Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Studium der Kabbala'

Wunderbare Wandlung

Kongress in Sochi.

Frage: Wie kann man die Verlangen der breiten Öffentlichkeit von materiellen zu spirituellen Bedürfnissen umwandeln?

Antwort: Erstens  muss man den Menschen erklären, dass wir in jeder Situation  innere Füllung anstreben.

Und selbst dann, wenn wir irgend etwas kaufen oder etwas für uns selbst, für Freunde oder die Familie machen,  wir sogar Genuss  empfinden. Man kann ihn vielleicht monetär oder in Form aufgewendeter Bemühungen messen, aber es geht immer um eine Empfindung.

Deshalb sind Empfindungen  – das Wichtigste. Für sie arbeiten wir, schuften, leben und ziehen wir Kinder groß. Es sind die Gefühle der Selbstempfindung, des Lebens, des Erfolges.

Zweitens stehen wir alle unter dem Einfluss der Umwelt, die uns zwingt, den Erfolg im Leben anhand des materiellen Wohlstandes zu messen: Auto, Wohnung, Kleidung, Prestige sowie Wohngegenden oder Urlaubsorte. Aber im Prinzip ist das alles nur deshalb notwendig, um in sich eine bestimmte Füllung zu empfinden. Denn kein Mensch „drückt“ ein Haus, Kleidung, ein Auto in sich hinein – er trägt lediglich Empfindungen in sich, die gefüllt werden wollen.

Deshalb müssen wir für jeden solch eine Füllung ermöglichen, damit er mit dem, was er benötigt, zufrieden ist. Somit wird er nicht mehr darunter leiden, dass ein anderer mehr besitzt oder sich Vorwürfe machen, dass “das Gras in Nachbars Garten grüner ist”.

Der Mensch wird sich genügsam fühlen. Er wird sich dem Einfluss der Massen entziehen. Der äußerliche Erfolg anderer Menschen wird aufhören, ihm das Leben zu erschweren, und er wird mit der Jagd nach unnötigem Überfluss aufhören.

Wir müssen den Leuten erklären, dass das Verständnis des Menschen von seinen Empfindungen abhängt, und dass wir es befehligen können. Das heißt, wir bilden die Menschen darin aus, wie man in jedem beliebigen Zustand zufrieden sein kann.

Ich werde euch ein kleines Geheimnis  verraten – es gibt keine spirituelle Welt. In dem Maß, in welchem wir damit vollständig einverstanden sind, was mit uns geschieht, verwandelt sich diese Welt in eine spirituelle.

Wir werden zu „Chafez Chessed“, d.h. wir wollen nichts für uns selbst und erlangen so die Eigenschaft von Bina. Wenn wir das Geben erlangen, dann erreichen wir das Niveau Chochma. Und Chochma und Bina offenbaren uns gemeinsam das Niveau Keter – das höchste Niveau, die Welt der Unendlichkeit. Deshalb wird nicht die uns umgebende Welt verändert, sondern nur unsere Empfindung für sie. Das Licht befindet sich in vollkommener Ruhe, und alles hängt nur von unserer Korrektur ab.

Wir erklären den Menschen, die in ihren materiellen Problemen gefangen sind, dass sie prinzipiell zu jedweder Zeit ihres Lebens glücklich sein können, weil unsere “Organe fühlen” – das sind Verlangen. Und wenn er diese richtig ausfüllen wird (darin unterrichten wir ihn auch), dann wird er genauso glücklich sein, wie der stärkste, reichste, bekannteste, erfolgreichste Mensch in der Welt.

Wir geben ihm die Möglichkeit, gefüllt zu werden.  Und genau das ist die Wissenschaft der Kabbala – die Wissenschaft über die Füllung. Im Prinzip liegt unsere Methode darin, dass sobald ein Mensch, welcher der allgemeinen Füllung anstelle einer persönlichen gerecht wird, er sich sofort in der höheren Welt zu empfinden beginnt. [138558]

Auszug aus dem Gespräch während des Kongresses in Sochi, 09.06.2014

Seele und Körper

Frage: Wie ist die Seele mit dem Körper verbunden?

Antwort: Es gibt nur die Seele. Unser und alle anderen physischen Körper um uns herum erscheinen uns als gewisse Substanz, die deshalb notwendig ist, damit wir zwischen uns die anfängliche altruistische Verbindung aufbauen können. Damit die Verbindung zwischen uns sich nicht egoistisch entwickelt, sondern altruistisch, und je mehr diese Verbindung sich entwickelt, desto weniger Platz wird unser Körper und überhaupt alles Materielle in unserem Bewusstsein einnehmen, bis es einst  ganz aus unserer Empfindung verschwindet. [138260]

Erhabene Väter und ihre egoistischen Söhne

Baal HaSulam, „Die Bürgschaft“ (gegenseitige Bürgschaft): „Die Vorväter befolgten die Tora noch bevor sie ihnen gegeben war.“ Das heißt, dass sie aufgrund der Erhabenheit ihrer Seelen die Befähigung hatten, alle Wege des Schöpfers zu erlangen.

Die Vorväter gehörten den puren (reinen) Gefäßen von GE (Galgalta we Ejnaim) an und brauchten die Tora daher nicht, da diese jenes Licht ist, das die Awiut (Stärke, Dicke) des Verlangens korrigiert, und sie waren nicht stark, sondern rein. Die Ganze Tora bedeutet Liebe und Geben und sie konnten sie aufgrund der Erhabenheit und Reinheit ihrer Seelen befolgen.

Alle unteren Gefäße jedoch konnten sie nicht so befolgen, sondern mussten mit ausreichend starken Verlangen ausgestattet werden, welche sich selbst durch das reformierende Licht korrigieren, und letztlich davon losgelöst werden konnten und die Tora erhalten.

Gefäße von Chessed (Barmherzigkeit), Gwura (Heldenmut) und Tifferet (Glorie) korrigieren sich ohne das Licht, das zur Quelle zurückführt, und werden aufgrund ihrer Reinheit an das einfache Höhere Licht angehaftet. Sie alle kennen die ganze Tora intuitiv, weil ihre Gefäße sie Handlungen des Gebens verstehen lassen.

Ihre Söhne Nezach (Ewigkeit), Hod (Herrlichkeit) und Jesod (Fundament), all die anderen Seelen, die nach ihnen kommen, gehören jedoch zu den Gefäßen des Empfangens und sind deshalb außerstande zu verstehen, zu fühlen oder sich selbst durch ihr eigenes Verständnis und Reinheit zu korrigieren.

Wenn die Gefäße stärker sind, bedürfen sie des läuternden Lichtes. Zuerst müssen sie die völlige Tiefe der Stärke (Dicke) des Verlangens enthüllen, um zu realisieren, wie schlimm es auf den Stufen von Ägypten und während der 400 Jahre ist.

Deshalb fragte Abraham: „Ich weiß, dass ich CHaGaT angehöre – den Gefäßen, die bereits korrigiert sind, dass wir rein und Dir näher sind, was aber ist mit meinen Söhnen? Wie werde ich wissen, dass sie das Land (Israel) erben werden?“

Der Schöpfer antwortete ihm: „Sorge dich nicht, sie werden im Exil sein und all die erforderliche Stärke (Dicke) ansammeln, damit sie sodann erkennen, dass sie mit Mir verbunden sein müssen.“ Als Abraham dies hörte, war er beruhigt. Die Gefäße des Gebens haben eine natürliche Neigung zum Schöpfer, während die Gefäße des Empfangens lediglich eine vage Haltung zum Schöpfer aufbauen können, indem sie in Verbannung gehen, die ihnen das Böse in ihnen enthüllt.

Die Korrekturmethode in den Gefäßen des Gebens (in Galgalta we Ejnaim) und den Gefäßen des Empfangens ist gänzlich unterschiedlich. Väter und Söhne sind zwei verschiedene Stufen. Die Söhne sind bereits egoistisch, wie wir sehen können.

Auszug aus dem 5. Teil des tägl. Kabbalaunterrichts, 06. 05.14

Der Bereich, der vor der Selbstsucht gereinigt ist.

Frage: Es steht geschrieben, dass „es diesen Wunsch jederzeit in den Herzen der Söhne Israels gibt und, wenn sie stark gebeten hätten, könnten sie Shechina empfangen“. Was bedeutet es, stark zu bitten?

Antwort: Ein starkes Verlangen bedeutet, dass wir nur das wollen und nichts mehr: nur uns alle zusammen einer an den anderen reihen, damit es in der Verbindung zwischen uns keinen freien Platz mehr gibt, sondern ein “spirituelles Vakuum” entsteht. An diesem leeren Platz ersehnen wir leidenschaftlich, dass  sich dort nur der Schöpfer manifestieren möge. Zwischen uns offenbart sich ein Bereich, der keinem von uns und gleichzeitig allen gehört. Dort gibt es nichts von unserem Egoismus. In der Verbindung zwischen uns offenbaren wir eine höhere Dimension.

Unsere Selbstsucht bleibt draußen, und wir versammeln uns im Inneren so, dass im Zentrum ein leerer Platz entsteht , den es zuvor nicht gab. Es gibt keinen leeren Platz, hier aber entsteht einer und wir fühlen, dass es in ihm nichts gibt, nicht einmal einen Schöpfer .

Wir konnten diesen Bereich deshalb erschaffen,  weil wir unsere Selbstsucht hinausgeworfen haben, und unsere Verlangen sich  eines  zum anderen reihen und sich in reiner Absicht  –  die mangelnde Bereitschaft zur Bekämpfung des Egos  zu behandeln – verbinden. Und weil dieser Ort leer wird,  gehört er schon zu einer anderen Dimension.

Der Raum, an dem wir uns befanden, gehörte zum tierischen Niveau,  der leere Raum jedoch ist der Ort der Erschaffung des Menschen (Adam). Dort offenbart sich bereits der Schöpfer: die ersten 10 Sefirot, auf denen wir – jene, die sich  an dieser Verbindung beteiligt haben – schon existieren . [136613]

 Auszug aus der Lektion nach dem Artikel aus dem Buch „Schamati“, 03.06.2014

Der Engel, der tötet und belebt.

Aus dem Artikel von Rabash „ Es gibt keinen Segen im Berechneten“: Man muss wissen und glauben, dass uns alles vom Schöpfer gegeben wird – das Gefäß, Verlangen, ein Streben zu geben und das Licht, – die Kraft, die der Mensch bekommt, um im Interesse des Gebens zu handeln.

Vorallem aber soll der Mensch handeln. Mit anderen Worten heißt das, dass man sich, bevor man handelt sagen sollte: „Niemand wird mir, außer ich mir selbst, helfen“. Und danach muss man sagen: „Wenn der Schöpfer kein Haus aufbaut, sind alle Bemühungen der Bauenden nutzlos“.

Die Hauptarbeit besteht darin, die richtigen Anstrengungen zu machen, das heißt, seine Notwendigkeit  nach der Einwirkung des Lichtes, das zur Quelle zurückführt  (die Hälfte der Münze oder sechs Wochentage bis zur Vollendung der Arbeit ) vorzubereiten. Das alles erfolgt über die Auf- und Abstiege, weil man nur durch Höhen und Tiefen Klärungen machen kann.

Die Stärke des Gefäßes wird durch den Unterschied zwischen dem Fallen und dem Aufstieg gemessen. Wir müssen, während wir  in diesen beiden Zuständen sind, unser Bestes geben und können vor den Abstiegen nicht davonlaufen. Alle beiden Zustände sind  wesentlich und erstrebenswert. Alles was wir tun können, ist es, die Abstiege in Aufstiege zu verwandeln, statt auf Gnade vom Himmel zu warten.

Wenn der Mensch sich richtig ausrichtet, beginnt er das Gefäß zu formen, und baut zusammen mit seinen Freunden ein gemeinsames Verlangen auf – ein Verlangen, den Schöpfer zu enthüllen, um Ihm Freude zu bereiten, das heißt zu entdecken, dass der Schöpfer sich an unseren Bemühungen erfreut.

 Wir können uns  in jedweden Zuständen während allen Auf- und Abstiegen und allen Variationen davon anstrengen. Deshalb sollte man immer sagen: „Niemand  außer mir kann mir selbst helfen”, weil jeder dieser Zustände aus Wahrnehmung und Schlussfolgerung besteht. Unsere Aufgabe liegt in der Klärung beider durch die Verbindung mit Anderen und im Erlangen einer gemeinsamen Eigenschaft – dem Licht, das offenbart werden muss.

Diese Bemühungen werden eine Basis für unsere nächste Stufe schaffen. Auf jeder Stufe geschieht diese Spaltung  in „niemand wird mir helfen, außer mir“ und „es gibt  niemanden außer Ihm“, und man muss versuchen, beide Prinzipien zu verbinden und zu einem zu machen, wie gesagt wird: „Der Engel tötet und belebt und bringt Erlösung“.  Alle unsere Eindrücke sammeln sich zusammen und haften sich an eine bestimmte Stufe an, und letztendlich kommt die Erlösung.

Jedes mal entschlüsselt man die selben Worte und Eigenschaften auf einer höheren Stufe mit tieferem Verständnis. Dieser Prozess  verinnerlicht die Erklärung unserer Worte “Erlösung”, “tötet” und “belebt”. Alle diese Konzepte erklimmen die spirituelle Leiter  und gehen von der Stufe des Empfangens zur Stufe des Gebens über.

Mit Hilfe der Abstiege, die in der Arbeit “der Tod “genannt werden, und der Belebung, die Aufstieg genannt werden, kultivieren wir unsere zuiünftige Erlösung, das heißt wir erlangen  Vollkommenheit. [136573]

Auszug aus der Vorbereitung zur Lektion, 03.06.2014

Ein Herz wie eine ausgepresste Zitrone

In der Annäherung gibt es mehrere Phasen. In der ersten  realisiert der Mensch, dass,  je mehr er nach Verbindung strebt – um die spirituelle Welt zu erreichen –  er umsomehr erkennt, dass er dies nicht kann. Er kann sich nicht mit den Freunden verbinden, um den Schöpfer enthüllen, was die Eigenschaft des Gebens innerhalb der Vereinigung bedeutet.

Er gibt sich viel Mühe, bis er sich von seiner Kraftlosigkeit überzeugt hat. Als erstes entdeckt er dann, dass die Kraft des Schöpfers bereit und fähig ist, ihm zu helfen. Deshalb sagt er, dass „Es niemanden außer den Schöpfer gibt“ und dass dies das Einzige ist, war er braucht.

Um das zu erreichen, stimmt er zuerst gezwungen und später aus eigenem Antrieb zu, in Richtung Liebe zu den Geschöpfen, und von ihnen zur Liebe zum Schöpfer zu gehen.

Die Voraussetzung der Liebe zu den Geschöpfen hing zu allen Zeiten davon ab, wie sehr der Schöpfer enthüllt werden sollte. Es gab Zeiten, in denen sich der Schöpfer lediglich Kabbalisten offenbarte und vor jedem anderen verhüllt blieb und deshalb war die Arbeit damals anders als heute. Das heißt, zu unterschiedlichen Zeiten gab es eine unterschiedliche Vereinigung der  Weisheit für die Massen und der Weisheit  für den Einzelnen – worüber geschrieben steht: „Die Meinung der Tora ist entgegengesetzt zur Meinung der Einwohner”

Heute befinden wir uns an der Schwelle der vollständigen  Offenbarung und die Kabbalisten berichten uns darüber, da wir dies selbst  nicht erkennen könnten. Niemand kann dies einfach an äußerlichen Vorzeichen erkennen, obwohl wir tagtäglich sehen, dass sich die Welt in Richtung einer völligen Krise bewegt und dass diese Krise sich in der menschlichen Gesellschaft befindet, in der Verbindung zwischen den Menschen. Aber es gibt in unserer Welt keine solche Kraft, die diese Verbindung korrigieren könnte.

Deshalb sollten wir darauf hören, was die Kabbalisten sagen. Zunächst müssen wir verstehen, dass der Schöpfer uns helfen kann, uns zu verbinden und, wie ein Mensch mit einem Herzen zu werden. Die Herzen sind verschieden, und wir müssen Anstrengungen unternehmen uns in einem zu vereinigen. Es ist so, als würden wir den ganzen Saft einer Zitrone ausdrücken – all die bösen Neigungen die aus dem Herzen kommen. Und zu dem, was nach dem Ausdrücken  geblieben ist, können wir die Absicht des gegenseitigen Gebens von Einem zu Anderem und dadurch an den Schöpfer hinzufügen.

Die Bedingungen sind sehr einfach,  und obwohl man sie nicht realisieren kann ist klar, was getan werden muss. Nachdem ich alles egoistische Streben aus meinem Herzen ausgedrückt  habe, kann ich mich zur Gruppe, zu jedem der Freunde ebenso verhalten, wie zum Schöpfer. Aber nur  in dem Fall, wenn es ein Freund ist und wir bereit sind uns so miteinander zu verbinden, dass wir gemeinsam  den Schöpfer in einem gemeinsamen Herzen enthüllen.

Jeder von uns ist ebenso wichtig, wie die höchste Kraft ansich. Jeder ist bereit, sich der Kraft des Gebens und der Liebe zu zuwenden. Wenn wir danach streben und es im Laufe desTages nicht vergessen, dann wird die Gewohnheit zu unserer zweiten Natur, dann verstehen wir, dass wir es selbst nicht können und die Hilfe des Schöpfers brauchen. Nur mit Seiner Hilfe können wir unsere Natur annulieren und uns über ihr verbinden. [136609]

Auszug aus der Vorbereitung zur Lektion 03.06.2014

Die Quantenwahrnehmung der Welt

Der Mensch muss die ganze Welt, alle ihre Bedürfnisse und Wünsche, die ganze  Malchut der Welt der Unendlichkeit an sich anheften. Zuerst ziehen wir die uns nahen Teile an, das heißt jene, die ähnliche Ansichten haben und bereit sind, sich mit anderen zu verbinden: “Möge jeder seinem Nächsten helfen.”

Danach wenden wir uns dann den immer ferneren Teilen zu,  das heißt jenen, die weder unsere Anschauungen teilen, noch danach streben, sich miteinander zu verbinden oder das Ziel der Schöpfung zu enthüllen.

Verbreitung beginnt mit dem Erfassen der Verlangen der Allgemeinheit. Diese erscheinen uns vermeintlich winzig, primitiv und materiell. In der Verbindung des unteren  und des  oberen Parzuf trägt der untere ein kleines Verlangen. Dennoch  betrachtet der höhere Parzuf das Verlangen des unteren  aufrund der großen Liebe, die er für ihn empfindet, als etwas sehr wichtiges und essentielles.  Somit kann der höhere  große Arbeit leisten, um die Verlangen  des niedrigeren Teiles zu stillen.

Auf diese Weise binde ich die ganze Welt an mich an.  Es wird gesagt, dass die ganze Welt geschaffen ist, um mir zu dienen. Aber   die Menschen verstehen diese Tatsache nicht,  noch  denken sie  so- im Gegenteil, sie stoßen mich sogar ab und hassen mich.  Dies sollte letztlich aber nicht  von Bedeutung für mich sein.  Ich akzeptiere ihre Verlangen und verstehe, dass ich sie nicht so behandeln kann, wie sie mich.

Ich kann nicht sitzen und warten, bis sie infolge von  Leiden und Kriegen klüger werden. Das wäre der falsche Weg und mit Liebe zum Nächsten unvereinbar. Wenn ein Mensch so denkt, bedeutet dies, dass er noch an sich selbst arbeiten muss. Deswegen müssen wir versuchen, uns mit den Menschen in beliebigen Situationen zu verbinden.

Das ist wie in einer Familie, in der es  einen starrköpfigen, nichtsnutzigen Sohn gibt, der nicht  auf seine Eltern hört und absichtlich alles falsch macht. Ungeachtet dessen ist es aber immer noch ihr Sohn, und sie müssen sich um ihn kümmern. Nach diesem Muster haben wir mit der Welt zu verfahren,  die immer verbitterter wird und die Hoffnung verliert, weil sie nicht versteht, was als nächstes zu tun ist.

Es ist eine Enthüllung der wahrhaften Natur der Menschen,  jener, die sich selbst nicht als gut, außergewöhnlich, besonders, klug oder stark wahrnehmen, sondern jener, die sich eher schwach, verrückt fühlen und nicht wissen, was in der Welt um sie herum  vorgeht. Die Welt zerfällt und sinkt tiefer und tiefer; nichts mehr interessiert die Menschen  außer die einfachsten, primitivsten Füllungen, wie Nahrung oder Sex.

Wohin haben sich unsere frühere Kultur, Weltraumprogramme, hohe Bestreben, die Achtung vor den Gelehrten, den Weisen, den Kulturschaffenden, der Bildung, wie es vor 50 Jahren gewesen ist, verflüchtigt? Es ist nichts geblieben. Die Menschheit erscheint wie eine Horde von Tieren.

Die Menschen sind unfähig, sogar ihre geringsten  Bedürfnisse   zu erfüllen und leiden. Laut Statistik ist das materielle Wohlergehen heute dutzende Male höher als vor hundert Jahren, wobei  gleichzeitig  Depression, Verzweiflung und ein Gefühl der Entbehrung ständig wachsen. Letztendlich stehen diese Dinge nicht direkt mit materiellem Wohlstand im Zusammenhang.

Schwierigkeiten werden uns gegeben, um an ihnen zu arbeiten – das sollte uns klar sein. Unsere Wahrnehmung der Welt ist höchst  “Quantum”. Zwischen der Aufgabe,  die jeder von uns zu erfüllen hat, gibt es eine große  Diskrepanz: einerseits verfügt nur er allein und nicht alle anderen über die Freiheit der Wahl  und andererseits die Tatsache,  dass das für jeden gilt.  Und weil die ganze Welt von ihm abhängt, existieren alle, nur um ihm zu dienen. [136121]

Auszug aus der Vorbereitung zur Lektion 28.05.2014

Gesetzestafeln mit der Methode der Verbindung

Dank unseren Vorväter, die die Tora am Berg Sinai erhielten, haben wir bereits eine Verbindung zur Einheit, um die gleiche Gabe der Tora zu offenbaren. Nur jetzt befindet sich alles im zerbrochenen Zustand – abgestiegen in die unreinen, egoistischen Verlangen, in materielle Bestrebungen, die uns verwirren und daran hindern, wie ein Mensch mit einem Herzen zu werden.

Wir sind nicht in der Lage, uns selbst aus dem Exil zu erlösen, aus diesem Sumpf herauszuziehen, in dem wir völlig versunken sind. Durch alle gescheiterten Versuche und Anstrengungen, ihm zu entkommen  gewinnen wir jedoch an den Erfahrungen des Misserfolges, was für uns sehr gut ist. Nur dann wird in uns die Notwendigkeit offenbart, den Schöpfer um Hilfe zu bitten.

Es ist unmöglich ohne Not zu schreien. Obwohl man von Anfang an weiß, dass alles so vorbestimmt ist, kommt die Weisheit nur durch Erfahrung. Daher befindet man sich, wenn man nach vielen erfolglosen Versuchen zur Verzweiflung kommt, sich aber ständig um die Wichtigkeit des Ziels  sorgt, zwischen zwei Polen: 1. dem der Enttäuschung  über die eigenen Unfähigkeiten und 2. dem des Vertrauens, dass es Niemanden, außer dem Schöpfer gibt.

Er ist derjenige, Der alles lenkt und manipuliert und uns gleichzeitig  die Möglichkeit gibt, uns zu ändern: Er kann uns helfen, und wartet darauf, dass wir Ihn um Hilfe bitten.

Einerseits stehen wir vor einem Berg des Hasses. Aber auf der anderen Seite, auf der Spitze des Berges, mit unserem Punkt im Herzen, der als Mosche bezeichnet wird und steigen (Mose) zum Schöpfer hinauf, wodurch wir den ersten Kontakt mit der höheren Kraft erlangen. Folglich erhalten wir von der höheren Kraft die Methode der Verbindung und steigen wieder ab.

Unten finden wir uns zwischen der Trennung  und der Sünde wieder, gießen das goldene Kalb. Aber all dies geschieht, um den Punkt der Bina zu verbinden, die einst den Kontakt mit dem höheren Licht hatte. Vorher war sie schon in die unkorrigierte, dunkle Malchut, nach Ägypten abgestiegen, und jetzt muss sie erneut in die Verlangen  ACHaP absteigen, zurück in die Malchut.

Ab diesem Zeitpunkt beginnen wir, diese gegenseitige Verbindung zu korrigieren, aber mit dem korrigierten Punkt der Bina. Wir kehren zum Berg zurück und bekommen die zehn Sefirot, zehn Äußerungen, die an uns offenbart werden, wonach wir selbst beginnen sie zu korrigieren, wir schreiten mit dem Verlangen des Gebens voran, welches über dem Machsom liegt: in den Welten Jezira, Brija usw…

Und das alles geschieht durch das Streben nach Verbindung. Einen Teil des Weges gehen wir, ohne es zu verstehen, doch dann beginnen wir alles zu verstehen und zu fühlen. Unsere neue Empfindung kann nur in der Verbindung, wie ein Mann mit einem Herzen, offenbart werden.

Auf dem Weg zu diesem höheren Ziel, verspüren wir das Verlangen nach dem Schöpfer und haben alle Mittel, um das Ziel, die endgültige Verschmelzung, auch in der Verbindung zu erreichen, wie es geschrieben steht: „Der Schöpfer ist unter seinem Volk.“ [136606)

Auszug aus der Vorbereitung zum Unterricht, 03/06/14

Der Schöpfer wird im Hass nicht offenbart

Die Aufgabe Israels besteht in der Vorgabe der richtigen Richtung im ganzen Gefäß, das aus G“E und АCHa“P besteht – aus den gebenden und empfangenden Verlangen, die sich gemeinsam dem Ziel der Korrektur nähern. G“E muss die Methode der Korrektur so darbringen, dass sie zusammen mit АCHa“P jedes Mal jene Verlangen, Eigenschaften herausfiltern, die man am besten für den Aufstieg in der mittleren Linie verwenden kann.

АCHa“P – die linke Linie, und G“E – die rechte Linie, müssen sich untereinander so verbinden, dass der Aufstieg optimal, in der mittleren Linie, in der richtigen Wechselbeziehung zustandekommt. Das Merkmal dieses optimalen Aufstiegs – Frieden in einer Welt ohne Kriege, Probleme und Leiden.

Wenn sich die Welt äußerlich beruhigen wird, dann werden wir erkennen, inwiefern sich dieser Zustand für die Offenbarung der höheren Kraft eignet. Der Schöpfer kann unter den Bedingung des Antagonismus der Völker und der Feindschaft zwischen den Menschen nicht offenbart werden. Er kann sich im Hass  nicht offenbaren, weil dies nicht Seiner friedlichen Eigenschaft, Seiner Vollkommenheit und Liebe  entspricht.

Deshalb müssen wir diese schrecklichen Ereignisse, die wir in der Welt beobachten, als das Feld unserer Arbeit wahrnehmen. Es ist eben das Feld, das der Schöpfer gesegnet hat, damit wir darin arbeiten. In jedem Zustand, in jeden Augenblick, an jedem Ort der Welt muss man das passende Herangehen wählen.

Deshalb werden wir sehen, wie in verschiedenen Teilen der Welt immer mehr neue Freunde zu uns stoßen werden, die die richtige Arbeit nach der Methode der Vereinigung organisieren und die uns zu solch einer Welt und Einheit bringen werden, in der der Schöpfer offenbart wird. Nur die Offenbarung des Schöpfers kann den Geschöpfen die echte Welt und die Vollkommenheit bringen. Deshalb besteht unsere ganze Arbeit in der Verbreitung dieser Methodik. [136621]

Auszug aus der Vorbereitung zum Unterricht, 05/06/14

Von der Gabe der Tora bis zu ihrem Erhalten

Frage: Warum symbolisiert Schawuot den Feiertag der Tora-Gabe, und nicht des Tora-Erhalts?

Antwort: Die Gabe der Tora erfolgt dann, wenn wir dazu das Bedürfnis empfinden. Es handelt sich um das Licht, um die Gabe von oben, und nicht um das Erhalten hier unten.

Sobald der Mensch die Tora empfängt, wird er frei. Nach der Gabe der Tora  beginnen wir die Eigenschaft Bina, die Freiheit zu finden. Es ist die Freiheit von der Selbstsucht, vom Verlangen zu genießen. Erst dann kann man sagen, dass wir am Erhalten der Tora arbeiten.

An dem Tag, an dem wir nicht aus eigenem Antrieb, sondern unter dem Druck der Plagen des Pharaos und aller Missgeschicke zustimmen, die uns zum Berg Sinai gebracht haben, um die Bürgschaft zu vereinbaren, haben wir noch keinen starken Wunsch. Es geht also nur um die Gabe der Tora, die uns von oben geschenkt wird.

Das Erhalten der Tora beginnt dann, wenn wir mit ihrer Realisierung beginnen: zuerst angesichts Chassadim, im Geben für das Geben, indem wir die Verlangen Galgalta-Ejnaim auf allen Stufen und später die Verlangen ACHaP korrigieren.

Wenn wir die Verlangen ACHaP korrigieren, geschieht das wahre Erhalten der Tora, denn dort gilt, in seiner ganzen Kraft das Licht, das zur Quelle zurückführt. [136617]

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel aus dem Buch „Shamati“, 03/06/14