Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Wozu braucht der Schöpfer Mich?

Frage: Das Ziel der Schöpfung ist mir mehr oder weniger klar. Was unklar ist, wozu braucht der Schöpfer das alles? Wozu braucht er mich? Wozu hat Er das gemacht?

Meine Antwort: Er hat es aus zwei wichtigsten Gründen gemacht. Erstens, weil Seine Natur – der Gute und das Gute Schaffende ist. Das heißt Er möchte uns eine unendliche Erfüllung, über der Zeit, Bewegung, Raum, und über allen Beschränkungen geben.

Und der zweite Grund besteht darin, dass diese Erfüllung auf der gleichen Ebene, wie bei dem Schöpfer soll, und dass wir den gleichen Status wie Er genießen können und wie Er sein können. Aber solchen Zustand müssen wir selbst erreichen, indem wir eine Unabhängigkeit erlangen und unseres „Ich“ bis zu seinem Niveau vergrößern.

Es ist uns noch nicht klar wie wir bis zur solchen Niveau wachsen können, aber wir werden zu einem solchen Zustand gelangen, dass wir dem Schöpfer in allem gleich sein werden.

Die Kraft des Guten bzw. die Kraft der Liebe die der Schöpfer ist, die Schöpfung zu schaffen und sie zur Vollkommenheit führen. Aber in der Tat, befinden wir uns schon jetzt in einem vollkommenen Zustand. Er hat uns vom Anfang an so geschaffen.

Er hat uns nicht in diesem miserablen Zustand, in dem wir uns jetzt befinden geschaffen, und als ob wir jetzt müssten uns neue aufbauen. Nein, wir brauchen nur unseren wahren Zustand zu entdecken. Und bezüglich des Schöpfers befinden wir uns nach wir vor in dem vollkommenen Zustand.
Aber wenn wir diesen Status nicht selbständig erlangen, werden wir auch nicht in der Lage sein die Welt der Unendlichkeit zu fühlen. Auch jetzt können wir ihn fühlen, aber da unsere Kelim unterentwickelt sind, spüren wir stattdessen unsere Welt.

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Mythen und Realität

Frage: Leider habe ich eine solche Erziehung bekommen, dass der Schöpfer ein gewisser Greis ist, der im Himmel sitzt. Heute studiere ich Kabbala und verstehe deshalb, dass diese Vorstellung falsch ist. Wie kann ich mich von den Stereotypen der Kindheit befreien?

Meine Antwort: Diese Wahrnehmung hat nichts mit der Kindheit des Menschen zu tun. Die Menschheit hat einfach vor vielen Jahrtausenden solche Mythen entwickelt. Denn es ist natürlich, sich etwas Existierendes vorzustellen. Von Generation zu Generation wurden Erzählungen darüber verbreitet, dass es eine gewisse Macht gibt, die mit einem Wesen mit Händen und Fuessen assoziiert wird, und dem menschlichen Verständnis entspricht.

Der Schöpfer hat weder ein Wesen, noch eine Form. Der Schöpfer ist die Natur, und da die Quersummen (Gimatria) dieser Wörter gleich sind, bezeichnen sie ein und dasselbe Objekt. Er ist das Rahmengesetz der Natur, und die ganze Natur ist eine Macht. Und wir selbst sind auch Kräfte, obwohl es uns scheint, als ob es hier irgendwelche Muster, Materie, die unbelebte, pflanzliche und tierische Natur gibt.

Das kann man mit dem Bildschirm des Fernsehers vergleichen, worauf wir verschiedene Darstellungen sehen, denn genauso sehen wir alles, was in dieser Welt existiert, stellen es uns auf diese Weise in unseren Koepfen vor.

Deshalb ist ein solches Herangehen an den Schöpfer, dass Er ein gewisses Heiligenbild, der Greis ist, der irgendwo oben existiert, eine Quelle bitterer Fehler, und eine verzerrte Wahrnehmung des Lebens.
Da die Wissenschaft der Kabbala verborgen war, und die Menschen nicht wussten, wer der Schöpfer ist, hat sich ein solcher Irrtum sogar im Judaismus verbreitet. Somit existiert immer noch eine ähnliche Einstellung des Volkes.

Wir verbinden mit dem Schöpfer, genauso wie mit den Menschen in unserer Welt, verschiedene Dinge: ich werde Ihm etwas geben, und Er wird machen, dass es mir gut geht; wenn ich Ihm einen Dollar spende, dann wird Er mir zwei zurückgeben.

Es scheint uns so zu sein, dass wir Ihn auf diese Weise bestechen können, wodurch der Schöpfer gut sein wird, und das Leben sich zum Besseren verändern wird. Aber es stellt sich immer mehr heraus, dass unsere Beziehung mit dem Schöpfer nur in Richtung unserer Korrektur gehen kann.

Er fordert von uns nur das eine: wie ein Mensch mit einem Herzen zu sein und den Nächsten wie sich selbst zu lieben.

Auszug aus einerder Vorlesung im Hörsaal „Kabbala für alle“, 14.12.2010

Die Fragen an den Kabbalisten

Frage: Stimmt es, dass in jeder Generation nur einen wahren Kabbalisten gibt?

Meine Antwort: Alle sind notwendig, weil jeder auf seinem Gebiet arbeitet. Da die Menschheit ungleichmäßig ist – benötigt man für ihren jeden Teil die besondere Sprache und das besondere Herangehen, bis die Menschen vorankommen und bereit werden, die Wahrheit zu hören.

Deshalb muss man nicht daran denken, wer ein Kabbalist ist. Wir sollen danach streben, die Wahrheit zu enthüllen, um sich an sie anzunähern. Und wenn es heute oder morgen jemanden geben wird, den man wahrlich als einen großen Kabbalisten bezeichnen könnte, dann werden wir ihm folgen.

In der Generation kann es wahrscheinlich nicht mehr als einen wahren Kabbalisten geben, weil es auch nur einen Kopf gibt. Und all die anderen daneben oder darunter – Dutzende, Hunderte, Tausende – entsprechen der Form einer Pyramide. Ich hoffe dass, es, wenn nicht in dieser Generation, dann in der folgenden, etwas Ähnliches wie Sanedrin geben wird: mehrere Kabbalisten, die zusammen über das hohe Niveau des Begreifens verfügen, und die Menschheit zum Schöpfer führen.

Frage: Gibt es eine Verbindung zwischen 36 Gerechten und Kabbalisten?

Meine Antwort: Nein. „36 Gerechten“ ist ein Begriff. Es handelt sich um die besonderen, sich in dieser Welt befindenden Seelen, durch welche der Überfluss in diese Welt kommt, um die Existenz dieser Realität zu unterstützen. Es ist ein besonderes System, und nicht die einzelnen Menschen.

Frage: Kann die Frau zum Kabbalisten werden?

Meine Antwort: Selbstverständlich. Es gab doch die Prophetinnen – unsere Stammmütter, nach ihnen die Prophetinnen, und dann das Volk – das bis zur Zerstörung des 2. Tempels über das höhere Erkenntnis verfügten. Darin gibt es keinen Unterschied zwischen dem Mann und der Frau. Sogar heute kenne ich unsere Studentinnen, die im Laufe von vielen Jahren selbstlos arbeiten und vorankommen. Ihre Wahrnehmung und der Wunsch sind größer, als bei vielen Männern. Gewiss, können sie nicht kleineren Niveau, wie die Männer erreichen.

Da wir außerdem zur Offenbarung des Schöpfers vorankommen, so werden wir sicher erreichen, dass sowohl die Männer, als auch die Frauen Ihn enthüllen werden. Denn die Frau ist doch auch ein Teil der Schöpfung. Sie führt nur etwas andere spirituelle Arbeit durch, wobei die „andere“ nicht die „nicht spirituelle“ bedeutet.

Frage: Wie kann man dem Kind erklären, wer ein Kabbalist ist?

Meine Antwort: Kabbalist ist ein Mensch, der die Offenbarung des Schöpfers nach dem Gesetz der Gleichheit der Eigenschaften anstrebt. Er hat sich in die Ähnlichkeit mit dem Schöpfer korrigiert. Deshalb hat er ein Teilchen von oben, das als die Seele – als der Teil des Schöpfers bezeichnet wird. In diesem Teil fühlt er die spirituelle Welt, die höhere Dimension, das ewige Leben mit denen er sich gleichsetzt.

Wenn das Leben seines physischen Körpers zu Ende geht, nimmt er das nicht in Form eines Verlustes wahr. Er lebt weiter, und empfindet das spirituelle Leben. Er wird als Kabbalist bezeichnet, weil er das höhere Leben erlangt hat.

Auszug aus dem Programm „Kabbala für die Anfänger“, 01.12.2010

Warte nicht auf den kritischen Pegelstand

Sich den Anderen annähern, bedeutet ihre Verlangen und Gedanken an sich näher zu bringen, sie so zu empfinden, wie das Verlangen seiner eigenen Kinder. So wichtig sollte mir die ganze Welt sein, als ob alle Menschen meine Verwandte wären.
Später fange ich an, diese „Verbindung zur Verwandschaft“ immer mehr zu empfinden, solange, bis ich diesen Teil als mein Eigen fühle. Sogar sind es nicht nur meine Teile, ich bin es selbst! Das ist ein rein psychologisches Problem.
Je mehr ich mich ihnen nähere, desto mehr empfinde ich eine Kraft, die den Rauminhalt zwischen uns füllt, und dort offenbart sich der Schöpfer. Je größer meine Sorge um jeden einzelnen Menschen ist, desto näher komme ich an den Schöpfer heran und bekomme mehr Chancen ihn zu offenbaren.

Doch wenn ich die Anderen und die Möglichkeit, mich ihnen zu nähern, abstoße, und nur an meine egoistischen Interessen denke, dann verdecke ich mich selbst und die anderen Menschen vor dem Schöpfer. Ich verdecke das Gute und das Wohlwollen, und rufe das Böse und die Leiden in die Welt hervor.

Wenn ich nicht die Wissenschaft der Kabbala richtig einsetze, dann beginnen die Menschen sich von einander zu entfremden, einzelne Menschen und ganze Länder. Dann wird sich über sie die Dunkelheit verbreiten, eine noch Größere als jetzt.

Der Schöpfer entfremdet sich noch mehr von uns, und wenn Er die kritische Note erreicht, dann kommt es zu einem Weltkrieg. Es hängt alles nur von der Annäherung oder der Entfremdung dieser höheren Kraft ab, damit ruft sie die Explosionen, die Katastrophen, die Kriege, bis zu dem Weltkrieg hervor.

Noch befinden wir uns einfach im „Exil“ (eine verlorene Empfindung des Schöpfers). Er ist uns sehr nahe, und kommt absichtlich noch näher, um uns die globale Verbindung der Welt zu offenbaren. Solange es noch nicht zu spät ist, müssen wir zum Verständnis kommen, dass wir verpflichtet sind, dieses Wissen an Alle hinzubringen, es hängt alles von unserem Verlangen ab.

Aus einem Unterricht über den Artikel „Der allgemeine Charakter der Wissenschaft der Kabbala“, 13.1.2011

Kabbalisten zur Tora und den Geboten, Teil 24


Liebe Freunde! Bitte stellt Fragen zu den Zitaten der großen Kabbalisten.

(Anmerkungen in Klammern sind von mir)

Was ist ein Gebet?

Von oben wird nichts zur Hälfte gegeben. Deshalb muss der Mensch beten, dass der Schöpfer ihm eine komplette Hilfe leistet. Das heißt, dass zur Zeit des Gebetes, wenn er eine Ordnung in seinem Herzen schafft, denn Gebet heißt die Arbeit im Herzen, muss der Mensch selbst entscheiden: Er will, dass der Schöpfer ihm das Verlangen gibt, sich vor Ihm in allem zu annullieren. Das heißt, dass er den Menschen nicht in der Macht irgendeines egoistischen Wunsches lässt, sondern dass alle seine Wünsche nur um des Schöpfers willen sind.

Und wenn er in seinem Herzen, sich völlig zu annullieren entschieden hat, dann bittet er den Schöpfer um die Hilfe und Kraft das Gedachte in die Tat umzusetzen… Und das wird das vollkommene Gebet genannt, wenn der Mensch möchte dass der Schöpfer ihm ein vollkommenes Verlangen gibt, ohne jegliche Kompromisse für sich selbst. Und er bittet den Schöpfer um die Hilfe immer in seiner Gerechtigkeit zu bleiben.

Rabasch. Brief 65

Nahe ist der Ewige denen, die gebrochenen Herzens sind

Psalmen 34:19

Bleichmittel für Esel

Ein Mensch, der auf der spirituellen Leiter klettern will, bzw. aus unserer Wirklichkeit, die in den fünf Sinnen wahrgenommen wird, in die höhere Realität übergehen will, soll sich und seine Eigenschaft ändern. Daher braucht er externe zusätzliche Kraft, die er nicht hat.

Es gibt in ihm nur ein winziger Punkt des Verlangens zum Spirituellen, und alles andere soll er von außen bekommen.

Die Gesamtheit dieser Kräfte, die ihn von aktuellen in die fortgeschrittene Zustande hochheben, wird „Eseltreiber“ genannt. „ Esel“ (hebr. „Chamor“, von „Homer“ – Material) ist unseres Material, den Wunsch zu genießen. Jedes Mal ändert er sich und dadurch steigen wir auf und schreiten fort auf dem spirituellen Weg.

Die Kraft von Oben beeinflusst und verändert unseren Wunsch, und unser „Esel“ verbessert sich die ganze Zeit aufgrund der Tatsache, dass „der Eseltreiber“ ständig mit ihm arbeitet.

Und wenn wir das Ende des Weges erreichen, wird unserer „Esel“ „weiß“ wie in Geschichten über Maschiach (Messias), der auf einem „weißen Esel“ erscheint.


Auszug aus einem Unterricht über das Buch Sohar. Das Vorwort, 01.11.2011

Welche Veränderungen warten auf dich?

Frage: Wann kann der Mensch, der ein Kabbalastudium angefangen hat, sagen, dass er mit seinen Wünschen arbeitet?

Meine Antwort: Wenn er beginnt, „die Aufstiege“ und die „Abstiege“ zu empfinden. Anhand dieser Zustände beginnen wir, zu verstehen, inwiefern wir von unseren inneren Veränderungen abhängig sind. Und es ist nur der Anfang, so spielt man mit uns, zur Zeit noch auf der Ebene dieser Welt.

Dann beginnt man, uns aus einer Welt in die andere Welt hinüberzuwerfen, uns mal zu erheben, oder mal fallen lassen, dann spürst du, inwiefern alles unbeständig ist.

Stelle dir vor, deine Sinnesorgane würden sich verändern, und deine Augen würden die Welt in den Röntgenstrahlen sehen, und du hättest anstelle der Ohren die Ortungsgeräte. Welche Welt würdest du dann wahrnehmen? Du würdest vom Informationsüberfluss verrückt werden, weil du alle Frequenzbereiche hören würdest, wie die Menschen hier und da sprechen,an allen Stellen gleichzeitig, auch wenn diese tausende Kilometer von dir entfernt sind. Du würdest durch die Wände sehen können, alles, was in der Welt geschieht.

Und deshalb sollen das Gehirn und das Nervensystem auch entsprechend entwickelt sein, um solchen Strom der Informationen zu verarbeiten. Wir wären ganz andere Wesen, wenn man nur den Umfang unserer Wahrnehmung in derselben Welt ein wenig ausdehnen würde.

Und hier handelt es sich um die Eigenschaften, die wir momentan überhaupt nicht haben, über grundsätzlich andere Herangehensweise.

Oder stelle dir vor, du koenntest die Gefühle anderer Menschen empfinden , sich wie ein Gespenst in den einen, den anderen, oder einen dritten Menschen einkleiden…


Auszug aus einem Unterricht über den Artikel „Der allgemeine Charakter der Wissenschaft der Kabbala“, 12.01.2011

Die Gesellschaft der Zukunft mitten in der antiken Welt

Frage: Warum haben die Kabbalisten Tausende von Jahren die Kabbala vor dem Volk Israel verborgen, dabei aber ihre Geheimnisse den griechischen Philosophen offenbart?

Meine Antwort: Aber das geschah noch Hunderte von Jahren vor der Zerstörung des zweiten Tempels. Zu der Zeit kamen viele Wissenschaftler und Philosophen der Weltvölker, und nicht nur die Griechen, um bei den Kabbalisten zu lernen. Sie erforschten das Volk Israel und wollten es verstehen.

Zum Beispiel, Alexander der Große, welcher als Ziel die Verbreitung der Zivilisation auf der ganzen Welt vorhatte. Er umgab sich mit Wissenschaftlern und Philosophen, welche das Leben des Volkes Israel damals erforschten. Deswegen stand er im guten Verhätnis zu diesem Volk.

Die Wissenschaftler versuchten, die Weisheit des uralten Volkes Israel zu verstehen, welches nach spirituellen Gesetzen lebte. Diese Weisheit war mit bloßem Auge zu erkennen, und es war offensichtlich, dass dieses Volk, wenn man Staat und Gesellschaft betrachtete, nach besonderen Bräuchen lebte.

Es bestand ein großer Unterschied in der Lebensweise zwischen dem Volk Israel und den anderen Völkern, wir sprechen naemlich über sehr alte Zeiten. In Israel herrschte damals ein vollkommenes soziales System, der Mensch war vollkommen geschützt, viel besser, als jetzt mit der modernen Krankenkasse und Arbeitslosengeld.

Diese Zeit wird im Talmud folgendermaßen beschrieben: Es gab kein Kind, das nicht lesen und rechnen konnte und die Ordnung der Welt nicht kannte! Das Bildungssystem (der Leviten) hat das ganze Volk eingeschlossen. Es war so noch von Moses in der Wüste, nach dem Auszug aus Ägypten, organisiert worden.

Es gab keine Rechtlosigkeit, wie es geschrieben steht: „Der Mensch, der sich einen Sklaven kauft, kauft sich einen Herren!“ Es gab keine Aufteiltung der Gesellschaft in höhere und niedrigere Schichten. Die Menschen wurden nicht nach ihren Wohlstand verehrt, wie es in anderen Völkern üblich war. Stattdessen wurden die Weisen verehrt.

Die Menschen, die aus anderen Ländern kamen, waren erstaunt und konnten nicht verstehen, wie so etwas möglich ist. Angenommen, es ist möglich, in einer kleinen Gemeinde solche Regeln aufzustellen, doch in der gesamten Nation?! Denn aus Ägypten kamen drei Millionen Menschen, welche sich noch vermehrt haben! Zu diesen Zeiten war es ein großes Volk.

Es existierte Einigkeit im Volk, ein Gerichtssystem, besondere Bräuche und Feiertage, ein genauer Kalender, nach welchem das Volk lebte. Es war alles organisiert, wie in einem exakten Uhrwerk, abgestimmt mit der höheren Uhr. Nach dieser Uhr richtete sich das ganze Leben der Gesellschaft, es war ein absolut volkommenes System, genau enstprechend dem spirituellen.

Und jeder wusste, was zu tun war, er fühlte es in seinem Inneren! Es bestand keine Notwendigkeit fuer einen Herrscher, der die Ordnung mit Hilfe der Kraft einer Armee und von Aufsehern herstellte, die prüfen und bestrafen sollten. Jeder Mensch fühlte, wie er sich zu verhalten hatte, es war eine Gesellschaft der allgemeinen Gleichheit.

Der König diente dem Volk, und strebte nicht nach Macht. Es war eine vollkommen gegenteilige Pyramide: Derjenige, der oben stand, fühlte eine größere Verantwortung den Anderen gegenüber. Es bestand ein enormer Unterschied zum Leben der andren Völker, und deswegen kamen ihre Weisen, um zu lernen. Es war eine Epoche der Propheten, und die antiken Wissenschaftler der Weltvölker übernahmen von ihnen viel Wissen.

Es war nur natürlich, so wie Abraham Babylon korrigieren wollte, so konnten auch die Propheten keinem den Wunsch, die Gesetze des Universums zu erlernen, verwehren.

Auszug aus einem Unterricht über den Artikel „Kabbala und Philosophie“, 10.01.2011

Innerhalb der egoistischen Falle

Das größte Problem des Menschen ist, zu verstehen, in welcher Welt er sich befindet! Mit welchen Augen ist die Realität anzuschauen, welcher Standpunkt ist zu wählen?

Wie kann man sich von einem Selbstbetrug trennen, um nicht das zu sehen, was man gerne möchte, sondern das objektive Bild, das von den egoistischen Eigenschaften, Wünschen und Stimmungen unabhängig ist?

Wir wissen, dass jeder im Maß seiner Verdorbenheit urteilt und mit dem voreingenommenen, bestochenen Blick schaut, der unsere Vision des Lebens vollständig verzerrt. Und so handelt die ganze Welt. Wir kennen aus der Geschichte, inwiefern sich die Menschen aller Generationen in der Wahrnehmung der Realität, im Herangehen an das Leben, irrten. Sie haben nie verstanden, in welcher Welt sie sich befinden und warum sie leben.

Bei einem Menschen, der Kabbala studiert, gibt es schon eine Möglichkeit, die Wahrheit zu sehen. Aber der Mensch, der im inneren Bereich unserer Welt gefangen ist, kann im Rahmen dieses kleinen Kreises nichts sehen, was ueber seine Grenzen hinausgeht. Und hier, innerhalb von diesen, sieht er alles seinem Ego entsprechend, den eigenen Gewinn betreffend, weil er nicht fähig ist, anders zu denken.

Denn alle seine Bestrebungen sind nur nach innen, zum inneren Punkt gerichtet. Deshalb ist es unmöglich, dass darin irgendein Wunsch oder Gedanke entsteht, etwas, das außerhalb des eigenen Interesses liegt, zu sehen. Er ist von vornherein so geschaffen, dass er nichts sieht und fühlt, was mit seinem inneren Punkt nicht in Berührung tritt.

Somit ist der Mensch nicht einmal fähig, darüber nachzudenken. Dies tritt aus dem Gebiet seiner Wahrnehmung heraus. Neben ihm kann eine andere Realität existieren, die milliardenfach größer und stärker ist, als die im inneren egoistischen Punkt empfundene , aber er ist daran gar nicht interessiert, weshalb er sie auch nicht sieht.
Seine informativen Gene (Reschimot) diktieren ihm, dass er sich nur darum kümmern soll, was ihn persönlich betrifft, und das tut er auch.

Auszug aus einem Unterricht über den Artikel „Die Kabbala und die Philosophie“, 10.01.2011

Es ist die höchste Zeit, zu lernen, vom ersten Mal zu verstehen

Frage: Wie kann man dem Menschen die zusätzliche Wahrnehmung der Realität vermitteln, so dass er bemerkt, es gibt noch etwas, außer seinem gewöhnlichen Blick?

Meine Antwort: Solange der Mensch sich nicht endgültig entwickeln hat, allerlei Philosophien und Herangehensweisen, die aus seiner angeborenen Egoismus stammen nicht überprüft hat, kann man damit nichts machen. Das heißt man muss sehr große Enttäuschung und Unzufriedenheit mit der Welt, in der man sich befindet, erreichen.

1. Erstens offenbare ich, dass es mir schlecht geht! Diese Etappe ist obligatorisch.

2. Zugleich empfindet man klar, dass es auch nicht besser sein wird!

3. Und das Wichtigste dabei ist die Erkenntnis, dass der Grund des ganzen Übels – mein eigener Egoismus ist.

4. Deshalb, fügen alle meine Handlungen mir nur Schaden zu. Was heißt auch:“Setze dich besser hin, und mache gar nichts“. Schweige besser und bewege dich nicht, denn jede deine Handlung ist egoistisch und führt zur Vermehrung des Übels in der Welt.

5. Dann beginnt der Mensch zu suchen, was er weiter machen kann, wie er weiter existieren soll? Diese Klärungen sollen den ganzen vorigen Weg und Beschäftigungen beinhalten, das heißt, die Religion, die Philosophie und die Wissenschaft. Denn sogar die Wissenschaft haben wir egoistisch entwickelt, und sie kann uns nicht helfen, aus dem Bereich der egoistischen Realität herauszutreten. Somit prüfen wir das alles und sehen, dass uns nichts retten kann.

6. Dann werden wir möglicherweise bereit sein, die Stimme der Kabbalisten zu hören.

So lang ist der Weg, und sicherlich ist hier die Existenz eines Systems der Verbreitung von Kabbala notwendig. Andersfalls werden wir niemals sehen, dass die Menschheit diesen Weg der Entwicklung beschreitet und irgendwelches positive Ergebnis erzielt.

* Die Frage ist, wie oft der Mensch das Leiden empfinden soll, um sich zu entschließen, dass er nicht mehr leiden will?

* Und wie oft muss er sagen, dass er nicht mehr leiden will, um endlich sich zu entschließen, dass man etwas tatsächlich verändern soll?!

* Und wie viele Male muss er verstehen, dass man etwas verändern soll, um zu beginnen, wirklich etwas in dieser Richtung zu machen!

Somit fordert die Erreichung eines Ergebnisses eine Menge der Handlungen, jede von welchen uns Probleme, den Schmerz und die Leiden bringen …

Auszug aus einem Unterricht über den Artikel „Die Kabbala und die Philosophie“, 10.01.2011