Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Kabbala'

Wir schließen uns der Welt an

Kongress in Toronto. Lektion 7

Niemand ist einfach so zur Welt gekommen, und natürlich hat niemand die spirituelle Erweckung für sich persönlich bekommen. In der Spiritualität werden Berechnungen nicht mit Individuen, sondern immer mit dem System im Ganzen geführt.

Aus diesem Grund sollte sich jeder immer wieder die Frage stellen: „Wie helfe ich beim Aufbau der globalen gegenseitigen Verbindung? Wie gebe ich meine Erweckung an die Freunde weiter? Wie nehme ich an der Suche nach einem gemeinsamen Programm, an der Enthüllung des Schöpfers zwischen uns teil? Wie verbindet Er uns?“

Letztendlich werden wir feststellen, dass wir Teile eines gemeinsamen Systems, einer gemeinsamen Funktion sind und die Höhere Kraft sich in uns zu den gleichen Bedingungen für alle befindet. Dann werden wir den Zustand des Friedens, der Integrität, der Vollkommenheit erlangen. Alle gemeinsam werden wir uns mit dieser Kraft gerade dadurch verbinden, dass sie uns alle im gleichen Maße und gleichzeitig betätigt.

Alle Mängel, die sich in unserem Leben offenbaren, entstehen aufgrund des Fehlens des Schöpfungsprogramms, das bereits zum Vorschein kommen sollte. In der Finsternis, die es verhüllt, finden wir Übel, Schmerz, Chaos und Durcheinander vor. Das ermöglicht uns, eine genaue Diagnose, ähnlich einem Arzt, zu stellen. Der Schöpfer legt vor uns Symptome mithilfe von Leiden und Problemen frei.

Mögen wir genügend Verstand und Gefühl, genügend Vorbereitung und, was das Wichtigste ist, genügend gegenseitige Unterstützung aufbringen, um das Wesentliche der Geschehnisse erkennen zu können. Wenn ich Schmerzen empfinde, wenn ich mich über jemanden ärgere und ihn nicht sehen will, wenn ich mich rechtfertige und beweisen will, dass ich recht und die anderen unrecht haben, muss ich verstehen, dass ich durch jene Verlangen und Gedanken durcheinander gebracht werde, die noch nicht für die Verbindung mit dem allgemeinen System korrigiert sind.

Ich darf nicht vor ihnen fliehen – ich muss richtig mit ihnen arbeiten, bis ich eine vollkommen korrekte Einstellung den anderen gegenüber entwickelt habe: von den besten Freunden und den Menschen, die mir nahe stehen, bis hin zu jenen, die mir besonders fern, verhasst und entgegengesetzt sind.

Es steht geschrieben: „Die Liebe wird alle Vergehen bedecken“. Wir rufen nach der Nächstenliebe nicht aus Tugendhaftigkeit. Wahre Liebe bedeutet die gegenseitige Durchdringung zwischen uns, ohne jegliche Unterschiede, mit dem Ziel, uns jener Kraft, die uns in Gang setzt, jenem Programm, das sich zwischen uns in einer analogen Form enthüllen muss, anzuschließen: außerhalb der Zeit und des Raums, im Zusammenschluss von uns allen zu einem Ganzen.

Wir müssen es mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln der Welt erklären. Daraus besteht unsere momentane Arbeit zwischen den Kongressen.

Ich hoffe, wir werden uns noch enger während der Unterrichte miteinander verbinden. Ich empfehle sehr, meinen Blog zu lesen, auch wenn sich vieles wiederholt. Ich veröffentliche dort Meinungen von vielen Wissenschaftlern und Experten, und das tut seine Wirkung, das ermöglicht den Anschluss an die Welt. Das brauchen wir.

Heute müssen wir uns von den Verlangen und Leiden der Welt, von ihren Eindrücken und Empfindungen der Krise durchdringen lassen – und daraus soll jeder nach den Formen des Herantragens suchen, um Erklärungen geben, Einwirkung ausüben und den Menschen den bitteren Geschmack ein wenig versüßen zu können, ohne sie zu beruhigen, sondern ihnen die richtige Sichtweise auf die Problemlösungen zu geben. Diese Arbeit erfordert viel Zeit, und wir müssen sie tun.

Auszug aus der siebten Kongresslektion in Toronto, 18.09.2011

Kein Land kann die Krise allein bewältigen

Meinung: Kim Sung-Hwan, Minister für ausländische Angelegenheiten und Handel der Republik Korea: „Die internationale Gemeinschaft hat Erfahrung damit, wirtschaftliche Schwierigkeiten zu überwinden, wie die globale Finanzkrise von 2008. Aber kein Land kann allein solche globalen Schlägen überwinden. Das erfordert enge Zusammenarbeit zwischen allen Mitgliedern der internationalen Gemeinschaft. Heute ist es extrem wichtig die Anstrengungen zu vereinen.“

Mein Kommentar: Zusammenarbeit sollte nicht deshalb existieren, weil keiner die Kraft hat, die Krise alleine zu überwinden, sondern weil die Krise für uns verursacht wurde, um die Notwendigkeit zu entdecken, uns zu einem Ganzen zu vereinigen.

Du kannst niemand anderen als dich selbst korrigieren

Frage: Wenn es viele Menschen gibt, die in einem warmen Raum sitzen, wird es immer einen geben, dem kalt ist und der alle anderen dazu zwingt, die Klimaanlage auszuschalten. Der größte Teil der Menschheit ist in der Lage, sich den drohenden Veränderungen anzupassen. Aber was sollen wir mit denen tun, die feststecken und nicht bereit sind, die derzeitige Stufe zu verlassen?

Meine Antwort: Es ist viel wichtiger, dich selbst zu korrigieren, als die Welt. Tatsächlich möchte ich äußere Bewegungen hervorrufen und ich versuche den Menschen dabei zu helfen, den Prozess und die Methode der Selbstkorrektur zu verstehen. Jedoch kümmere ich mich eigentlich nur darum, mich selbst zu korrigieren. Ich korrigiere nicht meinen nächsten. Ich schenke ihm die Methode auf die angenehmste Weise, die möglich ist, aber ich bringe ihn nicht zum Handeln, das ist bereits seine Wahl.

Deswegen belästigen wir Menschen nicht, die noch gar nicht bereit für irgendeine Veränderung sind, in Gestalt oder Form. Sie sind noch nicht reif dafür. Wenn die kabbalistische Methode verbreitet wird, lassen wir jeden Menschen es für sich selbst einschätzen. Ich habe schon bei zahlreichen Gelegenheiten klargestellt, dass es mich nicht interessiert, wie die Menschen unsere Nachricht akzeptieren.

Ich höre mir ihre Reaktionen nur an, um die Präsentation zu verbessern: um etwas auf eine andere Weise darzulegen und um eine Frage zu beantworten die jemanden ärgert. Aber wenn ich alles gegeben habe und ein Mensch weist es immer noch zurück und verachtet meine Worte, dann achte ich ihn. Für mich ist das auch ein Zeichen von Erfolg, denn ich war in der Lage mich ihm anzunähern und seinen Widerstand zu enthüllen. Das ist für ihn heute die richtige Reaktion und daran kann man nichts ändern.

Wir wenden uns der äußeren Welt zu, um uns selbst zu verbessern. Und wenn wir uns selbst nach unseren Möglichkeiten bestmöglich verbessern, dann beschwere ich mich nicht über die Reaktion der Menschen. Warten wir noch ein Jahr, oder noch 5 Jahre. Wenn wir aber zu weit gehen wird es zum Zwang und wir lassen dem Menschen nicht die Möglichkeit der freien Wahl.

Der Ideenmotor

Kongress in Toronto. Lektion 4

Nur indem wir uns um die breite Welt kümmern, werden wir den Ort unserer Einheit ertasten können. Die Vereinigung muss in der Fürsorge für jemanden stattfinden. Genauso fangen die Eheleute in der Fürsorge für ihre Kinder an, sich als Eltern, als Fürsorger zu fühlen.

Aus diesem Grund müssen wir unsere Kraft in die Verbreitung investieren – in eine wechselseitige, richtige und gut organisierte Verbreitung. Wir nutzen Interviews, Videos, Lieder und weiteren Content. Wir müssen ein sich ständig vergrößerndes „Lager an fertigen Produkten“ erschaffen, damit wir notwendige Materialien diesem Lager entnehmen, sie in verschiedene Sprachen übersetzen und in den Umlauf bringen können.

Genau eine solche Fürsorge für die Welt wird uns zu einem Ganzen verbinden. Wir werden eine Verbindung zwischen uns nur herstellen können, um an die anderen zu geben. Das ist das spirituelle Gesetz: ich bin nicht zu einem Kontakt, zum Vorankommen fähig, wenn es kein Geben an jemanden erzeugt. Wir müssen gemeinsam daran arbeiten und uns immer besser organisieren.

Und wartet nicht auf die Initiative seitens des israelischen Zentrums – handelt selbständig. In Israel haben wir im Moment mit unseren eigenen Problemen zu tun, dieser Ort wird zum Brennpunkt der Welt. Also realisiert eigene Ansätze, die an eure Bedingungen angepasst sind.

Denn wir verbreiten nicht die Wissenschaft der Kabbala, sondern das Wissen von dem wahren Zustand der Welt. Wir sollten lediglich korrekte Formen des Herantragens erlernen und sie ständig im Verlauf der Arbeit verbessern. Nur die Verbreitung lässt uns entwickeln.

Die Hauptrichtungen der Arbeit sind das Internet und die Kontakte mit den Wissenschaftlern. Wir nutzen ihre Daten als Stütze und wenden uns nach oben, an die Regierungen, sowie nach unten, an das Volk. Wir treten als „Ideenmotor“ auf, der lebenswichtiges Wissen in der Gesellschaft und im Internet verbreitet.

Virtuelle Verbreitung erfordert keine enormen Investitionen. Wir sollten bei der Materialvorbereitung nicht übertreiben. Das Wichtigste ist, die Ideen an die Menschen heranzutragen. Heutzutage werden Einfachheit und Zugänglichkeit zu den Schlüsselfaktoren. Den Menschen gefällt es, wenn man mit ihnen einfach und sachlich spricht, ohne Spielereien und Spezialeffekte. Lasst es uns gemeinsam und möglichst schnell erlernen.

Auszug aus der vierten Kongresslektion in Toronto, 16.09.2011

Welche Gruppe sollte man wählen?

New York, Lektion 2

Frage: Nach welchen Kriterien sollte man die Gruppe wählen, um spirituell vorankommen zu können?

Meine Antwort: Um heute spirituell vorankommen zu können, muss der Mensch eine Gruppe wählen, die sich mit der Verbreitung beschäftigt. Heutzutage können wir nur durch die Massenverbreitung in die spirituelle Welt eintreten. Diese Situation ist bereits vor Jahren entstanden, hat sich aber gerade erst in voller Kraft offenbart.

Man sollte eine solche Gruppe wählen, in der die Menschen so wenig wie möglich über sich selbst reden, verstehen, was sie tun, und ein Beispiel an der zentralen Gruppe nehmen. Es ist wichtig, dass sie nicht zur Trennung beitragen, dass sie so wenig wie möglich streiten, dass sie stattdessen aufstehen und hinausgehen, um unsere Botschaft zu verbreiten.

Nach einer solchen Gruppe sollte man suchen. Und von denjenigen, die umgekehrt handeln und sich den Streitereien hingeben, sollte man sich fernhalten. Eine gute Gruppe schaut nicht nach innen, sondern nur nach außen.

Auszug aus der zweiten Lektion in New York, 12.09.2011


Die Europäische Union am Rande des Zusammenbruchs

Meinung (Maxim Lobada, Finanz-Experte):
Während die Politiker und Ökonomen über die Probleme diskutieren, verschlechtert sich die Situation rasant.

Die Märkte verlieren das Vertrauen in die Möglichkeiten der Politiker, die Finanzmechanismen und die Situation zu verbessern.

Die finsteren Prognosen werden immer realistischer. Jetzt hat sich der Fokus von den USA auf Europa verschoben. Diese Region wird nun öfter als „Trigger (Auslöser)“ der neuen Problemwelle in der Welt gesehen. Viele sprechen über den Krach der Europäischen Union und die kontrollierte Demontage der europäischen Währung:

1. Angela Merkel, Bundeskanzlerin: „Der Euro ist in Gefahr. Wenn wir für die Lösung der Probleme nichts unternehmen werden, dann werden die Folgen für Europa unberechenbar sein.“

2. Herman Van Rompuy, EU-Präsident: „Für den Euro gab es niemals die notwendige Infrastruktur.“

3. Josef Ackermann, Deutsche Bank: „Das alles erinnert an den Herbst 2008.“

4. Angela Merkel, Bundeskanzlerin: „Wenn der Euro den Bankrott erleiden wird, dann wird dasselbe Schicksal Europa treffen.“

5. Christine Lagarde, die geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds: „Die Entwicklung der Situation im Sommer hat gezeigt, dass wir uns in einer neuen gefährlichen Phase befinden“

6. Angela Merkel, Bundeskanzlerin: „Die Krise der europäischen Währung ist die größte Prüfung für Europa der letzten Jahrzenhnte„

7. Jean-Claude Trichet, Präsident EZB: „Wir erwarten sehr komplizierte Zeiten.“

8. Herman Van Rompuy, EU-Präsident: „Wir befinden uns in der Krise des Überlebens. Wenn wir die Eurozone nicht erhalten werden, dann wird EU nicht bestehen bleiben.“

9. Christine Lagarde, die geschäftsführende Direktor des Internationalen Währungsfonds: „Es existiert offensichtlich eine Vertrauenskrise, welche die Situation ernst verstärkt. Dieser Teufelskreis muss unbedingt unterbrochen werden.“

10. Josef Ackermann, Deutsche Bank: „Es ist kein Geheimnis mehr, dass viele europäische Banken die neue Wertung der souveränen Schulden auf ihren Bilanzen nach den Marktpreisen nicht überleben werden.“

11. George Soros: „Wir sind am Rande des Wirtschaftkollapses, der vermutlich von Griechenland ausgelöst wird.“

12. Gerhard Schröder, Ex-Bundeskanzler: „Diese Krise macht die Tatsache offensichtlich, dass wir die gemeinsame Währung nicht ohne eine allgemeine Fiskal-, Wirtschafts- und Sozialpolitik haben können.“

13. Nouriel Roubini, Ökonom: „In der kurzfristigen Perspektive der Weltwirtschaft sind
fördernde Maßnahmen nötig, andernfalls werden wir in eine neue Große Depression stürzen. Die Lage verschlechtert sich drastisch.“

Liebe und Hass

Frage: Wo verläuft die Grenze zwischen der Umsetzung Ihrer Ratschläge und der blinden Anbetung?

Meine Antwort: Die Grenze ist die kritische Analyse. Ein Mensch, der richtig arbeitet, gibt dem Lehrer nicht recht, empfindet  Hass, Abneigung und völlige Verachtung ihm gegenüber – und gleichzeitig überwindet er das, erhebt sich über sich selbst, nimmt die Größe des Lehrers von ganzem Herzen an und annulliert sich vollkommen vor ihm.

Ein Anbeter hat nur eine Seite der Medaille, er unterwirft sich ohne jegliche Kritik. Von  jedem abfälligen Gedanken flieht er wie vor den Flammen. Bei uns ist es jedoch anders. Das bedeutet nicht, dass man den Protest und die Abstoßung künstlich in sich erzeugen soll.

Fang einfach an, auf den Nächsten zuzugehen, und du wirst sehen, wie sehr du ihn hasst. Der Hass muss sich entsprechend dem Bedürfnis nach Liebe enthüllen, anderenfalls ist er nicht schöpferisch. Wir entfachen ihn nicht, er kommt von allein.

Genau darin besteht die Überprüfung: Liebe und Hass agieren zusammen, parallel zueinander, und der Mensch arbeitet in der mittleren Linie, über ihnen beiden.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 09.09.2011

Die Physik unserer Verlangen

Toronto, Unterricht vor dem Kongress

Baal haSulam, Einführung zu TES, Punkt 42: Dass wir vom Schöpfer so fern sind und in einem solchen Grad gegen Seinen Wunsch verstoßen können, ist aus einem einzigen Grund hervorgerufen, der zur Quelle aller Leiden und Qualen wurde, die wir erdulden, und aller böswilligen Verbrechen und Unachtsamkeitsverstößen, über welche wir stolpern.

Gleichzeitig ist klar, dass wir uns sofort von allem Kummer und Leid befreien werden und sofort der Verschmelzung mit dem Schöpfer mit dem ganzen Herzen und der ganzen Seele würdig werden, sobald dieser Grund beseitig ist. Hier werde ich dir sagen, dass dieser ursprüngliche Grund in nichts anderem als in der „Nichtigkeit unseres Verständnisses Seiner Lenkung Seiner Geschöpfe“ besteht. Wir verstehen Ihn nicht so, wie es sich gehört.

Wir haben in der Tat ein sehr großes Problem mit den korrekten Begriffen. Der Stil der kabbalistischen Texte erscheint uns manchmal dermaßen religiös, dass wir von der Realität und der richtigen Position sehr weit zurückgeworfen werden, von der wir uns selbst und die Welt als eine bestimmte Abordnung von Kräften und Systemen mit den für sie typischen gegenseitigen Beziehungen, Vektoren, Zahlenwerten und Messdaten wahrnehmen müssen.

Wir sind an eben diese Herangehensweise gewohnt, und aus diesem Grund müssen die jahrhundertealten Definitionen mit neuen, verständlichen Begriffen versehen werden, damit wir uns nicht irren und nicht den eigenen Phantasien verfallen.

Darum schreibt Baal haSulam, dass der Grund unserer Entfernung von dem Schöpfer darin liegt, dass wir Ihn nicht verstehen. Dieses Unverständnis betrifft in erster Linie die begriffliche Definition.

Die Einführung zu der Lehre von den Zehn Sefirot ist die wichtigste von allen Einführungen von Baal haSulam. Sie leitet sein Hauptwerk ein, das uns erklärt, in welchem System der gegenseitigen Verbindung wir uns befinden, was zwischen uns geschieht, wie wir miteinander und der gesamten Realität verbunden sind. Wir gehen aus uns selbst in den Raum zwischen uns hinaus, in dem sich die Kraft befindet, die die Menschen voneinander wegstößt. Indem wir beginnen, diese Kraft zu überwinden, formen wir ein anderes Feld – kein Feld der Abstoßung, sondern ein Feld der Annäherung bzw. Entfernung.

Momentan liegt zwischen uns die negative Kraft, die Ablehnung („-„), ein Feld, in dem wir uns alle gegenseitig voneinander wegstoßen. Jeder ist bereit, nur sich selbst wahrzunehmen -ein solcher Zustand wird als „diese Welt“ bezeichnet. Wenn wir aber aus uns selbst herausgehen und beginnen, das, was sich zwischen uns befindet, wahrzunehmen, wird ein solcher Zustand als „höhere Welt“ bezeichnet.

Die Abstoßung zwischen uns ist ein „Verbrechen“: wie Baal haSulam schreibt, verstoßen wir gegen das Verlangen des Schöpfers. Der Drang nach der Einheit zwischen uns wird als „Gebot“ (+) bezeichnet. Der Übergang vom Verbrechen zum Gebot ist die Korrektur. All die Mühe, die ich aufwende, um vom Verbrechen zum Gebot, von meinem Egoismus, vom Empfangen zum Geben überzugehen, wird als „Anstrengungen“ bezeichnet.

Alle diese Kräfte kann ich messen: wie viel wollte ich bekommen, wie viel habe ich überwunden, inwiefern habe ich mich vom Empfangen zum Geben ausgerichtet, wie viel Kraft habe ich investiert, sprich wie viele Anstrengungen unternommen, in welchem Maße habe ich früher mein egoistisches Verlangen und in ihm diese Welt wahrgenommen, inwiefern gehe ich jetzt aus mir heraus und beginne, in der äußeren Ausrichtung die höhere, spirituelle Welt wahrzunehmen: mit welcher Kraft, auf welcher Höhe. Das alles kann gemessen werden.

Genau damit beschäftigt sich die Wissenschaft der Kabbala – mit der Physik der menschlichen Verlangen. Natürlich können wir derartige Veränderungen noch nicht praktisch umsetzen, weil wir noch nicht über entsprechende Kräfte verfügen. Doch im Prinzip können wir mit allen diesen Parametern sehr real arbeiten, indem wir unsere gegenseitigen Verbindungen praktisch überprüfen: wie viel gebe ich dir und wie viel bekomme ich von dir. Dafür müssen wir uns über unsere Natur erheben und eine objektive Position außerhalb von ihr – außerhalb des Empfangens, außerhalb des Gebens, außerhalb von allem – einnehmen und von der Seite, von außen die Geschehnisse prüfen, beobachten und bemessen.

Die Fähigkeit dazu nennt man „Einschränkung“. Mit deren Hilfe schalten wir uns einfach von unserer Natur ab. Selbst wenn wir nicht in der Lage sind, wirklich aus ihr auszubrechen, können wir dennoch erreichen, dass sie uns nicht beherrscht. Genau das wird als „Austritt“ aus ihr bezeichnet. Danach sind wir tatsächlich in der Lage, alle Parameter zu messen.

Auszug aus dem Unterricht vor dem Kongress in Toronto, 16.09.2011

Der Schöpfer ist keine Person

Toronto. Unterricht vor dem Kongress

Frage: Wie formt der Mensch die Eigenschaft des Gebens in sich?

Meine Antwort: Es gibt keinen Schöpfer ohne Schöpfung. Und der Schöpfer ist jene Eigenschaft des Gebens, die wir formen. Wenn wir sie nicht geformt haben, dann gibt es auch keinen Schöpfer.

Und was gibt es dann? Es gibt dessen unerkennbares Wesen, Azmuto, die ursprüngliche Wurzel von allem, was existiert, die nicht im Geringsten mit uns verbunden ist. Wir formen, erschaffen den Schöpfer, indem wir Anstrengungen investieren und die Eigenschaft des Gebens produzieren. Wir generieren diese Eigenschaft durch die gemeinsame Arbeit zwischen uns. Wenn wir sie realisieren, zur Welt bringen, wird sie „Schöpfer“ heißen.

Der spirituelle Parzuf, den wir in den Beziehungen zwischen uns aufbauen, ist unser empfangendes Verlangen, das wir eingeschränkt, mit dem reflektierten Licht, dem Verlangen zu Geben erfüllt und dementsprechend in seinem Inneren die Eigenschaft zu geben, die als „Schöpfer“ bezeichnet wird, enthüllt haben. Mit anderen Worten bedeutet der „Schöpfer“ das Licht NaRaNCHaY, welches wir in unseren spirituellen Gefäßen, die zum Geben korrigiert wurden, enthüllen.

In Wirklichkeit ist der „Schöpfer“ das allgemeine Licht NaRaNCHaY, das wir im Endeffekt erlangen. Baal HaSulam beschreibt es so: Das allgemeine Licht NaRaNCHaY, welches Malchut der Welt der Unendlichkeit erfüllt, nennt sich „Schöpfer“. Und die kleinen Teile in den Zwischenetappen sind die Maßeinheiten Seiner Erkenntnis.

Der Schöpfer ist keine Person, er besitzt keine individuellen Eigenschaften, kein Abbild. Und deshalb gibt es niemanden, an wen du dich wenden kannst – du erschaffst Ihn selbst. Der Schöpfer hat keine Form – du gibst Ihm selbst die Form. Über dein Verlangen zu empfangen stellst du das entsprechende Verlangen zu geben – genau das bedeutet, dass du den Schöpfer erschaffen hast. Nichts anderes.

Wenn du aber meinst, dass der Schöpfer eine Form hat, noch bevor du sie gebildet hast, bedeutet das, dass du einem Abbild, einem Götzen dienst. Genau das bedeutet „die fremde Arbeit“, den Götzendienst.

So sind die Prinzipien der richtigen Einstellung zu der Natur. Das ist der Grund, warum man sich nicht alle möglichen Bilder und Formen vorstellen darf. Das war die erste Entdeckung von Abraham, als er die „Götzen zerstört“ hat, also begriffen hat, dass er selbst die Kraft des Gebens formt. Und bis dahin existiert lediglich eine gewisse ursprüngliche Wurzel, die man sich unmöglich vorstellen kann.

Auszug aus dem Unterricht vor dem Kongress in Toronto, 16.09.2011

Die armen, armen Banken

Meinung: (J. Ackermann, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Bank AG.): Die Aktienmärkte und die Märkte für Obligationen befinden sich in einer sehr schwierigen Situation und es gibt wenig Hoffnung auf Wirtschaftswachstum. Die Schuldenproblematik in der EU hat die Aktienkurse an den Börsen „eingefroren“, so dass die Banken als erstes fallen werden.

Kommentar: Natürlich empfinden gerade die Menschen, die sich mit Wirtschaftsthemen beschäftigen, den Verlust der Kontrolle über die Marktsituation stärker als andere Menschen.

Das Problem kann nur durch eine Veränderung der Wahrnehmung des tatsächlichen Zustandes der Gesellschaft gelöst werden: Wir befinden uns in einer globalen Welt, so dass wir verpflichtet sind, die Strategie der gegenseitigen Beziehungen zu verbessern, indem wir den einseitigen egoistischen Vorteil gegen den vielfältigen beiderseitigen Vorteil tauschen. Wir sollten nicht den maximalen persönlichen Gewinn anstreben sondern den optimalen gesellschaftlichen Nutzen. Gerade die Ökonomen sollen sich Gedanken über die Krise und ihre eigene Wahrnehmung machen, um diese folglich korrigieren zu können!