Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Sohar Unterricht vom 13.06.10

Während des Prozesses des spirituellen Fortschritts, sammeln sich alle Arten von Problemen an, die wie ein Schneeball wachsen und vor uns in Form eines riesigen Bergs auftauchen (הר – von הרהורים, Zweifel).

Die innere Arbeit führt zu schmerzhaften Schwankungen – einerseits können wir uns nicht über das materielle Leben erheben, aber andrerseits ist solch ein Leben nicht mehr von Interesse für uns. Das Buch Der Zohar beschreibt schwierige und unruhige Zustände, wenn unsere innere Stimme aufwacht und fragt: „Wäre es nicht besser, diesen Berg ganz zu verlassen?

Beim Empfang der Tora auf dem Berg Sinai standen die Tapferen und die Mutigen näher am Berg, und diejenigen, die Angst und Zweifel hatten, standen weit davon entfernt. Dies deutet darauf hin, dass es für jeden Menschen eine Grenze gibt – was er bereit ist zu opfern, um den Anstieg in der geistigen Welt zu gewinnen.

Ein Mensch, der sich mit der Kabbalah beschäftigt, beginnt nach einer Weile Verwirrung und Hilflosigkeit zu spüren. Die Inspiration verschwindet und alles wird unverständlich und düster. An diesem Punkt ist es äußerst wichtig, nicht vom Weg abzuweichen. Nichts geschieht umsonst. Alle schwierigen Zustände kommen von oben, damit wir durch unsere Mühe im Studium, in der Verbreitung und dem Zusammentreffen die Wichtigkeit des Zieles großmachen.

Wir müssen verlangen, dass uns die höhere Kraft über die Grenze von Leben und Tod erhebt, um alles was geschieht, aus der Sicht der Ewigkeit zu behandeln und nicht mehr aus der Sicht der kurzen und materiellen Existenz. Wir müssen diese Grenze „durchbrechen“, sie annullieren und den Zustand der Ewigkeit und Vollkommenheit hier und jetzt zu fühlen..

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Seifenoper mit dem Titel „Mein Leben“

Wir können lediglich die Ver- und Enthüllung in unserem Inneren beeinflussen. Denn wir befinden uns im unveränderlichen und ewigen Universum, das keinen Anfang hat und niemals ein Ende haben wird.

Selbst dann, wenn wir sagen, dass einst das Geschöpf entstanden ist, um die Korrektur zu erreichen, wonach sein Vorhaben beendet wird, indem es in den Schöpfer vollständig eingereiht wird, ist dies falsch, weil wir uns alles unter der Einbeziehung von Zeit vorstellen.

Wir können auch nicht anders, dies ist unsere Natur eben. Das Geschehende geschieht nicht, sondern existiert ständig.

Wir befinden uns innerhalb dieses einzigartigen Systems, das „die Natur“ oder „der Schöpfer“ heißt, in dem keinerlei Veränderungen geschehen. Nur wir ändern uns in unseren Empfindungen!

Engels formulierte folgenden Satz: „das Leben ist die objektive Realität, die uns in den Empfindungen gegeben ist“ – hätte man das Wort „objektiv“, mit „subjektiv“ – ersetzt, wäre die Aussage richtig! Wenn es überhaupt Veränderungen gibt – dann nur in unserem Inneren.

Wie können wir beginnen, uns bewusst und freiwillig zu verändern, um unsere Veränderungen unter Kontrolle zu haben? Es gibt solche Veränderungen in meinen inneren Wünschen, die meinen Blick auf die Realität so ändern, dass ich sie in Form von Problemen, Kriegen oder Leiden empfinde. Und es gibt auch gute Veränderungen, wer weiß jedoch, wie diese zu steuern sind?

Das lehrt uns die Wissenschaft der Kabbala. Und es steht fest, dass, wenn die Realität unveränderlich ist, dann kann ich nur meine eigenen Eigenschaften verändern, wodurch die Weltanschauung beeinflusst wird, und ich kann entscheiden, welche „Seifenoper“ ich unter dem Titel „Mein Leben“ sehen will.

Es heißt aber nicht, dass ich beliebige Filme aller Genres abspielen kann. Es gibt ein Programm, das mich zur Enthüllung des wahrhaften Bildes bringen sollte, wenn alle Verhüllungen verschwinden und ich wahrhaftig den ewigen und vollkommenen Zustand erreiche. Danach werde ich die Realität als beständig und unveränderlich ansehen.

Wenn ich das alles verstehe, dann kann ich auf dem guten Wege vorankommen. Ansonsten muss ich den Leidensweg antreten und darauf voranschreiten. Es handelt sich nur um die Veränderungen innerhalb des Menschen, welcher in der bisher unbekannten Umwelt existiert, die der Schöpfer oder die Unendlichkeit genannt wird. Wir sind nicht in der Lage, die Reihenfolge der Stufen zu verändern, die bereits in uns vorprogrammiert ist. Und wer sind wir eigentlich, um zu verstehen, wie das sein soll?

Aber wir können unser Vorankommen beschleunigen, uns eigenwillig darin einreihen und anstrengen. Und die Geschwindigkeit des Aufstiegs wird uns andere Empfindungen geben.

Denn es ist viel schwieriger sich zum schicksalhaften Ereignis hinzu bewegen, während man damit nicht einverstanden ist, und nicht in der Lage ist, es zu vermeiden. Und etwas ganz anderes ist es auch, zum erwünschten Ziel voranschreiten! Dann wird mir der Weg gefallen, und ich werde dieses mit Freude tun.

Das heißt, alles hängt von unserer Vorbereitung auf die folgenden Zustände ab, welche unvermeidlich kommen werden. Aber meine Bereitschaft bestimmt meine Empfindung und die Geschwindigkeit der Bewegung. Deshalb brauchen wir die Wissenschaft der Kabbala, um uns mit ihrer Hilfe unsere eigene Entwicklung auf dem guten, angenehmen und kurzen Weg zu machen, anstelle des schmerzvollen und langen Weges.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Vorwort zum TES“, 10.06.2010.

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Was bedeutet „Befehl“ in der Spiritualität?

Eine Frage, die ich erhielt: Das Kapitel aus dem Sohar, das wir jetzt lesen, heißt „Und du befehle mir“ (Tezaveh). Was bedeutet eigentlich „Befehl“ in der Spiritualität?

Meine Antwort: Dies ist ein Befehl, der auf uns auferlegt ist. Und obwohl wir uns in die Arbeit des Schöpfers einreihen, vor allem sollen wir uns ständig bemühen, unseres Wunsches und des Grundes unserer Erschaffung bewusst zu sein.

Denn wir sind ohne diesen Gedanken keine Geschöpfe. Als ein Geschöpf wird derjenige bezeichnet, der auch empfindet, dass er sich in einem dem Schöpfer entgegengesetzten Zustand befindet.

Aber dieses Verständnis genügt immer noch nicht. Es ist nur das erste Begreifen der eigenen Natur. Danach soll der Mensch versuchen, sich dem Schöpfer anzugleichen. Erst dann enthüllt er, dass er dazu überhaupt nicht in der Lage ist.

Wenn er aber weiterhin danach strebt, das nächste Niveau des Begreifens seiner Natur zu erreichen, enthüllt er noch, dass er sich dem Schöpfer gar nicht angleichen WILL.

Somit ist er nicht nur dem Schöpfer entgegengesetzt und nicht dazu fähig, Ihm ähnlich zu werden, sondern er WILL es auch nicht.

Gleichzeitig erhöht der Mensch in seinen Augen jedes Mal die Wichtigkeit des Schöpfers, die Wichtigkeit des Ziels und sieht den eigenen Zustand als erniedrigend und winzig.

Er setzt fort, weiter zu suchen und nur dann versteht, dass zwischen den Seelen ein System der Verbindung existiert, woraus er die zusätzlichen Kräfte bekommen kann. Dann wird er sich wirklich wünschen und es auch schaffen, sein Gegenteil zum Schöpfer zu enthüllen sowie entdecken, dass er keine Möglichkeit und auch kein Verlangen danach hat, sich dem Schöpfer anzugleichen

Zugleich wird er die dringende Notwendigkeit in der Korrektur, in der Möglichkeit, dem Schöpfer zu geben, empfinden – die viel größer ist, als seine anfängliche Notwendigkeit.

Folglich wendet sich der Mensch an Ihn, mit solch „schwerer Ausrüstung“, die er mit der Kraft der Gruppe erworben hat, mit der Eigenschaft der Bürgschaft, innerhalb welcher der Schöpfer existiert und dieses System unterstützt, weil er die nötige Bitte ausformuliert hat. Und davor kann er keine richtige Bitte empfinden.

Auf diesem Wege erreicht der Mensch die Einwirkung des Lichtes, die ihn zur Quelle zurückführt. Somit verwirklicht er seine Wahlfreiheit und kommt zu einem Zustand, in welchem der Schöpfer ihm die Kräfte gibt.

Dann beginnt er zu sehen, was er innerhalb dieses Lichtes korrigieren soll, wie es auch geschrieben steht: „In Deinem Licht werden wir das Licht sehen“. Der Mensch beginnt, den Befehl des Schöpfers zu verstehen – was genau korrigiert werden soll, nämlich seine 613 nicht korrigierten Eigenschaften, eine nach der anderen.

Er versteht, worin jede Eigenschaft, jede Kraft und jeder Wunsch verdorben ist, wie diese zu korrigieren sind und was er aufgrund der Korrektur erwirbt, wie er auf das gesamte System einwirkt und dadurch auf den Schöpfer, indem er Ihm die Möglichkeit sich zu enthüllen gibt.

Auf diese Weise geht er schrittweise den gesamten Prozess der Tora und der Gebote durch, korrigiert alle Wünsche durch die Absicht zu geben um des Gebens willen und sogar zu empfangen um des Gebens willen, das heißt wenn man nicht für den eigenen Genuss, sondern um des Schöpfers willen das Licht empfängt.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 31.05.2010

Der Sohar ist für diejenigen bestimmt, die nach Licht streben

Das Buch Sohar ist für die Menschen geschrieben, die das Ziel der Schöpfung erreichen wollen und nach dem Licht streben, das zum Ziel der Schöpfung, zur Quelle, zurückführt.
Denn ohne das Licht ist es nicht möglich, unsere Verlangen zu korrigieren und in ihnen den Schöpfer zu enthüllen.
Deshalb kann das Buch Sohar, wie auch die ganze Tora, entweder zu einem „Lebenselixier“ oder zu einem „tödlichen Gift“ werden.

Der Mensch muss überprüfen, mit welcher Absicht er an das Studium des Buches Sohar und der Tora allgemein herangeht.
Wenn er mit Hilfe des Studiums das Licht, das zur Quelle zurückführt, erlangen will, wird die Tora für ihn zu einem Lebenselixier, wie geschrieben steht: „Ich erschuf den bösen Trieb und gab die Tora zu seiner Korrektur, weil das Licht, welches sich in ihr verbirgt, zur Quelle zurückführt“.

Wenn der Mensch aber nicht nach Geben, d.h. zurück zur Quelle strebt, sondern den Sohar studiert, von dem Verlangen getragen zu genießen, sich zu erfüllen und andere Ziele verfolgt, was „Götzendienst“ bedeutet, dann wird sein Studium zu einem „tödlichen Gift“ und entfernt ihn von dem Ziel der Schöpfung.

Deshalb müssen wir uns vorsehen und daran denken, dass wir während unseres ganzen Studiums, besonders während des Lesens des Buches Sohar, unsere Verlangen vorbereiten, damit sie vom Schöpfer die Kraft zu geben erhalten und Er sich in dieser Kraft enthüllen kann.

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Lass jeden Tag von neuem beginnen


Aus dem Sohar, Abschnitt Shmini (Am achten Tag),Punkt 46:“Und er sprach zu Aaron: „Nimm für dich ein junges Rind“ (Lev,9:2) um für das Kalb zu sühnen in welchem er gesündigt hatte, wie geschrieben steht, „..und machte daraus ein gegossenes Kalb (Ex, 32:4).

Eine der Eigenschaften im Menschen, die „Moses erklimmt einen Berg“ genannt wird, während eine andere sehr erhabene Eigenschaft, „Aaron begeht eine große Sünde“ genannt wird: die Anbetung des goldenen Kalbes. Auf diese Weise arbeiten diese beiden extremen Punkte im Menschen.

Ein Kalb und keine Kuh. Rind bedeutet Ochse, Gwura de Seir Anpin und eine Kuh bedeutet Malchut. Malchut beinhaltet drei Gesichter: das Gesicht eines Löwen, das Gesicht eines Ochsen und das Gesicht eines Adlers. Ein Kalb steht für den Ochsen welcher in Malchut beinhaltet ist.

Wir müssen nicht versuchen uns an die Worte in diesem Text zu erinnern, es spielt keine Rolle ob alles wieder in den nächsten Sekunden aus unseren Gedanken entflieht. Das sollte uns keine Sorgen bereiten. Unsere einzige Sorge sollte es sein, zu versuchen die Worte, die wir lesen, zu fühlen, wenn wir diese lesen und das ist alles.

Wir sollten nicht versuchen uns an irgendetwas zu erinnern. Wenn wir einer gewöhnlichen Geschichte dieser Welt lauschen, müssen wir uns nicht erinnern, was „Kuh“, oder „Kalb“ oder „Mensch“ bedeutet. Wir fühlen einfach diese Begriffe. Das gleiche gilt auch für spirituelle Begriffe, die wir alle nur in uns selbst enthüllen müssen anstatt uns auf mechanische Art daran zu erinnern.
Im Gegenteil, wenn wir uns an etwas erinnern, begeben wir uns in die Gefahr der Annahme, dass wir schon etwas erreicht haben, doch dies ist eine Lüge. Wir werden mit den falschen Dingen zufrieden sein.

Daher ist es besser, sich an gar nichts zu erinnern und „jeden Tag von neuem“ zu beginnen. Wir sollten den Unterricht ohne jegliche Erinnerung verlassen, so also ob wir überhaupt nichts gelesen hätten. Das Wichtigste ist, dass wir uns eingesetzt und auf eine Enthüllung gewartet haben.

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Die vermischte Menge ist der Grund für das Exil

Der Sohar, Abschnitt „Ki Tissa (Wenn du nimmst)„, Abschnitt 56: Die Sünder, welche die Nationen draußen erschufen – die vermischte Menge (Erev Rav), und die heilige Nation schloss sich ihnen an; sie sündigten in der Mutter – Malchut, wie geschrieben steht „Erhebt euch, macht Götter für uns“.

Die vermischte Menge (Erev Rav) sind jene, welche das Geben in der Absicht um zu empfangen verwenden. Einerseits führen sie den Willen des Schöpfers aus – sie geben, weswegen man sie „den Schöpfer fürchtend“ nennt. Andererseits jedoch geben sie nur zu ihrem eigenen Vorteil, weswegen sie auch „Diener des Pharao“ genannt werden. Erev Rav sind jene Menschen, welche die Gebote befolgen und alle Anweisungen des Schöpfers ausführen, aber nur zu ihrem eigenen Nutzen in dieser und in der nächsten Welt.

Sicherlich ein Gott, um ihnen einen anderen Gott zu machen (vom egoistischen Verständnis) anstelle von Malchut, was als „Gott“ (Elokim) bezeichnet wird. Statt der Herrlichkeit Israels, genannt Malchut, welche wie eine Mutter überihren Söhnen war.

„Israel“ sind jene Menschen, welche die Absicht haben, „direkt zum Schöpfer“ zu streben (Yashar Kel). Der ganze Zweck ihrer Arbeit ist für den Schöpfer und nicht für sie selbst. Erev Rav sind diejenigen, die willens und vorbereitet sind, zu arbeiten; sie haben die Stärke, alles in voller Hingabe zu vollenden, was von ihnen verlangt wird, aber im Gegenzug wollen sie Geld, Ansehen und Macht. Sie sind unfähig, ohne diese Dinge zu arbeiten und sie sind der Grund für alle Exile. Das Problem mit Erev Rav ist, dass sie die gleichen Handlungen wie Israel ausführen, über die gleichen Dinge sprechen, die gleiche Höhere Kraft benutzen, das gleiche Verlangen nach Genuss teilen, aber alles nur zu ihrem eigenen Vorteil. Sie sagen: „Wir sind bereit, alle Gebote der Tora zu erfüllen, aber nur wenn wir Nutzen daraus ziehen.“

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Die Wirklichkeit enthüllen, die der Sohar beschreibt


Der Sohar, Abschnitt VaYaera“ (Und der Herr erschien), Punkt 126: …Am Anfang dachte Rabbi Aha, dass Dever in der Stadt war, für welche ein Gebet benötigt wird, um Nukwa zurück zur Eigenschaft von Rachamim zu bringen. Daher sagte er zu ihnen, dass sie beten sollen. Aber als er hörte, dass es mehrere Tote gab und als ihm gesagt wurde, dass so und so viele gestorben sind, und so und so viele im Begriff waren zu sterben, sah er, dass es eine Plage war und ein Gebet nicht bei einer Plage hilft. Das ist deshalb, weil dies keiner Besänftigung in der Eigenschaft von Rachamim bedarf. Im Gegenteil, der Weihrauch wird benötigt, um die mittlere Linie in ihr zu enthüllen und die Linien ineinander einzuschließen.

Die inneren Empfindungen eines Menschen, der die zahlreichen Eigenschaften erkennt und anerkennt und wie weit diese vom Zustand der Korrektur entfernt sind, werden als „Infektion“, „Epidemie“, „Ereignis mehrerer Todesfälle“ oder „Nah-Tod Bedingungen“ bezeichnet.

Der „Plage“ (Dever) wird durch einen „Weisen“ entgegengewirkt, der sich in jedem von uns im Inneren befindet. Diese einzigartige Eigenschaft wird als „Rabbi Aha“ bezeichnet. Die Verfasser des Sohar sind in der Tat die Quelle dieser übergeordneten Eigenschaften, die in jeder Seele enthalten sind – auch in dir!

Das liegt daran, dass wir uns in einem holographischen System befinden, in welchem jeder von uns in den anderen Teilen eingeschlossen ist. Daher ist auch Rabbi Aha innerhalb meiner Seele präsent. Er bekämpft diese „Plage“ und heilt die vielen „kranken Menschen“, welche manchmal sterben und in anderen Zeiten es schaffen, zu überleben.

Meine Aufgabe ist es, mir genau vorzustellen und zu fühlen, wo exakt in mir sich all dies befindet. Wo sind alle diese Eigenschaften? Ich bemühe mich, diese wahrzunehmen. Wenn ich eine „kleine Welt“ bin, dann muss ich diese Eigenschaften in mir lokalisieren. Ich bin begierig, diese zu enthüllen.

Sobald ich die Wirklichkeit enthülle, wie sie der Sohar beschreibt, beginne ich darin zu leben. Ich will mich mit den Gerechten wie auch mit den Sündern identifizieren. Ich will mich mit jedem vereinen. Alles und jeder in dieser Welt gehört zu mir und manifestiert sich in meiner Seele, welche vor mir verborgen ist. Solange ich nicht schaffe, wenigsten einen kleinen Teil davon zu enthüllen, werde ich nie wahrnehmen, was im Buch Sohar geschrieben steht.

Selbst eine teilweise Offenbarung macht es mir möglich, zu „lesen“ und mich selbst besser wahrzunehmen. Meine Selbst-Wahrnehmung entsteht und ich werde in der Lage sein, klären zu können, wer ich bin. Aber bis dahin ist der Sohar vollkommen vor uns verhüllt. Wir warten auf das Licht, damit es auf uns wirkt und der Prozess der Enthüllung einer neuen Wirklichkeit in uns beginnt.

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Die Nische für die Absicht


Es mag so scheinen, dass es genussvoller ist, den Sohar friedvoller zu lesen, ohne sich anzustrengen. Doch wir müssen für jedes Wort die Absicht fordern und das ist nicht einfach. Wir sollten nicht damit einverstanden sein, den Sohar einfach nur zu lesen und die Worte durch unsere Ohren „fließen“ zu lassen. Stattdessen sollte jedes Wort eine Gelegenheit sein, in den Text „einzubrechen“, ein Tor hinein in den Text.

Während ich lese, muss ich jedes Wort als eine Nische mich selbst mit der Absicht, Vereinigung und Verbindung zu erfüllen. Ich muss erkennen, dass jedes Wort zu dieser Verbindung beitragen kann.

Nur auf diese Weise sollten wir den Sohar lesen. Dann wird das Licht kommen und die beiden entgegengesetzten Eigenschaften miteinander verbinden, Abraham und Isaak, sowie alles, das zwischen ihnen ist, zu der Eigenschaft der Mittleren Linie, die Jakob oder Israel heißt.

Die übernatürliche Eigenschaft des Buches Sohar liegt genau in der Mittleren Linie, die das Gute und das Böse miteinander verbindet. Und präzise in ihrer korrekten Verbindung enthüllen wir den Schöpfer, die Quelle von allem.

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Wie man lernt, Vollkommenheit zu bilden


Nur indem wir korrigieren, was noch nicht korrigiert ist, lernen wir den Schöpfer zu verstehen und werden Ihm gleich. In unserer Welt lernt ein Kind, indem es mit Klötzen Häuser baut oder ein Puzzle zusammenstellt. Alles wird aus zerbrochenen Einzelteilen zu einem Ganzen zusammengebaut. Am Anfang muss ein Kind ein Spielzeug auseinander nehmen und sehen, was darin ist, dann baut es die Teile zusammen, um seine perfekte Form wieder herzustellen; so entwickelt es sich.

In der Spiritualität kommen wir auf dieselbe Weise voran. Wir müssen wissen, was unsere Mängel und Missetaten sind, wo das Zerbrechen stattfand und wie wir es in Ordnung bringen – indem wir die nicht verbundenen Teile jedes Mal mehr und mehr verbinden und die zerbrochenen Teile wieder zusammen bringen. Wahrnehmung und Kenntnisse kommen vom Schöpfer zur Schöpfung, vom Ganzen und Vollkommenen zum Unvollkommenen. Je größer die Distanz zwischen Vollkommenheit und Unvollkommenheit, desto mehr Verbindungen untereinander wird es geben und desto wichtiger wird die resultierende Weisheit sein. Weisheit entsteht aus deren Verbindung unter der Bedingung, dass es zwischen ihnen Ungleichheit der Form und Trennung gibt. Je zerbrochener, abgetrennter, verwirrter, getäuschter und entgegengesetzter ich daher gegenüber der Vollkommenheit bin, desto besser.

Wenn ich fähig bin, alle möglichen Versuche zu unternehmen, um sämtliche Ressourcen, die mir zur Verfügung stehen, zu gebrauchen, dann sollte ich damit beginnen, Vollkommenheit aus Unvollkommenheit zu bilden, um „Dunkelheit wie Licht scheinen zu lassen“, und alle Teile in Harmonie und Balance innerhalb einer einzigen Quelle zu bringen. Das heißt, dass ich verstehen werde, wer der Schöpfer ist – der Eine, der diese zerbrochene Schöpfung erschuf. Das Wort „Schöpfung“ (Beria) bedeutet „jenseits Seiner Grenzen“. Am Anfang machte der Schöpfer das Böse, eine Eigenschaft, die das Gegenteil von Ihm ist, und gab uns die Möglichkeit, Ihn nur durch den Aufbau der richtigen Verbindungen und den Prozess der Korrektur kennen zu lernen. Deshalb sollten wir uns nicht über unsere Nöte beschweren; sie kommen zu uns, damit wir sie korrigieren und dadurch Vollkommenheit aufbauen.

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Den Sohar verstehen


Der Sohar berichtet uns, was in der spirituellen Welt geschieht. Er beschreibt die Handlungen des Gebens durch das Geschöpf. Weil wir zu solchen Handlungen jedoch noch unfähig sind, sind wir nicht in der Lage, sie zu verstehen. Wir existieren in unserem egoistischen Verlangen. Wir kennen nur das Empfangen von Vergnügen und Befriedigung sowie die Handlungen, die uns dahin führen.

Demzufolge erscheinen uns die Handlungen, die im Sohar beschrieben werden, wie in einer fremden Sprache geschrieben, wie ein geheimer Code. Er scheint über etwas völlig Irreales zu sprechen. Es spielt keine Rolle, ob in der Sprache der Kabbala über Sefirot, Parzufim und Welten geschrieben wird oder in märchenähnlichen Allegorien über die Sonne, den Mond, Berge, Menschen, Tiere und so weiter. Wir verstehen oder fühlen nichts von dem, weil wir nicht in der Eigenschaft (Bedeutung, Natur) des Gebens existieren, sondern in der Eigenschaft des Empfangens.

Wenn unsere körperlichen egoistischen Eigenschaften von Oben durch Eigenschaften der Liebe und des Gebens ersetzt würden, könnten wir unmittelbar verstehen, was der Sohar uns berichtet. Wenn wir ihn lesen, würden wir die Höhere Welt enthüllen. Sie würde nicht nur in unserer Vorstellung enthüllt werden, etwa so als würden wir ein Abenteuerbuch lesen, sondern in der Wirklichkeit.

Obwohl wir diese spirituellen Eigenschaften noch nicht besitzen und der Text unwirklich für uns bleibt, wird das Lesen des Buches Sohar als Segula bezeichnet, als ein besonderes Heilmittel. Selbst wenn wir ihn nicht verstehen, lesen wir ihn und versuchen, die Kräfte von dieser anderen Welt auf uns herab zu ziehen, die in diesem Buch beschrieben sind. Indem wir uns Veränderung und das Empfinden des Textes wünschen, „scheint“ es auf uns mit dem „Licht, das erneuert“, (Or Makif – das Umgebende Licht).

Diese Kraft beeinflusst uns und enthüllt neue Eigenschaften des Gebens in unserem Innern, welche im Sohar beschrieben werden. Er wurde aus der Natur des Gebens heraus geschrieben, nicht des Empfangens, und daher kann er nur verstanden werden, wenn wir uns an die Natur des Gebens halten.

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