Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Wer sind wir? – Freie Menschen oder Rädchen im Getriebe der Schöpfung?

Der freie Wille ist das wichtigste Thema, weil es uns das Hauptproblem unseres Lebens vor Augen führt: sind wir wie jedes andere Teil der Natur vollkommen von oben steuerbar?

Denn wir sehen, dass alles sich nach der Lenkung von oben – nach der Lenkung der Natur, sprich des Schöpfers, bewegt.

Es gibt nichts, was über die Grenzen der Natur hinausgehen würde. Es gibt Handlungen, an denen wir sehen, wie sie geregelt werden, und es gibt Handlungen, wo die lenkende Kraft vor uns verborgen ist.

In unseren jungen Jahren denken wir, dass wir über unser Leben verfügen können, doch während unseres Erwachsen werden gewinnen wir an Lebenserfahrung und begreifen, dass das Leben uns beherrscht und nicht wir es.

In der Tat, wo ist der freie Wille möglich, wenn wir feststellen, wie auf allen Ebenen der Natur strenge und unabänderliche Gesetze gelten: physische, chemische, biologische?

Und wenn wir an irgendeiner Stelle kein Gesetz erkennen können, dann bedeutet das lediglich, dass wir es noch nicht entdeckt haben und nicht dass es dort nicht mit absoluter Bestimmtheit gilt.

Wie kann es einen Teil der Natur geben, der nicht steuerbar ist, der von keinem Gesetz kontrolliert wird? Das ist einfach unmöglich! Überall, wo wir die Natur enthüllen, entdecken wir eine klare Gesetzmäßigkeit.

Und was ist der freie Wille? Die Möglichkeit, so zu handeln, wie es mir passt, ohne mich einem determinierten Naturgesetz zu unterwerfen?!

Woher sollen wir den freien Willen hernehmen? Kann es etwa in der Natur einen weißen Fleck geben, der sich ihr nicht unterwirft?

Also stellt sich heraus, dass unsere ganze scheinbare Freiheit lediglich die Illusion eines kleinen Kindes ist, dass unter einer scharfen Beobachtung alleine beim Spielen in seinem Zimmer gelassen wurde, aber denkt, dass es frei ist. Das heißt, sie wird gänzlich durch unser Unwissen erklärt. Und das nennt sich Freiheit?!

Und was ist dann der Mensch? Ein weiterer Teil der Natur, der ganz und gar von oben gesteuert wird und es noch nicht einmal selbst weiß? Wenn wir jedoch einfache Marionetten sind, dann bedeutet das, dass wir weder Gutes noch Böses tun – wenn ich entsprechend einem Gesetz handle, was kann dann von mir verlangt werden?

Alles, wozu ich plötzlich Lust bekomme, ist ein natürlicher Instinkt, der mich von innen und von außen steuert.

Es kann weder eine Belohnung noch eine Bestrafung geben, wenn wir nur gewöhnliche Rädchen im Getriebe der Schöpfung sind. Doch worin besteht dann deren ganzer Sinn, wenn das alles ein abgekartetes Spiel ist?

Also müssen wir als erstes feststellen, ob wir dennoch über irgendeinen freien Willen verfügen und worin er besteht. Denn wenn es sich wirklich um einen freien Willen handelt, kann man hier entweder sehr viel gewinnen oder im Gegenteil alles verlieren…

Aus diesem Grund ist dies das wichtigste Thema in der Kabbala, denn damit beginnt der nächste Schritt: sind wir frei oder nicht, und wenn ja, wie kann ich diese Freiheit zum maximalem Vorteil nutzen?

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Freiheit des Willens“ vom 08.10.2010

„Verbindung“  >  Kabbala Akademie

Kongress: Vereinigung der Funken

Eine Frage, die ich erhielt: Im Rahmen der Vorbereitung auf den Kongress haben die Gruppen von Nord Tel Aviv und Cholon ein großartiges Treffen organisiert.

Ich habe ein unglaubliches Gefühl der Verbindung mit den Menschen erlebt, obwohl ich einige von ihnen noch nie zuvor gesehen habe.

Doch später, als ich mich mit einem von ihnen unterhielt, habe ich feststellen müssen, dass ich diesen Zusammenhalt nicht mehr spüre. Es ist also leichter, sich in einer ganzen Gruppe zu verbinden?

Meine Antwort: Natürlich. Alleine versinkst du in deinen persönlichen Eigenschaften, anstatt dich über sie zu erheben. Denn wir müssen uns über den Charaktereigenschaften, über unserer Natur verbinden, in der gegenseitigen Beziehung als Gebende und nicht als Empfangende.

Jeder eilt mit seinem Funken hoch – genau diese Funken vereinen sich. Gerade unter ihnen enthüllen wir das Licht, den Schöpfer.

Als alle sich über ihren Egoismus mit dem Wunsch, sich in einem gemeinsamen Bestreben zu verbinden, erhoben haben, hast du es gespürt. Und später, während des Gesprächs mit dem Menschen und nicht mit seinem Funken zu deinem Funken, bist du selbstverständlich zu den normalen Beziehungen zurückgekehrt.

Frage: Die Kraft eines Kongresses besteht also darin, dass es für dessen Teilnehmer viel einfacher ist, sich zu verbinden?

Meine Antwort: Ja. Die Kraft des Kongresses besteht darin, dass wir alle Funken, alle unsere spirituellen Impulse, die auf die innere Kraft der Natur, auf die Einheit zwischen uns, auf die Erhebung über die materiellen, tierischen, egoistischen Verlangen gerichtet sind, vereinen können. Diese Kraft der Umgebung wirkt auf alle.

Aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel vom 08.10.2010
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Wo ist sie, die Freiheit?

Bevor du der Gruppe beigetreten bist, hast du die freie Wahl – ihr beizutreten. Nachdem du ihr beigetreten bist, hast du nur eine Wahl – die Verbindung mit der Gruppe zu verstärken.

Du musst selbst entscheiden, dass das deine freie Wahl ist, und du musst es immer wieder tun – darin besteht deine Freiheit!

Das heißt, die Freiheit besteht nicht darin, das zu tun, wonach mir ist, sondern darin, fortwährend meine Anstrengungen in diese Verbindung zu investieren. In allem anderen sind wir unfrei, es wird automatisch realisiert.

Das ist ein sehr wichtiges Prinzip. Mein ganzes Leben lang bin ich absolut unfrei, ich bin eine vollkommene Marionette.

Die Freiheit des Willens besteht nur in einem: nachdem der Schöpfer mich zu der Gruppe geführt und mir den Funken im Herzen geschenkt hat, bin ich nur in einem frei – mich in die Gruppe einzuordnen, mich an ihr, so gut es geht, festzuklammern und festzubeißen.

Nachdem du dich an der Gruppe auf eine richtige Art und Weise festgeklammert hast, hängst du bereits von ihr, vom Einfluss der Umgebung ab, und darin bist du unfrei.

Worin bist du dann frei? Nur darin, wie viel du von dir in die Stärkung der Verbindung mit der Umgebung gegen deinen Egoismus steckst. Und dadurch verstärkst du deine Abhängigkeit von der Umgebung und ihren Einfluss auf dich. Es gibt keine andere Freiheit!

Gerade hier ist die Bürgschaft enthalten, und wir müssen ständig immer mehr Prinzipien dazu nehmen: die Liebe zu Freunden, die Nächstenliebe, deren Rechtfertigung durch den Glauben über dem Verstand – alles innerhalb dieser Freiheit des Willens, dieser Herangehensweise, durch die ich die Umsetzung des Ziels erreiche.

Und das ganze restliche Leben läuft nach dem vorbestimmten Drehbuch, du kannst sogar zu einer Wahrsagerin gehen, und dir deine Zukunft von ihr vorhersagen lassen. Man kann alles im Voraus vorhersagen, außer dem, was deine freie Wahl betrifft. In allem anderen agiert das „blinde“ Schicksal.

Es ist verboten, die Zukunft vorherzusagen, damit der Mensch nicht glaubt, dass er im normalen Leben über die Freiheit des Willens verfügt.

Doch wenn du weißt, dass die Freiheit der Handlungen nicht existiert, eröffnet sich dir die Zukunft… außer jener Zukunft, die deine Freiheit der Wahl betrifft – denn das hängt bereits von dir ab und deswegen enthüllt es sich dir nicht…

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Liebe zum Schöpfer und die Liebe zu den Geschöpfen“ vom 12.10.2010

 

Die Absicht ohne Absicht

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn die innere Verbindung das Wichtigste ist, warum muss man dann mit dem physischem Kontakt beginnen, worin der sich nähernde Kongress helfen kann?

Meine Antwort: Was kann man machen, wenn es noch keine richtige Absicht gibt? Die Handlungen bis dahin ohne Absicht erfüllen!

Und du wirst wie das Kind sein, das hin und her läuft. Seine Handlungen sind unseren Handlungen ohne Absicht ähnlich, aber allmählich wird das Kind klüger und ergänzt die Handlungen mit den Absichten, das heißt mit dem Sinn.

Das Gleiche gilt für unsere Handlungen, und für den Kongress – tue alles, was in deinen Kräften ist! Wenn du nichts tust, ist es schlecht.

Du kannst an die Handlung keine Absicht verbinden? Aber wenn du vor jeder Handlung erkennst, dass du nicht fähig bist, an sie die Absicht zu verbinden, dann wird es deine Absicht sein! Es wird somit schon ein Gebet.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Liebe zum Schöpfer und zu den Geschöpfen“, 10.10.2010

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Wie kann man die Kinder durch Gutes beeinflussen?

Eine Frage, die ich erhielt: Was bedeutet es, „das Kind in der Tora und in den Geboten“ großzuziehen, sowie es in der Absicht des Gebens dem Schöpfer zu belehren?

Meine Antwort: „Die Gebote“ sind eine stufenweise Korrektur unseres egoistischen Wunsches, des Wunsches zu genießen, der auf jeder Stufe mehr geöffnet wird, um die Liebe zwischen uns zu zerstören.

Wenn wir aber diese uns abstoßende Selbstsucht zum Geben hin korrigieren, dann wird gerade darin die Liebe empfunden, d.h. der Wunsch wird zu unserem Verbündeten.

Es heißt „die Tora und die Gebote“ eben. „Die Тоra“ ist ein Licht, das zur Quelle zurückführt, zum Geben und zur Liebe, und „die Gebote“ sind die Handlungen der Korrektur der Wünsche des Menschen auf das Geben und die Liebe.

Die Tora ist also die Methodik, die uns ermöglicht, die Liebe, die Vereinigung und das Geben zu erreichen, weil darin das Licht, die Kraft der Korrektur eingeschlossen ist.

Dieses Licht hat den Wunsch geschaffen, den nur es korrigieren kann. Aber es gibt eine Bedingung: wir sollen die Korrektur wünschen, die Handlungen des Lichtes hervorrufen. Das ist die Rolle des Menschen eben.

Das Kind wird nicht vom Vater oder von der Mutter, sowie nicht von der Lehrerin in der Schule erzogen. Auch wenn du der größte Kabbalist wärst, hättest du es nicht großziehen können, denn dazu wäre nur die richtige Gesellschaft in der Lage.

Es spielt keine Rolle, wieviel die Eltern in das Kind anlegen, weil es eigentlich nicht von ihnen lernt, sondern von der Umgebung – es bekommt auf der Straße, in der Schule alle Modelle des Verhaltens und seine Lebenswerte. Den Vater und die Mutter nimmt er in Form des Systems, und nicht der Umgebung wahr.

Die Umgebung ist das, was dem Kind am nahsten ist, sie spricht die verständliche Sprache, befindet sich auf seinem Niveau. Das Bedürfnis der Umgebung entsteht mit 3-4 Jahren, und man muss es in die gegebenen Rahmen unterbringen.

Wir studieren in der Wissenschaft der Kabbala, dass wir nur den uns gleichen oder den höheren Parzuf empfinden, der zu uns heruntergestiegen ist.

Darüber hinaus nehmen wir nichts wahr. Deshalb nimmt das Kind den Vater und die Mutter als die Menschen wahr, die verpflichtet sind, es zu bedienen.

Aus diesem Grund ist die Erziehung nur mit Hilfe der Umgebung möglich. Schaffen Sie die richtige Umgebung für ihre Kinder, und dann werden Sie die Kinder beeinflussen können!

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „die Liebe zum Schöpfer und zu den Geschöpfen“, 10.10.2010

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Verbreitung und spirituelle Arbeit

Eine Frage, die ich erhielt: Wie soll ich an der Verbindung mit den Freunden in der Gruppe außerhalb der Verbreitungsarbeit arbeiten?

Meine Antwort: Die Verbreitungsarbeit bezieht sich überhaupt nicht auf die spirituelle Verbindung zwischen uns. Das ist eine Bürde, die wir auf uns genommen haben, um die Welt auf der materiellen Ebene zu bedienen.

Natürlich ist es wünschenswert, dass nur unsere Leute an der Verbreitung arbeiten, weil sie dazu in der Lage sind, auch einen spirituellen Funken hineinzubringen, doch wir können auch Menschen von außerhalb heranziehen.

Als Spiritualität wird unsere Verbindung über der egoistischen Ebene, der Aufstieg von einer Stufe zur nächsten, den wir über unserem Verstand realisieren, bezeichnet. Andere Möglichkeiten gibt es nicht.

Diese Arbeit gehört nicht zur Verbreitung, sie ist persönlich und für jeden machbar, selbst für denjenigen, der in Alaska in völliger Isolation lebt.

Eine wahre Verbreitung ist die Verbreitung meines Verlangens nach Verbindung und Liebe im gesamten Verbindungsnetz zwischen den Seelen.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 10.10.2010

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Die Familie des Schöpfers

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn ich über dem Verstand gehe, bedeutet das, dass ich von dem Verstand der Gruppe getragen werde?

Meine Antwort: Es gibt keine Gruppe außerhalb von mir. Die Gruppe, wie auch der Rest der Realität, wird in mir „gezeichnet“.

Der Begriff Gruppe muss als etwas, was von oben kommt, wahrgenommen werden. Auf diese Weise lässt mich der Schöpfer meine Freunde sehen, damit ich, indem ich eine Beziehung mit ihnen aufbaue, eine Beziehung zu Ihm aufbaue.

Ich strebe vor allem zu Ihm. Und er stellt mir quasi eine Bedingung: „Du willst eine Verbindung zu mir aufbauen? Dann gefalle denen und komme näher an die heran, die Mir nahe stehen. Sie – die Gruppe, in die ich dich geführt habe – sind Meine Familie.

Du willst Mir etwas Gutes tun? Ich werde von dir nichts annehmen, sonder schauen, wie du dich ihnen gegenüber verhältst, wie du ihnen Geschenke machst, wie gut du zu ihnen bist. Zeige deine Liebe zu Meiner Familie, dann wirst du auch Mir lieb und teuer sein“.

Hier wird geklärt, ob du wirklich eine bedingungslose Nähe zum Schöpfer willst oder eine egoistische Berechnung anstellst.

Wenn du gut zu deinen Freunden bist, egal, wie du sie siehst, wenn du dich ihnen annäherst, dann willst du dem Schöpfer wirklich nah sein.

Wenn du aber zu der Annäherung an sie nicht in der Lage bist, dann treibt dich deine egoistische Berechnung zum Schöpfer, nicht zum Wohl des Schöpfers, und du bleibst draußen.

So müssen wir die ganze Welt sehen: der Schöpfer präsentiert uns die Realität als Mittel, das uns hilft, uns zu verändern und zur völligen Übereinstimmung mit Ihm zu gelangen.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 10.10.2010

Die Kabbalisten – über die verborgene Tora und über die offene Tora, Teil 3

Liebe Freunde! Ich bitte euch, Fragen zu diesen Zitaten von großen Kabbalisten zu stellen.

Anmerkungen in Klammern sind von mir.

Das Begreifen der Tora fängt mit dem Geheimnis an und endet mit dem Einfachen Sinn.

Denn wir müssen einer riesigen Gnade würdig werden, um die Einfachheit dessen zu verstehen, was in den heiligen Büchern (die über das Geben und die Liebe sprechen) steht, weil wir verpflichtet sind (infolge der Korrektur), zunächst die drei Teile der inneren Tora zu verstehen, auf welche sich Pschat „kleidet“ (die letzte und einfachste Enthüllung der Tora), und das Einfache wird sich nicht vereinfachen.

Und wenn er dessen noch nicht würdig wurde (kein Begreifen erlangte), dann bedarf er großer Barmherzigkeit (seitens des Schöpfers), damit das (sein Tora Studium) für ihn nicht zu einer tödlichen Droge würde (falls er sie für sich selbst lernen wird).

Und für die Gegner, welche die Erkenntnis des inneren Teiles vernachlässigen, die in ihren Herzen sagen: „Es reicht uns Pschat (das einfache Begreifen der Tora) zu erkennen, und wir werden, so Gott will, auch damit zufrieden sein“, – ihre Reden gleichen den Reden derer, welche die vierte Stufe erklimmen wollen, indem sie die ersten drei übergehen.

Baal HaSulam. Das Vorwort zum Buch „Panim Meirot“, 1.

 

Gruppe als Struktur und Gruppe als Verbindung

Eine Frage, die ich erhielt: Wie weit muss ich mich über das Wissen erheben, wenn die Gruppe mir schlecht erscheint?
Denn es steht geschrieben: „Einer Versammlung von Spöttern sollst du nicht beiwohnen“. Was ist, wenn die Freunde meinem spirituellen Vorankommen schaden?
Meine Antwort:
Es ist alles richtig, und doch muss der Mensch verstehen, dass dieser Zustand ihm von oben geschickt wurde. Er sieht niemals die Wahrheit. Wenn er sie anstelle von ständiger Kritik an ihnen über dem Wissen annimmt, dann hilft ihm selbst der kleinste Funke von Freunden beim Vorankommen.
Die Realität muss so wahrgenommen werden, wie sie ist. Ich befinde mich nicht in willkürlichen, zufälligen Bedingungen, sondern in einer Situation, die der Schöpfer für mich erschaffen hat. Er ist derjenige, der bestimmt, was ich sehe und fühle. Und darum kann und muss ich über das Wissen gehen.
Neben dem Gruppenaufbau und der konstruktiven Kritik, muss ich in der spirituellen Hinsicht den jetzigen Zustand als den effektivsten, als optimal für mein Vorankommen annehmen.
Schwierige Diskussionen, Zusammenstöße beim Aufbau und im Alltag der Gruppe haben nichts mit Spiritualität zu tun. Das ist materielle Arbeit, bei der wir aufbauen, zerstören und wieder aufbauen.
Und gleichzeitig, auf einer anderen Ebene, hält jeder die Freunde für die Größten, beugt sich vor ihnen und sieht in ihnen „Engel“ – Abgesandte des Schöpfers.
Die Rede ist von zwei Ebenen der Wahrnehmung, und wir müssen lernen, diese voneinander zu trennen. Einerseits steht die Gruppe als Struktur in dieser Welt und andererseits als Verbindung der Seelen, der ich mich anschließen muss. Diese Ebenen der Wahrnehmung der Gruppe bedürfen eines unterschiedlichen Verhaltens.
Ich kann etwas gegen bestimmte Formen der Verbreitung haben, gegen Freunde, die die Unterrichte versäumen bzw. ihre Verpflichtungen gegenüber der allgemeinen Struktur nicht erfüllen oder nicht zustimmen. Doch wenn ich mich mit ihnen zum Zwecke meiner spirituellen Weiterentwicklung verbinde, muss ich über meine Meinung/mein Wissen gehen und mich vor ihnen beugen.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 10.10.2010

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Eine Seilbahn zum Schöpfer

Eine Frage, die ich erhielt: Ist die richtige Absicht beim Lesen des Buches Sohar, die Kraft des Gebens zu erlangen?

Meine Antwort: Wir brauchen nichts außer der Kraft des Gebens. In der gesamten Realität gibt es nur zwei Kräfte – die Kraft des Empfangens und die Kraft des Gebens.

An der Kraft des Empfangens mangelt es uns nicht. Wenn wir uns auf die Arbeit in der Gruppe und das Studium der Kabbala richtig vorbereiten, enthüllt sich uns die Kraft des Empfangens – unser böser Trieb.

Wenn ich jedoch noch nicht begonnen habe, mich durch die Gruppe und das Studium auszurichten, erkenne ich keinen Egoismus gegen den Schöpfer in mir als etwas Störendes, als Böses.

Zuerst muss ich mein Übel enthüllen. Und wenn ich kein Übel in mir erkenne, habe ich nichts, womit ich mich an die Korrektur machen kann.

Wenn ich aber das Böse in mir enthülle, enthülle ich es bereits in der Gruppe, darum habe ich bereits das Licht zu dessen Korrektur. Denn dort, wo ich meine Abstoßung gegenüber den Freunden finde, finde ich auch die Kraft zur Überwindung dieser Abstoßung.

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn ich keine Notwendigkeit verspüre, den Sohar zu lesen, muss ich ihn trotzdem lesen?

Meine Antwort: Derjenige, der anfängt, die Wissenschaft der Kabbala zu studieren, muss auf jeden Fall wissen, dass er gerade durch das Lesen des Buches Sohar die Stadien der Enthüllung seines Übels und dessen Korrektur durchläuft.

Das Böse wird sich immer mehr enthüllen, und er wird sich immer höher darüber erheben, bis er die ganze Höhe des Bösen, die gesamten 125 Stufen zwischen unserer Welt und der Welt der Unendlichkeit, enthüllt hat.

Er wird über dem sich enthüllenden Bösen in die Höhe wie mit einer Seilbahn zum Berggipfel aufsteigen.

Darum braucht er sowohl diesen Berg, das sich enthüllende Böse, als auch die Seilbahn, die Kraft des Lichts, die ihn zum Berggipfel hochbringt.

Und deshalb müssen wir die Kabbala studieren, die uns das Böse enthüllt. Das bedeutet „Ich erschuf den bösen Trieb“. Weiterhin brauchen wir die Kraft der Korrektur, was bedeutet „Und gab die Tora zu dessen Korrektur, weil das Licht in ihr zur Quelle zurückbringt“, zum Berggipfel.

Darum hat der Schöpfer am Anfang zu Abraham gesagt: „Deine Nachkommen werden als Fremde in einem Land wohnen, das ihnen nicht gehört“, in der Gewalt des Egoismus, doch werden sie mit reicher Habe, dem Egoismus, ausziehen und dessen Korrektur, des Empfangens der Tora, der Korrekturmethode durch die Kraft des Schöpfers, durch das Licht, bedürfen.

Indem sie aufhören den Egoismus (Ägypten) zu benutzen, und ihn in eine „Wüste“ verwandeln, werden sie ihn später um des Gebens willen benutzen und in das „Land Israel“ verwandeln.

Denn es gibt nur ein Verlangen, und die stufenweise Veränderung der Absicht über ihm macht aus diesem Verlangen „Ägypten“ (auf Hebräisch bedeutet „Miz-raim“ „das konzentrierte Böse“), dann die Wüste Sinai (hebr. „Sinai“ – Hass) bis hin zu dessen Umkehrung zum Guten, zum „Land Israel“ (hebr. „Erez Israel“ – Verlangen nach dem Schöpfer).

Der böse Trieb – „Ägypten“, dann das „Geben um des Gebens willen“ – die „Wüste Sinai“, dann das „Empfangen um des Gebens willen“ – das „Land Israel“. Das Verlangen zu genießen bleibt dasselbe, du bestimmst lediglich deine – jedes Mal korrigiertere – Einstellung demgegenüber.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 07.10.2010