Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Bis die Gewohnheit zur zweiten Natur wird

Wir müssen uns ständig, jeden Tag, nach oben arbeiten und auf diese Weise alle Probleme überwinden.

Wenn man Gefallen an etwas findet, fällt es leichter, eine Gewohnheit zu entwickeln. Um auf den Geschmack des Gebens zu kommen, muss man sich an die Freunde festhalten, mit ihnen darüber reden, diskutieren, und dann wird man verstehen, wie man leichter eine höhere Stufe erreichen kann.

Das Ergebnis einer Gewohnheit sollen eine gute Verbindung und Zuneigung sein.

Frage: Ich habe das Gefühl, dass ich nur aus Gewohnheit, zum Unterricht und zu den Treffen gehe, aber es ist, als ob das noch kein wirkliches Verlangen wäre.

Antwort: Das ist richtig. Das wird so bleiben, bis dir der Sinn dieser Handlungen klar wird.

Du musst weitermachen, bis die Gewohnheit zur zweiten Natur wird.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Gewohnheit wird zur zweiten Natur“

 

Das multidimensionale „Lego“ der Schöpfung

Der Schöpfer erschuf ein einziges Verlangen, das sich ursprünglich in völliger Einheit mit dem es erschaffenden Licht befand – in einer Verschmelzung, die durch die Kraft des Lichts aufrechterhalten wurde.
Dies ist der allererste Zustand – und aus Sicht des Schöpfers bereits ein absolut vollkommener. Doch die Schöpfung empfindet ihn nicht! Schließlich ist dies ein vom Schöpfer geschaffener Zustand, dem das Bewusstsein der Schöpfung fehlt. Im Grunde gibt es hier noch gar kein Geschöpf – es existiert lediglich etwas, das erschaffen wurde und durch die Kraft, die es erschuf, existiert.

Deshalb muss das Geschöpf einen langen Weg zurücklegen, um zum Bewusstsein seiner selbst zu gelangen – und auf diesem Weg gibt es mehrere Etappen. Anfangs existiert es scheinbar gar nicht, als wäre es „aus dem Nichts erschaffen“ (Jesh mi Ajn). Doch am Ende dieses Weges soll das Geschöpf zu „etwas, das aus Etwas hervorgeht“ werden (Jesh mi Jesh) – wie der Schöpfer selbst.

Diesen Unterschied, vom Jesh mi Ajn zum Jesh mi Jesh, überwindet das Geschöpf allmählich, durch seine stufenweise Entwicklung, bis es schließlich eine zweite Natur erlangt – die Natur des Schöpfers.
Doch dafür muss es ständig eigenständig handeln, um sich selbst zu begreifen: Was ist das Geschöpf – Jesh mi Ajn, und was ist der Schöpfer – Jesh mi Jesh, und worin besteht der Unterschied zwischen beiden?

Es muss ständig diese beiden Zustände klären, sich mit ihnen einverstanden oder nicht einverstanden erklären – also zum Ausdruck bringen, was es will, nachdem es die Wahlfreiheit erhalten hat.
So nähert sich das Geschöpf immer mehr der Form des Schöpfers an und übernimmt sie nicht deshalb, weil sie angenehmer oder vorteilhafter ist – also nicht entsprechend seinem natürlichen, egoistischen Streben – sondern weil es tatsächlich die Eigenschaften des Schöpfers erwirbt, die Eigenschaften reines Gebens.

Jegliche Erkenntnis ist nur durch Ähnlichkeit der Eigenschaften möglich. Andernfalls ist es unmöglich, den Schöpfer oder irgendeine Seiner Eigenschaften zu begreifen oder zu verstehen, wenn man nicht selbst über diese Eigenschaft verfügt. Damit das Geschöpf den Schöpfer in seiner ganzen Fülle begreifen und ihm gleich werden kann, teilt der Schöpfer jenen Zustand, in dem Er sich mit der Schöpfung in Einheit befindet, in viele Teile auf – in aufeinanderfolgende Zustände, verschiedene Wünsche und Gedanken.

Man kann sich das vorstellen wie ein „Lego“ oder ein „Puzzle“, aber nicht flach oder dreidimensional, sondern mit einer unendlichen Anzahl von Dimensionen. Und jedes einzelne Teil dieses Legos besitzt unendlich viele Seiten, über die es mit allen anderen verbunden ist – so dass kein einziger Teil etwas Eigenes hat, sondern sein oberer Teil immer zum Höheren gehört und sein unterer Teil zum Niedrigerem darunter.

Sie sind alle so miteinander verbunden, dass keiner etwas Eigenes hat – außer einem einzigen zentralen Punkt: dem Punkt auf dem „Tabur“ (Nabel). Genau dort entscheidet jeder für sich, wie er sich mit seinem Verständnis und seiner Erkenntnis einbringen kann, um an dieser Verbindung, in die er nicht freiwillig geraten ist, teilzuhaben und all seine Kraft und seinen Willen dafür einzusetzen, diese Verbindung aufrechtzuerhalten!

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Aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash

Was heißt es, sich unter den Einfluss einer höheren Macht zu stellen?

Frage: Es ist ein schmaler Grat zwischen den Gewohnheiten in unserer materiellen Welt, in der man einfach die Prioritäten ändert und dem Zustand, bei dem man seine Natur bewusst ändert und die ganze Welt und alle Menschen nicht mehr durch sein egoistisches Prisma, sondern durch altruistische Absicht betrachtet und so die spirituelle Welt begreift.

Der Mensch beginnt seine spirituelle Reise ohnehin mit dem egoistischen Verständnis des Schöpfers, wenn er Ihn für sich offenbaren will. Wird es für ihn zur Gewohnheit und zur zweiten Natur die Welt durch altruistische Absichten zu sehen?

Antwort: Ja, diese Gewohnheit wird seine zweite Natur, dementsprechend handelt er.

Frage: Er kann also nicht mehr zu seinem egoistischen Denken zurückkehren?

Antwort: Das kann ich nicht sagen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Es ist aber möglich, in einer Natur zu sein, dann zu einer anderen zu wechseln und manchmal in die erste Natur zurückzufallen.

Alles hängt davon ab, wie sehr er sich unter die höhere Macht begibt, die ihn hält, wie ein Magnet ein Stück Eisen. Das Eisen hängt durch die Kraft des Magneten in der Luft und wird von ihm gehalten. Auf dieselbe Weise kann der Mensch die höhere positive Kraft der Natur, die anti-egoistische Möglichkeiten hat, dazu bringen, ihn über der Erde, über seinen Egoismus halten.

Frage: Hat der Mensch, der die zweite Natur erhalten hat, wie der Schöpfer keinen Gedanken an sich selbst?

Antwort: In dem Maß, wie er diese Macht vom Schöpfer erhalten hat.

Frage: Was bedeutet es, dass der Schöpfer keinen Gedanken an sich selbst hat?

Antwort: Der Schöpfer hat eine Natur, die unserer egoistischen Natur völlig entgegengesetzt ist. Da es in Ihm kein Verlangen zu empfangen gibt, ist sein ganzes Wesen auf das Geben ausgerichtet. Das ist Seine Art zu arbeiten.

Aus dem Fernsehprogramm „Spirituelle Zustände“, 25.06.2021

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Für jeden Augenblick gibt es einen Grund…

Die spirituelle Erkenntnis erreicht man nur sehr langsam, denn es geht um die Erschaffung einer neuen Struktur innerhalb des Menschen.

Wir können uns noch nicht einmal vorstellen, was es bedeutet, eine zweite Natur zu erlangen! So etwas gibt es nicht und gab es auch nicht im Laufe der gesamten Geschichte – weder in unserer Welt noch im gesamten Universum.

Diese Natur, die wir erlangen, wird nur sehr langsam auf der Grundlage von zahlreichen einzelnen Details und Zuständen aufgebaut, die in unserem Inneren entstehen. Das ist eine akribische, langsame, aber unaufhörliche Arbeit des Höheren Lichts an uns.

In der spirituellen Erkenntnis gibt es ein latentes Stadium, in dem eine große Arbeit an der Vorbereitung der spirituellen Eigenschaften/Gefäße innerhalb des Menschen stattfindet. Und das bedeutet buchstäblich eine Neugeburt.

Doch wir müssen nicht nur einfach auch noch zusätzlich in der spirituellen Welt geboren werden, wir müssen Veränderungen auf allen Ebenen unseres Verlangens durchlaufen: 0/Schoresch, 1/Alef, 2/Bet, 3/Gimel, 4/Dalet, nur dann werden wir spüren, was mit uns geschieht. Und bis zu dieser letzten Phase 4/Dalet geschieht alles unklar und in unserem Inneren verborgen.

Wir gehen quasi von dem Nullpunkt der Schöpfung zu einem Zustand über, in dem das Verlangen nach der Spiritualität in uns leise zu erwachen beginnt.

Und das ist noch nicht einmal ein Verlangen, sondern ein gewisses Verständnis dieses Verlangens, das Abschalten von dem, was in uns im Moment existiert. Es geschieht zuerst in den Empfindungen und später im Verstand. Auf diese Weise wirkt das Licht auf uns ein.

Deshalb ist es unrealistisch, zu erwarten, dass alles in einer Sekunde geschieht. Obwohl der Mensch es mit aller Kraft wollen muss. Mit anderen Worten, muss jeder Augenblick der letzte sein, und wenn es nicht geklappt ist, dann soll er zum Anfang des nächsten Augenblicks werden.

Aus dem Unterricht über einen Brief von Baal HaSulam vom 26.11.2010