Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Neues Leben #279 – Verbesserung der Beziehungen Teil 1

Neues Leben # 279 – Verbesserung der Beziehungen, Teil 1
Dr. Michael Laitman im Gespräch mit Oren Levi und Yael Leshed-Harel

Wir leben in einem kleinen, voneinander abhängigen globalen Dorf und müssen gute wechselseitige Verbindungen erschaffen. Wir hatten gedacht, dass wir auf dem Weg zur Verwirklichung des amerikanischen Traums vorankommen könnten und dass alle Menschen gut leben würden, doch die sozialen Unterschiede werden immer größer. Die Mittelschicht ist sehr geschwächt und nur einige wenige steigen aus ihr auf. Die grundlegende Ursache ist die soziale Verwahrlosung. Die Menschen behandeln einander abweisend und sind darauf auch noch stolz. Die Schwachen kämpfen ums Überleben, Hi-Tech-Arbeiter sind verunsichert, hohe Führungskräfte stehen unter dem Druck der Markt-Instabilität, und die Eliten fürchten sogar, dass die weltweite Unsicherheit zunimmt. Besonders beschämend und unangemessen ist jedoch, dass ausgerechnet Juden die Schwachen in Israel so sehr vernachlässigen, wo sie doch eigentlich ein Vorbild für eine korrigierte menschliche Gesellschaft schaffen und ein Licht für die Nationen sein müssten. Sie sollten der Menschheit helfen, einen neuen Weg einzuschlagen, der auf einer Erziehung basiert, die auf Nächstenliebe und gegenseitiger Bürgschaft aufbaut. Den Menschen muss vermittelt werden, dass die Natur ein zusammenhängendes System ist und dass wir uns miteinander verbinden müssen, um mit diesem System in Harmonie zu sein.

Aus Kab-TV  “Neues Leben #279 – Verbesserung der Beziehungen Teil 1

Ein Virus mit Methode

Das Coronavirus ist eine intelligente Kreatur. Listig wandert es zwischen uns umher und denkt sich: “Wie kann ich diese armen Menschen lehren, den alten Zustand zu verlassen und eine neue, richtige Art der Kommunikation miteinander zu beginnen?“ So denkt es im Stillen, reibt sich die Hände und tut sein Werk. Das ist nicht weit von der Wirklichkeit entfernt.

Immer mehr enthüllt sich der einzigartige und vielschichtige Einfluss des Virus auf uns alle. Als wäre es nur aus China bestellt worden, um alle unrichtigen Arten der Verbindungen zwischen uns aufzuzeigen. In allen Bereichen, in denen Menschen miteinander in Verbindung stehen, seien sie nahe Stehende oder Fremde, ist diese Verbindung voller Makel.

Aus Unwissenheit suchen wir die Gründe für die Naturkatastrophen auf der biologischen Ebene. Doch sie sind ganz woanders zu finden: auf der zwischenmenschlichen Ebene. Die Verbindung zwischen uns ist nicht in Ordnung. Sie ist es, die die Seuche anzieht. Diese ist nicht schlecht an sich. Man muss nur wissen, wie man sie richtig nutzt. Zwar enthüllt sie sich als Krankheit, doch kann sie unseren vom tödlichen Egoismus befallenen Körper mit den Antikörpern der Liebe immunisieren. Wo auf der Welt gibt es eine Medizin, die nicht aus Gift besteht?

Und in der Zwischenzeit entdecken wir auch Vorteile: Weniger Luftverschmutzung, weniger Lärm auf den Straßen, vielleicht weniger Diebstähle und möglicherweise sinkt auch die Scheidungsrate. Alles kommt zur Ruhe. Ein äußerlicher, vorerst kleiner, Druck wird auf uns ausgeübt, in vielfacher Weise geringer als ein Krieg. Kein Vergleich. Und dennoch ordnet er alles neu! Das System der Natur wacht über uns und wir alle beginnen, ein neues Spiel zu spielen.

Die Natur steuert alles durch ein äußeres Ereignis. Im Grunde jedoch steuert sie etwas im Inneren eines Jeden von uns. Wir verringern plötzlich unsere Jagd nach dem Nichts und beginnen zu überlegen: „Was ist hier los? Was soll diese Pandemie?“

Und wenn der Mensch beginnt, sich Fragen über das Leben zu stellen, dann isoliert er sich ein wenig von den Anderen, verbringt mehr Zeit allein, vielleicht mit Büchern. Der Drang, das Leben zu begreifen, es von innen heraus zu verstehen, führt den Menschen ins Alleinsein. Gegenwärtig geschieht dies nun auf erzwungene Weise. Anscheinend möchte die Natur, dass wir Menschen ein wenig über den Sinn und Zweck des Lebens nachdenken und was in unserem Lebenswandel, das verursacht hat, was gerade geschieht. Das ist eine gute, Wachstum bringende Entwicklung.

Denn, wenn der Mensch darüber nachdenkt, wozu er lebt, was der Sinn des Lebens ist, dann beeinflusst das seine Verbindung zu anderen Menschen. Nichts ist mehr selbstverständlich. Er beginnt, sich zu fragen, was wichtig ist und was nicht. Wofür er seine Zeit und sein noch verbleibendes Geld nutzen soll. Er entdeckt, dass nur die zwischenmenschlichen Beziehungen, die Verbindung zu anderen wirklich wichtig sind.

Und auch, dass Verbindung sich nicht durch Händedruck oder Umarmungen äußert. Er versteht, dass echte Verbindung zwischen den Herzen geschieht. Denn Verbindung bedeutet, dass Menschen einander helfen wollen, fühlen wollen, dass sie einen gemeinsamen Willen teilen. Das hat nichts mit den physischen Körpern zu tun. Gerade die physische Trennung, die zu mehr innerlichen Verbindungen führt, stellt einen großen Teil der Heilung des Zustandes dar.

Die Kabbalisten sagen, dass alles, was in der irdischen und dann in der spirituellen Wirklichkeit erscheint, nur ein Zeichen dafür ist, dass wir uns miteinander verbinden sollen, bis es uns gelingt, wie ein einziges Ganzes zu sein. Im Augenblick wissen wir nicht, woher diese Epidemie kommt. Wir haben noch keinen Impfstoff dagegen. Aber wir wissen nun, dass es darum geht, die richtige Verbindung zwischen uns Menschen, mehr und mehr zu erlernen. Lasst uns dies tun. Das ist die sicherste und wirksamste Handlung gegen alles, was auf der Welt ausbricht. Ganz gleich, ob Epidemie oder eine Krise anderer Art.

Immer mit mir – Teil 34

 

Das Gebet

„Und wenn es keine linke Linie gibt, kann es kein echtes Gebet geben“, sagte RABASH.

Die Mittlere Linie ist nicht aus einer einfachen Addition von linken und rechten entstanden. Hier brauchen wir das höhere Licht. Es kommt als Antwort auf das Gebet. „So stellt sich heraus, dass jeder Artikel in „Shamati“ ein Gebet ist. Deshalb hatte RABASH sein blaues Notizbuch immer bei sich. Es war auf allen Reisen immer bei uns. Es lag immer auf dem Tisch neben seinem Bett.

Oft sah ich ihn wie er es öffnete, da anzufangen wo es sich ihm öffnete, ein paar Zeilen zu lesen und inne zuhalten, als ob er zuhören würde.

Dieses Buch war ein Teil von ihm. Es war sein Herz, seine Seele. Es war eine untrennbare Verbindung mit seinem Vater und damit mit der ganzen Kette der großen Kabbalisten. Auch so, als er es mir am späten Abend des Jahres 1991 im Krankenhaus mit den Worten: „Nimm es dir und arbeite daran“ gab. Mir wurde klar, dass etwas Schreckliches bevorsteht.

Er hatte sich von diesem Buch getrennt, er übergab es mir, er ging.

 

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Fortsetzung folgt…

Leben und Tod, Teil 7

Werden Sie ein Mensch

Frage: Die Kabbalisten sagen: „ Die Aufgabe des Menschen besteht darin zu existieren. Sie haben kein  Gefühl für das Leben und den Tod. Wenn dieses Gefühl vorhanden ist, bedeutet es, dass die Person noch nicht über ihr tierisches Niveau hinausgewachsen ist, sie ist noch nicht Mensch geworden. Ein Mensch ist derjenige, der ewig existiert und sich als solcher fühlt. Wie ist das möglich?

Antwort: Wenn der Mensch diese Welt nicht niedriger als sich selbst wahrnimmt, dann ist er auf einer höheren Stufe. Er nutzt die ganze Welt, aber nur um sich zum Spirituellen hinzubewegen.

Wenn wir in unsere Vereinigung die gemeinsame, gegenseitige Kraft des Guten und der Liebe, die „ Schöpfer“ genannt wird offenbaren, dann ist die spirituelle Welt unsere Verbindung.

Frage: Was ist die Stufe „ Mensch“?

Antwort: Der Mensch ist Adam, was von dem Wort “Adomae“, „dem Schöpfer ähnlich sein“ abstammt. Er ist in der Eigenschaft des Gebens und der Liebe wie der Schöpfer. In dieser Hinsicht ist es möglich, darüber zu sprechen, wer von uns, wie viel Mensch ist.

Frage: Verstehe ich richtig, dass ein Mensch, der eine gewisse spirituelle Stufe erreicht hat stirbt und dann in einem Körper wiedergeboren werden muss?

Antwort:  Wir sprechen über Wünsche und Absichten, nicht über den Körper.

Frage: Nehmen wir an, ein Kabbalist stirbt, wird wiedergeboren und durchläuft mehrere Entwicklungen. Die erste Stufe ist, wie bei jedem anderen Menschen auch, eine unbewusste Entwicklung. In ein paar Jahrzehnten wird er schnell zum Kabbalisten, dann hilft er anderen. Ist das richtig?

Antwort:  Sehr primitiv. Schließlich gibt es einen „Ibur Nashamot“, eine Trennung, eine gegenseitige Verschmelzung der Seelen. Es ist eine Bewegung, Verbindung und deshalb kann man nicht sagen, dass all dies geschieht. Alles ist viel komplizierter, weil es sich um ein einziges System handelt.

Sobald wir uns von der Erde (von unserer Welt) lösen, betreten wir sofort die Höhere Welt. Und dort gibt es ganz andere Zustände. Es existiert keine Trennung zwischen den Seelen, so wie in unserer Welt, in der sie sozusagen durch einen Körper getrennt sind. Wenn unser Körper, d.h. der irdische Egoismus, nicht existiert, ist die Verknüpfung zwischen den Eigenschaften des Gebens und der Liebe völlig anders.

Fortsetzung folgt….

Aus der TV Sendung „ Grundlagen der Kabbala“ 14.01.2019

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Immer mit mir – Teil 33

 

Sie werden nicht erhören!

Ich brauchte Monate, um herauszufinden, was bedeutet „sie haben keine linke Linie“, wie RABASH sagte. Ich verstand, warum er mir, demjenigen, der an nichts glaubt, viele Fragen hat, ständig unzufrieden ist mit sich selbst und dem Schöpfer, diese Artikel gezeigt hat. Für mich erschien plötzlich mit besonderer Klarheit (ich sah es früher nicht), diese Zeilen aus dem ersten Artikel „Es gibt niemanden außer Ihm“:

„Und nur diejenigen, die dem Schöpfer wirklich näher kommen wollen, erhalten von oben Hilfe, ohne sich mit dem Kleinen zufrieden zu geben und auf dem Weg eines kleinen, unvernünftigen Kindes zu bleiben, damit er keine Chance hat zu sagen, dass er Gott sei Dank die Tora und die Gebote und die guten Taten hat – was fehlt ihm also noch? Und nur wenn ein Mensch wirklich einen wahren Wunsch hat, bekommt er Hilfe von oben und man zeigt ihm immer, wie schlecht er im gegenwärtigen Zustand ist, das heißt es werden ihm Gedanken und Argumente gesendet, die gegen der spirituellen Arbeit gerichtet sind. Und alles, damit er sieht, dass er keine vollständige Einheit mit dem Schöpfer hat”.

Ich hatte es mit jeder Zeile gelesen und mit jedem Wort die Höhe von RABASH enthüllt. Er ist der einzige!, der nach Baal HaSulam „das Gehörte“ aufgeschrieben hat.

Und niemand außer ihm hat es getan! Welche Art von Kraft musste er dabei haben, geistige, innere Kraft, um seinen Vater zu hören, alles zu fühlen, sich zu erinnern (weil er nicht erlaubt hat, im Unterricht aufzuschreiben), und dann hinauszugehen und jedes Wort ins Heft zu schreiben. Manchmal musste er nicht nur ein Dutzend Worte aufschreiben, nicht hundert, sondern tausend.

Die Tatsache, dass er Wort für Wort auswendig lernte, daran habe ich keinen Zweifel.

Denn sie standen sich nicht nur als Vater und Sohn nahe, sondern auch als zwei Stufen der spirituellen Leiter. Einer übergab dem anderen das, was keiner der anderen Schüler hörte. Sie konnten nicht hören.

Denn, wie RABASH sagte, hatten sie keine linke Linie – sie hatten keine Zweifel. Denn auf die Frage „Habe ich Liebe zum Schöpfer oder nicht?“, antworteten sie ohne Zweifel: „Natürlich haben wir das!”

RABASH sagte, dass sie zu 100% in sich selbst verliebt sind, aber immer noch über die Liebe zum Schöpfer sprechen. Deshalb gibt es für sie nichts zu beheben. Sie haben keine linke Linie. Baal HaSulam sprach nicht zu ihnen „Shamati“. Sie werden nicht erhören!

 

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Fortsetzung folgt…

Immer mit mir – Teil 32

 

„Sie haben keine linke Linie.“

Ich hatte den ganzen Tag und fast die ganze Nacht gelesen, ich war  mit „runden Augen“, aufgeregt zum Morgen Unterricht, gekommen. RABASH wusste, was los war, aber er sagte nichts. Ich gab ihm das Notizbuch, gestand, es abfotografiert zu haben, und er schwieg. Ich verstand, dass ich es richtig gemacht hatte. Aber warum hat er es mir gegeben? Es wurde mir bald klar, warum.

Einen Tag später wollten wir ans Meer gehen, ich saß da, wartete auf RABASH und las „Shamati“.

Ich konnte nicht mehr von diesen Schriften wegkommen. Ich nutzte jede freie Zeit, um in sie einzutauchen. Ich sah und hörte nichts, als ich in ihnen gelesen hatte – so wirkten sie auf mich.

Weil ich sofort spürte, dass alles, was geschrieben stand, über mich geschrieben wurde. Ich war mit jedem Wort, jeder Zeile, die geschrieben stand, verbunden.

Nun wartete ich auf Rav, las und merke nicht, wie Hillel sich mir näherte. Er stand hinter mir, sah die Handschrift von Rabash und bleibt stehen und seine Augen liefen durch die Linien.

Ich drehte mich erst um, als ich seine Stimme hörte. Er rief Menachem, RABASHs ältesten Schüler, der noch bei Baal HaSulam studierte, und zeigte auf das Notizbuch in meinen Händen.

Sie sprachen Jiddisch.

Hillel fragte ihn: ”Hast du diese Aufzeichnungen gesehen?”

– Nein, aber es ist RABASHs Handschrift, antwortete Menachem.

– Genau, antwortete Hillel und fragte mich: „Woher hast du das Buch?“

Ich antwortete naiv: “ Der Rabbi hat es mir gegeben.”

 „Komm schon, gib her“, Hillel nahm mein Notizbuch, und sie fingen an, es zusammen durchzusehen und tauschten kurze Bemerkungen in Jiddisch aus.

Ich wusste nicht mehr, worüber sie sprachen…

Aber sie waren aufgeregt. Hillel veränderte sogar sein Gesicht, seine Bewegungen wurden nervös…

Plötzlich bemerkte ich, wie schnell RABASH die Treppe herunterkam. Er kam sofort zu uns und direkt aus seinen Händen nahm er das Notizbuch, ohne mit ihnen zu sprechen, nahm mich an die Hand und führte mich nach draußen. Als wir raus kamen, drehte er sich zu mir um und fragte mich scharf: „Warum zeigst du ihnen das? Wer hat dich gefragt es ihnen zu zeigen?!“

Das sagt er über die Menschen, die mit ihm bei Baal HaSulam studierten!

Meine verlegen Antwort:

– Hillel nahm es selbst. Er sah Ihre Handschrift und nahm es.

“Denke daran, ich habe es nur dir gegeben und das bedeutet, behalte es für dich, verstecke es und zeige es niemandem”, sagte RABASH hart.

“ Ich wusste es nicht“, antwortete ich.

Plötzlich erhob sich ein solcher Stolz, natürlich, er hatte es nur mir gegeben! Nicht ihnen, sondern mir!

Aber ich war immer noch neugierig, und ich hielt mich nicht zurück und frage: “Warum können diese Schriften ihnen nicht gezeigt werden?”

„Weil sie keine linke Linie haben“, antwortete RABASH, „Also, diese Artikel sind nicht für sie“.

Wieder einmal war ich von seiner Antwort begeistert, weil ich logischerweise feststellte, dass diese Schriften für Leute wie mich bestimmt waren, also gab RABASH sie mir.

Das bedeutet, dass Baal HaSulam sie an Leute wie mich weiterleitete… Was ist mit uns, was ist anders?! In mir?! Was?

 

[# 243672]

Fortsetzung folgt…

Immer mit mir – Teil 31

 

“Shamati” – ”Das Gehörte”

Also, ich fuhr RABASH mit dem Auto, ich hielt mich natürlich nicht zurück und stellte ihm oft Fragen. Er antwortete und ich sah, dass er nicht wollte, dass ich schwieg, er mochte Fragen. Und ich stellte akute Fragen: nach der Willensfreiheit, nach der Tatsache, dass, wenn der Schöpfer der Einzige ist, warum bin ich dann aus zwei Kräften zusammengesetzt und so weiter und so fort?…

So half er mir eines Tages, als ich vor Schmerzen fast platzte, weil ich nicht verstand, nicht fühlte und so nicht leben konnte, auf. Wir waren gerade erst nach Hause gekommen, er sagte: „Warte, ich gebe dir etwas.“ Er ging in sein Zimmer. Ich wartete im Auto. Er kam mit einem schäbigen Notizbuch heraus und gab es mir.

„Shamati“ („Gehörte“) stand auf dem Cover geschrieben. Er sagte: „Lies, das ist es, was ich aufgeschrieben habe“.

Ich schaute direkt in das Notizbuch und wusste auf einmal alles. Ich sah gerade die erste Zeile – „Es gibt niemanden außer Ihm“ – und fühlte, wie mein Herz schlug. Ich hatte nur den ersten Absatz gelesen, und es schlug noch schneller.

Ich las nicht mehr. Ich „flog“ in den Laden, liess das ganze Notizbuch abfotografieren, und als ich erkannte, dass ich es in meinen Händen hielt, beruhigte ich mich ein wenig. Als ich nach Hause nach Rehovot kam, schloss mich in mein Zimmer ein, ging nicht zur Arbeit und begann zu lesen: „Es wurde am ersten Tag der Woche, Itro (6. Februar 1944), gehört“ – ich las es und verstand, dass es von RABASH gehört wurde, und von Baal HaSulam gesagt wurde. Ich hielt diese Notizen in meinen Händen. Allein das führte mich zu innerer Erschütterungen. Was geschah, als ich anfing zu lesen: „Es wurde gesagt: „Es gibt niemanden außer Ihm“ – das bedeutet, dass es keine andere Macht auf der Welt gibt, die etwas gegen den Schöpfer tun kann”. Es war, als ob sich mir die seit Jahrhunderten vor allen verborgenen Geheimnisse offenbarten, dass ich mein ganzes Leben lang genau danach gesucht hatte, dass genau das die Offenbarung des Schöpfers für den Menschen in dieser Welt ist…

Ich las weiter: „Und die Tatsache, dass der Mensch sieht, dass es Dinge und Kräfte in der Welt gibt, die die Existenz der Höheren Mächte leugnen, ist der Grund, dass dies der Wunsch des Schöpfers ist….“. Es verdreht den Verstand. Es ist also der Schöpfer, der einen Menschen verwirrt?! Es ist eine Korrektur Methode namens „Linke Hand stößt ab, und rechte Hand nähert an”. Und was die Linke Hand wegdrückt, liegt im Rahmen der Korrektur. Das bedeutet, dass es Dinge in der Welt gibt, die von Anfang an mit der Absicht kommen, einen Menschen von geradem Weg zu stoßen und ihn von der Heiligkeit zurückwerfen….“.

Für mich war das alles eine Entdeckung. Ein Durchbruch zu einem neuen, völlig unbekannten Zustand. Es war eine Klärung mit mir selbst.  Das hatte ich noch nie von RABASH gehört, geschweige denn von Hillel. Wie konnte Rebbe es vor allen anderen verbergen?!

 

[# 243657]

Fortsetzung folgt…

Immer mit mir – Teil 30

Abstiege

So befreite er sich aus den Abstiegen. Er sah sie im Voraus und bereitete sich auf sie vor. Als der alte Mann im Gleichnis, der nach verlorenem sucht[1].

Er wusste, dass es vor jedem Aufstieg einen Abstieg gab.

Er wusste, dass niemand von oben dir die Wichtigkeit des Ziels gibt, im Gegenteil, du wirst völlig des Lebens Geistes beraubt. Man offenbart dir noch mehr von deiner Natur, über die du aufsteigen musst, um einen „toten“ Körper in einen lebendigen zu verwandeln.

Darüber wurde gesagt: „Mach alles, was in deiner Macht steht.“ Denn je größer der Mann, desto größer die Erschwernis des Herzens.

RABASH wusste, dass das Einzige, was ihm half, seine tägliche Routine war. Ein Aufstehen zur gleichen Zeit, die Lektion, Bücher, ein Spaziergang, die Arbeit, die du erledigen musst, egal was passiert. Es ist zur Gewohnheit geworden. Seine Gewohnheit war in die Natur eingedrungen. Selbst als er sich tot fühlte, wurde er auf der Grundlage des Tagesplanes lebendig.

Diese „Erweckung“ geschah vor meinen Augen. Er hatte es oft nicht vor mir verheimlicht. Er wollte, dass ich weiß, was auf mich wartet, damit ich verstehen lernte, wie man sich festhält, wie man aus solchen Bedingungen herauskommt.

Ich erinnere mich, dass er in der Mitte des Raumes lächelnd tanzte. Er quetschte das Lächeln aus sich raus, als würde er keuchen: „Jetzt müssen wir Spaß haben! – und fing an, wie Kinder, zu hüpfen und „la-la-la-la, la-la-la-la-la-la!“ zu singen… Er wusste, dass er aus diesem Zustand herauskommen musste, denn  zehn Minuten später begann der Unterricht.

Ich erinnere mich wie er mit dem Gesicht zur Wand lag. So etwas passierte auch. Er lag da wie ein Kind, zusammengerollt, und mein Herz blutete, als ich ihn so sah. Aber ich konnte ihm nicht helfen.

So lag er fünf Minuten, zehn Minuten lang und konzentrierte sich sowohl körperlich als auch innerlich, hing zwischen Himmel und Erde. Doch als er nach ein paar Minuten aufstand, stand er als eine andere Person auf. Er öffnete das Buch und versank jetzt bewusst in ihm…

Die Abstiege eines solchen Kabbalisten sind riesig, aber es waren immer die Abstiege vor dem Aufstieg. Er wusste es. Er war immer für sie bereit.

[1] Der babylonische Talmud. Mesechet Shabbat, Teil 23.

 

[# 243651]

Fortsetzung folgt…

Immer mit mir – Teil 29

Strenger Arbeitsplan

RABASH band sich, wie mit den Seilen, an den Schöpfer. Normalerweise, um zwei Uhr morgens, eine Stunde vor dem Unterricht, verließ er sein Haus in der Hason Ish Straße 81. Er ging langsam, in seine Gedanken versunken, zur Rabbi Akiva Straße und wieder zurück. Er sang ein wenig, machte ein paar Atemübungen und dachte und dachte. Um zwei Uhr morgens fühlte er sich wohl und für ihn war es günstig, sich auf den Unterricht vorzubereiten.

Drei Uhr begann der Unterricht. Wie immer, von drei Uhr bis sechs Uhr.

Von 6:00 bis 7:30 Uhr, Gebet. Dann haben wir fünf Minuten lang besprochen, was wir tagsüber zu erledigen war, und machten eine Pause.

Um neun Uhr morgens fuhr ich bereits zu seinem Haus, und wir gingen entweder ans Meer, in den Park, zum Arzt, oder trafen jemanden.

12:30 Uhr kamen wir zurück und ich fuhr nach Hause. Ich aß zu Mittag und arbeitete von 13:00 bis 16:00 Uhr. Fünf Uhr war ich schon wieder bei Rebbe, zu dieser Zeit begannen die Nachmittagsunterrichte.

Von fünf bis acht Uhr gab es den Abendunterricht: Wir studierten die Artikel von Baal HaSulam und die „Lehre der Zehn Sefirot“, von 20:00 bis 20:30 Uhr Sohar, ab 20:30 Uhr begann das Abendgebet, und Viertel vor neun abends gingen wir nach Hause.

Dreimal pro Woche gab es abends eine Lektion namens „Schaul’s Lektion“. Wir studierten den „Lebensbaum“ von ARI. Diese Lektion wurde unter keinen Umständen abgesagt, auch wenn sie nur von einer Person – Schaul (normalerweise waren wir  6 – 7) besucht wurde.

Shaul interessierte sich nur für den “Lebensbaum”. Als wir die letzte Seite erreichten, fragte RABASH ihn traditionell: „Nun, was werden wir als nächstes lernen, Schaul?“. Shaul antwortete: „Lasst uns noch einmal von vorne anfangen“. RABASH blätterte leise die Seiten um und fing in aller Ruhe wieder von vorne an…

20:45 Uhr waren alle Unterrichte vorbei. Fünf Minuten nachdem Rebbe auf dem Weg zu sich nach oben war, schlief er.

Er hatte die große Fähigkeit, keine Minute seines Lebens zu verlieren und die Kräfte zu bewahren. Wenn er todmüde war konnte er für 3 Minuten die Augen schließen und sofort einschlafen. Nach genau drei Minuten weckte ich ihn. Er wachte fröhlich auf, als ob er 8 Stunden geschlafen hätte und sagte: „Oh, wie ich geschlafen habe?!“. Danach konnte er 2-3 weitere Stunden unterrichten.

Er änderte nie seinen Zeitplan. Der änderte sich nur, wenn wir in einem Krankenhaus lagen oder nach Tiberias[1] gingen.

Es war eine ganz anderes Studium und eine andere Beziehung.

Es dauerte eine Weile, bis ich herausfand, warum man alles so streng, jeden Augenblick! alles einhalten musste. Zuerst hatt ich alles auf seinen Charakter zurückgeführt, auf Jerusalemer Abhärtung. Dann wurde mir klar, dass es einen tiefen Sinn darin gibt.

[1] Tiberias ist eine Stadt am Westufer des See Genezareth in Galiläa im Nordosten Israels. Genezareth ist der niedrigste Süßwassersee der Welt.

 

[# 243627]

Fortsetzung folgt…

Momente der Verbindung: Welt Kabbala Kongress 2020

Auf meiner Facebook-Seite veröffentlicht: Michael Laitman 02.03.2020