Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Integrale Bildung'

Wenn wir uns wandeln …

Frage: Worin besteht die Rolle von Familie und Staat in der neuen Gesellschaft? Wird man sie überhaupt benötigen?

Meine Antwort: Lasst uns das endgültige Bild uns vorstellen, zu dem die Natur uns führt. Die Natur führt uns zu einem Zustand, in dem wir ein normales Familienleben führen. Die Familie ist die Grundlage, und auf der tierischen Stufe ändert sich das nicht. Wir müssen eine Familie haben, ein Heim, Kinder; all das ist notwendig. Bezüglich der Arbeit – die Hauptbeschäftigung für jeden wird verpflichtend die integrale Erziehung sein. Die ganze Menschheit wird daran beteiligt sein.

Die Familie der Zukunft wird es dort geben, wo Kinder Bildung durch ein virtuelles Netzwerk erhalten werden, ohne Tests, ohne Druck. Aber um integrale Erziehung zu erhalten, werden sie sich in Gruppen treffen. Gruppen muss es geben. Wir brauchen keinen Frontalunterricht, bei dem die unglücklichen Kinder dem Lehrer gegenübersitzen, gezwungen, zuzuhören, und er oder sie steht vor ihnen wie ein Polizist und bewacht sie. Das ist nicht recht.

Schließlich ist das heutige Erziehungssystem ein Erbstück aus Zeiten, in denen es nötig war, Bauern in Industriearbeiter umzuwandeln. Entsprechend wurden die Leute von den Feldern eingesammelt und es wurden ihnen einige Fertigkeiten vermittelt: Ein bisschen Lesen und Schreiben, ein bisschen Rechnen, so dass sie an einer Maschine arbeiten konnten. Und auf dieser Basis begann unser Schulsystem, das sich heutzutage völlig diskreditiert hat, aber es ist sehr schwer zu verändern.

Die neue Schule wird auf völlig anderen Prinzipien aufgebaut sein. Zuallererst muss berücksichtigt werden, dass die Eltern eine Menge Zeit zu Hause mit ihren Kindern verbringen werden. Das große Problem war bisher, dass die Frau nicht mit den Kindern zu Hause bleiben konnte. Sie muss wissen, was sie lernen, und wie sie ihnen helfen kann. Sie braucht ein Zeitbudget dafür, da sie gleichzeitig in der Schule, in der Universität studieren muss, um ein Lehrer für ihre Kinder zu sein, und mehr noch, ein Erzieher für ihre Kinder und ihren Ehemann. Sie muss die gesamte Familie erziehen. Das ist das eigentliche Problem.

Vielleicht wirken meine Bemerkungen ein bisschen sprunghaft, aber dadurch sollst du besser verstehen, über welche kritische Veränderung, über welchen Wandel der Familie wir sprechen. Es geht darum, ein riesiges System komplett neuer Beziehungen aufzubauen. Die Natur wird uns in jedem Fall zwingen, das zu erreichen, denn durch die Krise werden wir aus unseren Jobs geworfen werden, und wir werden uns zu Hause wiederfinden. Und so werden wir gezwungen sein, die Gesellschaft zu ändern, um sie ins Gleichgewicht mit der Natur zu bringen.

Auf jeden Fall wird die integrale Erziehung und Umgebung mit integraler Bildung verbunden sein, die durch ein virtuelles Netzwerk durchgeführt wird, während die integrale Erziehung im Rahmen von Gruppenaktivitäten stattfinden wird, wobei sich die Kinder in Kleingruppen von 10 Kindern mit einem Lehrer (Erzieher) treffe), der es versteht, sie in ein Ganzes zu verwandeln. Sie müssen lernen, wie sie integral aufeinander wirken können. Sie müssen ihre eigenen Psychologen sein: Sie müssen sich gegenseitig verstehen, einschätzen und beurteilen. Kinder, die eine integrale Erziehung erhalten, fühlen andere Menschen, verstehen sie, kennen ihre Natur, ihre Schwächen, und gleichzeitig verbinden sie sich mit ihnen.

Das ist nicht einfach, aber heute stehen wir an der Schwelle zu substanziellen Veränderungen. Sie sind unvermeidlich, andernfalls werden wir schlicht diese Welt zerstören.

Ein Oberhaupt ist der größte Egoist

Frage: Gibt es Leute, die das vierte Entwicklungsstadium bereits erreicht haben, die Stufe des Menschen? Ist es möglich, dass diese bestimmte Führungspersönlichkeiten in der Welt sind?

Meine Antwort: Unglücklicherweise sind die Anführer weit davon entfernt, weil nur der größte Egoist in unserer Welt ein Chef sein kann. Das ist so, weil unsere Welt egoistisch aufgebaut ist, und um an die Spitze aufzusteigen, muss man der größte Egoist mit einer sehr großen Verlangen danach sein.

Es gibt ungefähr 2 Millionen Leute rund um die Welt, die die Methode der integralen Erziehung im Rahmen des ARI-Institutes studieren. Viele unterschiedliche andere Organisationen sind auch darin engagiert.

Ich hoffe, dass das Jahr 2012 ein besonderes Jahr wird, weil im Moment viele Veränderungen im Begriff sind zu geschehen, und wir bemerken, dass die Geschwindigkeit dieser Veränderungen ansteigt – insbesondere hinsichtlich des Verständnisses und der Anpassung des Integralen Systems an die Menschheit. So erwarten wir große Veränderungen, und ich hoffe, sie sind zum Guten.

Gewährung der Gesundheit des Menschen, der Familie, der Gesellschaft

Aus dem ersten Gespräch über die integrale Erziehung (Dr. Michael Laitman and Psychologe Anatoly Ulianov)

Frage: Angenommen, wir organisieren einen Kurs in der Integralerziehung für die Erwachsenen. Welches Ergebnis können wir nach dem Abschluss des Kurses erwarten?

Meine Antwort: Wir müssen davon ausgehen, dass die Natur uns ab heute und in der Zukunft nur zwei Wege der Entwicklung bereithält, die uns zu dem einen Ziel führen werden…

Das Endziel der Natur besteht in der vollen Vereinigung aller ihrer Teile, einschließlich der Menschheit als Teile der allgemeinen Natur. Es gibt zwei mögliche Wege, diesen Zustand der vollen Harmonie, des vollen Gleichgewichtes zu erreichen. Der Weg des Leidens ist einer von ihnen: das Begreifen der Notwendigkeit trotz innerer Wünsche und Impulse. Dieser Weg ist sehr schwer, kompliziert und zwanghaft.

Im Prinzip wurden wir auf diese Art und Weise bis jetzt von der Natur entwickelt. Wir wurden angestoßen und suchten den komfortabelsten Zustand. So ist eben der Prozess der Evolution. Es stellt sich heraus, dass wir durch diese Methode des Anstoßens ein besseres Leben suchen, wir machen jede Menge Fehler, aber im Endeffekt entwickeln wir uns. So entwickelten sich sowohl der Mensch als auch die kleinen Gesellschaften und die ganze Menschheit insgesamt.

Aber es gibt die Möglichkeit der würdigen Entwicklung, sofern der Mensch im Voraus versteht, dass die ganze Bewegung der Natur auf die Integrität gerichtet ist. Jetzt schon werden die ersten Merkmale der Integrität als Zukunft deutlich, die uns verpflichten, in ihr wie ein Teil der Gesellschaft, der Natur und des gesamten Weltalls zu koexistieren.

Die Natur richtet sich nach dem Gleichgewicht, weil das Gleichgewicht in jedem ihrer Teile (angenommen in unserem Organismus)sowie auch im ganzen System die Gewähr ihrer Gesundheit, der Sicherheit, der Immunität ist.

Lasst uns diesen zukünftigen Zustand als das allgemeine Ziel der ganzen Menschheit sehen, und wir werden beginnen, sich ihm -selbst in verschiedenen Regionen der Welt – mit Hilfe allerlei internationaler Organisationen, der Überzeugung und, das Wichtigste, mit Hilfe der Erziehung zu nähern.

Die Erziehung soll nicht aufdringlich sein. Wenn wir den Menschen von den Naturgesetzen, den Gesetzen der Entwicklung der menschlichen Gesellschaft, w ie des Verhaltens, der Bildung, der Beziehungen in der Familie, der Erziehung der Kinder, der Eheleute einfach erzählen, ist es so, als würden wir ihnen beibringen, wie sie
mit dem ziemlich bescheidenem Einkommen, dem Stipendium, der Unterstützung, überleben könnten.

Wir müssen das alles den Menschen beibringen. Sie wissen nicht, wie sie ihre Kinder erziehen sollen, wie sie sich untereinander vertragen sollen. W ir sehen, dass unsere Gesellschaft uns alles Möglichelehrt, mur nicht das, wie sie glücklich werden können.

Wir denken einfach nicht an das Glück der Menschen. Wir stoßen sie in den Strudel des kapitalistischen Wettbewerbs, in dem sie bereit sind, sich gegenseitig zu zerfleischen. Aber in einem solchen Wettkampf gibt es keinen Sieger. Im Endeffekt leiden alle unter ständigem Stress und Problemen, und keiner ist glücklich.

Es ist notwendig, dass Psychologen, Soziologen, Eltern, Pädagogen und alle Menschen, die dieses Problem erkannt haben oder in der Lage sind, es zu begreifen, zum Entschluss ko mmen und mit Hilfe der Wissenschaft, der Gesellschaft, des Internets (einer großen Macht unserer Zeit, der Menschheit zeigen, dass die integrale Erziehung die Gewähr der Gesundung des Menschen, der Familie, der Gesellschaft ist. Ohne die integrale Erziehung werden wir nicht überleben. Wir werden uns mit großen Verlusten nach vorne bewegen; auch wenn w ir das Ziel erreichen, so wird es ein qualvoller Weg sein.

Integralerziehung ist ein Bedürfnis von Jedermann

Aus dem ersten Gespräch über die integrale Erziehung (Dr. Michael Laitman and Psychologe Anatoly Ulianov)

Die Situation in der Welt verändert sich prompt. Die Notwendigkeit einer Integralerziehung der erwachsenen Menschen steigt somit stetig.

Die vielfältigen Nachrichten aus entwickelten Ländern verkünden immer mehr Arbeitslose. Obwohl deren Lebensunterhalt bisweilen gesichert ist, fühlen sich viele verwirrt und machtlos. Es ist unklar, was morgen geschehen wird. Wir reden von Hundertmillionen Menschen, die ohne Arbeit bleiben werden, da die Krise alle Betriebe, die keine lebensnotwendigen Produkte herstellt, vernichten wird. Was machen die Menschen, die damit beschäftigt waren, unnötige Dinge zu produzieren?

Durch das Internet, unsere Verbindungen und gegenseitiger Beeinflussung sehen wir, wie die Protestbewegungen immer mehr zunehmen. Die gesamte Menschheit, vom gewöhnlichen Bürger bis zur Regierung, ist daran interessiert, diesen Prozess unter Kontrolle zu bekommen und seine spontane Entwicklung zu verhindern, da aufgrund moderner Ausrüstung und spontaner Entwicklung der Ereignisse zu schrecklichsten Ergebnissen führen können.

Um allerlei bürgerliche Ausschreitungen oder sogar Weltkriege zu verhindern, müssen wir im Voraus über die globale Integralerziehung der Massen nachdenken.

Das weltweit bekannte Gesetz der Harmonie

Aus dem ersten Gespräch über die integrale Erziehung (Dr. Michael Laitman and Psychologe Anatoly Ulianov)

Frage: Was genau meinen Sie damit, wenn Sie über Harmonie sprechen?

Meine Antwort: Harmonie – das ist ganz einfach. Harmonie zeigt sich dadurch, dass in unserer Natur zwei Kräfte existieren, die Kraft des Gebens (positiv) und die Kraft des Empfangensn (negativ), die sich auf den verschiedenen Niveaus (biologisch, physikalisch, moralisch usw.) als ein ausgeglichenes System zeigen.

Wenn sie einen menschlichen Organismus ausgleichen, dann ist die Rede von seinem absolut guten gesundheitlichen Zustand. Sind die Kräfte ausgeglichen in unserer Natur, bedeutet das, dass sie sich in einer absoluten Ruhe befindet. Ein Ungleichgewicht führt allerlei Bewegung herbei. Selbstverständlich ist Ungleichgewicht nötig, da es uns die Empfindung des Lebens gibt. Die ständige Wechselwirkung zweier Kräfte in ihren bestimmten Rahmen und die Schwankungen im Verhältnis zueinander erschaffen in uns das Gefühl des Lebens.

Zum Beispiel die Ausdehnung und die Zusammenziehung des Brustkorbs, des Herzens und anderer Organe sind in der gegenüberliegenden Kraft gegenseitiger Bewegung aufgebaut, welche sich unterstützen und einander ergänzen. Das Leben ist das, was zwischen ihnen entsteht mit der Folge der korrekten harmonischen Wechselwirkung.

In unserer Sicht der Entwicklung werden wir dazu kommen, dass die menschliche Gemeinschaft gezwungen wird, gerade solch eine Lebensweise zu erreichen, in der alle Teile in gegenseitiger Bewegung schwingen.

Aber diese Schwankungen werden wie das Atmen sein, ein gegenseitiges Verursachen zu einander sowie die Kraft des Gebens, die zugleich der Kraft des Nehmens ist.

Sie werden abwechselnd zwischen einander zusammenwirken: Wie viel wir der Natur abgeben, so viel müssen wir von ihr zurückbekommen; wie viel wir empfangen, so viel sind wir schuldig abzugeben.

Erst dann werden wir in einem Zustand der gegenseitigen Unterstützung, in Harmonie leben. Die Natur, die uns zwischen ihren zwei Hauptkräften in eine Gleichgewichtslage bringt, nämlich die Kraft des Gebens und die Kraft des Nehmens, vermutet, dass wir verpflichtet sind, zur Harmonie zu kommen. Das ist ein gemeinsames Ziel. Mit diesem weltweiten Rahmengesetz können wir nichts tun.

Wir können nur verstehen, wohin wir gehen und wie wir korrekt, freiwillig und bewusst in der äußerlichen Ausführung des verpflichteten Gesetzes sind.

In dieser Hinsicht werden wir die Harmonie nicht nur im Endzustand empfinden, sondern auch auf jeder Stufe der Entwicklung.

Wenn die Freiheit schlimmer als Gefangenschaft ist

Aus dem ersten Gespräch über die integrale Erziehung (Dr. Michael Laitman and Psychologe Anatoly Ulianov)

Frage: Ich kenne einige Menschen, die genau so leben, wie Sie vorher beschrieben haben. Es sind Menschen mittleren Alters, die sich so einen Kokon erschaffen haben. Wollen Sie sagen, dass auch sie in ihren vier Wänden wegen innerer Unruhe nicht mehr sorglos leben können?

Meine Antwort: Es gibt sowohl eine innere, als auch die äußere Unruhe. Die Welt befreit sich von aller überflüssigen Produktion, und mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen werden bald nicht mehr gebraucht. Sie werden sich in einem Zustand der absoluten Leere wiederfinden, weil sie an die jetzige Sklaverei gewöhnt sind.

So existiert praktisch die gesamte Erdbevölkerung. Man verlässt um 6 Uhr morgens das Haus, nimmt sein Kind mit (wenn man die Kinder hat), bringt es in den Kindergarten, fährt zur Arbeit, kehrt abends nach Hause zurück, muss unterwegs noch einkaufen und das Kind wieder abholen. Abends haben Eheleute dann etwa eine halbe Stunde Zeit, um das Kind zu versorgen, es ins Bett zu bringen, ein Fertiggericht zu essen – so vergehen die Tage.

Bald bekommen die Menschen viele freie Zeit, aber sie werden sich verloren fühlen, weil sie aus ihrem gewohnten Rahmen herausfallen. Das ist viel schlimmer! So ein innerer Zustand der Freiheit ist viel schwieriger zu ertragen als die Gefangenschaft.

Wenn ein solcher Mensch dann keine Füllung aus einer anderen Quelle empfängt, keine gewöhnlichen Grenzen, keinen Rahmen, keine bestimmten Verpflichtungen und Abhängigkeiten mehr verspürt, werden wir große Probleme haben.

Wir müssen verstehen, dass ein Mensch bald nur zwei bis drei Stunden seiner Zeit am Tag für alles Notwendige verbrauchen wird: Arbeit, Selbstversorgung und Kontakte. Die restliche Zeit, mindestens 20 Stunden, wird er sich selbst überlassen bleiben.

Um dieses System im Gleichgewicht zu halten, müssen wir alle: Soziologen, Politologen, Psychologen die Rahmenbedingungen neu erfinden, die die Menschheit braucht, um sich wieder engagiert und glücklich zu fühlen, um ihr volles inneres Spektrum an Gefühlen zu empfinden, was uns ein großartiges Lebensgefühl und sogar etwas darüber hinaus geben wird.

Es ist gar nicht so einfach, zurechtzukommen, wenn ein gewisser Rahmen und Verpflichtungen fehlen, kein Druck empfunden wird, wenn man nicht schwer arbeiten muss, um mehr zu verdienen und den Erfolg gerne den Nachbarn zu demonstrieren.

Wir werden eine völlig andere Einstellung zu uns selbst erhalten, zur Gesellschaft, zum Leben, das dann ein anderes Bewusstsein hervorruft. Es ist ein ganz kompliziertes System. Wir müssen vom gewünschten Endergebnis ausgehen, vor allem von den Rahmenbedingungen der Natur.

Die Natur wird uns zwingen, auf jegliche überflüssige Produktion zu verzichten. Die Mittelschicht wird dann praktisch ausradiert. Es bleiben nur die obere Schicht, die die Entscheidungen trifft, nicht so viele Beamten und ganz viele Arbeitslose. Nur 10% Erdbevölkerung werden arbeiten, um den Rest der Bevölkerung zu versorgen. Nur diese 10% werden gebraucht, und alle andere werden nicht mehr benötigt.

In der Wirklichkeit ist Menschheit dafür geschaffen, dass diese 90% etwas ganz anderes tun sollen: sich selbst vervollkommnen und eine richtige Verbindung zwischen allen erschaffen. Sie werden jene integrale, globale, harmonische und in sich geschlossene Umgebung schaffen, die die ganze Gesellschaft ins Gleichgewicht mit der Natur bringen wird. Erst dann wird unsere Existenz berechtigt sein.

Angenommen, es bleiben nur diese 10% der Bevölkerung übrig, die etwas produzieren. In diesem Fall wird das Ziel der Schöpfung nicht erreichbar. Das Ziel der Schöpfung besteht darin, dass alle Bestandteile der Natur: unbelebte, pflanzliche, tierische und menschliche, eine absolute Harmonie miteinander erreichen. Nur dann wird unser System vollständig ins Gleichgewicht kommen.

Eine unzumutbare Störung

Aus dem ersten Gespräch über die integrale Erziehung (Dr. Michael Laitman and Psychologe Anatoly Ulianov)

Frage: Der moderne Mensch flieht vor der Realität in seine eigenen vier Wände. Er sucht nach gesichtslosen, unaufdringlichen Informationen, schaut sich gerne anspruchslose Unterhaltungsserien an. Es ist mir nicht klar, wie die globale Verbindung auf so einen Menschen einwirkt. Wenn ich mich in meiner eigenen Wohnung isoliere, wie können mich dann all diese Probleme erreichen?

Meine Antwort: Die Probleme drücken sich in Form von unangenehmen Zuständen aus. Wenn nur alles so bliebe, wie es bisher war, wird es schon nicht so schlimm. Ihr habt euch in einen Kokon eingeschlossen und existiert darin – dort fühlt ihr euch wohl. Ihr wollt keine Familie, keinen Nachwuchs, keine enge Beziehung zu Freunden, weil all das oft als Pflicht wahrgenommen wird. Die Eltern stehen Kopf und verpflichten uns, sie anzurufen und zu besuchen.

Wenn das alles unveränderlich so bliebe, wäre es das Beste für mich, zu wachsen, mich von den Eltern zu trennen, eine eigene Zelle im Bienenstock zu bauen und dort zu existieren – mehr brauchte ich dann nicht.

Es geht aber darum, dass es Ziel der Natur ist, uns mit sich ins Gleichgewicht zu bringen, uns zu einem integralen, zusammenhängenden Teil eines analogen Systems zu formen. Alle Teilchen dieses System sind voneinander abhängig, und wenn ein Bruch oder eine Störung in einem der Teilchen stattfindet, wird sich das auf das gesamte System übertragen. Dieses gerät dadurch in einen unausgeglichen Zustand, der sich anschließend entsprechend der Naturgesetze langsam ausgleicht, bis der Ruhezustand erreicht ist.

Alle diese Zustände – Gleichgewicht und Ungleichgewicht – befinden sich in Wechselwirkung miteinander. Es existiert eine umfassende Koppelung! Diese Wechselbeziehung spürt der Mensch, vor allem dann, wenn er sich in einem unausgeglichen Zustand befindet.

In einem statischen Zustand beruhigt sich alles. Wenn alle Verbindungen ausgeglichen sind, befinde ich mich in der Mitte, wie eine Spinne in Zentrum des Spinnennetzes, und fühle mich ausgeglichen. Ich soll innerhalb dieser Rahmenbedingungen existieren, und weil ich mich in einer Gleichgewichtslage befinde, spüre ich ihren Druck nicht mehr. So fühlt sich jeder von uns.

Unser System der Natur ist lebendig. Die Natur lenkt uns stets zu einem bestimmten Zustand, der als Ziel ihrer Entwicklung vorgegeben ist. Bevor wir diesen Zustand erreichen, werden wir ständig solche Verzerrungen, Ausbrüche, Ungleichgewichte und Störungen der Homoöstase empfinden. Genau deshalb werden wir uns sehr schlecht fühlen.