Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Gebet'

Ob es ein Gestern gab?

Frage: Können wir denn ein echtes Gebet künstlich erreichen, durch Spiele?

Meine Antwort: Fortschritt ist nur durch das Gebet möglich, durch die Enthüllung des Mangels. Wenn du messen möchtest, wie oft und auf welche Art du vorangekommen bist, musst du die Momente berücksichtigen, in denen du ein Fehlen des Schöpfers vom Grunde deines Herzens her erkannt hast.

Dieses Defizit aktiviert das Umgebende Licht, das uns zur Quelle zurückführt. Was von dir abhängt, ist nur das Gebet, (das Erheben von MaN), dann kannst du entsprechend die Dinge messen. Wie oft hast du gestern daran gedacht, MaN zu erheben, indem du ein Bedürfnis nach dem Schöpfer in dir entdeckt hast und den Wunsch, zum Geben an andere voranzuschreiten, an die Gruppe, und zur Verbindung mit den Freunden und dem Rest der Menschheit?

Hast du dich danach gesehnt gestern, zumindest ansatzweise? Wenn nicht, dann gab es kein Gestern für dich; du hast diesen Tag aus deiner Geschichte gestrichen!

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 24.04.2012

In Erwartung des ersten Treffens von Angesicht zu Angesicht

Unser Ziel ist, ein echtes Gebet zu erreichen, was bedeutet, zu verstehen, woran es uns mangelt. Es ist echt, weil es Oben angenommen wird. Das bedeutet, dass ein Mangel auf Seiten des Niedrigeren und ein Mangel auf Seiten des Höheren gleich sein müssen; der Niedrigere sollte exakt nach dem verlangen, was ihm der Höhere geben will.

Das bedeutet, dass ich fühlen muss, dass mir nur das Geben fehlt sowie das Verständnis, dass mir nur der Schöpfer diese Füllung geben kann: die Kraft des Gebens und die Fähigkeit zu geben, all die notwendigen Voraussetzungen. Der Schöpfer muss das in mir Verlangen zu Geben enthüllen, und wie man es erreichen kann, indem er mir zeigt, wem und was ich zu geben vermag.

Dieses gesamte System der Verbindung wird Tora genannt. Und sowohl das Licht als auch unsere Fähigkeit zu Geben sind darin enthalten. Aber bis dahin muss ich weiter arbeiten, und vor allem anderen muss ich überprüfen, was ich mir wünsche, welche Sehnsüchte in mir sind, und in welchem Ausmaß sie alle nur um zu empfangen da sind.

Dann werde ich in die richtige Umgebung aufgenommen, und mit ihrer Hilfe fange ich allmählich an, mich zu verändern. Ich beginne bereits, zu hören, dass die spirituelle Welt nicht zu meinem eigenen Vergnügen gedacht ist, sondern zum Wohl anderer. Ich erkenne dies nach und nach und mit großen Schwierigkeiten. Ich höre davon, aber es braucht eine lange Zeit, bis ich dies wirklich in meinem Geist verstehe und in meinem Herzen fühle.

Es gibt einen großen Abstand zwischen der einfachen Erkenntnis und dem tatsächlichen Handeln. Wir müssen uns währenddessen anstrengen in unserem natürlichen Ego, um Handlungen durchzuführen, die ihm völlig entgegengesetzt sind, die auf Verbindung und Geben abzielen. Selbst wenn es künstlich und gegen meinen Willen sein sollte, wird das immer noch „über dem Verstand“ genannt.

Aber was kann mein Gerät antreiben, was kann der Lohn dafür sein? Schließlich kann ich nicht dafür arbeiten, dass sich andere besser fühlen, ich sehe keinen Nutzen darin und kann nicht einmal den kleinsten Finger dafür rühren, ich bin unfähig zur geringsten Handlung. Meine Natur arbeitet nicht auf der Grundlage von einer Energie des Gebens. Ich empfinde die Bedürfnisse anderer nicht als meine eigenen auf eine Art, die mir erlaubt, sie zu befriedigen und mich dabei zu fühlen, als befriedigte ich mich selbst.

In der Zwischenzeit fühle ich überhaupt nichts, und es ist, als existierten die anderen nicht für mich. Die anderen (z.B. mit Glück) zu erfüllen, ist gegen meine Interessen. So agiere ich mechanisch, als würde ich ihnen geben und mich mit ihnen verbinden. In Wirklichkeit tue ich es mir selbst zuliebe.

Allerdings verstehe ich dabei, dass dies genau das ist, was mit „Du arbeitest und du hast gefunden“ gemeint ist. Ich strenge mich an, und in der Zwischenzeit beeinflusst mich das Licht und ändert irgendetwas in meiner Seele. Allmählich beginne ich, die Größe des Schöpfers zu fühlen und die Wichtigkeit der Umgebung, aber es erfordert Jahre, diese innere Haltung zu erreichen.

Ich entwickle mich zuerst weiter, indem ich erkenne, dass das Geben gut für mich selbst ist, und erst nach und nach fange ich an, die Wichtigkeit der Eigenschaft des Gebens selbst wahrzunehmen. Es gibt Aufstiege und Abstiege auf diesem Weg. Einmal schätze ich vielleicht das Geben höher ein, und ein andermal möchte ich es vielleicht um meiner selbst willen benutzen, um die Tatsache zu genießen, dass ich mich auf diesem Weg befinde. Manchmal denke ich darüber überhaupt nicht nach, nur über das Empfangen, und dann denke ich über diese Zeitverschwendung nach und habe Zweifel am ganzen Weg überhaupt. So schreite ich fort, indem ich all diese Zustände durchlaufe.

Das Ziel des Aufstieges ist es, mich zu einem echten Gebet zu bringen. Ich empfange alle Bestandteile dieses Gebets von der Umgebung. Es gibt nichts in einer Person selbst, das sie zu spirituellen Errungenschaften führen kann. Man braucht einen Lehrer, der einen beständig leitet, man braucht eine Gruppe, in der man den ganzen Prozess realisiert, und man braucht Bücher, durch die man das Licht, das verwandelt empfängt.

Diese drei Elemente sind kein Teil unseres Verlangens zu empfangen oder des körperlichen Lebens. Und sie müssen organisiert werden, so dass wir mit ihrer Hilfe die Wichtigkeit spiritueller Eigenschaften erlangen können.

Das ist nur durch das Licht möglich. Wie kann ich mir sonst etwas wünschen, das mir keinen eigenen Nutzen bringt, sondern nur erfordert, dass ich mich anstrenge, und noch mehr, das auch noch zu genießen. Aber das Licht reinigt mich allmählich und verleiht mir diese Fähigkeit, und dann fange ich an, die spirituelle Verbindung mit dem Schöpfer zu schätzen.

Ich gelange zu einem echten Mangel, der sehr kraftvoll ist. Außerdem ist seine Wahrheit mir dadurch bewiesen, dass der Schöpfer meine Bitte annimmt und darauf antwortet. Somit treffen wir ihn das erste Mal „von Angesicht zu Angesicht“, was dem Schöpfer fehlt, verbindet sich mit dem Mangel der Schöpfung.

Das bedeutet, dass der Schöpfer enthüllt wird, und dann steigt man über sein Ego auf und beginnt, zu arbeiten, um zu Geben. Dieser gesamte Prozess ist in zwei Teile unterteilt: Der erste Abschnitt ist die Vorbereitung auf das echte Gebet. In dem Moment, in dem wir es erlangen, fangen wir an, uns mit ihm weiterzuentwickeln, indem wir nach und nach einen noch größeren Mangel aufdecken. Aber von dem Moment an, in dem wir dieses echte Defizit erlangen, beginnt unsere Verwirklichung des Schöpfers.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 24.04.2012

Karten auf den Tisch

Frage: Wodurch soll sich unsere Absicht auf dem Arava-Kongress von der, die wir früher hatten, unterscheiden? Worauf sollen wir uns vorbereiten?

Meine Antwort: Unsere Absicht auf diesem Kongress sollte die große Angst, die große Besorgnis beinhalten: vielleicht unterstütze ich die gemeinsame Anstrengung nicht in entsprechender Weise?

Wie beim Pokern lege ich die Karten auf den Tisch und aktiviere alle Ressourcen. Ich will mich ganz für das Licht, das zur Quelle zurückführt, hingeben. Ich bin bereit, meinen Beitrag zu leisten und alle zum Ziel anzutreiben. Darüber hinaus möchte ich durch die Vereinigung mit allen Freunden die Kraft erhalten, die mich nicht mit ihnen, sondern mit dem, was über uns ist, verbindet. Wir müssen uns bemühen, dass alle Verbrechen von der Liebe bedeckt werden, wir müssen der Bürgschaft und der Einheit entgegenstreben.

Der Unterschied besteht hier darin, dass wir diesmal selbst handeln, ohne äußere Kreise, im gemeinsamen Gedanken, Verlangen und in der gemeinsamen Absicht. Wir lassen sie nicht los, wir bleiben ständig in ihr. Wir attackieren nicht nur und nicht so sehr rational, sondern eher im Verlangen und in der Absicht.

Das ist das, was wir vorbereiten – der Rest hängt von den Teilnehmern ab. Sie bauen diesen Zustand auf.

Auszug aus dem Unterricht zum Thema „Statuten des Arava-Kongresses“, 20.02.2011

Auf einer Achse

Frage: Wie kann ich überprüfen, ob meine Bitte um Korrektur richtig ist?

Meine Antwort: Die Bitte ist immer dann richtig, wenn der Mensch mit den Freunden vereinigt werden will und damit sein Verlangen, den Schöpfer zu begreifen, verbindet. Alles soll sich auf einer Linie, auf einer Achse befinden: ich, die Gruppe der gleichgesinnten Freunden und der Schöpfer. In diesem Fall sind alle Verlangen richtig formuliert.

Kläre, ob du in deinem Kopf dieses Bild deutlich zeichnen kannst, ob du auf eine Achse alle notwendigen Faktoren aufstellen kannst.

Und dann wirst du zu einer anderen Form, nämlich zu den Kreisen übergehen: zum äußerlichen, mittleren und inneren Kreis. Der äußerliche Kreis bist du selbst. In dir ist der zweite Kreis – die Gruppe enthalten, welche außerdem den dritten Kreis, den Schöpfer beinhaltet. Und im Endeffekt werden alle diese Kreise zu einem Ganzen verschmelzen, so dass es keinen Unterschied zwischen dir, der Gruppe und dem Schöpfer geben wird. Alles wird einheitlich sein.

Auf diese Weise wird jeder Mensch, jede Seele zum vollkommenen Begreifen kommen.

Auszug aus dem Unterricht nach dem „Vorwort zur Lehre der zehn Sefirot“, 12.02.2012

Das Licht gibt auf alles eine Antwort

Es spielt keine Rolle, in welchem Maße der Mensch begreift, wo und in welchem Zustand er sich gerade befindet . Außerdem verändern sich seine Zustände, entsprechend seinem Niveau, ständig. Je höher wir aufsteigen, desto öfter ändern sich unsere Zustände. Wobei es in jedem dieser Zustände eigene Auf- und Abstiege , sowie verschiedene Schwingungen bezüglich des Niveaus, auf dem wir uns momentan befinden, gibt.

Deshalb ist es unbedeutend, in welchem Zustand, auf welcher Stufe und in welcher Situation wir uns jetzt befindet, sondern es ist wichtig, um Hilfe zu bitten. Denn alle Veränderungen werden nur vom Licht, das zur Quelle zurückführt, vollbracht . Ich kann mich wie ein unwissendes Kleinkind benehmen, das nicht versteht, was mit ihm gemacht wird: es wird gefüttert, gepflegt, gewickelt… In der Regel sind es die unangenehmen, verwirrenden Zustände, in denen es mehr Fragen als Antworten gibt. Aber das Licht, das zur Quelle zurückführt, ist verpflichtet, mir auf alle Fragen eine Antwort zu geben. Ich kann mich an niemanden, außer Ihm, wenden.

Dieses Licht, das zur Quelle zurückführt, verbirgt sich in der Verbindung zwischen uns, genau im Zentrum der Vereinigung der Menschen, die nach dem höheren Licht streben. Es befindet sich genau zwischen ihnen. In jenem Maß, in dem sie sich wünschen, in dieses Licht eingeschlossen zu werden, offenbart es sich ihnen.

Dafür gehen wir in die Wüste hinaus, ziehen uns von der ganzen übrigen Welt zurück, und wünschen eine starke innere Konzentration zu erreichen.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Buch „Sohar“, 07.02.2012

Das Gebet des Bettlers

Frage: Was ist „das Gebet des Bettlers“, welches niemals ohne Antwort bleibt?

Meine Antwort: „Das Gebet des Bettlers“ ist die Bitte eines Menschen, der versteht, dass ihm jetzt außer dem Schöpfer, niemand mehr helfen kann. Er fühlt, dass er keine Rechte und keine Verdienste hat, keine gute Taten vorweisen kann, keine Unterstützung hat, dass er quasi ganz „nackt“ ist. Und sogar die Selbstsucht hat inzwischen aufgehört, ihn zu unterstützen. Ein solcher Zustand heißt das vollkommene Elend.

In diesem Fall kann die Hilfe nur durch die Gruppe vom Schöpfer kommen. Und die Hilfe, um welche der Mensch bittet, ist das Gebet eines Bettlers um das Notwendigste, nur um die Rettung seiner Seele Willen.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Baal HaSulam, 30.01.2012

Zum Unterricht mit der Bitte um das Leben

Frage: Wenn wir uns auf den Unterricht den ganzen Tag vorbereiten, so wie man es für königliche Audienzen tut, auf denen man nur eine Bitte aussprechen darf – wie wird dann die morgige Unterrichtsstunde aussehen?

Meine Antwort: Ihr werdet ein sehr großes Licht empfangen. Ihr werdet empfinden, wie viel es euch geben will. Ihr werdet beginnen, im Lernstoff das spirituelle System zu empfinden, das uns beeinflusst. Die trockenen Zeilen des Textes werden aufleben, sowie an Tiefe und Durchsichtigkeit gewinnen. Ihr werdet in jedem Detail eine innere Bedeutung sehen. Es wird sich erweisen, dass unsere ganze Welt (der Aspekt, den wir von der Realität wahrnehmen) so flach wie ein Bild an der Wand ist. Und hinter diesem Bild werden wir plötzlich eine neue Dimension erkennen, das System, das dieses Bild bewegt und seine Fragmente bildet. Ihr werdet die Wichtigkeit des Ziels neu entdecken und beginnen, im Licht dieser Wichtigkeit euer Leben zu führen.

Einstweilen jedoch verachten wir das Ziel, lehnen es unbewusst ab und es ist mit Gewissheit noch fern von uns.

Es ist sicher, dass wir uns vorwärts bewegen und dafür sorgen müssen, dass wir die Wichtigkeit des Zieles begreifen. Selbst jetzt kommen wir voran, müssen jedoch immer noch in die linke Linie übergehen, in der die kritische Analyse stattfindet. Jeden Tag sollen wir unsere Bemühungen um Einheit verstärken.

Außerdem müssen wir unseren Freunden in der ganzen Welt dankbar sein. Denn sie sind in der Verbreitung sehr aktiv. Wir sollten sie in dieser Arbeit unterstützen, weil sie uns allen hilft.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Vorwort zur „Lehre der Zehn Sefirot“, 24.01.2012

Wie kann ich zum Schöpfer durchdringen?

Frage: Was bedeutet der Ausdruck, die Bitte „durch die Gruppe“ oder „durch die Vereinigung“ zu leiten?

Meine Antwort: „Durch die Gruppe“ bedeutet, dass ich meinen Wunsch durch das Integralsystem leite. Und wenn er diesem Integralsystem angepasst werden kann, dann ist dies ein Zeichen dafür, dass sich mein Wunsch dem Wunsch des Schöpfers angleicht. Es ist gesagt: „Mache deinen Wunsch wie Seinen“.

Auch wenn ich das nicht durchführen kann, wende ich mich dennoch an die Gruppe und bitte sie um die Kraft der Korrektur. Das bedeutet nicht, dass ich meinen Wunsch durch die Gruppe zum Schöpfer leite, damit Er auf ihn reagiert, und ihn mit der Kraft des Gebens ausfüllt, sondern ich tue das, damit ich selbst in Wirklichkeit geben kann.

Ich wende mich an die Gruppe und sehe, inwiefern ich die anderen hasse und nicht wünsche, mit ihnen vereinigt zu werden. Ich sehe auch, wie ich sie innerlich abstoße. Gerade infolge all dieser Klärungen, im Antagonismus und den Zusammenstößen mit den Freunden erhebe ich meine Bitte: „Korrigiere meine Beziehungen! Ich warte darauf! Ich will mich mit anderen verbinden!“. Dann ist diese Bitte ein schönes Gebet.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 25.01.2012

Die Bitte, die keiner Antwort bedarf

Frage: Es ist schwer, jedesmal alle Kräfte auf die Bitte um Korrektur auszurichten und dann mit „leeren Händen“ weiterzugehen. Wie kann man eine Enttäuschung auf diesem Weg vermeiden?

Meine Antwort: Worum bittest du? Um die Formulierung einer wahrhaften Bitte oder um etwas anderes? Denn außer dieser Bitte ist nichts erforderlich. Wenn ich um etwas bitte, dann soll ich lediglich die ganze Zeit über prüfen, ob meine Bitte die beste und richtigste Bitte ist, und ob sie genau auf das Ziel ausgerichtet ist. Wozu braucht man noch etwas anderes? Denn jede Antwort darauf wäre schon eine Erfüllung, die ich eigentlich nicht wünschen soll.

Wonach sollst du streben?

– Ich strebe nach der Vereinigung, nach der Einheit, nach dem Geben, um dadurch dem Schöpfer Genuss zu bereiten!

– Also bitte! Machst du es genauso?

– Ich will nur wissen, ob es für Ihn angenehm ist oder nicht …

Wenn du schon vorher wüßtest, dass du auf diese Art dem Schöpfer Genuss bereitest, dann würdest du aus dieser Erkenntnis im selben Moment einen sehr großen Genuss ziehen – also für dich selbst empfangen (statt zu geben).

Durch diese Zustände zu gehen, wenn du nichts empfängst und trotzdem weitergehst, hilft dir, den Schirm zu bauen, mit dessen Hilfe du vom Schöpfer die Antwort bekommen wirst, dass du Ihm einen Genuss bereitest. Und diese Erfüllung wird nicht in deine empfangenden Verlangen eingehen, sondern auf einer höheren Ebene erfolgen.

Wenn du jetzt schon die Gegenreaktion bekommen würdest, dann würde allein dadurch dein Verlangen in enormem Ausmaß befriedigt. Angenommen, du hättest einen Brief an eine wichtige Person geschrieben, und sie hätte ihn nicht nur bekommen, sondern auch darauf geantwortet: „Habe deinen Brief bekommen“. Es würde dir bereits genügen, alleine dadurch wärst du schon glücklich.

Deshalb wird es keine Gegenreaktion seitens des Schöpfers geben, solange du vor Schaden durch einem derartigen Genuss nicht geschützt bist.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 25.01.2012

Die Quantisierung des Lichts und der Absicht

Frage: Können wir gerade jetzt irgendwelche Handlungen des Gebens begehen?

Meine Antwort: Es ist in jedem beliebigen Augenblick unter der Bedingung deines Austieges auf die Höhe solch einer Handlung möglich. Aber wir nähern uns dieser Höhe allmählich: Anfangs bin ich lediglich bereit, an den anderen 1 % zu geben, später 2 %, dann 3 % usw., bis 100 % des Gebens erreicht werden.

Und wenn ich bereit bin, an die Anderen nur 1 % zu geben, dann bedeutet das, dass ich zu 99 % etwas Selbstsüchtiges will! Und wenn ich an sie 2 % gebe, dann bleiben 98 % meins! So steige ich allmählich zum Geben „Lischma“ hinauf. Es ist die Zeit der Vorbereitung, die so lange dauert, bis meine Absicht zu 100 % gebend wird. Und diese hundert Prozent meiner Absicht erstrecken sich nur auf ein Gramm des Genusses, auf eine Portion, auf ein Quant des Lichts.

Und später vergrößere ich meine Absicht, damit sie für zwei Portionen des Lichts reicht, für drei Portionen … Bis ich auf das Empfangen des ganzen hereinkommenden Lichts verzichten kann, das heißt den Schirm der Bina (Das Geben für das Geben) aufbaue.

Und nachdem eine solche Stufe erreicht ist, kann ich sogar damit beginnen, für das Geben zu empfangen, also den entsprechenden Schirm dazuentwickeln.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 24.01.2012