Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Spirituelle Arbeit'

Absoluter Glaube

Frage: Kann das Leben eines Menschen verlängert werden, wenn er die Weisheit der Kabbala studiert und wenn er sich besonders darum sorgt, nicht genug Zeit zu haben, um spirituelle Vollkommenheit in seinem Leben zu erreichen?

Antwort: Das zeugt von einem absoluten Mangel an Glauben! Zuallererst muss man sich von Sorgen befreien, denn wenn man unter der Kontrolle des Schöpfers steht und es neben Ihm keine Kraft gibt und Er gut und Gutes tuend ist, dann gibt es keinen Grund für derartige Fragen, was einem in der nächsten Minute passieren wird und ob man etwas erreichen wird oder nicht.

Die Bedingung „Es gibt nichts außer Ihm“ (Deuteronium  4:35), das absolut Gute, hält den Menschen vollkommen davon ab, alle möglichen egoistischen Fragen zu haben. Es bleibt nur eine einzige Frage übrig: Wie kann ein Mensch Sein Partner werden, Sein Helfer, Sein Bürge, um Seinen Willen in die Welt hinaus zu tragen? Ich kann das tun, weil ich in dieser Welt bin. Wir müssen nur um eine Sache bitten: Darum, dass uns der Schöpfer Seine Wünsche auferlegt, und dass wir sie der ganzen Menschheit überbringen. Das ist die Aufgabe eines Kabbalisten, oder, wenn man will, eines Propheten.

Frage: Was ist damit gemeint, dass ein Kabbalist eine gute Gesundheit für seine Verwandten und für sich selbst nicht erbitten kann?

Antwort: Wenn es sein muss, kann er darum bitten, aber was nutzt ihm das, wenn der Schöpfer dafür verantwortlich ist? Wenn der Schöpfer das getan hat, damit der Mensch Ihn bitten soll, dann bittet er. Mit anderen Worten, der Mensch muss untersuchen und verstehen, warum das alles passiert und darum bitten, zum Licht und zur Korrektur geleitet zu werden.

Aus der russischen Kabbalalektion  5/15/16

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Wenn der Schöpfer aus der Wahrnehmung verschwindet …

Frage: Warum wird der Zuwachs an Egoismus in der Vorbereitungsphase nicht als großes Verlangen wahrgenommen?

Antwort: Ein größeres Verlangen zu empfangen, das zum Menschen kommt, senkt ihn von seiner Stufe herab. Doch er empfindet es nicht als größeren Egoismus, sondern als zusätzlichen Genuss.

Das neue Verlangen zu empfangen, das sich offenbart, gibt ihm diese Möglichkeit und verpflichtet ihn gewissermaßen dazu. Er spürt nicht, dass das Verlangen gewachsen ist, sondern dass der Genuss intensiver sein kann, wenn er sich am Genuss selbst ausrichtet und nicht am Gebenden.

Was verdirbt die Verbindung zum Schöpfer? Das neue Verlangen! Es löscht nicht den Genuss aus, sondern die Empfindung des Gebenden. Würde der Genuss verschwinden, würde der Mensch Leere empfinden und sofort erwachen. Stattdessen bleibt die Füllung bestehen, aber der Schöpfer verschwindet aus der Wahrnehmung.

Zudem betört die Süße des Genusses den Menschen. Allmählich gewöhnt er sich an diesen Zustand: Er empfängt Genuss für sich selbst, selbstverständlich nicht um des Schöpfers Willen, da er sich noch im Zustand „Lo Lishma“ befindet. Gleichzeitig möchte er jedoch unter keinen Umständen die Verbindung zum Schöpfer verlieren und sucht unaufhörlich nach ihr.

Er möchte spüren, dass er sich in der Welt des Schöpfers befindet – in einer Art Sphäre, die vom Schöpfer erfüllt ist – und versucht ständig, diesen Zustand aufrechtzuerhalten. Das sind die Anstrengungen. Er bemüht sich mit allen möglichen Mitteln und schließlich füllt die Summe seiner Anstrengungen sein „Gefäß“ und er überquert den Machsom.

Was die Abstiege auf diesem Weg betrifft – daran lässt sich nichts ändern. Wie viele es sein werden? Niemand weiß es. Es ist unmöglich zu sagen, wie viel Zeit zwischen Aufstiegen und Abstiegen vergeht, denn das hängt bereits vom Menschen selbst ab – darin liegt seine Anstrengung und seine Wahl.

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Aus dem Unterricht zu einem Artikel von Rabash.

 

Geld allein macht nicht glücklich

Anmerkung: Im Rahmen langjähriger Studien haben Wissenschaftler aus Großbritannien herausgefunden, dass ein hohes Einkommen einen Menschen nicht glücklich macht. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Personality and Social Psychology Bulletin“ veröffentlicht.

Antwort: Auch wenn die Menschen wissen, dass „Geld alleine nicht glücklich macht“, wollen sie dennoch Geld. Wenn du einen Menschen von heute fragst, was er lieber hätte, Geld oder Glück, denke ich, er würde antworten: „Geld. Mit Geld kann ich mir dann auch Glück kaufen.“

Der Egoismus, der sich derzeit in der gesamten Menschheit offenbart, braucht außer Geld nichts. Früher waren die Menschen nicht so egoistisch. In ihnen entstanden auch andere Bestrebungen, ihr Egoismus verlangte keine so allumfassende Erfüllung.

Anmerkung: Sie widerlegen also gewissermaßen diese Studie, in der es heißt, dass Menschen Familie, Kinder und Freunde als Glück betrachten.

Antwort: Sie sind zu diesem Fazit gekommen, nachdem sie sehr gründlich geprüft hatten, ob man alles mit Geld kaufen kann, und festgestellt haben, dass das nicht funktioniert.

Aber wir haben unsere absolute Entwicklung noch nicht vollendet. Wir befinden uns in der letzten Phase, die noch nicht abgeschlossen ist. Die Menschheit erkennt bereits, dass Geld kein Glück bringt und dass Glück letztendlich wichtiger ist als Geld.

Aber andererseits: Wenn das Glücksgefühl nicht auf einer materiellen Grundlage beruht, dann ist dieses Gefühl unecht. Das ist genauso, als würdest du dir eine Droge spritzen: „Ich bin glücklich“. „Was ist los?! Warum, wie, was?!“ – „Glücklich“.

Du hast eine Art Spritze bekommen und wirst von einer Welle der Wonne überflutet. Du spürst kein Leid und keine Leere mehr, musst nach nichts streben und nichts unternehmen. Du kannst nicht einmal das Leiden und die Wünsche anderer Menschen verstehen. Du kannst mit niemandem verbunden sein! Du stehst einfach wie ein Idiot mitten in der Welt und dir geht es gut.

Frage: Heißt das also, dass Glück die Entwicklung aufhält?

Antwort: Natürlich! Hätten die großen Künstler, Schriftsteller und Musiker nicht gelitten, wären sie nicht innerlich unglücklich gewesen – egal, ob sie ein Stück Brot hatten oder nicht – unglücklich in ihrer inneren Suche, in ihren Leiden, hätten sie dann überhaupt etwas geschaffen?! Niemals! Glück liegt also nicht in der Definition, die wir ihm sofort zuschreiben.

Glück kann man nur im Gegensatz zum Unglück empfinden, nur im Gegensatz zur Suche, zum Leiden, wenn du strebst und erreichst, strebst und erreichst! Aber wenn du strebst und erst später erreichst, was du gestrebt hast, ist das kein Glück!

Glück umfasst sowohl das Leiden als auch die Freude darüber. Dieser Zustand wird nur in der Kabbala erreicht, wenn die Leere nicht gefüllt wird, sondern wenn sich über ihr eine Füllung aufbaut. Sowohl die Leere als auch die Füllung existieren dauerhaft! Nehmen wir an, ich sehne mich nach etwas und empfinde durch dieses Verlangen Freude und Erfüllung.

Glück ist, wenn wir es richtig definieren, kabbalistisch gesehen, in seiner wahren Form, gleichzeitig ein Zustand absoluten Unglücks und absoluten Glücks, eine Leere und eine Fülle, die sich gegenseitig nicht annullieren.

Dann brauchst du das wirklich nicht mit Geld oder Ähnlichem zu ersetzen, denn deine Leere wird gefüllt und bleibt dabei doch eine Leere. Zum Beispiel isst du etwas und sehnst dich trotzdem die ganze Zeit danach, du trinkst etwas und sehnst dich die ganze Zeit danach, du siehst etwas und sehnst dich die ganze Zeit danach. Das heißt, die Genüsse hören nicht auf, sondern nehmen nur immer weiter zu – und in demselben Maße nimmt die Leere ebenfalls zu!

Das ist die Wissenschaft der Kabbala! Die Wissenschaft, das wahre Glück zu erlangen. Dabei führt dich das Gefühl des ständigen Glücks zum Gefühl der Ewigkeit!

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Aus der TV-Sendung „Nachrichten mit Michael Laitman“

 

Die Quelle aller universellen Probleme

Frage: Was sollte für einen Arzt die Motivation sein, sich ändern zu wollen? Für den Patienten ist das klar: er möchte gesund werden – aber was ist mit dem Arzt? Wie kann man Arzt und Patient dazu bringen, einander näherzukommen?

Antwort M. Laitman: Ich bin in einer Familie von Ärzten geboren und aufgewachsen. Meine Mutter ist Gynäkologin, mein Vater Zahnarzt, meine Tante und mein Onkel sind ebenfalls Ärzte. Wenn plötzlich jemand krank wurde – sofort Stethoskop, Medikamente, alle wissen, was zu tun ist, man wird behandelt und alles ist in Ordnung, keine Probleme. In dieser Hinsicht war das gesamte Gesundheitsministerium bei mir zu Hause.

Genau dieses Gefühl der Zusammengehörigkeit muss zwischen Ärzten und Patienten herrschen, sonst gibt es kein Vertrauen zum Arzt. Aber heute kann sich ein Arzt das nicht leisten.

Es muss ein völlig anderes System sein, bei dem der Schwerpunkt nicht auf Medikamenten liegt, sondern auf der Aufmerksamkeit für den Menschen, wie in der alten chinesischen Medizin.

Das heißt, das Gesundheitssystem muss das gesamte Leben eines Menschen umfassen. Es ist eine Technologie des Lebens: wie du geboren wirst, womit du atmest, was du zu dir nimmst, wie die Umwelt auf dich wirkt, wie dein Organismus auf all das reagiert – als biologisches System auf das umgebende System – und wie du durch das Leben gehst: heiratest, Kinder bekommst, alt wirst, stirbst.

All dies muss jedoch als ein System betrachtet werden, das im Gleichgewicht mit der Natur steht. Und dafür muss der Mensch organisch und ganzheitlich mit der Natur verbunden sein, all ihre Gesetze befolgen und verstehen, wozu sie ihn verpflichtet und wie er sich auf eine für beide Seiten richtige Wechselbeziehung einstellen muss.

So wie Harmonie und Gleichgewicht in uns die Gesundheit des Organismus bedeuten und wie das Gleichgewicht in der Natur die Gesundheit der Umwelt bedeutet, so muss auch zwischen uns und der Umwelt ein Gleichgewicht herrschen. Wir stören das Gleichgewicht in der Natur, wir stören das Gleichgewicht in uns selbst, aber vor allem wird dabei das Gleichgewicht zwischen uns und der uns umgebenden Natur gestört – genau hier entsprechen wir ihr überhaupt nicht.

Es ist bekannt, dass die uns umgebende Natur nach dem Gesetz der Selbststabilisierung funktioniert: So viel man erhält, so viel gibt man zurück – dadurch wird die Homöostase aufrechterhalten und das Gleichgewicht bewahrt. Doch wir befinden uns in einem absoluten Ungleichgewicht mit ihr, weil wir barbarisch alles aus ihr verbrauchen, was möglich ist, und ihr im Gegenzug nichts zurückgeben, sondern sie nur verschmutzen.

All dies hängt von der Erziehung des Menschen ab, in erster Linie von seiner ökologischen Erziehung.

Wenn wir uns in einer Gesellschaft befinden, die ständig einen negativen Einfluss auf uns ausübt, und wir aus unserem Egoismus heraus ebenso auf sie einwirken: nur konsumieren, den anderen unterdrücken, so viel wie möglich verdienen, oder noch besser, stehlen, ohne etwas dafür zurückzugeben – dann müssen wir hier sowohl den Menschen als auch die gesamte Gesellschaft korrigieren.

Letztendlich kommen wir zu einem einzigen Schluss: Der Mensch muss sich ändern. Die einzige Quelle aller universellen Probleme ist der Mensch. Leider wird dieser Frage keinerlei Beachtung geschenkt.

 

Die mittlere Linie ist der direkte Weg zum Schöpfer

Die innere Arbeit beginnt damit, dass ich versuche, die Kontrolle über mich selbst zu erlangen. Ich muss selbst bestimmen, wie viel Zeit ich in der rechten und wie viel ich in der linken Linie verbringe (Baal HaSulam schreibt, dass man sich 23,5 Stunden am Tag der rechten Linie und die restlichen 30 Minuten der linken Linie widmen soll).

Ich muss selbst bestimmen, in welcher Linie ich mich befinde und darf mich nicht einfach von den verschiedenen Zuständen, die auf mich zukommen, von einer Seite zur anderen hin und herwerfen lassen. Es geht nicht, dass ich mich, solange ich gut gelaunt bin, in der rechten Linie befinde, und sobald sich meine Laune verschlechtert, ich sofort in die linke Linie falle. Ich muss mich bemühen, dass „ich selbst die Morgenröte erwecke und nicht die Morgenröte mich“!

Das heißt, der Weg zur Selbstverwirklichung beginnt mit der Arbeit an sich selbst, mit dem Versuch, über den beiden Linien zu stehen und diese beiden Zügel in den eigenen Händen zu halten. Und so kommt man richtig voran. Am wichtigsten sind die Bemühungen und wie erfolgreich sie sind, können wir nach unserem Verständnis nicht beurteilen.

Und wenn wir so arbeiten, kommen wir zu der Erkenntnis, dass wir nicht in der Lage sind, uns über unsere Zustände zu erheben, die uns wie hilflose Säuglinge hin und her werfen. Mal geraten wir in die Knechtschaft der linken Linie, des Pharaos, mal unter die Herrschaft der rechten Linie, des Schöpfers. Aber wir finden uns damit nicht ab und wollen unabhängig sein, um uns aus eigener Kraft an die höhere Kraft anzuhaften und ihr gleich zu werden.

Das heißt, in uns müssen sowohl die linke als auch die rechte Linie vorhanden sein, damit wir aus beiden unser eigenes Bild formen können. So gelangen wir zum Gebet, denn wir erkennen, dass wir nicht in der Lage sind, die mittlere Linie selbst zu bilden. Sie entsteht nicht einfach durch die Addition der linken und rechten Linie. Hierfür benötigen wir das Höhere Licht, das kommen und uns zeigen wird, wie wir die ersten beiden Linien miteinander verbinden können, in welcher Form sie vereint werden können.

Denn dies ist alles andere als einfach. Es erfordert eine besondere, sehr facettenreiche und vielschichtige Konfiguration der Verbindung. Die Gefäße müssen sich mit den Lichtern in jeder Zelle, in jedem winzigen Element verbinden.

Die rechte Linie, das Licht, bestimmt die richtige Verbindung mit der linken Linie. Die linke Linie liefert das Material, das Verlangen, und die rechte Linie gibt ihm Form. So entsteht aus beiden eine sehr komplexe Struktur.

Das Material der linken Linie ist der Rohstoff, so wie Stammzellen, die zur unbelebten, pflanzlichen, tierischen und menschlichen Ebene gehören. Und das Licht, das von der rechten Seite kommt, weiß, wie man aus all diesen Zellen die unterschiedlichsten Verbindungsformen bilden kann.

So besteht jedes Material aus denselben Elementarteilchen: Elektronen, Protonen usw. Doch die Komplexität ihrer Verbindungen bestimmt den ganzen Reichtum der vielfältigen Atome: die 126 Elemente des Periodensystems, aus denen sich alle Formen der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Materie bilden. Der Mensch steht jedoch bereits über ihnen, weil er ein System von Kräften in sich vereint.

Deshalb müssen wir von Anfang an verstehen, wie wichtig der Einfluss der Umgebung ist: der Lehrer, die Gruppe und das Studium sind Faktoren, durch die wir das Licht empfangen, das uns zur Quelle zurückführt. Das ganze Ziel dabei ist, über unsere eigenen Zustände hinauszuwachsen.

Denn letztendlich scheitern all unsere Versuche, uns über unsere Stimmungen zu erheben. Wir verzweifeln an unseren eigenen Kräften und erkennen, dass wir sowohl die Unterstützung der Gruppe als auch Hilfe von oben benötigen.

Es ist entscheidend, sich über die eigenen Zustände zu erheben, über die beiden Linien hinaus, denn dies versetzt den Menschen sofort an den Ausgangspunkt des direkten Weges zum Schöpfer, der mittleren Linie.

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Aus einer Lektion nach einem Artikel aus dem Buch „Shamati“.

 

Die Eigenschaft der Barmherzigkeit erlangen

Das Verlangen zu empfangen ist das Wesen der gesamten Schöpfung. Doch solange es nicht durch die Eigenschaft von Bina in die Absicht des Gebens korrigiert wird, ist eine richtige Verwendung unmöglich. Nur so kann Vollkommenheit und Ewigkeit erreicht werden.

Deshalb wird Abraham, der als Erster diese Korrektur erreicht hat, „Vater des Volkes“ genannt. Er erhielt den zusätzlichen Buchstaben „Hej“ zu seinem Namen Avram, was darauf hinweist, dass er die Eigenschaft von Bina erlangt hat.

Seine Eigenschaft heißt „Barmherzigkeit“ (Chessed). Wenn Bina, die zu den drei oberen Sefirot (GAR) gehört, ihre Eigenschaft an die sieben unteren Sefirot (SAT) weitergibt, also an die empfangenden Gefäße der unteren Ebenen, dann ist ihre Eigenschaft Barmherzigkeit. Genau das muss der Mensch erlangen, um die Korrektur des Kli seiner Seele zu vollziehen.

In dem Maße, in dem er die Korrektur von Bina über seine Malchut erlangt, messen wir sein spirituelles Niveau und seine Fähigkeit um des Gebens willen zu empfangen. Mit anderen Worten: Alles wird nicht anhand von Malchut gemessen, sondern daran, inwieweit sie entsprechend der Korrektur von Bina in ihr genutzt werden kann.

Um die Schöpfung zur Korrektur zu führen, kam es zu einem Zerbrechen der Gefäße, wodurch alle Eigenschaften von Bina in die Eigenschaften von Malchut einflossen und sich miteinander vermischten. An jedem Ort von Malchut ist die Eigenschaft von Bina in dem Maße vorhanden, in dem Malchut fähig ist, diese Eigenschaft zum eigenen Nutzen aufzunehmen bzw. zu erwerben.

Diese Vermischung muss die unterste Stufe erreichen, denn nur so kann Malchut aufgedeckt und korrigiert werden, damit sie in jedem ihrer Zustände und in jedem ihrer Verlangen die Eigenschaft von Bina nutzt, um deren Charakter zu erlangen.

Deshalb handelt Malchut anders, anstatt Bina zu sich zu rechnen, zur Klipa zu werden und die Heiligkeit zum Zweck des Empfangens zu nutzen: Sie heftet sich an Bina, nutzt zunächst nur deren Kräfte und verbindet sich erst danach mit deren Eigenschaften, indem sie um des Gebens willen gibt und dann um des Gebens willen empfängt.

So muss der Mensch die richtige Verwendung von Bina erkennen und umsetzen. Mit anderen Worten: Er muss die Eigenschaft der Barmherzigkeit erwerben und sie über alle anderen Eigenschaften, Kategorien und unterscheidbaren Merkmale stellen. Darin besteht im Grunde die ganze Arbeit eines Menschen.

Dann wird wirklich deutlich, dass das Verlangen zu empfangen als Mittel erschaffen wurde, um die Ebene des Schöpfers zu erreichen. Denn es schließt sich mit seiner ganzen Kraft der Eigenschaft der Barmherzigkeit, der Eigenschaft von Bina, der Eigenschaft des Schöpfers, dem Geben, an.

Malchut, die sich Bina anschließt, erreicht Keter, indem sie die Eigenschaft von Bina mit ihrer ganzen Kraft nutzt.

Abgesehen davon, dass dies unser gesamter Weg und unsere gesamte Arbeit ist, sehen wir, dass sich der Vorgang der Einbeziehung von Malchut in Bina auf die Anweisung bezieht, die der Schöpfer Abraham gibt: „Geh“. Ein Mensch, der die Eigenschaft von Bina zu seiner Natur hinzugewonnen hat, verfügt nun über die Möglichkeit zu arbeiten, da er beide Mittel besitzt. Nur unter der Voraussetzung einer korrekten Zusammenarbeit zwischen ihnen kann er das Ziel der Schöpfung erreichen.

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Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 19.03.2026

 

Erwarte kein Erbarmen vom Universum

Kommentar: Man geht davon aus, dass von oben ein Gesetz der Barmherzigkeit ausgeht und dass alles auf diesem Gesetz beruht. Man hält es für das grundlegende Gesetz des Lebens.

Antwort: Warum sollte das so sein? Betrachtet man die unbelebte, pflanzliche und tierische Natur, so findet man dort nichts, was auf ein solches Gesetz hindeutet. Nein. Der Mensch hingegen hat mit seiner Fantasie unzählige Bücher und Vorstellungen darüber hervorgebracht. Aber in Wirklichkeit – nein. Ich denke, es ist eine der schlechtesten Eigenschaften des Menschen, dass er sich die Realität und die Zukunft so ausmalt, wie er sie gerne hätte.

Frage: Bedeutet das, dass es eine Form von Gewalt ist? Übt der Mensch Gewalt gegenüber der Natur aus?

Antwort: Ja. Anschließend verlangt er von der Natur: „Gib mir das!“

Kommentar: Also nach dem Motto: „Du bist barmherzig, und ich möchte, dass auch alle um mich herum barmherzig sind.“

Antwort: Genau. Würden wir die Natur nüchtern betrachten, würden wir nichts von ihr verlangen. Stattdessen würden wir von uns selbst ein richtiges Verhältnis verlangen – zu uns selbst, zu anderen und zur Natur insgesamt. Dann könnten wir vielleicht erahnen, wie das Universum funktioniert und wie wir uns darüber hinaus erheben können.

Frage: Das heißt, ich verlange nicht vom Universum: „Sei barmherzig zu mir“, sondern von mir selbst: „Sei barmherzig gegenüber anderen“?

Antwort: Genau.

Frage: Ist das Wort „barmherzig“ hier passend gewählt?

Antwort: Ja, das kann man so sagen.

Frage: Was genau bedeutet in diesem Zusammenhang „barmherzig“? Was soll ich konkret darunter verstehen?

Antwort: Dass man für andere alles Gute tut, was man sich selbst wünschen würde – und dabei in keiner Weise an eine Gegenleistung denkt. Wirklich in keiner Weise!

Kommentar: Gerade dieser zweite Teil ist besonders schwierig – nichts dafür zu erwarten.

Antwort: Genau darin liegt der eigentliche Sinn des ersten Teils.

Frage: Gelangt der Mensch dadurch ins Gleichgewicht mit dem Universum, wenn er beginnt, sich so zu verhalten?

Antwort: Ja, wenn man so handelt. Dann wird es weder Zerstörung noch Selbstzerstörung geben.

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Aus der Fernsehsendung „Nachrichten mit Michael Laitman“

 

 

Ein Volk, das aus einer Idee gewoben ist. Teil II

Andere Völker entstanden auf natürliche Weise aus Stämmen, die bestimmte Regionen der Erde bewohnten, auf der Grundlage eines gemeinsamen Territoriums, einer gemeinsamen Kultur, einer gemeinsamen Erziehung, einer gemeinsamen Sprache und später auch einer gemeinsamen Geschichte. Es entstanden große und kleine Völker, dann schlossen sie sich der einen oder anderen Religion und dem einen oder anderen Glauben an, und alles verlief seinen gewohnten Gang.

Das Volk Israel hingegen entstand auf seltsame Weise aus einer besonderen Organisation, aus einem beispiellosen sozialen Phänomen. Ein Mann namens Abraham „brachte“ der Menschheit eine einzigartige Idee, ein Ideal, eine Bestimmung ein, die sich auf die Rolle und das Leben der gesamten Menschheit bezog – und rief von überall her besondere Menschen zusammen, denen der Sinn des Lebens, der Lebenszweck, die Verbindung zur Höchsten Kraft und deren Offenbarung wichtig waren.

Anders ausgedrückt: Die Idee, die diesem Volk zugrunde lag, war sehr hoch, unnatürlich, sozusagen „nicht von dieser Welt“. Es ging nicht darum, sich irgendwo abgeschieden niederzulassen, die eigenen Grenzen zu bewachen, sich vor Nachbarn zu schützen und dergleichen.

Die Menschen wurden nicht durch grundlegende, materielle, ich würde sogar sagen, körperliche, „tierische“ Faktoren verbunden, nicht durch die gewöhnlichen Bedürfnisse des Körpers. Das Volk Israel organisierte sich um völlig andere Grundpfeiler, auf einer anderen Ebene, philosophisch und konzeptionell höher als alle anderen Völker.

Außerdem hatten diese Menschen keinen gemeinsamen Wohnsitz. Abraham sagte ihnen lediglich, dass die Zusammengehörigkeit um eine spirituelle Idee herum erfordere, „wie ein Mensch mit einem Herzen“ zu leben, in brüderlicher Liebe, um in ihrer Mitte den Schöpfer zu offenbaren, d. h. die Eigenschaft des Gebens und der Liebe – und deshalb liege ihr Platz auf der Erde gemäß diesen Prinzipien in Kanaan. Dorthin machten sie sich auf den Weg.

Auf diese Weise wurde das Land, in dem das Volk lebte, durch sein Ziel bestimmt, durch seine Übereinstimmung mit diesem Land in seinen Eigenschaften. Ein „künstliches“ Volk ließ sich an einem „künstlichen“ Ort nieder. Deshalb ist die Verbindung des Volkes Israel mit seinem Ort einzigartig: Solange die Menschen an der Idee der Einheit festhielten, lebten sie hier, und als das Volk aufhörte, den spirituellen Bedingungen der Vereinigung und der Nächstenliebe zu entsprechen, geriet es auch mit seinem Wohnort in Dissonanz, und dieser stieß es aus, warf es hinaus.

Nirgendwo sonst sind wir auf einen ähnlichen historischen Präzedenzfall gestoßen, dass ein bestimmtes Gebiet, d. h. die leblose Natur, auf diese Weise auf seine Bewohner reagiert.

Es gibt noch viele weitere „seltsame“ Phänomene, die mit diesem Volk verbunden sind. Ohne sein Wesen und seinen Ort zu kennen und zu spüren, können wir nicht verstehen, was mit ihm geschieht. Und doch dient die Geschichte selbst nur dazu, Zeit und Raum für sein Wirken im Rahmen einer besonderen historischen Mission zu schaffen.

Hier müssen wir verstehen, was Abraham seinen Anhängern gelehrt hat. Er erklärte ihnen, dass es einen Plan gibt, nach dem das Volk Israel verpflichtet ist, sich in der Zeit der Besserung wie ein einziger Mensch mit einem einzigen Herzen zu vereinen, um seine Höhe zu erreichen.

Anschließend muss er eine Spaltung durchlaufen, d. h. anstelle einer harmonischen Verbundenheit den gegenteiligen Zustand innerer seelischer Zerrissenheit und Zersplitterung offenbaren.

Dies wird sich in seinen Beziehungen zu seinen Nachbarn und zur Höchsten Kraft widerspiegeln, die alles ordnet. Dann, während der Zeit der Verbannung und der gegenseitigen Entfremdung, werden sich die Söhne Israels unter alle Völker zerstreuen und in deren Mitte eine besondere Vorbereitungsarbeit leisten.

Und dann werden sie sich wieder versammeln, wieder auf die Höhe der Einheit aufsteigen – und im Aufschwung die gesamte Menschheit zur Einheit führen. So wird die Geschichte enden, d. h. die allgemeine Korrektur der Menschheit, worin das Ziel der Schöpfung, das Ziel der Existenz der Menschheit im Zustand „dieser Welt“ besteht.

Der Geschichte ist eine Frist von sechstausend Jahren zugeteilt, beginnend mit dem Moment, als sich das Programm in dieser Welt erstmals einem Menschen namens Adam offenbarte, bis hin zum letzten Menschen, der die letzte Korrektur vornehmen und damit den historischen Schlusspunkt setzen wird.

Nun ist eine besondere Zeit angebrochen. Nach einem langen, zweitausendjährigen Exil können und müssen wir dem gesamten Volk Israel und der ganzen Welt offenbaren, was auf der Tagesordnung steht. Wir müssen allen sagen:

„Meine Herrschaften, eine schicksalhafte Zeit steht bevor, denn jetzt erhalten wir beide Zügel der Herrschaft in die Hand: „Plus“ und „Minus“ – zwei Naturkräfte. Sie sind für uns vorbereitet, und mit ihrer Hilfe müssen wir eine integrale Verbindung zwischen uns herstellen, die Gesellschaft zur Harmonie führen und die Stufe der Hingabe und Liebe erklimmen. Das liegt in unseren Händen. Beide Kräfte werden uns dabei helfen, und selbst die negative Kraft wird zu einer ‚Hilfe durch das Gegenteil‘ werden. Es wartet Arbeit auf uns. Lasst uns also an die Arbeit gehen.“

Mit diesem Aufruf müssen wir uns an die Welt, an uns selbst und an die Höhere Kraft wenden und dabei alle möglichen Mittel nutzen.

Denn wir haben die Freiheit erhalten, diese Wahl zu treffen, sowie ein Programm, einen Prozess mit einem „Drehbuch“, das bis zum „Happy End“, d. h. bis zur endgültigen Korrektur, ausgearbeitet ist. Und deshalb muss man die aktuelle Situation nur ausgehend von dieser Aufgabe, aus der Perspektive des „programmatischen“ Plans betrachten und verstehen, was dieser von uns verlangt.

Genau aus dieser Perspektive betrachte ich das, was heute in Israel geschieht – und nicht aus der Perspektive der Medien oder der Psychologie unserer Nachbarn. Welchen Sinn hat es, sich in die Feinheiten der israelischen und arabischen Mentalität zu vertiefen, wenn dieses ganze Bild höchst oberflächlich ist? Eine solche Analyse erlaubt es nicht einmal, die auflodernden Flammen zu löschen. Wir müssen die Tendenzen der Natur verstehen, die die aktuellen Prozesse in Gang setzt – und dann werden wir erfahren, wie das Problem tatsächlich gelöst werden kann.

(Aus dem 452. Gespräch über das neue Leben, 13.11.2014)

Was versteht man unter Mut?

Was gilt heute als Mut?

Antwort: Mut bedeutet, sich gegen die ganze Welt zu stellen, auch wenn die ganze Welt lacht, nicht glaubt und nicht will, und der ganzen Welt mit Liebe, Geduld und Ermutigung so gut wie möglich zu erklären: Was ihr zum Guten dient, was dem friedlichen Leben dient, was der Rettung der Menschheit heute dient. Auch wenn wir dies nicht schnell erreichen und nicht leicht erklären können, auch wenn die Antwort Ablehnung, Verurteilung, Unverständnis und Zurückweisung sein wird, sind wir verpflichtet, der Welt das Wissen über das allgemeine Naturgesetz zu bringen.

Das ist kein Glaube, das bezieht sich auf keine Religion: weder auf das Judentum, noch auf den Islam, noch auf das Christentum, noch auf den Konfuzianismus, noch auf den Buddhismus. Das bezieht sich auf das allgemeine Gesetz des Universums, denn darauf gründet sich die Welt, und die Welt ist verpflichtet, es anzunehmen. Dieses allgemeine Naturgesetz besagt, dass wir jedem nach dem Grundsatz „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ begegnen müssen. Dazu drängt uns die Natur. Wir müssen dies der Welt immer wieder erklären und dabei alle möglichen Mittel und Formen nutzen.

Das ist im Grunde genommen der größte Mut, den die Menschheit besitzt. Denn dabei wird der Mensch nicht überheblich, richtet seinen Verstand und seinen Stolz nicht auf andere, sondern spürt im Gegenteil, dass er dadurch der Menschheit dient, dass er unter allen steht, auf alle angewiesen ist und allen Gutes wünscht. Das ist im Grunde genommen der wahre Mut. Denn damit tritt der Mensch vor allem sein Ego mit Füßen und macht sich zum Diener der Welt. Nur ein Held, der sein Ego überwunden hat, kann ein wahrer Held sein.

Runder Tisch unabhängiger Meinungen. Berlin. 09.09.2006

Wer steckt hinter dem Bild des Königs?

In der Purim-Geschichte gibt es so eine Figur – König Achaschwerosch, der manchmal mit einer positiven Kraft (Mordechai) und manchmal mit einer negativen Kraft (Haman) interagiert. Man weiß nicht, auf welcher Seite er steht, weil der Schöpfer, den der König repräsentiert, hier in doppelter Gestalt dargestellt wird.

Einerseits ist die ganze Schöpfung egoistisch, und wer mehr Macht hat, der regiert die Welt. Deshalb können wir nicht sagen, dass der Schöpfer gut ist und Gutes tut. Inwiefern ist Er gut? Inwiefern tut Er Gutes?! Es wäre besser, wenn es Ihn nicht gäbe, denn dann gäbe es auch kein Böses. Das ist Achaschwerosch.

Andererseits ist Er doch der Schöpfer, weil Er heimlich, hinter dem Rücken des Königs, sozusagen hinter seinem Rücken, die ganze Menschheit zu einem guten Ziel führt.

Das Problem ist, dass der Schöpfer eine absolut gute Kraft ist, die an und für sich selbst existiert. Sie braucht keine weitere Kraft, keine Grundlage für ihre Existenz.

Die Geschöpfe sind negativ und dem Schöpfer entgegengesetzt. Sie wurden erschaffen, um sich von Ihm zu unterscheiden und nicht in Ihm zu zergehen, denn dann hätten sie keine eigene Identität.

Es stellt sich heraus, dass es unmöglich ist, Geschöpfe zu erschaffen, die sich nicht vom Schöpfer unterscheiden. Und wenn der Schöpfer absolut gut ist, dann muss das Geschöpf anders sein, bis hin zum absolut Bösen.

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Aus der TV-Sendung „Spirituelle Zustände. Purim – die innere Bedeutung des Festes“