Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Zweifel'

Die Geschichte vom Gast und Gastgeber lehrt uns über die spirituellen Welten

Eine Frage, die ich erhielt: Was verändert sich zwischen den spirituellen Welten?

Meine Antwort: Die Veränderung findet im Verlangen oder der kontrollierenden Kraft statt, dem Wertesystem relativ zum Geber und wie wichtig Er ist. Dies bestimmt alles.

Das Einzige, was im ganzen Universum existiert, ist das Verlangen nach Freude, das zwei Prinzipien folgen kann: Dem persönlichen Nutzen oder dem Nutzen des Gebenden. Es gleicht dem Beispiel vom Gast und dem Gastgeber, wo der Zustand des Gastes als Azilut, Brija, Jezira oder Assija bezeichnet wird, abhängig von der Reaktion des Gastes gegenüber dem Gastgeber. Zum Beispiel:

* Wenn er sich in der Welt Assija befindet, dann verzehrt er das ganze Mahl.
* Wenn er sich in der Welt Jezira befindet, dann hat er Zweifel, ob er essen soll und wie viel er zu sich nehmen soll?
* Wenn er sich in der Welt Brija befindet, dann macht er eine Berechnung und weiß, dass er keinen Fehler begehen wird; er wird in der Lage sein, dem Gastgeber zu zeigen, dass er Ihm Freude bereitet.
* Wenn er sich in der Welt Azilut befindet, dann verzehrt er alles wie in der Welt Assija, jedoch ist er sich sicher, dass er dies alles für den Gastgeber tut! Letzten Endes haben sie sich miteinander vereinigt, da es keine Unterschiede mehr zwischen ihnen gibt.

Und dies alles beschreibt den inneren Zustand eines Menschen.

Zum Kabbalalernzentrum–>

Die einzige Chance in unserer Welt etwas zu verändern

Frage: Wenn wir lernen, wie man gibt, wird dann das gegenseitige Geben zwischen unseren Seelen in der spirituellen Welt, unsere materielle Welt beeinflussen?

Antwort: Natürlich. Unsere aktuelle unkorrigierte Haltung untereinander wecken Kräfte wie Neid und Hass in unserer Welt, weshalb unsere Welt auch so aussieht. Wenn wir beginnen die Kraft der Korrektur (die Kraft der Barmherzigkeit) von Oben zu nutzen, so ziehen wir auch positive Kräfte auf unsere Welt hinab, welche uns Gleichgewicht, Frieden, Einheit sowie Sicherheit und Ruhe bringen wird.

Wir können auf der Ebene dieser Welt nichts bewirken. Wir sehen, dass egal wie sehr wir es auch versuchen, etwas in dieser Welt zu verändern, nichts richtig wird. Die Leute denken, dass sie etwas in ihrem persönlichen Leben verändern könnten, weil sie da vorankommen. Aber global betrachtet sehen wir, dass niemand die Situation unter Kontrolle hat. Die jüngsten Krisen (einschließlich in den Bereichen Bildung, Kultur, Familie, Wirtschaft, Finanzen und Ökologie) machen uns bewusst, dass wir absolut nicht in der Lage sind, sich dem zu widersetzen.

All dies dient nur dem Zweck uns zu vereinigen, und uns immer wieder vor Augen zu führen, dass sich auf dieser physischen Ebene nichts korrigieren lässt. Unsere Welt ist nur ein Ergebnis der Einwirkungen der Höheren Kräfte. Deshalb müssen wir auf die Stufe dieser Kräfte aufsteigen und von dort aus ihre Auswirkung auf diese Welt verändern.

Wenn wir während unseres Studiums das Höhere Licht auf uns ziehen, wenn wir uns miteinander verbinden, dann werden wir ohne Zweifel sehr große Verbesserungen für diese Welt hervorrufen können. Dies ist unsere einzige Chance, diese Welt zu beeinflussen.

(aus dem dritten Teil des Morgenunterichts)

Zur Kabbala Akademie

 

 

Positive Veränderungen in der israelischen Gesellschaft


In den Nachrichten (übersetzt aus The VosIzNeia): Die Anzahl der Charedim (Ultra-Orthodoxe), die im Gewerbe in Jerusalem beschäftigt sind, ist laut Yizchak Reif, dem Aufsichtsratsvorsitzenden des Jerusalemer Teils der Industriegenossenschaft Israels, in den letzten 5 Jahren rasch auf ungefähr 70% angestiegen. Reif rief die Leiter der verschiedenen ultra-orthodoxen Gemeinschaften der Hauptstadt dazu auf, ihren Mitgliedern zu erlauben, einer technischen Ausbildung und Karriere in der Industrie nachzugehen.

Mein Kommentar: Das ist eine der nützlichsten sozialen Initiativen, die in den letzten Jahren stattfand! Dies wird die orthodoxe Gemeinschaft den anderen Teilen der israelischen Gesellschaft näher bringen. Es besteht kein Zweifel, dass die Trennung von Religion und Staat, den Frieden in der Gesellschaft fördert.

Zum Kabbalalernzentrum –>

Verwandtes Material:
Blog-post: Warum sind die meisten Israelis gegen die Bräuche ihres Landes?
Shamati #183: Der Aspekt von Messias (Maschiach)

Lassen Sie sich nicht durch den Aufschwung der Märkte täuschen


Zwei Fragen, die ich über die zukünftige Wirtschaftslage erhalten habe

Frage: Wie begründen Sie die Behauptung, dass wir in einer neuen Welt leben? Es gibt zwar eine Krise, aber die Ökonomen behaupten, dass wir in einem Jahr schrittweise aus ihr herauskommen werden.

Meine Antwort: Hätten sie solch große Einsicht in die Zukunft, würden wir nicht in der heutigen misslichen Lage stecken. Jeder ist schlau, wenn es darum geht, in die Vergangenheit zu blicken. Wenn die Situation den Tiefpunkt erreicht, beginnt jeder damit, seine Beobachtungen und Analysen anzubieten. Weshalb haben sie uns nicht vorzeitig über die Gefahr gewarnt, damit wir alles rechtzeitig hätten korrigieren können?

Dieselben Leute, die uns in diesen Schlamassel gebracht haben, erzählen uns jetzt, dass der Wohlstand nur ein paar Jahre von uns entfernt ist. Aber die Tatsache ist, dass niemand weiß, wie das Leben in ein paar Jahren sein wird. Sogar jetzt hecken sie während der Krise weiterhin Pläne aus, wie sie von ihr profitieren können. Mit all den Marktschwankungen lügen sie uns unverblümt an. Sie benutzen diese Einbrüche und Bankrotte um weiterhin Geld zu machen.

Woher ist der derzeitige Marktaufschwung plötzlich gekommen? Weshalb steigt der Markt wieder an? Sie blähen die Blase nur einfach noch mehr auf. Es gibt dafür keine Lösung. Wir enthüllen lediglich, dass wir in einem neuen Gesetzessystem existieren.

Frage: Ist es nicht so, dass die Wirtschaft durch Aufschwünge und Einbrüche funktioniert?

Meine Antwort: Die Wirtschaft funktioniert nicht so. Die Wirtschaft ist keine Wissenschaft, sondern ein Spiegelbild der Verbindung zwischen uns. Sie wird das sein, was wir daraus machen. Zurzeit ist sie auf unserem Egoismus aufgebaut, obwohl wir dies noch nicht verstehen. Wir machen einfach Verträge und haben alle Arten von Beziehungen, die sicherstellen, dass jeder profitieren, gewinnen, andere bestehlen und ausbeuten kann. Und die Tatsache, dass jemand ein neues Spiel ausgedacht hat, bietet keinen Grund zur Behauptung, dass die Krise vorbei ist und alles zur Normalität zurück kehrt.

In einem halben Jahr oder Jahr werden wir sehen, dass die aktuelle Beruhigung und der Aufschwung, die die Ökonomen herbeiführen, lediglich eine raffiniertere Methode sind, um weiterhin Geld zu stehlen.

Zum Kabbalalernzentrum –>

Verwandtes Material:
Blog-Post: Das Leben stößt  uns in eine Höhere Dimension
Blog-Post: Wo sind  Obamas  Milliarden hin?
Blog-Post: Wird eine neue Moral  die Welt vor dem Zusammenbruch retten?

The Financial Times: „Die Qualität der menschlichen Beziehungen ist die wichtigste Quelle fürs Glücklich sein“


In den Nachrichten (aus The Financial Times): „Jetzt ist die Zeit reif für einen weniger selbstsüchtigen Kapitalismus.“ Was macht Entwicklung aus? Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat diese Frage schon seit längerem gestellt und die gegenwärtige Krise macht es zwingend erforderlich, eine Antwort zu finden. Gemäß der angelsächsischen Aufklärung bedeutet Entwicklung die Verminderung von Elend und die Steigerung von Glück. Es bedeutet nicht Reichtum oder Neuerungen zu schaffen, die manchmal nützliche Mittel, aber niemals das Endziel darstellen.

Also sollten wir aufhören das Geld anzubeten und eine humanere Gesellschaft schaffen, in der die Qualität der menschlichen Erfahrung der Maßstab ist. Sofern wir uns in Übereinstimmung mit unserer Produktivität bezahlen, können wir jeden Lebensstil wählen, der am besten für unsere Lebensqualität ist. Und was würde das einbeziehen?

Der Ansatzpunkt ist, dass trotz massiver Schaffung von Wohlstand, die Zufriedenheit seit den 1950er Jahren in den Vereinigten Staaten, Großbritannien oder (über eine kürzere Periode) Westdeutschland nicht angestiegen ist. Kein Forscher stellt diese Tatsachen in Zweifel. Daher ist beschleunigtes wirtschaftliches Wachstum kein Ziel, für das wir größere Opfer bringen sollten. Insbesondere sollten wir nicht die wichtigste Quelle fürs Glücklich sein opfern, welche die Qualität der menschlichen Beziehungen ist – zu Hause, in der Arbeit und in der Gemeinschaft. Wir haben all zu viel davon im Namen der Effizienz und des Produktivitätswachstums geopfert.

Zum Kabbala Lernzentrum –>

Verwandtes Material:
Blog-post: Die Menschheit ist ein einziger integraler, ineinandergreifender Organismus

Glaube – aus den Quelltexten


Glaube ist nicht im Verstand [zu finden] oder ein Gefühl, sondern eine Offenbarung innerhalb der innersten Ebene des Wesens der Seele, wenn ihre natürliche Entwicklung nicht verfälscht wird.
Rav Kook, Artikel „HaRaiyah“, 70

Jeglicher Pessimismus kommt von der Ungewissheit und dem Zweifel, wenn man denkt, dass unser körperliches Leben alles ist, das existiert.
Rav Kook, Artikel „HaRaiyah“, 69

Es gibt ein Gebot: die Größe des Schöpfers zu erreichen, indem man die Arbeiten der großen Kabbalisten untersucht, um alle Welten und alles sie bewohnende zu erlangen.
Rabbi Chaim Vital, Otzrot Chaim, Kapitel „Shmot“, S. 57

Ist Atheismus mit der Kabbala vereinbar?


Eine Frage, die ich erhielt: Seit längerem geht mir folgendes durch den Kopf. Wir sagen, dass die Kabbala keine Religion ist oder irgendein Glaubenssystem erfordert. Aber mittlerweile wird Atheismus sogar von vielen als eine Religion angesehen und sie entwickelt sich als eine der schnellsten, selbst wenn dies als Widerspruch erscheint, denn viele betrachten Religion als ein System des Glaubens an Gott. Jedenfalls sagt man, dass das Kabbalastudium weltlich ist. Daher meine Frage: Kann ein Atheist ein Kabbalist sein oder erfordert die Kabbala einen Glauben an Gott? Schließlich ist das Ziel der Kabbala wie Gott zu werden.

Meine Antwort: Die Kabbala unterscheidet sich von „all den anderen“ (egal ob Religion oder nicht) darin, dass sie eine klare Erlangung des Schöpfers ermöglicht, damit du den Schöpfer so wahrnimmst wie einen Freund und sogar darüber hinaus. Daher gibt es in der Kabbala keinen Platz für einen Glauben an etwas, was andere dir erzählt haben. Du musst vielmehr dich selbst, die gesamte Welt und alle Seelen erlangen, und innerhalb von ihnen – den Schöpfer in Seiner Gesamtheit.

Atheismus ist der Glaube, dass der Schöpfer nicht existiert, wohingegen Religion der Glaube ist, dass der Schöpfer existiert. Demgegenüber ist Kabbala die Enthüllung des Schöpfers – durch Erforschung der Natur innerhalb dir selbst oder in deinen Wahrnehmungen.

Diesbezüglich ist die Kabbala den Wissenschaften ähnlich. Allerdings enthüllen die anderen Wissenschaften die Welt innerhalb unserer bisherigen Sinne, wohingegen die Kabbala dies mit einem zusätzlichen Sinn macht – und zwar mit der Seele, die du erst in dir entwickeln musst. Jedenfalls spricht die Kabbala, wie jede andere Wissenschaft auch, nur über Dinge, die man mit eigenen Sinnen wahrnehmen kann! Sie interessiert sich nicht für etwas, das nicht wahrnehmbar ist oder nicht erforscht, wiederholt und geprüft werden kann und betrachtet so etwas als unwirklich. Diese Herangehensweise macht sie definitionsgemäß zu einer Wissenschaft. In Baal HaSulams Artikel „Das Wesen der Wissenschaft Kabbala“ wird Kabbala folgendermaßen definiert: „Kabbala ist die Methode, allen Menschen dieser Welt den Schöpfer zu enthüllen“ – und zwar jeder Person und allen zusammen.

Wie alle Wissenschaften verwendet auch die Kabbala wissenschaftliche Methoden und Werkzeuge (auch wenn Wissenschaftler dem nur schwer zustimmen werden, da sie gewohnt sind, die Welt ausschließlich durch unseren tierischen Körper zu erforschen). Die wissenschaftliche Methode setzt folgendes voraus:

  • Jede wissenschaftliche Aussage muss durch ein Experiment bewiesen sein.
  • Jede wissenschaftliche Aussage kann auch als unrichtig erwiesen werden.
  • Es ist zwecklos einen Gedanken zu diskutieren, der in der Praxis nicht bewiesen werden kann. Als Beispiel dient folgende wissenschaftliche Meinung über die Existenz G-ttes : Immanuel Kant hat aufgezeigt, dass weder die Existenz G-ttes noch seine Nichtexistenz bewiesen werden können. Der bloße Begriff eines unerreichbaren und allmächtigen G-ttes kann nicht Gegenstand eines Experiments sein, denn wenn G-tt allmächtig ist, könnte er auch das Ergebnis des Experiments kontrollieren. Die Menschen akzeptieren keinen Gott durch Beweisführung, sondern nur durch den Glauben. Daher liegt die Vorstellung eines G-ttes außerhalb der Wissenschaft. Sämtliche Fragen „Warum ist etwas so oder so?“ können dann mit einem „Weil es G-ttes Wille ist“ beantwortet werden. (Religionen zwingen die Menschen, alle Fragen auf diese Weise zu beantworten, weshalb der wissenschaftliche Fortschritt verzögert wurde. ) Kabbala ermöglicht uns durch ihre Anwendung, den Schöpfer und Seine Handlungen zu enthüllen. Jedenfalls steht sie Dingen gleichgültig gegenüber, die in der Praxis nicht verifizierbar sind, so wie unsere weltlichen Wissenschaften auch.
  • Jede wissenschaftliche Aussage muss logisch sein und darf den bereits bekannten Gesetzen nicht widersprechen. Gewöhnlich werden alte Gesetze zu spezifischen Fällen der neuen Gesetze.
  • Jede wissenschaftliche Aussage muss auf ihre eigenen „Schwachpunkte“ hinweisen; es muss erwähnt werden, welche ihrer Teile Gegenstand eines Zweifels oder Widerspruchs sind.
Verwandtes Material:
Blog-post: Kabbala läßt keinen Raum für Glauben
Blog-post: Einige Zitate von Albert Einstein
Artikel: Das Wesen der Religion und ihr Ziel
Artikel: Unterschied der Kabbala von der Religion

Der Machsom ist überall der gleiche – sogar in Japan


Eine Frage, die ich erhielt: Ich lebe in Japan und ich studiere jetzt, gemeinsam mit meinem Mann, seit 3 ½ Jahren mit Ihnen Kabbala. Ich studiere morgens und in meiner freien Zeit. Eigentlich studiere ich 12 Stunden pro Tag und atme den ganzen Tag nur Kabbala. Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat und Jahr für Jahr wird meine innere Wirklichkeit klarer, fokussierter, als ob die Essenz von dem, was ich lerne, in mich eindringt und sich mit den Eigenschaften meines Gefäßes durch die Erlangung der Zustände, die sich in mir ändern, vermischen. Es gibt keinen Zweifel, dass meine gesamte Existenz durch das Studieren mit Ihnen verändert wurde und offensichtlich brenne ich dafür, den Machsom zu überqueren, genau wie andere. Habe ich Aussicht darauf, den Machsom zu überqueren, obwohl ich so weit weg bin und wegen der Entfernung nur begrenzte Möglichkeiten habe, an der Verbreitung teilzunehmen?

Meine Antwort: Fügen Sie Ihren Studien die Verbreitung hinzu. Ich kenne Japan und ich denke, es gibt dort großartige Gelegenheiten für die Verbreitung. Beteiligen Sie sich an der Entwicklung unserer japanischen Webseite und ihrer Förderung im Internet. Ein Mensch empfängt Spiritualität innerhalb des Raumes, den er durch Geben an andere frei setzt.

Verwandtes Material:
Blog-post: Indem Sie die Weisheit der Kabbala verbreiten, korrigieren Sie Ihr „Selbst“
Blog-post: Verbreiten der Weisheit der Kabbala an jene, die du liebst
Artikel von Baal HaSulam: Das Horn des Messias

Wie vermeiden wir, dass uns auf dem Weg die Kraft ausgeht?


Eine Frage, die ich erhielt: Die erstmalige Enthüllung des Bösen (Egoismus) und die darauf folgende Wahrnehmung der Eigenschaften des Schöpfers sind sehr kraftvoll. Wenn man dies zum ersten Mal erfährt, beginnt man seinem Geliebten nonstop hinterher zu rennen. Aber mit der Zeit und dem Aufbringen der notwendigen (und sogar Über-) Anstrengungen verschwindet diese Eigenschaft stufenweise wieder. Man lässt nach und zweifelt daran, dass dies jemals passiert ist.

Wie enthüllt man das Böse auf den nachfolgenden Stufen? Wie vermeidet man, nachlässig zu werden? Wie behält man den Wunsch des Schöpfers im Auge und schreitet unablässig voran? Wenn man jene Welt erfahren hat und „erweckt“ wurde, kann dies doch nicht umsonst geschehen sein. Niemand kann dann sein Leben einfach weiterführen wie bisher. Wie also „klettert“ man wieder aus dieser Welt heraus? Ich möchte wirklich gern eine Antwort auf diese Frage erhalten, auch wenn Sie schon oft gesagt haben, dass man eine wirkliche Antwort nur in sich selbst finden kann.

Meine Antwort: Sie haben alles korrekt und lebhaft beschrieben. Sie konnten früher durch Ihre eigenen Anstrengungen keine Fortschritte machen, sondern erst durch das Verlangen, welches Sie von oben erhielten – dem Punkt im Herzen. Aber jetzt müssen Sie diesen Punkt zu den Zehn Sefirot hinentwickeln, um das Höhere Licht oder die Höhere Welt in den zehn Sefirot empfangen zu können. Es sind Ihre eigenen Anstrengungen. Jetzt müssen Sie durch die mühevolle Periode zunehmender Anstrengung, Wahrnehmung und Selbstanalyse fortschreiten. Die einzigen Dinge, die dabei helfen, sind:

1.Geduld
2.Begeisterung für das Ziel
3.Die Feststellung, dass man die Veränderung alleine nicht schafft.
4.Vertrauen in das Licht der Korrektur

All dies kann nur mit Hilfe der richtigen Umgebung erlangt werden (siehe Baal HaSulams Artikel „Die Freiheit„).

Verwandtes Material:
Blog-Post: Fragen über den Pharao – unseren Egoismus (fortgeschritten)
Blog-Post: Sei glücklich über das Anwachsen des Egoismus

Wie können wir Angst überwinden?


Zwei Fragen, die ich über das Überwinden unserer Ängste erhielt

Frage: In einer Ihrer Unterrichte zum Buch Shamati sprachen Sie über Angst und sie

sagten, dass ein Mensch sich sofort mit dem Schöpfer verbinden soll, wenn er Angst hat. Können sie das näher ausführen? Was soll ich tun, wenn mir die Kälte in die Knochen fährt, weil ich mich um die mir Nahestehenden sorge?

Meine Antwort: Sie sollten alles, was geschieht, mit dem Schöpfer, mit sich selbst und mit der ganzen Welt verbinden, sodass sich all das zu einem vereinigt und es dazwischen keinen Unterschied mehr gibt. All Ihre Zweifel und Ängste sollten innerhalb dieser Vereinigung verschwinden. Und wenn nicht – dann ist das sogar besser! Dann können Sie den Schöpfer um Hilfe bitten.

Sogar wenn Sie Das Buch Sohar öffnen, werden Sie entdecken, dass, wenn jemand wahre Furcht erlangt, dies die erste Korrektur „Pkuda Kadma“ (in aramäisch) ist. In der Tat wird alles und jeder von Angst getrieben: auf der unbelebten Stufe der Natur gibt es Angst um die Erhaltung der Struktur, auf den vegetativen und tierischen Stufen der Natur gibt es Angst um die Befriedigung mit allem Notwendigen und um das Abstoßen von Dingen, die schaden. Und das gleiche gilt für den Menschen.

Der einzige Unterschied zwischen unterschiedlichen Formen der Angst besteht in dem Zweck, wie einer sie gebraucht. Das heißt, einer gebraucht sie mehr in dem Maß, dass er den Abgrund in seinem Innern erkennt, oder mit anderen Worten, in dem Maße seiner egoistischen Entwicklung. Eine einfache Person in dieser Welt hat zwei Arten von Angst: Angst um diese Welt (um seine Lebensqualität, Gesundheit, Kinder, etc.) und um die kommende Welt (dafür zu sorgen, dass er in den Himmel, anstatt in die Hölle kommt).

Wenn jedoch sein Egoismus wächst, geht er durch diese zwei Arten der Angst hindurch und erreicht eine weitere Art – wahre Furcht. Dann fragt er: „Werde ich in der Lage sein, so zu werden wie der Schöpfer? Werde ich die Eigenschaft der Liebe und des Schenkens für andere Menschen und für Ihn erlangen?“ Und wenn diese Person die Notwendigkeit spürt, diese Eigenschaft der Liebe und des Schenkens zu erlangen, dann treibt ihn Furcht voran und bringt ihn zum Machsom. Er macht „aufgrund der Furcht (oder Erschütterung, Bestürzung) eine Umkehr zum Schöpfer“ (Tshuva mi Iraa).

Frage: Kann das Studium der Kabbala helfen oder einen von seinen Ängsten befreien, zum Beispiel, der Angst auf der Bühne zu stehen oder seine Meinung zu sagen?

Meine Antwort: Ja, denn das Studium der Kabbala entwickelt Ihre Wahrnehmung der Einheit von allen Dingen, dem ganzheitlichen Universum. Es ersetzt die irdischen Ängste eines Menschen mit der wahren Furcht – die Notwendigkeit, den Schöpfer zu erreichen.

Verwandtes Material:
Blog-post: Kabbala – Das Heilmittel für jedes Leid
Shamati #138: Über Angst, die einen Menschen manchmal überkommt