Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Kabbala'

„Die Schritte des Messias“

Frage: Man sagt, dass Ari Messias ben Joseph war. Was bedeutet das?

Meine Antwort: Die Kraft der Korrektur „Messias ben Joseph “ erzeugt die Vorbereitung für das „Eintreffen“ (für die Offenbarung) der Kraft der Korrektur „Messias ben David“. Denn Joseph ist Sefira Jessod, und David ist Malchut. Jessod bereitet die Einwirkung auf Malchut vor, um sie zu korrigieren.

Messias ist nicht der Mensch, nicht Ari selbst oder sein physischer Körper, sondern seine Lehre, seine Methodik, seine Kraft. Es ist die Seele, die im allgemeinen System der Seelen ihre Aufgabe hatte, den Weg zum Licht zu öffnen und damit alle Seelen zu beleuchten.

Sie steht auf dem Wege des Lichtes von oben nach unten, verbindet die höheren korrigierten Seelen der Kabbalisten, mit jenen Seelen, die noch nicht korrigiert sind, empfängt das Licht in seinem höheren Gewand und kleidet es entsprechend unseren Seelen ein, verteilt es zu den Stufen und bringt das Licht unseren Seelen näher.

Und deshalb, fängt mit Ari die Massenkorrektur der Seelen an – wie es zu Zeiten Baal Schem Tow war, wo auch Chassidut entstand. Und so hat die Menschheit begonnen, spirituell voranzukommen.

Wenn Ari mit seiner Methodik nicht da wäre, dann gäbe es keinen Baal Schem Tow mit seiner Bewegung Chassidut (mit einer Menge von kabbalistischen Gruppen unter dem Volk). Und ohne Baal Schem Tow gäbe es keinen Baal HaSulam, und ohne Baal HaSulam gäbe es uns nicht, die heute Kabbala studieren.

Diese Etappen heißen „die Schritte des Messias“. Es ist die Entwicklung der Methodik und der Praxis der Korrektur für die endgültige Vollendung. Und wir sind die ersten, die diese endgültige Etappe der Korrektur realisieren, weil wir die Kraft des „Messias ben Joseph anwenden“, um die Enthüllung der Kraft „Messias ben David“ zu erreichen, um die Malchut, die Versammlung aller Seelen mittels gemeinsamen Schirmes zu korrigieren.

Frage: Wird es in unserer Welt den Menschen mit der besonderen Seele geben, der die Methodik der Korrektur realisieren wird, sowie Messias ben David heißen wird?

Meine Antwort: Möglicherweise ist Messias ben David unser gemeinsames Verlangen, das im Endeffekt solche Handlung realisieren wird und nicht eine bestimmte Persönlichkeit. Uns interessieren nicht die Menschen, die in dieser Welt lebten: Аri, Baal HaSulam oder sogar Raschbi, sondern ihr Einfluss im System der Seelen. Es handelt sich um die Seele, die uns das Licht der Korrektur offenbart.

Und wir handeln ebenso: wir schaffen zusammen das System der Seelen, um das Licht von oben heranzuziehen und es an alle unkorrigierte Seelen weiterzugeben. Wir machen die Handlung, die als Malchut Davids bezeichnen werden kann.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Das Vorwort zu Panim Meirot“, 22.02.2011

Was mich zu der Wurzel meiner Seele führen wird

Frage: Wie soll ich die Enthüllung der Wurzel meiner Seele beschleunigen?

Meine Antwort: Indem sich der Mensch in die Gruppe einfügt, erweckt er das höhere Licht, das ihm zeigt, wie sehr er der Verbindung entgegengesetzt und wie weit er von den Anderen entfernt ist, wie sehr er sie verachtet, hasst und zurückweist.

Was ist die Wurzel meiner Seele? Das ist mein Platz im System des gemeinsamen Verlangens, welches vom Schöpfer erschaffen wurde. Ich kann sie nur unter der Bedingung enthüllen, dass ich mich mit allen anderen Seelen vollkommen verbunden habe, denn nur dann werde ich meine Rolle in dem gemeinsamen Organismus verstehen.

Deshalb besteht unsere Korrektur in der Erweckung des Lichts, welches uns mit dem gesamten System verbinden wird. In diesem Fall hilft selbst die Abstoßung der Vereinigung den eigenen Platz zu enthüllen.

Der Prozess der Klärung seiner Einstellung gegenüber den anderen Seelen ist allmählich und langwierig, denn der Mensch enthüllt seinen wahren Platz und seine Rolle in dem Gesamtsystem nur nach der Erlangung der Erkenntnis und dem Einschluss in alle Anderen, wenn die Kraft des Gebens in ihm anfängt, die Form des Empfangens zu bestimmen, d.h., wenn das Geben größer als das Empfangen wird. Das geschieht dadurch, dass das Licht in ausreichendem Maße auf ihn eingewirkt hat.

Lass also das Licht wirken und stimme dem Erlangen der Eigenschaft des Gebens zu!

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 18.02.2011

Wer soll verurteilt werden und wofür?

Frage: Wenn man Abstoßung gegenüber der Gruppe empfindet, muss man die Geduld bewahren und darf die Freunde nicht verurteilen?

Meine Antwort: Man muss sich selbst und nicht sie verurteilen, denn sie werden von mir negativ wahrgenommen, weil sie so von meinem Egoismus gesehen werden. Doch diese unterschiedlichen Menschen wurden von dem Schöpfer zu einer Gruppe vereint, und Er will, dass ich mich mit ihnen verbinde. Er ruft die Feindseligkeit ihnen gegenüber in mir hervor, und mein egoistisches Verlangen stößt mich von der Vereinigung weg. Das bedeutet, dass ich das Böse in mir enthüllt habe, wie geschrieben steht: „Ich erschuf den bösen Trieb und erschuf die Tora zu dessen Korrektur“.

Nun muss ich während des Studiums das Licht anziehen, und zwar nur zu einem Zweck: mich mit den Menschen in der Gruppe zu verbinden, die ich abstoße. Ich brauche nichts anderes. Wenn sich meine Einstellung ihnen gegenüber infolge des Studiums verändert hat, dann bedeutet das, dass das Licht der Tora auf mich eingewirkt hat und ich die Eigenschaft des Gebens erlangt habe.

Das heißt, das Ziel besteht nicht darin, sich mit den Freunden zu verbinden oder den eigenen Egoismus zu korrigieren – das sind lediglich Mittel. Das Ziel besteht darin, durch das Anziehen des Lichts die Eigenschaft des Schöpfers, Sein Abbild zu erlangen.

Deshalb ist es so arrangiert worden, dass ich die Freunde zurückweise, damit ich die Einwirkung des Lichts brauche, welches mir die Eigenschaft des Schöpfers verleiht. Ansonsten besteht keine Notwendigkeit darin. Also müssen wir nicht an die Notwendigkeit denken, etwas zu korrigieren, sondern daran, dass wir durch die Korrektur das Ziel erreichen.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 18.02.2011

48 Stunden bis zum Ende der Welt…

Frage: Stellen wir uns vor, dass ein Asteroid in 48 Stunden mit unserem Planeten kollidieren und ihn völlig zerstören soll. Wie kann die Korrektur in 48 Stunden, die bis zur Zerstörung der Erde geblieben sind, beschleunigt werden?

Meine Antwort: Wenn die Menschen auf der Erde erkennen würden, dass in 48 Stunden das Ende der Welt kommt, würde sie ein derart starkes Verlangen überkommen, eine Rettung zu finden, dass sie wahrscheinlich hören würden, dass alles vom Verlangen abhängt!

Wenn wir jetzt unser großes Verlangen um der Rettung willen auf die Vereinigung zwischen den Menschen der gesamten Erdkugel ausrichten, damit die höhere Kraft unsere Verbindung korrigiert, wird das augenblicklich geschehen. Das ist das Gesetz der Natur: wenn das Verlangen das Licht hervorruft, wirkt das Licht, und die Korrektur kommt sofort.

Wenn das Licht auf das gemeinsame Verlangen, sich zu verbinden, einwirkt, nehmen wir in diesem gemeinsamen Verlangen sofort die höhere Welt wahr. Und wenn wir alle verbunden sind, hören wir auf, in der Wahrnehmung der höheren Welt unsere Welt, unsere Realität, die Erdkugel wahrzunehmen und dann… soll sie explodieren! Es wird aber nichts explodieren können, weil alle Explosionen Kräfte sind, die wir nicht korrigieren können!

Wenn wir uns verbinden, wird unsere Welt erstens nicht explodieren, die zerstörerische Kraft wird nicht da sein, weil wir durch unsere Verbindung die Kraft des Bösen auf jeder Stufe annullieren: auf der unbelebten, pflanzlichen, tierischen und menschlichen.

Und zweitens, wenn es das gemeinsame Verlangen der gesamten Menschheit sein wird, denn es geht um die allgemeine Rettung, dann werden wir den Zustand erreichen, in dem unsere Welt aus unserer Wahrnehmung verschwindet und wir nur in der Empfindung der Verschmelzung existieren werden, ohne materielle Form, die sich uns im Moment in unserem Verlangen vorstellt. Unser Verlangen wird uns Formen des Gebens zeichnen.

Frage: Und wenn die Menschen sagen: „Uns sind 48 Stunden geblieben, lasst uns feiern!“

Meine Antwort: Das ist unrealistisch. Wenn du weißt, dass in 48 Stunden alles zu Ende ist, dann lebst du die verbliebenen 48 Stunden nicht, dieses Wissen radiert die verbliebenen Minuten weg, vorausgesetzt du kannst dieses Ende nicht ändern oder verhindern.

Stell dir vor, du würdest unaufhaltsam einem Abgrund entgegen rasen, doch in dem Augenblick, in dem sich der Abgrund vor dir auftut, verwandelt sich dein Auto in ein Flugzeug… Doch wenn dir eine solche Lösung nicht zur Verfügung steht, die dir ermöglichen würde, zu einer höheren Stufe – über die Katastrophe – aufzusteigen, dann bist du bereits tot.

Frage: Wie können wir die Empfindung einer solchen Notwendigkeit der Vereinigung erreichen?

Meine Antwort: Wir müssen sie selbst erreichen oder die Natur wird uns durch ein ähnliches Szenario dazu zwingen.

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel „Vorwort zu Panim Meirot“, 15.02.2011

Die Kette, durch die das Licht weitergegeben wird

Frage: Wird die Welt in der Lage sein ihre Botschaft, als nicht an die Religion gebunden zu akzeptieren, während ihre Gruppe sich in Israel befindet und religiösen Traditionen zu folgen scheint?

Meine Antwort: Wir versuchen die Kabbala über die ganze Welt in einer Form zu verbreiten, die für jedermann akzeptabel ist. Aber es ist unnötig und unmöglich die Tatsache zu verbergen, dass die Kabbala in der Nation Israel verwurzelt ist, welche sie durch die Geschichte begleitet hat und entlang der Kette von Kabbalisten weitergegeben wurde, die Teil dieser Nation waren.

Schliesslich ist Israel ein einzigartiges Volk. Seine Grundlage ist nicht Nationalität, wie es bei den anderen 70 Nationen der Welt der Fall ist, sondern eher eine Gruppe von Kabbalisten, die von Abraham gegründet wurde. Diese Gruppe von Kabbalisten wurde als das Volk von Isra El bezeichnet, was „direkt zum Schöpfer“ bedeutet (Yashar Kel), denn sein Ziel ist es dem Menschen den Schöpfer in dieser Welt zu offenbaren.

Wir haben diese Mission fortzuführen und „das Königtum von heiligen Priestern“ (Mamlechet Cohanim) zu werden, das heisst, der ganzen Welt die Methode der Korrektur zu bringen und das Licht zu allen Menschen zu leiten. Das ist dem Volk Israel bestimmt zu tun, so dass „jedermann der den Schöpfer kennt, vom Geringsten bis zum Grössten“, denn „Sein Tempel wird das Haus des Gebets für alle Nationen genannt werden.“

Daher denke ich nicht, das wir erfolgreich sein werden, wenn wir vollkommen losgelöst handeln und die Verbindungen mit unseren Wurzeln und unserer Geschichte abschneiden. Wir können uns nicht selbst von der Wurzel lösen, wir müssen mit ihr verbunden bleiben.

Ein Mensch, der fortschreitet, beginnt zu verstehen, was die Mission Israels ist und woher die Nation stammt. Er verändert seine Haltung zur Nation Israel als den Träger der Methode der Korrektur. Er betrachtet sie nicht länger als Nationalität, sondern als einzigartige Gruppe von Kabbalisten, geistigen Lehrern, die der Menschheit dienen und mithelfen müssen, die geistige Welt zu erreichen.

Die Haltung der Welt wird sich verändern. Heute haben wir bereits eine Menge Studenten in aller Welt, die mit Herz und Seele mit uns wirken und die verstehen dass von hier aus, dem Zentrum Israel, das Licht in die Welt scheint. Auf diese Weise verwirklicht sich die Methode der Korrektur.

Ein Mensch kann nicht Korrektur erlangen und dabei im Mangel des Verständnisses sein, wie und warum es sich so in der Geschichte vollzog.

Aus dem 4.Teil des Täglichen Kabbala Unterrichts vom 20/02/2011, „Einführung in das Buch Panim Meirot uMasbirot“

Gebt nicht zu viel Gewürz dazu!

Während des Lesens des Sohar müssen wir fortwährend an die Verbindung zwischen uns denken und basierend auf diesem ständigen, starken Gedanken uns lediglich ein wenig den Text anhören – nur soweit es möglich ist, als Zusatz, als Gewürz.

Der Gedanke an die Verbindung muss aber stark und ununterbrochen sein. Und nur im Rahmen des Möglichen fügen wir den eigentlichen Text hinzu, den Gedanken daran, die Empfindung dessen. Jedoch nur unter der Bedingung, dass diese Grundlage – der ständige Gedanke an die Einheit – nicht verschwindet und nicht abschwächt.

Wir könnten uns mit Leichtigkeit in der richtigen Absicht befinden, wenn wir nur wüssten, dass der Sohar, genauso wie auch die gesamte Tora, nur von den Arten der Verbindung zwischen uns spricht. Deshalb ist alles, was wir studieren, und alles, was wir in diesem Moment als Resultat unserer Arbeit sehen wollen, die Verbindung zwischen uns, die Arten unserer Verbindung, ihre charakteristischen Merkmale, alles, was zwischen uns stattfindet, – über all das steht im Buch Sohar geschrieben.

Und deshalb sprechen wir von ein und demselben Punkt – dem Punkt der Verbindung zwischen mir und den Anderen. Und in diesem Punkt gibt es alle möglichen Arten der Verbindung zwischen mir und allen Anderen. Genau darüber erzählt die Tora.

Deshalb, wenn ich mich korrekt ausrichte, verstehe ich, dass es nur darum geht. Welche Arten der Verbindung gibt es nun zwischen uns? Worin kann ich mich verbinden? Wie kann ich das erkennen?

Das bedeutet, dass wir den Lernstoff erkennen wollen – und ihn nicht beherrschen. Doch durch die Bestrebung ihn zu erkennen, uns zu einem gemeinsamen Verlangen/Kli zu verbinden und alle Arten der Verbindung, von denen die Tora erzählt, zu klären, kommt das Licht, das zur Quelle zurückführt, stellt diese Verbindung her, klärt auf – und dann enthüllen wir es tatsächlich.

Auszug aus dem Sohar-Unterricht. Das Vorwort, 21.02.2011

Beuge dich – und nehme so viel, wie du willst

Frage: Woher erhalten wir Kraft, um die Korrektur zu ertragen?

Meine Antwort: Von der Umgebung. Allein ist der Mensch nicht in der Lage, auch nur um ein Haar voranzukommen. Wenn die Gruppe dir die Erkenntnis der Wichtigkeit des Ziels gibt, indem sie dich die Erbärmlichkeit und die Schäbigkeit des momentanen Zustandes erkennen lässt, dann hast du die Kraft, um aus diesem Zustand zu einem besseren, fortgeschrittenerem zu erwachen.

Anders gesagt: das Geben wird besser in deinen Augen, obwohl es dir zuvor schlechter vorkam. „Wozu soll ich geben und mich mit den Freunden verbinden? – dachtest du. – Es ist mir zuwider, ich bin dazu nicht in der Lage“. Doch die Freunde zeigen dir, dass gerade das die Entwicklung ist. Du siehst, dass alle danach streben, und dann bewegen dich Neid, ein starkes Verlangen und Ehrgeiz auch dazu. Und schon bist du dazu in der Lage.

Aber nur unter der Bedingung, dass du dich vor der Umgebung beugen kannst. Dafür bist du mit allem Nötigen versorgt. Du hast die Kraft des Selbstverzichtes, doch wenn du sie nicht nutzt, dann ist da nichts zu machen. Du wurdest in die Gruppe geführt und dir wurde gesagt: „Nimm“. Von da an beginnt dein freier Wille: nehmen oder nicht nehmen?

„Nehmen“ bedeutet, sich zu annullieren, indem man sich beugt. Bitte, tu es – und du wirst vorankommen. Je kleiner und bescheidener du dich in Bezug auf die Freunde fühlst, desto mehr benötigst du ihre Hilfe. Dann kannst du die Erkenntnis der eigenen Nichtigkeit und der Größe des Schöpfers von ihnen bekommen, um dementsprechend voranzukommen.

Wenn du dich nicht vor ihnen beugst, dann bleibst du wie ein „Gockel“ mit hoch erhobenem Haupt – du bleibst auf der tierischen Stufe.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 21.02.2011

Was Menschen fordern, wenn sie in die Strassen strömen

Frage: In den vergangenen Wochen konnten wir erleben, wie in verschiedenen Ländern die Menschen hinausströmten, um gegen ihre Regierungen zu demonstrieren, als ob sie gegen ihre Unfähigkeit protestieren würden, an der Regierung ihres Landes teilzunehmen. Wie können wir Ideen der Kabbala über ganzheitliche Einheit an sie übermitteln, so dass sie spüren können, dass dies eine Lösung bieten kann?

Meine Antwort: Dies ist eine sehr wichtige Frage, die heutzutage stufenweise mehr und mehr lebenswichtig wird. Es ist die Frage der Einheit, welche die Menschen im Wesentlichen fordern. Mit anderen Worten, ein Mensch fragt: „Wie kann ich, als ein normaler Mensch, der von zwei Dollar am Tag lebt (wie beispielsweise die Massen in Ägypten), irgendetwas in diesem Leben entscheiden?“

Sie können die Strasse nicht verlassen und nach Hause gehen, weil sie ansonsten zu diesem Leben der extremen Armut zurückkehren werden, welches mit zwei Dollar am Tag belohnt wird.“ Vorerst jedoch, solange sie protestieren, haben sie das Gefühl, als könnten sie etwas kontrollieren, etwas tun. Sie fühlen diese Macht in ihren Händen und nicht in den Händen der Regierung.

Diese Forderung kann nicht erfüllt werden, indem ein extra Dollar pro Tag für ihre Bedürfnisse hinzugefügt wird. Es ist notwendig darüber nachzudenken, was diesen Millionen von Menschen gegeben werden kann, so dass sie spüren können, dass sie die Macht zu regieren erhalten haben und Veränderungen machen. Und heutzutage ist es wirklich ein universales, globales Problem, das immer mehr Massen in der Welt umfasst.

Die Regierungen beginnen nachzusinnen: Was sollen wir tun? Politische Führer sind bereit, von ihren Posten zurückzutreten und verschiedene Veränderungen einzubringen, jedoch werden sie niemals ihre Leute zufriedenstellen. Wir werden noch viele Demonstrationen und Revolten zu sehen bekommen, bis die Bestimmung letztendlich an die Oberfläche kommen wird. Wir müssen sicherstellen, dass auch der allerletzte, einfachste Mensch zu spüren bekommt, dass er Verantwortung trägt, und dass er Ehre, Macht und Selbstrespekt besitzt.

Die Menschen wurden erwachsen! Sie treten in die Strassen und spüren, dass sie die Situation beherrschen. Wenn sie auf diese Art fühlen, ist es unmöglich, sie mit Geld zu bestechen, denn ein solcher Status genügt ihnen nicht. Und sie werden weiterhin aufwachen, was eine sehr bedrohliche Zwickmühle erzeugt. Ich weiss nicht, ob die Regierungen imstande wären, sie zu kontrollieren.

Selbst wenn eine Regierung durch eine andere ersetzt wird und die Repräsentanten des Volkes akzeptiert, genau dann, wenn diese an die Macht gelangen, werden sie sich selbst von der Macht entfremden. Sobald sie handeln und beginnen werden es als angenehm zu empfinden, oben zu sein, wird ein Mensch, der in seinem urbanen Slum oder abgelegenen Dorf lebt, sie nicht mehr als seine oder seinen Repräsentanten empfinden.

Wir werden diese Tendenz in nächster Zukunft in der politischen Entwicklung finden. Letzten Endes wird keine andere Alternative verfügbar sein. Die Menschheit wird in eine Lage geraten, in der sie einer Frage gegenübersteht: Was können wir tun, damit wir alle gleich sind? In Wirklichkeit, kann, nur wenn jedermann sich gleich fühlt, ein Mensch spüren, dass er oder sie, das Haupt des Staates ist, Entscheidungen trifft und wichtig ist.

Das bedeutet nicht, dass man direkte Macht über andere besitzen muss, jedoch benötigt man, es so im Innern zu fühlen. Und das ist nur durch die Vereinigung der Menschen zu erreichen, auf welche wir uns hinbewegen.

Soziologen sind mit diesem Phänomen noch nicht vertraut, und sie entwickeln sehr vorsichtige, oberflächliche Prognosen. Jedoch denke ich, dass in den Ländern, in denen dieser Prozess bereits gestartet hat, er nicht mehr gestoppt werden kann. Eine Regierung sollte die Menschen fürchten, die bereits ihre Fähigkeit gekostet haben, etwas zu verändern und zu übernehmen. Sie werden keinen Frieden finden, bis sich nicht jedermann mit jedem anderen als gleich verspürt. Und darauf steuert die Welt zu.

Aus dem 4. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichts vom 17/02/2011, „Einführung in das Buch Panim Meirot uMasbirot“

Die Korrektur der Seele kommt zuerst

Frage: Kann ein Kabbalist gleichzeitig zwei Ideologien aufrechterhalten und gleichzeitig religiös und Kabbalist sein?

Meine Antwort: Nein, kann er nicht. Die Kabbala gewinnt die Oberhand über die religiöse Ideologie. Ein Kabbalist kann infolge seiner Erziehung, seiner Kultur oder religiösen Traditionen seines Volkes allerlei Bräuche durchführen. Und ich denke, es ist gut, das zu tun.Ich schaue nicht auf die Religion herab.

Doch dies sollte die Kabbala nicht ersetzen, denn das Wichtigste ist für einen Menschen die Enthüllung und Verschmelzung mit dem Schöpfer zu erlangen. Alles, was damit kollidiert, sollte aus dem Weg geräumt werden. Nicht die Religion selbst ist im Weg, sondern ihre falsche Wahrnehmung, zu denken, dass sie die Erlangung des Schöpfers ersetzen kann, dass es ausreicht,anstatt spiritueller Enthüllung, irgendwelche materiellen Handlungen auszuführen, geschriebene Worte nachzubeten und zu denken, dass dies genug ist.

Dem ist überhaupt nicht so. Es steht geschrieben „Jeder muss den Schöpfer erkennen, vom Kleinsten bis zum Größten unter ihnen“. Wir müssen zur Verschmelzung mit Ihm gelangen. Jeder stimmt dem zu, denn das steht geschrieben und es ist unmöglich, zu widersprechen. Jedem ist klar, dass wir „die Arbeit des Schöpfers“ erlangen und uns an Ihn binden müssen. Es steht ebenso geschrieben, dass es das Hauptgebot der Tora ist, deinen Nächsten zu lieben wie dich selbst. Doch überall reden die Menschen nur darüber, aber sie realisieren es nicht.

Man weiß nicht mal, was Verschmelzung mit dem Schöpfer bedeutet, wie man sich Ihm annähert und Ihm ähnlich wird. Das Problem ist, dass die Religion die Kabbala nach der Zerstörung des Tempels ersetzt hat, nachdem das Volk Israel von der spirituellen Stufe auf die materiellen Stufe zurück fiel und alles was den Menschen blieb, waren die physischen Handlungen als Tradition, um der vorherigen spirituellen Handlungen zu gedenken.

Nun müssen wir lernen, zurück zur spirituellen Stufe aufzusteigen und diesen nationalen Traditionen, die Erlangung des Schöpfers hinzuzufügen. Religion scheint einen Menschen aufzuhalten, scheint ihm zu sagen, dass es genügt, nur die mechanischen Handlungen durchzuführen, die religiöse Menschen tun.

Doch viele Quellentexte sagen, das es nicht genügt, nur die materiellen Handlungen auszuführen, dass es dem Schöpfer egal ist,wie ein Tier geschlachtet wird – koscher oder nicht – und dass die Gebote dazu gegeben wurden, um die Geschöpfe dadurch zu korrigieren. Das bedeutet, dass die Handlung mit der richtigen Absicht ergänzt werden muss. Die Absicht ist das Allerwichtigste, tatsächlich ist es der Mensch selbst. Seine Gedanken und Verlangen sind wichtiger, als die Handlungen. Ein religiöser Mensch führt üblicherweise Handlungen aus Gewohnheit durch, weil er sie von Kindheit an ohne nachzudenken ausführt. Es gibt keine Korrektur, indem er dies tut.

Deshalb wollen wir die Traditionen, den gewohnheitsmäßigen Lebensstil oder das, was Religion genannt wird, die wir als die Kultur oder Tradition eines Volkes wahrnehmen, mit der „Arbeit des Schöpfers“ ergänzen, d.h. die innere Arbeit eines Menschen, wodurch er seine Verlangen korrigiert, um dem Schöpfer ähnlich zu werden. Adam, Mensch, bedeutet „ähnlich“.

Jeder Mensch, säkular oder religiös, muss verstehen, dass Kabbala seinem Leben etwas Zusätzliches geben kann. Sie gibt ihm die Enthüllung des Schöpfers, die Höhere Kraft, die alles lenkt, hinzu. Und wenn man das erkennt, versteht und spürt, dann versteht man, wie man ohne Fehler zu machen voranschreiten kann, sowohl in dieser Welt, als auch in der „kommenden“ Welt, der spirituellen Welt, die einem enthüllt wird.

Wir erlangen die Enthüllung des Schöpfers nicht durch religiöse Handlungen, sondern indem wir uns mit anderen vereinen. Doch diese Handlungen werden nicht ausgelöscht. Sie sind einfach wie ein Zweig, der die spirituelle Wurzel symbolisiert und ein Mensch kann in dieser Kultur bleiben. Dies ist ein Brauch, der weder sein spirituelles Vorankommen behindert, noch ihm hilft. Er erinnert einen einfach daran, dass es spirituelle Handlungen gibt und darum wurde er während der Jahre des Exils bewahrt.

Dem Schöpfer sind unsere physischen Handlungen egal. Ihm ist nur die Absicht wichtig, die man hinein gibt.

Aus dem 4. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 20.02.2011, „Einführung ins Buch ‘Panim Meirot uMasbirot'“

Der momentane Zustand ist eine Aufgabe des Schöpfers

Frage: Letztendlich müssen wir erkennen, dass wir uns verbinden wollen und nicht können. Doch warum vergesse ich es?

Meine Antwort: Du vergisst es nicht. Lies den Artikel von Baal HaSulam „Die wundersame Eigenschaft des Einprägens“. So etwas gibt es nicht, dass ich mich erinnere und dann wieder vergesse. Es ist einfach so, dass Reshimot in mir auftauchen und ablaufen.

Und darum sollte man das vergessene Alte oder das unerwünschte Neue nicht bedauern. Jeden Zustand muss ich als eine Arbeitsaufgabe annehmen und ihn realisieren. Alles, was es in mir gibt, brauche ich. Ich sehe mich selbst, nachdem etwas in mir zum Vorschein gekommen ist – und von diesem Punkt an fange ich an, zu arbeiten.

Was für Verlangen und Gedanken erwachen in dir, um dich durch unerwartete „Überraschungen“ oder endlose Wendungen zu verwirren – bis du sie endgültig realisiert hast, bist du für dich selbst entschieden hast, dass dieser Gedanke unbrauchbar ist und du dich nicht mit ihm beschäftigen willst oder dass er erwünscht ist und du ihn bis zum Schluss realisieren willst. Bis zu dieser finalen Analyse verschwindet jedoch nichts.

Die Geschwindigkeit der Umsetzung deiner Verlangen und Gedanken hängt ab von der Bereitschaft, zu ertragen und dich über sie zu erheben, indem du über dem Wissen arbeitest – mit anderen Worten, nur davon, wie sehr du in die Umgebung eingebettet bist.

Frage: Warum muss ich ertragen?

Meine Antwort: Weil du nicht vor diesen Verlangen weglaufen, sondern sie behalten und analysieren musst, indem du dich über sie erhebst.

Zum Beispiel kommt mir ein unangenehmer Gedanke. Dann widme ich mich dem Studium und der Gruppe, während ich einen Abstand zwischen mir und dem Hindernis, das mich beunruhigt, einhalte – und ich entscheide für mich selbst, dass das Eine wichtiger als das Andere ist. Und das mache ich so lange, bis dieser schlechte Gedanke gestürzt ist und verschwindet. Auf diese Weise analysiere ich ihn. Immer und immer wieder, bis ich ihn endgültig „zertreten“ habe.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 21.02.2011