natur nicht vertraut sind, dem allgemeinen Gesetz des Universums. Deswegen zerstören wir die Natur, beschädigen mutwillig alle tieferen Ebenen: die belebte, pflanzliche und unbelebte.

In Wahrheit ist dies eine sehr tiefe Frage. Es gibt zwei Arten zu herrschen:

1. Durch Gewalt, wie wir es heute tun, indem wir die Natur ohne irgendein Mitgefühl, Einsicht oder einen Beweggrund zerstören, ohne Rücksicht darauf, was mit uns morgen oder in der näheren Zukunft geschehen wird.

2. Durch Verstehen, wenn wir imstande sind, entscheiden zu können, was wir tun sollen, uns des gesamten Bildes der Entwicklung bewusst sind. Das System von Kopf bis Fuß zu kennen heißt, über es nicht durch Gewalt, sondern durch Vernunft zu herrschen.

Aus der 1. Lesung des WE! Kongresses, 01/04/2011

Kabbala Akademie

Das Ende des letzten Exils

Wir sind am Ende eines Zeitraumes von vier Exilen, an der Schwelle der endgültigen vollständigen Erlösung angelangt. Wir müssen alle Menschen mit den Punkten in ihren Herzen finden, die es in der Welt gibt und sie mit allem, was sie zum Studieren benötigen, unterstützen und innerhalb des Systems unserer Gruppen und gemeinsamen Aktivitäten einbinden.

Außerdem müssen wir in die Welt, die sich außerhalb befindet, hinausgehen und die Weisheit der Kabbala an jene verbreiten, die keinen Punkt im Herzen haben. Die heutige Welt zerbricht mit einem riesigen Verlangen, das sich in vielen unterschiedlichen Arten manifestiert. Die Menschen fragen nach dem Sinn des Lebens, wenn auch im materiellen, anstatt im spirituellen Sinne. Trotzdem genügt das für uns, um ihnen zu erklären, dass sie wahre Erfüllung nur durch den spirituellen Aufstieg erlangen können.

Für uns bedeutet spiritueller Aufstieg, eine höhere Stufe zu erlangen. Dorthin wird unser Punkt im Herzen hingezogen. Doch für sie gehört ein spiritueller Aufstieg zur körperlichen Ebene, wie Liebe, gemeinsame Teilnahme, universelle Vereinigung, Geben oder Kompromisse für ein Leben in Frieden in dieser Welt. Das ist es, was sich die Menschheit als ein spirituelles Leben vorstellt. Und wir müssen sie im Einklang mit diesem Verlangen ansprechen.

Doch zur rechten Zeit werden die Menschen dafür dankbar sein, sich mit uns verbunden zu haben und werden das wahre Ziel der Korrektur erkennen können. Zudem wird in den neuen Beziehungen zwischen den Menschen das Licht gegenwärtig sein, das eine größere Wahrnehmung und größeres Verstehen vermitteln wird. Schließlich wird sich die ganze Welt mit den Menschen mit den Punkten im Herzen verbinden, fähig zu einem Kompromiss sein, sich selbst abzusagen und zusammen mit dem Gefäß Israel aufzusteigen.

Aus dem Täglichen Kabbala Unterricht, 3.05.2011, Die Wichtigkeit der Verbreitung der Kabbala

Der Wind der Veränderung

Indem ich in der Gruppe arbeite, bekomme ich von ihr ein starkes Verlangen. Ich sehne mich nach der Befreiung vom Egoismus, doch was kann ich tun? Verlangen selbst ist zu nichts fähig. Und mehr als das. Solch ein Verlangen, wenn auch stark, ist egoistisch.

Ich will das Geben nicht per se, sondern den Nutzen, den es verspricht. Das bedeutet, dass ich unter dem Joch des Pharao bin. Innerhalb des Verlangens zu empfangen habe ich ein sehr starkes Verlangen zu geben: Ich freue mich darauf, dass ich Nutzen aus dem Geben ziehe.

Die Folge davon ist, dass der Widerspruch, die Kluft, die Polarität, der Interessenkonflikt, in mir wächst. Ich will geben, um mein egoistisches Verlangen zu füllen. Schließlich macht mich das Geben ewig, perfekt, grenzenlos, frei und immun für alle Krisen. Vergiß die Tsunamis und den Zusammenbruch des Aktienmarkts; alles ist wundervoll! Wer will das nicht? Mein Ego will das, unersättlich, wie es ist.

Doch dazu ist es nicht fähig. Dann kommt die Höhere Kraft – bricht herein in mein „Schwarzes Loch“, ermöglicht mir, zu entfliehen. Tatsache ist, obwohl man es im Großen und Ganzen als Entfliehen beschreiben kann, laufe ich nirgendwo hin. Ich bleibe am gleichen Ort, doch plötzlich fühle ich mich vom Egoismus befreit, befreit vom Verlangen zu empfangen. Das ist alles.

Plötzlich zeigt sich, dass das Schwarze Loch das Licht in seinem Innern nicht länger festhält; es wird durchsichtig. Alles fließt jetzt hindurch und es kanalisiert allerlei Arten von Eindrücken aus anderen Dimensionen, die ich mit verschiedenen Namen benenne: das Licht von Nefesh, das Licht von Ruach und so weiter. So schreiten wir voran.

Das Wesentliche für uns ist die Überquerung der Grenze, der Beginn der Erneuerung (Chidush). In Hebräisch heißt das Rosh Chodesh, der Anfang des Monats. Unsere Erneuerung ist, mit Hilfe der Höheren Kraft die erste Eigenschaft des Gebens zu erwerben.

Um dies zu tun, müssen wir die Höhere Kraft einladen, zu handeln, und dazu müssen wir uns zuerst vereinen. Lasst es eine egoistische Einheit sein, und es ist egal, ob sie erfolgreich ist oder nicht. Nur wenn wir die richtige Umgebung erschaffen, wird der Wind der Veränderung unter uns wehen.

Aus dem 4. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 21.04.2011, Schriften von Rabash

Gebt nicht zu viel Gewürz dazu!

Während des Lesens des Sohar müssen wir fortwährend an die Verbindung zwischen uns denken und basierend auf diesem ständigen, starken Gedanken uns lediglich ein wenig den Text anhören – nur soweit es möglich ist, als Zusatz, als Gewürz.

Der Gedanke an die Verbindung muss aber stark und ununterbrochen sein. Und nur im Rahmen des Möglichen fügen wir den eigentlichen Text hinzu, den Gedanken daran, die Empfindung dessen. Jedoch nur unter der Bedingung, dass diese Grundlage – der ständige Gedanke an die Einheit – nicht verschwindet und nicht abschwächt.

Wir könnten uns mit Leichtigkeit in der richtigen Absicht befinden, wenn wir nur wüssten, dass der Sohar, genauso wie auch die gesamte Tora, nur von den Arten der Verbindung zwischen uns spricht. Deshalb ist alles, was wir studieren, und alles, was wir in diesem Moment als Resultat unserer Arbeit sehen wollen, die Verbindung zwischen uns, die Arten unserer Verbindung, ihre charakteristischen Merkmale, alles, was zwischen uns stattfindet, – über all das steht im Buch Sohar geschrieben.

Und deshalb sprechen wir von ein und demselben Punkt – dem Punkt der Verbindung zwischen mir und den Anderen. Und in diesem Punkt gibt es alle möglichen Arten der Verbindung zwischen mir und allen Anderen. Genau darüber erzählt die Tora.

Deshalb, wenn ich mich korrekt ausrichte, verstehe ich, dass es nur darum geht. Welche Arten der Verbindung gibt es nun zwischen uns? Worin kann ich mich verbinden? Wie kann ich das erkennen?

Das bedeutet, dass wir den Lernstoff erkennen wollen – und ihn nicht beherrschen. Doch durch die Bestrebung ihn zu erkennen, uns zu einem gemeinsamen Verlangen/Kli zu verbinden und alle Arten der Verbindung, von denen die Tora erzählt, zu klären, kommt das Licht, das zur Quelle zurückführt, stellt diese Verbindung her, klärt auf – und dann enthüllen wir es tatsächlich.

Auszug aus dem Sohar-Unterricht. Das Vorwort, 21.02.2011

Wie wir Liebe in Hass verwandeln

Frage: Wenn alles, was es in dieser Welt gibt, ein Abdruck der auf Liebe basierenden spirituellen Welt ist, wie kann es dann in unserer Welt Mord geben?

Meine Antwort: Alles kommt aus der Welt der Unendlichkeit zu uns, aus dem konstanten und vollkommen Zustand, der vollständigen Verschmelzung mit dem Schöpfer. Jedoch im Geschöpf manifestieren sich diese Wurzeln entsprechend seiner Unvollkommenheit und deckt den Grad des Unterschiedes zwischen uns und der Höheren Vollkommenheit auf.

In der Höheren Welt arbeitet ein Programm, das dir hilft, dich selbst zu entdecken und zu erkennen, was du brauchst, um dich zu vervollständigen, um dich zur Wurzel zu erheben. Dort geschieht alles in der reinsten, korrigierten und vollkommenen Weise. Doch in unserer Welt, wegen der Unterschiede in den Stufen, in den Welten, manifestiert sich alles in der entgengengesetzten Weise.

Wir enthüllen die spirituelle Handlung, sehen aber, wie geistlos sie entsprechend unserer eigenen Unähnlichkeit zur Höheren Stufe ist. Das heißt „Jeder urteilt entsprechend seiner eigenen Fehler“. Ich sehe oder mache bestimmte ungehörige Handlungen, weil ich selbst verdorben bin. Wenn ich mich korrigiere, werde ich erkennen, dass diese Handlungen gut sind.

Doch habe ich nicht gestern gesehen, dass Menschen sich gegenseitig umgebracht haben? Heute beobachte ich, dass sie sich Geschenke machen! An der Wurzel bleiben diese Handlungen die gleichen, doch ich habe mich zur Wurzel hin vervollständigt und folglich hat sich meine Sicht verändert. Ich könnte sehen, wie die egoistische Absicht in der spirituellen Welt getötet wurde,doch stattdessen sehe ich in unserer Welt, wie richtiger Mord geschieht.

Die höheren und unteren Welten bestehen aus den gleichen Elementen, doch in der Höheren Welt gibt es zwischen ihnen Liebe, wobei es in der unteren Welt Hass gibt. In der unteren Welt ist alles umgekehrt! Nur die Details bleiben, während alle Arten der Verbindungen zwischen ihnen sich verändern, denn in unserer Welt sind diese Verbindungen völlig zerbrochen und wir sind durch Hass, Zurückweisung und Missachtung getrennt. Währenddessen sind wir in der spirituellen Welt alle miteinander verbunden und einander vollkommen verpflichtet.

So wie du und ich in dieser Welt existieren, genauso existieren das spirituelle „du“ und „ich“ in der spirituellen Dimension. Mit dem Unterschied, dass wir in der Spiritualität miteinander verbunden sind und einander lieben, während wir hier getrennt und voller Hass sind. Der Unterschied zwischen den Welten wird zum Unterschied in der Art und Weise, wie wir mireinander umgehen.

Die Höheren Wurzeln legen fest, dass zwischen uns etwas passieren muss. Doch durch unsere Korrektur oder deren Ausbleiben, bestimmen wir, was geschehen wird und wie: Werden wir hassen und morden oder einander lieben und umarmen?

Aus dem 4. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 9.02.2011 „Das Wesen der Weisheit der Kabbala“

Doppelte Realität

Frage: Wenn wir die Gruppe nur als ihren inneren, korrigierten Zustand betrachten, wie unterscheidet sie sich dann vom Rest der Welt, der auch nur unkorrigiert scheint?

Meine Antwort: Es gibt keinen Unterschied in der inneren Bedeutung. Aber wenn man auf die Gruppe schaust, bleibt einem nichts anderes übrig als festzustellen, dass sich ihr Streben nach Spiritualität äußerlich manifestiert, wenn sie jeden Tag zum Unterricht kommt. Das bedeutet, dass sie sich zwar bemüht, Spiritualität zu erreichen, es ihr jedoch noch nicht gelungen ist.

Man hat einen äußeren Schirm, auf dem man sieht, wie sich die Gruppenmitglieder nach dem Geben sehnen, während sie noch innerhalb des egoistischen Systems handeln, welches nur beabsichtigt, alles für die eigene Befriedigung zu nutzen.

Dennoch wissen sie bereits, verstehen schon irgendwie und fühlen sogar, dass es eine Chance gibt, zu einer anderen Einstellung über die Welt zu gelangen: das Konsumieren durch das Geben zu ersetzen.

Sie wissen, dass es zwei Arten gibt, das Leben im Universum zu empfinden:

1. Ein Leben, wo ich instinktiv versuche, alles zu verschlingen, weil ich so geboren wurde, was als angeborener „Böser Trieb“ betrachtet wird.

2. Und es gibt eine andere Einstellung dem Leben gegenüber: das Geben, aus sich herauszutreten, wobei mein „Selbst“ an sich nicht existiert, es sei denn, es ist in allen anderen enthalten. Und diese zweite Herangehensweise ist diejenige, die wir erreichen wollen.

Es stellt sich heraus, dass wir bereits zwei Herangehensweisen haben: bis jetzt nach dem 1. Grundsatz, zu leben, alles für sich selbst zu verbrauchen. Genau das nehmen wir jetzt wahr, „diese Welt.“ Aber wir träumen davon eine andere Anschauung vom Leben zu erlangen und die spirituelle Wirklichkeit zu sehen, die aus dem Geben besteht.

Was wird mit der körperlichen Wirklichkeit dann geschehen? Wird sie verschwinden? Nein. Sie wird bleiben, solange wir sie brauchen, da sie noch als ein notwendiger Bestandteil verwendet werden muß.

Nun sollte man bereits verstanden haben, wozu unser materieller Körper dient: man muss ihn aufrechterhalten, um den Verbrauch zu unserem Besten fortzusetzen und nicht um zu geben. Aber in Wirklichkeit gibt es keinen Körper.

Doch je nach dem, wie weit man noch im egoistischen Konsumieren verbleiben muss, so lebt weiter man in dieser materiellen Wirklichkeit. Und in dem Maße, in dem man sich über selbst erhebt, betritt man die spirituelle Welt.

Auszug aus einem Unterricht über das Buch Sohar. Das Vorwort, 28.12.2010

Wenn der Wecker klingelt

Die Kabbalisten erzählen in ihren Büchern nur über die Seele, sie beschäftigen sich nicht mit unserer Welt, die sich unter der Linie des Lebens befindet.

Das ist eine Illusion, die uns vorübergehend gegeben wurde, damit wir anfangen, aus diesem Schlaf zu erwachen und das wahre Leben aufzubauen.

Denke nun darüber nach, wie sehr du die Freunde schätzen solltest, die dir helfen können, zum neuen Leben zu erwachen!

Begreife, dass ihr euch gemeinsam in einer Art Schlaf befindet, und das Einzige, was euch als Hilfe gegeben ist, um aus ihm zu erwachen, ist ein kleiner Funke. Als wenn du manchmal schlafen und selbst verstehen würdest, dass wenn du dir Mühe geben würdest, du aufwachen könntest. Jener kleine Hacken, der uns zum Festhalten gegeben wurde, ist eben dieser „Punkt im Herzen“.

Wenn du alle diese Punkte, die erwachen wollen, verbindest und danach verlangst, dass „der Wecker klingelt“, wird die höhere Kraft euch erwecken – sie wird euch aus diesem Traum herausholen. Sonst werden wir alle weiter schlafen.

Die spirituelle Welt kann allein aus diesem Schlaf heraus enthüllt werden. Und unter ihr, unter dem tierischen Dasein, unter diesem Scheinleben gibt es gar nichts.

Nach dem Tod bleibt dir nur das, was du in der Spiritualität zu deinen Lebzeiten erreicht hast! Und woher soll auch etwas Anderes kommen? Warum gibt es das dann nicht jetzt schon? Wie hindert dich dein tierischer Körper daran – wozu soll man jetzt leiden, um später zu genießen?

Wir haben nur das, was innerhalb unseres Verlangens zu genießen wahrgenommen wird. Wenn ich als Ergänzung zur Wahrnehmung meines materiellen Lebens auch noch das spirituelle Leben erhalte, dann werde ich es auch haben. Und es hängt nicht vom materiellen Leben ab – das sind zwei Arten des Verlangens: das eine „für sich“, das andere „um des Gebens willen“.

Das bedeutet, ich werde erst einmal gleichzeitig in zwei Welten leben können, und wenn der Körper stirbt, dann nur in der materiellen Welt. Der tierische Körper stirbt und hört auf, diese Realität in seinen fünf Sinnesorganen wahrzunehmen, als wenn ich jetzt das Gehör verlieren würde. Genauso verschwinden alle materiellen Empfindungen.

Das egoistische Verlangen kann nicht ewig existieren, es hat eine Grenze. Doch wenn du das Verlangen zu geben erhalten hast, ist es unsterblich.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Körper und Seele“ vom 25.11.2010

In den Kreisen des Lichtes schwimmen

Der Wunsch, der mit dem Schirm arbeitet, heißt „die Linie“ und ohne Schirm – „der Kreis“. Die gemeinsame Arbeit zwischen der Linie und den Kreisen verschiebt die Wünsche/Seelen.

Der Kreis und die Linie stellen zwei verschiedene Formen des Verhaltens dar: die Linie ist das Einzelne, und der Kreis ist das Allgemeine.

Die Kreise verhalten sich so zu den Wünschen, als ob sie keinen Schirm hätten, weshalb sie diese wie im magnetischen oder Gravitationsfeld verschieben, wobei nicht das Maß der Korrektur des Kli, sondern die Kraft berücksichtigt wird, die gerade in diesem Teil des Feldes gilt. Deshalb können die Kreise die Wünsche beeinflussen oder verschieben, die keinen Schirm haben.

Als „die Linie“ werden die Wünsche bezeichnet, welche die Beschränkung (Zimzum Alef) gemacht haben, d.h. den anti-egoistischen Schirm aufweisen. Und wenn ich keinen Schirm aufgebaut habe, dann wirkt die Linie auf mich nicht ein – ich habe mit ihr keine gemeinsamen Eigenschaften.

Deshalb werden wir jetzt von einer Stelle auf die andere Stelle nur durch die Kraft der Kreise hinübergeworfen, die als unsere „Umgebung“ (Swiwa) bezeichnet wird. Das System der Beziehungen zwischen unseren Seelen unterwirft sich diesen Gesetzen.

Darin gelten „die Kreise Zimzum-Alef“, mit dem Zentrum in den Punkten Malchut, und „die Kreise Zimzum-Bet“, mit dem Zentrum in den Punkten Bina, wo die bekommenden (empfangenden) Wünsche enden und die gebenden Wünsche anfangen.

In jedem Teil des Wunsches, in jedem winzigen Detail, das in sich beide Arten des Wunsches einschließt, welche zum Zimzum-Alef und Zimzum-Bet gehören – gelten die Kreise Zimzum-Alef und Zimzum-Bet.

Angenommen, ich habe die Wünsche, die man schon jetzt aufklären kann, oder solche, die sich bis zum Ende der Korrektur nicht klären lassen, dann wird auf sie ein Feld einwirken, und das andere eben nicht.

Das heißt, wir befinden uns in diesen zwei Feldern: das Feld Zimzum-Alef und das Feld Zimzum-Bet. In diesem allgemeinen Feld gibt es das ganze Gedächtnis, das ganze Programm, das ganze Ziel und der Gedanke der Schöpfung, alle unsere Zustände bis zum Ende der Korrektur. Und wir müssen uns nur in die Übereinstimmung mit diesem Feld bringen.

Aber wie kann ich es machen, wenn ich dieses Feld gar nicht fühle? Es ist das umgebende Licht, mit welchem ich keine Verbindung aufbauen kann. Deshalb bemühe ich mich um die Verbindung mit den Wünschen, mit den Freunden, mit irgendwelchem Teil des allgemeinen Systems und versuche, maximal seinen Gesetzen gleich zu werden, die im Licht eingeschlossen sind.

Folglich bekomme ich eine noch größere Einwirkung des Lichtes. Ich werde empfindlicher, das Licht kann mich stärker beeinflussen.

Das Licht selbst wird nicht stärker, es ist konstant. Aber ich soll meine Empfindungen verschärfen, um von diesem Lichtfeld eine größere Einwirkung zu fühlen. Auf diese Weise komme ich in diesem Feld voran!

Je empfindlicher ich zum Licht werde, desto schneller werde ich in diesem Kräftefeld (von der Peripherie zum Zentrum) schwimmen.

In der Mitte des Feldes können gleichzeitig die große Finsternis und die starke Krafteinwirkung sein, weshalb ich schneller zur „direkten“ Handlung „in der Linie“ komme. Ich bewege mich also „in den Kreisen“, erreiche „die Linie“ und baue den anti-egoistischen Schirm.

Aus dem Unterricht nach den „Bejt Schaar a-Kawanot“, 01.11.2010